[0001] Die Erfindung betrifft ein Kopplungselement zur elektromagnetischen Kopplung von
mindestens zwei Leitern einer Transmissionsleitung, wobei das Kopplungselement zwischen
einem ersten Leiter und einem zweiten Leiter der Transmissionsleitung angeordnet ist
und mindestens ein diskretes Bauelement aufweist.
[0002] Herkömmliche Kopplungselemente dieser Art sind beispielsweise mit einer Kapazitätsdiode
ausgestattet, die verschiedene Leiter der Transmissionsleitung miteinander verbindet
und somit eine steuerbare kapazitive Kopplung der beiden Leiter realisiert. Der Kopplungsgrad
dieser kapazitiven Kopplung kann hierbei über ein der Kapazitätsdiode zugeführtes
Steuersignal eingestellt werden.
[0003] Nachteilig an diesen herkömmlichen Kopplungselementen ist der verhältnismäßig kleine
Abstimmbereich, der sich durch die Kopplung der Leiter der Transmissionsleitung mit
der Kapazitätsdiode ergibt. Ferner ist bei derartigen Vorrichtungen stets nur eine
gleichzeitige Änderung des Wellenwiderstands und der Ausbreitungskonstante der Transmissionsleitung
erzielbar.
[0004] Demgemäß ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Kopplungselement der eingangs
genannten Art dahingehend zu verbessern, dass ein größerer Abstimmbereich hinsichtlich
der elektromagnetischen Kopplung der Leiter einer Transmissionsleitung und gleichzeitig
eine flexiblere Abstimmung möglich sind.
[0005] Diese Aufgabe wird bei einem Kopplungselement der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass das Kopplungselement mindestens einen ersten als Transmissionsleitungsabschnitt
ausgebildeten Schenkel aufweist, der dem ersten Leiter zugeordnet ist, und einen zweiten
als Transmissionsleitungsabschnitt ausgebildeten Schenkel, der dem zweiten Leiter
zugeordnet ist, und dass das mindestens eine diskrete Bauelement zur Verbindung des
ersten Schenkels mit dem zweiten Schenkel vorgesehen ist.
[0006] Die erfindungsgemäße Verwendung von als Transmissionsleitungsabschnitt ausgebildeten
Schenkeln ermöglicht das Vorsehen einer kapazitiven Kopplung wie auch einer induktiven
Kopplung zwischen den Leitern der Transmissionsleitung, wobei der jeweilige Kopplungsgrad
durch eine entsprechende geometrische Ausgestaltung der Transmissionsleitungsabschnitte
in weiten Bereichen veränderbar ist. Insgesamt ermöglicht die erfindungsgemäße Verwendung
von Transmissionsleitungsabschnitten bei dem Kopplungselement daher einen im Vergleich
zu herkömmlichen Vorrichtungen vergrößerten Abstimmungsbereich hinsichtlich der elektromagnetischen
Kopplung der Leiter der Transmissionsleitung.
[0007] Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist
das diskrete Bauelement als resistives oder kapazitives Bauelement ausgebildet. Ganz
besonders vorteilhaft weist ein als kapazitives Bauelement ausgebildetes diskretes
Bauelement eine steuerbare Kapazität auf, so dass die kapazitive Kopplung zwischen
den Schenkeln des erfindungsgemäßen Kopplungselements durch Einstellung der Kapazität
des kapazitiven Bauelements bestimmbar ist. Hierbei ergibt sich gleichzeitig sehr
vorteilhaft auch eine Änderung der induktiven Kopplung zwischen den Schenkeln des
erfindungsgemäßen Kopplungselements. Ebenso ist bei einem steuerbaren resistiven Bauelement
die Möglichkeit gegeben, einen Stromfluss zwischen den Schenkeln des erfindungsgemäßen
Kopplungselements zu beeinflussen, wodurch ebenfalls die induktive Kopplung zwischen
den Leitern der Transmissionsleitung verändert wird.
