[0001] Die Erfindung betrifft ein Dampferzeugerrohr mit einem drallerzeugenden Innenprofil.
Sie betrifft weiterhin einen Durchlaufdampferzeuger mit derartigen Dampferzeugerrohren.
Die Erfindung bezieht sich ferner auf ein Verfahren zum Herstellen eines mit einem
drallerzeugenden Innenprofil versehenen Dampferzeugerrohres.
[0002] In den Brennkammerwänden eines Durchlaufdampferzeugers werden üblicherweise miteinander
über Stege gasdicht verschweißte Dampferzeugerrohre zur Bildung eines den Feuerraum
umgebenden Gaszuges eingesetzt, die für den Durchfluss eines Strömungsmediums parallel
geschaltet sind. Anstelle von Rohren mit dazwischen liegenden, separaten Flacheisenstegen
können auch Rohre verwendet werden, die bereits werksseitig mit angeformten Flossen
ausgerüstet sind. Die Dampferzeugerrohre können dabei vertikal oder auch schräg angeordnet
sein. Für ein sicheres Betriebsverhalten des Durchlaufdampferzeugers sind die Dampferzeugerrohre
in der Regel derart ausgelegt, dass auch bei niedrigen Massenstromdichten des die
Dampferzeugerrohre durchströmenden Mediums eine ausreichende Kühlung der Dampferzeugerrohre
gewährleistet ist.
[0003] Ein wichtiges Auslegungskriterium sind die Wärmeübergangseigenschaften eines Dampferzeugerrohres.
Ein hoher Wärmeübergang ermöglicht eine besonders effektive Beheizung des das Dampferzeugerrohr
durchströmenden Mediums bei gleichzeitig zuverlässiger Kühlung des Dampferzeugerrohres
an sich. Das Wärmeübergangsverhalten eines Dampferzeugerrohres kann bei konventionellen
Dampferzeugern, die bei unterkritischen Drücken betrieben werden, durch das Auftreten
so genannter Siedekrisen beeinträchtigt sein. Dabei wird die Rohrwand nicht mehr vom
flüssigen Strömungsmedium - in der Regel Wasser - benetzt und somit nur unzureichend
gekühlt. Infolge von zu frühem Austrocknen könnten dann die Festigkeitswerte der Rohrwand
reduziert werden.
[0004] Für eine Verbesserung des Wärmeübergangsverhaltens kommen üblicherweise Dampferzeugerrohre
zum Einsatz, die infolge eines Verformungsprozesses (z. B. Kaltziehen) auf ihrer Innenseite
eine Oberflächenstruktur oder ein Innenprofil in der Art schraubenförmig gewundener
Rippen aufweisen. Durch die Formgebung der Rippen wird dem das Dampferzeugerrohr durchströmenden
Medium ein Drall eingeprägt, so dass sich die schwerere flüssige Phase infolge der
wirkenden Zentrifugalkräfte an der Rohrinnenwand sammelt und dort einen benetzenden
Flüssigkeitsfilm ausbildet. Damit ist auch bei vergleichsweise hohen Wärmestromdichten
und niedrigen Massenstromdichten ein zuverlässiger Wärmeübergang von der Rohrinnenwand
auf das Strömungsmedium gewährleistet.
[0005] Nachteilig ist bei den bekannten Dampferzeugerrohren, dass diese infolge der begrenzten
Verformbarkeit des Rohrmaterials vergleichsweise aufwändig herzustellen sind. Insbesondere
bei hochwarmfesten Stählen mit hohem Chromgehalt ist die Verformbarkeit stark eingeschränkt.
Derartige Werkstoffe spielen bei Dampferzeugerrohren heutzutage eine immer wichtigere
Rolle, da sie - zumindest im Prinzip - eine Auslegung eines Dampferzeugers für besonders
hohe Dampfparameter, insbesondere für hohe Frischdampftemperaturen, und damit einhergehend
besonders hohe Wirkungsgrade gestatten. Durch die materialbedingten Einschränkungen
bei der Verarbeitung ist es jedoch in der Praxis nicht oder nur mit erheblichem Aufwand
möglich, innenberippte Rohre mit den gewünschten, strömungstechnisch vorteilhaften
Rippenprofilen im Rahmen eines Verformungsprozesses aus Glattrohren zu erzeugen. Insbesondere
sind hinreichend steile Flankenwinkel und scharfkantige Übergänge in Verbindung mit
großen Rippenhöhen nur schwer nicht fertigbar. Darüber hinaus ist die Höhe der Rippen
nur innerhalb eines engen Rahmens fertigbar. Zudem ergibt sich eine nur geringe Flexibilität
bezüglich der Profilgestaltung entlang des Rohres.
