[0001] Die Erfindung betrifft feinteilige Erdalkalititanate, ein Verfahren zu ihrer Herstellung
durch Umsetzung von Erdalkalimetallverbindungen mit Titandioxidpartikeln. Weiterhin
betrifft die Erfindung ein mikroelektronisches Bauelement, welches ein Erdalkalititanat
enthält.
Stand der Technik:
[0002] Erdalkalititanate, insbesondere BaTiO
3, eignen sich wegen ihrer hervorragenden dielektrischen Eigenschaften zur Herstellung
von mikroelektronischen Bauelementen wie z.B. keramischen Vielschichtkondensatoren
(MLCC).
[0003] Erdalkalititanate können durch Synthesemethoden, die über Festkörperreaktionen ablaufen,
und durch nasschemische Methoden hergestellt werden.
[0004] Hennings (
J. Am. Ceram. Soc. 84 (2001) 2777-2782) beschreibt eine Festkörperreaktion zur Herstellung von BaTiO
3 aus TiO
2 mit einer Partikelgröße von 200 nm durch Kalzinieren mit BaCO
3 bei 900 bis 1200 °C. Das auf diese Weise hergestellte BaTiO
3 ist allerdings sehr stark agglomeriert mit Kristallitgrößen von 200 nm bis 1
µm und muss durch Mahlen desintegriert werden.
[0005] Aus Untersuchungen zum Bildungsmechanismus über Festkörperreaktionen (
A. Beauger, J.C. Mutin, J.C. Niepce, J. Mater. Sci. 18 (1983), 3543-3550;
J.C. Niepce, G. Thomas, Solid State Ionics 43 (1990) 69-76;
D.F. Hennings, B.S. Schreinemacher, H. Schreinemacher, J. Am. Ceram. Soc. 84 (2001)
2777-2782) ist bekannt, dass die Bildungsreaktion hauptsächlich durch Diffusion von Ba
2+- und O
2--Ionen in die TiO
2-Partikel erfolgt, das heißt die Morphologie der BaTiO
3-Partikel wird hauptsächlich durch die Morphologie der TiO
2-Partikel bestimmt. Andererseits müssen die Barium- und Oxid-Ionen bei solchen Temperaturen
vorhanden sein, die einerseits die Diffusion ermöglichen, aber andererseits Kristallwachstumsprozesse
der TiO
2- bzw. BaTiO
3- Partikeln nur in sehr geringem Umfang gestatten.
[0006] DE 3635532 (D. Hennings, H. Schreinemacher) offenbart ein nasschemisches Verfahren zur Herstellung von BaTiO
3 durch Kopräzipitation von Barium- und Titanverbindungen und anschließendes Kalzinieren.
Dieses Verfahren ist sehr aufwändig und teuer, ebenso wie die hydrothermale Herstellung
von BaTiO
3 aus Ba(OH)
2 oder löslichen Ba-Verbindungen und TiO
2 unter Verwendung von Mineralisatoren, z.B. KOH, NaOH (
J. H. Lee, H.H. Nersiyan, C. W. Won, J. Mater. Sci. 39 (2004) 1397-1401,
J. Moon, J. A. Kerchner, H. Karup, J. H. Adair, J. Mater. Res. 14 (1999) 425-435).
[0007] In
US2004/0028601 A1 wird die Umsetzung von Bariumhydroxid mit feinteiligem Titandioxid beschrieben. Hierbei
wird zunächst das Bariumhydroxid-Octahydrat geschmolzen, wobei eine hochkonzentrierte
wässrige Lösung von Bariumionen entsteht, die dann mit Titandioxid umgesetzt werden.
Hierbei handelt es sich also nicht um eine Festkörperreaktion. Das dabei entstandene
kubische BaTiO3 muss deshalb in einem nachfolgenden Schritt durch Kalzinierung in
die tetragonale Modifikation überführt werden.
[0008] In
EP1415955 werden hochreine Bariumtitanate mit einer BET-Oberfläche von mehr als 0,1 und nicht
mehr als 9,7 m
2/g sowie deren Einsatz in einem dielektrischen keramischen Kondensator offenbart.
[0009] EP0250085 offenbart eine Methode, bei der Titandioxid durch Reaktion mit Bariumhydroxid in
einem protischen Lösungsmittel bei einer Temperatur von mindestens 100 °C zu Bariumtitanat
umgesetzt wird.
Zusammenfassung der Erfindung:
[0011] Vor dem Hintergrund dieses Standes der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die
Aufgabe zu Grunde, feinteilige, hochreine und wirtschaftlich herstellbare Erdalkalititanate
sowie ein Verfahren zu ihrer Herstellung unter Verwendung einfacher titanhaltiger
Substrate bereitzustellen.
[0012] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß
[0013] gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung von Erdalkalititanaten durch Umsetzung
von Erdalkalimetallverbindungen mit Titandioxidpartikeln mit einer BET-Oberfläche
von mehr als 50 m
2/g, wobei die Titandioxidpartikel einen Sulfatgehalt < 1,5 Gew.%, einen Chloridgehalt
von < 1000 ppm und einen Kohlenstoffgehalt von < 1000 ppm aufweisen.
[0014] Die Aufgabe wird ferner gelöst durch die Bereitstellung eines Erdalkalititanats,
welches durch das erfindungsgemäße Verfahren herstellbar ist. Das Erdalkalititanat
kann eine BET-Oberfläche von 5 bis 100 m
2/g und keine in das Kristallgitter eingebaute Hydroxylgruppen aufweisen.
[0015] Die Erfindung umfasst zudem die Bereitstellung eines mikroelektronischen Bauelementes
umfassend ein erfindungsgemäßes Erdalkalititanat.
Abbildungen:
[0016]
- Abb.1:
- Röntgendiffraktogramm von Titanoxidhydrat (BET: 271 m2/g)
- Abb.2:
- Röntgendiffraktogramm von Bariumtitanat aus Titanoxidhydrat (BET: 271 m2/g) und Ba(OH)2 (kalziniert bei 400°C)
- Abb.3:
- Thermische Analyse (DSC - differential scanning calorimetry, TG - Thermogravimetrie,
DTG - Differenz-TG) des Ausgangsstoffes Ba(NO3)2 (oben) und des Gemenges mit Titanoxidhydrat (unten)
- Abb.4:
- Röntgendiffraktogramm des Produkts aus gröberem Titanoxid (BET: 6 m2/g) und Ba(OH)2 (kalziniert bei 400°C)
- Abb.5:
- Spezifischer Widerstand von BaTiO3-Keramiken, gesintert bei 1400 °C, mit unterschiedlichem Kompensationsgrad des Nb
mit Al
Genaue Beschreibung der Erfindung:
1.1 Die Titandioxidpartikel
[0017] Die erfindungsgemäß verwendeten Titandioxidpartikel weisen eine BET-Oberfläche von
mehr als 50 m
2/g, vorzugsweise weniger als 450 m
2/g, besonders bevorzugt 200 bis 380 m
2/g, insbesondere bevorzugt 250 bis 350 m
2/g, auf. Die Bestimmung der BET-Oberfläche erfolgt dabei nach DIN ISO 9277 mittels
N
2 bei 77 K an einer bei 140 °C während 1 Stunde entgasten und getrockneten Probe aus
den Titandioxidpartikeln. Die Auswertung erfolgt über Mehrpunktbestimmung (10-Punkt-Bestimmung).
[0018] Die erfindungsgemäß verwendeten Titandioxidpartikel sind regelmäßig Titanoxidhydratpartikel,
d.h. die Partikel enthalten chemisorbiertes Wasser und gegebenenfalls H
2SO
4 und/oder weitere anorganische und/oder organische Bestandteile.
[0019] Vorzugsweise enthalten die Titandioxidpartikel 0,4 bis 25 Gew.-%, besonders bevorzugt
2 bis 10 Gew.-%, Wasser.
[0020] Der H
2SO
4-Gehalt der Titandioxidpartikel beträgt vorzugsweise weniger als 1,5 Gew.-%, bevorzugter
weniger als 1,0 Gew.%, noch bevorzugter weniger als 0,4 Gew.%, besonders bevorzugt
zwischen 0,01 bis 0,3 Gew.-%, insbesondere bevorzugt zwischen 0,01 bis 0,08 Gew.-%,
jeweils bezogen auf TiO
2.
[0021] Die angegebenen und alle nachfolgend aufgeführten Gewichtsprozentangaben der Inhaltsstoffe
des Titandioxids beziehen sich auf eine nach ISO 787 Teil 2 getrocknete Probe.
[0022] Die Bestimmung des H
2O-Gehalts der Titandioxidpartikel kann nach folgender Gleichung erfolgen:
H
2O-Gehalt (%) = Glühverlust (%) - H
2SO
4-Gehalt (%)
[0023] Hierbei ist der Glühverlust der Gewichtsverlust einer nach ISO 787 Teil 2 getrockneten
Probe nach einstündigem Glühen bei einer Temperatur von 1000°C. Der H
2SO
4-Gehalt wird auf Grundlage der analytischen Bestimmung des Schwefelgehalts der nach
ISO 787 Teil 2 getrockneten Probe ermittelt.
Die Bestimmung des Schwefelgehalts erfolgt durch Verbrennung und gaschromatographische
Detektion der Verbrennungsgase mittels Wärmeleitfähigkeitsdetektion (WLD).
[0024] Näherungsweise kann der H
2O-Gehalt der Titandioxidpartikel auch mit dem Glühverlust nach einstündigem Glühen
der nach ISO 787 Teil 2 getrockneten Probe bei 500°C gleichgesetzt werden.