[0008] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das
diskrete Bauelement als Kapazitätsdiode oder als Transistor, insbesondere als Feldeffekttransistor
ausgebildet. Generell ist es möglich, jedes elektrische Bauelement zur Kopplung der
Schenkel des Kopplungselements zu verwenden, das eine steuerbare Kapazität oder auch
einen steuerbaren Ohmwiderstand aufweist. Eine konfigurierbare Kondensatormatrix (CDAC)
ist ebenfalls zur Kopplung der Schenkel einsetzbar. Die Verwendung eines nicht steuerbaren
kapazitiven oder induktiven Bauelements ist ebenfalls möglich.
[0009] Bei einer weiteren sehr vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
weist jeder Schenkel des Kopplungselements mindestens einen parallel zu dem ersten
Leiter beziehungsweise dem zweiten Leiter der Transmissionsleitung verlaufenden ersten
Abschnitt auf. Dieser erste Abschnitt dient insbesondere zur Herstellung einer induktiven
Kopplung des Kopplungselements beziehungsweise des betreffenden Schenkels des Kopplungselements
mit demjenigen Leiter der Transmissionsleitung, dem der betreffende Schenkel des Kopplungselements
zugeordnet ist. Der gewünschte Kopplungsgrad kann in an sich bekannter Weise durch
eine Wahl des Abstands zwischen dem Leiter und dem ersten Abschnitt des Schenkels
des Kopplungselements, durch die Länge des ersten Abschnitts oder durch weitere die
Geometrie des Kopplungselements bestimmende Faktoren beeinflusst werden.
[0010] Eine weitere sehr vorteilhafte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sieht vor,
dass jeder Schenkel des Kopplungselements mindestens einen, vorzugsweise senkrecht
zu dem ersten Abschnitt verlaufenden zweiten Abschnitt aufweist. Derartige senkrecht
zu dem ersten Abschnitt verlaufende zweite Abschnitte haben ihrerseits einen Einfluss
auf die induktive Kopplung der Leiter der Transmissionsleitung, dienen vorwiegend
jedoch auch zur Beeinflussung der kapazitiven Kopplung zwischen den Leitern der Transmissionsleitung.
[0011] Einerseits tragen die senkrecht zu den ersten Abschnitten verlaufenden zweiten Abschnitte
direkt zur kapazitiven Kopplung der Schenkel des Kopplungselements und damit auch
zur kapazitiven Kopplung zwischen den Leitern der Transmissionsleitung bei, und andererseits
dienen die zweiten Abschnitte des erfindungsgemäßen Kopplungselements einer weiteren
besonders vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung zufolge zur Kontaktierung
des beziehungsweise der diskreten Bauelemente, die die beiden Schenkel des Kopplungselements
miteinander verbinden.
[0012] Als eine weitere Lösung der Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist eine Transmissionsleitung
gemäß Patentanspruch 7 angegeben.
[0013] Die erfindungsgemäße Transmissionsleitung kann eines oder mehrere der erfindungsgemäßen
Kopplungselemente aufweisen und ist damit in weiten Bereichen hinsichtlich ihrer Ausbreitungskonstante
beziehungsweise ihres Wellenwiderstands abstimmbar.
[0014] Ganz besonders vorteilhaft ist bei einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Transmissionsleitung vorgesehen, dass die Transmissionsleitung und das oder die Kopplungselemente
monolithisch in eine integrierte Schaltung integriert sind.
[0015] Darüber hinaus ist es einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung zufolge
auch möglich, dass die Transmissionsleitung als differentielle Transmissionsleitung
ausgebildet ist.
[0016] Bei einer anderen vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Transmissionsleitung
ist vorgesehen, dass die Transmissionsleitung in einer ersten Metallisierungsebene
der integrierten Schaltung angeordnet ist, und dass mindestens ein Kopplungselement
in einer weiteren Metallisierungsebene der integrierten Schaltung angeordnet ist.
