[0001] Die Erfindung betrifft ein Sicherheitspapier zur Herstellung von Wertdokumenten,
wie Banknoten, Pässen, Ausweiskarten oder dergleichen, das mit einer Imprägnierung
oder Beschichtung versehen ist, die eine erhöhte Umlauffähigkeit gewährleistet, sowie
Verfahren zur Herstellung eines derartigen Sicherheitspapiers.
[0002] Die Erfindung wird im Folgenden unter besonderer Berücksichtigung von Banknoten beschrieben,
ist aber gleichermaßen für andere Sicherheitspapiere und sonstige Papiere geeignet.
[0003] Banknoten werden üblicherweise aus so genannten Sicherheitspapieren gefertigt, die
aus Baumwollfasern bestehen und besondere Sicherheitsmerkmale, wie einen zumindest
teilweise in das Papier eingebrachten Sicherheitsfaden und ein Wasserzeichen aufweisen.
Die Umlaufdauer einer Banknote hängt von der Beanspruchung ab. Bestimmte Stückelungen
werden im Handel bevorzugt benutzt und weisen damit aufgrund der stärkeren Belastung
durch Umwelteinflüsse eine geringere Umlaufzeit auf. Als Hauptursache für die eingeschränkte
Umlaufzeit der Banknoten gilt die frühzeitige Verschmutzung. Da Banknotenpapier sehr
porös ist, besitzt es eine große Oberfläche bzw. eine hohe Oberflächenrauigkeit. Auch
wenn die hieraus resultierenden Vorsprünge und Hohlräume in Größenordnungen liegen,
die vom menschlichen Auge nicht mehr aufgelöst werden können, so bieten sie doch im
Vergleich zu einer glatten Oberfläche ideale Verhältnisse für Schmutzablagerungen.
[0004] Ein besonders gravierendes Problem stellt die Empfindlichkeit von Banknotenpapier,
und ganz allgemein von Papier, für Öl und Wasser dar. Aufgrund der fehlenden Öl und
Wasser abweisenden Eigenschaften von unbehandeltem Papier dringen Öl und Wasser rasch
in das Material ein. Wasser weicht das Papier auf und verringert dadurch seine mechanische
Stabilität, kann zu Oberflächenabrieb oder Reißen der nassen Stellen führen. Verschmutzungen
durch Fette und Öle haben den zusätzlichen Nachteil, dass sie im Papier hässliche
"Fettflecke" bilden, die praktisch unentfernbar sind. Die Affinität der lipophilen
Stoffe zum Papier wird durch die Ausstattung des Papiers mit Masseleimen (Harzleime,
AKD-Leime) noch erhöht.
[0005] Man ist daher bestrebt, Sicherheitspapier, und insbesondere das stark beanspruchte
Banknotenpapier, gegen Verschmutzungen jeglicher Art zu schützen, um dadurch die Umlaufdauer
zu erhöhen.
[0006] In der
AU-PS 488652 wurde daher bereits vorgeschlagen, Banknoten vollständig aus einem Kunststoffsubstrat
zu fertigen. Allerdings muss in diesem Fall auf die üblichen und bewährten Sicherheitselemente,
wie Portrait-Wasserzeichen und Fenstersicherheitsfaden, verzichtet werden, ebenso
wie auf die besonderen Eigenschaften, wie Klang und Griffigkeit des Banknotenpapiers.
Auch die im Banknotenbereich übliche Bedruckung im Stahltiefdruck, der aufgrund des
durch den Farbauftrag entstehenden Reliefs als zusätzliches taktiles Echtheitskennzeichen
dient, führt auf Kunststoffsubstraten lediglich zu einem flachen, kaum spürbaren Relief.
[0007] Aus der
WO 96/28610 ist ein Verfahren zur Herstellung von Sicherheitspapier bekannt, bei dem das Papier
beleimt und anschließend auf mindestens einer Seite mit einer Beschichtung versehen
wird, die dem Papier Eigenschaften verleiht wie eine verbesserte Beständigkeit gegen
Verschmutzen, gute Hafteigenschaften für Druckfarbe, keine wesentliche Beeinflussung
des "Griffs" des Papiers, Beständigkeit gegen Aufnahme optischer Aufheller, und gute
Sichtbarkeit von Sicherheitsmerkmalen wegen der Transparenz der Beschichtung. Die
Beschichtung basiert auf Polyurethan. In dem Polyurethan können Extender enthalten
sein, beispielsweise Polyacrylat, Styrol-AcrylCopolymere, acryliertes Vinylacetat,
Vinylchlorid-Ethylen-Copolymere oder Vinylacetat-Copolymere.
[0008] Aus
EP 1 099 024 B1 ist ein Sicherheitspapier bekannt, das auf mindestens einer Oberfläche mit einer
Beschichtung versehen ist, die aus einer Zusammensetzung besteht, die ein Acrylatsystem
als ausschließliches Bindemittel und keine Füllstoffe enthält. Die Beschichtung macht
das Sicherheitspapier Schmutz abweisend und erhöht dadurch die Gebrauchslebensdauer
des Sicherheitspapiers, bzw. die Umlaufdauer einer Banknote, wobei die Beschichtung
die typischen Eigenschaften des Sicherheitspapiers, wie "Griff", Bedruckbarkeit, Klang,
Farbe, nicht oder jedenfalls nicht merklich verändert.
