[0001] Die Erfindung betrifft eine Differentialausziehführung für ausziehbare Möbelteile,
insbesondere Schubladen, mit einer am Möbelkorpus anzubringenden Korpusschiene, einer
Mittelschiene und einer am ausziehbaren Möbelteil anzubringenden Ausziehschiene auf
beiden Seiten des ausziehbaren Möbelteils, wobei zumindest an der Mittelschiene lastübertragende
Rollen drehbar gelagert sind, über welche die Schienen zwischen einem eingeschobenen
und einem ausgezogenen Zustand der Differentialausziehführung gegeneinander verschiebbar
sind, und das Ausziehen der Mittelschiene aus der Korpusschiene durch im vollständig
ausgezogenen Zustand der Differentialausziehführung aneinander anliegende Anschlagelemente
begrenzt ist, die einerseits an der Korpusschiene und andererseits an der Mittelschiene
oder hiermit verbundenen Teilen angeordnet sind, und zum Freigeben und Sperren eines
Aushängens der Mittelschiene aus der Korpusschiene und eines Einsetzens der Mittelschiene
in die Korpusschiene an der Mittelschiene ein Stellteil zwischen einer Freigabestellung
und einer Sperrstellung verstellbar gelagert ist.
[0002] Ausziehführungen, die eine Mittelschiene mit einer lastübertragenden Differentialrolle
aufweisen und bei denen sich die Mittelschiene beim Auszieh- und Einschubvorgang mit
der halben Geschwindigkeit der Ausziehschiene bewegt und somit immer die halbe Wegstrecke
der Ausziehschiene zurücklegt, werden auch als Differentialauszüge bezeichnet. Solche
Differentialauszüge sind in unterschiedlichen Ausführungsformen bekannt. Jeweils liegt
die Ausziehschiene über eine nach unten weisende Laufbahn auf der Differentialrolle
auf und die Differentialrolle rollt auf einer nach oben weisenden Laufbahn einer feststehenden
Korpusschiene ab, wobei ein Teil des Gewichts der Ausziehschiene und der von ihr getragenen
Last über die Differentialrolle auf die Korpusschiene übertragen wird. Die Differentialrolle
ist hierzu an der Mittelschiene mit einem vertikalen Verstellspiel drehbar gelagert.
Dies kann beispielsweise in der Art realisiert werden, dass die Differentialrolle
mit radialem Spiel auf einer an der Mittelschiene angebrachten Achse drehbar gelagert
ist. Bekannt ist es auch, die Achse der Differentialrolle an einem verschwenkbar an
der Mittelschiene angeordneten Schwenkhebel zu lagern. Auch eine achslose Lagerung
der Differentialrolle an der Mittelschiene mit einem entsprechenden Spiel ist bekannt.
[0003] Gegenüber den sogenannten Teleskopauszügen, die ebenfalls einen Vollauszug bzw. Überauszug
ermöglichen, weisen die Differentialauszüge eine erheblich bessere Laufkultur auf.
Es sind auch nach Art eines Teleskopauszugs ausgebildete Ausziehvorrichtungen bekannt,
bei denen weiters eine an der Mittelschiene drehbar gelagerte, elastische, reibschlüssig
an der Korpus- und Ausziehschiene anliegende Mitnehmerrolle vorhanden ist, um einen
differentiellen Lauf der Schienen zu erreichen.
[0004] Beispielsweise zeigt die
CH 679 735 A5 einen an den Seitenwangen des ausziehbaren Möbelteils befestigbaren Differentialauszug,
bei dem alle Laufrollen an der Mittelschiene angeordnet sind. Im Bereich ihres vorderen
Endes ist an der Mittelschiene eine vordere Laufrolle drehbar gelagert, die über die
Mittelschiene nach unten vorragt. Im Bereich ihres hinteren Endes ist eine hintere
Laufrolle drehbar gelagert, die über die Mittelschiene nach oben vorragt. In einem
mittleren Bereich der Mittelschiene sind obere und untere mittlere Laufrollen drehbar
gelagert, von denen die untere Laufrolle als mit Spiel gegenüber ihrer Achse drehbar
gelagerte Differentialrolle ausgebildet ist. Die Korpusschiene ist U-förmig ausgebildet
und umgibt die Mittelschiene. Die Ausziehschiene weist einen horizontalen Steg auf,
der eine nach unten gerichtete Laufbahn zum Zusammenwirken mit der vorderen Laufrolle
und der Differentialrolle der Mittelschiene sowie eine nach oben gerichtete Laufbahn
zum Zusammenwirken mit der oberen mittleren Laufrolle der Mittelschiene aufweist.
Zur Begrenzung des Ausziehens der Mittelschiene aus der Korpusschiene und der Ausziehschiene
aus der Mittelschiene sind an den Schienen zusammenwirkende Anschlagelemente angebracht.
Das mit dem Anschlagelement der Ausziehschiene zusammenwirkende Anschlagelement der
Mittelschiene ist hierbei an einem verschwenkbar an der Mittelschiene angebrachten
Hebel angeordnet. Um den Schubkasten zu entfernen, kann dieser Hebel hinaufgeschwenkt
werden, wonach die Anschlagelemente aneinander vorbeigeführt werden können und die
Ausziehschiene aus der Mittelschiene vollständig herausgefahren (= ausgehängt) werden
kann.
[0005] Die zwischen der Mittelschiene und der Korpusschiene wirkenden Anschlagelemente sind
dagegen bei Differentialauszügen üblicherweise meist fix und um die Mittelschiene
in die Korpusschiene einzusetzen bzw. aus dieser auszuhängen, wird die Korpusschiene
um eine horizontale, parallel zur Ausziehrichtung verlaufende Achse verschwenkt und
mit ihrem oberen Längsrand in die Korpusschiene eingeführt, danach wieder zurückgeschwenkt,
so dass auch der untere Längsrand in die Korpusschiene eingesetzt ist. Nachteilig
ist es hierbei, dass die Korpusschiene, um ein solches Einfädeln der Mittelschiene
zu ermöglichen, nicht durchgehend C-förmig ausgebildet werden kann. Durch die erforderlichen
Ausnehmungen werden die seitlichen Führungseigenschaften für die betreffenden Rollen
der Mittelschiene verschlechtert.
[0006] Aus der
GB 202 562 B ist eine Differentialführung bekannt, bei der im Bereich des vorderen Endes der Mittelschiene
an dieser ein Sicherungsteil verschwenkbar gelagert ist. In einer Freigabestellung
dieses Sicherungsteils kann die Ausziehschiene mit ihrem vorderen Ende gegenüber der
Mittelschiene angehoben (verkippt) werden, worauf an der Mittelschiene und an der
Ausziehschiene angeordnete Anschlagelemente aneinander vorbeigeführt werden können,
um die Ausziehschiene aus der Mittelschiene auszuhängen. Wenn die Ausziehschiene in
die Mittelschiene wiederum "eingefädelt" wird und der Auszug geschlossen wird, so
fährt eine an der Ausziehschiene angebrachte Frontblende einer Schublade an das Sicherungsteil
kurz vor Erreichen des vollständig eingeschobenen Zustands an und verschwenkt dieses
in seine Sperrstellung. In dieser wird das Verkippen der Ausziehschiene gegenüber
der Mittelschiene vom Sicherungsteil blockiert. Das Aushängen und Einsetzen der Mittelschiene
in die Korpusschiene ist nicht beschrieben.
