[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines beruhigten, unlegierten
oder mikrolegierten Walzstahls, der nach einem Heißwalzen mit anschließendem Aufhaspeln
kalt gewalzt und anschließend rekristallisierend geglüht wird und danach einen Bake-Hardening-Effekt
zeigt, wobei zur Erzielung des Bake-Hardening-Effekts freier, gelöster Stickstoff
mit einem Anteil von > 0,001 Gew.% verwendet wird.
[0002] Die Erfindung betrifft ferner einen beruhigten, unlegierten oder mikrolegierten kalt
gewalzter Walzstahl mit einem Bake-Hardening-Effekt, der einen Gehalt an freiem gelösten
Stickstoff > 0,001 Gew.% aufweist.
[0003] Als unlegierte Stähle werden gemäß EN 10020 solche Stahlsorten bezeichnet, deren
Zusammensetzung frei von Legierungselementen ist oder deren Anteil an Legierungselementen
jeweils vorgegebene Grenzwerte nicht überschreitet.
[0004] Mikrolegierte Stähle sind im Rahmen dieser Definition unlegierte Stähle, die (unterhalb
der Grenzwerte liegende) geringe Anteile an Legierungselementen enthalten.
[0005] Die Herstellung derartiger Stahlqualitäten als Walzstähle erfolgt praktisch nur noch
in einem kontinuierlichen Gießverfahren, insbesondere dem Stranggießen. Eine Voraussetzung
für die Herstellung eines Stranggussstahls ist die Beruhigung des Stahls, also seine
Desoxidation, um eine Blasenbildung im flüssigen Stahl durch das Entstehen von gasförmigem
CO oder CO
2 aufgrund von freiem Sauerstoff zu verhindern. Diese Beruhigung des Stahls kann mit
geeigneten Legierungselementen durchgeführt werden, die eine hohe Affinität zu Sauerstoff
aufweisen und den freien Sauerstoff somit abbinden. Als derartiges Mittel zur Beruhigung
des Stahls hat sich Aluminium aus zahlreichen Gründen durchgesetzt. Die Beruhigung
des Stahls setzt voraus, dass das Beruhigungsmittel in einem stöchiometrischen Überschuss
zugegeben wird, sodass das die Beruhigung bewirkende Legierungselement in einem Überschussanteil
im Stahl verbleibt, während das entsprechende gebundene Oxid (Tonerde im Fall von
Aluminium) mit der Schlacke aus der Stahlschmelze entfernt wird.
[0006] Der im Stahl verbleibende Überschussanteil an Aluminium ist als vorteilhaft erkannt
worden, weil Aluminium ein Feinkornbildner ist, der die Umformbarkeit des gebildeten
Walzstahls begünstigt. Alle Normen und Normentwürfe für gebräuchliche Walzstähle sehen
daher einen Mindestgehalt an Aluminium im Stahl von 0,01 bei Titanzugabe, im Übrigen
von 0,015 oder sogar 0,02 Gew.% vor.
[0007] Gut verformbare Walzstähle sollen die Eigenschaft haben, trotz ihrer guten Verformbarkeit
eine hohe Festigkeit zu gewährleisten. Dies gilt beispielsweise für Stahlbleche, die
in der Automobilindustrie verwendet werden. Es hat sich gezeigt, dass bestimmte Stahlsorten
nach einer Kaltverformung ihre Streckgrenzenwerte deutlich erhöhen, wenn sie einer
Wärmebehandlung unterzogen werden, wie sie beispielsweise beim Einbrennlackieren erfolgt.
Bei den dabei verwendeten Temperaturen von über 120°C oder auch 170°C findet eine
"Alterung" des Stahls statt, durch den die Streckgrenze des Stahls deutlich erhöht
wird. Dieser Effekt beruht auf der Wirkung von freiem, gelöstem Kohlenstoff, der aufgrund
der Wärmeeinwirkung in die bei der Kaltverformung entstandenen Versetzungen in der
Kristallstruktur wandert und diese bei einer anschließenden Verformungsspannung blockiert.
Es ist daher bekannt, dass ein Bake-Hardening-Effekt bei einem normalen C-Gehalt (0,02
- 0,20 Gew.%) nur dann auftreten kann, wenn ein kaltgewalzter Stahl im Durchlaufverfahren
rekristallisierend geglüht wird, weil bei der dabei verwendeten hohen Abkühlgeschwindigkeit
eine Verbindung des freien, gelösten Kohlenstoffs mit Eisen zur Bildung von Zementit
unterbunden wird. Bei der Durchführung des rekristallisierenden Glühens in einem Haubenglühofen
im festen Bund entstehen so geringe Abkühlgeschwindigkeiten, dass kein freier Kohlenstoff
in dem Gefüge verbleibt, sodass der resultierende Stahl nicht altert und keinen Bake-Hardening-Effekt
aufweist.
[0008] Bei den früheren nicht kontinuierlichen Blockgießverfahren konnte unberuhigter Stahl
verwendet werden. Von daher ist es bekannt, dass eine Alterung grundsätzlich mit freiem
Stickstoff in der Gefügestruktur auftritt. Dabei treten weitere nachteilige Eigenschaften
des Stahls auf. Da das beim Stranggießverfahren für die Beruhigung verwendete Aluminium
hoch affin zu Stickstoff ist und den freien Stickstoff sofort abbindet, spielt dieser
Effekt in der Praxis für heutige beruhigte Walzstähle keine Rolle mehr.
[0009] Demgemäß sind Walzstähle der eingangs genannten Art, die einen Bake-Hardening-Effekt
aufweisen, grundsätzlich nur mit einem normalen C-Gehalt (C ≥ 0,01 Gew.%) in einer
Durchlaufglühe herstellbar. Eine Alternative besteht darin, den C-Gehalt im Vakuum-Verfahren
deutlich unter 0,01 Gew.% abzusenken. In diesem Fall ist es möglich, auch bei geringen
Abkühlgeschwindigkeiten nach einer rekristallisierenden Glühung freien Kohlenstoff
in der sich bildenden Kristallstruktur zu erhalten, weil die Diffusionswege des freien
Kohlenstoff zu freien Eisenatomen aufgrund der geringen Kohlenstoffkonzentration so
groß geworden sind, dass ein nennenswerter Teil der freien Kohlenstoffatome ungebunden
in der Kristallstruktur verbleibt und den Bake-Hardening-Effekt bewirken kann.