[0025] Eine exakte Bestimmung des H
2O-Gehalts der Titandioxidpartikel kann beispielsweise durch gaschromatographische
Analyse der flüchtigen Bestandteile erfolgen, welche nach einstündigem Glühen bei
einer Temperatur von 1000°C einer nach ISO 787 Teil 2 getrockneten Probe entstehen.
[0026] Vorzugsweise beträgt der Kohlenstoffgehalt der Titandioxidpartikel weniger als 1000
ppm, besonders bevorzugt weniger als 500 ppm, insbesondere bevorzugt weniger als 50
ppm, bezogen auf TiO
2. Die Bestimmung des Kohlenstoffgehalts erfolgt durch Verbrennung und gaschromatographische
Detektion der Verbrennungsgase mittels Wärmeleitfähigkeitsdetektion (WLD).
[0027] Der Halogenidgehalt der erfindungsgemäß verwendeten Titandioxidpartikel beträgt vorzugsweise
weniger als 1000 ppm, besonders bevorzugt weniger als 500 ppm, insbesondere bevorzugt
weniger als 50 ppm, bezogen auf TiO
2. Insbesondere beträgt der Chloridgehalt der Partikel vorzugsweise weniger als 1000
ppm, insbesondere weniger als 200 ppm, noch bevorzugter weniger als 100 ppm, besonders
bevorzugt weniger als 20 ppm, bezogen auf TiO
2.
[0028] Der Gehalt an Niob der Titandioxidpartikel kann weniger als 2000 ppm, vorzugsweise
10 bis 1000 ppm, vorzugsweise 30 bis 1000 ppm, insbesondere 50 bis 100 ppm, bezogen
auf TiO
2, betragen.
[0029] Der Gehalt an Natrium und/oder Kalium der erfindungsgemäß verwendeten Titandioxidpartikel
beträgt vorzugsweise weniger als 200 ppm, bezogen auf TiO
2.
[0030] Der Gehalt an Eisen der erfindungsgemäß verwendeten Titandioxidpartikel beträgt vorzugsweise
weniger als 100 ppm, noch bevorzugter weniger als 30 ppm, besonders bevorzugt weniger
als 10 ppm, bezogen auf TiO
2.
[0031] Die erfindungsgemäß verwendeten Titanoxidpartikel können durch Hydrolyse anorganischer
oder organischer Titanverbindungen erhalten werden. Je nach Titanverbindung und Reaktionsbedingungen
ergeben sich dabei unterschiedliche Eigenschaften der erhaltenen Titandioxide.
[0032] Durch Hydrolyse von Titanylsulfatlösung lassen sich die erfindungsgemäß verwendeten
Titanoxidpartikel in guter Qualität und kostengünstig herstellen. Die Titanoxidhydratpartikel
können jedoch auch aus Titantetrachlorid oder Titanalkoxid hergestellt werden.
[0033] Bei Titanoxidhydrat, welches durch Hydrolyse von Titanylsulfatlösung erhalten wird,
liegt eine besonders vorteilhafte Kombination von Eigenschaften vor, nämlich eine
hohe spezifische Oberfläche und eine mikrokristalline Anatasstruktur. Diese Anatasstruktur
kann aufgrund der breiten Reflexe des Röntgendiffraktogramms (s. Abb. 1) als mikrokristallines
Material identifiziert werden.
[0034] Vorzugsweise enthalten die erfindungsgemäß verwendeten Partikel daher weniger als
10 Gew.-%, besonders bevorzugt weniger als 1 Gew.-%, Rutil, bezogen auf TiO
2. Besonders bevorzugt sind Titandioxidpartikel, die im Röntgendiffraktogramm deutlich
eine Anatas-Struktur zeigen.
[0035] Die Titanoxidhydratpartikel können beispielsweise durch Hydrolyse einer schwefelsäurehaltigen
Titanylsulfatlösung erhalten werden. Je nach Herkunft und Zusammensetzung der schwefelsäurehaltigen
Titanylsulfatlösung wird bei der Hydrolyse eine schwefelsaure Suspension von Titanoxidhydrat
erhalten, welche noch unerwünschte Verunreinigungen, insbesondere Schwermetalle, enthalten
kann. In der Regel werden deshalb ein oder mehrere Reinigungsschritte vorgenommen,
um das Titanoxidhydrat von unerwünschten Verunreinigungen zu befreien.
[0037] Besonders bevorzugt wird dabei das nach der Hydrolyse erhaltene Titanoxidhydrat von
anhaftenden Verunreinigungen befreit, indem es filtriert und gewaschen und gegebenenfalls
noch zusätzlich dem Verfahrensschritt der so genannten Bleiche, einer chemischen Behandlung
mit Reduktionsmitteln zur Eliminierung von 3-wertigem Eisen, unterzogen wird.
[0038] Als Reduktionsmittel für die Bleiche eignen sich beispielsweise Aluminium(pulver),
Titanhydrid oder Natriumhydroxymethansulfinat-Dihydrat (Handelsbezeichnung: Brüggolith
®).
[0039] Die großtechnische Herstellung von Titanoxidhydrat auf Grundlage des Sulfatverfahrens
für die Titandioxidherstellung hat weiterhin den Vorteil einer.konstanten Produktqualität
und ständigen Verfügbarkeit.
[0040] Um eine besonders hohe Reinheit zu erhalten, ist es vorteilhaft, nicht die großtechnische
metallionenhaltige schwefelsäurehaltige Titanylsulfatlösung zu verwenden, sondern
eine synthetische schwefelsäurehaltige Titanylsulfatlösung, welche nur geringe Mengen
an Verunreinigungen enthält. Eine solche Titanylsulfatlösung kann beispielsweise durch
Hydrolyse von hochreinem TiCl
4 oder Titanestern und Lösen des erhaltenen Präzipitats mit Schwefelsäure hergestellt
werden. Die Herstellung eines hochreinen Titanoxidhydrats daraus kann entweder analog
zu herkömmlichen großtechnischen Prozessen oder mit spezifischen Abweichungen erfolgen.
[0041] Bevorzugt wird die anhaftende Schwefelsäure durch Umsetzung mit einer Base (z.B.
NaOH, KOH, NH
3) und anschließendes Auswaschen des entstandenen Sulfats entfernt.
Gegebenenfalls kann eine nachfolgende Eliminierung der durch die Umsetzung mit der
Base eingebrachten Kationen durch Umsetzung mit thermisch leicht zersetzbaren Säuren
(z.B. Carbonsäuren oder Salpetersäure) und anschließendes Auswaschen bewerkstelligt
werden.
[0042] Je nach gewünschter Reinheit können die oben beschriebenen Umsetzungen mehrfach wiederholt
werden.
[0043] Besonders vorteilhaft bei dem aus Titanylsulfat erhaltenen Titanoxidhydrat sind seine
hohe Reinheit bezüglich Eisen, Aluminium und anderer Metalle sowie seine extrem geringen
Gehalte an Chlorid und Kohlenstoff.
[0044] Es kann vorteilhaft sein, die Titandioxidpartikel durch einen Kalzinier- oder Temperschritt
zu behandeln, um die Teilchengröße und Reaktivität gezielt zu modifizieren. Insbesondere
kann die Umwandlung von mikrokristallinem Titanoxidhydrat in etwas größere Anatas-Kristallite
vorteilhaft sein. Dabei sollte der Kalzinier- oder Temperschritt jedoch so durchgeführt
werden, dass die besonderen Eigenschaften des Titanoxidhydrats nicht verloren gehen,
d.h. der Anteil an chemisorbiertem Wasser (z.B. in Form von Hydroxylgruppen) sollte
nicht kleiner als 0,4 Gew.-%, bevorzugt 2,0 Gew.-%, werden, um ein möglichst reaktives
Titanoxidhydrat zu erhalten.
[0045] Bei mit hohen Temperaturen kalziniertem Titanoxidhydrat geht die Reaktivität deutlich
zurück, während sich das Titanoxidhydrat zu makrokristallinem TiO
2 mit einer Kristallgröße von größer als 100 nm in der Anatas- oder Rutilmodifikation
mit einem Gehalt an chemisorbiertem Wasser von kleiner als 0,4 Gew.-% umwandelt. Außerdem
wird - wie oben bereits erwähnt - durch gröbere titanhaltige Partikel die Ausbildung
eines gröberen Erdalkalititanats induziert.
[0046] Erfindungsgemäß werden bevorzugt Titanoxidhydratpartikel verwendet, die nach einstündigem
Glühen einer nach ISO 787 Teil 2 vorgetrockneten Probe bei einer Temperatur von 1000
°C einen Glühverlust von mehr als 2 Gew.-%, bevorzugt mehr als 6 Gew.-% und/oder die
nach einstündigem Glühen bei 500 °C einen Glühverlust von mehr als 0,8 Gew.-%, bevorzugt
mehr als 1,2 Gew.-%, aufweisen.
[0047] Durch die beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahrensschritte, durch die im Vergleich
zu herkömmlichen Gasphasenprozessen ein technisch und wirtschaftlich verbesserter
Produktionsprozess zur Bildung nanopartikulärer titanoxidhydrathaltiger Materialien
zur Verfügung gestellt wird, werden Primärpartikel des Titanoxidhydrats mit einer
mittleren Teilchengröße von 3 bis 15 nm, bevorzugt 4 bis 8 nm, erhalten.
[0048] Die Primärpartikel sind kleine, näherungsweise kugelförmige, mikrokristalline Partikel
mit einer gittergestörten Anatasstruktur. Die Teilchengröße kann durch Berechnung
aus der BET-Oberfläche unter Annahme einer monomodalen Korngrößenverteilung von kugelförmigen
Partikeln ermittelt werden. Die Beziehung zwischen der mittleren Teilchengröße d und
der spezifischen Oberfläche S
BET (ermittelt nach BET) ist unter der Voraussetzung einer monomodalen Korngrößenverteilung
und kugelförmigen Partikeln durch die Gleichung

mit S
BET in m
2/g, ρ = Dichte des Partikels in g/cm
3, d in
µm gegeben. Die verwendeten Dichten sind: 6,02 g/cm
3 (für BaTiO
3), 3,90 g/cm
3 (für TiO
2 als Titanoxidhydrat oder Anatas), 4,26 g/cm
3 (für TiO
2 als Rutil).