Auf diese Weise ist es möglich, die Schenkel des erfindungsgemäßen Kopplungselements
beispielsweise direkt unterhalb beziehungsweise oberhalb eines Leiters der in einer
anderen Metallisierungsebene realisierten Transmissionsleitung anzuordnen, wodurch
beispielsweise der zwischen den Leitern der Transmissionsleitung vorzusehende Abstand
verringert werden kann, und wodurch gleichzeitig eine zusätzliche kapazitive Kopplungskomponente
zwischen dem Schenkel des Kopplungselements und dem Leiter der Transmissionsleitung
auftritt.
[0017] Alternativ zu der vorstehend genannten Ausführungsform ist es ferner möglich, sowohl
die Transmissionsleitung selbst als auch das beziehungsweise die erfindungsgemäßen
Kopplungselemente in derselben Metallisierungsebene einer integrierten Schaltung anzuordnen,
so dass insbesondere die ersten Abschnitte der Schenkel des Kopplungselements und
die jeweiligen Leiter der Transmissionsleitung einen lateralen Abstand voneinander
aufweisen.
[0018] Insgesamt kann das erfindungsgemäße Kopplungselement sowohl mit herkömmlichen Transmissionsleitungen
wie beispielsweise Mikrostreifenleitungen oder dergleichen eingesetzt werden, die
auf einem hierfür vorgesehenen Substrat angeordnet sind, als auch mit Transmissionsleitungen,
die monolithisch in integrierte Schaltungen integriert sind.
[0019] Bei geeigneter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Kopplungselements ist es im Gegensatz
zu herkömmlichen Kopplungselementen ferner möglich, eine gleichsinnige Abstimmbarkeit
einer induktiven und einer kapazitiven Kopplungskomponente zu erzielen, wodurch sich
zwar eine Ausbreitungskonstante der mit dem beziehungsweise den Kopplungselementen
versehenen Transmissionsleitung ändert, nicht jedoch der Wellenwiderstand dieser Transmissionsleitung.
Sofern eine erfindungsgemäße Transmissionsleitung mit hinreichend vielen Kopplungselementen
ausgestattet ist, kann der gesamte Abschnitt dieser Transmissionsleitung in der vorstehend
beschriebenen Weise hinsichtlich seiner Ausbreitungskonstante geändert werden.
[0020] Bei einer weiteren sehr vorteilhaften Variante des erfindungsgemäßen Kopplungselements
weist mindestens einer der Schenkel des Kopplungselements mehrere vorzugsweise parallel
zu einem Leiter der Transmissionsleitung verlaufende erste Abschnitte auf, die wahlweise
untereinander verbindbar sind, beispielsweise durch steuerbare kapazitive oder resistive
Bauelemente. Auf diese Weise ist vorwiegend der Grad einer induktiven Kopplung zwischen
dem entsprechenden Leiter der Transmissionsleitung und dem Kopplungselement beeinflussbar.
Durch eine alleinige Veränderung dieser induktiven Kopplung können - analog zu der
Veränderung einer kapazitiven Kopplung - die Ausbreitungskonstante bzw. der Wellenwiderstand
der Transmissionsleitung verändert werden.
[0021] Darüberhinaus ist bei dem erfindungsgemäßen Kopplungselement durch eine gegensinnige
Abstimmung einer induktiven und einer kapazitiven Kopplungskomponente die Möglichkeit
gegeben, zwar den Wellenwiderstand der mit dem beziehungsweise den Kopplungselementen
versehenen Transmissionsleitung zu ändern, nicht jedoch die Ausbreitungskonstante
dieser Transmissionsleitung. Sofern eine erfindungsgemäße Transmissionsleitung mit
hinreichend vielen Kopplungselementen ausgestattet ist, kann der gesamte Abschnitt
dieser Transmissionsleitung in der vorstehend beschriebenen Weise hinsichtlich seines
Wellenwiderstands geändert werden.
