Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Hochwasserbarriere, um bei Hochwasser Wandöffnungen an
Bauwerken soweit verschliessen zu können, dass das Innere des Bauwerks vor dem Eindringen
von Wasser geschützt ist.
Stand der Technik
[0002] Um Menschen und Sachgüter in Gebäuden vor Hochwasser zu schützen, ist es erforderlich,
das Gebäude gegen Hochwasser zu sichern.
[0003] Aus der
DE 195 12 014 A1 ist eine Hochwasserschutzvorrichtung für eine Gebäudeöffnung, wie beispielsweise
ein Fenster oder eine Türe bekannt. Diese umfasst ein äusseres Rahmenteil mit einem
umlaufenden Moosgummiband und einen inneren Rahmenbereich mit einem umlaufenden Druckluftschlauch.
Im Falle einer Hochwassergefahr wird die Hochwasserschutzvorrichtung vor die Gebäudeöffnung
gesetzt. Die Befestigung und Abdichtung folgt über das Aufpumpen des Druckluftschlauchs.
Der Druckluftschlauch presst dabei die Vorrichtung an die Innenseite des Mauerwerks
der Gebäudeöffnung. Diese Ausführungsform hat jedoch unter anderem den Nachteil, dass
insbesondere in den Ecken der Gebäudeöffnung keine ausreichende Dichtigkeit gewährleistet
werden kann. Dadurch kann das Wasser über die Ecken ins Innere des Gebäudes eintreten.
Ein weiterer Nachteil bei dieser Lösung besteht darin, dass zum Abdichten der Gebäudeöffnung
zwei hintereinander angeordnete Dichtungen, nämlich erstens das umlaufende Moosgummiband
und zweitens der umlaufende Druckluftschlauch erforderlich sind. Schliesslich besteht
ein weiterer Nachteil bei dieser Ausführungsform darin, dass diese nur verwendet werden
kann, wenn durch sie die gesamte Gebäudeöffnung abgedeckt werden soll.
Darstellung der Erfindung
[0004] Eine Aufgabe der Erfindung ist es eine Hochwasserbarriere anzugeben, die einfach
und schnell in einer Wandöffnung montierbar ist und bei der keine oder nur unwesentliche
Massnahmen an der Wand erforderlich sind, um die Hochwasserbarriere montieren zu können.
[0005] Die Aufgabe wird durch eine Hochwasserbarriere mit den Merkmalen gemäss Patentanspruch
1 gelöst.
[0006] Die erfindungsgemässe Hochwasserbarriere weist eine Innenwand und eine Aussenwand
auf, zwischen denen eine elastische Dichtung angeordnet ist. Des Weiteren ist ein
elastisches keilförmiges Dichtelement vorgesehen, das in einer Ecke der Hochwasserbarriere
zwischen der Innenwand und der Aussenwand beweglich angeordnet und durch die Dichtung
nach aussen drückbar ist.
[0007] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den in den abhängigen
Patentansprüchen angegebenen Merkmalen.
[0008] Bei einer ersten Ausführungsform der Erfindung ist das Dichtelement als füllbarer
Schlauch ausgebildet. Dies hat den Vorteil, dass damit auch gleichzeitig eine kraftschlüssige
Verbindung zwischen der Hochwasserbarriere und der Mauerwerksöffnung, die es abzudichten
gilt, geschaffen werden kann.
[0009] Bei einer zweiten Ausführungsform der erfindungsgemässen Hochwasserbarriere ist ein
Führungsprofil vorgesehen, um die Dichtung zu führen.
[0010] Bei einer dritten Ausführungsform der erfindungsgemässen Hochwasserbarriere sind
ein Schlitz und ein im Schlitz angeordneter Stift vorgesehen, um den Keil zu führen.
[0011] Bei einer zusätzlichen Weiterbildung der erfindungsgemässen Hochwasserbarriere weist
der Keil einen Schlitz auf. Zudem sind auf der Innen- und/oder der Aussenwand der
Hochwasserbarriere ein oder mehrere Stifte vorgesehen, die zusammen mit dem Schlitz
eine Führung für den Keil bilden. Auf diese Art und Weise kann der Keil einfach und
leicht geführt werden, so dass er sich optimal an die Ecke der Gebäudeaussparung anpassen
kann.
