[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verlegen von Paneelen durch mechanisches
Verbinden entlang angrenzender Seitenkanten, wobei im Wesentlichen die Querkanten
und die Längskanten einander gegenüberliegend eine Nut und eine Feder, die untere
Lippe der Längskante einen sich nach außen der zweiten Anlagefläche anschließenden
Vorsprung und die Unterseite der Feder der Längskante eine Vertiefung aufweist.
[0002] Verfahren der vorgenannten Art dienen zumeist der Herstellung eines Fußbodenbelags
mit Paneelen aus Holzwerkstoffen wie MDF, HDF oder aus anderen Materialien.
[0003] Aus den Druckschriften
US 4,426,820,
WO 94/26999 und
EP 1 200 690 sind jeweils Verlegeverfahren bekannt, bei denen die Paneele durch jeweils zwei Winkelbewegungen
miteinander entlang der Querkante und der Längskante schrittweise verbunden werden.
[0004] Aus der
EP 1 462 587 A1 ist darüber hinaus ein Verfahren zum Verlegen von mehreren Paneelen zu einer flächigen
Gesamtheit durch mechanisches Verbinden entlang der aneinander grenzenden Seitenkanten
bekannt. Dabei weisen die Paneele jeweils zwei Paare von einander gegenüberliegenden
ersten und zweiten Seitenkanten auf. Ein erstes Paneel wird zusammen mit einem zweiten
Paneel auf einem Untergrund angeordnet, wobei bereits eine erste Seitenkante des ersten
Paneels mit einer zweiten Seitenkante des zweiten Paneels verbunden worden ist.
[0005] Ein neues Paneel wird mit einer zweiten Seitenkante winklig an einer ersten Seitenkante
des zweiten Paneels angesetzt, wobei die Vertiefung einer weiteren zweiten Seitenkante
des neuen Paneels oberhalb des Vorsprungs der ersten Seitenkante des ersten Paneels
angeordnet wird. Das neue Paneel wird dann durch Herabschwenken mit einer ersten Seitenkante
des zweiten Paneels verbunden, wobei die Vertiefung des neuen Paneels wird mit dem
Vorsprung des ersten Paneels in Eingriff gebracht wird.
[0006] Anschließend wir das neue Paneel zusammen mit dem zweiten Paneel angewinkelt, wobei
die zweite Seitenkante des neuen Paneels mit der ersten Seitenkante des ersten Paneels
in Kontakt bleibt. Das neue Paneel wird in der angewinkelten Position in Richtung
der ersten Seitenkante des ersten Paneels bis zur Anlage der oberen Ecken der Seitenkanten
bewegt. Dabei wird das neue Paneel relativ zu der ersten Seitenkante des zweiten Paneels
verschoben. Die Seitenkanten des zweiten und des neuen Paneels bleiben währenddessen
jedoch miteinander verbunden.
[0007] Schließlich wird das neue Paneel zusammen mit dem zweiten Paneel herabgeschwenkt,
bis die Passflächen und die Anlageflächen der ersten Seitenkante des ersten Paneels
und der zweiten Seitenkante des neuen Paneels in Anlage aneinander gelangen. Anschließend
kann ein weiteres neues Paneel auf die gleiche Weise fest mit den zuvor verlegten
Paneelen verbunden werden, um so Stück für Stück einen Bodenbelag entstehen zu lassen.
[0008] Nachteilig ist, dass eine ganze Reihe von Handgriffen erforderlich ist, um auf die
bekannte Weise einen Bodenbelag zu verlegen. Diese sind zwar verhältnismäßig einfach
durchzuführen, benötigen aber dennoch ein Mindestmaß an Zeit für die Durchführung.
[0009] Der vorliegenden Erfindung liegt daher das technische Problem zugrunde, ein Verfahren
zum Verlegen eines Belags aus einzelnen Paneelen anzugeben, das schneller durchgeführt
werden kann.
[0010] Das zuvor aufgezeigte technische Problem wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren
der eingangs genannten Art mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0011] Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden Paneele mit hierfür geeigneten
Nuten und Federn wenigstens an deren jeweiligen Längskanten verwendet.
