[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Schütteln von Probebehältem gemäß
Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Gattungsgemäße Vorrichtungen werden üblicherweise als Vortex-Mischer bezeichnet.
Mit ihnen kann jeweils ein in der Regel vom Bearbeiter an seinem oberen Ende gehaltener
Probebehälter, insbesondere z.B. ein Reagenz- oder Zentrifugenglas, geschüttelt werden.
[0003] Gattungsgemäße Vorrichtungen weisen einen Antrieb auf, mit dem eine an der Oberseite
des Mischers vorgesehene Aufnahme mit hoher Frequenz auf z.B. einer engen Kreisbahn
oder einer sonstigen zum Mischen geeigneten Bahn bewegt werden kann.
[0004] Die Aufnahme ist so gestaltet, dass übliche Probebehälter, wie z.B. Reagenzgläser
oder Zentrifugengläser, mit ihrem unteren geschlossenen Ende derart darin bzw darauf
angeordnet werden können, dass die Bewegung der Aufnahme auf den Behälter übertragen
wird.
[0005] Gattungsgemäße Einrichtungen werden insbesondere in mikrobiologischen Laboren oder
Zelllaboren eingesetzt. Ein häufiger Anwendungszweck, um nur ein Beispiel zu nennen,
ist die Resuspension von pelletierten Zellen. Insbesondere hier sorgt der in dem Gefäß
während des Mischens entstehende Wirbel dafür, dass sich die ansonsten nur schwer
von der Wand abzulösenden Pellets wieder in Lösung bringen lassen. Denkbar sind jedoch
auch beliebige weitere Anwendungen, in denen Feststoffe gelöst oder Flüssigkeiten
miteinander vermischt werden sollen.
[0006] Um die Bedienung zu erleichtern, sehen übliche Vorrichtungen vor, dass der Mischvorgang
automatisch startet, wenn ein Probenbehälter, z. B. ein Reagenzglas oder Zentrifugenglas
in einer definierten Position in der Aufnahme angeordnet wird.
[0007] Einige Vorrichtungen weisen dazu an ihrer Oberseite einen optischen Sensor auf, der
die Anwesenheit z.B. eines Reagenzglases in der Aufnahme detektiert und dann automatisch
ein Startsignal für den Antrieb generiert. Bei anderen Vorrichtungen ist ein Drucksensor
vorgesehen. Hier muß die Aufnahme durch das zu schüttelnde Gefäß nach unten gedrückt
werden, wobei in einer definierten Position des Behälters bwz. der von ihm beaufschlagten
Aufnahme ein Startsignal für den Antrieb ausgelöst wird. Entsprechend wird ein Stopsignal
erzeugt, wenn im ersten Fall das Reagenzglas aus dem Bereich des optischen Sensors
entfernt wird, bzw. im zweiten Fall, die Aufnahme entlastet wird, wobei dann bei gattungsgemäßen
Vorrichtungen der Mischvorgang unmittelbar stoppt.
[0008] Nachteilig an bekannten sensorgesteuerten Einrichtungen ist, dass der Mischvorgang
bei üblichen Geräten auch unerwünscht z.B. bei einer Neupositionierung des Probebehälters
in der Aufnahme, beziehungsweise beim Wechsel der zu mischenden Gefäße, unterbrochen
wird.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zu schaffen, die diese Nachteile nicht
mehr aufweist.
[0010] Gelöst wird die Aufgabe mit einer Vorrichtung, die das kennzeichnende Merkmal des
Anspruches 1 auweist.
[0011] Die erfindungsgemäße Vorrichtung entspricht grundsätzlich den oben beschriebenen
gattungsgemäßen Vorrichtungen. Abweichend dazu ist jedoch vorgesehen, dass nach Erzeugung
des Stoppsignals der Antrieb nicht sofort stoppt, sondern die Aufnahme noch über eine
definierte Nachlaufzeit mit der Mischgeschwindigkeit weiterbewegt.
[0012] Die Nachlaufzeit kann geräte- beziehungsweise anwendungsspezifisch, festgelegt sein.