[0010] Es ist daher nicht möglich, Stähle ohne besondere Herstellungsverfahren, insbesondere
gut umformbare, weiche haubengeglühte Güten, mit einem Bake-Hardening-Effekt herzustellen.
Gleiches gilt für Warmbandstähle, die ebenfalls keinen freien C-Gehalt aufweisen und
daher keinen darauf beruhenden Bake-Hardening-Effekt ausbilden können.
[0011] US 2003/0015263 A1 offenbart ein Verfahren und einen Walzstahl der eingangs erwähnten Art. Dabei wird
ein Mindestgehalt an Aluminium von 0,001 Gew.% erwähnt, gleichzeitig jedoch zum Ausdruck
gebracht, das Aluminium als Desoxydationsmittel für den Stahl eingesetzt wird. Da
ein anderes Desoxydationsmittel nicht angegeben ist, sind Aluminiumkonzentrationen
weit oberhalb von 0,005 Gew.% erforderlich, wenn eine vollständige Beruhigung des
Stahls stattfinden soll. Für vakuum-entkohlte Stähle, wie sie in den Tabellen 1 und
6 dieser Druckschrift angegeben sind, beträgt die geringste Aluminiumkonzentration
0,009 Gew.%. Dabei hat der Stahl einen C-Gehalt von 0,0020 Gew.% und niedriger. Für
nicht vakuum-entkohlte Stähle ist der Aluminiumgehalt regelmäßig höher. In einem Beispiel
der Tabelle 15 findet sich ein Aluminiumgehalt von 0,004 Gew.%, dabei ist der Siliziumgehalt
mit 0,01 Gew.% angegeben, sodass kein vollständig beruhigter Stahl vorliegen kann.
Im Übrigen enthalten die beispielhaft angegebenen Stähle überwiegend Zusatz-Legierungselemente,
insbesondere selten Erde-Legierungselemente oder Molybdän, Titan, Bor, Kupfer, Nickel,
Chrom, Vanadium usw. Die betroffenen Ausführungsbeispiele für Stähle, die gemäß Tabelle
15 als geeignet für einen guten BH-Wert angesehen, setzen ein besonderes rekristallisierendes
Glühen voraus, das aus einer Kombination eines Haubenglühens und eines Durchlaufglühens
besteht und daher einen hohen Anlagenaufwand erfordert. Das erfindungsgemäße Verfahren
wird entweder mit einem Haubenglühen oder mit einem kontinuierlichen Glühen vorgenommen.
[0012] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Herstellung eines beruhigten, unlegierten
oder mikrolegierten kalt gewalzten Walzstahls mit einem verbesserten Bake-Hardening-Effekt
zu ermöglichen, wobei die erstmalige Ermöglichung eines Bake-Hardening-Effekts für
bestimmte Stahlgüten eingeschlossen sein soll.
[0013] Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß das Verfahren der eingangs erwähnten
Art dadurch gekennzeichnet, dass ein Stahl der Zusammensetzung (in Gew.%)
C 0,01 - 0,20
Si > 0,15
Mn < 1,40
P 0,020- 0,08
S < 0,025
Al < 0,005
optional Nb 0,01 - 0,20,
Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen
verwendet wird.
[0014] Zur Lösung der genannten Aufgabe ist ferner ein Walzstahl der eingangs erwähnten
Art gekennzeichnet durch die Zusammensetzung (in Gew.%)
C 0,01 - 0,20
Si > 0,15
Mn < 1,40
P 0,02 - 0,08
S < 0,025
Al < 0,005
optional Nb 0,01 - 0,20,
Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen
verwendet wird.
[0015] Die erfindungsgemäße Ausbildung des Bake-Hardening-Effekts mit freiem, gelösten Stickstoff
bei einem beruhigten Walzstahl setzt grundlegende Änderungen der bisherigen Herstellungspraxis
derartiger beruhigter Walzstähle voraus. Die Beruhigung des Walzstahls darf nicht
mehr mit einem Überschussanteil an Aluminium erfolgen, weil der Überschussanteil an
Aluminium das Verbleiben eines Gehalts an freiem Stickstoff im Stahl wegen der hohen
Stickstoffaffinität des Aluminiums unterbindet. Demzufolge muss die Beruhigung des
Stahls entweder mit einem anderen Mittel als mit Aluminium erfolgen oder der Stahl
muss mit einer "Vorberuhigung" mit Aluminium hergestellt werden, wobei die Zugabe
von Aluminium etwas unterstöchiometrisch erfolgt, sodass eine Restberuhigung mit einem
anderen Legierungselement, vorzugsweise mit Silizium, vorgenommen wird. Alternativ
kann eine Vorberuhigung auch mit einer Vakuumbehandlung erzielt werden. Die Durchführung
der vollständigen Beruhigung mit Silizium ist möglich, wegen der hierfür benötigten
hohen Zugabemengen jedoch nicht bevorzugt.
[0016] Der erfindungsgemäß hergestellte Stahl ist somit vorzugsweise frei von Aluminium,
d.h. der Aluminium-Gehalt liegt unter 0,01 Gew.%, vorzugsweise unter 0,005 Gew.%.
Sollte der Aluminium-Gehalt höher liegen, muss der dadurch abgebundene Anteil an freiem
Stickstoff berücksichtigt werden, sodass die Stahlschmelze mit einem deutlich höheren
Anteil an freiem, gelösten Stickstoff hergestellt werden muss, um den erfindungsgemäß
vorgesehenen Anteil an freiem, gelösten Stickstoff zu gewährleisten.