[0012] Die Kanten der Paneele werden im Folgenden als Querkanten und Längskanten bezeichnet,
die jeweils einmal eine Nut und einmal eine Feder aufweisen. Die Begriffe Querkante
und Längskante werden hier der besseren Verständlichkeit halber verwendet, da Paneele
üblicherweise rechteckig ausgebildet sind. Selbstverständlich entspricht es dem vorliegenden
verständnis der Begriffe Querkante und Längskante, dass diese auch bei quadratischen
Paneelen vorhanden sind. In diesem und in allen anderen Fällen sind die Querkanten
die Kanten der Paneele, an denen die Paneele einer gleichen Reihe von Paneelen verbunden
werden, während unter den Längskanten die Kanten verstanden werden, an denen die Paneele
unterschiedlicher Reihen von Paneelen verbunden werden. Bei der überwiegenden Anzahl
der Fälle dürfte die vorliegende Verwendung der Begriffe Querkante und Längskante
im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren nicht von der nach allgemeinem
Sprachgebrauch üblichen Verwendung der Begriffe Querkante und Längskante abweichen.
[0013] An den Nutseiten sind die Nuten sind durch eine untere und eine obere Lippe begrenzt,
wobei die untere Lippe gegenüber der oberen Lippe nach außen vorsteht. Die obere Lippe
weist am distalen Ende eine erste Anlagefläche auf. Die untere Lippe weist eine zweite
Anlagefläche und einen sich daran anschließenden Vorsprung auf.
[0014] Die Federseiten weisen oberhalb der Feder eine dritte Anlagefläche und an der Unterseite
der Feder eine dritte Anlagefläche auf. An der Unterseite der Feder ist weiterhin
eine Vertiefung ausgebildet, die komplementär zum Vorsprung an der unteren Lippe der
Nutseite ausgebildet ist.
[0015] Zunächst wird eine erste Reihe von Paneelen an ihren Querkanten verbunden und auf
den Untergrund gelegt. Die einzelnen Paneele sind fluchtend zueinander ausgerichtet
und fest miteinander verbunden. Hierbei handelt es sich vorzugsweise um eine horizontale
und vertikale form- oder kraftschlüssige Verbindung. Bei der zweiten Reihe von Paneelen,
die unmittelbar an die erste Reihe von Paneelen angrenzt, werden ebenfalls die Querkanten
der jeweiligen Paneele miteinander verbunden. Allerdings werden die Paneele zusätzlich
derart von oben auf den Untergrund gelegt, dass die Vorsprünge der Nuten der Längskanten
der Paneele der ersten Reihe und die Vertiefungen der Federn der Längskanten der Paneele
der zweiten Reihe mit einander in Eingriff gelangen.
[0016] Die Paneele der zweiten Reihe sind letztlich entsprechend der Anordnung der Vertiefungen
und der Vorsprünge von einander beabstandet. Dieser Abstand ist so gewählt, dass das
zuletzt verlegte Paneele der zweiten Reihe um seine Querkante gekippt werden kann,
ohne das diese Bewegung durch ein Verhaken der Feder des Paneels mit einer Nut der
ersten Reihe von Paneelen eingeschränkt ist. In dieser Weise werden alle Paneele der
zweiten Reihe zunächst entlang der Längskante in die Zwischenposition bezüglich der
Paneele der ersten Reihe gebracht, während sie sich mit den anderen Paneele der zweiten
Reihe bereits im vollständig verriegelten Zustand befinden.
[0017] Im nächsten Verfahrensschritt wird wenigstens ein Paneel der zweiten Reihe angewinkelt,
wobei die benachbarten Längskanten des wenigstens einen Paneels der zweiten Reihe
mit der Längskante wenigstens eines Paneels der ersten Reihe in Kontakt bleiben. Nach
dem Anwinkeln oder währenddessen wird das wenigstens eine Paneel der zweiten Reihe
in der angewinkelten Position in Richtung der ersten Reihe bewegt.
[0018] Danach muss das wenigstens eine Paneel nur noch aus der abgewinkelten Position herunter
auf den Untergrund geschwenkt werden, um das wenigstens eine Paneel mit den übrigen
zuvor verlegten Paneelen fest zu verbinden, was an sich dadurch gegeben ist, dass
jeweils zwei Anlagefläche und ggf. auch noch vorzugsweise vier Passflächen aneinander
anliegen. In dieser Weise werden, je nach Länge der zweiten Reihe sämtliche Paneele
in einem Schritt oder mehreren gleichen Schritten mit den Paneelen der ersten Reihe
verbunden.
[0019] Die Erfindung hat erkannt, dass das bekannte Verfahren ebenso wie alle übrigen aus
dem Stand der Technik bekannten Verfahren einem bestimmten Grundsatz gehorcht. Der
Belag als solcher wächst beim Verlegen schrittweise um jeweils ein weiteres Paneel.
Anders ausgedrückt, ein Paneel wird zunächst in seine endgültige Läge bezogen auf
die zuvor verlegten Paneele gebracht, bevor ein weiteres Paneel dem Belag hinzugefügt
wird. Bis auf das letzte Paneel haben daher alle Paneele vor der Fertigstellung des
Belags bereits ihre finale Position eingenommen, aus der sie gegebenenfalls erneut
angehoben werden.