[0006] Alternativ wurden bereits verschiedenartige drallerzeugende Einbauteile zum nachträglichen
Einbau in ein Dampferzeugerrohr vorgeschlagen. Zu diesen zählen insbesondere die so
genannten "Twisted Tapes": Aus einem Metallstreifen gefertigte Bänder, die in sich
verdrillt oder gewunden sind. Den bislang bekannten Rohreinbauten ist allerdings der
Nachteil gemeinsam, dass sie zum einen den (ursprünglich) freien Querschnitt im Zentrum
des Rohres versperren und daher zu sehr hohen Druckverlusten führen, und dass sie
zum anderen die gesamte Strömung ausgesprochen stark umlenken und dabei teilweise
"überdrallen". Ein einfaches Twisted Tape z. B. führt bei höheren Dampfgehalten in
der Zweiphasenströmung zu einem Ansammeln der Wasserphase im Zwickel zwischen der
Rohrwand und dem Tape bei gleichzeitigem Austrocknen und damit unzureichender Kühlung
der Innenwandbereiche leeseitig des Tapes. Dampferzeugerrohre mit Einbauten in der
Art von Twisted Tapes sind daher nicht für alle bei Dampferzeugern üblicherweise auftretenden
Betriebsbedingungen gleichermaßen geeignet.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Dampferzeugerrohr der eingangs
genannten Art anzugeben, das bei einfach und kostengünstig gehaltener Fertigung und
bei einer großen Bandbreite unterschiedlicher Betriebsbedingungen ein besonders günstiges
Wärmeübergangsverhalten aufweist. Des Weiteren sollen ein zur Herstellung eines derartigen
Dampferzeugerrohres geeignetes Herstellungsverfahren sowie ein Durchlaufdampferzeuger
angegeben werden, der bei hoher betrieblicher Sicherheit und bei einem hohen Wirkungsgrad
einen besonders einfachen Aufbau besitzt.
[0008] Bezüglich des Dampferzeugerrohres wird die genannten Aufgabe erfindungsgemäß gelöst,
indem zur Bildung eines drallerzeugenden Innenprofils mindestens ein Einsatz im Rohrinneren
angeordnet ist, wobei der Einsatz eine Mehrzahl von Drähten umfasst, die sich in der
Art eines mehrgängigen Gewindes schraubenförmig an der Rohrinnenwand entlangwinden.
[0009] Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, dass die Mehrphasenströmung innerhalb
eines Dampferzeugerrohres zur Verbesserung des Wärmeüberganges einen Drall aufweisen
sollte, so dass die flüssige Phase infolge der Rotation an die Rohrinnenwand geführt
wird und diese möglichst gleichmäßig benetzt. Für eine gezielte Herstellung und Aufrechterhaltung
einer derartigen Drallströmung sollten daher geeignete strömungsführende Elemente
im Rohrinneren angeordnet sein. Wie sich herausgestellt hat, ist die Strömungsführung
dann besonders günstig, wenn einerseits weder ein "Überdrallen" noch allzu große Druckverluste
entlang des Strömungsweges auftreten, andererseits die Drallwirkung dennoch intensiv
genug ist, um die flüssige Phase des Strömungsmediums über den gesamten Rohrumfang
an die Rohrinnenwand zu leiten.