[0022] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung,
in der unter Bezugnahme auf die Zeichnung verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung
dargestellt sind. Dabei können die in den Ansprüchen und in der Beschreibung erwähnten
Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination erfindungswesentlich
sein.
[0023] In der Zeichnung zeigt:
- Figur 1a
- eine erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen Kopplungselements,
- Figur 1b
- eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen Kopplungselements,
- Figur 2a
- eine dritte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Kopplungselements, und
- Figur 2b
- eine vierte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Kopplungselements.
[0024] Figur 1a zeigt eine erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen Kopplungselements
10a, das zwischen zwei Leitern 20a, 20b einer Transmissionsleitung angeordnet ist,
um diese miteinander elektromagnetisch zu verkoppeln und damit die Eigenschaften der
Transmissionsleitung zu verändern. Von den beiden Leitern 20a, 20b der Transmissionsleitung
sind jeweils nur diejenigen Abschnitte in Figur 1a sowie in den weiteren Figuren dargestellt,
die sich unmittelbar im Bereich des Kopplungselements befinden.
[0025] Das erfindungsgemäße Kopplungselement 10a weist wie aus Figur 1a ersichtlich, einen
ersten Schenkel 11a auf, der dem Leiter 20a der Transmissionsleitung zugeordnet ist.
Ferner weist das erfindungsgemäße Kopplungselement 10a einen zweiten Schenkel 11b
auf, der dem zweiten Leiter 20b der Transmissionsleitung zugeordnet ist. Beide Schenkel
11a, 11b sind erfindungsgemäß als Transmissionsleitungsabschnitt ausgebildet und ermöglichen
damit eine im Vergleich zu herkömmlichen Kopplungselementen verbesserte induktive
sowie kapazitive Kopplung zwischen den Leitern 20a, 20b der Transmissionsleitung.
[0026] Besonders vorteilhaft weist jeder Schenkel 11a, 11b des Kopplungselements 10a einen
ersten Abschnitt 11a' beziehungsweise 11b' auf, der vorzugsweise parallel zu dem ersten
Leiter 20a beziehungsweise zu dem zweiten Leiter 20b der Transmissionsleitung angeordnet
ist und damit eine besonders gute induktive Kopplung zwischen dem erfindungsgemäßen
Kopplungselement 10a und den jeweiligen Leitern 20a, 20b der Transmissionsleitung
bewirkt.
[0027] Darüber hinaus weist jeder Schenkel 11a, 11b bei der in Figur 1a abgebildeten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Kopplungselements zwei jeweils senkrecht zu dem ersten beziehungsweise
zweiten Abschnitt 11a', 11b' verlaufende zweite Abschnitte 11a", 11b" auf, die einerseits
eine kapazitive Kopplung zwischen den Schenkeln 11a, 11b des Kopplungselements 10a
bewirken, und die andererseits zur Verbindung der beiden Schenkel 11a, 11b beziehungsweise
der betreffenden zweiten Abschnitte 11a", 11b" beider Schenkel 11a, 11b untereinander
jeweils mit einem kapazitiven Bauelement 12a, 12b verbunden sind.
[0028] Bei den kapazitiven Bauelementen 12a, 12b handelt es sich in dem vorliegend beschriebenen
Ausführungsbeispiel um steuerbare kapazitive Elemente wie beispielsweise Kapazitätsdioden,
deren Kapazität über das Anlegen einer entsprechenden Gleichspannung an die Steuerleitung
12c gesteuert werden kann.