[0020] Auf diese Weise wird sicher vermieden, dass sich der Belag bzw. einzelne Paneele
während der Herstellung des Belags nicht unbeabsichtigt verschieben oder sogar trennen.
Ein weiteres Paneel muss dazu so eingefügt werden können, dass durch die erforderlichen
Handgriffe zum Einfügen des neuen Paneels ein Trennen bereits verlegter Paneele verhindert
wird. Trennen sich einzelne Paneele des bereits verlegten Paneels nachträglich, hat
dies in der Regel zur Folge, dass der Belag wieder bis zu der entsprechenden unbeabsichtigten
Fehlstelle demontiert werden muss.
[0021] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird also wenigstens eine Mehrzahl von zu einer
Reihe von Paneelen gehörenden Paneele zunächst noch nicht in Ihre endgültige Position
gebracht. Dies geschieht dann etwa in einem gemeinsamen Verfahrensschritt. Das separate
Durchführen dieses letzten Schritts bei jedem einzelnen Paneel kann letztlich entfallen,
weshalb insgesamt Verfahrensschritte eingespart werden und das Verfahren an sich schneller
durchgeführt werden kann, ohne dafür einen komplizierteren Ablauf des Verfahrens in
Kauf nehmen zu müssen. Insbesondere kann das Verfahren auch nur von einer Person durchgeführt
werden, da nicht mehrere Handgriffe gleichzeitig ausgeführt zu werden brauchen.
[0022] Besonders bevorzugt ist es daher, wenn etwa nach dem vorläufigen Verlegen der zweiten
Reihe, wobei die Vertiefungen und die Vorsprünge der benachbarten Reihen in Eingriff
miteinander stehen, wenigstens zwei oder mehr Paneele gleichzeitig angewinkelt werden,
wobei die Längskanten dieser Paneele mit Längskanten der ersten Reihe in Kontakt bleiben,
wobei die wenigstens zwei Paneele gemeinsam in angewinkelter Position in Richtung
der ersten Reihe bewegt werden. Anschließend werden die wenigstens zwei Paneele lediglich
noch in der bereits beschriebenen Weise auf den Untergrund heruntergeschwenkt.
[0023] Je mehr Paneele auf diese Weise mit einem Verfahrensschnitt in ihre finale Position
gebracht werden können, was etwa von dem Untergrund und den Abmessungen der Paneele
abhängen kann, desto mehr Einzelschritte können eingespart werden. Mit jedem Einzelschritt
der eingespart werden kann, steigt die Geschwindigkeit des Verfahrens und damit letztlich
die Produktivität.
[0024] Bei einer weiteren Lehre der Erfindung ist daher vorgesehen, dass zumindest im Wesentlichen
alle Paneele der zweiten Reihe angewinkelt werden, wobei die benachbarten Längskanten
der Paneele der ersten Reihe und der zweiten Reihe in Kontakt bleiben, bei dem zumindest
im Wesentlichen alle Paneele der zweiten Reihe in der angewinkelten Position in Richtung
der ersten Reihe bewegt werden, bei dem zumindest im Wesentlichen alle Paneele der
zweiten Reihe herabgeschwenkt werden, bis jeweils zwei Anlageflächen in Anlage zueinander
stehen.
[0025] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass das erste
Paneel der ersten Reihe auf dem Untergrund angeordnet ist und bei dem die jeweils
weiteren Paneele der ersten Reihe um die die Feder aufweisende Querkante gegenüber
der Unterlage gekippt werden, bei dem die die Feder aufweisende Querkante des jeweils
weiteren Paneels in die Nut der Querkante des angrenzenden Paneels eingebracht wird
und bei dem die jeweils weiteren Paneele herabgeschwenkt werden.
[0026] Die Paneele der ersten Reihe sind also letztlich nur an Ihren Querkanten verbunden
und werden nacheinander verlegt, ohne dass die Position eines einmal verlegten Paneels
noch einmal verändert werden muss. Dies ist deshalb zweckmäßig, weil die Lage und
Ausrichtung der ersten Reihe von Paneelen die Lage und Ausrichtung des gesamten Belags
bestimmt. Auf die beschriebene Weise kann die Lage und Ausrichtung der Paneele der
ersten Reihe, insbesondere des ersten Paneels der ersten Reihe, optimal gewählt werden,
da ein versehentliches Verrutschen anschließend nicht mehr eintreten kann.