[0049] Bei einer Analyse der Teilchengröße mittels Streulichtmessungen werden dagegen deutlich
gröbere Partikelgrößen ermittelt. Die so ermittelten Werte (ca. 0,5 - 1,5
µm) sind größer als diejenigen von nach dem Stand der Technik verwendetem TiO2 mit
ca. 0,25
µm (s. Vergleichsbeispiel 2).
[0050] Es wurde überraschend gefunden, dass die erfindungsgemäß verwendeten Titandioxidpartikel
bezüglich ihrer Eignung zur Herstellung von Erdalkalititanaten deutliche Vorteile
gegenüber herkömmlichem Titandioxid, wie z.B. handelsübliche technische Titandioxide,
aufweisen. So werden vermutlich aufgrund der hohen spezifischen Oberfläche, der geringen
Partikelgröße von Titanoxidhydrät und der hohen Reaktivität bei der Umsetzung mit
Erdalkaliverbindungen besonders feinteilige Erdalkalititanate erhalten.
[0051] Außerdem wirken sich der geringe Chlorid- und Kohlenstoffgehalt der erfindungsgemäßen
Titanoxidhydratpartikel positiv auf die Eigenschaften der Erdalkalititanate aus. Der
geringe Gehalt an Chlorid und metallischen Spurenelementen wirkt sich günstig auf
die elektrischen Eigenschaften der aus Titanoxidhydrat hergestellten Erdalkalititanate
aus, während der niedrige Gehalt an Kohlenstoff gewährleistet, dass keine intermediäre
Reduktion von TiO
2 und keine intermediäre Bildung von Erdalkalicarbonaten erfolgt und deshalb besonders
feinteilige Erdalkalititanate erhalten werden können. Insbesondere bei niedrigen Umsetzungstemperaturen
zum Erdalkalititanat ist die Anwesenheit von Halogeniden oder Kohlenstoff störend.
1.2 Die Erdalkalimetallverbindung
[0052] Die Titandioxidpartikel werden erfindungsgemäß mit einer oder mehreren Erdalkalimetallverbindungen
umgesetzt. Hierbei handelt es sich in der Regel um Salze eines der Erdalkalimetalle
Magnesium, Calcium, Strontium und/oder Barium, ggf. versetzt mit Blei oder Yttrium,
und/oder deren Mischungen. Bariumverbindungen zur Herstellung von Bariumtitanat (BaTiO
3) sind besonders bevorzugt. Die Salze umfassen Carbonate, Oxalate, Hydroxide, Oxide,
Nitrate, Halogenide wie Chloride, wie auch organische Verbindungen wie Alkoxide und
Salze von Carbonsäuren, wie z.B. Acetate.
[0053] Besonders bevorzugt sind oxidische Erdalkalimetallverbindungen oder Erdalkaliverbindungen,
die sich bei einer Temperatur unterhalb von 600°C zersetzen (z.B. unter Bildung von
Erdalkalimetalloxid). Unter den Bariumsalzen sind somit Bariumhydroxid, Bariumnitrat
sowie andere leicht zersetzliche Bariumverbindungen bzw. Mischungen hiervon besonders
bevorzugt. Bariumcarbonat bildet hingegen erst bei höheren Temperaturen (ca. 1000°C)
Bariumoxid. Auch Bariumoxalat und Bariumacetat sind weniger bevorzugt, da sie sich
zunächst zu Bariumcarbonat zersetzen.
[0054] Die Zersetzungstemperaturen können z.B. in kombinierten Thermogravimetrie (TG)- und
Differenzthermoanalyse (DTA)-Apparaturen ermittelt werden.
1.3 Zur Reaktionsführung
[0055] Die vorstehend charakterisierten Titandioxidpartikel werden erfindungsgemäß in einem
Verfahren zur Herstellung von Erdalkalititanaten mit den vorstehend genannten Erdalkalimetallverbindungen
verwendet. Die Erfindung stellt insbesondere zwei Verfahrensvarianten bereit:
In der ersten erfindungsgemäßen Variante werden die Erdalkalititanate durch Umsetzung
von Erdalkalimetallverbindungen mit den wie unter Ziffer 1.1 definierten Titandioxidpartikeln
in einer Festkörperreaktion erhalten, wobei die Umsetzung bei Temperaturen unterhalb
von 700° C erfolgt. Die Reaktionstemperatur beträgt vorzugsweise 650° C oder weniger,
noch bevorzugter 600° C oder weniger. Erfindungsgemäß wird unter einer Festkörperreaktion
eine chemische Reaktion zwischen zwei oder mehreren Feststoffen in Abwesenheit eines
Lösungsmittels wie z.B. Wasser verstanden. Dies steht im Gegensatz zu nasschemischen
und auch hydrothermalen Verfahren, bei denen z.B. zunächst Bariumionen-haltige Lösungen
hergestellt werden.
[0056] Für die erste erfindungsgemäße Reaktionsvariante kommen insbesondere solche Erdalkalimetallverbindungen
in Betracht, die sich bei einer Temperatur unterhalb von 600°C zersetzen (z.B. unter
Bildung von Erdalkalimetalloxid). Unter den Bariumsalzen sind somit Bariumhydroxid,
Bariumnitrat sowie andere leicht zersetzliche Bariumverbindungen bzw. Mischungen hiervon
besonders bevorzugt.
[0057] Die minimale Reaktionstemperatur, die für die vollständige Umsetzung zum Titanat
erforderlich ist, kann mittels DTA ermittelt werden. Pulverröntgendiffraktometrie
(XRD) ist gut geeignet zur Erfassung der Vollständigkeit von Zersetzungsreaktionen.
Mit dieser Methode werden kristalline Phasen erfasst und können durch Vergleich mit
den Verbindungen in Datenbanken z.B. JCPDS bestimmt werden, die Erfassungsgrenze liegt
bei etwa 5 %.
Als vollständige Umsetzung zum Erdalkalititanat wird eine Umsetzung definiert, wenn
sowohl im DTA die Umsetzung abgeschlossen ist
als auch im XRD keine anderen als die Reflexe (Peaks) der Zielverbindung auftreten. Dabei
soll als Abwesenheit anderer Reflexe gelten, wenn kein Fremdreflex mehr als 5% der
Intensität des Hauptreflexes der Zielverbindung aufweist.
Die Temperatur der vollständigen Umsetzung ist demzufolge die niedrigste Temperatur,
bei der die Umsetzung im Sinne vorstehender Definition vollständig erfolgt ist.
[0058] Es ist erfindungsgemäß besonders bevorzugt, die Umsetzung bei maximal 100° C (besonders
bevorzugt maximal 50° C) oberhalb dieser minimalen Reaktionstemperatur durchzuführen.
[0059] Wird Bariumhydroxid eingesetzt (z.B. das Octahydrat, das Monohydrat, oder kristallwasserfreies
Bariumhydroxid), beträgt die Reaktionstemperatur vorzugsweise weniger als 450°C, besonders
bevorzugt zwischen 350 und 450°C. Wird Bariumnitrat eingesetzt, beträgt die Reaktionstemperatur
vorzugsweise weniger als 650°C, besonders bevorzugt zwischen 550 und 650°C.
[0060] Zur Herstellung von Erdalkalititanat (z.B. BaTiO
3) können die Titandioxidpartikel und die Erdalkalimetallverbindung (z.B. Bariumnitrat
oder Bariumhydroxid) gemeinsam trocken gemahlen und anschließend bei einer Temperatur
unterhalb von 700°C (vorzugsweise unterhalb von 600° C) kalziniert werden. Alternativ
können die Titandioxidpartikel und die Erdalkalimetallverbindung (z.B. Bariumnitrat
oder Bariumhydroxid) gemeinsam nassgemahlen, dann getrocknet und anschließend bei
einer Temperatur unterhalb von 700°C (vorzugsweise unterhalb von 600° C) kalziniert
werden.
[0061] Die Nassmahlung bietet sich besonders an, wenn die Titandioxidpartikel bereits in
wässriger Phase (als Suspension) vorliegen. Bevorzugt erfolgt die Nassmahlung mit
Rührwerkskugelmühlen wegen des hohen spezifischen Energieeintrags. Zur Vermeidung
von unerwünschter Kontamination (insbesondere Si, Fe und Al) des Mahlgutes durch Mahlkörperabrieb
kann eine Verwendung von ZrO2-Mahlkörpern vorteilhaft sein.
[0062] Bei der Nassmahlung wird nicht in erster Linie die Primärteilchengröße der Titandioxidpartikel,
sondern deren Agglomerationszustand verbessert. Insbesondere bei sehr feinteiligen
Titandioxid- bzw. Titanoxidhydrat-Primärpartikeln sind diese stark agglomeriert, so
dass die effektive Größe der Agglomerate mehr als das Hundertfache der Primärpartikelgröße
betragen kann. Die Agglomeratgröße wird üblicherweise mittels Streulichtmessungen
(z.B. mit einem Malvern Mastersizer wie im Bereich der Pigmenttechnologie allgemein
üblich) bestimmt, während die Primärpartikelgröße elektronenmikroskopisch oder über
BET-Oberflächenbestimmungen ermittelt wird.
[0063] Besonders vorteilhaft kann die Verwendung von organischen Additiven als Dispergierhilfsmittel
sein. Deren Gegenwart - insbesondere während des Mahlschritts - bewirkt eine deutliche
Verbesserung der Agglomeratstruktur des Titandioxids.