[0029] Sehr vorteilhaft kann bei der erfindungsgemäßen Ausführungsform gemäß Figur 1a sowohl
die induktive als auch die kapazitive Kopplung zwischen den Leitern 20a, 20b der Transmissionsleitung
allein durch Verändern der Kapazität der steuerbaren Kapazitäten 12a, 12b erreicht
werden. Beispielsweise kann durch eine Verkleinerung der Kapazität der Elemente 12a,
12b auch direkt die induktive Kopplung zwischen den Schenkeln 11a, 11b und damit auch
zwischen den Leitern 20a, 20b der Transmissionsleitung beeinflusst werden, da sich
durch die Veränderung der Kapazität der Wechselstromwiderstand der Elemente 12a, 12b
entsprechend verändert.
[0030] Gleichzeitig verändert sich bei einer Änderung der Kapazitäten der Elemente 12a,
12b auch die kapazitive Kopplung zwischen den Schenkeln 11a, 11b. So nimmt in dem
in Figur 1a abgebildeten Ausführungsbeispiel die kapazitive Kopplung durch Verringerung
der Kapazität der Elemente 12a, 12b ebenfalls ab, so dass sich insgesamt eine Verringerung
der kapazitiven Kopplung und der induktiven Kopplung zwischen den Leitern 20a, 20b
der Transmissionsleitung ergibt.
[0031] Der Wellenwiderstand einer als verlustlos angenommenen Transmissionsleitung ist proportional
zu der Wurzel aus dem Quotienten zwischen einem Induktivitätsbelag L' der Transmissionsleitung
und einem Kapazitätsbelag C' der Transmissionsleitung, das heißt,

[0032] Für die Ausbreitungskonstante γ einer als verlustlos angenommenen Transmissionsleitung
gilt entsprechend:

[0033] Dementsprechend ergibt sich bei einer gleichsinnigen Verringerung der kapazitiven
und induktiven Kopplung der Leitungen 20a, 20b der Transmissionsleitung, wie sie vorstehend
beschrieben ist, und die mit einer entsprechenden Änderung eines Induktivitätsbelags
L' beziehungsweise eines Kapazitätsbelags C' des mit dem Kopplungselement 10a versehenen
Transmissionsleitungsabschnitts korrespondiert, keine Änderung des Wellenwiderstands
des entsprechenden Transmissionsleitungsabschnitts. Allerdings ändert sich die Ausbreitungskonstante
γ des entsprechenden Transmissionsleitungsabschnitts entsprechend der oben angegebenen
Formel; das heißt im vorliegenden Beispiel verringert sich der Wert der Ausbreitungskonstante
γ, während der Wellenwiderstand Z konstant bleibt.
[0034] Entsprechend kann durch eine Steigerung der Kapazitäten der Elemente 12a, 12b auch
eine Steigerung der induktiven und kapazitiven Kopplung zwischen den Leitern 20a,
20b der Transmissionsleitung und damit eine Vergrößerung des Werts der Ausbreitungskonstante
γ erzielt werden, während der Wellenwiderstand Z des mit dem Kopplungselement 10a
versehenen Transmissionsleitungsabschnitts im Wesentlichen unverändert bleibt.
[0035] Figur 1b zeigt eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Kopplungselements
10b, dessen Schenkel 11a, 11b denselben Aufbau aufweisen wie die Schenkel des in Figur
1a abgebildeten Kopplungselements 10a. Im Unterschied zu der Ausführungsform gemäß
Figur 1a sind die Schenkel 11a, 11b des Kopplungselements 10b gemäß Figur 1b untereinander
jedoch mit als Feldeffekttransistoren 13a, 13b ausgebildeten steuerbaren resistiven
Elementen versehen, deren Ohmwiderstand über ein Steuersignal 13c eingestellt werden
kann. Durch eine entsprechende Auswahl des Ohmwiderstands der resistiven Elemente
13a, 13b kann somit direkt eine induktive Kopplung zwischen den Schenkeln 11a, 11b
des Kopplungselements 10b und damit auch die induktive Kopplung zwischen den Leitern
20a, 20b der Transmissionsleitung beeinflusst werden.