[0009] US-A-5 660 919 offenbart eine Beschichtung für Sicherheitspapier wie Banknoten, die gute Bedruckbarkeitseigenschaften
aufweist und die Verschleißfestigkeit erhöht. Die Beschichtung besteht aus mindestens
einem Polyurethan-Bindemittel und mindestens einem Füllstoff.
[0010] Gegen lipophile Stoffe sind die genannten Beschichtungen allerdings nur begrenzt
wirksam. Außerdem kommt es bei der Benutzung von Sicherheitspapieren oder Banknoten
häufig zu unbeabsichtigten Zerstörungen der schützenden Beschichtung, beispielsweise
durch Knicken. An den Knickstellen können sich Fette und Öle anlagern und in das nun
"offene" Material eindringen.
[0011] Verbindungen, die Fluorkohlenstoff-Abschnitte und/ oder -Gruppen enthalten, sind
dafür bekannt, Öl abweisende und Fett abweisende Eigenschaften zu verleihen. Der Grund
dafür ist, dass perfluorierte Verbindungen sehr niedrige freie Oberflächenenergien
haben. Andere Materialien mit niedriger Oberflächenenergie wie Fette und Öle werden
daher gut von ihnen abgestoßen. Der Schutz gegen wässerige Verschmutzungen ist allgemein
weniger gut.
[0012] WO 03/087471 A1 offenbart ein wasserdispergierbares Leimungsmittel für Cellulosematerialien, das
Wiederholungseinheiten aufweist, die aus einem Polyamin mit mindestens drei Stickstoffatomen
in jeder Monomereinheit bestehen, wobei die Aminogruppen teilweise oder vollständig
substituiert sind mit einer Gruppe, die mit Cellulose reaktionsfähig ist, und mit
einer oleophoben und hydrophoben fluorierten Gruppe. Eine Eignung der Leimungsmittel
für Sicherheitspapiere wie Banknotenpapier, das bevorzugt aus Baumwollfasern besteht,
ist nicht offenbart. Durch die Reaktion der mit Cellulose reaktionsfähigen Gruppen
und dem Papier besteht auch die Gefahr der Eigenschaftsveränderung des Papiers, beispielsweise
der Änderung des "Griffs" des Papiers.
[0013] WO 00/43438 offenbart perfluoralkyl substituierte Polyaminosäuren, die aus Oligomeren/ Copolymeren
aliphatischer, Diaminocarbonsäuren bestehen, und die 3 - 10 Kohlenstoffatome aufweisen
und mindestens zwei Perfluoralkylgruppen, die über eine verbindende Gruppe an die
Stickstoffatome gebunden sind, enthalten.
[0014] Die bisher bekannten Papierbeschichtungsmittel sind entweder nicht zufrieden stellend
hinsichtlich ihrer Schutzwirkung gegen Fette, Öle und/oder Wasser, oder sie sind eher
für Materialien wie Textilien, Teppiche, Pappen, Verpackungen für fette Nahrungsmittel,
allenfalls zur Beschichtung von normalem Druckpapier geeignet. Perfluorierte Verbindungen,
die zur Beschichtung von Sicherheitspapieren geeignet sind, bei denen es darauf ankommt,
dass dessen typische Eigenschaften wie Griff, Klang, Farbe, etc. unverändert bleiben,
wurden bisher nicht offenbart.
[0015] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Sicherheitspapier bereitzustellen,
das verbesserte Schmutz abweisende Eigenschaften und, daraus resultierend, eine hohe
Gebrauchsdauer besitzt, wobei die sicherheitspapiertypischen Eigenschaften erhalten
bleiben.
[0016] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es insbesondere, ein Sicherheitspapier bereitzustellen,
das eine gute Beständigkeit gegen Verschmutzung durch Fette, Öle und Wasser, und gegen
Verschmutzung durch Fette, Öle und/oder Wasser enthaltende Stoffe aufweist.
[0017] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es auch, ein Wertdokument bereitzustellen,
das ein derartiges Sicherheitselement aufweist, sowie Verfahren zur Herstellung des
Sicherheitspapiers bereitzustellen.
[0018] Die Lösung dieser Aufgaben ergibt sich aus den unabhängigen Ansprüchen. Weiterbildungen
der Erfindung werden in den abhängigen Ansprüchen beansprucht.
[0019] Erfindungsgemäß kommen zum Schutz von Banknoten und anderen Sicherheitspapieren gegen
lipophile und wässerige Substanzen Fluorcarbon-Harze, oberflächenaktive fluoraliphatische
polymere Ester und fluorhaltige Copolymere auf Acrylatbasis zum Einsatz.
[0020] Bei den Fluorcarbon-Harzen handelt es sich um perfluorierte, alkylsubstituierte,
d. h. perfluoralkyl-substituierte, Carbonsäuren oder deren Salze, bevorzugt um aliphatische
N,N-di-perfluoralkylsubstituierte Monoamino-monocarbonsäuren, oder deren Salze.
[0021] Als einfacher Vertreter ist Carbamidsäure zu nennen, wobei sich Fluorcarbon-Harze
der folgenden Struktur I ergeben:

[0022] M ist Wasserstoff oder ein zum Ladungsausgleich geeignetes Kation.
[0023] Wenn im Folgenden von Säuren die Rede ist, gilt stets dasselbe auch für deren Salze.
[0024] Alternativ eignen sich erfindungsgemäß ebenso Verbindungen der folgenden Struktur
II:

[0025] Die Perfluoralkyl-Gruppen sind linear oder verzweigt, bevorzugt linear.