[0064] Bei Verwendung von organischen Dispergieradditiven kann auch eine gegen Sedimentation
stabile Suspension erhalten und zur Weiterverarbeitung verwendet werden. Auch die
Verwendung von Ultraschall kann den Dispergierzustand weiter verbessern.
[0065] Besonders bevorzugt wird eine wasserlösliche Bariumverbindung oder eine wässrige
Bariumsalzlösung zu einer wässrigen Suspension von Titanoxidhydrat gegeben und diese
Suspension getrocknet. Die Dispergierung kann unter Einfluss von Ultraschall erfolgen.
Dabei wird ein Titanoxidhydrat erhalten, auf dessen Oberfläche die Erdalkaliverbindung
gleichmäßig verteilt ist. Das so erhaltene und mit der Erdalkalimetallverbindung beschichtete
Titanoxidhydrat kann anschließend der Festkörperreaktion unterworfen werden, z.B.
kalziniert werden.
[0066] Die Trocknung erfolgt bevorzugt mittels Sprühtrocknung. Auf diese Weise werden eine
homogene Verteilung der Komponenten und besonders gut redispergierbare Trocknungsagglomerate
erhalten. Alternativ kann die Trocknung am Rotationsverdamper oder durch Gefriertrocknung
erfolgen.
[0067] Die Erfindung stellt somit auch eine pulverförmige Zubereitung enthaltend Titanoxidpartikel
mit einer BET-Oberfläche von mehr als 50 m
2/g und eine wasserlösliche Erdalkaliverbindung bereit, wobei das Molverhältnis von
Titan und Erdalkalimetall zwischen 0,95 und 1,05 liegt. Bevorzugt liegt eine solche
Zubereitung in getrockneter Form vor. Bei der Herstellung dieser Zubereitung als Zwischenprodukt
für das Titanat können gegebenenfalls Dotierungsverbindungen zugegeben werden. Daraus
durch Kalzinierung erhältliche halbleitend dotierte Erdalkalititanate sind die wesentlichen
Bestandteile von temperaturabhängigen Widerständen.
[0068] Es ist auch möglich, die Trocknung und Kalzinierung in einem einzigen Verfahrensschritt
durchzuführen.
[0069] Die Kalzinierung der Titandioxidpartikel mit der Erdalkalimetallverbindung erfolgt
vorzugsweise nicht isotherm, sondern bei näherungsweise konstanter Umwandlungsrate
zum Erdalkalititanat (SCRT-Methode, beschrieben in
Gotor et al., J.Europ.Cer.Soc.23 (2003), 505-513).
[0070] Es hat sich zudem überraschend gezeigt, dass eine Kalzinierung bei einer Temperatur
möglich ist, die unterhalb der Zersetzungstemperatur der reinen Erdalkalimetallverbindung
zum Oxid liegt. Im Hinblick auf die Feinheit des erhaltenen Titanats ist es erfindungsgemäß
möglich, die Kalzinierung bei einer Temperatur durchzuführen, die im Bereich von 50
°C bis 200 °C unterhalb der Zersetzungstemperatur der verwendeten Erdalkalimetallverbindung
zum Oxid liegt.
[0071] Im Anschluss an die Kalzinierung kann das Erdalkalititanat durch Mahlen, z.B. Perlmahlung,
weiter zerkleinert bzw. deagglomeriert werden.
[0072] Besonders vorteilhaft bei den durch das erfindungsgemäße Verfahren ermöglichten niedrigen
Kalzinierungstemperaturen ist die geringe Versinterung der erhaltenen Erdalkalititanatpartikel.
Deshalb lassen sich die bei niedrigen Temperaturen kalzinierten Erdalkalititanatpartikel
besonders leicht vermahlen bzw. es kann auf eine Vermahlung vor der Weiterverarbeitung
unter Umständen sogar gänzlich verzichtet werden.
[0073] In der zweiten erfindungsgemäßen Reaktionsvariante erfolgt die Herstellung von Erdalkalititanaten
durch Umsetzung von Erdalkalimetallverbindungen mit Titandioxidpartikeln mit einer
BET-Oberfläche von mehr als 50 m
2/g, wobei die Titandioxidpartikel einen Sulfatgehalt < 1,5 Gew.%, einen Chloridgehalt
von < 1000 ppm und einen Kohlenstoffgehalt von < 1000 ppm aufweisen. Im Gegensatz
zur ersten Reaktionsvariante können hier auch Erdalkalimetallverbindungen zum Einsatz
kommen, die erst oberhalb von 600° C oder gar 700° C mit den Titandioxidpartikeln
eine Festkörperreaktion eingehen, wie z.B. Bariumcarbonat oder Bariumoxalat. Weiterhin
erfolgt die Umsetzung nicht zwingend in der bzgl. der ersten Reaktionsvariante beschriebenen
Festkörperreaktion, sondern sie kann auch nasschemisch oder hydrothermal erfolgen.
[0074] So können gemäß dieser Variante die Titandioxidpartikel mit einer wasserlöslichen
Erdalkalimetallverbindung (z.B. Bariumnitrat oder Bariumhydroxid) zu Erdalkalititanat
(z.B. BaTiO
3) umgesetzt werden, wobei die Partikel in der bereits hergestellten Ba
2+-haltigen Lösung oder zusammen mit dem Ba-Salz in Wasser suspendiert, anschließend
das Lösungsmittel verdampft und das Gemenge unterhalb 600 °C kalziniert wird.
[0075] Das Erdalkalititanat kann auch unter hydrothermalen Bedingungen direkt durch Umsetzung
der Titandioxidpartikel mit einer Erdalkaliverbindung erhalten werden. So kann eine
Ba(OH)2-Lösung bei pH>13, einer Temperatur von größer oder gleich 100 °C über eine
Zeit von vorzugsweise mindestens 1 Stunde in einem Autoklaven mit den Titandioxidpartikeln
umgesetzt werden, wobei direkt Bariumtitanat erhalten wird. Für die hydrothermale
Reaktionsvariante ist ein geringer Sulfatgehalt von besonderer Wichtigkeit, da bei
dieser Reaktionsvariante die Bildung des Erdalkalititanats über lösliche Zwischenstufen
erfolgt und somit die Anwesenheit von Sulfat zur Bildung von Erdalkalisulfaten führt.
[0076] In beiden Reaktionsvarianten werden die Mengenverhältnisse Erdalkaliverbindung /
Titandioxidpartikel durch exakte Einwaage eingestellt. Das molare Verhältnis Ba:Ti
kann dabei entsprechend der konkreten Anwendungsanforderung des Bariumtitanates von
1 abweichen.
[0077] Von Vorteil für die Eigenschaften des nach den vorliegenden erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellten Erdalkalititanats ist es insbesondere, wenn das Molverhältnis von Niob
zu Aluminium in dem Erdalkalititanat 0,5 bis 1,5, bevorzugt 0,8 bis 1,2, beträgt,
welches gegebenenfalls durch Zugabe einer entsprechenden Menge einer Aluminiumverbindung
herbeigeführt werden kann. Ein solches Material zeichnet sich durch besonders gute
elektrische Eigenschaften (z.B. niedrige Leitfähigkeit) aus.
[0078] Als Dotierungsverbindungen können z.B. La-, Y-, Nb- oder Sb-Salze in Größenordnungen
von 0,05 bis 1,0 mol% bezogen auf BaTiO
3 zugegeben werden.
[0079] Bei Verwendung von Erdalkaliverbindungen mit hoher Zersetzungstemperatur wird der
Vorteil der Feinteiligkeit der Titankomponente nicht optimal genutzt: Bei den zur
Zersetzung der Erdalkaliverbindung notwendigen Temperaturen hat bereits eine Versinterung
und Vergröberung der Titankomponente stattgefunden. Dennoch kann auch bei Verwendung
von erst bei hohen Temperaturen sich zersetzenden Erdalkaliverbindungen (wie z.B.
Erdalkalicarbonaten) durch feinteilige Titankomponenten eine gewisse Verbesserung
der Feinteiligkeit der Erdalkalititanate erreicht werden (siehe auch Hennings (
J. Am. Ceram. Soc. 84 (2001) 2777-2782)).
Dies gilt insbesondere, wenn die Erdalkalicarbonate zusammen mit der Titankomponente
nassgemahlen werden, wodurch sehr homogene und reaktive Mischungen entstehen.
1.4 Das Erdalkalititanat
[0080] Die Erfindung stellt ein Erdalkalititanat bereit, das gemäß dem erfindungsgemäßen
Verfahren erhältlich ist.
[0081] Die erfindungsgemäß erhaltenen Erdalkalititanate weisen bevorzugt eine BET-Oberfläche
von 5 bis 100 m
2/g, besonders bevorzugt 20 bis 60 m
2/g, auf.
[0082] Die erfindungsgemäß erhaltenen Erdalkalititanate weisen bevorzugt in ungemahlenem
Zustand eine BET-Oberfläche von mehr als 5 bis 50 m
2/g, besonders bevorzugt 15 bis 40 m
2/g, auf. Durch elektronenmikroskopische Aufnahmen kann der Fachmann in der Regel zwischen
gemahlenen und ungemahlenen Pulvern unterscheiden. Ein weiteres Kriterium zur Unterscheidung
von gemahlenen und ungemahlenen Pulvern ist das Verhältnis der mittleren Teilchengrößen,
die aus der BET-Oberfläche und
einer Streulichtbestimmung der Partikelgröße erhalten wird: Bei gemahlenen und desagglomerierten
Pulvern ist der Quotient der beiden Teilchengrößen näherungsweise gleich 1, während
bei ungemahlenen Pulvern die Streulichtmethode in der Regel eine wesentlich größere
mittlere Teilchengröße ergibt als die BET-Methode.