[0036] Eine weitere Ausführungsform der Erfindung ist in Figur 2a abgebildet. Bei dieser
Erfindungsvariante weist das Kopplungselement 10c ebenso wie die beiden vorstehend
beschriebenen Ausführungsformen einen ersten Abschnitt 11a', 11b' auf, der sich im
Wesentlichen parallel zu dem jeweiligen Leiter 20a, 20b der Transmissionsleitung erstreckt
und damit insbesondere eine induktive Kopplung zwischen den Schenkeln 11a, 11b realisiert.
[0037] Eine kapazitive Kopplung zwischen den Leitern 20a, 20b sowie den ersten Abschnitten
11a', 1 1b' ist ebenfalls gegeben.
[0038] Im Unterschied zu den in den Figuren 1a, 1b gezeigten Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung weist die in Figur 2a abgebildete Variante des Kopplungselements 10c je
Schenkel 11a, 11b nur einen zweiten Abschnitt 11a", 11b" auf, der sich vorzugsweise
etwa senkrecht zu dem jeweiligen ersten Abschnitt 11a', 11b' erstreckt.
[0039] Auch bei der in Figur 2a abgebildeten Erfindungsvariante ist eine Verbindung der
zweiten Abschnitte 11a", 11b" durch ein kapazitives Element 12a mit einer steuerbaren
Kapazität realisiert, die durch das Anlegen einer entsprechenden Steuerspannung an
den Anschluss 12c veränderbar ist.
[0040] Eine weitere Erfindungsvariante ist in Figur 2b abgebildet. Diese Erfindungsvariante
unterscheidet sich von der in Figur 2a abgebildeten Ausführungsform dadurch, dass
das Kopplungselement 10d ein als Feldeffekttransistor 13a ausgebildetes resistives
Element mit steuerbarem Ohmwiderstand aufweist. Analog zu dem Kopplungselement 10b
aus Figur 1b kann auch bei dem in Figur 2b abgebildeten Kopplungselement 10d eine
induktive Kopplung der beiden Schenkel 11a, 11b durch das Anlegen eines entsprechenden
Steuersignals an den Anschluss 13c eingestellt werden.
[0041] Insgesamt ist bei der vorliegenden Erfindung im Unterschied zu herkömmlichen Kopplungselementen
sehr vorteilhaft die Möglichkeit gegeben, gleichzeitig die kapazitive und die induktive
Kopplung zwischen den Leitern 20a, 20b der Transmissionsleitung derart zu verändern,
dass sich beispielsweise nur die Ausbreitungskonstante γ ändert, nicht jedoch der
Wellenwiderstand Z der Transmissionsleitung. Das erfindungsgemäße Kopplungselement
kann besonders vorteilhaft sowohl bei herkömmlichen Transmissionsleitungen wie beispielsweise
Mikrostreifenleitungen und dergleichen eingesetzt werden, als auch bei in integrierte
Schaltungen monolithisch integrierten Transmissionsleitungen.
[0042] Prinzipiell ist bei einer monolithisch integrierten Transmissionsleitung mit einem
oder mehreren erfindungsgemäßen Kopplungselementen die Möglichkeit gegeben, sowohl
die Transmissionsleitung als auch das beziehungsweise die Kopplungselemente in derselben
Metallisierungsebene der integrierten Schaltung zu realisieren, wodurch ein besonders
einfacher Aufbau erzielt wird und gegebenenfalls weitere vorhandene Metallisierungsebenen
für andere Anwendungen verfügbar sind. Alternativ hierzu ist es jedoch auch möglich,
eine erfindungsgemäße monolithisch integrierte Transmissionsleitung sowie entsprechende
Kopplungselemente jeweils in unterschiedlichen Metallisierungsebenen einer integrierten
Schaltung anzuordnen, so dass sich Abschnitte der Transmissionsleitung 20a, 20b zumindest
teilweise mit Transmissionsleitungsabschnitten der Schenkel 11a, 11b von erfindungsgemäßen
Kopplungselementen überlappen, wodurch eine zusätzliche kapazitive Kopplungskomponente
eingeführt wird.
