[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Falztrommel zum Falzen von Material, insbesondere
für eine Druckmaschine. Die Falztrommel ist an ihrer Längsachse drehbar gelagert und
weist eine Falzmesserspindel auf.
[0002] Es ist bekannt, dass eine Druckmaschine einen Falzapparat enthält, mit dem Falze
an bedrucktem Material, insbesondere Papier, ausgebildet werden können. Ein solcher
Falzapparat enthält eine Falztrommel, mit der insbesondere Längsfalze in bereits geschnittene
und vorgefalzte Materialien eingebracht werden. Die Falztrommel weist dazu eine Falzmesserspindel
auf, an der ein Falzmesser angebracht ist. Die Falztrommel ist an ihrer Längsachse
drehbar gelagert und die Falzmesserspindel mit der Längsachse der Falztrommel gekoppelt,
so dass sich die Drehbewegung der Falztrommel auf die Falzmesserspindel überträgt.
Da die Längsachse der Falzmesserspindel parallel zur Längsachse der Falztrommel verläuft,
erzeugt die Masse der Falzmesserspindel beim Drehen der Falztrommel eine radial nach
außen wirkende Fliehkraft. Diese Fliehkraft stellt für die Falzmesserspindel, insbesondere
für deren Lagerung, eine Belastung dar, die zu Nachteilen, insbesondere zu hohem Verschleiß,
führen kann.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Falztrommel anzugeben, bei der
diese Nachteile zumindest verringert sind.
[0004] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß mit einer Falztrommel mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
[0005] Die erfindungsgemäße Falztrommel dient zum Falzen von Material, insbesondere in einer
Druckmaschine, und ist an ihrer Längsachse drehbar gelagert. Sie weist eine Falzmesserspindel
auf, deren Längsachse mit der Längsachse der Falztrommel gekoppelt und von der Längsachse
der Falztrommel beabstandet ist. Die Falztrommel enthält ferner ein Krafterzeugungsmittel
zum Erzeugen einer Entlastungskraft. Die Entlastungskraft ist einer Fliehkraft entgegengerichtet,
die bei sich drehender Falztrommel durch die sich mitdrehende Falzmesserspindel auftritt.
Durch das Erzeugen der Entlastungskraft wird der Einfluss der Fliehkraft auf die Falzmesserspindel,
und insbesondere auf eine Lagerung der Falzmesserspindel, reduziert. Durch das Verringern
der radial nach außen gerichtete Belastung der Falzmesserspindel kann die Lebensdauer
ihrer Lagerung vorteilhafterweise verlängert werden. Es.ist auch möglich, bei Bedarf
die Drehzahl der Falztrommel, und damit die Verarbeitungsgeschwindigkeit, weiter zu
erhöhen, ohne dadurch eine nachteilige Belastung der Falzmesserspindel zu erhalten.
Aufgrund der erfindungsgemäßen Ausgestaltung der Falztrommel kann vorteilhafterweise
auf weitere Stützlager zum Stützen der Falzmesserspindel verzichtet werden. Dies gilt
insbesondere bei einer Verwendung von Rillenkugellagern zur Lagerung der Falzmesserspindel.
[0006] Vorteilhafterweise ist das Krafterzeugungsmittel mit der Längsachse der Falztrommel
gekoppelt. Dadurch ist gewährleistet, dass sich das Krafterzeugungsmittel zusammen
mit der Falztrommel, und ebenfalls zusammen mit der Falzmesserspindel, drehen kann.
Das Krafterzeugungsmittel kann dabei so ausgestaltet sein, dass es die Entlastungskraft
an die Drehzahl, und damit an die auf die Falzmesserspindel wirkende Fliehkraft, anpasst.