[0026] Die Anzahl der Kohlenstoffatome der Perfluoralkyl-Gruppen, in den Strukturen I und
II ausgedrückt durch m und n, beträgt bevorzugt 1 bis 16, besonders bevorzugt 6 bis
12. Die an einem Stickstoffatom gebundenen Perfluoralkyl-Gruppen können gleich oder
verschieden sein. Bevorzugt gilt m = n.
[0027] Die perfluoralkyl-substituierten Monoamino-monocarbonsäuren können ein definiertes
Molekulargewicht besitzen, weisen aber meist eine mehr oder weniger breite Verteilung
der Molmasse auf, d. h., bei den Fluorcarbon-Harzen handelt es sich um Gemische von
Verbindungen mit unterschiedlichen Perfluoralkyl-Gruppen.
[0028] Bevorzugt sind Mischungen aus Verbindungen der Struktur I. Besonders bevorzug ist
eine Mischung aus
1 - 3 Gew. % der Verbindung der Struktur I mit m = n = 6,
50 - 70 Gew. % der Verbindung der Struktur I mit m = n = 8,
20 - 40 Gew. % der Verbindung der Struktur I mit m = n = 10 und
10 - 20 Gew. % der Verbindung der Struktur I mit m = n = 12.
[0029] Ganz besonders bevorzug ist eine Mischung aus
2 Gew. % der Verbindung der Struktur I mit m = n = 6,
57 Gew. % der Verbindung der Struktur I mit m = n = 8,
27 Gew. % der Verbindung der Struktur I mit m = n =10 und
14 Gew. % der Verbindung der Struktur I mit m = n =12.
[0030] Liegen die Fluorcarbon-Harze in Form ihrer Salze vor, ist das zum Ladungsausgleich
erforderliche Kation bevorzugt Ammonium, ein Alkalimetall, bevorzugt Lithium, Natrium,
Kalium, oder ein Erdalkalimetall, bevorzugt Magnesium, Calcium, oder Aluminium.
[0031] Die erfindungsgemäßen N, N-di-perfluoralkyl-substituierten Monoamino-monocarbonsäuren
werden entweder als Verbindungen mit definiertem Molekulargewicht oder als Gemisch
von Verbindungen mit unterschiedlichen Molekulargewichten oder als Gemisch von Verbindungen
verschiedenen Strukturtyps verwendet.
[0032] Ferner können die N, N-di-perfluoralkyl-substituierten Monoamino-monocarbonsäuren
auch in polymerisierter Form vorliegen. Weitere Substanzklassen, die erfindungsgemäß
zum Schutz gegen lipophile Substanzen und wässerige Substanzen eingesetzt werden,
sind oberflächenaktive fluoraliphatische polymere Ester und fluorhaltige Copolymere
auf Acrylatbasis. Das Sicherheitspapier wird mit mindestens einer Verbindung aus mindestens
einer der Substanzklassen Fluorcarbon-Harze, oberflächenaktive fluoraliphatische polymere
Ester und fluorhaltige Copolymere auf Acrylatbasis ausgestattet.
[0033] Im Folgenden wird die Erfindung anhand der Fluorcarbon-Harze erläutert. Das für die
Fluorcarbon-Harze Dargelegte gilt in gleicher Weise für die oberflächenaktiven fluoraliphatischen
polymeren Ester und die fluorhaltigen Copolymere auf Acrylatbasis.
[0034] Die Fluorcarbon-Harze sind geeignet zur Imprägnierung geleimter und ungeleimter Substrate.
Unter Imprägnierung wird im Sinne der Erfindung nicht nur das Eindringen bzw. Durchtränken
des Substrates verstanden, sondern auch nur ein Beschichten des Substrates. Ob ein
Harz als Beschichtung vorliegt und/ oder in das Substrat eindringt, hängt von der
Art des Harzes und des Substrates ab und kann nach Bedarf gesteuert werden. Fluorcarbon-Harze
können auch zusammen, d. h. im Gemisch, mit einem Leimungsmittel verwendet werden.
[0035] Nach der Imprägnierung mit Fluorcarbon-Harz können weitere Beschichtungen aufgebracht
werden, beispielsweise Schmutz abweisende Beschichtungen, wie sie in
EP 1 099 024 B1 offenbart sind, die ein Acrylatsystem als ausschließliches Bindemittel und keine
Füllstoffe enthalten. Andere Schmutz abweisende Beschichtungen, die zusätzlich aufgebracht
werden können, sind die in
WO 96/28610 offenbarten Polyurethan-Beschichtungen. Die zusätzlichen Beschichtungen sind jedoch
nicht auf die oben genannten beschränkt.
[0036] Alternativ kann die Aufbringung des weiteren Beschichtungsmittels auch gleichzeitig
mit der Ausstattung mit dem Fluorcarbon-Harz erfolgen. Als weitere Alternative wird
zuerst das weitere Beschichtungsmittel aufgebracht und dann mit dem Fluorcarbon-Harz
imprägniert.
[0037] Nach der Ausstattung des Sicherheitspapiers mit dem Fluorcarbon-Harz und gegebenenfalls
Leimungsmitteln und gegebenenfalls weiteren Beschichtungsmitteln kann das Sicherheitspapier
in der üblichen Weise bedruckt werden. Im Allgemeinen treten beim Bedrucken des mit
Fluorcarbon-Harz imprägnierten Papiers trotz der starken Reduktion der Oberflächenenergie
durch die Fluorcarbon-Harze keine Benetzungsstörungen und keine Störung der Haftfähigkeit
der Druckfarben auf. Um derartige Störungen mit Sicherheit auszuschließen, kann man
die oben erwähnte zweistufige Applikation wählen, bei der zuerst mit Fluorcarbon-Harz
imprägniert und anschließend mit einer gut bedruckbaren Zusammensetzung beschichtet
wird, beispielsweise mit der Acrylatbeschichtung gemäß
EP 1099 024 oder mit der Polyurethanbeschichtung gemäß
WO 96/28610.