[0010] Zur Vermeidung hoher Druckverluste, die zu einem hohen Eigenenergiebedarf für die
Speisewasserpumpe führen, und zur Sicherstellung der Dampfabfuhr im Rohrinneren sollten
die strömungsführenden Elemente im Wesentlichen in der Art eines Innenprofils an der
Rohrinnenwand angeordnet sein und den Rohrquerschnitt im Zentrum nicht oder nur geringfügig
versperren. Um überdies die mit den Rippenrohren konventioneller Bauart verbundenen
Fertigungslimitierungen zu umgehen, sollte das drallerzeugende Innenprofil durch Rohreinbauten
oder Einsätze verwirklicht werden, die unabhängig von dem Dampferzeugerrohre in der
gewünschten Form hergestellt werden können und nachträglich in das Rohr eingezogen
werden. Zu diesem Zweck sind bei dem hier vorgestellten neuen Konzept Drähte oder
Bänder vorgesehen, die sich nach dem Einbringen in das Dampferzeugerrohr schraubenförmig
an der Rohrinnenwand entlangwinden, so dass ein wesentlicher Teil des Rohrquerschnitts
(mehr als 50 %) frei bleibt und der Dampf im Rohrinneren somit akkumulieren und abströmen
kann.
[0011] Weiterhin wurde erkannt, dass eine einfache, d. h. eingängige Schraubenfeder in der
Regel nur einen schwachen Drall erzeugt. Die Strömung kann dabei über den an der Rohrinnenwand
anliegenden Draht scheren. Aufgrund der geringeren Rotation kommt es dann zu einem
früheren Auftreten der Siedekrise. Dieser Effekt könnte zwar beispielsweise durch
einen größeren Drahtdurchmesser (analog einer größeren Rippenhöhe) kompensiert werden,
jedoch führt dies bei einer Drahtanordnung in der Art einer einfachen Schraubfeder
leicht zu einem Ansammeln oder Aufstauen der Wasserphase im Zwickel zwischen der Rohrwand
und dem Drahteinsatz bei gleichzeitigem Austrocknen der Innenwandbereiche leeseitig
des Drahtes, d. h. zu einer unzureichenden Kühlung der entsprechenden Wandbereiche.
Derartige Nachteile werden gemäß dem hier vorgestellten Konzept vermieden, indem eine
Mehrzahl von Drähten in der Art eines mehrgängigen Gewindes jeweils schraubenförmig
an der Rohrinnenwand anliegt. Bei dieser Ausführung wird auch bei moderater Drallstärke
und vergleichsweise geringem Druckverlust eine gleichmäßige Benetzung der Rohrinnenwand
mit flüssigem Strömungsmittel erreicht; ein Überdrallen der Strömung wird andererseits
vollständig vermieden.
[0012] Besonders vorteilhaft ist zudem, dass im Gegensatz zu Rippenrohren herkömmlicher
Bauart, die durch einen Verformungsprozess unter Einsatz erheblicher Verformungskräfte
aus Glattrohren hergestellt werden, eine große Flexibilität hinsichtlich der strömungsrelevanten
Parameter, wie etwa Profilhöhe, Gangzahl, Steigungswinkel, Flankenwinkel und Scharfkantigkeit
besteht. Entsprechende Designvorgaben können bei der Ausführung als Einsatzbauteil
besonders einfach und präzise umgesetzt werden, da hierzu in der Regel nur Drähte
oder Metallbänder mit dem passenden Querschnittsprofil zur Verfügung gestellt und
in die gewünschte Anordnung gebracht werden müssen, z. B. durch Drillung und/oder
Verbiegung.
[0013] Bei Dampferzeugerrohren mit üblichen Dimensionen und Abmessungen ist eine Anordnung
der Drähte in der Art eines zwei- oder dreigängigen Gewindes besonders zweckmäßig.
Aber auch vier- bis sechsgängige Ausführungen können vorteilhaft sein; bei Dampferzeugerrohren
mit besonders großem Durchmesser sind sogar achtgängige Varianten denkbar. Vorteilhafterweise
beträgt der Steigungswinkel des jeweiligen Drahtes gegenüber einer senkrecht zur Rohrachse
orientierten Bezugsebene mindestens 30° und vorzugsweise höchstens 70°. Ganz besonders
vorteilhaft ist ein Steigungswinkel aus dem Intervall 40° bis 55°.