[0007] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das Krafterzeugungsmittel
mittels einer Führung geführt, die so ausgestaltet ist, dass sie eine Bewegung des
Krafterzeugungsmittels in Richtung der Entlastungskraft zulässt und eine Bewegung
in wenigstens eine andere Richtung weitgehend unterbindet. Die Führung gewährleistet
somit, dass die von dem Krafterzeugungsmittel erzeugbare Entlastungskraft vollständig
entgegen der von der Falzmesserspindel erzeugten Fliehkraft wirken kann.
[0008] Besonders vorteilhaft sind außen, an sich gegenüber liegenden Falztrommelseiten angeordnete
Zapfen zum drehbaren Lagern der Falztrommel in einer Halterung vorhanden. Die Falztrommel
kann darüber hinaus wenigstens eine Verlängerung der Zapfen ins Innere der Falztrommel
aufweisen. In dieser wenigstens einen Verlängerung ist die Führung als Durchgang realisiert.
Durch diese Anordnung kann die Führung auf besonders einfache und zuverlässige Weise
realisiert sein. Des Weiteren können sowohl das Drehen des Krafterzeugungsmittels
zusammen mit dem Drehen der Falztrommel als auch das Führen des Krafterzeugungsmittels
einfachheitshalber durch die wenigstens eine Zapfenverlängerung erfolgen. Durch diese
Ausgestaltung der wenigstens einen Zapfenverlängerung kann diese somit vorteilhafterweise
zwei Funktionen gleichzeitig übernehmen.
[0009] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist die Führung mit Gleitlack
und/oder mit einer Beschichtung versehen. Der Gleitlack ermöglicht ein weitgehend
reibungsfreies Gleiten des geführten Krafterzeugungsmittels in der Führung. Die Beschichtung
ist vorteilhafterweise so gewählt, dass sie ein Korrodieren der Führung und/oder des
Krafterzeugungsmittels verhindert.
[0010] In einer weiteren besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Falzmesserspindel
in wenigstens zwei, nebeneinander angeordnete Teil-Falzmesserspindeln unterteilt.
Das Krafterzeugungsmittel ist dabei so ausgestaltet, dass es zwischen den Teil-Falzmesserspindeln
angreift. Auf diese Weise kann die Belastung auf die Falzmesserspindel, insbesondere
auf ihre Lagerung, und die Wirkung der von ihr beim Drehen erzeugten Fliehkraft weiter
reduziert werden.
[0011] Vorteilhafterweise weist das Krafterzeugungsmittel wenigstens eine Feder auf. Mit
einer solchen wenigstens einen Feder kann eine von der Drehzahl der Falztrommel unabhängige
Entlastungskraft erzeugt werden. Die wenigstens eine Feder ist kostengünstig zu realisieren
und weist ein geringes Gewicht auf. Zusätzlich oder alternativ kann das Krafterzeugungsmittel
wenigstens eine Ausgleichsmasse aufweisen. Dadurch kann das Erzeugen der Entlastungskraft
auf besonders einfache und effektive Art realisiert werden. Mit der Ausgleichsmasse
kann die der Fliehkraft entgegen wirkende Entlastungskraft abhängig von der Drehzahl
der Falztrommel eingestellt werden. Mit zunehmender Drehzahl passt sich die Höhe der
Entlastungskraft automatisch an die zunehmende Höhe der Fliehkraft an.
[0012] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind den abhängigen
Ansprüchen sowie der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Zeichnung entnehmbar.
[0013] Die Erfindung und ihre Vorteile werden nachfolgend anhand der in den Figuren der
Zeichnung angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Ersatzdarstellung eines ersten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Falztrommel mit einer Ausgleichsmasse als Krafterzeugungsmittel,
- Fig. 2
- eine perspektivische, teilweise geschnittene Darstellung der Falztrommel gemäß des
ersten Ausführungsbeispiels nach Fig. 1,
- Fig. 3
- eine schematische Ersatzdarstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Falztrommel mit drei Federn als Krafterzeugungsmittel und
- Fig. 4
- eine schematische Ersatzdarstellung eines dritten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Falztrommel mit einem aus zwei Federn und zwei Ausgleichsmassen kombinierten Krafterzeugungsmittel.