[0012] Zudem ist es von Vorteil, wenn die erfindungsgemässe Hochwasserbarriere so ausgebildet
ist, dass der Keil auf der Seite, die der Dichtung zugewandt ist, gekrümmt ist. Dadurch
lässt sich die von der Dichtung auf den Keil ausgeübte Kraft optimal ausrichten und
auf den Keil übertragen.
[0013] Darüber hinaus kann die erfindungsgemässe Hochwasserbarriere mit Riegeln ausgestattet
sein, über die die Hochwasserbarriere mit der Öffnung eines Gebäudes formflüssig verbindbar
ist. Dadurch kann der Druck, mit dem die Dichtung gegen die Wand des Gebäudes gepresst
wird, verstärkt werden, ohne dabei die Hochwasserbarriere zu verschieben. Diese Ausführungsform
ist insbesondere dann von Vorteil, wenn nicht die gesamte Mauerwerksöffnung, sondern
nur ein Teil davon abgedichtet werden soll. Dies ist beispielsweise bei Türen oder
Toren der Fall.
[0014] Zur Lösung der Aufgabe wird ferner vorgeschlagen, dass die Hochwasserbarriere mit
Spreizelementen ausgestattet ist, um sie in einer Öffnung des Gebäudes zu verspreizen.
Auch diese Ausführungsform ist insbesondere dann von Vorteil, wenn lediglich ein Teil
der Wandöffnung abgedichtet werden soll.
[0015] Die Spreizelemente der Hochwasserbarriere sind vorzugsweise so ausgebildet, dass
sie an die Weite der Mauerwerksöffnung anpassbar sind. Dadurch wird die Hochwasserbarriere
flexibler einsetzbar, weil sie für verschieden grosse Wandöffnungen verwendet werden
kann.
[0016] Bei einer Weiterbildung der erfindungsgemässen Hochwasserbarriere ist die Dichtung
ringförmig, das heisst umlaufend, ausgebildet und es ist eine Leiste vorgesehen, welche
die Dichtung abgedeckt, um in einem definierten Bereich die Wandöffnung zu ersetzen.
[0017] Schliesslich kann die erfindungsgemässe Hochwasserbarriere in eine Türöffnung, eine
Fensteröffnung oder eine Toröffnung einer Wand, einen Kanalisationsschacht, eine Lüftungsöffnung
oder einen Lichtschacht eingebaut werden.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0018] Im Folgenden wird die Erfindung mit mehreren Ausführungsbeispielen anhand von acht
Figuren weiter erläutert.
- Figur 1
- zeigt eine erste mögliche Ausführungsform der erfindungsgemässen Hochwasserbarriere
in der Frontalansicht.
- Figur 2
- zeigt eine zweite mögliche Ausführungsform der erfindungsgemässen Hochwasserbarriere
in der Frontalansicht.
- Figur 3
- zeigt eine dritte mögliche Ausführungsform der erfindungsgemässen Hochwasserbarriere
in der Frontalansicht.
- Figur 4
- zeigt die dritte Ausführungsform der Hochwasserbarriere im eingebauten Zustand.
- Figur 5
- zeigt die Hochwasserbarriere im Längsschnitt.
- Figur 6
- zeigt die Hochwasserbarriere im Querschnitt.
- Figur 7
- zeigt einen Ausschnitt der Hochwasserbarriere im Längsschnitt in einer vergrösserten
Darstellung.
- Figur 8
- zeigt die Hochwasserbarriere in der Frontalansicht im teilweise zusammengebauten Zustand.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0019] In Figur 1 ist eine erste mögliche Ausführungsform der erfindungsgemässen Hochwasserbarriere
in der Frontalansicht gezeigt. Die Hochwasserbarriere umfasst eine Innenplatte oder
Innenwand 1, eine dahinter angeordnete Aussenplatte oder Aussenwand 2 und eine dazwischen
angeordnete Dichtung 13 (siehe Figur 5), welche als Schlauch ausgebildet sein kann.
Die Hochwasserbarriere ist in einen Wandausschnitt einsetzbar und wird über die Dichtung
13 und Keile 14 und 17 mit der Wand des Gebäudes verbunden. Um die Lage der Hochwasserbarriere
im Wandausschnitt zusätzlich zu fixieren, sind zwei Riegel 3 und 4 vorgesehen. Ein
Bolzen 3.1 des Riegels 3 sowie ein Bolzen 4.1 des Riegels 4 können in entsprechende
Löcher im Wandausschnitt geschoben werden, um dadurch die Lage der Hochwasserbarriere
besser zu stabilisieren. Der Bolzen 3.1 ist über einen Hebel 3.2 und der Bolzen 4.1
über den Hebel 4.2 manuell betätigbar. Die Riegel 3 und 4 sind mit Schrauben 3.3 bzw.