In der Regel ist sie so bemessen, dass z.B. ein Austausch von Probebehältem in der
Aufnahme, oder eine Neu- bzw Umpositionierung des gerade im Mischvorgang befindlichen
Behälters, möglich ist, ohne dass der Antrieb stoppt. In der Regel sind Nachlaufzeiten
zwischen einer und zehn Sekunden, insbesondere zwischen zwei und fünf Sekunden, für
die meisten Laboranwendungen ausreichend.
[0013] Die erfindungsgemäße Vorrichtung bietet eine Reihe von Vorteilen. Sie kann, wie die
gattungsgemäßen Einrichtungen, sensorgesteuert gestartet und gestoppt werden, wenn
kein weiterer Mischvorgang mehr beabsichtigt ist. Die Nachlaufzeit fällt dabei nicht
störend ins Gewicht, da sich auch bei erfindungsgemäßen Vorrichtung der Antrieb relativ
rasch abschaltet. Wird jedoch bei beabsichtigter weiterer Mischung ein Probebehälter
für einen kurzen Zeitraum aus der Aufnahme entfernt oder gegen einen anderen ausgetauscht,
dann kann der Mischvorgang innerhalb der Nachlaufzeit nach erneuter Anordnung eines
Probegefäßes in der Aufnahme und Erzeugen eines neuen Startsignals ohne Unterbrechung
fortgesetzt werden. Dies stellt eine entscheidende Arbeitsvereinfachung dar, da das
bei gattungsgemäßen Geräten auftretende Stoppen und Wiederanfahren des Antriebs in
den geschilderten Situationen entfällt.
[0014] Es sind neben den erwähnten gattungsgemäßen sensorgesteuerten auch nicht gattungsgemäße
Vorrichtungen bekannt, die mittels eines separaten Schalters ein- und ausgeschaltet
werden können. Dies Vorrichtungen können im Dauerbetrieb mischen. Nachteilig ist,
dass sie aufgrund der Betätigung eines separaten Schalters umständlich zu bedienen
sind.
[0015] Die erfindungsgemäße Vorrichtung vereinbart die Vorteile beider erwähnten bekannten
Mischer. Mit anderen Worten, auch mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung läßt sich
zumindest bei geschicktem Arbeiten eine Art Dauerbetrieb einstellen, ohne dass ein
separater Schalter betätigt werden muß.
[0016] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0017] Besonders geeignete Nachlaufzeiten liegen in einem Bereich zwischen 1-10 Sekunden,
insbesondere zwischen zwei und fünf Sekunden. Dieser Zeitbereich hat sich als ausreichend
lang erwiesen, um die üblicherweise autretenden bedienungsbedingten Unterbrechungen
des Mischvorganges, wie z.B. Behälterwechsel oder Neupositionierung eines Behälters
zu überbrücken.
[0018] Wesentlich für die erfolgreiche Durchmischung ist, dass die Aufnahme bevorzugt mit
gleichmäßig hoher Winkelgeschwindigkeit auf einer möglichst idealen Kreisbahn umläuft,
die vorzugsweise in einer horizontalen Ebene verläuft.
[0019] Besonders bevorzugte Umlaufgeschwindigkeiten liegen in einem Bereich zwischen 3000
bis 3500 Umdrehungen pro Minute (Upm). Der Radius der Kreisbahn kann z.B. bevorzugt
1,5mm betragen. Denkbar sind selbstverständlich auch andere Radien bzw. andere Bahnen,
auf denen die Aufnahme bewegt werden kann, solange sichergestellt ist, dass bei einer
entsprechenden Bewegung der Aufnahme eine Durchmischung in dem Probebehälter gewährleistet
ist.
[0020] Die erfindungsgemäße Vorrichtung wird insbesondere mit einer Umlaufgeschwindigkeit
bzw. Frequenz im Bereich von 3500 Upm betrieben.
[0021] Im Folgenden soll die Erfindung anhand von drei Abbildungen näher erläutert werden.
Fig. 1 zeigt den oberen Bereich einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
in einer Teilschnittdarstellung;
Fig. 2 zeigt die Vorrichtung in derselben Ansicht wie Fig. 1, mit einem Reagenzglas,
Fig. 3 zeigt in einer Grafik den Verlauf eines Mischvorgangs.
