[0001] Die Erfindung betrifft ein Gerät zur Viehgeburtshilfe, mit einer Stange, einem in
der Stange gelagerten und entlang der Stange bewegbaren Zugteil zur Aufnahme von Beinschlingen
für das Jungtier, einer mit der Stange verbundenen Stütze, sowie einer im Bereich
abgewandter Enden der Stütze schwenkbar in der Stütze gelagerten Aufnahmegabel, wobei
die Aufnahmegabel an das Muttertier unterhalb der Scheide, beidseitig im Bereich des
Beckens und im Bereich des Rückens anlegbar ist.
[0002] Solche Geräte zur Viehgeburtshilfe sind aus dem Stand der Technik bekannt. Das Gerät
weist das entlang der Stange bewegbare Zugteil, insbesondere zwei auf der Stange angeordnete,
abwechselnd verschiebbare und feststellbare hülsenförmige Teile auf. Jedes hülsenförmige
Teil nimmt einen von der Stange durchsetzten Klemmring auf, der mittels Federkraft
im Sinne einer das hülsenförmige Teil und die Stange festlegenden Klemmstellung vorgespannt
ist. Bestandteil des Zugteils bilden ferner zwei Halteeinrichtungen, die an mindestens
einem der beiden hülsenförmigen Teile befestigt sind und in Zugrichtung eine Anspannung
der mit den Halteeinrichtungen verbundenen Beinschlingen für das Jungtier ermöglichen.
In einem der hülsenförmigen Teile ist ein Spannhebel schwenkbar gelagert, der in Abstand
von seiner Schwenkachse ein Zwischenglied schwenkbar aufnimmt und das Zwischenglied
gleichfalls im anderen hülsenförmigen Teil schwenkbar gelagert ist. Das Zugteil umfasst
ferner eine Einrichtung zum Lösen der festgelegten hülsenförmigen Teile. Damit können,
wenn es gewünscht ist, die hülsenförmige Teile in Richtung der Stütze bzw. des Muttertiers
rutschen, so dass die Anspannung der Beinschlingen für das Jungtier reduziert wird.
[0003] Ein Gerät zur Viehgeburtshilfe der eingangs genannten Art ist aus der
EP 0 221 101 B1 bekannt. Bei dieser ist die Aufnahmegabel mit ihren freien Enden aufeinander zugebogen,
so dass die Aufnahmegabel den rückwärtigen Bereich des Muttertiers hinreichend umschließen
kann. Die Aufnahmegabel weist somit die Form eines im Rückenbereich des Muttertieres
recht weit geöffneten Ringes auf.
[0004] Nachteilig ist bei dem bekannten Gerät zur Viehgeburtshilfe, dass die Aufnahmegabel
als starres Teil ausgebildet ist. Sie lässt sich somit nicht an die individuelle Anatomie
des Muttertiers, bedingt durch verschiedene Rassen und/oder Größen, wobei es sich
hierbei insbesondere um Kühe handelt, anpassen. Oft kann sie dadurch gar nicht oder
nur schwer eingesetzt werden. In letzteren Fällen ist das Muttertier beim Einsetzen
der Wehen so eingeengt, dass es nicht selten zu Gesundheitsgefahren für das Jung-
und Muttertier kommt.
[0005] In der
EP 0 392 319 A2 ist ein Gerät zur Viehgeburtshilfe beschrieben, bei dem die Stange mit dem Zugteil
unmittelbar eine Ansatzstütze aufnimmt, die beim Geburtshilfevorgang im Bereich der
Beckenhöhle des Muttertiers in Anlage gebracht wird. Bei diesem Gerät ist somit keine
Aufnahmegabel vorgesehen. Dieses bekannte Gerät weist im Bereich seines der Ansatzstütze
zugewandten Endes, zwischen der Ansatzstütze und dem auf der Stange bewegbaren Zugteil,
einen mit der Stange starr verbundenen Lagerblock auf, der eine Halteeinrichtung aufnimmt,
die um eine senkrecht zur Längsachse der Stange angeordnete Achse schwenkbar ist.
