[0001] Die Erfindung betrifft eine Beregnungsvorrichtung mit veränderlich einstellbarer
Reichweite.
[0002] Für die Beregnung von Flächen im Gartenbereich sind insbesondere Viereckregner mit
horizontaler Schwenkachse und Kreis- oder Sektorenregner mit vertikaler Schwenkachse
gebräuchlich, wobei die zu beregnenden Flächen auf einfache geometrische Formen beschränkt
sind.
[0003] Für die Beregnung von von solchen einfachen geometrischen Formen abweichenden Flächen
ist es bekannt, unter Verwendung eines Kreis- oder Sektorenregners die Reichweite
des Strahlbilds des Regners in Abhängigkeit von der Drehwinkelstellung der Düsenanordnung
um die vertikale Schwenkachse veränderlich zu steuern. In der Praxis zeigen sich hier
aber erhebliche Probleme bezüglich einer gleichmäßigen Bewässerung.
[0004] Bei Veränderung der Reichweite durch veränderliche Steuerung des Wasserstroms durch
die Düsenanordnung, insbesondere mittels eines stromaufwärts angeordneten steuerbaren
Regulierventils ist das Strahlbild und die Gleichmäßigkeit der Bewässerungsdichte
nur für einen relativ kleinen veränderbaren Reichweitenbereich befriedigend. Bei einer
Erhöhung des Druckflusses durch die Düsenanordnung zeigt sich ein zunehmendes unkontrolliertes
Sprühen am Düsenausgang und im Strahlverlauf, beim Verringern des Durchflusses wird
der abgegebene Strahl laminar und beregnet nur einen schmalen radialen Abschnitt.
Es ist zwar bekannt, bei einem Kreis- oder Sektorenregner für unterschiedliche Radien
einer zu beregnenden Kreis- oder Kreissektorfläche unterschiedliche Düsen auswechselbar
vorzusehen, was aber nicht für einen Radiuswechsel während der Schwenkung der Düsenanordnung
geeignet ist.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Beregnungsvorrichtung
anzugeben, bei welcher während der Schwenkung einer Düsenanordnung um eine vertikale
Achse eine Veränderung der Reichweite des von der Düsenanordnung erzeugten Strahlbilds
mittels einer elektronischen Steuereinrichtung und einem durch diese angesteuerten
Regulierventil stromaufwärts der Düsenanordnung bei gleichmäßiger Beregnungsdichte
der Fläche möglich ist.
[0006] Die Erfindung ist im Patentanspruch 1 beschrieben. Die abhängigen Ansprüche enthalten
vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung.
[0007] Durch die Überschneidung von einzelnen Strahlen wird an den Überschneidungen eine
Störung des Strahlverlaufs eingefügt, welche zu einer Verbreiterung der Wasserverteilung
des Einzelstrahls und somit zu einer gleichmäßigen radialen Verteilung des ausgebrachten
Wassers führt. Die mehreren Strahlen liegen typischerweise nicht exakt in einer Ebene,
da allein die langsame Drehbewegung der Düsenanordnung um die vertikale Drehachse
eine geringe Abweichung von einem Strahlverlauf in einer Ebene gegeben ist. Ferner
wirken Luftbewegungen unterschiedlich auf die verschiedenen Einzelstrahlen ein und
die Einzelstrahlen sind auch als Solostrahlen nicht über den gesamten Verlauf konzentriert
und Fluktuationen unterworfen. Im Sinne der Erfindung im wesentlichen in einer Ebene
liegend ist daher so zu verstehen, dass die mehreren Einzelstrahlen so wenig von einer
gedachten gemeinsamen vertikalen Ebene abweichen, dass eine gegenseitige Überschneidung
der Strahlverläufe mit Strahlstörungen an den Überschneidungen auftritt.
[0008] Als Solostrahl sei hierbei und im folgenden die fiktive Situation eines Einzelstrahls
ohne Beeinflussung durch die anderen Strahlen verstanden.
[0009] Vorteilhafterweise verlaufen die einzelnen Strahlen beim Austritt aus den zugeordneten
Einzeldüsen unabhängig von der über das Regulierventil eingestellten Reichweite weitgehend
laminar, insbesondere auch bei der größten einstellbaren Reichweite, d. h. der größten
einstellbaren Durchflussmenge. Laminare Strahlen sind besonders wenig windanfällig
und in ihrem Verlauf als Solostrahlen besonders genau einstellbar. Insbesondere bleibt
der relative Verlauf der Einzelstrahlen unabängig von der veränderlich einstellbaren
Reichweite des Strahlbilds, bestimmt durch die Reichweite des am weitesten reichenden
Einzelstrahls, bei variierender Reichweite des Strahlbilds im wesentlichen erhalten.
Der laminare Strahlverlauf bleibt auch als Solostrahl nicht über den gesamten Strahlverlauf
erhalten. Der Strahl erfährt eine Verbreiterung und Zerteilung in Teilstrahlen, Strahlabschnitten
und Tropfen unterschiedlicher Größe, so dass auch an den zumindest überwiegenden Überschneidungen
keine gebündelten Laminarstrahlen aufeinander treffen. Ein über alle Überschneidungen
gemittelter Winkel zwischen sich überschneidenden Einzelstrahlen beträgt vorteilhafterweise
wenigstens 30 Grad.