[0038] Alternativ wird das Sicherheitspapier, mit oder ohne Schmutz abweisende Beschichtung,
zuerst bedruckt und dann mit dem Fluorcarbon-Harz imprägniert. Auch bei der Imprägnierung
des bedruckten Sicherheitspapiers kann das Fluorcarbon-Harz alleine oder in Kombination
mit anderen Beschichtungsmitteln angewendet werden. Beispielsweise wird das bedruckte
Sicherheitspapier zuerst mit einer Acrylat-Beschichtung oder einer anderen für die
Überlackierung bedruckter Sicherheitspapiere wie Banknoten üblichen Formulierung (wie
z.B. in der
WO 00/00697) ausgestattet, und anschließend das Fluorcarbon-Harz appliziert.
[0039] Die erfindungsgemäß verwendeten Substanzklassen Fluorcarbon-Harze und/ oder oberflächenaktive,
fluoraliphatische polymere Ester und/ oder fluorhaltige Copolymere auf Acrylatbasis
werden vorzugsweise in Form ihrer wässerigen Dispersionen eingesetzt. Die fluorhaltigen
Copolymere auf Acrylatbasis bilden meist Emulsionen. Denkbar sind auch lösemittelhaltige
Systeme.
[0040] Die wässerigen Fluorcarbon-Harz-Dispersionen zur Applikation weisen einen Feststoffgehalt
von 15 bis 22 Gew. %, bevorzugt von 18 bis 19 Gew.%, auf.
[0041] Werden die Fluorcarbon-Harze in Kombination mit weiteren Schmutz abweisenden Komponenten
eingesetzt, ist es bevorzugt, die Fluorcarbon-Harz-Dispersion einer Dispersion der
weiteren Komponente zuzumischen. Die Mischungsverhältnisse können dabei in einem sehr
breiten Bereich variieren. Bei Acrylaten, Styrolacrylaten oder Polyurethanen als weitere
Schmutz abweisende Komponenten beträgt das Mischungsverhältnis von Fluorcarbon-Harz/weitere
Komponenten (gewichtsmäßig) bevorzugt mindestens 1/25, besonders bevorzugt von 1/5
bis 1/20.
[0042] Der Feststoffgehalt der Mischdispersionen beträgt bevorzugt 30 - 50 %.
[0043] Analoges gilt für die oberflächenaktiven fluoraliphatischen polymeren Ester und die
fluorhaltigen Copolymere auf Acrylatbasis. Werden die Fluorcarbonharze, die oberflächenaktiven
fluoraliphatischen polymeren Ester und die fluorhaltigen Copolymere auf Acrylatbasis
im Gemisch und zusammen mit einem weiteren Beschichtungsmittel verwendet, so gelten
die oben für das Fluorcarbon-Harz alleine angegebenen Mischungsverhältnisse mit der
weiteren Beschichtungskomponente für die Summe von Fluorcarbon-Harz, oberflächenaktivem
fluoraliphatischen polymeren Ester und fluorhaltiger Copolymerverbindung auf Acrylatbasis.
[0044] Die Auftragung der Fluorcarbon-Harze auf das Papier wird bevorzugt beidseitig vorgenommen,
aber auch ein einseitiger Auftrag ist möglich. Die Auftragsmenge von Fluorcarbon-Harz
(trocken) je Seite beträgt bevorzugt 1,0 bis 4,0 g/m
2, besonders bevorzugt 2,0 bis 3,5 g/m
2. Der Festkörper des Fluorcarbon-Harzes beträgt bevorzugt 0,5 % bezogen auf die Papiermasse
(g/m
2).
[0045] Die Auftragung der Fluorcarbon-Harze erfolgt auf das fertige unbedruckte oder bedruckte
Sicherheitspapier, oder auch im Wet-End-Bereich der Papiermaschine, oder im Tauchbad
oder der Leimpresse der Papiermaschine.
[0046] Bei allen Auftragungsarten kann das Fluorcarbon-Harz zusammen mit weiteren Beschichtungsmitteln
verwendet werden, wobei die Fluorcarbon-Harz-Dispersionen den Dispersionen der weiteren
Beschichtungsmittel zugemischt werden können, oder wobei die Fluorcarbon-Harz-Dispersionen
und die Dispersionen der weiteren Beschichtungsmittel separat aufgetragen werden können.
Bei separater Auftragung ist eine Zwischentrocknung empfehlenswert.
[0047] Die Dispersionen können auch in verschiedenen Stadien des Sicherheitspapier-Herstellungsprozesses
appliziert werden, beispielsweise kann eine Beschichtung mit Styrolacrylat in der
Leimpresse erfolgen, während die Imprägnierung mit Fluorcarbon-Harz nach dem Bedrucken
stattfindet.