[0007] Aus der
GB 345 539 B ist eine Differentialausziehführung bekannt, bei der die Aushängesicherung für die
Ausziehschiene ein wiederum ähnliches Funktionsprinzip wie bei der
GB 202 562 B aufweist. Das Sicherungsteil wird hier aber zwischen seiner Freigabestellung und
seiner Sperrstellung des Verkippens der Ausziehschiene gegenüber der Mittelschiene
parallel zur Ausziehrichtung verschoben. Zur Freigabe des Aushängens der Mittelschiene
aus der Korpusschiene ist an der Mittelschiene im Bereich Ihres hinteren Endes ein
verschwenkbarer Anschlaghebel vorhanden, der mit einem Anschlag der Korpusschiene
zusammenwirkt. Zum Aushängen der Mittelschiene muss dieser Anschlaghebel hinaufgeschwenkt
werden und gleichzeitig die Mittelschiene herausgezogen werden.
[0008] Eine Differentialausziehführung der eingangs genannten Art ist aus der
GB 1 335 776 A bekannt. An der Mittelschiene ist ein zwischen einer Sperrstellung und einer Freigabestellung
verschwenkbar gelagertes Stellteil angeordnet. In der Sperrstellung wird ein Ausziehen
der Mittelschiene aus der Korpusschiene blockiert. Das Stellteil bildet gleichzeitig
einen Anschlag, der mit einem starren Anschlag der Korpusschiene zusammenwirkt. Nachteilig
bei dieser Differentialausziehführung ist es unter anderem, dass nach dem Einsetzen
der Mittelschiene in die Korpusschiene das Stellteil manuell von seiner Freigabestellung
in seine Sperrstellung verstellt werden muss. Wird dies nicht durchgeführt, so kann
es bei der normalen Bedienung der Ausziehführung zu einem vollständigen Herausziehen
der Mittelschiene aus der Korpusschiene kommen.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Differentialausziehführung der eingangs genannten
Art bereitzustellen, die eine kompakte Bauweise mit einer guten Seitenführung der
lastübertragenden Rollen ermöglicht und die sich durch eine einfache Handhabung beim
Einsetzen der Mittelschiene in die Korpusschiene und beim Aushängen der Mittelschiene
aus der Korpusschiene auszeichnet. Erfindungsgemäß gelingt dies durch eine Differentialausziehführung
mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
[0010] Bei einer erfindungsgemäßen Differentialausziehführung erfolgt das Einsetzen der
Mittelschiene in die Korpusschiene von vorne, d.h. die Mittelschiene wird in Längsrichtung
der Schienen in die Korpusschiene eingefädelt, wobei die Mittelschiene gegenüber der
Korpusschiene verkippt wird, um die zusammenwirkenden Anschlagelemente aneinander
vorbeizuführen. Hierbei befindet sich ein an der Mittelschiene angebrachtes Stellteil
in seiner Freigabestellung. Wenn die Mittelschiene in der Folge vollständig in die
Korpusschiene eingeschoben wird, so wird das Stellteil selbsttätig in seine Sperrstellung
verstellt. In der Folge ist eine Verkippung der Mittelschiene gegenüber der Korpusschiene
blockiert bzw. zumindest soweit begrenzt, dass die Anschlagelemente nicht aneinander
vorbeigeführt werden können und somit die Mittelschiene gegen ein vollständiges Herausnehmen
aus der Korpusschiene gesichert ist.
[0011] Vorteilhafterweise erlaubt eine erfindungsgemäße Differentialausziehführung eine
sehr kompakte Bauweise und einen besonders einfachen Montagevorgang der Mittelschiene
in der Korpusschiene. Auch der Demontagevorgang ist einfach durchführbar.
[0012] Das Stellteil ist vorzugsweise im Bereich des hinteren Endes der Mittelschiene an
dieser angeordnet.
[0013] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist an der Mittelschiene, vorzugsweise
im Bereich ihres vorderen Endes, weiters ein Sicherungsteil zwischen einer Freigabestellung
und einer Sperrstellung verstellbar gelagert, das zur Aushängesicherung der Ausziehschiene
aus der Mittelschiene dient, indem es in seiner Sperrstellung die Verkippung der Ausziehschiene
gegenüber der Mittelschiene derart blockiert, dass zusammenwirkende Anschlagelemente
der Ausziehschiene und der Mittelschiene, die das Ausziehen der Ausziehschiene begrenzen,
nicht aneinander vorbeigeführt werden können. In der Freigabestellung des Sicherungsteils
kann dagegen die Ausziehschiene in die Mittelschiene eingesetzt bzw. aus dieser vollständig
herausgenommen werden. Vorzugsweise erfolgt die Verstellung des Sicherungsteils in
seine Sperrstellung selbsttätig, wenn die an einer Schublade befestigte Ausziehschiene
vollständig in die Mittelschiene eingeschoben wird.
[0014] Wenn in dieser Schrift von "vorne" und "hinten" die Rede ist, so ist hiermit die
Lage in Bezug auf die Ausziehrichtung der Ausziehführung bezogen, d. h. ein weiter
vorne liegendes Teil befindet sich näher beim ausziehseitigen Ende der Ausziehführung
als ein weiter hinten liegendes Teil.