[0014] In den Figuren sind gleiche oder funktionsgleiche Elemente - sofern nicht anders
angegeben - mit denselben Bezugszeichen versehen.
[0015] Fig. 1 zeigt eine schematische Ersatzdarstellung eines ersten Ausführungsbeispiels
einer erfindungsgemäßen Falztrommel 10 eines Falzapparats 11 einer Druckmaschine.
Die Druckmaschine ist hier eine Rollenrotationsdruckmaschine zum Bedrucken und zum
Verarbeiten von bahnförmigem Material. Das Material ist Papier. Die Falztrommel 10
dient zum Einbringen sogenannter zweiter Längsfalze in das Material, welches bereits
geschnitten ist und sowohl mit ersten Längsfalzen als auch mit Querfalzen versehen
ist. Die Falztrommel 10 hat zwei sich gegenüber liegende Falztrommelseiten, an denen
außen Zapfen 12 und 13 angeordnet sind.
[0016] Die Zapfen 12, 13 dienen zum drehbaren Lagern der Falztrommel 10 mittels zweier Lager
14 und 15 in einer Halterung, die hier ein Gerüst 16 ist. Die Falztrommel 10 ist somit
um eine Längsachse 17, die durch die Zapfen 12, 13 und die Positionen der beiden Lager
14, 15 bestimmt und nicht durchgängig realisiert ist, drehbar in dem Gerüst 16 gelagert.
Eine tatsächlich vorhandene, teilweise U-förmig verlaufende Falztrommelachse, die
im wesentlichen durch die Falztrommelseiten und eine Falztrommelmantelfläche gebildet
ist, ist in der Fig. 1 mit dem Bezugszeichen 18 versehen. Die Zapfen 13, 14 sind mittels
zweier Verlängerungen 19 und 20 in das Innere der Falztrommel hinein verlängert. Die
Verlängerungen 19 und 20 können an den Zapfen 13 bzw. 14 befestigt, insbesondere angeschweisst
sein. Es ist aber auch möglich, dass die Zapfen 13 und 14 und ihre zugehörigen Verlängerungen
19 bzw. 20 einstückig ausgestaltet sind. An den Enden der Verlängerungen 19 und 20
sind Führungen 21 bzw. 22 ausgebildet.
[0017] Zwischen den Falztrommelseiten der Falztrommel 10 befindet sich eine Falzmesserspindel
23, an der ein Falzmesser 24 befestigt ist. Die Falzmesserspindel 23 ist mittels zweier
Lager 25 und 26, die insbesondere Rillenkugellager sind, drehbar an den Falztrommelseiten
gelagert. Dadurch ist eine Längsachse 27 der Falzmesserspindel 23 festgelegt, um die
die Falzmesserspindel 23 drehbar ist. Die Längsachse 27 ist von der Längsachse 17
beabstandet und verläuft parallel zu dieser. Aufgrund der Lagerung der Falzmesserspindel
23 in den Falztrommelseiten, die wiederum mit den Zapfen 12, 13 verbunden sind, ist
die Längsachse 27 mit der Längsachse 17 gekoppelt. Eine Drehung der Falztrommel 10
kann dadurch auf die Falzmesserspindel 23 übertragen werden.
[0018] Der Falzapparat 11 weist einen Antrieb 28 auf, der zum Drehen der Falztrommel 10
dient und beispielsweise ein Motor ist. Der Antrieb 28 greift an dem Zapfen 12 der
Falztrommel 10 an. Der Antrieb 28 enthält ein Zahnradgetriebe, das ein zentrales Hohlrad
29 aufweist, das an dem Gerüst 16 befestigt ist. Die Drehbewegung der umlaufenden
Falztrommelachse 18 wird über ein ebenfalls umlaufendes Zwischenrad 30, das sich am
feststehenden Hohlrad 29 abstützt und mit einem Antriebsrad 31 auf der Falzmesserspindel
23 in Eingriff steht, auf eben diese Falzmesserspindel 23 übertragen. Dadurch kann
die drehbar gelagerte Falzmesserspindel 23 von dem gleichen Antrieb 28, allerdings
mit unterschiedlicher Drehzahl als die Falztrommel 10, um ihre Längsachse 27 gedreht
werden. Über die geeignete Ausgestaltung des Zahnradgetriebes können die beiden Drehungen
um die Längsachse 17 der Falztrommel 10 und die Längsachse 27 der Falzmesserspindel
23 aufeinander abgestimmt werden.
