[0001] Die Erfindung betrifft eine Verpackung gemäss dem Oberbegriff von Anspruch 1. Derartige
Verpackungen werden vor allem in der Pharmaindustrie zum Verpacken länglicher Gegenstände
wie z. B. Spritzen, Ampullen oder Fläschchen eingesetzt. Eine Schachtel für die Verpackung
besteht aus flächigen Zuschnitten aus Karton, einem Kartonlaminat oder einer Kunststofffolie.
[0002] Eine gattungsmässig vergleichbare Verpackung mit einer Faltschachtel ist in der
WO 98/15461 offenbart. Die Schachtel wird aus einem einzigen Zuschnitt gebildet und weist einen
Bodenabschnitt, rechtwinklig an diesen anschliessende Seitenwände und einen ausklappbaren
Deckel auf. Am Bodenabschnitt ist eine Verpackungseinlage zum lagemässigen Fixieren
länglicher Gegenstände vorgesehen. Eine solche Schachtel kann in ihrer Handhabung
gewisse Nachteile aufweisen. So sind etwa bei geöffnetem Deckel die abgelegten Gegenstände
ohne Mühe herausnehmbar. Für bestimmte Anwendungen kann es aber erforderlich sein,
dass auch nach dem Öffnen des Deckels die Gegenstände geschützt sind.
[0003] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile des Bekannten
zu vermeiden und insbesondere eine Verpackung der eingangs genannten Art zu schaffen,
die einen guten Schutz des Verpackungsinhalts bietet. Die Verpackung soll sich auch
durch eine einfache Handhabung auszeichnen. Diese Aufgaben werden erfindungsgemäss
mit einer Verpackung gelöst, welche die Merkmale im Anspruch 1 aufweist.
[0004] Auf diese Weise wird erreicht, dass der Schachtelinhalt durch eine zweistufige Deckelanordnung
optimal geschützt ist. Der an der Vorderseitenwand anschliessende Innendeckel ist
vorteilhaft über einen Gelenkfalz mit der Vorderseitenwand verbunden. Eine vorteilhafte
Schachtel kann sich weiter dadurch auszeichnen, dass die an den Bodenabschnitt anschliessenden
Seitenwände durch Klebelaschen stabilisiert sind.
[0005] Die Verpackung soll nach Öffnen des Deckels eine Prüfung durch Augenschein des Verpackungsinhalts
zulassen. Bei einer solchen Prüfung durch einen Anwender soll der Schachtelinhalt
nicht völlig freiliegen und einen direkten Zugriff versperren. Diese weitere Aufgabe
kann dadurch gelöst werden, dass der Innendeckel wenigstens eine Fensteröffnung aufweisen
kann. Somit sind der Schachtelinhalt, beispielsweise Spritzen, Ampullen oder Fläschchen
einsehbar, ohne dass die Schachtel ganz geöffnet werden muss. Die Fensteröffnung bildet
im Innendeckel einen Rahmen, der wenigstens in einer Ruhelage ein Herausnehmen der
länglichen Gegenstände verhindern kann.
[0006] Es kann vorteilhaft sein, wenn die Fensteröffnung durch eine transparente Folie abgedeckt
ist. Diese Anordnung lässt eine Prüfung des Schachtelinhalts zu, während gleichzeitig
der Schachtelinhalt beispielsweise gegen Staub geschützt ist. Bevorzugt kann die transparente
Folie mit dem Innendeckel durch Kleben verbunden sein. Das Verkleben der Folie kann
dabei vorzugsweise auf einen Zuschnitt erfolgen.
[0007] Insbesondere bei sensiblen Verpackungsgütern kann es vorteilhaft sein, wenn die Schachtel
in Ruhelage durch den Deckel mit Hilfe eines Garantieverschlusses verschlossen ist.
Eine derartige Schachtel mit Garantiefunktion kann anzeigen, ob die Verpackung seit
dem erstmaligen Füllen und Verschliessen durch den Hersteller unangetastet geblieben
ist.