[0014] Für eine besonders einfache und kostengünstige Herstellbarkeit weist der jeweilige
Draht einen runden oder einen im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt auf. Bei der
letztgenannten Ausführungsform können insbesondere die Kanten nachbearbeitet sein,
so dass sich vergleichsweise steile Flankenwinkel und scharfkantige Übergänge realisieren
lassen. Die Drähte können je nach Durchmesser des Dampferzeugerrohres und je nach
den vorgesehenen Strömungs- und Temperaturverhältnissen im Durchmesser variieren.
Im Allgemeinen ist ein Drahtdurchmesser bzw. eine mittlere Querschnittsausdehnung
von 5 % bis 15 % des Innendurchmessers des Glattrohres vorteilhaft.
[0015] Vorteilhafterweise sitzt der jeweilige Draht bzw. der aus den Drähten gebildete Rohreinsatz
bei der vorgesehenen Betriebstemperatur des Dampferzeugerrohres infolge seiner Eigenspannung
rutschfest im Rohrinnenraum. Das Drahtmaterial und die Eigenspannung sind also derart
auf die geometrischen Verhältnisse abgestimmt, dass ein Kriechen oder ein Verrutschen
der einzelnen Windungen gegeneinander unterbunden ist.
[0016] Falls es sich als notwendig erweist, können die an der Rohrinnenwand anliegenden
Drähte über radiale Versteifungsstreben miteinander und/oder mit einem entlang der
Rohrachse verlaufenden Mitteldraht verbunden sein. Durch einen derartigen Stützkern
wird ein Verrutschen der einzelnen Federgänge auch bei einem eventuellen Nachlassen
der Draht- bzw. Federspannung verhindert, so dass der Rohreinsatz seine ursprüngliche
Form und Lage im Dampferzeugerrohr dauerhaft beibehält. Zusätzlich oder alternativ
können eine Anzahl von in Richtung der Rohrachse verlaufenden Haltedrähte vorgesehen
sein, die jeweils an der zum Rohrinnenraum gewandten Seite der schraubenförmig gewundenen
Drähte an diesen fixiert sind. Auf diese Weise ergibt sich eine ähnliche Wirkung wie
bei der Ausführung mit den radialen Versteifungsstreben. Der die Versteifungsstreben
und/oder die Haltedrähte und/oder den Mitteldraht umfassende Stützkern kann aus einem
im Vergleich zu den drallerzeugenden, an der Rohrinnenwand anliegenden Drähten minderwertigerem
Werkstoff gefertigt sein, da er nur gegen Korrosion bzw. Verzunderung geschützt sein
muss, jedoch nicht unmittelbar mit den sehr hohen Temperaturen der Rohrinnenwand belastet
wird.
[0017] Obwohl der Rohreinsatz bereits infolge der Eigenspannung seiner Drähte relativ fest
und sicher im Dampferzeugerrohr sitzt, ist vorzugsweise eine zusätzliche Fixierung
vorgesehen, bei der der jeweilige profilbildende Draht mindestens an einer Stelle,
bevorzugt in der Nähe seiner beiden Enden, mit der Rohrinnenwand fest verbunden ist.
Die feste Verbindung ist dabei vorteilhafterweise eine hochwarmfeste Schweißverbindung.
Eine etwas aufwendiger herzustellende Variante, die aber eine besonders sichere Fixierung
gewährleistet, umfasst eine Mehrzahl von über die Längsausdehnung des jeweiligen Drahtes
verteilten Punktschweißstellen. Die Schweißfixierung lässt sich besonders gut herstellen,
wenn zumindest die an der Rohrinnenwand anliegenden Drähte des Einsatzes aus einem
Werkstoff mit einer dem Rohrmaterial ähnlichen Zusammensetzung hergestellt sind.