4.3 mit der Innenplatte 1 der Hochwasserbarriere verschraubt. Statt dessen können
sie auch mit der Innenwand 1 verklebt, vernietet oder verschweisst sein. Die beiden
Riegel 3 und 4 sind insbesondere dann hilfreich, wenn die Hochwasserbarriere lediglich
zum Abdichten eines Teils der Wandöffnung verwendet wird. In diesem Fall wird lediglich
die Schlauchdichtung 13 auf den Seiten 1.1, 1.3 und 1.4 der Hochwasserbarriere zum
Abdichten verwendet. Die Seite 1.2 der Hochwasserbarriere dient nicht zum Abdichten.
Da in diesem Fall auf der Seite 1.2 die Schlauchdichtung 13 der Hochwasserbarriere
frei liegt und damit auf keine der Wandflächen einen Druck ausübt, kann sie sich ungehindert
verformen und somit die Gesamtwirkung der Dichtung beeinflussen. Um dies zu verhindern,
ist eine Leiste 9 vorgesehen, die an der Innenplatte 1 und/oder der Aussenplatte 2
befestigt ist und als Abdeckung für die Schlauchdichtung 13 dient. Die Leiste 9, welche
auch als Abdeckleiste bezeichnet wird und als Klappbügel ausgebildet sein kann, ersetzt
somit die fehlende Wandfläche.
[0020] Die in Figur 2 gezeigte zweite Ausführungsform der erfindungsgemässen Hochwasserbarriere
unterscheidet sich von der in Figur 1 gezeigten dadurch, dass anstelle der beiden
Riegel 3 und 4 zwei Schraubklemmen 5 und 6 verwendet werden, um die Hochwasserbarriere
in der Wandöffnung zusätzlich zu verspreizen. Über einen Drehknauf 5.2 der Schraubklemme
5 kann der Anpressdruck, welcher durch die Andrückfläche 5.1 auf die Wand ausgeübt
wird, eingestellt werden. Die Schraubklemme 5 ist über ein Widerlager 5.3 mit der
Innenplatte 1 verbunden. Sinngemäss das gleiche gilt für die Schraubklemme 6. Dabei
lässt sich über einen Drehknauf 6.2 der Druck zwischen Andrückfläche 6.1 und Wand
einstellen. Die Schraubklemme 6 ist ebenfalls über ein Widerlager 6.3 mit der Innenplatte
1 verbunden.
[0021] Für den Fall, dass die Hochwasserbarriere den gesamten Wandausschnitt verschliessen
soll, wird eine an die Breite und Höhe des Wandausschnitts angepasste Hochwasserbarriere
verwendet, die ohne den Klappbügel 9 in die Wandöffnung eingesetzt wird. Anschließend
wird die Dichtung aufgeblasen oder gefüllt und dadurch an die Wandlaibung gedrückt.
Auf die Riegel 3 und 4 beziehungsweise die Schraubklemmen 5 und 6 kann in diesem Fall
verzichtet werden.
[0022] In Figur 3 ist eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemässen Hochwasserbarriere
gezeigt. Auf der linken Seite der Hochwasserbarriere ist ein erster Teleskoparm 7
und auf der rechten Seite ein zweiter Teleskoparm 8 vorgesehen. Der Teleskoparm 7
weist eine Montageplatte 7.4 auf, die mit der Innenplatte 1 verschraubt oder auf eine
andere geeignete Art verbunden ist. Das Rohr 7.2 des Teleskoparms 7 ist mit Hilfe
eines Drehgelenks 7.5 mit der Montageplatte 7.4 verbunden, so dass es in eine vertikale
Position (vgl. Figur 4) gebracht werden kann. Im Inneren des Rohrs 7.2 befindet sich
eine Gewindestange 7.3, so dass die Länge des Teleskoparms 7 an die Höhe der Wandöffnung
anpassbar ist. Der zweite Teleskoparm 8 ist im Prinzip genauso wie der erste Teleskoparm
7 aufgebaut. Der Teleskoparm 8 ist über ein Drehgelenk 8.5 an der Montageplatte 8.4
drehbar gelagert und umfasst ein Rohr 8.2, in dem eine teleskopierbare Gewindestange
8.3 angeordnet ist.