[0008] An den Deckel kann ein Gelenkstreifen anschliessen, der durch Perforationslinien
in zwei Klebabschnitte und einen Deckelstreifenabschnitt unterteilt ist. Dabei können
die Klebeabschnitte durch Kleben mit der Vorderseitenwand verbunden und der Deckel
kann über den Deckelstreifenabschnitt ausklappbar sein. Selbstverständlich würde dieser
Verfahrensschritt erst nach dem Füllvorgang erfolgen. Eine solche Schachtel zeichnet
sich durch eine einfache Handhabung aus. Am Deckelstreifenabschnitt könnten bei Bedarf
Mittel zum Wiederverschliessen des Deckels vorgesehen sein. Derartige Mittel können
beispielsweise Haltelappen sein, die in entsprechenden Aussparungen in der Vorderseitenwand
einsteckbar sind. Mittel zum Wiederverschliessen können aber auch Haftklebstoffe sein,
die Schliess- und Öffnungsvorgänge zulassen.
[0009] Der Zuschnitt kann einen Deckelabschnitt aufweisen. Auf dem Deckelabschnitt können
durch Perforationslinien der Deckel und zwei Restdeckelabschnitte definiert sein.
Die Schachtel kann so derart durch den Deckel in einer Ruhelage verschlossen sein,
dass bei einem erstmaligen Ausklappen des Deckels die Restdeckelabschnitte zum Fixieren
des Innendeckels in der Ruhelage verbleiben. Ein unbeabsichtigtes Öffnen bzw. Ausklappen
des Innendeckels kann so auf vorteilhafte Art und Weise vermieden werden. Besonders
vorteilhaft kann es sein, wenn sowohl Deckel als auch Innendeckel Garantiefunktionen
hätten. Auf diese Weise wäre ein zweistufiger Öffnungsvorgang auf ideale Weise definiert.
[0010] Die Schachtel kann Staublappen aufweisen, welche an den Querseitenwänden anschliessen.
In der Ruhelage können die Staublappen jeweils auf den Innendeckel aufliegen, wobei
bevorzugt der Innendeckel gegenüber den Staublappen innerhalb der Schachtel liegt.
[0011] In einer Ausführungsform der Schachtel können an den Querseitenwänden Staublappen
anschliessen, die mit den Restdeckelabschnitten durch Kleben verbunden sind. Mit Hilfe
der Staublappen kann erreicht werden, dass der Innendeckel auch bei ausgeklapptem
(Aussen-)Deckel niedergehalten ist.
[0012] Die Restdeckelabschnitte und die Klebabschnitte können jeweils durch eine Perforationslinie
voneinander getrennt sein. Bei einem erstmaligen Ausklappen würden die Perforationslinien
oder andere Schwächungslinien reissen. Der so freigegebene Innendeckel kann nun auf
einfache Art und Weise von einem Anwender geöffnet bzw. Ausgeklappt werden. Die beschriebene
Garantiefunktion lässt sich einfach erreichen.
[0013] Besonders vorteilhaft kann es sein, wenn die jeweilige Perforationslinie zum Trennen
des Restdeckelabschnitts vom Deckelabschnitt in die Perforationslinie zum Trennen
des Klebabschnitts vom Deckelstreifenabschnitt übergeht.
[0014] Auf dem Bodenabschnitt kann eine Verpackungseinlage in der Schachtel geklebt sein.
Derartige Verpackungseinlagen dienen zum lagemässigen Fixieren von länglichen Gegenständen
in der Schachtel. Der grundsätzliche Aufbau einer vorteilhaften Verpackungseinlage
ist beispielsweise in der
WO 98/15461 beschrieben.
[0015] Weitere Vorteile und Einzelmerkmale der Erfindung ergeben sich aus den Zeichnungen
und aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemässe Verpackung in einer Ruhelage,
- Fig. 2
- die Schachtel gemäss Fig. 1 mit ausgeklapptem Deckel,
- Fig. 3
- die Schachtel gemäss Fig. 1 mit ausgeklapptem Deckel sowie ausgeklappten Restseitenwänden,
- Fig. 4
- einen Zuschnitt für eine Schachtel gemäss Fig. 1,
- Fig. 5
- eine alternative Ausführung des Zuschnitts gemäss Fig. 4, und
- Fig. 6
- eine weitere Ausführung eines Zuschnitts.