Diese Halteeinrichtung beinhaltet zwei Trägerrohre und zwei in diese eingesteckte
Seitenarmrohre. Die Seitenarmrohre kontaktieren beim Gebrauch des Gerätes das Muttertier
im Bereich des Rückens. Wesentlich ist bei diesem Gerät die Entkopplung der Halteeinrichtung
von der Ansatzstütze. Die Ansatzstütze dient dem Zweck, die bei der Geburtshilfe in
die Stange eingeleiteten Kräfte definiert in das Muttertier unterhalb der Scheide
einzuleiten, während die Halteeinrichtung für eine zusätzliche Stabilität der Ansatzstütze
aufgrund deren Anlage am Muttertier, beidseitig im Bereich des Beckens und im Bereich
des Rückens, sorgt. Die schwenkbare Lagerung der Halteeinrichtung um eine parallel
zur Längsachse der Ansatzstütze angeordnete Lagerachse ermöglicht es, die Schrägstellung
der Stange während des Geburtsvorgangs zu verändern, ohne dass die Ansatzstütze in
eine andere Position bewegt wird oder die Position der Halteeinrichtung verändert
wird.
[0006] Das Gerät lässt sich somit an die Anatomie unterschiedlicher Tierrassen, insbesondere
unter dem Aspekt der unterschiedlichen Beckenbreite der Rassen, anpassen.
[0007] Bei diesem Gerät kann die Breite der Halteeinrichtung variiert werden. So können
in das Trägerrohr die Seitenarmrohre unterschiedlich Tief eingesteckt werden und es
sind sowohl das Trägerrohr als auch die Seitenarmrohre mit mehreren Löchern versehen.
Diese können entsprechend der Einstecktiefe der Seitenarmrohre in fluchtende Anordnung
gebracht, und mittels in die Löcher eingreifenden Federknöpfen die Seitenarmrohre
zum Trägerrohr festgelegt werden. Es ist somit keine stufenlose Einstellung der Breite
der Halteeinrichtung möglich und es bezieht sich überdies die Einstellung nur auf
die Halteeinrichtung, der keine Stützfunktion zukommt.
[0008] In der
EP 0 081 740 A2 ist gleichfalls ein Gerät zur Viehgeburtshilfe des Typs mit Ansatzstütze zur Anlage
am Muttertier beschrieben. Die Ansatzstütze nimmt, über deren Stirnflächen hinaus,
gegen die Kraft von Federn verschiebliche, aber drehfest angeordnete Abstandshalter
auf, die an deren der Ansatzstütze abgewandten Enden Zungen zur Anlage an den Seitenflächen
des Muttertiers aufweisen. Die Zungen nehmen an deren freien Enden einen Haltegurt
auf, der auf den Rücken des Tieres auflegbar ist. Dieser Variante kommt insbesondere
die Aufgabe zu, die Ansatzstütze am Muttertier sicher zu halten, wenn das Tier während
des Geburtsvorgangs steht. Allerdings finden ca. 90 % aller Abkalbungen im Liegen
statt. Zudem fehlt die Stützfunktion des Geräts.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Gerät zur Viehgeburtshilfe der eingangs genannten
Art so weiter zu bilden, dass es auf einfache Art und Weise optimal an die Anatomie
des jeweiligen Muttertiers angepasst werden kann.
[0010] Gelöst wird die Aufgabe an einem Gerät zur Viehgeburtshilfe der eingangs genannten
Art dadurch, dass die Anordnung von Stütz- und Aufnahmegabel, in der Breitenerstreckung
der Anordnung senkrecht zur Stange, stufenlos verstellbar und festlegbar ist, wobei
die Aufnahmegabel durch ein zweiteiliges Rohr gebildet ist und die beiden Rohrteile
der Aufnahmegabel ineinander gesteckt sind.
[0011] Aufgrund der zweiteiligen Gestaltung der Aufnahmegabel lassen sich die Rohrteile,
sofern die Anordnung von Stütze mit Aufnahmegabel nicht festgelegt ist, beliebig zueinander
positionieren und demzufolge auf die Anatomie des jeweiligen Muttertiers abstimmen.