[0018] Weiterhin ist es gerade bei einem vergleichsweise langen, sich über die gesamte Höhe
des Dampfkessels erstreckenden Dampferzeugerrohr wünschenswert, entlang seiner Längsausdehnung
je nach Ort unterschiedliche Führungsprofile im Rohrinneren vorzusehen, die der räumlichen
Entwicklung bzw. Variation sowohl des Dampfanteils als auch des Beheizungsprofils
Rechnung tragen. Ein derartiges Konzept lässt sich vorteilhafterweise dadurch realisieren,
dass eine Mehrzahl von Einsätzen in das Dampferzeugerrohr eingebracht ist, die in
jeweils getrennten Rohrabschnitten angeordnet sind, wobei der jeweilige Einsatz mit
seinen geometrischen Parametern an die im Betrieb vorgesehene lokale Beheizung und/oder
an die lokalen Strömungsverhältnisse angepasst ist. Da sich ferner herausgestellt
hat, dass der Drall nach einmaliger Generierung auch bei einer Zweiphasenströmung
mindestens über eine Strömungsstrecke von fünf Rohrdurchmessern erhalten bleibt, ist
keine vollständige, lückenlose Bestückung des Rohres notwendig. Vielmehr können die
Einsätze durch Zwischenräume voneinander beabstandet in das Dampferzeugerrohr eingebaut
sein.
[0019] Zweckmäßigerweise werden die hier beschriebenen Dampferzeugerrohre bei einem fossil
beheizten Durchlaufdampferzeuger eingesetzt. Durch das drallerzeugende Innenprofil
der Rohre und die damit verbundenen Verbesserungen im Wärmeübergangsverhalten ist
auch bei Kesselkonstruktionen mit vertikaler Rohranordnung ("senkrechte Berohrung")
eine ausreichende Wärmeübertragung auf das Strömungsmedium bzw. eine Kühlung der Rohrwände
gewährleistet. Eine Senkrechtberohrung mit höherer Rohranzahl und mit vergleichsweise
kurzen Rohrleitungslängen ermöglicht aufgrund der gegenüber schräg bzw. spiralförmig
angeordneten Rohren geringeren Strömungsgeschwindigkeiten und geringeren Massenstromdichten
einen Betrieb des Dampferzeugers mit reduziertem Druckverlust und mit reduziertem
Mindestdurchsatz. Damit kann das den Dampferzeuger umfassende Kraftwerk für eine geringere
Mindestlast ausgelegt sein. Die von geneigten Dampferzeugerrohren bekannten Separationseffekte,
bei denen Wasser und Dampf bei Unterschreiten einer Mindestströmungsgeschwindigkeit
bzw. einer Mindestlast nur noch geschichtet strömen, so dass Teilbereiche der Rohrwände
nicht mehr benetzt werden, treten bei Senkrechtberohrung nicht auf. Außerdem entfallen
aufwendige, mit umfangreichen und kostenintensiven Schweißarbeiten verbundene Tragkonstruktionen
für den Dampfkessel, da eine Kesselwand mit senkrechter Berohrung in der Regel selbsttragend
ausgelegt werden kann.
[0020] Weiterhin können die genannten Rohreinbauten auch bei konvektiver Beheizung, wie
sie etwa im Abhitzekessel von GuD-Kraftwerken vorliegt, aufgrund des verbesserten
Wärmeüberganges zu einer Reduzierung der Wärmetauscherfläche und damit zu deutlichen
Kosteneinsparungen führen.
[0021] In Bezug auf das Herstellungsverfahren wird die oben genannte Aufgabe gelöst, indem
eine Mehrzahl von unter Spannung stehenden Drähten in ein Glattrohr eingebracht wird,
wobei die Drähte in der Art eines mehrgängigen Gewindes angeordnet sind, und wobei
die Drähte nach dem Einbringen soweit entspannt werden, bis ihre Windungen an der
Rohrinnenwand anliegen. Mit anderen Worten: Die von den vorab ausgerichteten Drähten
gebildete mehrgängige Schraubfeder wird vorgespannt, indem sie beispielsweise auseinandergezogen
oder in sich verdrillt wird. In diesem Zustand mit reduziertem Durchmesser wird der
Einsatz in das Rohr eingezogen. Nach seiner teilweisen Entspannung presst er sich
selbsttätig an die Rohrinnenwand an. Die verbleibende Eigenspannung der Drähte ist
dabei so gewählt, dass bei der vorgesehenen Betriebstemperatur des Verdampferrohres
kein Kriechen stattfinden kann. Zusätzlich werden die Drähte nach ihrer partiellen
Entspannung vorteilhafterweise mindestens an einem Ende mit der Rohrinnenwand verschweißt.