[0027] Das erste Paneel der zweiten Reihe von Paneelen kann vorteilhaft ohne Schwenkbewegung
von oben auf der Unterlage abgelegt werden, wobei dann der Vorsprung der unteren Lippe
der Längskante eines Paneels der ersten Reihen und die Vertiefung an der Unterseite
der Feder des ersten Paneels der zweiten Reihe in Eingriff miteinander gebracht werden.
[0028] Damit wird bereits mit dem jeweils ersten Paneel einer neuen Reihe von Paneelen eine
vorläufige Verbindung geschaffen. Durch das Ineinandergreifen der Paneele der aufeinander
folgenden Reihe ergibt sich gleichzeitig eine Ausrichtung der neuen Paneele. Ferner
wird bereits zu diesem Zeitpunkt die Einhebelposition zum späteren Einhebeln der neuen
Paneele erreicht.
[0029] Bei einem weiter bevorzugten Verfahren werden die jeweils weiteren Paneele der zweiten
Reihe um die die Feder aufweisende Querkante gegenüber der Unterlage gekippt, um in
die Nut der Querkante des angrenzenden Paneels eingebracht zu werden, wobei die jeweils
weiteren Paneele herabgeschwenkt werden und wobei die Vertiefung der Unterseite der
Feder der Längskante des jeweils weiteren Paneels mit dem Vorsprung der unteren Lippe
wenigstens eines Paneels der ersten Reihe in Eingriff gebracht wird.
[0030] Mit dem Eingriff der korrespondierenden Vorsprünge und Vertiefungen wird eine Zwischenposition
erreicht, in der die Paneele einerseits eine definierte Position zueinander einnehmen
und andererseits bereits teilweise miteinander verbunden sind. Diese Position wird
Einhebelposition genannt, da anschließend durch Anwinkeln und Zusammenschieben der
Paneele die endgültige Position durch ein Einhebeln erreicht wird.
[0031] In bevorzugter Weise wird das zweite Paneel um einen Winkel kleiner als 15°, insbesondere
kleiner als 12° und vorzugsweise kleiner als 10° gegenüber dem ersten Paneel angewinkelt.
Diese Winkel sind ausreichen klein, so dass gewährleistet wird, dass während der nachfolgenden
Schiebebewegung die betreffenden Seitenkanten aufgrund des bereits teilweise bestehenden
Eingriffs nur durch eine zusätzliche Bewegung, also Krafteinwirkung außer Eingriff
gelangen können.
[0032] Es versteht sich, dass ein Bodenbelag üblicherweise aus mehr als zwei Reihen von
Paneelen besteht. Jede weitere Reihe, die über die ersten beiden Reihen hinaus geht,
kann hinsichtlich des Verfahrens zu deren Verlegung als zweite Reihe angesehen werden,
da sich deren Verlegung von der Verlegung der zweiten Reihe grundsätzlich nicht unterscheidet.
Es versteht sich, dass die weiteren Reihen dann anstelle der ersten Reihe mit der
jeweils zuvor verlegten Reihe verbunden werden, bei der es sich ebenfalls um eine
"zweite" Reihe handelt. Nur eine Reihe und zwar die erste Reihe ist ihrerseits nicht
mit einer weiteren Reihe verbunden. Mit anderen Worten wird die erste Reihe auf eine
und die zweite Reihe sowie alle weiteren Reihen auf eine weitere Weise verlegt. Der
Unterschied zwischen der ersten Reihe und den weiteren Reihen besteht im Wesentlichen
darin, dass die zweite Reihe und die weiteren Reihen im Gegensatz zu der ersten Reihe
in die zuvor verlegte Reihe über die Einhebelposition eingehebelt wird/werden.
[0033] Die Erfindung wird im folgenden anhand von lediglich einem Ausführungsbeispiel näher
erläutert, wozu auf die beigefügte Zeichnung Bezug genommen wird. In der Zeichnung
zeigen
- Fig. 1
- eine Längskante mit Nut eines Paneels zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 2
- eine Längskante mit Feder eines Paneels zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 3
- zwei Paneele mit gegenüberliegenden Längskanten in vollständigem Eingriff miteinander
nach dem Verbinden der Paneele gemäß des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 4
- die in Fig. 3 gezeigten Paneele in der Einhebelposition als Zwischenposition beim
Verbinden der Paneele gemäß des erfindungsgemäßen Verfahrens und
- Fig. 5a-e
- ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0034] Die Fig. 1 und 2 zeigen Detailansichten eines Paneels 2 zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens, und zwar die Längskanten 4 und 6 des Paneels 2.