[0043] Das erfindungsgemäße Kopplungselement kann sowohl bei differentiellen Transmissionsleitungen
verwendet werden als auch bei unsymmetrischen Transmissionsleitungen.
[0044] Besonders vorteilhaft ist die Anordnung einer Vielzahl von erfindungsgemäßen Kopplungselementen
innerhalb einer Transmissionsleitung, deren Parameter wie beispielsweise die Ausbreitungskonstante
γ sich somit durch eine einfache Ansteuerung der betreffenden Elemente 12a, 12b, 13a,
13b und deren Steuerleitungen 12c, 13c ändern lässt. Besonders vorteilhaft kann eine
derartige erfindungsgemäße Transmissionsleitung zum Aufbau von spannungsgesteuerten
Oszillatoren (VCO, voltage controlled oscillator), Filtern und anderen Komponenten
verwendet werden, die Laufzeiteffekte bei der Signalausbreitung elektromagnetischer
Wellen auf einer Transmissionsleitung ausnutzen. Beispielsweise eignet sich die erfindungsgemäße
Transmissionsleitung besonders gut zum Aufbau von Reflektionsoszillatoren, deren Eigenschaften
während des Oszillatorbetriebs durch eine entsprechende Änderung der Eigenschaften
der Transmissionsleitung abgestimmt werden können.
[0045] Die erfindungsgemäße Verwendung von als Transmissionsleitungsabschnitt ausgebildeten
Schenkeln 11a, 11b ermöglicht-wie beschrieben- das Vorsehen einer kapazitiven Kopplung
wie auch einer induktiven Kopplung zwischen den Leitern 20a, 20b der Transmissionsleitung,
wobei der jeweilige Kopplungsgrad u.a. auch durch eine entsprechende geometrische
Ausgestaltung der Transmissionsleitungsabschnitte in weiten Bereichen veränderbar
ist. Insgesamt ermöglicht die erfindungsgemäße Verwendung von Transmissionsleitungsabschnitten
bei dem Kopplungselement daher einen im Vergleich zu herkömmlichen Vorrichtungen vergrößerten
Abstimmungsbereich hinsichtlich der elektromagnetischen Kopplung der Leiter 20a, 20b
der Transmissionsleitung.
[0046] Bei einer weiteren sehr vorteilhaften Variante des erfindungsgemäßen Kopplungselements
weist mindestens einer der Schenkel 11a, 11b des Kopplungselements mehrere vorzugsweise
parallel zu einem Leiter 20a, 20b der Transmissionsleitung verlaufende erste Abschnitte
11a' auf, die wahlweise untereinander verbindbar sind, beispielsweise durch steuerbare
kapazitive oder resistive Bauelemente. Auf diese Weise ist vorwiegend der Grad einer
induktiven Kopplung zwischen dem entsprechenden Leiter der Transmissionsleitung und
dem Kopplungselement beeinflussbar. Durch eine alleinige Veränderung dieser induktiven
Kopplung können - analog zu der Veränderung einer kapazitiven Kopplung - die Ausbreitungskonstante
γ bzw. der Wellenwiderstand Z der Transmissionsleitung verändert werden.
[0047] Darüberhinaus ist bei dem erfindungsgemäßen Kopplungselement durch eine gegensinnige
Abstimmung einer induktiven und einer kapazitiven Kopplungskomponente die Möglichkeit
gegeben, zwar den Wellenwiderstand Z der mit dem beziehungsweise den Kopplungselementen
versehenen Transmissionsleitung zu ändern, nicht jedoch die Ausbreitungskonstante
γ dieser Transmissionsleitung. Sofern eine erfindungsgemäße Transmissionsleitung mit
hinreichend vielen Kopplungselementen ausgestattet ist, kann der gesamte Abschnitt
dieser Transmissionsleitung in der vorstehend beschriebenen Weise hinsichtlich seines
Wellenwiderstands geändert werden.