[0016] Fig. 1 zeigt eine mit 1 bezeichnete Schachtel für eine Verpackung. Die Schachtel
1 ist ersichtlicherweise quaderförmig ausgebildet und besteht (ausser einer transparenten
Folie für ein Sichtfenster) aus einem einzigen Materialzuschnitt, beispielsweise aus
Karton oder einem Kartonlaminat. Der Zuschnitt könnte selbstverständlich auch aus
einer Kunststofffolie bestehen. Die Schachtel enthält einen Bodenabschnitt, rechtwinklig
an den Bodenabschnitt anschliessende Seitenwände mit einer Vorderseitenwand 3, zwei
Querseitenwänden 5, einer Rückseitenwand und einem Deckelabschnitt 12.
[0017] Ersichtlicherweise sind auf dem Deckelabschnitt 12 zwei Perforationslinien 22 angeordnet,
die diesen Abschnitt in zwei Restdeckelabschnitte 13 und einen ausklappbaren Deckel
6 unterteilen. Weiter ist aus Fig. 1 erkennbar, dass an den Deckelabschnitt 12 ein
Gelenkstreifen 9 anschliesst, welcher seinerseits durch eine Perforationslinie 21
in zwei Klebabschnitte 10 und einen Deckelstreifenabschnitt 11 unterteilt ist. Die
Klebabschnitte 10 sind dabei an die Vorderseitenwand 3 festgeklebt. In der Schachtel
ist vorteilhaft eine (nicht gezeigte) Verpackungseinlage beispielsweise gemäss der
WO 98/15461 angeordnet, mit welcher längliche Gegenstände lagemässig fixierbar sind.
[0018] Die Fig. 1 bis 3 zeigen die Schachtel 1 in unterschiedlichen Stellungen. Zum Herstellen
der Position gemäss Fig. 2 muss der Deckel 6 geöffnet bzw. Ausgeklappt werden. Dies
lässt sich erreichen, indem der Deckelstreifenabschnitt 11 erfasst wird. Die Öffnungsbewegung
ist in Fig. 1 durch einen Pfeil e angedeutet. Wie aus Fig. 2 hervorgeht, ist bei ausgeklapptem
Deckel 6 das Verpackungsgut durch einen Innendeckel 7 geschützt. Der Innendeckel 7
weist eine Fensteröffnung 8 auf, die mit einer transparenten Folie abgedeckt ist.
Somit sind auch in dieser Stellung sensibles Verpackungsgut, insbesondere längliche
Gegenstände der pharmazeutischen Industrie, beispielsweise Spritzen, Ampullen oder
Fläschchen, optimal geschützt. Die Gegenstände können in eine als Wellenteil ausgebildete
Verpackungseinlage 15 eingesetzt sein. Gleichzeitig kann aber der Schachtelinhalt
von einem Anwender geprüft werden. Wie aus Fig. 2 weiter hervorgeht, ist der Innendeckel
7 durch die Restdeckelabschnitte 13 gesichert. Zum Entsichern muss nun ein Anwender
die Restdeckelabschnitte 13 zusammen mit den mit diesen durch Kleben verbundenen Staublappen
14 in f-Richtung ausklappen. Diese Stellung ist in Fig. 3 gezeigt. Bei ausgeklappten
Restdeckelabschnitten 13 und Staublappen 14 liegt der Innendeckel frei. Zum Herstellen
einer Gebrauchslage müsste der Innendeckel lediglich in g-Richtung ausgeklappt werden.
Zum Wiederverschliessen des Deckels 6 ist im Deckelstreifenabschnitt 11 ein durch
Einschnitte geschaffener Haltelappen 25 vorgesehen, der in eine korrespondierende
Aussparung 24 in der Vorderseitenwand 3 einsteckbar ist.
[0019] Fig. 4 zeigt einen mit 20 bezeichneten Zuschnitt für die Schachtel. Der Zuschnitt
ist durch Falzlinien und Perforationslinien in verschiedene Abschnitte unterteilt.
Hierbei sind Falzlinien durch strichpunktierte Linien und Perforationslinien durch
gestrichelte Linien angedeutet. Der Zuschnitt enthält einen Bodenabschnitt 2 und daran
anschliessende Seitenwände 3, 4 und 5. An der Rückseitenwand 4 schliesst ersichtlicherweise
der Deckelabschnitt 12 an, an welchem seinerseits der Gelenkstreifen 9 anschliesst.