[0022] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass sich mit
den neuen Rohreinsätzen eine flexible, für alle Rohrmaterialien einsetzbare Strömungsführung
im Rohrinnenraum ergibt, die entsprechend dem Bedarf nach Wärmeübergangsverbesserung
angepasst werden kann. Aufgrund der durch die frei gestaltbaren Parameter Drahtdurchmesser,
Gangzahl der Drahtanordnung, Steigungswinkel, Flankenwinkel und Scharfkantigkeit bewirkten
Designflexibilität kann ein über die Länge des Verdampferrohres variierendes Drallprofil
eingestellt werden, das exakt an die jeweilige örtliche Beheizung angepasst ist. Dabei
werden die Fertigungsbegrenzungen der herkömmlichen Rippenrohre umgangen. Vor allem
bei Kraftwerksneuentwicklungen mit höheren Auslegungswerten für die Dampfparameter
wird die Fertigung von Rippenrohren aufgrund des höheren Chromgehaltes der für höhere
Temperaturen und Drücke notwendigen neuen Materialien immer aufwendiger. Hier können
die neuen drallerzeugenden Einbauten das Rippenrohr ersetzen bzw. solche Anwendungen
überhaupt erst ermöglichen.
[0023] Verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand einer Zeichnung näher
erläutert. Darin zeigen:
- FIG 1
- einen Durchlaufdampferzeuger in vereinfachter Darstellung mit vertikal berohrter Brennkammerwand,
- FIG 2
- eine geschnittene Ansicht eines Dampferzeugerrohres mit einem ein drallerzeugendes
Innenprofil ausbildenden Einsatz,
- FIG 3
- eine geschnittene Ansicht und einen Querschnitt durch ein Dampferzeugerrohr gemäß
einer alternativen Ausführungsform, und
- FIG 4
- eine geschnittene Ansicht und einen Querschnitt durch ein Dampferzeugerrohr gemäß
einer weiteren Ausführungsform.
[0024] Gleiche Teile sind allen Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen.
[0025] In FIG 1 ist schematisch ein Durchlaufdampferzeuger 2 mit rechteckigem Querschnitt
dargestellt, dessen vertikaler Gaszug durch eine Umfassungs- oder Brennkammerwand
4 gebildet ist, die am unteren Ende in einen trichterförmigen Boden 6 übergeht.
[0026] In einem Befeuerungsbereich V des Gaszugs sind eine Anzahl von Brennern für einen
Brennstoff in jeweils einer Öffnung 8, von denen nur zwei sichtbar sind, in der aus
Dampferzeugerrohren 10 zusammengesetzten Brennkammerwand 4 angebracht. Die vertikal
angeordneten Dampferzeugerrohre 10 sind im Befeuerungsbereich V zu einer Verdampferheizfläche
12 gasdicht miteinander verschweißt.
[0027] Oberhalb des Befeuerungsbereiches V des Gaszugs befinden sich Konvektionsheizflächen
14. Darüber befindet sich ein Rauchgasaustrittskanal 16, über den das durch Verbrennung
eines fossilen Brennstoffs erzeugte Rauchgas RG den vertikalen Gaszug verlässt. Das
in den Dampferzeugerrohren 10 strömende Strömungsmedium wird durch die Strahlungswärme
der Brennerflammen und durch konvektive Wärmeübertragung vom Rauchgas RG beheizt und
dabei verdampft. Als Strömungsmedium ist im Ausführungsbeispiel Wasser oder ein Wasser-Dampf-Gemisch
vorgesehen.
[0028] Neben dem in FIG 1 gezeigten Ein-Zug-Kessel (so genannter Turmkessel) sind selbstverständlich
auch noch weitere Kesselkonfigurationen, z. B. in der Art eines Zwei-Zug-Kessels,
möglich. Die nachfolgend zu beschreibenden Dampferzeugerrohre können bei allen diesen
Varianten zum Einsatz kommen, und zwar sowohl im Befeuerungsbereich als auch im restlichen
Rauchgaskanal. Auch ein Einsatz bei einem Abhitzedampferzeuger ist denkbar.