[0022] Fig. 1 zeigt ausschnittsweise eine Vorrichtung 10, mit einem Gehäuse 11, in dessen
oberen Bereich eine Schwingplatte 12 vorgesehen ist. Die Schwingplatte 12 ist über
Stangen 13 mit einem nicht gezeigten Exenterantrieb gekoppelt, der die Platte 12 im
Betrieb auf einer ebenen, konstanten Kreisbahn, mit z.B. einer Umlaufgeschwindigkeit
von 3500Upm, antreibt. Im zentralen Bereich der Schwinplatte ist eine Aufnahme 14
für Probengefäße vorgesehen.
[0023] Im gezeigten Fall weist die Aufnahme 14 eine Vertiefung 15 auf, damit ein Reagenzglas
19, wie in Fig. 2 dargestellt, gegen ein seitliches Wegrutschen gesichert ist. Denkbar
ist aber auch die Aufnahme ohne Vertiefung, dann jedoch aus einem Material auszubilden,
das ebenfalls ein Wegrutschen von Gefäßen verhindert.
[0024] An der Aufnahme 14 ist eine nach unten weisende Lasche 16 vorgesehen. In Bewegungsrichtung
unterhalb der Lasche 16 ist in der Vorrichtung 10 eine Lichtschranke 17 vorgesehen,
die im gezeigten Fall zwei optische Sensoren 18a und 18b aufweist.
[0025] In Fig. 2 erkennt man, dass der Aufnahmebereich 14 bei Einsetzen eines Reaktionsgefäßes
19 nach unten gedrückt werden kann, wobei dann die Lasche 16 in den Lichtweg vor den
Sensoren 18a und 18b eintritt und ein Startsignal für den nicht gezeigten Antrieb
auslöst.
[0026] Mit einer solchen oder ähnlichen Sensorkonstruktion lassen sich Anschaltpunkte (ein
Startsignal wird erzeugt) und Ausschaltpunkte (ein Stopsignal wird erzeugt) in einfacher
Weise definieren. Die Punkte können z.B. jeweils einer bestimmten von den Sensoren
gemessenen Lichtintensität oder Lichtmenge zugeordnet werden. Besonders vorteilhaft
ist, wenn die Punkte unterschiedlich definiert werden, also z.B. unterschiedlichen
Eindrücktiefen zugeordnet werden. Denkbar ist z.B., dass ein Startsignal erst bei
relativ tiefer Position der Lasche und das Stopsignal bei einer höheren Position ausgelöst
wird. Die dadurch erzeugte Hysterese erleichtert das Handling deutlich.
[0027] Selbstverständlich können auch andere Sensoreinrichtungen, die eine Hysterese ermöglichen,
wie z.B. Näherungsschalter oder Drucksensoren oder dergleichen, eingesetzt werden.
[0028] Die Erfindung ist dabei nicht auf Einrichtungen beschränkt, die eine Hysterese ermöglichen.
Es können in Verbindung mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung grundsätzlich alle Sensoreinrichtungen
vorgesehen werden, die bei Anordnung eines Probehälters in einer definierten Position
in der Aufnahme ein Startsignal und nach Entfernen des Probebehälters aus einer definierten
Position ein Stopsignal für den Antrieb erzeugen. Die Formulierung -Anordnung eines
Probebehälters in einer definierten Position in der Aufnahme, bzw. Entfernen des Probebehälters
aus einer solchen Position- umfasst selbstverständlich auch, dass die Aufnahme wie
oben beschrieben durch die Positionierung des Probebehälters bewegt wird und in definierten
Positionen der Aufnahme oder damit verbundener Bauteile ein Start- bzw Stopseignal
ausgelöst wird.
[0029] Wie oben ausgeführt wird in der einer definierten Position der Aufnahme ein Startsignal
für den nicht gezeigten Antrieb erzeugt, der die Schwingplatte 12 auf einer Kreisbahn
zu bewegen beginnt. Der Radius dieser Kreisbahn ist relativ gering. Er liegt üblicherweise
im Bereich zwischen einem Millimeter und höchstens 1-2 cm. Bei Erreichen der Mischgeschwindigkeit
überträgt die Aufnahme 14 eine hochfrequente Schüttelbewegung auf das Reaktionsgefäß
19, die dann für eine gute Durchmischung sorgt.