[0083] Insbesondere die nach dem ersten erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen Erdalkalititanate
weisen keine im Kristallgitter eingebaute OH-Gruppen auf. Das Vorhandensein von im
Kristallgitter eingebauten OH-Gruppen lässt sich mittels IR-Spektroskopie ermitteln.
Auf Grund der geringen Konzentration der Gitter-OH-Gruppen sind die entsprechenden
IR-Signale sehr schwach, aber charakteristisch (vgl.
G. Busca, V. Buscaglia, M. Leoni, P. Nanni, Chem. Mater. 6 (1994) 955-61;
D. Hennings, S. Schreinemacher, J. Eur. Ceram. Soc., 9 (1992) 41-46; , sowie
H.-P. Abicht,D. Völtzke, A. Röder, R. Schneider, J. Woltersdorf, J. Mater. Chem. 7
(1997) 487-92). Eine charakteristische Bande tritt um 3500 cm
-1 auf. Im Vergleich zu den sehr diffusen Banden, wie sie von auf der Oberfläche adsorbiertem
H
2O bzw. OH
-Gruppen herrühren, sind erstere vergleichsweise scharf. Dies ist verursacht durch
die spezifische Bindungsenergie im Gitter gegenüber den verschiedenen Bindungsmöglichkeiten
und damit verschiedenen Bindungsenergien auf der Oberfläche. Das geht konform mit
einem scharf auftretenden Masseverlust im Temperaturbereich kurz oberhalb von 400°C.
F. Valdivieso, M. Pijolat, C. Magnier, M. Soustelle, Solid State Ionics, 83 (1996)283-96 geben dafür eine Temperatur von 415°C an.
[0084] Der Chloridgehalt des Titanats beträgt vorzugsweise weniger als 100 ppm, besonders
bevorzugt weniger als 20 ppm.
[0085] Der Niobgehalt des Titanats beträgt vorzugsweise 10 bis 300 ppm, besonders bevorzugt
15 bis 100 ppm, noch bevorzugter 15 bis 50 ppm.
[0086] Das Mol-Verhältnis Aluminium zu Niob liegt bevorzugt zwischen 0,5 und 1,5. Die Bestimmung
von Nb und Al erfolgt mittels ICP.
[0087] Vorzugsweise enthält das erfindungsgemäße Erdalkalititanat zudem weniger als 500
ppm, bevorzugt weniger als 200 ppm, Sulfat.
[0088] Vorzugsweise enthält das erfindungsgemäße Erdalkalititanat weniger als 200 ppm Natrium
oder Kalium.
[0089] Vorzugsweise enthält das erfindungsgemäße Erdalkalititanat zudem weniger als 20 ppm
Eisen, bevorzugt weniger als 5 ppm.
[0090] BaTiO
3, welches nach einem der erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt wurde, weist bevorzugt
eine Teilchengröße von weniger als 250 nm auf.
[0091] Das erfindungsgemäße Erdalkalititanat weist vorzugsweise überwiegend eine tetragonale
Kristallstruktur auf, d.h. zu mehr als 50 Gew.%, bevorzugter zu mehr als 70 Gew.%,
noch bevorzugter zu mehr als 90 Gew.% und insbesondere bevorzugt zu mehr als 99 Gew.%,
wobei der Rest kubischen Erdalkalititanat und ggf. Verunreinigungen sind. Die Phasenreinheit
des erfindungsgemäßen Produktes kann mittels Pulverröntgendiffraktometrie (XRD) bestimmt
werden, wobei die quantitative Abschätzung der jeweiligen Anteile über ein Kurven-Fitting
möglich ist.
1.5 Mikroelektronische Bauelemente
[0092] Die erfindungsgemäßen Erdalkalititanate, insbesondere BaTiO
3, können zur Herstellung eines mikroelektronischen Bauelements, z.B. eines kapazitiven
oder PTC-Baulements, verwendet werden. Aufgrund der Feinteiligkeit der erhaltenen
Erdalkalititanate können besonders dünne Schichten und deshalb besonders kleine Bauteilabmessungen
realisiert werden. Insbesondere die Anwendung in keramischen Vielschichtkondensatoren
(MLCC) kommt in Betracht, wobei aufgrund der Feinteiligkeit des erfindungsgemäßen
Erdalkalititanats besonders dünne Schichten (kleiner 2,5
µm, besonders bevorzugt 0,1 bis 1
µm) erhalten werden können. Solche Bauelemente können hergestellt werden, indem man
aus dem Erdalkalititanat ggf. zusammen mit organischen Additiven einen Schlicker herstellt
und diesen mit verschiedenen Methoden (Spin-Coating, Dip-Coating, doctor-blade-Methode)
zu dünnen Filmen auszieht. PTC-Bauelemente können nach den Versetzen des Erdalkalititanates
mit einen Presshilfsmittel zu einem Grünkörper gepresst werden, der anschließend gesintert
wird.
Beispiele
[0093] Die Erfindung wird im Folgenden anhand einiger ausgewählter Beispiele näher erläutert,
wobei die Erfindung keineswegs auf diese Beispiele beschränkt ist.
Beispiel 1:
Bariumtitanat aus Titanoxidhydrat und Bariumhydroxid
[0094] 78,87 g Ba(OH)
2 * 8 H
2O (Fluka, p.a.) und 21,95 g Titanoxidhydrat (9 Gew.-% flüchtige Bestandteile, Anatas,
BET: 271 m
2/g, entspricht einer Kristallitgröße von 6 nm; analytische Angaben bezogen auf TiO
2: 700 ppm S, <20 ppm Cl, 310 ppm Nb, 10 ppm Fe, <0,1% C; Abb. 1 zeigt das Röntgendiffraktogramm)
werden mit 1,5 Liter entgastem, destilliertem Wasser in einen 2 1-Kolben gegeben.
Das Gemenge wird 1 Stunde bei 50 °C unter Rühren gelöst bzw. suspendiert. Anschließend
wird bei 50 °C unter Unterdruck am Rotationsverdampfer das Lösungsmittel Wasser entfernt.
Das erhaltene Pulver wird im Exsikkator getrocknet. Zur Vermeidung der Bildung von
BaCO
3 durch Reaktion von Ba(OH)
2 mit CO
2 der Luft werden die Arbeitsschritte unter SchutzgasAtmosphäre durchgeführt.
[0095] Die Kalzination des Pulvers unter Bildung von BaTiO
3 erfolgt bei Temperaturen T größer oder gleich 360 °C. Nach der Temperaturbehandlung
bei 400 °C für 2 Stunden wird ein Produkt mit einer spezifischen Oberfläche (bestimmt
nach BET) von 27,6 m
2/g erhalten (s. Abb. 2), nach der Temperaturbehandlung bei 600 °C für 2 Stunden ein
Produkt mit einer spezifischen Oberfläche (bestimmt nach BET) von 12,8 m
2/g erhalten. Als kristalline Phase wird mittels Röntgendiffraktometrie (XRD) jeweils
ausschließlich BaTiO
3 nachgewiesen. Die aus den spezifischen Oberflächen errechneten BaTiO
3-Kristallitgrößen sind 36 bzw. 78 nm. Nach der Temperung bei 1000 °C (2 Stunden) beträgt
die BET-Oberfäche 3,2 m
2/g, dies entspricht einer Kristallitgröße von 310 nm.
[0096] Nach Perlmahlung einer 25%-igen Suspension des bei 600°C kalzinierten Produkts (20
Minuten diskontinuierliche Perlmahlung mit Zirkonsilikat-Mahlperlen von 0,4-0,6 mm
Durchmesser) weist das erhaltene gemahlene und getrocknete Bariumtitanat eine BET-Oberfläche
von 32,5 m
2/g auf.
Beispiel 2:
Bariumtitanat aus Titanoxidhydrat und Bariumoxalat
[0097] 56,34 g BaC
2O
4 (hergestellt durch Alfa Aesar, Karlsruhe) und 21,95 g Titanoxidhydrat (Zusammensetzung
wie in Beispiel 1) werden mit 0,313 Liter destilliertem Wasser und 78 g PVCummantelten
Stahlkugeln 24 Stunden in einer PVC-Trommel gemischt/gemahlen. Nach dem Absaugen und
Trocknen wird die Pulvergemenge kalziniert. Für einen vollständigen Umsatz des sich
intermediär aus dem Bariumoxalat bildenden BaCO
3 mit TiO
2 unter Bildung von BaTiO
3 sind Temperaturen von 950 °C erforderlich. Nach der Temperung bei 1000 °C (2 Stunden)
beträgt die BET-Oberfäche 2,8 m
2/g, dies entspricht einer BaTiO
3-Kristallitgröße von 350 nm.
Beispiel 3:
Bariumtitanat aus Titanoxidhydrat und Bariumcarbonat
[0098] 49,34 g BaCO
3 (Solvay, Sabed VL 600, Lot.-Nr. 325510) und 21,95 g Titanoxidhydrat (Zusammensetzung
wie in Beispiel 1) werden mit 0,280 Liter destilliertem Wasser und 70 g PVCummantelten
Stahlkugeln 24 Stunden in einer PVC-Trommel gemischt/gemahlen. Nach dem Absaugen und
Trocknen wird die Pulvergemenge kalziniert. Für einen vollständigen Umsatz des BaCO
3 mit TiO
2 unter Bildung von BaTiO
3 sind Temperaturen von 950 °C erforderlich. Nach der Temperung bei 1000 °C (2 Stunden)
beträgt die BET-Oberfäche 2,2 m
2/g, dies entspricht einer BaTiO
3-Kristallitgröße von 450 nm.