[0017] Es hat sich gezeigt, dass durch die erfindungsgemäße Maßnahme, die eine völlig neue
Art der Stahlherstellung für einen Stranggussstahl erfordert, ein gewisser Bake-Hardening-Effekt
aufgrund des freien, gelösten Stickstoffs erzielbar ist. Dieser Effekt ist aber in
vielen Fällen für praktische Anwendungen nicht ausreichend. Es hat sich gezeigt, dass
die Zugabe wenigstens eines weiteren Legierungselements den auf dem freien Stickstoff-Gehalt
beruhenden Bake-Hardening-Effekt entscheidend vergrößern kann. Dies kann darauf zurückgeführt
werden, dass das geeignete weitere Legierungselement die Diffusion des freien Stickstoffs
(zu den Versetzungen) begünstigt. Als besonders geeignetes Legierungselement hierfür
hat sich Phosphor mit einem Anteil ≥ 0,020 Gew.%, insbesondere ≥ 0,025 Gew.%, herausgestellt.
Ein weiteres Legierungselement, das den Bake-Hardening-Effekt deutlich anhebt, ist
Niob, das, vorzugsweise in Ergänzung zu dem einen Legierungselement (vorzugsweise
Phosphor), mit einem Anteil ≥ 0,01 Gew.% enthalten ist.
[0018] Da die erfindungsgemäße (Rest-) Beruhigung des Walzstahls mit Silizium erfolgt, enthält
der erfindungsgemäße Walzstahl einen Anteil ≥ 0,15 Gew.% Silizium, vorzugsweise ≥
0,20 Gew.% Silizium.
[0019] Die vorliegende Erfindung erlaubt erstmalig ohne besonderen Aufwand die Herstellung
von im Festbund haubengeglühten Kaltbändern mit einem Bake-Hardening-Effekt, wenn
der Stahl einen normalen C-Gehalt (zwischen 0,01 bzw. 0,02 und 0,20 Gew.%) aufweist.
[0020] Die vorliegende Erfindung erlaubt ferner, diejenigen Stähle, die herkömmlich mit
einem auf freiem Kohlenstoff beruhenden Bake-Hardening-Effekt hergestellt werden,
nunmehr mit einem deutlich verbesserten Bake-Hardening-Effekt herzustellen, der erfindungsgemäß
auf der (zusätzlichen) Wirkung von freiem, gelösten Stickstoff in der Kristallstruktur
beruht. Demgemäß ist es ohne weiteres möglich, das erfindungsgemäße Verfahren auch
bei durchlaufgeglühten Walzstählen anzuwenden, um so den bereits bekannten Bake-Hardening-Effekt
durch die erfindungsgemäße Maßnahme deutlich zu verstärken.
[0021] Bevorzugte chemische Zusammensetzungen der erfindungsgemäßen Stähle ergeben sich
aus den nachstehend angegebenen Grenzwerten:
| C |
0,01-0,20 Gew.% |
| Si |
0,15-0,70 Gew.% |
| Mn |
0,15-1,40 Gew.% |
| P |
0,020-0,080 Gew. % |
| S |
0,003-0,025 Gew.% |
| Al |
max. 0,005 Gew.% |
| Nfrei |
min. 0,0010Gew.% |
| Nb |
max. 0,09 Gew.% |
[0022] Die erfindungsgemäßen Stähle weisen die bemerkenswerte Eigenschaft auf, dass der
auf dem freien Stickstoff beruhende Bake-Hardening-Effekt nur bei einer Temperaturbehandlung
nach einer vorherigen Verformung (BH2) auftritt.
[0023] Eine Alterung bei Raumtemperatur oder ohne vorherige Verformung tritt somit nicht
in dem Maße wie bei einer Kohlenstoffalterung auf. Ein unerwünschter Alterungsvorgang
bei nicht zu langer Lagerung des Stahls ist daher nicht zu befürchten.
[0024] Ferner lässt sich bei dem erfindungsgemäßen Stahl die Korngröße durch den Anteil
des weiteren Legierungselements, insbesondere durch Phosphor, steuern. Im Vergleich
zu aluminiumberuhigten Stählen lässt sich ein gleichfeines oder sogar ein feineres
Korn bei dem erfindungsgemäßen Stahl herstellen.
[0025] Der Gesamtgehalt an Stickstoff beträgt bei dem erfindungsgemäßen Stahl ≤ 0,0090 Gew.%,
bevorzugt ≤ 0,075 Gew.%, insbesondere < 0,0045 Gew.%. Bevorzugt wird der bei der Herstellung
der Schmelze vorhandene Stickstoffgehalt (0,0040 ≤ N
ges. ≤ 0,0060 Gew.%) genutzt, von einer Zulegierung von N somit abgesehen.
[0026] Im Folgenden soll die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert
werden. Es wurden kaltgewalzte Stähle mit einer rekristallisierenden Glühung im Festbund
im Haubenofen einerseits und in einer Durchlaufglühe andererseits hergestellt. Die
verwendeten chemischen Zusammensetzungen ergeben sich aus der nachstehenden Tabelle
1, wobei die Zusammensetzung der Nummer 1-5 Vergleichsstähle sind.
| Lfd. Nr. |
Glühung |
Figur |
C |
Mn |
S |
N |
Si |
P |
Al |
Nb |
| 1 |
H |
1 |
0,028 |
0,14 |
0,003 |
0,0090 |
0,70 |
0,005 |
0,004 |
- |
| 2 |
H |
2 |
0,039 |
0,25 |
0,003 |
0,0065 |
0,33 |
0,005 |
0,004 |
- |
| |
D |
8 |
|
|
|
|
|
|
|
|
| 3 |
H |
3 |
0,039 |
0,25 |
0,003 |
0,0072 |
0,34 |
0,005 |
0,004 |
0,028 |
| |
D |
9 |
|
|
|
|
|
|
|
|
| 4 |
H |
4 |
0,059 |
0,23 |
|
0,0065 |
0,60 |
0,004 |
0,004 |
- |
| |
D |
10 |
|
|
|
|
|
|
|
|
| 5 |
H |
5 |
0,059 |
0,23 |
0,003 |
0,0075 |
0,58 |
0,004 |
0,003 |
0,024 |
| |
D |
11 |
|
|
|
|
|
|
|
|
| 6 |
H |
6 |
0,024 |
0,21 |
0,002 |
0,0082 |
0,28 |
0,054 |
0,005 |
- |
| 7 |
H |
7 |
0,026 |
0,21 |
0,002 |
0,0084 |
0,56 |
0,054 |
0,004 |
- |
H = Glühung im Festbund im Haubenofen
D = Glühung in der Durchlaufglühe |
[0027] Eine Übersicht der dabei entstandenen technologischen Eigenschaften ist in den Figuren
1 bis 11 (wie in der Tabelle 1 angegeben) dargestellt worden, und zwar jeweils für
eine Haspeltemperatur nach dem Warmwalzen von 500°C (jeweils linke Säule) und von
700°C (jeweils rechte Säule).