[0019] Beim Drehen der Falztrommel 10 wird die Drehung auf die Falzmesserspindel 23 mitsamt
des Falzmessers 24 übertragen. Dadurch wird eine Fliehkraft erzeugt, die auf die Falzmesserspindel
23 wirkt und von den Lagern 25 und 26 aufgenommen werden muss. Die Aufnahme der Fliehkraft
stellt für die Lager 25, 26 eine große Belastung dar. Sie müssen daher geeignet ausgestaltet
und dimensioniert sein. Hohe Drehzahlen der Falztrommel verursachen eine große Fliehkraft,
durch die die Lebensdauer der Lager 25, 26 stark begrenzt sein kann. Die beim Drehen
der Falztrommel 10 von den beiden Lagern 25 und 26 aufzunehmende Fliehkraft bestimmt
sich überschlägig nach der Formel F
Z1 = m
1 • R
1 • (2π • n
T)
2, wobei m
1 der Masse der Falzmesserspindel 23, des Falzmessers 24 und der Zahnradmasse, insbesondere
der Masse des Antriebsrads 31, R
1 dem Abstand der Masse m
1 zur Drehachse, d. h. hier zur Längsachse 17, und n
T der Drehzahl der Falztrommel 10 entsprechen. Dabei wird angenommen, dass die Masse
m
1 ersatzweise als im Schwerpunkt der Falzmesserspindel 23 angeordnet betrachtet wird.
Es wird des Weiteren angenommen, dass es sich um eine symmetrische Lastverteilung
auf die beiden Lager 25, 26 handelt, so dass jedes der Lager 25, 26 eine Kraft von
F
Z1 / 2 aufzunehmen hat. In der Fig. 1 sind die ersatzweise im Schwerpunkt der Falzmesserspindel
23 angeordnete Masse m
1, der Abstand R
1 und die Fliehkraft F
Z1 eingezeichnet.
[0020] Um die Auswirkungen der Fliehkraft F
Z1 auf die Lager 25, 26 zu reduzieren, enthält die erfindungsgemäße Falztrommel 10 eine
Ausgleichsmasse m
2, die als zylinderförmiges Gewicht ausgestaltet sein kann. In der Fig. 1 ist die Ausgleichsmasse
m
2 ersatzweise als im Schwerpunkt der Ausgleichsmasse m
2 vorhandene Masse dargestellt. Eine Längsachse 32 der Ausgleichsmasse m
2 ist von der Längsachse 17 beabstandet und verläuft parallel zu dieser. Der Abstand
ist mit R
2 bezeichnet. Die Längsachsen 17, 27 und 32 sind hier vorteilhafterweise in einer gemeinsamen
Ebene angeordnet. Dadurch kann der Einfluss der Fliehkraft F
Z1 besonders gut begrenzt werden. An ihren Enden ist die zylinderförmige Ausgleichsmasse
m
2 mit Zugankern 33 und 34 verbunden. Die Zuganker 33 und 34 sind Verbindungselemente,
mit denen die Ausgleichsmasse m
2 mit der Längsachse 27 der Falzmesserspindel 23 gekoppelt ist. Dieses Koppeln erfolgt
mittels zweier Lager 35 und 36, die zu beiden Seiten der Falzmesserspindel 23 auf
deren Längsachse 27 angeordnet sind. Die Falzmesserspindel 23 kann sich in den Lagern
35 und 36 drehen. Die Zuganker 33 und 34 sind in den Führungen 21 bzw. 22 geführt
und mit den Lagern 35 bzw. 36 verbunden. Die Führungen 21, 22 sind so ausgestaltet,
dass sie ausschließlich eine Bewegung der Zuganker 33 bzw. 34 in eine der Richtung