[0048] Insgesamt ist durch das erfindungsgemäße Kopplungselement also die gleichzeitige
Beeinflussung des Wellenwiderstands Z und der Ausbreitungskonstante γ einer Transmissionsleitung
möglich, wie auch die isolierte Beeinflussung entweder des Wellenwiderstands Z oder
der Ausbreitungskonstante γ, die mit der elektrischen Länge der Transmissionsleitung
korrespondiert.
1. Kopplungselement (10a, 10b, 10c, 10d) zur elektromagnetischen Kopplung von mindestens
zwei Leitern (20a, 20b) einer Transmissionsleitung, wobei das Kopplungselement (10a,
10b, 10c, 10d) zwischen einem ersten Leiter (20a) und einem zweiten Leiter (20b) der
Transmissionsleitung angeordnet ist und mindestens ein diskretes Bauelement (12a,
12b, 13a, 13b) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungselement (10a, 10b, 10c, 10d) mindestens einen ersten als Transmissionsleitungsabschnitt
ausgebildeten Schenkel (11a) aufweist, der dem ersten Leiter (20a) zugeordnet ist,
und einen zweiten als Transmissionsleitungsabschnitt ausgebildeten Schenkel (11b),
der dem zweiten Leiter (20b) zugeordnet ist, und dass das mindestens eine diskrete
Bauelement (12a, 12b, 13a, 13b) zur Verbindung des ersten Schenkels (11a) mit dem
zweiten Schenkel (11b) vorgesehen ist.
2. Kopplungselement (10a, 10b, 10c, 10d) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das diskrete Bauelement (12a, 12b, 13a, 13b) als resistives oder kapazitives Bauelement
ausgebildet ist.
3. Kopplungselement (10a, 10b, 10c, 10d) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das diskrete Bauelement (12a, 12b, 13a, 13b) als Kapazitätsdiode oder als Transistor,
insbesondere als Feldeffekttransistor, ausgebildet ist.
4. Kopplungselement (10a, 10b, 10c, 10d) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Schenkel (11a, 11b) mindestens einen vorzugsweise parallel zu dem ersten Leiter
(20a) bzw. dem zweiten Leiter (20b) der Transmissionsleitung verlaufenden ersten Abschnitt
(11a', 11b') aufweist.
5. Kopplungselement (10a, 10b, 10c, 10d) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Schenkel (11a, 11b) mindestens einen vorzugsweise senkrecht zu dem ersten Abschnitt
(11a', 11b') verlaufenden zweiten Abschnitt (11a", 11b") aufweist.
6. Kopplungselement (10a, 10b, 10c, 10d) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Abschnitt (11a") des ersten Schenkels (11a) mit dem zweiten Abschnitt
(11b") des zweiten Schenkels (11b) über das diskrete Bauelement (12a, 12b, 13a, 13b)
verbunden ist.
7. Transmissionsleitung (20a, 20b) mit mindestens einem Kopplungselement (10a, 10b, 10c,
10d) nach einem der vorstehenden Ansprüche.
8. Transmissionsleitung (20a, 20b) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Transmissionsleitung (20a, 20b) und das Kopplungselement (10a, 10b, 10c, 10d)
monolithisch in eine integrierte Schaltung integriert sind.
9. Transmissionsleitung (20a, 20b) nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Transmissionsleitung (20a, 20b) als differentielle Transmissionsleitung (20a,
20b) ausgebildet ist.
10. Transmissionsleitung (20a, 20b) nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Transmissionsleitung (20a, 20b) in einer ersten Metallisierungsebene der integrierten
Schaltung angeordnet ist, und dass mindestens ein Kopplungselement (10a, 10b, 10c,
10d) in einer weiteren Metallisierungsebene der integrierten Schaltung angeordnet
ist.