[0048] Auch Mehrfachimprägnierungen sind möglich, beispielsweise eine Imprägnierung mit
Fluorcarbon-Harz im Wet-End-Bereich der Papiermaschine, dann eine Beschichtung mit
weiterem Beschichtungsmittel in der Leimpresse, gefolgt vom Bedrucken des Sicherheitspapiers,
schließlich eine erneute Applikation eines Fluorcarbon-Harzes, gegebenenfalls im Gemisch
mit einem weiteren Beschichtungsmittel. Eine derartige Kombination garantiert hervorragenden
Schutz gegen Verschmutzungen aller Art, insbesondere lipophile Substanzen, bei gleichzeitiger
ausgezeichneter Bedruckbarkeit.
[0049] Beim Einsatz der Fluorcarbon-Harz-Dispersionen im Wet-End-Bereich der Papiermaschine
empfiehlt sich die Mitverwendung von bei der Papierherstellung üblichen Retentionshilfsmitteln,
wie z. B. Aluminium-Salzen, in den üblichen Mengen.
[0050] Im Folgenden werden einige bevorzugte Auftragungsarten der Fluorcarbon-Harz-Dispersionen
genannt, die jedoch nicht als beschränkend zu verstehen sind:
Im Wet-End-Bereich der Papiermaschine erfolgt der Einsatz der Fluorcarbon-Harz-Dispersionen
in verdünnter Form (vorzugsweise ~ 0,5 % Festkörper bezogen auf Papiermasse) zusammen
mit Retentionshilfsmitteln oder zusammen mit Retentionshilfsmitteln und zusammen mit
Leimungsmitteln.
[0051] In der Leimpresse wird das ungeleimte oder geleimte oder gegebenenfalls in anderer
Weise vorbehandelte Sicherheitspapier mit verdünnten (vorzugsweise ~ 0,5 % Festkörper
bezogen auf Papiermasse) wässerigen Dispersionen von Fluorcarbon-Harzen imprägniert.
Die Fluorcarbon-Harz-Dispersion kann auch der Dispersion eines weiteren Beschichtungsmittels
zugemischt werden, oder es wird nach der Imprägnierung mit dem Fluorcarbon-Harz in
einem zweiten Schritt die Beschichtung mit dem weiteren Beschichtungsmittel vorgenommen.
Zwischen den Applikationsschritten ist eine Trocknung empfehlenswert. Weitere Beschichtungen
können Off-line vorgenommen werden.
[0052] Bei der Off-line-Beschichtung des Sicherheitspapiers mit Fluorcarbon-Harzen, beispielsweise
im Flexodruckverfahren, werden wässerige verdünnte Fluorcarbon-Harz-Dispersionen alleine
oder zusammen mit einer Dispersion eines weiteren Beschichtungsmittels eingesetzt.
Auch eine stufenweise Applikation eines Beschichtungsmittels, gefolgt von Applikation
einer Fluorcarbon-Harz-Dispersion, ist vorteilhaft.
[0053] Zur Beschichtung von bedruckten Sicherheitspapieren kann die Fluorcarbon-Harz-Dispersion
Beschichtungsmitteln zugesetzt werden, wie sie üblicherweise zur Ablackierung bereits
bedruckter Papiersubstrate, z. B. Banknotensubstrate, eingesetzt werden und beispielsweise
in der
WO 00/00697 beschrieben sind. Alternativ kann eine verdünnte Fluorcarbon-Harz-Dispersion alleine
angewendet werden, oder es kann eine stufenweise Applikation eines Beschichtungsmittels
und anschließend einer Fluorcarbon-Harz-Dispersion durchgeführt werden.
[0054] Bei den zusätzlichen Beschichtungsmitteln, denen die Fluorcarbon-Harze zugemischt
werden, oder die zusätzlich zu den Fluorcarbon-Harzen separat aufgetragen werden,
handelt es sich bevorzugt um Acrylat-Systeme, wie sie in
EP 1099 024 offenbart sind, d. h. um Acrylat-Homopolymere und/oder - Copolymere und/oder Polymer-Blends.
Bevorzugt sind Styrol-Acrylate. Vorteilhafte zusätzliche Beschichtungsmittel sind
auch Polyurethan-Systeme. Die Beschichtungsmittel können weitere Zusatzstoffe, beispielsweise
Extender, in Mengen enthalten, die die Eigenschaften der Beschichtung nicht stören.
[0055] Die Erfindung wird im Folgenden anhand nicht beschränkender Beispiele näher erläutert.
Beispiel 1:
[0056] Eine wässerige Dispersion eines Fluorcarbon-Harzes (Ciba Lodyne 2000; Fa. Ciba) wird
einer wässerigen Dispersion eines Styrol-Acrylat-Lacks (Primal P-322 AF, Festkörpergehalt
50 %; Fa. Rohm und Haas) zugemischt. Das Mischungsverhältnis Fluorcarbon-Harz/Styrol-Acrylat-Lack
beträgt 2/25. Die gemischte Dispersion wird im Flexodruckverfahren beidseitig auf
ein Standard-Baumwoll-Substrat mit Polyvinylalkohol-Leimung aufgetragen. Die Auftragsmenge
beträgt ca. 2,5 g/m
2 (trocken) pro Seite. Anschließend wird das Baumwollsubstrat getrocknet und den üblichen
Banknoten-Druckvorgängen unterzogen.