[0029] FIG 2 zeigt in einer geschnittenen Ansicht einen Ausschnitt eines für die Berohrung
der Brennkammerwand 4 des Durchlaufdampferzeugers 2 eingesetzten Dampferzeugerrohres
10. In den Rohrinnenraum 18 eines Glattrohres 20 ist ein Einsatz 22 eingebracht, der
zur Verbesserung des Wärmeübergangsverhaltens ein drallerzeugendes Innenprofil ausbildet.
Der Einsatz 22 umfasst im Ausführungsbeispiel drei Drähte 24, die sich in der Art
eines dreigängigen Gewindes mit konstantem Steigungswinkel (und damit mit konstanter
Ganghöhe) an der Rohrinnenwand 26 entlangwinden. Infolge ihrer Eigenspannung liegen
die Drähte 24 fest an der Rohrinnenwand 26 an. Zusätzlich sind die Drähte 24 jeweils
an mehreren Stellen, insbesondere in der Nähe ihrer beiden Enden, durch Punktschweißung
an der Rohrinnenwand 26 fixiert.
[0030] Die Drähte 24 bestehen im Ausführungsbeispiel wie auch die Rohrwand 28 des sie aufnehmenden
Glattrohres 20 aus einem hochwarmfesten metallischen Werkstoff mit hohem Chromanteil.
Daneben existieren natürlich auch noch andere geeignete Materialien, die dem Fachmann
geläufig sind, z. B. 13CrMo44. Neben der Anzahl der Drähte 24 (Gangzahl der Schraubenfeder)
und dem Steigungswinkel ist das Querschnittsprofil der Drähte 24 ein wichtiges Auslegungskriterium.
Insbesondere können aufgrund der vom Glattrohr 20 separaten Fertigung des jeweiligen
Drahtes 24 dessen Höhe und Breite sowie der Flankenwinkel gegenüber der Rohrinnenwand
26 und die Schärfe der Kanten beliebig vorgegeben werden. In erster Näherung werden
in der Regel die geometrischen Parameter ähnlich wie bei den Rippen konventioneller
Rippenrohre gewählt. Darüber hinaus kann aber auch noch eine ortsabhängige Anpassung
und Optimierung erfolgen, die auf den Verlauf des Beheizungsprofils entlang der Brennkammerwand
4 Rücksicht nimmt.
[0031] FIG 3 zeigt eine Weiterbildung der aus FIG 2 bekannten Ausführungsform des Dampferzeugerrohres
10, bei der die an der Rohrinnenwand 26 anliegenden Drähte 24 über angeschweißte radiale
Versteifungsstreben 30 mit einem entlang der Rohrachse verlaufenden Mitteldraht 32
verbunden sind, so dass ein Verrutschen der einzelnen Federgänge bzw. Drahtwindungen
gegeneinander auch bei nachlassender Federwirkung wirksam verhindert ist. Da der die
Versteifungsstreben 30 und den Mitteldraht 32 umfassende Stützkern nicht so hohen
Temperaturen ausgesetzt ist wie die an der Rohrinnenwand 26 anliegenden, drallerzeugenden
Drähte 24, ist er aus einem weniger hochwertigen Material gefertigt.
[0032] Im Ausführungsbeispiel gemäß FIG 3 sind jeweils drei der dünnen radialen Versteifungsstreben
30 zu einem in einer gemeinsamen Querschnittsebene durch das Dampferzeugerrohr 10
liegenden regelmäßigen Stern zusammengefasst. Mehrere dieser Sterne sind in regelmäßigen
Abständen in Längsrichtung des Dampferzeugerrohres 10 hintereinander angeordnet. Wie
aus dem im rechten oberen Ausschnitt der FIG 3 gezeigten Querschnitt durch das Dampferzeugerrohr
10 ersichtlich ist, sind alle Sterne gleich ausgerichtet, so dass die einander entsprechenden
Versteifungsstreben 30 hintereinander angeordneter Sterne im Querschnitt deckungsgleich
zu liegen kommen. Dadurch wird die Drallströmung im Rohrinnenraum 18 nur unwesentlich
gestört.