Da auch die Stütze in deren Breitenerstreckung verstellbar ist, kann die Stütze den
beliebigen Breitenvorgaben der Aufnahmegabel folgen. Die stufenlose Verstellbarkeit
der Anordnung von Stütze und Aufnahmegabel, in Breitenerstreckung der Anordnung senkrecht
zur Stange, ist demzufolge sichergestellt. Es ist dann nur noch erforderlich, mittels
Festlegmitteln die Anordnung von Stütze und Aufnahmegabel festzulegen, wobei die Festlegung
im Bereich der Stütze oder der Aufnahmegabel erfolgen kann. Der Ort, an dem die Festlegung
erfolgt, sei es an der Stütze oder an der Aufnahmegabel, hängt von der spezifischen
Gestaltung der Anordnung von Stütze und Aufnahmegabel ab.
[0012] Durch die erfindungsgemäße Gestaltung des Geräts zur Viehgeburtshilfe lässt sich,
bei variabler Breitenerstreckung der Anordnung, eine im Wesentlichen symmetrische
Anordnung der Teile des Gerätes zueinander verwirklichen. Dies ist eine wesentliche
Vorraussetzung dafür, dass eine mittige Ausrichtung der Aufnahmegabel zur Stange sichergestellt
ist. Bei einer solchen mittigen Ausrichtung können Zugkräfte definiert am Jungtier
angreifen, ohne das Jungtier oder das Muttertier gesundheitlichen Gefahren auszusetzen.
[0013] Die Stütze des Gerätes zur Viehgeburtshilfe ist vorzugsweise im Wesentlichen U-förmig
ausgebildet. Dies ermöglicht es, die Stütze im Abstand vom Muttertier zu führen, so
dass die Stütze das Becken umgibt und nur die Aufnahmegabel am Muttertier anliegt.
[0014] Es wird als besonders vorteilhaft angesehen, wenn eine Gestaltung des Gerätes zur
Viehgeburtshilfe gewählt wird, bei der die Stütze dreiteilig ausgebildet ist, wobei
ein mittlerer Stützenabschnitt mit einer Aufnahme für die Stange versehen ist. Diese
Anordnung ermöglicht eine mittige Ausrichtung der Aufnahmegabel zur Stange bei den
unterschiedlichen Breiteneinstellungen des Geräts zur Viehgeburtshilfe.
[0015] So sieht eine erste bevorzugte Ausführungsform der Erfindung vor, dass, abgesehen
von dem mittleren Stützenabschnitt der dreiteiligen Stütze, zwei jeweils abgewinkelt
ausgebildete, insbesondere im Wesentlichen L-förmigen Stützenabschnitte vorgesehen
sind, wobei der jeweilige abgewinkelte Stützenabschnitt im Bereich eines Endes verschiebbar
und festlegbar im mittleren, insbesondere geraden mittleren Stützenabschnitt und im
Bereich des anderen Endes gelenkig in einem der Rohrteile gelagert ist.
[0016] Bei dieser Ausführungsform ist der mittlere Stützenabschnitt somit fest mit der Stange
verbunden und es erfolgt die Breiteneinstellung der Aufnahmegabel, indem die beiden
abgewinkelt ausgebildeten Stützenabschnitte in gleichen, aber variablen Positionen
zum mittleren Stützenabschnitt angeordnet werden. In diesem Zusammenhang wird es als
besonders vorteilhaft angesehen, wenn zum Festlegen der Breite der Anordnung von Stütze
und Aufnahmegabel die Stütze zwei Klemmschrauben aufweist, wobei die Klemmschrauben
in den mittleren Stützenabschnitt beidseits der Aufnahme für die Stange eingeschraubt
sind und die beiden abgewinkelt ausgebildeten Stützenabschnitte in den mittleren Stützenabschnitt
eingesteckt sind. Die beiden abgewinkelt ausgebildeten Stützenabschnitte sind somit
teleskopierbar im mittleren Stützenabschnitt gehalten und können, jeweils unabhängig
voneinander, mittels der zugeordneten Klemmschraube festgelegt werden. Wird die jeweilige
Klemmschraube tiefer in den mittleren Stützenabschnitt eingeschraubt, wird sie stirnseitig
gegen den in diesem Bereich befindlichen abgewinkelt ausgebildeten Stützenabschnitt
bewegt und klemmt diesen relativ zum mittleren Stützenabschnitt.