[0028] Figur 1 betrifft einen Vergleichsstahl mit einem normalen C-Gehalt von 0,028 Gew.%
und zu vernachlässigenden Anteilen an Schwefel, Phosphor und Aluminium. Der Stahl
ist mit Silizium (end-) beruhigt worden und weist einen Anteil von freiem, gelösten
Stickstoff von 0,0090 Gew.% auf. Er ist aufgrund seiner Streckgrenze von knapp 300
N/mm
2 bereits ein höherfester Stahl und weist einen deutlichen, wenn auch nicht hohen BH2-Effekt
(25 bis 30 N/mm
2) bei beiden Haspeltemperaturen nach der Durchführung der Haubenglühung auf.
[0029] Figur 2 zeigt die Ergebnisse für einen in der Zusammensetzung nicht prinzipiell variierten
Stahl. Der Vergleich mit Figur 3 lässt erkennen, dass die Zugabe von Niob (0,028 Gew.%)
hier zu einem deutlich erhöhten BH2-Effekt, insbesondere für die niedrige Haspeltemperatur
von 500°C führt. Der Vergleich mit den Figuren 8 und 9, die die Ergebnisse bei gleicher
Zusammensetzung nach einer Durchlaufglühung verdeutlichen, zeigt, dass die Erhöhung
der BH2-Werte durch die Zugabe von Niob nur bei der Haubenglühung, nicht jedoch bei
der Durchlaufglühung erreicht wird. Bei der Durchlaufglühung, bei der ein Teil des
BH2-Effektes durch freien Kohlenstoff bewirkt wird, ist die Zugabe von Niob für den
BH2-Effekt schädlich, da Niob einen Teil des freien Kohlenstoffs zu Carbid abbindet,
was sich in der Erhöhung der Festigkeitswerte Rp 0,2 und Rm und in der Verringerung
der Dehnungswerte Ag und A80 niederschlägt.
[0030] Die gleiche Aussage lässt sich den Figuren 4 und 5 für die Haubenglühung einerseits
und 10 und 11 für die Durchlaufglühung andererseits entnehmen. Die Figuren 4 und 5
verdeutlichen ferner, dass der den BH2-Wert erhöhende Einfluss von Niob geringer wird,
wenn der Silizium-Anteil sich relativ erhöht. Bei der Zusammensetzung in den Figuren
4 und 5 ist der Silizium-Anteil nahezu doppelt so hoch wie bei den Vergleichsfiguren
2 und 3.
[0031] Figur 6 zeigt, dass eine deutliche Erhöhung des BH2-Wertes durch eine erfindungsgemäße
Zugabe von Phosphor (hier 0,054 Gew.%) erzielt werden kann.
[0032] Figur 7 verdeutlicht, dass nach der Zugabe von Phosphor eine Erhöhung des Silizium-Anteils
keine positive Auswirkung auf den BH2-Wert hat. Festzustellen ist lediglich ein Ansteigen
der Festigkeitswerte bei einem gleichzeitigen Abfall der für die Verformbarkeit wesentlichen
Parameter, nämlich Ag, A80 und n-Wert.
[0033] Während die bisher dargestellten Ergebnisse auf Laborexperimenten beruhten, ist zusätzlich
eine Betriebsschmelze unter industriellen Fertigungsbedingungen erstellt worden mit
folgender erfindungsgemäßer chemischer Zusammensetzung in Gew.%.
| C |
Mn |
S |
N |
Si |
P |
Al |
N-frei |
| 0,061 |
0,26 |
0,008 |
0,0027 |
0,28 |
0,051 |
0,003 |
0,0012 |
[0034] Aus der Schmelze ist ein haubengeglühter elo-verzinkter Stahl hergestellt worden.
Die dabei erzielten mechanisch-technologischen Eigenschaften des Stahlbandes sind
in den Figuren 12 bis 15 aufgetragen.
[0035] Die Figuren 16 bis 18 zeigen Änderungen der mechanisch-technologischen Eigenschaften
des Stahls gemäß den Figuren 12 bis 15 durch eine Wärmebehandlung bei 250° C für drei
Minuten, wie sie bei einer Kunststoff-Bandbeschichtung typischerweise auftritt.
[0036] Die Figuren 19 bis 22 verdeutlichen die Messwerte für aus derselben Schmelze hergestelltes
feuerverzinktes Stahlband und die Figuren 23 bis 25 die Änderungen der gemessen Werte
durch eine Wärmebehandlung beim 250° C über drei Minuten, wie sie für eine Kunststoff-Bandbeschichtung
typischerweise auftritt.
[0037] Das in der oben angegebenen Zusammensetzung hergestellte Stahlband ist in üblicher
Weise warmgewalzt und danach durch Kühlung auf eine Haspeltemperatur von 500° C bzw.
700° C abgekühlt worden. Nach der Abkühlung im Haspel sind in üblicher Weise Kaltwalzschritte
erfolgt, durch die das Stahlblech einer Kaltverformung von deutlich über 50 % unterworfen
worden ist. Das aufgewickelte Kaltband ist im Coil in einem Haubenofen bei einer Temperatur
unter 720° C (A1) rekristallisierend geglüht worden und im Haubenofen unter quasi
isothermen Bedingungen abgekühlt worden.
[0038] In den Figuren 12 ff. sind gemessene Werte am Bandanfang (A), in der Bandmitte (M)
und am Bandende (E) dargestellt, wobei die jeweils linke Säule eine in Längsrichtung
des Bandes genommene Probe und die rechte Säule jeweils eine in Querrichtung genommene
und geprüfte Probe darstellt.
[0039] Es zeigt sich, dass hohe Festigkeitswerte (untere Streckgrenze ReL) ≥ 260 N/mm
2 auch bei einer hohen Haspeltemperatur erreicht werden. Die Zugfestigkeit (Rm) liegt
im Bereich von 400 N/mm
2.