[0015] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden im Folgenden anhand der beiliegenden
Zeichnung erläutert. In dieser zeigen:
- Fig. 1
- einen Teil einer Schublade mit den an einer Seitenwand angeordneten Schienen eines
Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Ausziehführung, im teilweise ausgezogenen
Zustand;
- Fig. 2
- eine Schrägsicht der Schienen von Fig. 1 von der gegenüberliegenden Seite aus gesehen,
ohne die Schublade;
- Fig. 3
- und Fig. 4 eine Schrägsicht und eine Ansicht (teilweise aufgebrochen) der Korpusschiene
der Ausziehführung;
- Fig. 5
- und Fig. 6 Schrägsichten aus unterschiedlichen Blickrichtungen der Ausziehschiene
der Ausziehführung;
- Fig. 7
- eine Schrägsicht der Mittelschiene, wobei sich das Stellteil und das Sicherungsteil
in ihren Sperrstellungen befinden;
- Fig. 8
- ein vergrößertes Detail A von Fig. 7;
- Fig. 9
- eine Schrägsicht analog Fig. 8, aber in der Freigabestellung des Stellteils;
- Fig. 10
- eine Darstellung entsprechend Fig. 9, wobei das sich in seiner Freigabestellung befindende
Stellteil gegenüber Fig. 9 verschwenkt dargestellt ist;
- Fig. 11
- eine Schrägsicht der Mittelschiene aus einem gegenüber Fig. 7 unterschiedlichen Blickwinkel,
wobei sich das Stellteil und das Sicherungsteil in ihren Sperrstellungen befinden;
- die Fig. 12 bis 15
- Ansichten der Korpusschiene und der Mittelschiene in verschiedenen Phasen des Einsetzens
der Mittelschiene in die Korpusschiene;
- Fig. 16
- ein vergrößertes Detail B von Fig. 14;
- Fig. 17 bis Fig. 20
- Ansichten der Ausziehführung in verschiedenen Phasen des Einsetzens der Ausziehschiene
in die Mittelschiene, mit zusätzlich eingezeichneter Blende der Schublade;
- Fig. 21 und Fig. 22
- Schrägsichten des Sicherungsteils aus verschiedenen Blickwinkeln;
- Fig. 23 und Fig. 24
- Schrägsichten des Stellteils aus verschiedenen Blickwinkeln, zusammen mit der Achse,
um die es verschwenkbar ist;
- Fig. 25
- eine Ansicht der Mittelschiene gemäß einer modifizierten Ausführungsform der Erfindung,
in der Sperrstellung des Stellteils;
- Fig. 26 eine Fig. 25
- entsprechende Ansicht, aber im Bereich des Stellteils aufgeschnitten;
- Fig. 27
- eine Ansicht entsprechend Fig. 26, aber in der Freigabestellung des Stellteils;
- Fig. 28
- eine Schrägsicht des Stellteils gemäß dieser zweiten Ausführungsform der Erfindung,
zusammen mit dem Rast- und Führungsbolzen;
- Fig. 29
- eine Ansicht der Mittelschiene gemäß einer dritten Ausführungsform der Erfindung,
in der Sperrstellung des Stellteils;
- Fig. 30
- einen hinteren Teil der Mittelschiene, im Bereich des Stellteils im Schnitt;
- Fig. 31
- eine Ansicht entsprechend Fig. 30, aber in der Freigabestellung des Stellteils;
- Fig. 32
- eine Schrägsicht des Stellteils gemäß dieser dritten Ausführungsform der Erfindung,
zusammen mit dem Rast- und Führungsbolzen.
[0016] Ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Fig. 1 bis 24 dargestellt.
Die erfindungsgemäße Differentialausziehführung ist als Rollenauszug ausgebildet.
Bei einem Rollenauszug sind die lastübertragenden Rollen drehbar an den Schienen gelagert.
Die Ausziehführung umfasst eine an einem Möbelkorpus, der lediglich in Fig. 1 durch
eine strichlierte Linie 4 angedeutet ist, anzubringende Korpusschiene 1, eine am ausziehbaren
Möbelteil 5, insbesondere in Form einer Schublade bzw. eines Schubkastens anzubringende
Ausziehschiene 3 und einer dazwischenliegenden Mittelschiene 2.
[0017] Die Schienen 1 - 3 sind differential geführt, d.h. die Mittelschiene 2 bewegt sich
beim Ausziehen der Ausziehschiene 3 jeweils um die halbe Wegstrecke bzw. mit der halben
Geschwindigkeit. Hierzu ist an der Mittelschiene 2 eine Differentialrolle 6 drehbar
gelagert, die über die Mittelschiene 2 nach unten vorsteht und auf einer nach oben
gerichteten Laufbahn 25 der Korpusschiene 1 abrollt und auf der eine nach unten gerichtete
Laufbahn 27 der Ausziehschiene 3 aufliegt. Die Differentialrolle 6 ist lastübertragend,
d.h. ein Teil des Gewichts der Ausziehschiene und der von ihr getragenen Last wird
über die Differentialrolle 6 auf die Korpusschiene 1 übertragen. Hierbei weist die
Differentialrolle 6 ein Verstellspiel in vertikaler Richtung auf, beispielsweise indem
sie gegenüber dem sie lagernden Achszapfen der Mittelschiene 2 ein radiales Spiel
aufweist. Statt dessen könnte beispielsweise auch die Achse der Differentialrolle
an einem verschwenkbar an der Mittelschiene angeordneten Schwenkhebel gelagert sein.
Auch eine achslose Lagerung der Differentialrolle 6 an der Mittelschiene 2 mit Spiel
ist denkbar und möglich.
[0018] In der gezeigten Ausführungsform der Erfindung sind die übrigen lastübertragenden
Rollen 7 - 11 ebenfalls an der Mittelschiene 2 bzw. einem hiermit verbundenen Teil
gelagert. Denkbar und möglich wäre es auch, Rollen an der Korpusschiene 1 und/oder
Ausziehschiene 3 vorzusehen, wobei auch ein Teil der Rollen 7-11 an der Mittelschiene
entfallen könnten.
[0019] Die in den Fig. 3 und 4 dargestellte Korpusschiene 1 ist im Querschnitt C-förmig
ausgebildet. Am oberen und am unteren Ende eines vertikalen Verbindungsstegs 12, der
am Möbelkorpus 4 anzubringen ist, stehen von diesem obere und untere Horizontalflansche
13, 14 seitlich ab, deren freie Enden mit aufeinander zu gerichteten Umbördelungen
15, 16 versehen sind.
[0020] Die in den Fig. 5 und 6 dargestellte Ausziehschiene 3 weist einen im Wesentlichen
L-förmigen Querschnitt auf. Sie besitzt einen vertikalen Befestigungssteg 17, der
an einer vertikalen Seitenwand des ausziehbaren Möbelteils 5 festzulegen ist. Am oberen
Ende ist dieser Befestigungssteg 17 mit einem Horizontalflansch 18 verbunden, dessen
vom Befestigungssteg 17 entfernter Rand mit einer nach unten gerichteten Umbördelung
19 versehen ist.
[0021] Die Mittelschiene 2 besitzt einen einzelnen, ebenen Vertikalsteg 20, von dem am oberen
und am unteren Rand Horizontalstege 21, 22 in die gleiche Richtung abstehen. Der untere
Horizontalsteg 22 ist weiters an seinem vom Vertikalsteg 20 abgelegenen Rand mit einer
nach oben gerichteten Umbördelung 23 versehen. Die Mittelschiene 2 ist somit, abgesehen
von einer fehlenden Umbördelung des oberen Horizontalstegs 21 C-förmig ausgebildet.
[0022] Die Unterseite des Horizontalflansches 13 und die Oberseite des Horizontalflansches
14 der Korpusschiene 1 bilden eine nach unten gerichtete Laufbahn 24 und eine nach
oben gerichtete Laufbahn 25 der Korpusschiene 1.
[0023] Die Oberseite und die Unterseite des Horizontalflansches 18 der Ausziehschiene 3
bilden eine nach oben gerichtete und eine nach unten gerichtete Laufbahn 26, 27 der
Ausziehschiene 3.