[0023] In Figur 4 ist die in Figur 3 gezeigte Ausführungsform der Hochwasserbarriere im
montierten Zustand gezeigt. Die Hochwasserbarriere ist in einem Türrahmen 20 angeordnet
und zwischen dem Boden 21 und dem oberen Teil des Türrahmens 20 mit Hilfe der beiden
Teleskoparme 7 und 8 verspreizt. Die beiden Arretierstifte 7.6 und 8.6 erleichtern
die Montage. Durch sie lassen sich die beiden Teleskoparme 7 und 8 in ihrer vertikalen
Positionen fixieren. Sobald die Schlauchdichtung 13, welche in Figur 4 nicht gezeigt
ist, unter Druck gesetzt wird, wird sie auf der Aussenseite gegen den Türrahmen 20
und den Boden 21 gedrückt und sorgt dadurch für eine Abdichtung des Spalts zwischen
der Hochwasserbarriere und dem Türrahmen 20 und dem Boden 21. Die Stützflächen 7.1
und 8.1 der beiden Teleskoparme 7 und 8 sind vorzugsweise aus einem nachgiebigen Material
gefertigt, um eine Beschädigung der Wand oder des Türrahmens zu vermeiden.
[0024] In Figur 5 ist die erfindungsgemässe Hochwasserbarriere im Längsschnitt dargestellt.
Dabei sind auf der Innenseite der Aussenplatte 2 mehrere Führungsprofile 10.1 bis
10.4 angebracht. Um einen runden Übergang zwischen den Führungsprofilen 10.1 bis 10.4
zu erreichen, ist zwischen den Führungsprofilen jeweils ein gekrümmtes Führungsblech
10.5 angeordnet. Auf diese Weise bilden die Führungsprofile 10.1 bis 10.4 und die
Führungsbleche 10.5 ein Viereck mit abgerundeten Ecken. Entlang des Umfangs dieses
Vierecks ist eine Schlauchdichtung 13 angeordnet, deren Querschnitt beispielsweise
durch Druckluft vergrössert werden kann. Zwischen den Ecken der Aussenplatte 2 und
der Innenplatte 1 befinden sich zwei elastische Keile 14 und 17. Der Keil 14 weist
einen Schlitz 14.1 auf, welcher als Führungsschlitz dient und in dem sich zwei Stifte
15 und 16 befinden, welche an der Innenplatte 1 oder der Aussenplatte 2 befestigt
sind. Sinngemäss das gleiche gilt für den zweiten Keil 17, der über einen im Keil
angeordneten Schlitz und zwei Stifte 17 und 18 geführt wird. Wird nun die Schlauchdichtung
13 aufgeblasen und somit im Querschnitt vergrössert, drückt sie auf die abgerundete
Seite des Keils 14 beziehungsweise des Keils 17 und bewirkt dadurch, dass die beiden
Keile 14 und 17 nach aussen in die Ecken der Wandöffnung gedrückt werden. Somit erfolgt
die Abdichtung der Flächen der Wandöffnung mit Hilfe der Schlauchdichtung 13 und die
Abdichtung der Ecken der Wandöffnung mit Hilfe der beiden Keile 14 und 17.
[0025] Alternativ dazu kann die Innenplatte 1 einen Schlitz aufweisen, welcher als Führungsschlitz
für den Keil 14 dient. Im Keil 14 sind zwei Löcher vorgesehen, um die zwei Stifte
15 und 16 halten. Das Gleiche gilt sinngemäß für alle weiteren Keile. Diese Ausführungsform
hat den Vorteil, dass die Keile besser geführt werden, weil die Schlitze nicht in
den elastischen Keilen, sondern in der stabilen Innenpatte 1 angeordnet sind.
[0026] Möglicherweise kann es auch sinnvoll sein, die als Führung dienenden Schlitze sowohl
in der Innenplatte 1 als auch in der Aussenplatte 2 vorzusehen.
[0027] Handelt es sich bei der abzudichtenden Wandöffnung um ein Fenster, dessen gesamte
Fläche abgedichtet werden soll, kann in jeder Ecke der Hochwasserbarriere jeweils
ein Keil angeordnet sein. Die Leiste 9 entfällt dann.