[0030] Der Aufnahmebereich 14 ist federnd ausgebildet. Sobald das Reaktionsgefäß 19 aus
der definierten herabgedrückten Position entfernt wird, gerät die Lasche 16 wieder
außerhalb des Bereiches der Sensoren 18a und 18b. In dieser Position wird ein Stoppsignal
erzeugt, das bei herkömmlichen Geräten zum sofortigen Anhalten des Antriebes führt.
[0031] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist dagegen vorgesehen, dass der Antrieb nach
Erzeugung eines Stoppsignals noch eine gewisse Zeit mit der Mischgeschwindigkeit nachläuft.
Während der Nachlaufzeit kann jederzeit ein erneutes Startsignal durch Herabdrücken
der Lasche 16 erzeugt werden mit der Folge, dass der Mischvorgang bis zum nächsten
Stoppsignal und dem Ende der darauffolgenden Nachlaufzeit fortgesetzt wird.
[0032] Fig. 3 zeigt einen typischen Mischvorgang in Form einer Kurve, in der die Umdrehungszahl
gegen die Zeit aufgetragen ist. Durch Herabdrücken der in den Figuren 1 und 2 beschriebenen
Lasche 16 wird ein Startsignal zum Zeitpunkt a generiert, das den Mischer startet
und relativ schnell auf eine Betriebsumdrehungszahl von z.B. 3500 Upm bringt. Diese
Geschwindigkeit wird dann konstant gehalten, auch nachdem zum Zeitpunkt b ein Stoppsignal
generiert wird. Ab Erzeugung des Stoppsignals läuft die erfindungsgemäß vorgesehene
Nachlaufzeit, in der der Antrieb der erfindungsgemäßen Vorrichtung die Aufnahme, unabhängig
davon, ob ein Gefäß darin angeordnet ist oder nicht, mit unverminderter Geschwindigkeit
weiter antreibt.
[0033] Nach Ende der Nachlaufzeit, und vorausgesetzt, dass kein neues Startsignal erzeugt
wurde, stoppt der Antrieb zum Zeitpunkt c und die Geschwindigkeit geht auf 0 zurück.
1. Vorrichtung zum Schütteln von einzelnen Probebehältern, die ein oberes Ende mit einer
Öffnung und ein unteres geschlossenes Ende aufweisen, mit:
einer Aufnahme, mit der der Probebehälter mit seinem unteren Ende dergestalt in Eingriff
bringbar ist, dass bei Bewegung der Aufnahme das untere Ende des Probebehälters mitbewegt
wird,
einem mit der Aufnahme verbundenen Antrieb, der die Aufnahme zum Schütteln des Probebehälters
in einer insbesondere waagerechten Ebene bewegt,
einem Sensor, der bei Anordnung eines Probehälters in einer definierten Position in
der Aufnahme ein Startsignal und nach Entfernen des Probebehälters aus einer definierten
Position in der Aufnahme ein Stopsignal für den Antrieb erzeugt,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Antrieb nach Erzeugung eines Stopsignals durch den Sensor (18a, 18b) die Aufnahme
(14) noch über eine definierte Nachlaufzeit weiter bewegend ausgebildet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Nachlaufzeit so bemessen ist, dass bei kontinuierlicher Arbeitsweise ein Entfernen
eines Probegefäßes (19) aus der Aufnahme (14) und ein Anordnen eines neuen Probegefäßes
in der definierten Position in der Aufnahme (14) innerhalb der Nachlaufzeit möglich
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Nachlaufzeit zwischen 1 und 10 Sekunden, insbesondere zwischen 2 und 5 Sekunden
beträgt.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb die Aufnahme auf einer, insbesondere waagerechten Kreisbahn bewegt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Radius der Kreisbahn zwischen 1mm und 20mm beträgt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Geschwindigkeit zwischen 3000 und 3500 Umläufe/Minute liegt.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor das Startsignal bei Anordnung des Probebehälters in einer definierten
Position in der Aufnahme und das Stopsignal bei Entfernen des Probebehälters aus einer
anderen definierten Position in der Aufnahme erzeugt.