[0024] Im montierten Zustand der Ausziehführung ist die Mittelschiene 2 in die Korpusschiene
1 eingesetzt und erstreckt sich mehr oder weniger weit (je nach Ausziehzustand) in
den Raum zwischen den beiden Horizontalflanschen 13, 14 der Korpusschiene 1. Die Ausziehschiene
3 ragt mit ihrem Horizontalflansch 18 zwischen die Horizontalstege 21, 22 der Mittelschiene
2.
[0025] Im Bereich des bezogen auf die Ausziehrichtung 28 vorderen Endes der Mittelschiene
2 ist eine vordere Laufrolle 7 an der Mittelschiene 2 um eine horizontale Achse drehbar
gelagert, die über die Mittelschiene 2 nach unten vorsteht und mit der nach oben gerichteten
Laufbahn 25 der Korpusschiene 1 zusammenwirkt.
[0026] Im Bereich des bezogen auf die Ausziehrichtung 28 hinteren Endes der Mittelschiene
2 ist an dieser eine hintere Laufrolle 8 um eine horizontale Achse drehbar gelagert.
Die hintere Laufrolle 8 steht über die Mittelschiene 2 nach oben vor und wirkt mit
der nach unten gerichteten Laufbahn 24 der Korpusschiene 1 zusammen.
[0027] Im mittleren Bereich der Mittelschiene 2 ist in einer gegenüber der Differentialrolle
6 höheren Position eine Stützrolle 9 um eine horizontale Achse drehbar gelagert. Diese
wirkt mit der nach oben gerichteten Laufbahn 26 der Ausziehschiene 3 zusammen.
[0028] Im zwischen der Differentialrolle 6 und der hinteren Laufrolle 8 liegenden Bereich
der Längserstreckung der Mittelschiene 2 ist an der Mittelschiene 2 eine Hilfsrolle
10 um eine horizontale Achse drehbar gelagert. Diese wirkt mit der nach unten gerichteten
Laufbahn 27 der Ausziehschiene 3 zusammen. Der Durchmesser der Hilfsrolle 10 ist aber
kleiner als der der Differentialrolle 6, so dass die Hilfsrolle 10 von der nach oben
gerichteten Laufbahn 25 der Korpusschiene 1 beabstandet ist. Die Hilfsrolle 10 ist
in diesem Ausführungsbeispiel spielfrei gelagert.
[0029] Die mit der nach oben gerichteten Laufbahn 25 der Korpusschiene 1 und der nach unten
gerichteten Laufbahn 27 der Ausziehschiene 3 zusammenwirkende Differentialrolle 6
wurde bereits beschrieben.
[0030] An einem weiter unten im Einzelnen beschriebenen, im gezeigten Ausführungsbeispiel
im Bereich des hinteren Endes der Mittelschiene 2 an dieser angeordneten Stellteil
29 ist weiters eine Rolle 11 um eine horizontale Achse drehbar gelagert, die mit der
nach oben gerichteten Laufbahn 25 der Korpusschiene 1 zusammenwirkt. Diese Rolle 11
verhindert, wenn sich das Stellteil 29 in seiner weiter unten beschriebenen Sperrstellung
befindet, ein Abkippen des hinteren Endes der Mittelschiene 2 nach unten, welches
andernfalls auftreten könnte, wenn sich die Ausziehführung in der Nähe ihres vollständig
eingeschobenen Zustandes befindet. Bei Ausziehführungen gemäß dem Stand der Technik
wird diese Funktion von der Hilfsrolle 10 übernommen, welche aber bei dieser Ausführungsform
der Erfindung wie gesagt von der nach oben gerichteten Laufbahn 25 der Korpusschiene
1 beabstandet ist. Abgesehen von dieser Modifikation der Hilfsrolle 10 und der zusätzlich
vorhandenen Rolle 11 ist die Funktion der lastübertragenden Rollen 6 -11 so wie dies
von herkömmlichen Differentialausziehführungen bekannt ist.
[0031] Zur Begrenzung des Ausziehens der Mittelschiene 2 aus der Korpusschiene 1 dienen
Anschlagelemente 30, 31. Das Anschlagelement 30 der Korpusschiene 1 wird vom stirnseitigen
Ende eines aus dem oberen Horizontalflansch 13 der Korpusschiene 1 ausgestanzten und
heruntergebogenen Lappens 32 gebildet, vgl. insbesondere Fig. 2 und 4. Das Anschlagelement
31 der Mittelschiene 2 wird vom vorderen stirnseitigen Rand eines nach oben ragenden
Fortsatzes 33 des Vertikalstegs 20 der Mittelschiene 2 gebildet, welcher hinter dem
hinteren Ende des oberen Horizontalstegs 21 der Mittelschiene 2 liegt (wobei dieser
obere Horizontalsteg 21 vor dem hinteren Ende des Vertikalstegs 20 endet) und den
oberen Horizontalsteg 21 nach oben etwas überragt.
[0032] In einer u. a. in den Fig. 7, 8 und 11 dargestellten Sperrstellung des Stellteils
29 wird ein Verkippen der in die Korpusschiene 1 eingesetzten sich in ihrer unverkippten
Normalstellung befindenden Mittelschiene 2 gegenüber der Korpusschiene 1 blockiert
oder zumindest derart beschränkt, dass im vollständig ausgezogenen Zustand der Ausziehführung
die Anschlagelemente 30, 31 aneinander anlaufen und das weitere Ausziehen der Mittelschiene
2 aus der Korpusschiene 1 blockiert ist.
[0033] Wird das Stellteil 29 demgegenüber in eine in den Fig. 9, 10, 12-14 und 16 dargestellte
Freigabestellung verschwenkt, so kann die Mittelschiene 2 gegenüber der Korpusschiene
1 aus ihrer Normalstellung in eine in Fig. 13 dargestellte Kippstellung verschwenkt
werden, in welcher die Anschlagelemente 30, 31 zum Aushängen der Mittelschiene aus
der Korpusschiene 1 bei der Demontage der Ausziehführung bzw. zum Einsetzen der Mittelschiene
2 in die Korpusschiene 1 bei der Montage der Ausziehführung aneinander vorbeigeführt
werden können.
[0034] Das Stellteil 29 ist ein von den starren Anschlagelementen 30, 31 getrenntes Bauteil.
[0035] Das Stellteil 29 weist in dieser Ausführungsform einen in der Freigabestellung des
Stellteils 29 gegen die Kraft einer Feder um eine horizontale Achse 35 verschwenkbaren
Hebel 34 auf, an dem im Abstand von der Achse 35 die Rolle 11 drehbar gelagert ist.