der Fliehkraft F
Z1 entgegengesetzte Richtung zulassen. Die Ausgleichsmasse m
2 ist mit der Längsachse 17 der Falztrommel 10 so gekoppelt, dass sich ein Drehen der
Falztrommel 10 auf die Ausgleichsmasse m
2 überträgt. Dieses Koppeln der Ausgleichsmasse m
2 mit der Längsachse 17 der Falztrommel 10 ist hier einfachheitshalber mittels der
Verlängerungen 19, 20 umgesetzt. Die Führungen 21, 22 sind in den Verlängerungen 19,
20 als schlitzförmige Durchgänge realisiert. Durch diese Durchgänge sind die Zuganker
33, 34 geleitet. Die Führungen 21, 22 sind vorteilhafterweise mit Gleitlack und einer
Beschichtung versehen. Dadurch kann ein weitgehend reibungsfreies Gleiten der Zuganker
33, 34 in den Führungen 21, 22 gewährleistet bzw. ein Korrodieren der Führungen 21,
22 verhindert werden.
[0021] Die Ausgleichsmasse m
2 dient als Krafterzeugungsmittel zum Erzeugen einer Entlastungskraft, die der bei
sich drehender Falztrommel 10 durch die sich mitdrehende Falzmesserspindel 23 erzeugten
Fliehkraft F
Z1 entgegengerichtet ist: Da sich die Drehung der Falztrommel 10 auch auf die Ausgleichsmasse
m
2 überträgt, wird durch diese eine Fliehkraft F
Z2 erzeugt, die die Entlastungskraft darstellt. Die Fliehkraft F
Z2 wirkt radial nach außen und überträgt sich auf die Zuganker 33, 34. Da diese mit
den beiden Lagern 35, 36 verbunden sind, wird die Fliehkraft F
Z2 als Zugkraft von den beiden Lagern 35, 36 aufgenommen. Da die Lager 25 und 35 einerseits
und die Lager 26 und 36 andererseits auf der Längsachse der Falzmesserspindel 32 direkt
nebeneinander platziert sind, wirken die beiden Fliehkräfte F
Z1, F
Z2 entgegengesetzt auf direkt benachbarte Stellen der Längsachse 27. Dies ist bei bestimmten
Massen und Drehzahlen von Vorteil. Da die beiden Fliehkräfte F
Z1, F
Z2 einander entgegengerichtet sind, kann die Fliehkraft F
Z2 den Einfluss der Fliehkraft F
Z1 auf die Lager 25, 26 und die Falzmesserspindel 23 und ihre Längsachse 27 reduzieren.
[0022] Die beim Drehen der Falztrommel 10 auftretende Fliehkraft F
Z2 bestimmt sich überschlägig nach der Formel F
Z2 = m
2 • R
2 • (2π • n
T)
2, wobei m
2 der Ausgleichsmasse m
2, R
2 dem Abstand der Masse m
2 zur Drehachse, d. h. zur Längsachse 17, und n
T der Drehzahl der Falztrommel 10 entsprechen. Dabei wird angenommen, dass die Masse
der Ausgleichsmasse m
2 ersatzweise als in ihrem Schwerpunkt angeordnet betrachtet wird. Bei symmetrischer
Lastverteilung auf die beiden Lager 25, 26 muss daher jedes der Lager 25, 26 eine
resultierende Kraft von F
R = F
Z1 /2 - F
Z2 / 2 = (2π n
T)
2 /2 • (m
1 • R
1 - m
2 • R
2) aufnehmen. Die Belastung der Lager 25, 26 wird somit vorteilhafterweise gegenüber
einer Realisierung ohne Ausgleichsmasse m
2 verringert.