[0035] Bei der in Fig. 1 dargestellten Längskante 4 ist eine Nut 8 vorgesehen, die eine
die Nut 8 nach oben begrenzende obere Lippe 10 und eine untere Lippe 12 aufweist,
die die Nut 8 nach unten begrenzt. Das distale Ende der unteren Lippe 12 ragt über
das distale Ende der oberen Lippe 10 hinaus. Weiterhin ist eine erste Anlagefläche
14 vorgesehen, die am oberen Ende der ersten Längskante 4 angeordnet ist. Eine zweite
Anlagefläche 16 ist an der unteren Lippe 12 im Bereich des distalen Endes angeordnet.
[0036] Ferner ist bei dem dargestellten Paneel eine erste Passfläche 18 an der oberen Lippe
10 angeordnet und eine zweite Passfläche 20 an der unteren Lippe 12 im Bereich des
Nutgrundes 22 angeordnet.
[0037] Bei der in Fig. 2 dargestellten Längskante 6 ist eine Feder 24 vorgesehen, die eine
dritte Passfläche 26 an der Oberseite und an der Unterseite eine vierte Passfläche
28 aufweist. Des Weiteren weist die Längskante 6 am oberen Ende eine dritte Anlagefläche
30 auf. Zudem ist noch eine vierte Anlagefläche 32 beabstandet vom distalen Ende an
der Unterseite der Feder 24 angeordnet.
[0038] In dem in Fig. 3 dargestellten verbundenen Zustand zweier komplementärer Längskanten
4 und 6 liegen die erste Anlagefläche 14 und die dritte Anlagefläche 30, die zweite
Anlagefläche 16 und die vierte Anlagefläche 32, die erste Passfläche 18 und die dritte
Passfläche 26 sowie die zweite Passfläche 20 und die vierte Passfläche 28 paarweise
aneinander an. Bei dieser Lage zwischen den Längskanten 4 und 6 sind die Paneele spaltfrei
sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung miteinander verbunden.
[0039] Aus den Fig. 1 ist klar ersichtlich, dass das distale Ende der unteren Lippe 12 einen
nach oben vorstehenden Vorsprung 34 aufweist, der an der dem Nutgrund 22 zugewandten
Seite durch die zweite Anlagefläche 16 begrenzt ist. Des Weiteren ist, wie Fig. 2
und 3 zeigen, an der Unterseite der Feder 24 zwischen der vierten Passfläche 28 und
der vierten Anlagefläche 32 eine Vertiefung 36 ausgebildet, wobei die Form der Vertiefung
36 im Wesentlichen an die Form des oberen Endes des Vorsprungs 34 angepasst ist.
[0040] Durch den Vorsprung 34 und die Vertiefung 36 ist es möglich, zwei Paneele 2 in die
in Fig. 4 dargestellte Einhebelposition zu bringen, in der der Vorsprung 34 in der
Vertiefung 36 aufgenommen wird. In Fig. 4 sind der Vorsprung 34 und die Vertiefung
36 zur Verdeutlichung durch separate Striche dargestellt. Selbstverständlich liegen
die Oberflächen beider Elemente aneinander an, wenn diese sich in der Einhebelposition
befinden.
[0041] Bei der Einhebelposition handelt es sich um eine Zwischenposition, die die Paneele
2 während des Verfahrens zum mechanischen Verbinden der Paneele 2 einnehmen. Das endgültige
Verbinden der Paneele 2 erfolgt erst in einem nachgelagerten Schritt.
[0042] Aus den beschriebenen Figuren ergibt sich, dass die Form der Vertiefung 36 und die
Form des oberen Endes des Vorsprunges 34 V-förmig sind, wobei die Spitze des V nach
oben weist. Durch diese Form wird in einfacher Weise gewährleistet, dass die Paneele
2 in der Einhebelposition nur mit einer Kraft gegeneinander verschoben werden können.
Mit anderen Worten ist die Einhebelposition eine stabile, aber dennoch leicht veränderbare
Position. Die Form der Vertiefung und des Vorsprungs sind selbstverständlich nicht
auf eine V-Form beschränkt und kann beliebig gewählt werden.
[0043] Die Fig. 1 bis 4 zeigt letztlich die bevorzugte Ausgestaltung der Paneele zur Durchführung
des Verfahrens zum Verlegen eines Bodenbelags- Die gezeigten Paneele ermöglichen einen
Formschluss zwischen den Profilen. Das bedeutet, dass während des Verbindens der beiden
Seitenkanten 4 und 6 erst am Ende des Einschwenkens die Anlageflächen 22 und 32 in
Eingriff miteinander kommen.