[0033] FIG 4 zeigt schließlich eine weitere Ausführungsvariante, die auch mit der aus FIG
3 bekannten Variante kombiniert werden kann. Dabei sind drei parallel zur Rohrachse
verlaufende Haltedrähte 34 vorgesehen, welche ein Verrutschen der drallerzeugenden,
schraubenförmig gewundenen Drähte 24 verhindern. Die Haltedrähte 34 sind im Querschnitt
betrachtet gleichmäßig über den inneren Rohrumfang verteilt und jeweils an der zum
Rohrinnenraum 18 gewandten Seite der profilgebenden Drähte 24 an denselben fixiert.
1. Dampferzeugerrohr (10), bei dem zur Bildung eines drallerzeugenden Innenprofils mindestens
ein Einsatz (22) im Rohrinnenraum (18) angeordnet ist, wobei der Einsatz (22) eine
Mehrzahl von Drähten (24) umfasst, die sich in der Art eines mehrgängigen Gewindes
schraubenförmig an der Rohrinnenwand (26) entlang winden.
2. Dampferzeugerrohr (10) nach Anspruch 1, bei dem der Steigungswinkel des jeweiligen
Drahtes (24) gegenüber einer senkrecht zur Rohrachse orientierten Bezugsebene mindestens
30° und vorzugsweise höchstens 70° beträgt.
3. Dampferzeugerrohr (10) nach Anspruch 1 oder 2, bei dem der jeweilige Draht (24) einen
runden Querschnitt aufweist.
4. Dampferzeugerrohr (10) nach Anspruch 1 oder 2, bei dem der jeweilige Draht (24) einen
im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt aufweist.
5. Dampferzeugerrohr (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem der jeweilige Draht
(24) infolge seiner Eigenspannung bei der vorgesehenen Betriebstemperatur rutschfest
im Rohrinnenraum (18) sitzt.
6. Dampferzeugerrohr (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem die an der Rohrinnenwand
(26) anliegenden Drähte (24) über radiale Versteifungsstreben (30) miteinander und/oder
mit einem entlang der Rohrachse verlaufenden Mitteldraht (32) verbunden sind.
7. Dampferzeugerrohr (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei dem eine Anzahl von in
Richtung der Rohrachse verlaufenden Haltedrähten vorgesehen ist, die jeweils an der
zum Rohrinnenraum (18) gewandten Seite der Drähte (24) an den Drähten (24) fixiert
sind.
8. Dampferzeugerrohr (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei dem der jeweilige Draht
(24) mindestens an einer Stelle, bevorzugt in der Nähe seiner beiden Enden, mit der
Rohrinnenwand (26) fest verbunden ist.
9. Dampferzeugerrohr (10) nach Anspruch 8, bei dem die feste Verbindung eine Schweißverbindung
ist.
10. Dampferzeugerrohr (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei dem zumindest die an
der Rohrinnenwand (26) anliegenden Teile des Einsatzes (22) aus einem Werkstoff mit
einer dem Rohrmaterial ähnlichen Zusammensetzung hergestellt sind.
11. Dampferzeugerrohr (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, mit einer Mehrzahl von Einsätzen
(22), die in jeweils getrennten Rohrabschnitten angeordnet sind, wobei der jeweilige
Einsatz (22) mit seinen geometrischen Parametern an die im Betrieb vorgesehene lokale
Beheizung und/oder an die lokalen Strömungsverhältnisse angepasst ist.
12. Durchlaufdampferzeuger (2), der eine Anzahl von Dampferzeugerrohren (10) umfasst,
die nach einem der Ansprüche 1 bis 11 gebildet sind.
13. Verfahren zum Herstellen eines mit einem drallerzeugenden Innenprofil versehenen Dampferzeugerrohres
(10), bei dem eine Mehrzahl von unter Spannung stehenden Drähten (24) in ein Glattrohr
(20) eingebracht wird, wobei die Drähte (24) in der Art eines mehrgängigen Gewindes
angeordnet sind, und wobei die Drähte (24) nach dem Einbringen so weit entspannt werden,
bis ihre Windungen an der Rohrinnenwand (26) anliegen.
14. Verfahren nach Anspruch 13, bei dem die Drähte (24) nach ihrer partiellen Entspannung
mindestens an einem Ende mit der Rohrinnenwand (26) verschweißt werden.