Der Hebel 34 besitzt eine Nase 36, die in der Sperrstellung des Stellteils 29 unter
einen unteren Rand des Vertikalstegs 20 eingeschoben ist, wie dies insbesondere aus
den Fig. 7 und 8 ersichtlich ist. Dadurch wird das Hinaufschwenken des Hebels 34 und
somit der Rolle 11 blockiert. Die Feder kann beispielsweise von einer die Achse 35
umgebenden Schraubenfeder gebildet werden, deren eines Ende mit der Achse 35 verbunden
ist und deren anderes Ende sich am Hebel 34 abstützt.
[0036] In der Freigabestellung des Stellteils 29 ist dieses gegenüber seiner Sperrstellung
in Längsrichtung der Mittelschiene 2 verschoben. Um dies zu ermöglichen, durchsetzt
die Achse 35 den Hebel 34 durch ein Langloch 37. Die Nase 36 liegt in der Freigabestellung
im Bereich einer Aussparung 38 des Vertikalstegs 20, so dass ein Hinaufschwenken des
Hebels 34 und somit der Rolle 11 ermöglicht wird. Fig. 9 zeigt den unverschwenkten
Zustand des Hebels 34 und Fig. 10 zeigt den hinaufgeschwenkten Zustand des Hebels
34. Durch das Hinaufschwenken des Hebels 34 und mit ihm der Rolle 11 wird die Verkippung
der Mittelschiene 2 gegenüber der Korpusschiene 1 um eine horizontale, rechtwinklig
zur Ausziehrichtung 28 liegende Achse ermöglicht.
[0037] Damit das Stellteil 29 in den beiden Verschiebestellungen, entsprechend seiner Sperrstellung
und seiner Freigabestellung gegen eine Verschiebung gesichert ist, ist die Breite
des Langlochs 37 im zwischen seinen beiden Enden liegenden Bereich etwas schmaler,
so dass die Achse 35 unter einer geringen elastischen Verformung des Stellteils 29
zwischen den beiden Endabschnitten des Langlochs 37 verschoben werden kann und in
den beiden Endabschnitten des Langlochs 37 nach Art eines Rastverschlusses gesichert
ist.
[0038] Das Einsetzen der Mittelschiene 2 in die Korpusschiene 1 ist in den Fig. 12 -16 dargestellt.
Fig. 12 zeigt die Stellung, bevor der nach oben reichende Fortsatz 33 des Vertikalstegs
20 der Mittelschiene 2, der im Ausführungsbeispiel das Anschlagelement 31 bildet,
am Lappen 32 anläuft, der im Ausführungsbeispiel das Anschlagelement 30 bildet. Um
die Anschlagelemente 30, 31 aneinander vorbeizuführen, also im gezeigten Ausführungsbeispiel
den Fortsatz 33 unter dem Lappen 32 durchzuführen, wird die Mittelschiene 2 zum weiteren
Einschieben in die Korpusschiene 1 verkippt, indem ihr vorderes Ende gegenüber ihrem
hinteren Ende angehoben wird. Dies ist in Fig. 13 dargestellt. Das Stellteil 29 befindet
sich hierbei in seiner Freigabestellung. Die Fig. 14 und 16 zeigen den Zustand, knapp
bevor eine Anschlagfläche 39 am hinteren Ende des Stellteils 29 an einen Gegenanschlag
40 der Korpusschiene 1 anfährt. Der Gegenanschlag 40 wird in diesem Ausführungsbeispiel
von einem aus dem unteren Horizontalflansch 14 der Korpusschiene 1 ausgestanzten,
nach oben umgebogenen Lappen gebildet. Beim weiteren Einfahren der Mittelschiene schlägt
die Anschlagfläche 39 des Stellteils 29 an den Gegenanschlag 40 an und verschiebt
das Stellteil 39 in Richtung zum vorderen Ende der Mittelschiene 2, wobei die Nase
36 unter den Vertikalsteg 20 der Mittelschiene 2 einfährt. Damit ist das Stellteil
29 in seine Sperrstellung verstellt. Der Außenumfang der Rolle 11 bildet hierbei ein
Anlageelement 41 des Stellteils 29, mit dem sich das Stellteil 29 an der nach oben
gerichteten Laufbahn 25 der Korpusschiene 1 abstützt, um die Verkippung der Mittelschiene
2 in ihre Kippstellung zu verhindern.
[0039] Anstelle einer Rolle 11 könnte das Stellteil 29 auch ein Gleitteil aufweisen, dessen
Gleitfläche mit der nach oben gerichteten Laufbahn 25 der Korpusschiene 1 zusammenwirkt
und das Anlageelement 41 des Stellteils 29 bildet.
[0040] Der Gegenanschlag 40 der Korpusschiene 1 verhindert auch die weitere Verschiebung
der Mittelschiene 2 gegenüber der Korpusschiene 1, wenn der vollständig eingefahrene
Zustand der Mittelschiene 2 erreicht wird, indem dieser an das hintere Ende des unteren
Horizontalstegs 22 der Mittelschiene 2 anfährt.
[0041] Wenn die Mittelschiene 2 vollständig aus der Korpusschiene 1 herausgenommen werden
soll, so wird das Stellteil 29 zunächst manuell in seine Freigabestellung verstellt.
Zu diesem Zweck ist am Stellteil 29 ein nach oben abstehender Betätigungsarm 42 angeordnet,
mittels dem das Stellteil 29 gegenüber der Mittelschiene 2 verschoben werden kann.
In der Folge wird der im Zusammenhang mit dem Einsetzen der Mittelschiene 2 in die
Korpusschiene 1 beschriebene Vorgang umgekehrt ausgeführt.
[0042] Im Bereich des vorderen Endes der Mittelschiene 2 ist an dieser weiters ein Sicherungsteil
43 zwischen einer Freigabestellung und einer Sperrstellung verstellbar gelagert. Unter
anderem zeigen die Fig. 2, 7 und 11 die Sperrstellung. In dieser verhindert bzw. begrenzt
das Sicherungsteil 43 eine Verkippung der Ausziehschiene 3 gegenüber der Mittelschiene
2 aus ihrer unverschwenkten Normalstellung und zwar derart, dass Anschlagelemente
44, 45 der Mittelschiene 2 und der Ausziehschiene 3 im vollständig ausgezogenen Zustand
der Ausziehschiene 3 in gegenseitige Anlage gelangen und das weitere Ausziehen der
Ausziehschiene 3 aus der Mittelschiene 2 blockieren. Das Anschlagelement 44 der Mittelschiene
2 wird von einem aus dem Vertikalsteg 20 ausgestanzten, umgebogenen Lappen gebildet.
Das Anschlagelement 45 der Ausziehschiene 3 wird von einer Stufe der Umbördelung 19
gebildet.