[0044] Die Erfindung ist aber nicht auf Profile mit einem Formschluss beschränkt. Die Anlageflächen
16 und 32 können auch eine Vorspannung zueinander aufweisen, die aus einer elastischen
Materialverformung der unteren Lippe 12 oder der Feder 24 entsteht. Dadurch ergibt
sich eine kraftschlüssige Verbindung der beiden Paneele 2 miteinander.
[0045] Bei einem Eingriff des Vorsprungs 34 eines ersten Paneels 2 mit der Vertiefung 36
eines zweiten Paneels 2 ist das distale Ende 38 der Feder 24 in Richtung des distalen
Endes der unteren Lippe 12 außerhalb einer Ebene E angeordnet, die vertikal zur Oberseite
des Paneels 2 entlang der ersten Anlagefläche 14 verläuft. Die Ebene ist in Fig. 4
durch eine gestrichelte Linie dargestellt. Diese Ausgestaltung hat einen Vorteil,
der sich aus der Beschreibung des erfindungsgemäßen Verfahrens nach Fig. 5 ergibt
und dort näher erläutert wird.
[0046] In den Fig. 5a bis 5e wird ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens
dargestellt. In den Fig. 5a bis 5e ist jeweils oben eine perspektivische Darstellung
der jeweiligen Position der Paneele 2, 2' und 2'' zueinander dargestellt, wobei die
Längskanten 4 und 6'' der Paneele 2 und 2'', die Längskanten 4 und 6' der Paneele
2 und 2' sowie die Längskanten 4'' und 6' der Paneele 2'' und 2' benachbart zueinander
angeordnet sind. In der jeweils unteren Schnittdarstellung der Fig. 5a bis 5e ist
die Position der Längskante 4 des Paneels 2 in Bezug zu der Längskante 6' des Paneels
2' dargestellt.
[0047] Das Verfahren zum Verlegen von Paneelen 2 durch mechanisches Verbinden entlang der
angrenzenden Seitenkanten 4, 6 verläuft in den in den Fig. 5a bis 5e dargestellten,
aufeinanderfolgenden Schritten.
[0048] Fig. 5a: Ein erstes Paneel 2, welches etwa das erste Paneel 2 der ersten Reihe sein
kann, wird auf einem Untergrund angeordnet. Anschließend wird ein weiteres Paneel
2'', bei dem es sich um das erste Paneel der zweiten Reihe handeln kann, auf dem Untergrund
angeordnet, und zwar so, dass Vertiefung 36 und Vorsprung 34 der benachbarten Paneele
2 und 2'' in Eingriff miteinander gelangen, wie dies im Einzelnen in Fig. 4 dargestellt
ist. Danach wird dann ein weiteres Paneel 2', bei dem es sich um ein weiteres Paneel
der zweiten Reihe handeln kann, mit dem zuvor verlegten Paneel 2'' verbunden. Um die
benachbarten Längskanten 4'' und 6' miteinander verbinden zu können, wird das neu
hinzuzufügende Paneel 2' um die Querkante 6' gekippt, so dass die Feder 24 des Paneels
2' in die Nut des Paneels 2'' gelangen kann. Anschließend wird das Paneel 2' dann
herabgeschwenkt, wobei Feder 24' und Nut B'' der benachbarten Querkanten 4" und 6'
fest miteinander verbunden werden, so dass ein relatives Verrutschen der verbundenen
Querkanten 4'' und 6' nicht mehr ohne merklichen Kraftaufwand möglich ist.
[0049] Fig. 5b: Wen das letzte Paneel 2' soweit herabgeschwenkt ist, dass es auf dem Untergrund
angeordnet ist, dann kommen von den Paneelen 2 und 2' der Vorsprung 34 und die Vertiefung
36' in Eingriff miteinander.
[0050] Aufgrund der Tatsachen, dass bereits die Paneele 2 und 2" in einem derartigen Eingriff
miteinander stehen und die Feder 24' sich in der Einhebelposition etwa bis auf die
Höhe des ersten Anlagefläche 14 nach außen erstreckt, wird der Eingriff wie in der
Schnittdarstellung gezeigt erzielt. Beim Einsetzen des Paneels 2' in die Nut des Paneels
2'' in gekippter Position kann das neue Paneel 2' ganz bis an das erste Paneel 2 herangeschoben
werden, so dass die Feder 24' des neuen Paneels 2' an die erste Anlagefläche 14 des
Paneels 2 stößt. Um die vorbeschriebene Einhebelposition zu erreichen, muss jetzt
das letzte Paneel 2' lediglich noch gerade nach unten geschwenkt werden. Dies wird
dadurch erleichtert, dass das neue Paneel 2' im Wesentlichen während der gesamten
Bewegung geführt ist, und zwar durch die Anlage der Feder 24' des letzten Paneels
2' an die Anlagefläche 14 des ersten Paneels 2.