Beispiel 4:
Bariumtitanat aus Titanoxidhydrat und Bariumnitrat
[0099] 65.34 g Ba(NO
3)
2 (p.a.) und 21,71 g Titanoxidhydrat (8 Gew.-% flüchtige Bestandteile, Anatas, BET:
331 m
2/g, entspricht einer Kristallitgröße von 5 nm; 6400 ppm S, <20 ppm Cl, 78 ppm Nb,
<10 ppm Fe, <1000 ppm C) werden mit 1,0 Liter destilliertem Wasser in einen 2 1-Kolben
gegeben. Das Gemenge wird 10 Minuten bei 50 °C unter Rühren gelöst bzw. suspendiert.
Anschließend wird bei 50 °C unter Unterdruck am Rotationsverdampfer das Lösungsmittel
Wasser entfernt. Das erhaltene Pulver wird im Trockenschrank bei 120 °C getrocknet.
[0100] Die Kalzination des Pulver unter Bildung von BaTiO
3 erfolgt bei Temperaturen von 600 °C. Nach der Temperaturbehandlung bei 600 °C für
2 Stunden wird ein Produkt mit einer spezifischen Oberfläche (bestimmt nach BET) von
3,6 m
2/g erhalten. Als kristalline Phase wird BaTiO
3 erhalten. Nach der Temperaturbehandlung bei 800 °C für 2 Stunden wird ein Produkt
mit einer spezifischen Oberfläche (bestimmt nach BET) von 2,7 m
2/g erhalten. Als alleinige kristalline Phase wird mittels Röntgendiffraktometrie (XRD)
BaTiO
3 nachgewiesen. Die aus den spezifischen Oberflächen errechneten BaTiO
3-Kristallitgrößen sind 277 bzw. 369 nm.
Nach der Temperung bei 1000 °C (2 Stunden) beträgt die BET-Oberfäche 1,5 m
2/g, dies entspricht einer Kristallitgröße von 664 nm. Nach Perlmahlung liegen die
BET-Oberflächen aller Proben über 5 m
2/g.
[0101] Überraschenderweise finden die Zersetzungsprozesse von Ba(NO
3)
2 im Gemenge mit TiO
2 deutlich akzentuierter und eindeutiger statt als in der reinen Substanz (s.Abb.3).
Bei ca. 600 °C ist die Zersetzung nach einem Schritt fast vollständig abgeschlossen.
Im Gegensatz dazu setzt sich die reine Substanz über die Zwischenstufe Ba(NO
2)
2 erst bei ca. 750 °C vollständig um.
[0102] Nach dem Kalzinieren der Probe bei 600 °C für 2 h werden neben dem kristallinen BaTiO
3 noch geringe Mengen unumgesetztes Ba(NO
3)
2 gefunden, welches über eine Verlängerung der Kalzinationsdauer vollständig in das
BaTiO
3 überführt werden kann.
[0103] Nach einer Kalzination bei 400 °C liegt nur das Gemenge der Ausgangsstoffe vor.
Beispiel 5:
Kompensation von Nb mit unterschiedlichen Mengen an Al:
[0104] Als Ausgangsstoffe dienten BaCO
3 (Solvay Sabed VL 600) und eine Titanoxidhydrat-Probe (9 Gew.-% flüchtige Bestandteile,
Anatas, BET: 316 m2/g, entspricht einer Kristallitgröße von 5 nm; analytische Daten
bezogen auf TiO
2: 2300 ppm S, < 20 ppm Cl, 7 ppm Al, 6 ppm Fe, < 0.1 % C, und mit einem Niob-Gehalt
von 810 ppm (Massenanteil) (entspricht ca. 0.07 mol%). Zur Kompensation des Niobs
wurde Aluminium in Form des wasserlöslichen Salzes Al(NO
3)
3•9H
2O zugeführt. 148,126 g BaCO
3 wurden mit 65,723g TiO
2 und 0,2142 g Al(NO
3)
3•9H
2O mit 213,8 g kunststoffummantelten Stahlkugeln in 856 ml destilliertem Wasser in
einer Kugelmühlen 24 Stunden gemahlen/gemischt. Dieser Suspension wurde das Mahlmedium
Wasser im Rotationsverdampfers (ca. 50 °C, 60 mbar) unter Ausfällung der Al-Komponente
entzogen und anschließend bei 120 °C im Trockenschrank getrocknet. Danach erfolgte
die Calcinierung des Gemenges für zwei Stunden bei 1.100 °C. Die daraus erhaltenen
Pulver wurden mit Stahlkugeln und der vierfachen Menge an Wasser 24 Stunden feingemahlen,
um die während der Calcination gebildeten Agglomerate zu zerstören. Nach dem Absaugen
der Suspension wurde das Pulver 24 Stunden bei 120 °C getrocknet, auf Raumtemperatur
abgekühlt und mit einem Presshilfsmittel (Mischung aus Polyvinylalkohol, Wasser und
Glycerin) 24 Stunden auf der Kugelmühle vermengt ("Anmachen"). Dieses angemachte Pulver
wurde anschließend in einer mehrstufigen Prozedur zu Tabletten (den sogenannten "Grünlingen")
gepresst. Die Tabletten wurden anschließend bei vier verschiedenen Temperaturen im
Bereich zwischen 1.250 °C und 1.400 °C gesintert. Die gesinterten Tabletten wurden
geschliffen und anschließend mit einer In-Ga-Legierung auf den Stirnseiten der Tabletten
versehen. Der spezifische Widerstand wurde bei Raumtemperatur ermittelt. In Abb. 5
ist der spezifische Widerstand der Keramiken als Funktion des Kompensationsgrades
aufgetragen.
Beispiel 6:
Hydrothermale Umsetzung von Titanoxidhydrat mit Bariumhydroxid
[0105] Es wurden 12,62 g (0,04 mol) Ba(OH)
2•8H
2O (p.A. Fluka Chemie GmbH) wurden mit 3,51 g Titanoxidhydrat (Zusammensetzung wie
in Beispiel 1) und 150 ml destilliertem und entgastem Wasser in einen Teflon-Becher
gegeben. Das molare Ti/Ba-Ausgangsverhältnis betrug 1.0. Der Umsatz erfolgte bei 100
°C unter Rühren der Reaktionsmischung in einem Laborautoklaven (Berghoff HR 200) mit
einer Haltezeit von einer Stunde. Um eine mögliche Bildung von Bariumcarbonat zu vermeiden,
wurde entgastes, CO
2-freies Wasser eingesetzt. Unter den gewählten Ba(OH)
2/Lösungsmittel Wasser-Verhältnissen stellt sich ein pH-Wert von 13,7 ein. Nach der
Reaktion wurde der Feststoff über eine Filterfritte G4 abgesaugt, mehrmals mit destilliertem
Wasser gewaschen bis ein pH-Wert von pH = 9 resultierte und anschließend für 24 h
bei 120 °C im Trockenschrank getrocknet. Die erhaltenen Reaktionsprodukt weist eine
spezifische Oberfläche (nach BET) von 20,7 m
2/g auf und ist röntgendiffraktometrisch eindeutig als BaTiO
3 zu charakterisieren. Bei Verwendung von grobteiligem Titandioxid (hochkristalliner
Rutil, BET: 6 m
2/g, wie in Vergleichsbeispiel 1) anstelle des Titanoxidhydrats findet so gut wie keine
Umsetzung zu Bariumtitanat statt. Im Diffraktogramm sind neben den Rutil-Reflexen
nur geringe Hinweise auf BaCO
3 (bei 2Θ = 24°) und BaTiO
3 (bei 2Θ = 31.6°) zu erkennen.
Vergleichsbeispiel 1:
1.6 Umsetzung von grobem Titandioxid mit Bariumhydroxid
[0106] 78,87 g Ba(OH)
2 * 8 H
2O (Fluka, p.a.) und 19,98 g Titandioxid (hochkristalliner Rutil, BET: 6 m
2/g, entspricht einer Kristallitgröße von 250 nm) werden mit 1,5 Liter entgastem, destilliertem
Wasser in einen 2 1-Kolben gegeben. Das Gemenge wird 1 Stunde bei 50 °C unter Rühren
gelöst bzw. suspendiert. Anschließend wird bei 50 °C unter Unterdruck am Rotationsverdampfer
das Lösungsmittel Wasser entfernt. Das erhaltene Pulver wird im Exsikkator getrocknet.
Zur Vermeidung der Bildung von BaCO
3 durch Reaktion von Ba(OH)
2 mit CO
2 der Luft werden die Arbeitsschritte unter SchutzgasAtmosphäre durchgeführt.
[0107] Die Kalzination des Pulvers erfolgt bei Temperaturen von ca. 360 °C. Nach der Temperaturbehandlung
bei 400 °C für 2 Stunden wird ein Produkt mit einer spezifischen Oberfläche (bestimmt
nach BET) von 2,5 m
2/g erhalten (s. Abb. 4), nach der Temperaturbehandlung bei 600 °C für 2 Stunden ein
Produkt mit einer spezifischen Oberfläche (bestimmt nach BET) von 2,2 m
2/g und nach der Temperaturbehandlung bei 1000 °C für 2 Stunden ein Produkt mit einer
spezifischen Oberfläche (bestimmt nach BET) von 1,9 m
2/g erhalten.
[0108] Im Gegensatz zu Beispiel 1 ist die Hauptphase nach der Temperung bei 400 °C Rutil,
neben Ba
2TiO
4 und BaTiO
3 sowie unumgesetztem bzw. rückreagiertem Ba(OH)
2 H
2O. Nach der Temperung bei 600 °C und 1000 °C ist ebenfalls kein vollständiger Umsatz
zu BaTiO
3 festzustellen. Es treten als Nebenphasen Rutil und Ba
2TiO
4 auf.