[0043] Das Sicherungsteil 43 wird im gezeigten Ausführungsbeispiel von einem um die Achse
46 verschwenkbaren, zweiarmigen Hebel gebildet, der außerdem in Längsrichtung der
Mittelschiene 2 gegenüber der Mittelschiene 2 verschiebbar ist. Zu diesem Zweck durchsetzt
die Achse 46 das Sicherungsteil 43 durch ein Langloch. In der Sperrstellung des Sicherungsteils
43 ragt eine Schulter 47 des Sicherungsteils 43 unter den oberen Horizontalsteg 21
der Mittelschiene 2, wodurch die Verschwenkung des zweiten Hebelarms nach oben blockiert
ist. In der Freigabestellung des Sicherungsteils 43 ist dieses gegenüber seiner Sperrstellung
in Richtung zum vorderen Ende der Mittelschiene 2 verschoben, wodurch die Schulter
47 außer Eingriff des oberen Horizontalstegs 21 gelangt und der zweite Hebelarm 49
nach oben verschwenkbar ist. Diese Freigabestellung ist unter anderem in den Fig.
17-19 dargestellt.
[0044] In der Sperrstellung und in der Freigabestellung ist die Achse 46 des Sicherungsteils
43 in verbreiterten Bereichen des Langlochs 50 des Sicherungsteils 43 eingeschnappt.
[0045] Das Einsetzen der Ausziehschiene 3 in die Mittelschiene 2 ist in den Fig. 17 - 20
dargestellt.
Fig. 17 zeigt den getrennten Zustand der Schienen 2, 3. Fig. 18 zeigt den Zustand,
in welchem die Ausziehschiene 3 gegenüber der Mittelschiene 2 in eine Kippstellung
verkippt ist, um die Anschlagelemente 44, 45 aneinander vorbeizuführen. Im Zustand
gemäß Fig. 19 ist der vollständig eingeschobene Zustand der Ausziehschiene 3 in die
Mittelschiene 2 noch nicht ganz erreicht und die Blende 51 der Schublade, an der die
Ausziehführung angebracht ist, ist gerade an das vordere Ende des ersten Hebelarms
48 angefahren, wobei sie das Sicherungsteil 43 auch in die Drehstellung verschwenkt
hat, in welcher es in seine Sperrstellung verschoben werden kann. In Fig. 19 befindet
sich das Sicherungsteil 43 aber noch in seiner Freigabestellung. In Fig. 20 ist das
Sicherungsteil 43 von der Blende 51 in seine Sperrstellung verschoben worden. Der
zweite Hebelarm 49, dessen Ende zu diesem Zweck mit der nach oben gerichteten Laufbahn
26 der Ausziehschiene 3 zusammenwirkt, verhindert bzw. begrenzt eine Verkippung der
Ausziehschiene 3 um eine horizontale, rechtwinklig zur Ausziehrichtung 28 liegende
Achse derart, dass das vordere Ende der Ausziehschiene 3 nicht oder nur so wenig angehoben
werden kann, dass die Anschlagelemente 44, 45 nicht aneinander vorbeigeführt werden
können.
[0046] Wenn die Ausziehschiene 3 von der Mittelschiene 2 getrennt werden soll, so wird das
Sicherungsteil 43 zunächst manuell in seine Freigabestellung verstellt, worauf der
zuvor beschriebene Vorgang umgekehrt durchgeführt werden kann.
[0047] Am Stellteil 29 ist eine Seitenführungsrolle 52 um eine vertikale Achse drehbar gelagert,
die zur Seitenführung der Mittelschiene 2 gegenüber der Korpusschiene 1 mit dem vertikalen
Verbindungssteg 12 der Korpusschiene 1 zusammenwirkt.
[0048] Ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Fig. 25-27 dargestellt.
Hier ist die Hilfsrolle 10 mit einem vertikalen Spiel an der Mittelschiene 2 gelagert,
beispielsweise indem sie ein radiales Spiel gegenüber der sie lagernden Achse 53 aufweist,
wie dies aus Fig. 27 am besten ersichtlich ist. Die Hilfsrolle 10 wirkt in diesem
Ausführungsbeispiel sowohl mit der nach oben gerichteten Laufbahn 25 der Korpusschiene
1 als auch mit der nach unten gerichteten Laufbahn 27 der Ausziehschiene 3 zusammen
und besitzt somit zumindest annähernd den gleichen Durchmesser wie die Differentialrolle
6.
[0049] Das Spiel der Hilfsrolle 10 ist so groß, dass die Mittelschiene 2 zum Einsetzen in
die Korpusschiene 1 bzw. zum Aushängen aus der Korpusschiene 1 so stark um eine horizontale,
rechtwinklig zur Ausziehrichtung 28 liegende Achse gegenüber der Korpusschiene 1 verkippt
werden kann, dass das Anschlagelement 31 der Mittelschiene am Anschlagelement 30 der
Korpusschiene vorbeigeführt werden kann, in analoger Weise wie in Fig. 13 dargestellt.
Die Korpusschiene 1 und die Ausziehschiene 3 sind gleich wie beim ersten Ausführungsbeispiel
ausgebildet.
[0050] In der Sperrstellung des Stellteils 29 wird das Spiel der Hilfsrolle 10 so stark
eingeengt, dass die Mittelschiene 2 nicht mehr bzw. nur noch geringfügig gegenüber
der Korpusschiene 1 verkippbar ist und die Anschlagelemente 30, 31 nicht mehr aneinander
vorbeigeführt werden können, sondern das maximale Ausziehen der Mittelschiene 2 aus
der Korpusschiene 1 begrenzen. Zu diesem Zweck weist das Stellteil 29 einen gabelförmigen
Abschnitt 54 auf, der in der Sperrstellung des Stellteils 29 eine Nabe 55 der Hilfsrolle
10, die als überstehender Bund ausgebildet ist, umgreift, vgl. Fig. 26, und in der
Freigabestellung des Stellteils 29 diese Nabe 55 freigibt. Zwischen der Freigabestellung
und der Sperrstellung wird das Stellteil 29 wiederum in Längsrichtung der Mittelschiene
2 verschoben, wobei es vorzugsweise in seinen beiden Endstellungen verrastet ist (z.
B. durch einen Rast- und Führungsbolzen 59, der ein Langloch 37 des Stellteils 29
durchsetzt). Die Verschiebung von der Freigabestellung in die Sperrstellung erfolgt
wiederum beim vollständigen Einfahren der Mittelschiene 2 in die Korpusschiene1 selbsttätig,
durch Anlaufen einer Anschlagfläche 39 des Stellteils 29 am Gegenanschlag 40 der Korpusschiene
1.
[0051] Eine weitere Ausführungsform der Erfindung ist in den Fig. 29-32 dargestellt. Hier
ist das Stellteil 29 wiederum in Längsrichtung der Mittelschiene 2 zwischen seiner
Sperrstellung (Fig. 29 und 30) und seiner Freigabestellung (Fig. 31) verschiebbar.