[0023] Fig. 2 zeigt eine perspektivische, teilweise geschnittene Darstellung der Falztrommel
10 gemäß des ersten Ausführungsbeispiels nach Fig. 1. In dieser Darstellung sind Falztrommelseiten
37 und 38 zu sehen, zwischen denen eine Falztrommelmantelfläche 39 angeordnet ist.
Des Weiteren ist das an der Falzmesserspindel 23 befestigte Falzmesser 24 deutlich
dargestellt. Auf der linken Seite der Fig. 2 ist die Verlängerung 19 des Zapfens 12
zu sehen, in der die Führung 21 als schlitzförmiger Durchgang ausgestaltet ist. Durch
die Führung 21 ist der Zuganker 33 geführt, der an dem Lager 35 und der Ausgleichsmasse
m
2 befestigt ist.
[0024] Fig. 3 zeigt eine schematische Ersatzdarstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels
der erfindungsgemäßen Falztrommel 10. Die Falztrommel 10 gemäß des zweiten Ausführungsbeispiels
enthält eine Falzmesserspindel, die in zwei Teil-Falzmesserspindeln 40 und 41 unterteilt
ist. An die Stelle der Ausgleichsmasse m
2 nach Fig. 1 sind in der Fig. 2 drei Federn 42, 43 und 44 getreten, die hier als Druckfedern
ausgestaltet sind und als Krafterzeugungsmittel dienen. Zwischen den beiden Teil-Falzmesserspindeln
40, 41 ist auf der Längsachse 27 der Falzmesserspindel ein weiteres Lager 45 angeordnet,
in dem die Längsachse 27 drehbar ist. An dem Lager 45 ist außen ein weiterer Zuganker
46 befestigt, der durch eine weitere Führung 47 geführt ist. Das Lager 45, der Zuganker
46 und die Führung 47 erfüllen die gleiche Funktion, wie die bereits oben beschriebenen,
in dem zweiten Ausführungsbeispiel eingesetzten und in Fig. 2 dargestellten Lager
35, 36, Zuganker 33, 34 bzw. Führungen 21, 22. Die Federn 42, 43 und 44 sind auf die
Zuganker 33, 34 bzw. 46 aufgesteckt und stützen sich mit jeweils einem ihrer Enden
an T-förmigen Bereichen an den Enden der Zuganker 33, 34, 46 ab. Mit den anderen ihrer
Enden stützen sich die Federn 42, 43 und 44 an den Führungen 21, 22 bzw. 47 ab. Da
die Federn 42, 43, 44 hier als Druckfedern ausgestaltet sind, üben sie Druckkräfte
F
FD auf die T-förmigen Bereiche der entlang der Führungen 21, 22, 47 beweglichen Zuganker
33, 34, 46 aus. Diese Druckkräfte F
FD stellen an den Lagern 35, 36 und 45 eine Zugbelastung dar, deren Richtung entgegengesetzt
der Richtung der durch beim Drehen der Falztrommel 10 durch die Teil-Falzmesserspindeln
40, 41 erzeugten Fliehkräfte F
Z1' gerichtet ist. Die Federachsen der Federn 42, 43 und 44 verlaufen senkrecht zu der
Längsachse 27 der Teil-Falzmesserspindein 40, 41. Dadurch kann ein besonders effizientes
Entlasten der Lager 25, 26 erfolgen, da die Druckkräfte F
FD weitgehend zum Entlasten eingesetzt werden können. Die Druckkräfte F
FD sind unabhängig von der Drehzahl der Falztrommel 10. Es lässt sich somit mit ihnen
eine drehzahlunabhängige Grundlast zum Entlasten der Lager 25, 26 der Falzmesserspindel
einstellen. Mit dem Unterteilen der Falzmesserspindel in die beiden Teil-Falzmesserspindeln
40, 41 und dem Anbringen eines zusätzlichen dritten Entlastungsstrang, d. h. der Anordnung
des Lagers 45, des Zugankers 46, der Führung 47 und der Feder 43, kann ein noch weiter
verbessertes Entlasten der Lager 25, 26 erzielt werden.