[0040] Die für die Umformeigenschaften wichtigen Parameter A80, Ag, n-Wert und r-Wert zeigen
hohe Werte, die die gute Verformbarkeit des Stahlbandes kennzeichnen. Der Stahl weist
trotz der Haubenglühung einen BH2-Wert von etwa 40 N/mm
2 bei der niedrigen Haspeltemperatur und deutlich über 40 N/mm
2 bei der höheren Haspeltemperatur auf, wie dies in Figur 14 erkennbar ist. Demgegenüber
sind die BH0-Werte, zumindest für die niedrige Haspeltemperatur, eher vernachlässigbar.
[0041] Es bestätigt sich daher, dass durch die vorliegende Erfindung ein BH2-Effekt ohne
zusätzlichen Aufwand erzielbar ist, der auf der Existenz von freien, gelöstem Stickstoff
beruht.
[0042] Die Korngröße liegt für die hohe Haspeltemperatur über ASTM 9, während sie für die
niedrigere Haspeltemperatur deutlich über ASTM 10 liegt. Erkennbar ist, dass ein praktisch
ideal rundes Korn entsteht, da in Längs- und Querrichtung völlig identische Korngrößen
gemessen werden.
[0043] Die Figuren 16 bis 18 verdeutlichen die Änderungen der angegebenen Parameter nach
der Durchführung einer Wärmebehandlung, wie sie bei einer Bandbeschichtung üblich
ist, also eine Wärmebehandlung für etwa drei Minuten bei ca. 250°C.
[0044] Es zeigt sich, dass dabei der BH2-Effekt "verbraucht" wird, sodass die Werte für
die obere und untere Streckgrenze entsprechend ansteigen. Überraschend ist dabei,
dass gemäß Figuren 17 und 18 allenfalls geringe Änderungen der für die Umformung wesentlichen
Parameter stattfindet. Die Änderungen der Dehnungswerte bewegen sich in der Größenordnung
von maximal 3 %, während die Änderung der n-Werte und der r-Werte in der Größenordnung
von unter 10 % liegen, wobei sich der r-Wert regelmäßig sogar verbessert.
[0045] Die Figuren 19 bis 22 verdeutlichen die mechanisch-technologischen Parameter für
ein nach dem wie oben erfolgten Warmwalzen, Haspeln und Kaltwalzen in einer Durchlaufglühe
rekristallisierend geglühtes Stahlband, das dabei feuerverzinkt worden ist. Bekanntlich
weist ein derartig behandeltes Stahlband höhere Festigkeitswerte auf und lässt sich
mit einem guten BH2-Wert erstellen, der abhängig von der Festigkeit üblicherweise
in der Größenordnung von 40 N/mm
2 liegt. Demgegenüber ist der erfindungsgemäß erzielte BH2-Wert gemäß Figur 21 wesentlich
höher und liegt bei 80 bis 90 N/mm
2. Ein derartiger BH2-Wert ist bisher nicht mit üblichen Fertigungsmethoden erzielbar
gewesen. Die Korngröße liegt, je nach Haspeltemperatur bei ASTM 8,5 bis 9,5, also
im Bereich eines feinkörnigen Stahls.
[0046] Das wie für den haubengeglühten Stahl beschriebene Experiment zum "Verbrauchen" des
BH-Effektes führt gemäß den Figuren 23 bis 25 zu einer erheblichen Erhöhung der Festigkeitswerte
ohne eine merkbare Beeinträchtigung der Umformwerte, wobei der für die Umformung wesentliche
n-Wert tendenziell sogar noch verbessert wird. Bemerkenswert sind ferner die sehr
guten Umformkennwerte, die sich in den hohen Werten für die Gleichmaßdehnung Ag, für
die Dehnung A80, den n-Wert und die überraschend sehr hohen r-Werte in Querrichtung
(1,5 bis > 1,6) manifestieren. Demgemäß steht ein Stahl zur Verfügung, der hohe Festigkeitswerte
liefert, mit diesen hohen Festigkeitswerten aber umformbar ist wie ein wesentlich
weicherer Stahl.
[0047] Der in der beschriebenen Zusammensetzung angegebene niedrige Gehalt von 0,0012 Gew.%
freien Stickstoff dürfte für die festgestellte Vermeidung der Reckalterung bedeutsam
sein. Bevorzugt ist somit ein freier N-Gehalt, der zwischen 0,0010 und 0,0020 Gew.%
liegt.
[0048] Zusammenfassend ist festzustellen, dass durch die Erfindung ein haubengeglühtes Stahlband
erstellt werden konnte, das bei relativ hohen Festigkeitswerten sehr gute Umformwerte
und dabei einen deutlichen BH2-Effekt aufweist. Es entsteht ein feinkörniges Gefüge
mit ASTM-Korngrößen 9,25 bis 10,75. Die Feinkörnigkeit des unlegierten Stahls ist
vergleichbar mit der Feinkörnigkeit, die sonst mit einem mikrolegierten Stahl erzielt
wird.
[0049] Es entsteht ein homogenes Gefüge, dessen Körngröße in Längsrichtung und Querrichtung
gleich groß ist.
[0050] Für einen feuerverzinkten, durchlaufgeglühten Stahl werden hohe Festigkeitswerte
bei sehr guten Umformwerten erzielt. Dabei werden extrem hohe BH2-Werte erreicht.
[0051] In beiden Fällen (Haubenglühe, Durchlaufglühe) werden nach einer simulierten Bandbeschichtung
(Wärmebehandlung 250° C für drei Minuten) Festigkeitssteigerungen bei nur geringfügig
veränderten Umformwerten erreicht.
[0052] Zusammenfassend ist festzustellen, dass die erfindungsgemäßen Stähle mit einem Bake-Hardening-Effekt
herstellbar sind, der auf der Existenz von freiem, gelösten Stickstoff in der Kristallstruktur
beruht. Dieser Effekt wird durch eine Steuerung der Diffusion des freien Stickstoffs
erhöht, nämlich durch die erfindungsgemäße Zugabe von Phosphor und eventuell zusätzlich
Niob. Durch die Zugabe von Phosphor lässt sich die Korngröße des entstehenden Stahls
beeinflussen. Mit der Zugabe von Niob kann eine Einstellung der Festigkeit bewirkt
werden.