Es wirkt hierbei mit einem separaten Anlageteil 56 zusammen. Das Anlageteil 56 ist
in der Höhe verschiebbar gelagert. In der Freigabestellung des Stellteils 29 ist das
Anlageteil zwischen einer über die Mittelschiene 2 nach unten vorstehenden Position
und einer demgegenüber weniger weit vorstehenden oder nicht vorstehenden Position
verschiebbar. Dadurch wird die Verkippung der Mittelschiene 2 gegenüber der Korpusschiene
1 zwischen ihrer Normalstellung und ihrer Kippstellung, in der die Anschlagelemente
30, 31 aneinander vorbeigeführt werden können, freigegeben. Bei der Verschiebung des
Stellteils 29 in seine Sperrstellung läuft eine Schrägfläche 57 des Stellteils 29
an eine Schrägfläche 58 des Anlageteils 56 an, wenn sich letzteres nicht in seiner
am weitesten vorgeschobenen Position befindet. Das Anlageteil 56 wird dadurch in seine
am weitesten über die Mittelschiene 2 unten herausstehende Position verschoben und
in dieser Stellung fixiert. Durch Zusammenwirken mit der nach oben gerichteten Laufbahn
25 der Korpusschiene 1 wird dadurch die Verkippung der Mittelschiene 2 gegenüber der
Korpusschiene 1 in ihre Kippstellung, in der die Anschlagelemente 30, 31 aneinander
vorbeigefahren werden können, blockiert. Ein Rast- und Führungsbolzen 59 durchsetzt
ein horizontales Langloch 37 im Stellteil 29 und ein vertikal verlaufendes Langloch
60 im Anlageteil 56.
[0052] Unterschiedliche Modifikationen der beschriebenen Ausführungsbeispiele sind denkbar
und möglich, ohne den Bereich der Erfindung zu verlassen. So ist beispielsweise in
den gezeigten Ausführungsbeispielen das Stellteil 29 jeweils in Längsrichtung der
Mittelschiene 2 zwischen seiner Freigabestellung und seiner Sperrstellung verschiebbar.
Auch eine zwischen der Freigabestellung und der Sperrstellung verschwenkbare Ausbildung
des Stellteils 29 ist denkbar und möglich. Auch andere Ausbildungen der Anschlagelemente
30, 31 der Korpusschiene 1 und der Mittelschiene 2 sind denkbar und möglich. So könnte
beispielsweise das Anschlagelement 31 der Mittelschiene 2 auch von der äußeren Umfangsfläche
der hinteren Laufrolle 8 gebildet werden.
Legende
| zu den Hinweisziffern: |
| 1 |
Korpusschiene |
30 |
Anschlagelement |
| 2 |
Mittelschiene |
31 |
Anschlagelement |
| 3 |
Ausziehschiene |
32 |
Lappen |
| 4 |
Möbelkorpus |
33 |
Fortsatz |
| 5 |
ausziehbares Möbelteil |
34 |
Hebel |
| 6 |
Differentialrolle |
35 |
Achse |
| 7 |
vordere Laufrolle |
36 |
Nase |
| 8 |
hintere Laufrolle |
37 |
Langloch |
| 9 |
Stützrolle |
38 |
Aussparung |
| 10 |
Hilfsrolle |
39 |
Anschlagfläche |
| 11 |
Rolle |
40 |
Gegenanschlag |
| 12 |
vertikaler Verbindungssteg |
41 |
Anlageelement |
| 13 |
Horizontalflansch |
42 |
Betätigungsarm |
| 14 |
Horizontalflansch |
43 |
Sicherungsteil |
| 15 |
Umbördelung |
44 |
Anschlagelement |
| 16 |
Umbördelung |
45 |
Anschlagelement |
| 17 |
Befestigungssteg |
46 |
Achse |
| 18 |
Horizontalflansch |
47 |
Schulter |
| 19 |
Umbördelung |
48 |
erster Hebelarm |
| 20 |
Vertikalsteg |
49 |
zweiter Hebelarm |
| 21 |
Horizontalsteg |
50 |
Langloch |
| 22 |
Horizontalsteg |
51 |
Blende |
| 23 |
Umbördelung |
52 |
Seitenführungsrolle |
| 24 |
Laufbahn |
53 |
Achse |
| 25 |
Laufbahn |
54 |
Abschnitt |
| 26 |
Laufbahn |
55 |
Nabe |
| 27 |
Laufbahn |
56 |
Anlageteil |
| 28 |
Ausziehrichtung |
57 |
Schrägfläche |
| 29 |
Stellteil |
58 |
Schrägfläche |
| |
|
59 |
Rast- und Führungsbolzen |
| |
|
60 |
Langloch |
1. Differentialausziehführung für ausziehbare Möbelteile (5), insbesondere Schubladen,
mit einer am Möbelkorpus (4) anzubringenden Korpusschiene (1), einer Mittelschiene
(2) und einer am ausziehbaren Möbelteil (5) anzubringenden Ausziehschiene (3) auf
beiden Seiten des ausziehbaren Möbelteils (5), wobei zumindest an der Mittelschiene
(2) lastübertragende Rollen (7, 8, 9, 10, 11) drehbar gelagert sind, über welche die
Schienen (1, 2, 3) zwischen einem eingeschobenen und einem ausgezogenen Zustand der
Differentialausziehführung gegeneinander verschiebbar sind, und das Ausziehen der
Mittelschiene (2) aus der Korpusschiene (1) durch im vollständig ausgezogenen Zustand
der Differentialausziehführung aneinander anliegende Anschlagelemente (30, 31) begrenzt
ist, die einerseits an der Korpusschiene (1) und andererseits an der Mittelschiene
(2) oder hiermit verbundenen Teilen angeordnet sind, und zum Freigeben und Sperren
eines Aushängens der Mittelschiene (2) aus der Korpusschiene (1) und eines Einsetzens
der Mittelschiene (2) in die Korpusschiene (1) an der Mittelschiene (2) ein Stellteil
(29) zwischen einer Freigabestellung und einer Sperrstellung verstellbar gelagert
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittelschiene (2) in der Freigabestellung des Stellteils (29) gegenüber der Korpusschiene
(1) um eine horizontale und rechtwinklig zur Ausziehrichtung (28) der Mittelschiene
liegende Achse zwischen einer Normalstellung und einer Kippstellung verkippbar ist
und in der Kippstellung der Mittelschiene (2) die Anschlagelemente (30, 31) der Mittelschiene
(2) und der Korpusschiene (1) aneinander vorbeiführbar sind und in der Sperrstellung
des Stellteils (29) die Verkippung der Mittelschiene (2) von ihrer Normalstellung
in ihre Kippstellung blockiert ist, und dass das sich in seiner Freigabestellung befindende
Stellteil (29) beim vollständigen Einfahren der Mittelschiene (2) in die Korpusschiene
(1) durch ein Anfahren einer Anschlagfläche (39) des Stellteils (29) an einen Gegenanschlag
(40) der Korpusschiene (1) in seine Sperrstellung verstellt wird.
2. Differentialausziehführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellung des Stellteils (29) zwischen seiner Freigabestellung und seiner Sperrstellung
durch eine Verschiebung des Stellteils (29) in Längsrichtung der Mittelschiene (2)
erfolgt.