[0017] Bei der genannten dreiteiligen Gestaltung der Stütze mit mittlerem Stützenabschnitt
und den beiden abgewinkelt ausgebildeten Stützenabschnitten, wird es als besonders
vorteilhaft angesehen, wenn die Stütze einen eckigen Querschnitt aufweist. Demzufolge
sind die beiden abgewinkelt ausgebildeten Stützenabschnitte nicht drehbar, sondern
nur einschieb- bzw. ausschiebbar im mittleren Stützenabschnitt gehalten.
[0018] Gemäß einer zweiten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass,
bei dreiteiliger Gestaltung der Stütze, neben dem mittleren Stützenabschnitt zwei
jeweils abgewinkelt ausgebildete, insbesondere Strebenform aufweisende Stützenabschnitte
vorgesehen sind, die jeweils im Bereich eines Endes gelenkig mit dem mittleren Stützenabschnitt
verbunden sind, wobei der jeweilige abgewinkelt ausgebildete Stützenabschnitt im Bereich
des anderen Endes gelenkig in einem der Rohrteile gelagert ist.
[0019] Bei dieser Ausführungsform kommt den beiden abgewinkelt ausgebildeten Stützenabschnitten
die Aufgabe zu, die gelenkige Verbindung zwischen dem mittleren Stützenabschnitt und
den beiden Rohrteilen in der Aufnahmegabel herzustellen. Da auch die beiden Rohrteile
der Aufnahmegabel ineinander gesteckt sind, wird es bei dieser Ausführungsform als
vorteilhaft angesehen, wenn zum Festlegen der Breite der Anordnung von Stütze und
Aufnahmegabel die Aufnahmegabel eine Klemmschraube aufweist, wobei die Klemmschraube
in ein Rohrteil der Aufnahmegabel in dessen Überlappungsbereich mit dem anderen Rohrteil
der Aufnahmegabel geschraubt ist. Bei dieser Ausführungsform findet somit die Festlegung
der Anordnung von Stütze und Aufnahmegabel in der Breitenerstreckung der Anordnung
senkrecht zur Stange im Bereich der Aufnahmegabel statt.
[0020] Es wird als vorteilhaft angesehen, wenn die beiden Rohrteile der Aufnahmegabel, unabhängig
von der jeweilig beschriebenen Ausführungsform, einen kreisrunden Querschnitt aufweisen.
Dies ist für die Anlage der Aufnahmegabel am Muttertier von Vorteil. Die Mittel zum
Festlegen der Anordnung von Stütze und Aufnahmegabel sind vorzugsweise auf der dem
Muttertier abgewandten Seite angebracht. So reduziert sich damit die Verletzungsgefahr
vom Muttertier und Jungtier durch die festgelegten Mittel erheblich und es sind überdies
die Festlegemittel dem Anwender des Gerätes zugewandt, können somit günstig betätigt
werden.
[0021] Weitere Merkmale der Erfindung sind in der Beschreibung der Figuren und den Figuren
selbst dargestellt, wobei bemerkt wird, dass alle Einzelmerkmale und alle Kombinationen
von Einzelmerkmalen erfindungswesentlich sind.
[0022] In den Figuren ist die Erfindung anhand zweier Ausführungsformen beispielsweise dargestellt,
ohne auf diese Ausführungsformen beschränkt zu sein. Es zeigt:
- Figur 1
- eine räumliche Ansicht einer ersten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Gerätes
zur Viehgeburtshilfe,
- Figur 2
- eine vergrößerte Darstellung des in Figur 1 gezeigten Gerätes für den Bereich der
Anordnung von Stütze und Aufnahmegabel,
- Figur 3
- eine zweite Ausführungsform des Gerätes zur Viehgeburtshilfe für den Bereich von Stütze
und Aufnahmegabel.