[0053] Die erfindungsgemäßen Stähle haben durchweg hohe Dehnungs-, r- und n-Werte, also
gute Verformungseigenschaften.
[0054] Die erfindungsgemäßen Stähle zeigen gute BH2-Werte, hingegen sehr niedrige BH0-Werte.
Der Bake-Hardening-Effekt setzt daher verwertbar nur nach einer vorherigen Verformung
ein. Die Stähle sind bei Raumtemperatur nahezu alterungsfrei, sodass eine Reckalterung
durch den freien Stickstoff nur in geringem Maße vorhanden ist.
[0055] Der gemessene BH2-Effekt wird durch die erfindungsgemäße Zugabe von P verstärkt,
da Phosphor die Stickstoff-Diffusion aktiviert. Die BH2-Werte ergeben sich sowohl
bei einer Wärmebehandlung von 120°C als auch bei 170°C.
[0056] Die Tatsache, dass der erfindungsgemäße Stahl, dessen Bake-Hardening-Effekt auf dem
Vorhandensein von freiem Stickstoff beruht, bei Raumtemperatur kaum altert, obwohl
der freie Stickstoff nicht abgebunden ist, ist überraschend. Eine Erklärung könnte
in einer Blockierung der Stickstoffdiffusion durch das Silizium liegen. Diese Blockierung
kann durch die Temperaturbehandlung nach einer Verformung und durch die erfindungsgemäße
Zugabe von Phosphor und eventuell Niob beseitigt bzw. gemildert werden.
[0057] Die den Figuren 12, 13, 15 bis 20 und 22 bis 25 zugrunde liegenden Messwerte sind
in den nachstehenden Tabellen I bis IV wiedergegeben.
Tabelle I
Kaltband 01746 haubengeglüht/verzinkt; T Ha=500°C
| * = Anlieferungszustand + 250°C/3min |
| Probenlage |
Prüfrichtung |
ReH N/mm2 |
ReL N/mm2 |
Ru N/mm2 |
Agl % |
A80 % |
n-Wert |
r-Wert |
ReH* N/mm2 |
ReL* N/mm2 |
Rm* N/mm2 |
Agl* % |
A80* % |
n* |
r* |
| A |
längs |
287 |
282 |
399 |
19,9 |
37,1 |
0,193 |
1,20 |
364 |
323 |
405 |
19,0 |
34,6 |
0,175 |
1,14 |
| |
quer |
323 |
301 |
405 |
19,8 |
36,5 |
0,198 |
1,49 |
380 |
341 |
408 |
19,2 |
34,9 |
0,178 |
1,58 |
| M |
längs |
279 |
278 |
404 |
19,7 |
34,9 |
0,193 |
1,24 |
368 |
328 |
410 |
18,4 |
33,4 |
0,175 |
1,19 |
| |
quer |
301 |
294 |
408 |
19,9 |
34,7 |
0,192 |
1,49 |
388 |
347 |
411 |
18,3 |
35,0 |
0,174 |
1,65 |
| E |
längs |
295 |
288 |
406 |
19,9 |
34,1 |
0,196 |
1,12 |
347 |
325 |
410 |
18,8 |
31,7 |
0,180 |
1,10 |
| |
quer |
326 |
306 |
406 |
19,9 |
35,3 |
0,195 |
1,52 |
383 |
340 |
412 |
18,5 |
34,9 |
0,178 |
1,78 |
Tabelle II
Kaltband 01747 haubengeglüht / verzinkt; T Ha = 700°C
| * = Anlieferungszustaud + 250°C/3min |
| Probenlage |
Prüfrichtung |
ReH N/mm2 |
ReL N/mm2 |
Rm N/mm2 |
Agl % |
A80 % |
n-Wert |
r-Wert |
ReH* N/mm2 |
ReL* N/mm2 |
Rm* N/mm2 |
Agl* % |
A80* % |
n* |
r* |
| A |
längs |
270 |
268 |
389 |
20,0 |
36,1 |
0,139 |
1,15 |
356 |
317 |
395 |
17,7 |
33,3 |
0,170 |
1,15 |
| |
quer |
299 |
284 |
392 |
19,2 |
34,5 |
0,183 |
1,63 |
380 |
336 |
401 |
18,1 |
33,7 |
0,171 |
1,75 |
| M |
längs |
265 |
265 |
384 |
17,8 |
32,8 |
0,172 |
1,22 |
359 |
319 |
394 |
17,1 |
31,1 |
0,166 |
1,21 |
| |
quer |
277 |
277 |
390 |
17,5 |
31,0 |
0,166 |
1,69 |
366 |
336 |
400 |
16,5 |
30,9 |
0,160 |
1,75 |
| E |
längs |
269 |
267 |
387 |
19,1 |
34,8 |
0,183 |
1,18 |
353 |
317 |
395 |
18,0 |
33,9 |
0,172 |
1,16 |
| |
quer |
282 |
279 |
389 |
18,2 |
34,5 |
0,170 |
1,63 |
384 |
338 |
398 |
16,6 |
33,6 |
0,159 |
1,79 |
Tabelle III
Kaltband 01746 feuerverzinkt; T Ha = 500°C
| Probenlage |
Prüfrichtung |
ReH N/mm2 |
ReL N/mm2 |
Rm N/mm2 |
Agl % |
A80 % |
n-Wert |
r-Wert |
ReH* N/mm2 |
ReL* N/mm2 |
Rm* N/mm2 |
Agl* % |
A80* % |
n* |
r* |
| A |
längs |
355 |
350 |
449 |
15,7 |
28,6 |
0,149 |
1,20 |
455 |
411 |
458 |
15,8 |
27,9 |
0,151 |
1,29 |
| |
quer |
366 |
356 |
454 |
15,3 |
28,8 |
0,143 |
1,69 |
474 |
415 |
460 |
15,4 |
26,0 |
0,148 |
1,80 |
| E |
längs |
343 |
336 |
447 |
16,7 |
30,1 |
0,154 |
1,23 |
446 |
400 |
454 |
16,4 |
27,9 |
0,156 |
1,28 |
| |
quer |
357 |
345 |
450 |
15,6 |
27,1 |
0,149 |
1,62 |
461 |
409 |
458 |
15,9 |
28,3 |
0,153 |
1,79 |
E = Coil-Mitte des ungeteilten Bandes
* = Anlieferungszustand + 250°C /3min |
Kaltband 01747 feuerverzinkt; T Ha=700°C Tabelle IV
| Probenlage |
Prüfrichtung |
ReH N/mm2 |
ReL N/mm2 |
Rm N/mm2 |
Agl % |
A80 % |
n-Wert |
r-Wert |
ReH* N/mm2 |
ReL* N/mm2 |
Rm* N/mm2 |
Agl* % |
A80* % |
n* |
r* |
| A |
längs |
304 |
296 |
419 |
19,0 |
34,0 |
0,184 |
1,14 |
380 |
345 |
428 |
18,8 |
33,7 |
0,184 |
1,18 |
| |
quer |
341 |
316 |
426 |
18,3 |
30,6 |
0,179 |
1,66 |
400 |