[0051] Dieser Teil des Verfahrens erfordert keine besondere Aufmerksamkeit und kann daher
sehr schnell durchgeführt werden. Sollte dennoch eine Fehlverlegung auftreten, ist
dies durch den Versatz, der sich dadurch ergibt, dass der Vorsprung 34 vor der Vertiefung
36 zur Anlage kommt, deutlich zu erkennen. Eine Korrektur des Fehlers ist dann durch
ein erneutes Verschwenken des Paneels 2' zunächst nach oben und anschließend wieder
zurück ohne weiteres möglich.
[0052] Fig. 5c: Im nächsten Schritt werden die Paneele der zweiten Reihe, hier also die
Paneele 2' und 2'' angewinkelt, wobei die Längskanten 6' und 6" der Paneele 2' und
2'' der zweiten Reihe mit den Längskanten 4 des Paneels 2 der ersten Reihe in Kontakt
bleiben. Diese Bewegung ist in Fig. 5c mit zwei Pfeilen dargestellt.
[0053] Fig. 5d: die Paneele der zweiten Reihe 2' werden in der angewinkelten Position in
Richtung des Paneels der ersten Reihe 2 bewegt (Pfeil), während die Längskanten 6'
und 6'' der Paneele der zweiten Reihe 2' und 2'' mit der Längskante 4 des Paneels
der ersten Reihe 2 in Kontakt bleiben, Ferner bleiben währenddessen die Paneele der
zweiten Reihe 2' und 2" untereinander an den benachbarten Querkanten 4'' und 6' in
Eingriff, ohne dass hierfür eine besondere Sorgfalt erforderlich ist.
[0054] In bevorzugter Weise sind während des Anwinkelns des neuen Paneels 2' gegenüber dem
ersten Paneel 2 das neue Paneel 2' und das zweite Paneel 2'' im Wesentlichen in einer
Ebene zueinander ausgerichtet. Das verhindert, dass die beiden Paneele 2' und 2''
wieder auseinander geraten, sich also die beiden Seitenkanten 4'' und 6a' wieder lösen.
[0055] Fig. 5e: Im letzten Schritt werden die Paneele der zweiten Reihe 2' und 2'' heruntergeschwenkt
(Pfeil), bis die Passflächen 18,26' und 20,28' sowie die Anlageflächen 14,30' und
16,32' in Anlage aneinander gelangen.
[0056] Bei Reihen, die eine bestimmte, vom Einzelfall abhängige Länge nicht übersteigen,
kann eine gesamte zweite bzw. weitere Reihe mit einem Mal aus der Einhebelposition
eingehebelt werden. Alternativ oder zusätzlich ist es aber auch von Vorteil, dass
bei Paneelen, die eine bestimmte Länge nicht überschreitenden, eine Mehrzahl von Paneelen
gemeinsam aus der Einhebelposition eingehebelt werden kann, selbst wenn nicht eine
ganze Reihe aufgrund ihrer Länge in einem Mal eingehebelt werden kann.
[0057] Ein umständliches und aufgrund von Reibungskräften kraftaufwendiges Verschieben der
einzelnen Paneele entlang ihrer Querkanten gegeneinander während dem Einhebeln eines
neuen Paneels ist nicht mehr erforderlich. Auch dadurch geht das Verlegen eines Belags
in der beschriebenen Weise sehr viel schneller.
[0058] Vorzugsweise muss für das Anwinkeln der Paneele der zweiten bzw. letzten Reihe von
Paneelen nur ein geringer Winkel eingenommen werden, um die zweite bzw. weitere Reihe
von Paneelen mit der ersten bzw. vorangegangenen Reihe von Paneelen zu verbinden.
Dabei wird das wenigstens eine Paneel der zweiten Reihe um einen Winkel kleiner als
15°, insbesondere kleiner als 12° und vorzugsweise kleiner als 10° gegenüber dem wenigstens
einen Paneel der ersten Reihe angewinkelt. Diese Winkel ermöglichen es insbesondere,
dass die bereits zu einem Teil bestehende Verbindung in der Einhebelposition erhalten
bleibt, da in der Rege1 ein größerer Winkel erforderlich ist, um die bereits teilweise
eingeführte Feder wieder außer Eingriff zu bringen.