[0025] Fig. 4 zeigt eine schematische Ersatzdarstellung eines dritten Ausführungsbeispiels
der erfindungsgemäßen Falztrommel 10. Die Falztrommel gemäß des dritten Ausführungsbeispiels
weist, wie die Falztrommel 10 gemäß des zweiten Ausführungsbeispiels, die beiden Teil-Falztrommelspindeln
40, 41 auf. Als Krafterzeugungsmittel ist eine Kombination aus zwei Federn 42 und
44 und zwei Ausgleichsmassen m
3 und m
4 vorhanden. Mit den Federn 42, 44 lassen sich Druckkräfte F
FD und mit den Ausgleichsmassen m
3 und m
4 Fliehkräfte F
Z2' erzeugen, die den von den Teil-Falzmesserspindeln 40, 41 erzeugten Fliehkräften
F
Z1' entgegen wirken. Die Zuganker 33 und 34 sind hier so ausgestaltet, dass sie im Gegensatz
zum zweiten Ausführungsbeispiel über die T-förmigen Bereiche hinausgehen und mit den
Ausgleichsmassen m
3 und m
4 verbunden sind. Das zwischen den beiden Teil-Falzmesserspindeln 40, 41 angeordnete
Lager 45 ist mittels des Zugankers 46 ebenfalls mit den beiden Ausgleichsmassen m
3 und m
4 verbunden. Auf dem Zuganker 46 ist keine Feder angebracht. Das Prinzip der Funktionsweise
der Entlastung der Lager 25, 26 mittels Federn und Ausgleichsmassen wurde bereits
oben beschrieben. Dieses Prinzip kann auf die Falztrommel 10 gemäß des dritten Ausführungsbeispieles
übertragen werden. Es wird daher an dieser Stelle nicht wiederholt.
Bezugszeichenliste
[0026]
- 10
- Falztrommel
- 11
- Falzapparat
- 12
- Zapfen
- 13
- Zapfen
- 14
- Lager
- 15
- Lager
- 16
- Gerüst
- 17
- Längsachse der Falztrommel
- 18
- Falztrommelachse
- 19
- Verlängerung
- 20
- Verlängerung
- 21
- Führung
- 22
- Führung
- 23
- Falzmesserspindel
- 24
- Falzmesser
- 25
- Lager
- 26
- Lager
- 27
- Längsachse der Falzmesserspindel
- 28
- Antrieb
- 29
- Hohlrad
- 30
- Zwischenrad
- 31
- Antriebsrad
- 32
- Längsachse der Ausgleichsmasse
- 33
- Zuganker
- 34
- Zuganker
- 35
- Lager
- 36
- Lager
- 37
- Falztrommelseite
- 38
- Falztrommelseite
- 39
- Falztrommelmantelfläche
- 40.
- Teil-Falzmesserspindel
- 41
- Teil-Falzmesserspindel
- 42
- Feder
- 43
- Feder
- 44
- Feder
- 45
- Lager
- 46
- Zuganker
- 47
- Führung
- m1
- Masse Falzmesserspindel, Falzmesser, Antriebsrad
- R1
- Abstand Längsachse - Masse m1
- FZ1
- Fliehkraft
- m2
- Ausgleichsmasse
- R2
- Abstand Längsachse - Masse m2
- FZ2
- Fliehkraft
- FFD
- Druckkräfte der Federn
- m3
- Ausgleichsmasse
- m4
- Ausgleichsmasse
- FZ1'
- Fliehkraft
- FZ2'
- Fliehkraft
1. Falztrommel (10) zum Falzen von Material, insbesondere für eine Druckmaschine, wobei
die Falztrommel (10) an ihrer Längsachse (17) drehbar gelagert ist, mit einer Falzmesserspindel
(23; 40, 41), deren Längsachse (27) mit der Längsachse (17) der Falztrommel (10) gekoppelt
und von der Längsachse der Falztrommel (10) beabstandet ist, und einem Krafterzeugungsmittel
(m2-m4, 42-44) zum Erzeugen einer Entlastungskraft (FZ2; FFD; FZ2'), die einer bei sich drehender Falztrommel (10) durch die sich mitdrehende Falzmesserspindel
(23; 40, 41) erzeugten Fliehkraft (FZ1, FZ1') entgegengerichtet ist.