Beispiel 2:
[0057] Ein Standard-Baumwoll-Substrat mit Polyvinylalkohol-Leimung wird den üblichen Banknoten-Druckprozessen
(Untergrund-, Intaglio-Druck, Zifferung, etc.) unterzogen. Abschließend wird folgendes
Finish vorgenommen:
Eine wässerige Dispersion eines Fluorcarbon-Harzes (Ciba Lodyne 2010; Fa. Ciba) wird
einer wässerigen Dispersion eines Styrolacrylat-Lacks (Acronal DS 2375, Festkörpergehalt
ca. 40 %; Fa. BASF) zugemischt. Das Mischungsverhältnis Fluorcarbon-Harz/Styrolacrylat-Lack
beträgt 1/25 (gewichtsmäßig). Die gemischte Dispersion wird im Flexodruckverfahren
beidseitig auf das Baumwollsubstrat aufgetragen. Die Auftragsmenge beträgt 3,0 g/m2 (trocken) pro Seite. Abschließend wird das beschichtete Substrat getrocknet.
Anstelle des Baumwollsubstrats mit Polyvinylalkohol-Leimung kann auch ein Baumwollsubstrat
mit Styrolacrylat-Beschichtung oder ein Baumwoll-substrat mit sowohl Polyvinylalkohol-Leimung
als auch Styrolacrylat-Beschichtung verwendet werden.
Beispiel 3:
[0058] Ein Standard-Baumwoll-Substrat mit abschließender Polyvinylalkohol-Leimung wird den
üblichen Banknoten-Druckprozessen (Untergrund-, Intaglio-Druck, Zifferung, etc.) unterzogen.
Abschließend wird folgendes Finish vorgenommen:
Eine wässerige Dispersion eines Styrolacrylat-Lacks wird im Flexodruckverfahren beidseitig
auf das Substrat aufgebracht. Die Auftragsmenge beträgt 2,5 g/m2 (trocken) je Seite. Anschließend wird das beschichtete Substrat einer Zwischentrocknung
unterzogen.
[0059] Eine wässerige Dispersion eines Fluorcarbon-Harzes (Ciba Lodyne 2000; Fa. Ciba) wird
nun im Flexodruckverfahren beidseitig auf das beschichtete Substrat aufgebracht. Die
Auftragsmenge beträgt 1,0 g/m
2 (trocken) je Seite. Abschließend wird das Substrat erneut getrocknet.
[0060] Anstelle des Baumwollsubstrats mit Polyvinylalkohol-Leimung kann auch ein Baumwollsubstrat
mit Styrolacrylat-Beschichtung oder ein Baumwoll-substrat, das sowohl eine Polyvinylalkohol-Leimung
als auch eine Styrol-acrylat-Beschichtung aufweist, verwendet werden.
[0061] Die erfindungsgemäß imprägnierten Baumwollsubstrate zeigen eine deutliche Reduktion
der Verschmutzungsneigung, insbesondere eine deutlich verringerte Tendenz zur Aufnahme
fettiger und öliger Stoffe ins Innere des Substrats. Dies gilt auch noch nach vielfachem
Knicken des Substrats. Der beobachtete Effekt ist im Wesentlichen auf die Reduktion
der Oberflächenenergie der imprägnierten Substrate durch die Fluorcarbon-Harze bedingt.
[0062] Die unterschiedliche Verschmutzung von Sicherheitspapieren, mit und ohne Fluorcarbon-Harz-Imprägnierung,
durch lipophile Substanzen zeigt der folgende Versuch:
Standard-Banknotenpapier, d. h. mit Polyvinylalkohol geleimtes Banknotenpapier, mit
Styrolacrylat beschichtetes Banknotenpapier sowie Banknotenpapier, das nach einer
Leimung mit Polyvinylalkohol mit Fluorcarbon-Harz imprägniert worden war, wurde jeweils
durch einen Tropfen Paraffinöl verschmutzt. Das Paraffinöl wurde auf die jeweiligen
Banknotenpapiere aufgetropft und nach 15 Sekunden mit einem saugfähigen Tuch entfernt.
Die Fläche, die unter dem Tropfen war, wurde sofort auf Verunreinigung untersucht.
[0063] Das Paraffinöl benetzt das Standard-Banknotenpapier und dringt in das Substrat ein.
Nach dem Entfernen des Tropfens Paraffinöl durch ein saugfähiges Tuch bleibt ein Ölfleck
zurück.
[0064] Bei dem mit Styrolacrylat beschichteten Banknotenpapier benetzt das Paraffinöl das
Banknotenpapier und dringt partiell, insbesondere an Knickstellen des Substrates,
in dieses ein. Auch hier bleibt jedoch nach dem Entfernen des Tropfens durch ein saugfähiges
Tuch ein deutlich sichtbarer Ölfleck zurück.
[0065] Bei dem erfindungsgemäß mit Fluorcarbon-Harz imprägnierten Banknotenpapier findet
keine Benetzung des Substrats mit Paraffinöl statt. Lipophile und hydrophile Flüssigkeiten
perlen von der Oberfläche des Banknotenpapiers ab. Das Paraffinöl lässt sich durch
ein saugfähiges Tuch weitgehend rückstandsfrei entfernen. Bei hydrophilen Flüssigkeiten
ist ein vergleichbares Verhalten zu beobachten.
[0066] Die erfindungsgemäße Applikation der Fluorcarbon-Harze verringert die Oberflächenenergie
der beschichteten Substrate und schafft außerdem eine glatte Oberfläche, so dass Verschmutzungen
abgestoßen werden und auch keinerlei mechanischen Halt an der Oberfläche finden. Die
Oberflächenenergie wird so erhöht, dass der Kontaktwinkel θ öliger Flüssigkeiten größer
90° (θ > 90°) beträgt. Die Eigenschaften des Papiers werden durch die Imprägnierung
nicht verändert, was auf dem Gebiet der Sicherheitspapiere von größter Bedeutung ist.