348 |
429 |
18,1 |
29,9 |
0,181 |
1,87 |
| M |
längs |
311 |
304 |
430 |
16,2 |
30,5 |
0,151 |
1,25 |
416 |
371 |
444 |
16,0 |
28,8 |
0,154 |
1,24 |
| |
quer |
318 |
307 |
435 |
15,3 |
28,2 |
0,147 |
1,75 |
428 |
385 |
448 |
15,4 |
28,2 |
0,150 |
1,71 |
| E |
längs |
315 |
312 |
434 |
16,5 |
28,8 |
0,154 |
1,16 |
418 |
378 |
448 |
15,9 |
28,7 |
0,155 |
1,19 |
| |
quer |
321 |
316 |
439 |
15,8 |
30,1 |
0,149 |
1,57 |
436 |
394 |
452 |
15,5 |
28,2 |
0,150 |
1,79 |
E = Coil-Mitte des ungeteilten Bandes
* = Anlieferungszustand + 230°C /5min |
1. Verfahren zur Herstellung eines beruhigten, unlegierten oder mikrolegierten Walzstahls,
der nach einem Heißwalzen mit anschließendem Aufhaspeln kalt gewalzt und anschließend
rekristallisierend geglüht wird und danach einen Bake-Hardening-Effekt zeigt, wobei
zur Erzielung des Bake-Hardening-Effekts freier, gelöster Stickstoff mit einem Anteil
von > 0,001 Gew.% verwendet wird, dadurch gekennzeichnet, dass ein Stahl der Zusammensetzung (in Gew.%)
C 0,01 - 0,20
Si ≥ 0,15
Mn ≤ 1,40
P 0,020- 0,08
S ≤ 0,025
Al ≤ 0,005
optional Nb 0,01 - 0,20,
Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen
verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das rekristallisierende Glühen als Durchlaufglühung oder als Haubenglühung im Festbund
vorgenommen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil C zwischen 0,02 und 0,20 Gew.% liegt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil an Silizium zwischen 0,20 und 0,70 Gew.% liegt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil an Phosphor zwischen 0,020 und 0,080 Gew.% liegt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein zusätzlicher Bake-Hardening-Effekt mit freiem Kohlenstoff eingestellt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der potentielle Bake-Hardening-Effekt bei einer vor der Verformung erfolgenden Wärmebehandlung
zwischen 150 und 300°C für einige Minuten zur Erhöhung der Festigkeitseigenschaften
verbraucht wird.
8. Beruhigter, unlegierter oder mikrolegierter kalt gewalzter Walzstahl mit einem Bake-Hardening-Effekt,
der einen Gehalt an freiem gelösten Stickstoff > 0,001 Gew.% aufweist, gekennzeichnet durch die Zusammensetzung (in Gew.%)
C 0,01 - 0,20
Si > 0,15
Mn < 1,40
P 0,02 - 0,08
S < 0,025
Al < 0,005
optional Nb 0,01 - 0,20,
Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen
verwendet wird.
9. Walzstahl nach Anspruch 8, mit einem Gehalt an C 0,02 - 0,20 Gew.%.
10. Walzstahl nach Anspruch 8 oder 9, gekennzeichnet durch einen Anteil an Silizium von 0,20 - 0,70 Gew.%.
11. Walzstahl nach einem der Ansprüche 8 bis 10, gekennzeichnet durch einen Anteil an Phosphor zwischen 0,020 und 0,080 Gew.%.
12. Walzstahl nach einem der Ansprüche 8 bis 11, gekennzeichnet durch BH2-Werte ≥ 75 N/mm2 bei Re-Werten ≥ 290 N/mm2 nach einer Feuerverzinkung.
13. Walzstahl nach einem der Ansprüche 8 bis 12, gekennzeichnet durch Re-Werte ≥ 330 N/mm2 bei n-Werten ≥ 0,15 und einen reduzierten BH2-Effekt.
14. Walzstahl nach Anspruch 12 oder 13, gekennzeichnet durch eine Korngröße ASTM ≥ 8,5.
15. Walzstahl nach einem der Ansprüche 8 bis 12, gekennzeichnet durch eine untere Streckgrenze ReL ≥ 260 N/mm2 und einen BH2-Wert ≥ 40 N/mm2 nach einer rekristallisierenden Haubenglühung.
16. Walzstahl nach Anspruch 15, gekennzeichnet durch n-Werte ≥ 0,17 und Körngrößen ASTM ≥ 9.
17. Walzstahl nach Anspruch 16, gekennzeichnet durch Körngrößen ASTM ≥ 10.
18. Walzstahl nach einem der Ansprüche 8 bis 17, gekennzeichnet durch eine Blechdicke von ≥ 0,05 mm.
1. Method for producing a killed, unalloyed or microalloyed rolled steel, which, after
hot rolling with subsequent coiling, is cold-rolled and subsequently subjected to
recrystallization annealing, and then exhibits a bake hardening effect, wherein the
bake hardening effect is achieved by using free, dissolved nitrogen in a proportion
of > 0.001% by weight, characterized in that use is made of a steel of the composition (in % by weight)
C 0.01 - 0.20,
Si ≥ 0.15,
Mn ≤ 1.40,
P 0.020 - 0.08,
S ≤ 0.025,
Al ≤ 0.005,
optionally Nb 0.01 - 0.20,
remainder iron and unavoidable impurities.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the recrystallization annealing is performed as continuous annealing or as batch
annealing while firmly coiled.