[0028] In Figur 6 ist die Hochwasserbarriere im Querschnitt dargestellt. Durch Aufblasen
nimmt der Querschnitt der Schlauchdichtung 13 zu und bildet, wie in Figur 6 gezeigt,
dann mit der abzudichtenden Fläche 21 einen wasserdichten Übergang.
[0029] Die Führungsprofile 10.1 bis 10.4 können über Schrauben 12 mit der Innenplatte 1
und der Aussenplatte 2 verschraubt sein. Dies hat den Vorteil, dass die Hochwasserbarriere
jederzeit zerlegbar bleibt. Die Innenplatte 1 und die Aussenplatte 2 können beispielsweise
aus Aluminium, Blech, Holz, Kunststoff oder einem anderen wasserundurchlässigen Material
bestehen, sofern dieses eine ausreichende Formstabilität aufweist.
[0030] In Figur 7 ist ein Eckbereich der Hochwasserbarriere mit dem Schlauchdichtung 13
und dem Dichtkeil 14 vergrössert dargestellt. Der Pfeil 22 kennzeichnet die bevorzugte
Bewegungsrichtung des Keils 14.
[0031] Die Keile 14 und 17 können aus Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuck (EPDM), Moosgummi
oder einem anderen elastischen, wasserundurchlässigen Material hergestellt sein.
[0032] Für den Fall, dass die Schlauchdichtung 13 ausgewechselt werden muss, beispielsweise
weil sie beschädigt wurde oder verschlissen ist, kann die Abdeckleiste 9 abgenommen
werden. Dazu werden die beiden Schrauben 9.1 und 9.3 gelöst, die Abdeckleiste 9 abgenommen.
Damit nicht die gesamte Vorrichtung zerlegt werden muss, können die Stifte 18 und
19 herausgezogen werden und geben dadurch den Keil 17 frei. Dieser kann anschliessend
seitlich herausgezogen werden. Das gleiche gilt sinngemäss für den beziehungsweise
die weiteren Keile. Nun wird die alte Schlauchdichtung herausgenommen (vgl. Figur
8). Anschliessend wird eine neue Schlauchdichtung 13 eingesetzt, die Abdeckleiste
9 wird wieder aufgesetzt und mit Hilfe der beiden Schrauben 9.1 und 9.3 fixiert.
[0033] Falls die Schlauchdichtung 13 nicht als geschlossener Ring ausgebildet ist, sondern
zwei Enden aufweist, genügt es die Arretierung der Abdeckleiste 9 auf einer Seite
zu lösen und die Abdeckleiste 9 dann, wie in Figur 8 zeigt, nach oben zu klappen.
[0034] Um bei Verwendung der Abdeckleiste 9 zu verhindern, dass die Schlauchdichtung 13
im Bereich der Enden der Abdeckleiste 9 beschädigt wird, wenn die Schlauchdichtung
13 unter Druck gesetzt wird, können dort auf der Aussenseite der Schlauchdichtung
13 weitere Führungselemente vorgesehen sein.
[0035] Alternativ dazu kann auch eine Schlauchdichtung verwendet werden, die auf lediglich
drei Seiten der Hochwasserbarriere angeordnet ist. In diesem Fall kann die Abdeckleiste
9 entfallen.
[0036] Zudem ist es möglich auf die Hochwasserbarriere eine weitere Hochwasserbarriere zu
stellen, um so eine stufenweise Anpassung an die augenblicklich herrschende Hochwasserlage
zu ermöglichen. Die Abdeckleiste 9 kann dafür entsprechend geformt sein. So kann die
Abdeckleiste 9 auf der Oberseite eine Führung für die zweite Hochwasserbarriere aufweisen.
Falls auf die Abdeckleiste 9 verzichtet wird, kann das Führungsprofil 10.1 als Führung
für die zweite Hochwasserbarriere dienen.
[0037] Die Schlauchdichtung 13 kann im Querschnitt rund, viereckig oder eine Form aufweisen,
die an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst ist. Um die Schlauchdichtung 13 zu füllen,
kann beispielsweise Luft, Wasser oder ein spezielles Füllmittel verwendet werden.
Die Füllung erfolgt vorzugsweise über ein Ventil, über das im Bedarfsfall auch wieder
Druck abgelassen werden kann.
[0038] Die vorhergehende Beschreibung der Ausführungsbeispiele gemäss der vorliegenden Erfindung
dient nur zu illustrativen Zwecken und nicht zum Zwecke der Beschränkung der Erfindung.