Sicherheitspapiere, insbesondere Banknoten, sind nicht nur an ihren Sicherheitsmerkmalen,
sondern in gewissem Umfang bereits durch ihr spezielles Papier als echt erkennbar.
Außerdem enthalten sie häufig Wasserzeichen und sonstige Prägungen, die durch schützende
Behandlungen des Papiers nicht verändert werden dürfen, um den Gesamteindruck nicht
zu stören.
[0067] Die Imprägnierungszusammensetzung kann nicht nur zum Schutz gegen lipophile und wässerige
Substanzen, sondern gleichzeitig zur Aufbringung von Sicherheitsmerkmalen verwendet
werden. Dazu bringt man in die Dispersion des Fluorcarbon-Harzes mindestens einen
Stoff mit einer visuell und/ oder maschinell nachweisbaren physikalischen Eigenschaft
ein, beispielsweise Lumineszenzstoffe. Derartige Stoffe sind dem Fachmann bekannt.
[0068] Zur Erzielung eines optimalen Schutzes werden bevorzugt beide Oberflächen des Papiersubstrats
vollflächig mit der wässerigen Dispersion des Fluorcarbon-Harzes imprägniert, aber
es ist auch möglich, die Imprägnierung nur auf einer Oberfläche und/oder nur in Teilbereichen
der Oberfläche vorzunehmen. Die nicht imprägnierten Bereiche können gegebenenfalls
auf andere Weise geschützt werden.
[0069] Die erfindungsgemäße Imprägnierung ist besonders gut für Papiersubstrate aus Fasern
von Einjahres-Pflanzen, insbesondere Baumwollfasern, wie sie auf dem Gebiet der Sicherheitspapiere
bevorzugt eingesetzt werden, geeignet. Die Anwendung ist jedoch nicht auf diese Fasern
beschränkt, und auch Papiere aus Cellulosefasern und Papiere, die zumindest teilweise
aus Kunststofffasern bestehen, können vorteilhaft imprägniert werden. Werden die erfindungsgemäßen
Sicherheitspapiere zur Herstellung von Ausweiskarten oder Pässen verwendet, kann gegebenenfalls
auf die übliche Laminierung mit Kunststofffolien verzichtet werden, da das Papier
durch die erfindungsgemäße Imprägnierung ausreichend gegen Verschmutzung geschützt
ist.
[0070] Die Imprägnierung mit Fluorcarbon-Harzen schützt das imprägnierte Papier nicht nur
gegen wässerige und ölige Verschmutzungen, sondern verleiht dem imprägnierten Papier
auch eine bessere allgemeine Feuchtigkeitsbeständigkeit, so dass das Papier bei hohen
Luftfeuchtigkeiten, z. B. in Tropengebieten, weniger zum "lappig werden" neigt. Wenn
eine Verbesserung der Klimaempfindlichkeit gewünscht wird, ist es empfehlenswert,
die Imprägnierung zusammen mit oder anstelle einer Leimung im Wet-End-Bereich der
Papiermaschine vorzunehmen. Dadurch wird auch die mechanische Belastbarkeit des Papiers
verbessert.
[0071] Der überragende Effekt der Imprägnierung mit Fluorcarbon-Harzen besteht jedoch in
der Reduktion der Oberflächenenergie des imprägnierten Sicherheitspapiers, die wiederum
zu einer Verringerung der Verschmutzungsneigung führt. Insbesondere ist das imprägnierte
Papier gleichzeitig hervorragend gegen ölige und wässerige Verschmutzungen geschützt,
so dass das Sicherheitspapier deutlich länger benutzt werden kann als ohne die erfindungsgemäße
Imprägnierung. Der beste Schutz wird erzielt, wenn die erfindungsgemäße Imprägnierung
als Oberflächen-Finish vorgesehen wird.
1. Sicherheitspapier zur Herstellung von Wertdokumenten, wie Banknoten, Pässen, Ausweiskarten
oder dergleichen, das zumindest teilweise und zumindest an einer Oberfläche mit einer
Imprägnierungszusammensetzung behandelt ist, die eine erhöhte Umlauffähigkeit gewährleistet,
wobei die Imprägnierungszusammensetzung mindestens eine Verbindung aufweist, die ausgewählt
ist aus der Gruppe, die aus Fluorcarbon-Harzen, oberflächenaktiven, fluoraliphatischen
polymeren Estern, und fluorhaltigen Copolymeren auf Acrylatbasis besteht.
2. Sicherheitspapier nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Fluorcarbon-Harz eine perfluoralkyl-substituierte Monoamino-monocarbonsäure oder
ein Salz davon ist.
3. Sicherheitspapier nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die perfluoralkyl-substituierte Monoamino-monocarbonsäure oder das Salz davon die
Formel I aufweist

oder die Formel

wobei in Formel I und II die Perfluoralkyl-Gruppen linear oder verzweigt sind,
m und n ganze Zahlen sind, die gleich oder verschieden sind und 1 ≤ m ≤ 16 und 1 ≤
n ≤ 16 ist, und M ausgewählt ist aus der Gruppe, die aus Wasserstoff, Ammonium, den
Alkalimetallen und den Erdalkalimetallen besteht, und wobei M in dem zum Ladungsausgleich
erforderlichen Verhältnis zum Carboxylat vorliegt.