1. verfahren zum Verlegen von Paneelen durch mechanisches verbinden entlang angrenzender
Seitenkanten,
- wobei die Paneele jeweils zwei Querkanten und zwei Längskanten aufweisen,
- wobei die Querkanten und die Längskanten einander gegenüberliegend eine Nut und
eine Feder aufweisen,
- wobei jede Nut nach unten durch eine untere Lippe und nach oben durch eine obere
Lippe begrenzt wird,
- wobei die untere Lippe gegenüber der oberen Lippe nach außen vorsteht,
- wobei die obere Lippe eine erste Anlagefläche und untere Lippe eine zweite Anlagefläche
aufweist,
- wobei die untere Lippe der Längskante einen sich nach außen der zweiten Anlagefläche
anschließenden Vorsprung aufweist,
- wobei oberhalb der Feder der Längskante eine dritte Anlagefläche vorgesehen ist,
- wobei an der Unterseite der Feder der Längskante eine Vertiefung vorgesehen ist,
an deren der Feder abgewandten Seite sich eine vierte Anlagefläche anschließt,
- bei dem eine erste Reihe von Paneelen an ihren Querkanten mechanisch miteinander
verbunden und fluchtend zueinander auf dem Untergrund angeordnet wird,
- bei dem eine zweite Reihe von Paneelen an ihren Querkanten mechanisch miteinander
verbunden wird,
- bei dem die Paneele der zweiten Reihe beabstandet zur ersten Reihe von Paneelen
auf dem Untergrund angeordnet werden,
- bei dem die Vertiefungen der Längskanten der Paneele der zweiten Reihe mit den Vorsprüngen
der Längskanten der ersten Reihe in Eingriff gebracht wird,
- bei dem wenigstens ein Paneel der zweiten Reihe angewinkelt wird, wobei die benachbarten
Längskanten des wenigstens einen Paneels der zweiten Reihe mit der Längskante wenigstens
eines Paneels der ersten Reihe in Kontakt bleibt,
- bei dem das wenigstens eine Paneel der zweiten Reihe in der angewinkelten Position
in Richtung der ersten Reihe bewegt wird und
- bei dem das wenigstens eine Paneel der zweiten Reihe herabgeschwenkt wird, bis jeweils
zwei Anlagefläche in Anlage zueinander stehen.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
- bei wenigstens zwei Paneele der zweiten Reihe angewinkelt werden, wobei die benachbarten
Längskanten der Paneele der ersten Reihe und der zweiten Reihe in Kontakt bleiben,
- bei dem die wenigstens zwei Paneele der zweiten Reihe in der angewinkelten Position
gemeinsam in Richtung der ersten Reihe bewegt werden und
- bei dem die wenigstens zwei Paneele der zweiten Reihe herabgeschwenkt werden, bis
jeweils zwei Anlagefläche in Anlage zueinander stehen.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
- bei dem im Wesentlichen alle Paneele der zweiten Reihe angewinkelt werden, wobei
die benachbarten Längskanten der Paneele der ersten Reihe und der zweiten Reihe in
Kontakt bleiben,
- bei dem die Paneele der zweiten Reihe in der angewinkelten Position gemeinsam in
Richtung der ersten Reihe bewegt werden und
- bei dem die Paneele der zweiten Reihe herabgeschwenkt werden, bis jeweils zwei Anlagefläche
in Anlage zueinander stehen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
- bei dem das erste Paneel der ersten Reihe auf dem Untergrund angeordnet ist und
- bei dem die jeweils weiteren Paneele der ersten Reihe um die die Feder aufweisende
Querkante gegenüber der Unterlage gekippt werden,
- bei dem die die Feder aufweisende Querkante des jeweils weiteren Paneels in die
Nut der Querkante des angrenzenden Paneels eingebracht wird und
- bei dem die jeweils weiteren Paneele herabgeschwenkt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
- bei dem das erste Paneel der zweiten Reihe von Paneelen auf der Unterlage angeordnet
wird,
- bei dem der Vorsprung der unteren Lippe der Längsknte eines Paneels der ersten Reihe
und die Vertiefung an der Unterseite der Feder des ersten Paneels der zweiten Reihe
in Eingriff miteinander gebracht werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
- bei dem die jeweils weiteren Paneele der zweiten Reihe um die die Feder aufweisende
Querkante gegenüber der Unterlage gekippt werden,
- bei dem die die Feder aufweisende Querkante des jeweils weiteren Paneels in die
Nut der Querkante des angrenzenden Paneels eingebracht wird,
- bei dem die jeweils weiteren Paneele herabgeschwenkt werden und
- bei dem die Vertiefung der Unterseite der Feder der Längskante des jeweils weiteren
Paneels beim Herabschwenken des jeweils weiteren Paneels mit dem Vorsprung der unteren
Lippe wenigstens eines Paneels der ersten Reihe in Eingriff gebracht wird.