[0023] Das in Figur 1 gezeigte Gerät zur Viehgeburtshilfe 1 weist eine Stange 2 und eine
in der Stange 2 gelagertes und entlang der Stange bewegbares Zugteil 3 auf. Veranschaulicht
sind die die Stange 2 umgebenden hülsenförmigen Teile 4 und 5, das diese verbindende
Zwischenstück 6 sowie den Stellhebel 7 zum abwechselnden Verstellen der hülsenförmigen
Teile 4 und 5 auf der Stange. An einem hülsenförmigen Teil 4 ist ein Haken 8 zum Einhängen
einer Beinschlinge für das Jungtier veranschaulicht. An der anderen Seite dieses hülsenförmigen
Teiles oder der anderen Seite des anderen hülsenförmigen Teiles ist ein nicht sichtbarer
Haken zum Einhängen einer zweiten Beinschlinge vorgesehen.
[0024] Die Stange 2 ist mit einer Stütze 10 verbunden, die dreiteilig ausgebildet ist. Ein
mittlerer Stützenabschnitt 11, der als gerades Rohr mit viereckigem Querschnitt ausgebildet
ist, ist auf halber Länge mit einer Aufnahme 12 für die Stange versehen. Die Aufnahme
ist als Hülse mit kreisförmigem Querschnitt ausgebildet, die mit dem mittleren Stützenabschnitt
11 verschweißt ist, so dass ein Topf zur Aufnahme der Stange 2 gebildet ist. Mittels
nicht näher dargestellter Mittel ist die Stange 2 axial festgelegt und drehfest mit
der Aufnahme 12 verbunden. Es handelt sich hierbei beispielsweise um einen Bolzen,
der durch fluchtende Löcher in der Stange 2 und der Aufnahme 12 gesteckt und axial
gesichert ist.
[0025] Im Bereich der freien Enden des mittleren Stützenabschnitts 11 sind zwei Feststellschrauben
13 angeordnet, die in eine Gewindebohrung des mittleren Stützenabschnitts 11 geschraubt
sind. In das jeweilige Ende des Stützenabschnitts 11 ist ein im Wesentlichen L-förmiger
Stützenabschnitt 14 eingesteckt, der gleichfalls als Rohr ausgebildet ist und ein
quadratisches Profil aufweist. Entsprechend der Anatomie des Muttertieres werden die
beiden Stützenabschnitte 14, mehr oder weniger eingeschoben, im mittleren Stützenabschnitt
11 positioniert und in der gewünschten Stellung mittels der beiden Feststellschrauben
13 der Stützenabschnitte 14 bezüglich des mittleren Stützenabschnitts 11 verspannt,
womit sich die Stütze 10 als starre Einheit darstellt. Während der eine Schenkel 15
des Stützenabschnitts 14 in den mittleren Stützenabschnitt 11 eingesteckt wird, dient
der andere Schenkel 16 im Bereich seines freien Endes der gelenkigen Aufnahme eines
Rohrteils 17 bzw. 18 der Aufnahmegabel 19. Diese beiden Rohrteile 17 und 18 bilden
die Aufnahmegabel 19 und sind in dem Bereich, der parallel zum mittleren Stützenabschnitt
verläuft, ineinander gesteckt. Die Rohrteile 17 und 18 weisen Kreisquerschnitte auf.
Die Gelenkachse 20, die die Verbindung des jeweiligen Rohrteils 17 bzw. 18 mit dem
zugeordneten Schenkel 16 des Stützenabschnitts 14 darstellt, verläuft parallel zum
mittleren Stützenabschnitt 11.