3. Method according to Claim 1 or 2, characterized in that the proportion of C is between 0.02 and 0.20% by weight.
4. Method according to one of Claims 1 to 3, characterized in that the proportion of silicon is between 0.20 and 0.70% by weight.
5. Method according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the proportion of phosphorus is between 0.020 and 0.080% by weight.
6. Method according to one of Claims 1 to 5, characterized in that an additional bake hardening effect is established with free carbon.
7. Method according to one of Claims 1 to 6, characterized in that the potential bake hardening effect is spent in the course of a heat treatment, taking
place before the deformation, at between 150 and 300°C for several minutes to increase
the strength properties.
8. Killed, unalloyed or microalloyed cold-rolled steel with a bake hardening effect and
having a content of free, dissolved nitrogen > 0.001% by weight, characterized by the composition (in % by weight)
C 0.01 - 0.20,
Si > 0.15,
Mn < 1.40,
P 0.02 - 0.08,
S < 0.025,
Al < 0.005,
optionally Nb 0.01 - 0.20,
remainder iron and unavoidable impurities.
9. Rolled steel according to Claim 8, having a C content of 0.02 - 0.20% by weight.
10. Rolled steel according to Claim 8 or 9, characterized by a proportion of silicon of 0.20 - 0.70% by weight.
11. Rolled steel according to one of Claims 8 to 10, characterized by a proportion of phosphorus of between 0.020 and 0.080% by weight.
12. Rolled steel according to one of Claims 8 to 11, characterized by BH2 values ≥ 75 N/mm2 with Re values ≥ 290 N/mm2 after hot-dip galvanizing.
13. Rolled steel according to one of Claims 8 to 12, characterized by Re values ≥ 330 N/mm2 with n values ≥ 0.15 and a reduced BH2 effect.
14. Rolled steel according to Claim 12 or 13, characterized by a grain size ASTM ≥ 8.5.
15. Rolled steel according to one of Claims 8 to 12, characterized by a lower yield strength ReL ≥ 260 N/mm2 and a BH2 value ≥ 40 N/mm2 after recrystallization batch annealing.
16. Rolled steel according to Claim 15, characterized by n values ≥ 0.17 and grain sizes ASTM ≥ 9.
17. Rolled steel according to Claim 16, characterized by grain sizes ASTM ≥ 10.
18. Rolled steel according to one of Claims 8 to 17, characterized by a sheet thickness of ≥ 0.05 mm.
1. Procédé pour la fabrication d'un acier laminé, calmé, non allié ou micro-allié qui,
après un laminage à chaud avec embobinage successif, est laminé à froid et ensuite
recuit de recristallisation et présente ensuite un effet de durcissement par cuisson
("Bake-Hardening"), dans lequel on emploie pour atteindre l'effet de durcissement
sous recuit, de l'azote libre soluté avec une part > 0,001 % en poids,
caractérisé en ce que l'on utilise un acier présentant la composition suivante (en pourcentages en poids)
C 0,01 - 0,20
Si ≥ 0,15
Mn ≤ 1,40
P 0,020 - 0,08
S ≤ 0,025
Al ≤ 0,005
en option Nb 0,01 - 0,20,
le reste étant du fer et des impuretés inévitables.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le chauffage au rouge avec recristallisation est exécuté sous forme de chauffage
en continu ou de chauffage sous cloche en bobine solide.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la part de C est entre 0,02 et 0,20 % en poids.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la part de silicium est entre 0,20 et 0,70 % en poids.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la part de phosphore est entre 0,020 et 0,080 % en poids.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'on établit un effet de durcissement par cuisson supplémentaire avec du carbone
libre.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que l'effet de durcissement par cuisson potentiel est exploité lors d'un traitement à
chaud, effectué avant la déformation, entre 150 et 300°C pendant quelques minutes
pour augmenter les propriétés de solidité.
8. Acier à laminer calmé, non allié ou micro-allié laminé à froid présentant un effet
de durcissement par cuisson ("Bake-Hardening"), qui présente une teneur en azote libre
soluté > 0,001 % en poids, caractérisé par la composition suivante (en pourcentages en poids)
C 0,01 - 0,20
Si > 0,15
Mn < 1,40
P 0,020 - 0,08
S < 0,025
Al < 0,005
en option Nb 0,01 - 0,20,
le reste étant du fer et des impuretés inévitables.
9. Acier à laminer selon la revendication 8, présentant une teneur en C de 0,02 à 0,20
% en poids.
10. Acier à laminer selon la revendication 8 ou 9, caractérisé par une part de silicium de 0,20 à 0,70 % en poids.
11. Acier à laminer selon l'une des revendications 8 à 10, caractérisé par une part de phosphore entre 0,020 et 0,080 % en poids.
12. Acier à laminer selon l'une des revendications 8 à 11, caractérisé par des valeurs BH2 ≥ 75 N/mm2 pour des valeurs Re ≥ 290 N/mm2 après galvanisation à chaud.
13. Acier à laminer selon l'une des revendications 8 à 12, caractérisé par des valeurs Re ≥ 330 N/mm2 pour des valeurs n ≥ 0,15 et un effet BH2 réduit.
14. Acier à laminer selon la revendication 12 ou 13, caractérisé par une taille de grains ASTM ≥ 8,5.
15. Acier à laminer selon l'une des revendications 8 à 12, caractérisé par une limite d'allongement inférieure ReL ≥ 260 N/mm2 et une valeur BH2 ≥ 40 N/mm2 après un recuit de recristallisation sous cloche.
16. Acier à laminer selon la revendication 15, caractérisé par des valeurs n ≥ 0,17 et des tailles de grains ASTM ≥ 9.
17. Acier à laminer selon la revendication 16, caractérisé par des tailles de grains ASTM ≥ 10.
18. Acier à laminer selon l'une des revendications 8 à 17, caractérisé par une épaisseur de tôle ≥ 0,05 mm.