Vergleichsbeispiel 2:
1.7 Bariumtitanat aus grobem Titandioxid und Bariumcarbonat
[0109] 98,67 g BaCO
3 (hergestellt von Solvay, Sabed VL 600, Lot.-Nr. 325510) und 39,95 g Titandioxid (hochkristalliner
Rutil, BET: 6 m
2/g, entspricht einer Kristallitgröße von 250 nm) werden mit 0,550 Liter destilliertem
Wasser und 139 g PVCummantelten Stahlkugeln 24 Stunden in einer PVC-Trommel gemischt/gemahlen.
Nach dem Absaugen und Trocknen werden die Pulvergemenge kalziniert. Für einen vollständigen
Umsatz des BaCO
3 mit TiO
2 unter Bildung von BaTiO
3 sind Temperaturen von ca. 950 °C erforderlich. Nach der Temperung bei 1000 °C (2
Stunden) beträgt die BET-Oberfäche 2,0 m
2/g, dies entspricht einer BaTiO
3-Kristallitgröße von 500 nm.
1. Verfahren zur Herstellung von Erdalkalititanaten durch Umsetzung von Erdalkalimetallverbindungen
mit Titandioxidpartikeln, dadurch gekennzeichnet, dass die Titandioxidpartikel eine BET-Oberfläche von ·mehr als 50 m2/g, einen Sulfatgehalt <1,5 Gew.% (bezogen auf TiO2), einen Chloridgehalt von < 1000 ppm und einen Kohlenstoffgehalt von < 1000 ppm aufweisen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Titandioxidpartikel einen H2SO4-Gehalt bis 0,3 Gew. % (bezogen auf TiO2) aufweisen.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Titandioxidpartikel, bezogen auf TiO2, zwischen 30 ppm und 1000 ppm Niob, bevorzugt zwischen 50 und 100 ppm Niob, enthalten.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Titandioxidpartikel unter hydrothermalen Bedingungen mit einer Erdalkaliverbindung
direkt zu einem Erdalkalititanat umgesetzt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Titandioxidpartikel unter hydrothermalen Bedingungen in einer Ba(OH)2-Lösung direkt zu BaTiO3 umgesetzt werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Titandioxidpartikel mit einem Erdalkalicarbonat, Erdalkalihydroxid oder Erdalkalinitrat
in einer Festkörperreaktion umgesetzt werden.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Herstellung der Erdalkalititanate soviel einer Aluminiumverbindung zugegeben
wird, dass das Molverhältnis von Aluminium zu Niob zwischen 0,5 und 1,5 beträgt.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Titandioxidpartikel in der Anatas-Kristallstruktur vorliegen.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Titandioxidpartikel weniger als 100 ppm Chlorid, bevorzugt weniger als 20 ppm
Chlorid, jeweils bezogen auf TiO2, enthalten.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die BET-Oberfläche der Titandioxidpartikel 200 bis 380 m2/g beträgt.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Titandioxidpartikel weniger als 200 ppm Natrium und weniger als 200 ppm Kalium,
bezogen auf TiO2 enthalten.
12. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Titandioxidpartikel Titanoxidhydratpartikel mit einem H2O-Gehalt von 0,4 bis 25 Gew.-% sind.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Titanoxidhydratpartikel einen H2O-Gehalt von 2 bis 10 Gew.-%, bezogen auf TiO2 aufweisen.
14. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Titandioxidpartikel weniger als 30 ppm Eisen, bevorzugt weniger als 10 ppm Eisen,
bezogen auf TiO2 enthalten.
15. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Titandioxidpartikel durch Hydrolyse von Titanylsulfat erhältlich sind.
16. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Titandioxidpartikel und Bariumhydroxid oder Bariumnitrat gemeinsam nassgemahlen
und getrocknet oder trocken gemahlen und anschließend bei einer Temperatur unterhalb
von 700°C kalziniert werden.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass eine Zubereitung aus einer wässrigen Suspension von Titandioxidpartikeln und einer
wasserlöslichen Erdalkaliverbindung hergestellt wird, die anschließend getrocknet
und unterhalb von 700°C kalziniert wird.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Kalzinierung der Titandioxidpartikel mit der Erdalkalimetallverbindung nicht
isotherm, sondern bei näherungsweise konstanter Umwandlungsrate zum Erdalkalititanat
erfolgt.
19. Pulverförmige Zubereitung, enthaltend Titanoxidpartikel mit einer BET-Oberfläche von
mehr als 50 m2/g und eine wasserlösliche Erdalkaliverbindung, wobei das Molverhältnis von Titan
und Erdalkalimetall zwischen 0,95 und 1,05 liegt, wobei die Titandioxidpartikel wie
in einem oder mehreren der Ansprüche 1, 2,
und 8 bis 14 definiert sind.
20. Zubereitung nach Anspruch 19, wobei die wasserlösliche Erdalkaliverbindung auf den
Titanoxidpartikeln abgeschieden und die Mischung anschließend getrocknet wurde.
21. Erdalkalititanat, welches durch ein Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 18 herstellbar ist.
22. Erdalkalititanat nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Chloridgehalt von weniger als 100 ppm, bevorzugt weniger als 10 ppm, und
einen Niobgehalt von 10 bis 300 ppm, bevorzugt von 15 bis 50 ppm aufweist.
23. Erdalkalititanat nach einem oder mehreren der Ansprüche 21 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass es eine BET-Oberfläche von 20 bis 60 m2/g aufweist.
24. Erdalkalititanat nach einem oder mehreren der Ansprüche 21 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Eisengehalt von weniger als 20 ppm aufweist.
25. Erdalkalititanat nach einem oder mehreren der Ansprüche 21 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass es weiterhin Aluminium enthält, so dass das Mol-Verhältnis Aluminium zu Niob zwischen
0,5 und 1,5 beträgt.
26. Erdalkalititanat nach einem oder mehreren der Ansprüche 21 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass die BET-Oberfläche der ungemahlenen Probe nach der Kalzinierung 5 bis 50 m2/g, bevorzugt 15 bis 40 m2/g, beträgt.
27. Erdalkalititanat nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, dass es weniger als 5 ppm Eisen enthält.
28. Erdalkalititanat nach einem oder mehreren der Ansprüche 21 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass das Erdalkalititanat piezoelektrisch ist.
29. Erdalkalititanat nach einem oder mehreren der Ansprüche 21 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass das Erdalkalititanat BaTiO3 ist.
30. Erdalkalititanat nach einem oder mehreren der Ansprüche 21 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass das Erdalkalititanat weniger als 500 ppm Sulfat, bevorzugt weniger als 200 ppm Sulfat,
aufweist.
31. Verwendung eines Erdalkalititanats nach einem oder mehreren der Ansprüche 21 bis 30
zur Herstellung eines mikroelektronischen Bauelements, insbesondere eines keramischen
Vielschichtkondensators (MLCC).
32. Verfahren zur Herstellung eines mikroelektronischen Bauelements, wobei ein Erdalkalititanat
nach einem oder mehreren der Ansprüche 21 bis 30 gemahlen und anschließend zu einem
Grünkörper gepresst wird, der anschließend gesintert wird.
33. Mikroelektronisches Bauelement umfassend ein Erdalkalititanat nach einem oder mehreren
der Ansprüche 21 bis 30.
34. Mikroelektronisches Bauelement nach Anspruch 33, wobei das Erdalkalititanat in Form
einer Schicht mit einer Dicke von weniger als 2.5 µm, bevorzugt in einer Dicke von
weniger als 1.0 µm vorliegt.
1. Method for the production of alkaline-earth titanates by reacting alkaline-earth metal
compounds with titanium dioxide particles, characterized in that the titanium dioxide particles have a BET-surface area of more than 50 m2/g, a sulfate content of < 1.5 wt.% (based on TiO2), a chloride content of < 1000 ppm and a carbon content of < 1000 ppm.
2. Method according to claim 1, characterized in that the titanium dioxide particles have a H2SO4-content of up to 0.3 wt. % (based on TiO2).
3. Method according to any of claims 1 or 2, characterized in that the titanium dioxide particles contain, based on TiO2, between 30 ppm and 1000 ppm niobium, preferably between 50 and 100 ppm niobium.
4. Method according to any of claims 1 to 3, characterized in that the titanium dioxide particles are converted directly to an alkaline-earth titanate
with an alkaline-earth compound under hydrothermal conditions.
5. Method according to claim 4, characterized in that the titanium dioxide particles are converted directly to BaTiO3 under hydrothermal conditions in a Ba(OH)2 solution.
6. Method according to any of claims 1 to 3, characterized in that the titanium dioxide particles are reacted with an alkaline-earth carbonate, alkaline-earth
hydroxide or alkaline-earth nitrate in a solid-state reaction.
7. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that during the production of alkaline-earth titanates an aluminum compound is added in
such an amount that the molar ratio of aluminum to niobium is between 0.5 and 1.5.
8. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that the titanium dioxide particles are present in the anatase crystal structure.
9. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that the titanium dioxide particles contain less than 100 ppm chloride, preferably less
than 20 ppm chloride, each based on TiO2.
10. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that the BET-surface area of the titanium dioxide particles is 200 to 380 m2/g.
11. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that the titanium dioxide particles contain less than 200 ppm sodium and less than 200
ppm potassium, based on TiO2.
12. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that the titanium dioxide particles are titanium oxide hydrate particles having a H2O-content of 0.4 to 25 wt.%.
13. Method according to claim 12, characterized in that the titanium oxide hydrate particles have a H2O-content of 2 to 10 wt.%, based on TiO2.
14. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that the titanium dioxide particles contain less than 30 ppm iron, preferably less than
10 ppm iron, based on TiO2.
15. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that the titanium dioxide particles are obtainable by hydrolyzing titanyl sulfate.
16. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that the titanium dioxide particles and barium hydroxide or barium nitrate are wetly ground
together and dried or are dryly ground and subsequently calcined at a temperature
below 700 °C.
17. Method according to any of claims 1 to 15, characterized in that a formulation is produced from an aqueous suspension of titanium dioxide particles
and a water-soluble alkaline-earth compound, which is subsequently dried and calcined
at below 700 °C.
18. Method according to any of claims 16 or 17, characterized in that the calcination of the titanium dioxide particles and the alkaline-earth metal compound
does not take place isothermally, but at an approximately constant conversion rate
to the alkaline-earth titanate.
19. Powdery formulation, containing titanium oxide particles having a BET-surface area
of more than 50 m2/g and a water-soluble alkaline earth-compound, wherein the molar ratio of titanium
and alkaline-earth metal is between 0.95 and 1.05, wherein the titanium dioxide particles
are defined in one or more of claims 1, 2, and 8 to 14.
20. Formulation according to claim 19, wherein the water-soluble alkaline earth compound
was deposited on the titanium oxide particles and subsequently the mixture was dried.
21. Alkaline-earth titanate, which is producible through a method according to one or
more of claims 1 to 18.
22. Alkaline-earth titanate according to claim 21, characterized in that it has a chloride content of less than 100 ppm, preferably of less than 10 ppm, and
a niobium content of 10 to 300 ppm, preferably of 15 to 50 ppm.
23. Alkaline-earth titanate according to any of claims 21 to 22, characterized in that it has a BET-surface area of 20 to 60 m2/g.
24. Alkaline-earth titanate according to one or more of claims 21 to 23, characterized in that it has an iron content of less than 20 ppm.
25. Alkaline-earth titanate according to one or more of claims 21 to 23, characterized in that it further contains aluminum, so that the molar ratio aluminum to niobium is between
0.5 and 1.5.
26. Alkaline-earth titanate according to one or more of claims 21 to 25, characterized in that the BET-surface area of the unground sample is 5 to 50 m2/g, preferably 15 to 40 m2/g after calcination.
27. Alkaline-earth titanate according to claim 24, characterized in that it contains less than 5 ppm iron.
28. Alkaline-earth titanate according to one or more of claims 21 to 26, characterized in that the alkaline-earth titanate is piezoelectric.
29. Alkaline-earth titanate according to one or more of claims 21 to 28, characterized in that the alkaline-earth titanate is BaTiO3.
30. Alkaline-earth titanate according to one or more of claims 21 to 28, characterized in that the alkaline-earth titanate has less than 500 ppm sulfate, preferably less than 200
ppm sulfate.
31. Use of an alkaline-earth titanate according to one or more of claims 21 to 30 for
producing a micro-electronic component, in particular a multi-layer ceramic capacitor
(MLCC).
32. Method for the production of a micro-electronic component part, wherein an alkaline-earth
titanate according to one or more of claims 21 to 30 is ground and subsequently pressed
into a green body, which is subsequently sintered.
33. Micro-electronic component part comprising an alkaline-earth titanate according to
one or more of claims 21 to 30.
34. Micro-electronic component part according to claim 33, wherein the alkaline-earth
titanate is present in the form of a layer having a thickness of less than 2.5 µm,
preferably in a thickness of less than 1.0 µm.
1. Procédé de production de titanates alcalinoterreux en faisant réagir des composés
métalliques alcalinoterreux avec des particules de dioxyde de titane, caractérisé en ce que les particules de dioxyde de titane comportent une surface BET de plus de 50 m2/g, une teneur en sulfate < 1,5% poids (en référence au TiO2), une teneur en chlorure de < 1000 ppm et une teneur en carbone de < 1000 ppm.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les particules de dioxyde de titane comportent une teneur en H2SO4 jusqu'à 0,3 % poids (en référence au TiO2).
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que les particules de dioxyde de titane contiennent, en référence au Ti02, entre 30 ppm
et 1000 ppm de niobium, de préférence entre 50 et 100 ppm de niobium.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les particules de dioxyde de titane sont converties avec un composé alcalinoterreux
dans des conditions hydrothermiques directement en un titanate alcalinoterreux.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que les particules de dioxyde de titane dans des conditions hydrothermiques sont converties
dans une solution Ba(OH)2 directement en BaTiO3.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les particules de dioxyde de titane sont transformées avec un carbonate alcalinoterreux,
un hydroxyde alcalinoterreux ou un nitrate alcalinoterreux en une réaction de corps
solide.
7. Procédé selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que lors de la production des titanates alcalinoterreux un composé d'aluminium est ajouté
dans une telle quantité que le rapport moléculaire entre l'aluminium et le niobium
se situe entre 0,5 et 1,5.
8. Procédé selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que les particules de dioxyde de titane sont présentes dans la structure cristalline
d'anatase.
9. Procédé selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que les particules de dioxyde de titane contiennent moins de 100 ppm de chlorure, de
préférence moins de 20 ppm de chlorure, respectivement en référence au TiO2.
10. Procédé selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que la surface BET des particules de dioxyde de titane est de 200 à 380 m2/g.
11. Procédé selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que les particules de dioxyde de titane contiennent moins de 200 ppm de sodium et moins
de 200 ppm de potassium, en référence au TiO2.
12. Procédé selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que les particules de dioxyde de titane sont des particules d'oxyde de titane hydraté
avec une teneur en H2O de 0,4 à 25 %/poids.
13. Procédé selon la revendication 12, caractérisé en ce que les particules d'oxyde de titane hydraté comportent une teneur en H2O de 2 à 10 %/poids, en référence au TiO2.
14. Procédé selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que les particules d'oxyde de titane contiennent moins de 30 ppm de fer, de préférence
moins de 10 ppm de fer, en référence au TiO2.
15. Procédé selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que les particules d'oxyde de titane peuvent être obtenues par hydrolyse de sulfate de
titane.
16. Procédé selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que les particules de dioxyde de titane et l'hydroxyde de baryum ou le nitrate de baryum
subissent ensemble un broyage humide et sont séchées ou broyées à sec et ensuite calcinées
à une température inférieure à 700° C.
17. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 15, caractérisé en ce qu'une préparation est produite à partir d'une suspension aqueuse de particules de dioxyde
de titane et d'un composé alcalinoterreux hydrosoluble, qui est ensuite séchée et
calcinée à une température inférieure à 700° C.
18. Procédé selon l'une quelconque des revendications 16 ou 17, caractérisé en ce que la calcination des particules de dioxyde de titane avec le composé métallique alcalinoterreux
a lieu de manière non isotherme, mais à une vitesse de transformation en titanate
alcalinoterreux à peu près constante.
19. Préparation pulvérulente contenant des particules d'oxyde de titane avec une surface
BET de plus de 50 m2/g et un composé alcalinoterreux hydrosoluble, le rapport moléculaire entre le titane
et le métal alcalinoterreux se situant entre 0,95 et 1,05, les particules de dioxyde
de titane étant définies comme dans une quelconque ou plusieurs des revendications
1,2 et 8 à 14.
20. Préparation selon la revendication 19, le composé alcalinoterreux hydrosoluble ayant
été précipité sur les particules d'oxyde de titane et le mélange ayant été ensuite
séché.
21. Titanate alcalinoterreux, lequel peut être produit par un procédé selon l'une quelconque
ou plusieurs des revendications 1 à 18.
22. Titanate alcalinoterreux selon la revendication 21, caractérisé en ce qu'il comporte une teneur en chlorure inférieure à 100 ppm, de préférence inférieure
à 10 ppm et une teneur en niobium de 10 à 300 ppm, de préférence de 15 à 50 ppm.
23. Titanate alcalinoterreux selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications 21
à 22, caractérisé en ce qu'il comporte une surface BET de 20 à 60 m2/g.
24. Titanate alcalinoterreux selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications 21
à 23, caractérisé en ce qu'il comporte une teneur en fer inférieure à 20 ppm.
25. Titanate alcalinoterreux selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications 21
à 23, caractérisé en ce qu'il contient en plus de l'aluminium de telle sorte que le rapport moléculaire entre
l'aluminium et le niobium se situe entre 0,5 et 1,5.
26. Titanate alcalinoterreux selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications 21
à 25, caractérisé en ce que la surface BET de l'échantillon non broyé après calcination est de 5 à 50 m2/g, de préférence 15 à 40 m2/g.
27. Titanate alcalinoterreux selon la revendication 24, caractérisé en ce qu'il contient moins de 5 ppm de fer.
28. Titanate alcalinoterreux selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications 21
à 26, caractérisé en ce que le titanate alcalinoterreux est piézoélectrique.
29. Titanate alcalinoterreux selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications 21
à 28, caractérisé en ce que le titanate alcalinoterreux est du BaTiO3.
30. Titanate alcalinoterreux selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications 21
à 28, caractérisé en ce que le titanate alcalinoterreux comporte moins de 500 ppm de sulfate, de préférence moins
de 200 ppm de sulfate.
31. Utilisation d'un titanate alcalinoterreux selon l'une quelconque ou plusieurs des
revendications 21 à 30, destinée à la production d'un composant microélectronique,
notamment d'un condensateur multicouche céramique (CMCC).
32. Procédé pour la production d'un composant microélectronique, un titanate alcalinoterreux
étant broyé et ensuite comprimé en un corps vert, qui est ensuite fritté, selon l'une
quelconque ou plusieurs des revendications 21 à 30.
33. Composant microélectronique comprenant un titanate alcalinoterreux selon l'une quelconque
ou plusieurs des revendications 21 à 30.
34. Composant microélectronique selon la revendication 33, le titanate alcalinoterreux
étant présent sous la forme d'une couche avec une épaisseur inférieure à 2,5 µm, de
préférence dans une épaisseur inférieure à 1,0 µm.