3. Differentialausziehführung nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittelschiene (2) einen einzelnen, ebenen Vertikalsteg aufweist.
4. Differentialausziehführung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittelschiene (2) einen C-förmigen Querschnitt aufweist.
5. Differentialausziehführung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass alle lastübertragenden Rollen (7-11) der Differentialausziehführung von der Mittelschiene
(2) getragen sind.
6. Differentialausziehführung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in einem bezogen auf die Längserstreckung der Mittelschiene (2) mittleren Bereich
der Mittelschiene (2) eine die Mittelschiene (2) nach unten überragende lastübertragende
- Differentialrolle (6) um eine horizontale Achse drehbar gelagert ist, die einerseits
mit einer nach oben gerichteten Laufbahn (25) der Korpusschiene (1), andererseits
mit einer nach unten gerichteten Laufbahn (27) der Ausziehschiene (3) zusammenwirkt.
7. Differentialausziehführung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des bezogen auf die Ausziehrichtung (28) vorderen Endes der Mittelschiene
(2) eine die Mittelschiene (2) nach unten überragende vordere Laufrolle (7) um eine
horizontale Achse drehbar gelagert ist, die mit der nach unten gerichteten Laufbahn
(27) der Ausziehschiene (3) zusammenwirkt, und im Bereich des bezogen auf die Ausziehrichtung
(28) hinteren Endes der Mittelschiene (2) eine die Mittelschiene (2) nach oben überragende
hintere Laufrolle (8) um eine horizontale Achse drehbar gelagert ist, die mit einer
nach unten gerichteten Laufbahn (24) der Korpusschiene (1) zusammenwirkt, und im bezogen
auf die Längserstreckung mittleren Bereich der Mittelschiene (2) in einer gegenüber
der Differentialrolle (6) höheren Position eine Stützrolle (9) um eine horizontale
Achse drehbar gelagert ist, die mit einer nach oben gerichteten Laufbahn (26) der
Ausziehschiene (3) zusammenwirkt.
8. Differentialausziehführung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass im zwischen der Differentialrolle (6) und der hinteren Laufrolle (8) liegenden Bereich
der Längserstreckung der Mittelschiene (2) eine Hilfsrolle (10) drehbar an der Mittelschiene
(2) gelagert ist, die mit der nach unten gerichteten Laufbahn (27) der Ausziehschiene
(3) zusammenwirkt.
9. Differentialausziehführung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Hilfsrolle (10) von der nach oben gerichteten Laufbahn (25) der Korpusschiene
(1) beabstandet ist.
10. Differentialausziehführung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellteil (29) einen in der Freigabestellung des Stellteils (29) um eine horizontale
Achse (35) verschwenkbaren und in der Sperrstellung des Stellteils (29) unverschwenkbar
gehaltenen Hebel (34) aufweist, an dem im Abstand von der Achse (35) ein Anlageelement
(41) angeordnet ist, das in der Sperrstellung des Stellteils (29) zur Verhinderung
der Verkippung der Mittelschiene (2) in ihre Kippstellung mit der nach oben gerichteten
Laufbahn (25) der Korpusschiene (1) zusammenwirkt.
11. Differentialausziehführung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Anlageelement (41) von einer am Hebel (34) drehbar gelagerten Rolle (11) gebildet
wird.
12. Differentialausziehführung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Hilfsrolle (10) sowohl mit der nach unten gerichteten Laufbahn (27) der Ausziehschiene
(3) als auch mit der nach oben gerichteten Laufbahn (24) der Korpusschiene (1) zusammenwirkt
und mit einem vertikalen Spiel gelagert ist, welches in der Freigabestellung des Stellteils
(29) eine Verkippung der Mittelschiene (2) in ihre Kippstellung erlaubt, und dass
das Stellteil (29) einen gabelförmigen Abschnitt (54) aufweist, der in der Sperrstellung
des Stellteils (29) eine Nabe (55) der Hilfsrolle (10) umgreift, wobei er das vertikale
Spiel der Hilfsrolle (10) gegenüber dem in der Freigabestellung des Stellteils (29)
vorliegenden Spiel zur Verhinderung der Verkippung der Mittelschiene (2) in ihre Kippstellung
verringert.
13. Differentialausziehführung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellteil (29) mit einem in der Höhe gegenüber der Mittelschiene (2) verschiebbar
gelagerten Anlageteil (56) zusammenwirkt und in seiner Sperrstellung das Anlageteil
(56) in einer über die Mittelschiene (2) nach unten vorstehenden Position hält, wobei
das Anlageteil (56) durch Abstützung an der Korpusschiene (1) eine Verkippung der
Mittelschiene (2) in ihre Kippstellung blockiert.
14. Differentialausziehführung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass am Stellteil (29) eine Seitenführungsrolle (52) um eine vertikale Achse drehbar gelagert
ist.
15. Differentialausziehführung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellteil (29) im Bereich des hinteren Endes der Mittelschiene (2) angeordnet
ist.
16. Differentialausziehführung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausziehen der Ausziehschiene (3) aus der Mittelschiene (2) durch im vollständig
ausgezogenen Zustand der Ausziehschiene (3) aneinander anliegende Anschlagelemente
(44, 45) begrenzt ist, die an der Mittelschiene (2) und der Ausziehschiene (3) oder
mit diesen verbundenen Teilen angeordnet sind, und dass an der Mittelschiene (2) ein
Sicherungsteil (43) zwischen einer Freigabestellung und einer Sperrstellung verstellbar
gelagert ist, wobei die Ausziehschiene (3) in der Freigabestellung des Sicherungsteils
(43) um eine horizontal und rechtwinklig zur Ausziehrichtung (28) der Ausziehschiene
(3) liegende Achse zwischen einer Normalstellung und einer Kippstellung verkippbar
ist und in der Kippstellung der Ausziehschiene (3) die Anschlagelemente (44, 45) der
Mittelschiene (2) und Ausziehschiene (3) aneinander vorbeiführbar sind und in der
Sperrstellung des Sicherungsteils (43) die Verkippung der Ausziehschiene (3) von ihrer
Normalstellung in ihre Kippstellung blockiert ist, und dass das sich in seiner Freigabestellung
befindende Sicherungsteil (43) beim vollständigen Einfahren der Ausziehschiene (3)
in die Mittelschiene (2) durch ein Anfahren an einen Anschlag an der Ausziehschiene
(3) oder eines mit dieser verbundenen Teils in seine Sperrstellung verstellt wird.
17. Differentialausziehführung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherungsteil (43) in einem bezogen auf die Ausziehrichtung (28) vorderen Bereich
der Mittelschiene (2) in Längsrichtung der Mittelschiene (2) zwischen seiner Freigabestellung
und seiner Sperrstellung verschiebbar gelagert ist.
18. Differenzialausziehführung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellteil (29) ein von den starren Anschlagelementen (30, 31) getrenntes Bauteil
ist.