Auf der anderen Seite schliesst an der Vorderseitenwand 3 der Innendeckel 7 an. Aus
Fig. 4 sind weiter Staublappen 19 erkennbar, die jeweils (durch Falzlinien getrennt)
an die Vorderseitenwand 3 und Rückseitenwand 4 anschliessen. In diesem Zustand kann
auch eine transparente Folie zum Abdecken der Fensteröffnung 8 auf einfache Art und
Weise an den Innendeckel 7 geklebt werden. Selbstverständlich wäre es aber auch denkbar,
Innendeckel ohne abdeckende transparente Folien vorzusehen.
[0020] Wie aus Fig. 5 hervorgeht, endet eine Perforationslinie 22 an einer Falzlinie, die
den Deckel 6 von der Rückseitenwand 4 trennt. An die Perforationslinie 22 schliesst
eine weitere Perforationslinie 26 an. Diese Anordnung weist den Vorteil auf, dass
ein auf diese Weise vorgegebener Restdeckelabschnitt 13 nicht mit dem Staublappen
verklebt werden muss.
[0021] Der Zuschnitt 20 gemäss Fig. 6 unterscheidet sich vom vorgehenden Zuschnitt (Fig.
4) dadurch, dass auf dem Deckelabschnitt 12 keine Perforationslinien angeordnet sind.
Somit würde eine entsprechende Schachtel lediglich eine Garantiefunktion für den Deckel
6 aufweisen. Der Innendeckel kann somit ohne vorhergehende Entsicherung bei ausgeklapptem
Deckel geöffnet bzw. ausgeklappt werden.
1. Verpackung, enthaltend eine vorzugsweise aus einem einzigen Zuschnitt (20) bestehende
Faltschachtel (1) mit einem Bodenabschnitt (2), vorzugsweise etwa rechtwinklig an
den Bodenabschnitt (4) anschliessenden Seitenwänden mit einer Vorderseitenwand (3),
einer Rückseitenwand (4) und zwei Querseitenwänden (5), und mit einem ausklappbaren
Deckel (6), der an der Rückseitenwand (4) anschliesst, dadurch gekennzeichnet, dass an der Vorderseitenwand (3) ein in eine Gebrauchslage ausklappbarer Innendeckel (7)
anschliesst, der wenigstens in einer Ruhelage in Bezug auf den Deckel (6) innerhalb
der Schachtel liegt.
2. Verpackung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Innendeckel (7) wenigstens eine Fensteröffnung (8) aufweist.
3. Verpackung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fensteröffnung (8) durch eine transparente Folie abgedeckt ist.
4. Verpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schachtel (1) in der Ruhelage durch den Deckel (6) mit Hilfe eines Garantieverschlusses
verschlossen ist.
5. Verpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass an den Deckel (6) ein Gelenkstreifen (9) anschliesst, der durch Perforationslinien
(21) in zwei Klebabschnitte (10) und einen Deckelstreifenabschnitt (11) unterteilt
ist, wobei die Klebabschnitte (10) durch Kleben mit der Vorderseitenwand (3) verbunden
sind und der Deckel (6) über den Deckelstreifenabschnitt (11) ausklappbar ist.
6. Verpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Zuschnitt (20) einen Deckelabschnitt (12) aufweist, wobei auf dem Deckelabschnitt
durch Perforationslinien (22) der Deckel (6) und zwei Restdeckelabschnitte (13) definiert
sind und dass die Schachtel derart durch den Deckel (6) in einer Ruhelage verschlossen
ist, dass bei einem erstmaligen Ausklappen des Deckels (6) die Restdeckelabschnitte
(13) zum Fixieren des Innendeckels in der Ruhelage verbleiben.
7. Verpackung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass an den Querseitenwänden (5) Staublappen (14) anschliessen, die mit den Restdeckelabschnitten
(13) durch Kleben verbunden sind.
8. Verpackung nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Restdeckelabschnitte (13) und die Klebabschnitte (10) jeweils durch eine Perforationslinie
(23) voneinander getrennt sind.
9. Verpackung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweilige Perforationslinie (22) zum Trennen des Restdeckelabschnitts vom Deckelabschnitt
in die Perforationslinie (21) zum Trennen des Klebabschnitts vom Deckelstreifenabschnitt
übergeht.
10. Verpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Bodenabschnitt (4) eine Verpackungseinlage (15) zum lagemässigen Fixieren
von länglichen Gegenständen in der Schachtel geklebt ist.