4. Sicherheitspapier nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Imprägnierungszusammensetzung mindestens eine weitere Komponente aufweist, die
ausgewählt ist aus der Gruppe, die aus Acrylat-Homopolymeren, Acrylat-Copolymeren,
bevorzugt Styrol-Acrylat, Acrylat-Polymer-Blends, und Polyurethanen besteht.
5. Sicherheitspapier nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Fluorcarbon-Harz und/oder der oberflächenaktive fluoraliphatische polymere Ester
und/oder die fluorhaltigen Copolymere auf Acrylatbasis und die weitere Komponente
in einem Gewichtsverhältnis von 1/5 bis 1/20 vorliegen.
6. Sicherheitspapier nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Imprägnierungszusamensetzung außerdem mindestens ein Leimungsmittel aufweist.
7. Sicherheitspapier nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitspapier außerdem wenigstens auf einer seiner Oberflächen und wenigstens
teilweise mit einer Beschichtung versehen ist, wobei die Beschichtung aus einer Zusammensetzung
besteht, die mindestens eine Komponente aufweist, die ausgewählt ist aus der Gruppe,
die aus Acrylat-Homopolymeren, Acrylat-Copolymeren, bevorzugt Styrol-Acrylat, Acrylat-Polymer-Blends,
und Polyurethanen besteht.
8. Sicherheitspapier nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitspapier aus Fasern von Einjahres-Pflanzen, bevorzugt Baumwollfasern,
besteht.
9. Sicherheitspapier nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitspapier zumindest teilweise aus Kunststofffasern, bevorzugt Polyamid-Fasern
oder Polyester-Fasern, besteht.
10. Sicherheitspapier nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitspapier ein bedrucktes Papier ist, wobei die Imprägnierung über dem
Druck als Finish vorgesehen ist.
11. Sicherheitspapier nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Zusammensetzungen Imprägnierungszusammensetzung und Beschichtungszusammensetzung
mindestens einen Stoff mit einer visuell und/ oder maschinell nachweisbaren Eigenschaft
für Sicherheitsmerkmale enthält.
12. Sicherheitspapier nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass es auf beiden Seiten vollflächig mit der Imprägnierungszusammensetzung imprägniert
ist.
13. Wertdokument, wie eine Banknote, ein Scheck, eine Ausweiskarte oder dergleichen, dadurch gekennzeichnet, dass das Wertdokument ein Sicherheitspapier gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12 aufweist.
14. Verfahren zur Herstellung eines Sicherheitspapiers nach einem der Ansprüche 1 bis
12, dadurch gekennzeichnet, dass in einer Papiermaschine eine Papierschicht hergestellt wird und das Papier mindestens
an einer Oberfläche mindestens teilweise mit einer Imprägnierungszusammensetzung imprägniert
wird, wobei die Imprägnierungszusammensetzung mindestens eine Verbindung aufweist,
die ausgewählt ist aus der Gruppe, die aus Fluorcarbon-Harzen und oberflächenaktiven,
fluoraliphatischen polymeren Estern und fluorhaltigen Copolymeren auf Acrylatbasis
besteht.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass als Imprägnierungszusammensetzung eine wässerige Dispersion der mindestens einen
Verbindung mit einem Feststoffgehalt von 15 bis 22 Gew. % verwendet wird.
16. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass außerdem eine Beschichtungszusammensetzung aufgebracht wird, die mindestens eine
Komponente aufweist, die ausgewählt wird aus der Gruppe, die aus Acrylat-Homopolymeren,
Acrylat-Copolymeren, bevorzugt Styrol-Acrylat, Acrylatpolymer-Blends, und Polyurethanen,
besteht.
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass als Beschichtungszusammensetzung eine wässerige Dispersion der mindestens einen Komponente
mit einem Feststoffgehalt von 30 bis 50 Gew. % verwendet wird.
18. Verfahren nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass die wässerige Dispersion der Imprägnierungszusammensetzung und die wässerige Dispersion
der Beschichtungszusammensetzung gemischt werden, wobei das Gewichtsverhältnis der
Verbindungen der Imprägnierungszusammensetzung zu den Komponenten der Beschichtungszusammensetzung
1/5 bis 1/20 beträgt.
19. Verfahren nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Imprägnierungszusammensetzung und die Beschichtungszusammensetzung in getrennten
Schritten auf das Sicherheitspapier aufgebracht werden.
20. Verfahren nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitspapier zuerst mit der Beschichtungszusammensetzung beschichtet wird
und in einem weiteren Schritt mit der Imprägnierungszusammensetzung oder einem Gemisch
aus der Imprägnierungszusammensetzung und der Beschichtungszusammensetzung imprägniert
wird.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Imprägnierung im Wet-End-Bereich einer Papiermaschine vorgenommen wird.
22. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Imprägnierung in der Leimpresse oder im Tauchbad einer Papiermaschine vorgenommen
wird.
23. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Imprägnierung Off-line mittels eines Druckverfahrens vorgenommen wird.
24. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Imprägnierung an einem bedruckten Papier zur Bildung eines schützenden Oberflächen-Finish
durchgeführt wird.
25. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass das Papier vor der Imprägnierung geleimt wird und/oder mit einer Beschichtungszusammensetzung
beschichtet wird, die mindestens eine Komponente aufweist, die ausgewählt ist aus
der Gruppe, die aus Acrylat-Homopolymeren, Acrylat-Copolymeren, bevorzugt Styrol-Acrylat,
Acrylat-Polymer-Blends, und Polyurethanen besteht.