2. Falztrommel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Krafterzeugungsmittel (m2-m4, 42-44) mit der Längsachse (17) der Falztrommel
(10) gekoppelt ist.
3. Falztrommel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Krafterzeugungsmittel (m2-m4, 42-44) mit der Falzmesserspindel (23; 40, 41),
insbesondere mit deren Längsachse (27), in Verbindung steht.
4. Falztrommel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Falzmesserspindel (23; 40, 41) an ihrer Längsachse (27) drehbar gelagert und
an der Längsachse (27) ein erstes Lager (35, 36, 45) angeordnet ist, das mit dem Krafterzeugungsmittel
(m2-m4, 42-44) verbunden ist.
5. Falztrommel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Falzmesserspindel (23; 40, 41) mittels eines zweiten Lagers (25, 26) drehbar
gelagert und das erste Lager (35, 36) zu diesem zweiten Lager (25, 26) benachbart
angeordnet ist.
6. Falztrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass außen, an sich gegenüber liegenden Falztrommelseiten (37, 38) angeordnete Zapfen
(12, 13) zum drehbaren Lagern der Falztrommel (10) in einer Halterung (16) vorhanden
sind.
7. Falztrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Krafterzeugungsmittel (m2-m4, 42-44) mittels einer Führung (21, 22, 46) geführt
ist, die so ausgestaltet ist, dass sie eine Bewegung des Krafterzeugungsmittels (m2-m4,
42-44) in Richtung der Entlastungskraft (FZ2; FFD; FZ2') zulässt und eine Bewegung in wenigstens eine andere Richtung weitgehend unterbindet.
8. Falztrommel nach Anspruch 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Falztrommel (10) wenigstens eine Verlängerung (19, 20) der Zapfen (12, 13) ins
Innere der Falztrommel (10) aufweist und die Führung (21, 22, 46) als Durchgang in
dieser wenigstens einen Verlängerung (19, 20) realisiert ist.
9. Falztrommel nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Führung (21, 22, 46) mit Gleitlack und/oder mit einer Beschichtung versehen ist.
10. Falztrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Falzmesserspindel in wenigstens zwei, nebeneinander angeordnete Teil-Falzmesserspindeln
(40, 41) unterteilt ist und das Krafterzeugungsmittel (m3, m4, 43) so ausgestaltet
ist, dass es zwischen den Teil-Falzmesserspindeln (40, 41) angreift.
11. Falztrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Krafterzeugungsmittel mehrere Teil-Krafterzeugungsmittel (m3, m4, 42-44) aufweist.
12. Falztrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Krafterzeugungsmittel wenigstens eine Feder (42-44) aufweist.
13. Falztrommel nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Federachse der wenigstens einen Feder (42-44) senkrecht zu der Längsachse (27)
der Falzmesserspindel (40, 41) verläuft.
14. Falztrommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Krafterzeugungsmittel wenigstens eine Ausgleichsmasse (m2-m4) aufweist.
15. Falztrommel, nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Ausgleichsmasse (m2-m4) zylinderförmig ausgestaltet ist.
16. Falztrommel nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsachse (32) der wenigstens einen Ausgleichsmasse (m2-m4) mit der Längsachse
(27) der Falzmesserspindel (23; 40, 41) und der Längsachse (17) der Falztrommel (10)
in einer Ebene liegt