Im Rahmen der Erfindung sind verschiedene Änderungen und Modifikationen möglich, ohne
den Umfang der Erfindung sowie ihre Äquivalente zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- Innenplatte
- 2
- Aussenplatte
- 3
- Riegel
- 3.1
- Bolzen
- 3.2
- Hebel
- 3.3
- Schraube
- 4
- Riegel
- 4.1
- Bolzen
- 4.2
- Hebel
- 4.3
- Schraube
- 5
- Schraubklemme
- 5.1
- Andrückfläche
- 5.2
- Drehknauf
- 5.3
- Widerlager
- 6
- Schraubklemme
- 6.1
- Andrückfläche
- 6.2
- Drehknauf
- 6.3
- Widerlager
- 7
- Teleskoparm
- 7.1
- Andrückfläche
- 7.2
- Rohr
- 7.3
- Stange
- 7.4
- Montageplatte
- 7.5
- Drehgelenk
- 7.6
- Arretierstift
- 8
- Teleskoparm
- 8.1
- Andrückfläche
- 8.2
- Rohr
- 8.3
- Stange
- 8.4
- Montageplatte
- 8.5
- Drehgelenk
- 8.6
- Arretierstift
- 9
- Leiste
- 9.1
- Schraube
- 9.3
- Arretierungsstift
- 10.1
- Führungsprofil
- 10.2
- Führungsprofil
- 10.3
- Führungsprofil
- 10.4
- Führungsprofil
- 10.5
- Führungsblech
- 12
- Schraube
- 13
- Dichtschlauch
- 14
- Keil
- 14.1
- Schlitz
- 15
- Stift
- 16
- Stift
- 17
- Keil
- 18
- Stift
- 19
- Stift
- 20
- Türrahmen
- 21
- Boden
- 22
- Pfeil
1. Hochwasserbarriere,
- mit einer Innenwand (1) und einer Aussenwand (2),
- mit einer elastischen Dichtung (13), die zwischen der Innenwand (1) und der Aussenwand
(2) angeordnet ist, und
- mit einem elastischen keilförmigen Dichtelement (14; 17), das in einer Ecke zwischen
der Innenwand (1) und der Aussenwand (2) beweglich angeordnet und durch die Dichtung
(13) nach aussen drückbar ist.
2. Hochwasserbarriere nach Patentanspruch 1,
bei der die Dichtung (13) ein füllbarer Schlauch ist.
3. Hochwasserbarriere nach Patentanspruch 1 oder 2,
bei der ein Führungsprofil (10.1 - 10.5) vorgesehen ist, um das Dichtung (13) zu führen.
4. Hochwasserbarriere nach einem der Patentansprüche 1 bis 3,
bei der ein Schlitz (14.1) und ein im Schlitz (14.1) angeordneter Stift (15) vorgesehen
sind, um den Keil (14) zu führen.
5. Hochwasserbarriere nach einem der Patentansprüche 1 bis 4,
bei der der Keil (14) auf der Seite, die dem Dichtung (13) zugewandt ist, gekrümmt
ist.
6. Hochwasserbarriere nach einem der Patentansprüche 1 bis 5,
mit Riegeln (3, 4), über die die Hochwasserbarriere mit einer Öffnung eines Gebäudes
formschlüssig verbindbar ist.
7. Hochwasserbarriere nach einem der Patentansprüche 1 bis 6,
mit Spreizelementen (5, 6), um die Hochwasserbarriere einer Öffnung eines Gebäudes
zu verspreizen.
8. Hochwasserbarriere nach Patentanspruch 7,
bei der die Spreizelemente (7, 8) so ausgebildet sind, dass sie an die Weite der Öffnung
anpassbar sind.
9. Hochwasserbarriere nach einem der Patentansprüche 1 bis 6,
- bei der die Dichtung (13) ringförmig ausgebildet ist, und
- bei der eine Leiste (9) vorgesehen ist, welche die Dichtung (13) abdeckt um in einem
definierten Bereich die Wandöffnung zu ersetzen.
10. Verwendung der Hochwasserbarriere nach einem der Patentansprüche 1 bis 9,
zum einbauen in eine Türöffnung, Fensteröffnung oder Toröffnung einer Wand, einen
Kanalisationsschacht, eine Lüftungsöffnung oder einen Lichtschacht.