[0026] Auf diese Art und Weise lässt sich durch Lösen der beiden Feststellschrauben 13 die
Anordnung von Stütze 10 und Aufnahmegabel 19 auf die gewünschte Breite einstellen,
indem die Stützenabschnitte 14 mehr oder weniger aus dem mittleren Stützenabschnitt
11 herausgezogen werden und aufgrund dieser Bewegung der genannten Teile zueinander
auch das Rohrteil 17 mehr oder weniger aus dem Rohrteil 18 herausgezogen wird. In
der gewünschten Stellung der Teile müssen dann nur noch die beiden Feststellschrauben
festgezogen werden, wobei hinsichtlich der Ausrichtung der beiden Stützenabschnitte
14 zum mittleren Stützenabschnitt 11 darauf zu achten ist, dass die beiden Schenkel
16 symmetrisch zur Aufnahme 12 angeordnet sind.
[0027] Figur 3 zeigt die gegenüber der Ausführungsform nach der Figur 2 modifizierte Gestaltung
von Stütze 10 und Aufnahmegabel 19 des Geräts zur Viehgeburtshilfe 1. Übereinstimmende
Teile der beiden Ausführungsformen sind mit denselben Bezugsziffern bezeichnet.
[0028] Auch bei der Ausführungsform nach der Figur 3 ist die Stütze 10 dreiteilig ausgebildet.
Der mittlere Stützenabschnitt 11 ist mit der Aufnahme 12 versehen, der die Stange
2 axial festgelegt und drehfest aufnimmt. Veranschaulicht ist eine Schraube 21, die
in eine Gewindebohrung der Aufnahme 12 eingeschraubt ist und ein radiales Durchgangsloch
der Stütze 10 durchsetzt.
[0029] Beidseitig der Stange 2 weist der mittlere Stützenabschnitt 11 parallele Gelenkachsen
22 auf, die auch parallel zur Längserstreckung der Schraube 21 angeordnet sind und
die der Aufnahme jeweils eines Strebenform aufweisenden Stützenabschnitts 14 dienen.
Bei dieser Ausführungsform ist der jeweilige Strebenabschnitt 14 nicht L-förmig abgewinkelt,
sondern nur so leicht gekrümmt, dass das Gerät zur Viehgeburtshilfe 1 im Gebrauch
im Bereich der Stützenabschnitte 14 das Muttertier nicht kontaktiert und ausreichend
Platz für das Jungtier bei dessen Austritt aus dem Muttertier verbleibt. Die dem mittleren
Stützenabschnitt 13 abgewandten Enden der Stützenabschnitte 14 nehmen über die Gelenkachse
20 die beiden ineinander gesteckten Rohrteile 17 und 18 der Aufnahmegabel 19 mit Spiel
auf. Insofern weist eine entsprechende Bohrung im Rohrteil 17 bzw. 18 einen deutlich
größeren Durchmesser als die in die Bohrung eingesteckte Gelenkachse 20 auf. Diese
Gelenkachsen 20 verlaufen in der zur ersten Ausführungsform beschriebenen Art und
Weise parallel zu den ineinander gesteckten Abschnitten der Rohrteile 17 und 18.
[0030] Zum Verstellen des Geräts zur Viehgeburtshilfe 1 auf die vorgegebene Anatomie des
Muttertiers werden die beiden Rohrteile 17 und 18, wie bei der ersten Ausführungsform,
auf das gewünschte Maß mehr oder weniger auseinander gezogen, wobei über die gelenkige
Anbindung der beiden Stützenabschnitte 14, die zwischen dem mittleren Stützenabschnitt
11 und den Rohrteilen 17 und 18 angeordnet sind, die Stützenabschnitte 14 einen mehr
oder weniger großen stumpfen Winkel zueinander einnehmen. In der gewünschten Breitenposition
der Aufnahmegabel 19 werden die beiden Rohrteile 17 und 18 zueinander festgelegt,
indem, im Unterschied zur Ausführungsform nach den Figuren 1 und 2, eine in das außen
überlappende Rohrteil 18 eingeschraubte Feststellschraube 23 weiter eingeschraubt
wird, so dass diese gegen das innerhalb des Rohrteils 18 angeordnete Rohrteil 17 gelangt
und die beiden Rohrteile 17 und 18 zueinander verspannt. Diese Feststellschraube 23
ist auf der der Stange 2 zugewandten Seite angeordnet, vorzugsweise etwas nach unten
geneigt, um beim Geburtsvorgang eine Gefährdung für Jungtier und Muttertier auszuschließen.
[0031] Bei beiden Ausführungsformen ist die Aufnahmegabel 19 innerhalb eines relativ offenen
Kreisrings gebildet, d. h., dass insbesondere die nach oben gerichteten Bereiche bzw.
Rohrabschnitte 24 der Rohrteile 17 und 18 einen in etwa rechten Winkel zueinander
einnehmen.
1. Gerät zur Viehgeburtshilfe (1) mit einer Stange (2), einem in der Stange (2) gelagerten
und entlang der Stange (2) bewegbaren Zugteil (3) zur Aufnahme von Beinschlingen für
das Jungtier, einer mit der Stange (2) verbundenen Stütze (10), sowie einer im Bereich
abgewandter Enden der Stütze (10) schwenkbar in der Stütze (10) gelagerten Aufnahmegabel
(19), wobei die Aufnahmegabel (19) an das Muttertier unterhalb der Scheide, beidseitig
im Bereich des Beckens und im Bereich des Rückens anlegbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung von Stütze (10) und Aufnahmegabel (19), in der Breitenerstreckung der
Anordnung senkrecht zur Stange (2), stufenlos verstellbar und festlegbar ist, wobei
die Aufnahmegabel (19) durch ein zweiteiliges Rohr (17, 18) gebildet ist, und die
beiden Rohrteile (17, 18) der Aufnahmegabel (19) ineinander gesteckt sind.
2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Stütze (10) im Wesentlichen U-förmig ausgebildet ist.
3. Gerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Stütze (10) dreiteilig ausgebildet ist, wobei ein mittlerer Stützenabschnitt
(11) mit einer Aufnahme (9) für die Stange (2) versehen ist.
4. Gerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwei jeweils abgewinkelt ausgebildete, insbesondere im Wesentlichen L-förmige Stützenabschnitte
(14) vorgesehen sind. Wobei der jeweilig abgewinkelte Stützenabschnitt (14) im Bereich
eines Endes verschiebbar und feststellbar im mittleren, insbesondere gerade ausgebildeten
Stützenabschnitt (11) und im Bereich des anderen Endes gelenkig in einem der Rohrteile
(17, 18) gelagert ist.
5. Gerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass zum Festlegen der Breite der Anordnung von Stütze (10) und Aufnahmegabel (19) die
Stütze (10) zwei Klemmschrauben (13) aufweist, wobei die Klemmschrauben (13) in den
mittleren Stützenabschnitt (11) beidseitig der Aufnahme (9) für die Stange (2) eingeschraubt
sind, und die beiden abgewinkelt ausgebildeten Stützenabschnitte (14) in den mittleren
Stützenabschnitt (11) eingesteckt sind.
6. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,dass die Stütze (10) einen eckigen Querschnitt aufweist.
7. Gerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwei jeweils abgewinkelt ausgebildete, insbesondere Strebenform aufweisende Stützenabschnitte
(14) vorgesehen sind, die jeweils im Bereich eines Endes gelenkig mit dem mittleren
Stützenabschnitt (11) verbunden sind, wobei der jeweilige abgewinkelt ausgebildete
Stützenabschnitt (14) im Bereich des anderen Endes gelenkig in einem der Rohrteile
(17, 18) gelagert ist.
8. Gerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zum Festlegen der Breite der Anordnung von Stütze (10) und Aufnahmegabel (19) die
Aufnahmegabel (19) eine Klemmschraube (13) aufweist, wobei die Klemmschraube (13)
in ein Rohrteil (18), in dessen Überlappungsbereich mit dem anderen Rohrteil (17),
geschraubt ist.
9. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8 , dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Rohrteile (17, 18) der Aufnahmegabel (19) einen kreisrunden Querschnitt
aufweisen.