[0010] Die mehreren Einzelstrahlen weisen beim Düsenaustritt vorteilhafterweise unterschiedliche
Winkel der Strahlrichtungen gegen die Drehachse auf, wobei vorzugsweise die Einzelstrahlen
in der Nähe der Düsenaustritte ein divergierendes Strahlbündel als Strahlbild zeigen.
Vorteilhafterweise gilt zumindest für die überwiegende Anzahl, vorzugsweise alle der
Einzelstrahlen, dass ein geringerer Austrittswinkel des Einzelstrahls gegen die Vertikale
korreliert ist mit einer geringeren Reichweite als Solostrahl. An Überkreuzungen von
zwei Strahlen befindet sich vorteilhafterweise wenigstens einer der beiden Strahlen
auf einem fallenden Abschnitt der Strahlkurve. Vorteilhafterweise beträgt der kleinste
Austrittswinkel gegen die vertikale Drehachse wenigstens 6 Grad, insbesondere wenigstens
9 Grad. Der kleinste Austrittswinkel beträgt vorteilhafterweise höchstens 20 Grad,
insbesondere höchstens 15 Grad. Der maximale Austrittswinkel beträgt vorteilhafterweise
höchstens 60 Grad. Die Differenz zwischen kleinstem und größtem Austrittswinkel beträgt
vorteilhafterweise wenigstens 30 Grad. Vorteilhafterweise umfasst das Strahlbild wenigstens
vier Einzelstrahlen. Die Einzeldüsen der Düsenanordnung sind vorteilhafterweise in
einer Reihe angeordnet. Die Einzeldüsen können innerhalb der Düsenanordnung in unterschiedlichen
relativen Positionen, in bevorzugter Ausführungsform auch auf bezüglich der Drehachse
entgegen gesetzten Seiten angeordnet sein, die Projektionen der abgegebenen Strahlen
auf die zu beregnende Fläche weisen aber alle in dieselbe Richtung der gemeinsamen
genannten vertikalen Ebene. Die horizontalen Komponenten der Bewegung der abgegebenen
Strahlen bzw. der Strahlaustrittsrichtungen aus der Düsenanordnung sind vorteilhafterweise
alle im wesentlichen parallel in gleiche radiale Richtung gerichtet.
[0011] Auch bei bekannten Regneranordnungen können kurzzeitig Überschneidungen von Einzelstrahlen
auftreten, z. B. bei einem Viereckregner beim Durchschwenken durch die die horizontale
Schwenkachse enthaltende vertikale Ebene, wobei hierbei eine Strahlüberschneidung
aber zufällig, unerwünscht und nachteilig ist, wogegen bei der Erfindung zur Erreichung
einer gleichmäßigen Beregnungsdichte bei großem Verstellbereich der Reichweite der
Strahlanordnung die Überschneidung von Strahlen gezielt eingesetzt wird und fortlaufend,
d.h. in allen Drehpositionen der Düsenanordnung gegeben ist.
[0012] Die radialen Beregnungsbereiche der Einzelstrahlen als Solostrahlen sind vorteilhafterweise
nicht gegenseitig überlappend. Unter Beregnungsbereich eines Einzelstrahls als Solostrahl
sei beispielsweise der Bereich verstanden, innerhalb dessen die Beregnungsdichte wenigstens
ein Mindestmaß, z. B. 20 % der maximalen Beregnungsdichte dieses Einzelstrahls beträgt.
[0013] Die Reichweite des Strahlbilds mit gleichmäßiger Flächenberegnung ist vorteilhafterweise
um einen Faktor von wenigstens 2, insbesondere wenigstens 3 veränderbar. Die Veränderung
der Reichweite erfolgt vorteilhafterweise durch Veränderung des Strömungsquerschnitts
des Regulierventils, wobei der maximal einstellbare Strömungsquerschnitt des Regulierventils
vorteilhafterweise geringer ist als die Summe der Strömungsquerschnitte aller Einzeldüsen
der Düsenanordnung. Die Düsenquerschnitte der Einzeldüsen sind vorteilhafterweise
wenigstens teilweise unterschiedlich, wobei vorteilhafterweise den Strahl mit der
größten Reichweite der größte Düsenquerschnitt zugeordnet sein kann.
[0014] Die Erfindung ist nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme
auf die Abbildungen noch veranschaulicht. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- ein Schema einer Beregnungsvorrichtung mit veränderlich steuerbarer Reichweite,
- Fig. 2
- eine zu beregnende Fläche,
- Fig. 3
- ein Strahlbild in unterschiedlichen Reichweiteneinstellungen,
- Fig. 4
- eine schematische Überkreuzung zweier Einzelstrahlen,
- Fig. 5
- einen Ausschnitt mit einer Düsenanordnung.
[0015] Die Fig. 1 zeigt schematisch den bevorzugten Aufbau einer Bewässerungsvorrichtung
zur Bewässerung von unregelmäßig berandeten Flächen. Eine Regneranordnung RA besitzt
eine Düsenanordnung DU, welche bezüglich einem als feststehend angenommenen Gehäuse
der Regneranordnung um eine typischerweise vertikal ausgerichtete Drehachse DA drehbar
ist. Die Regneranordnung kann als Kreisregner mit kontinuierlicher Drehbewegung oder
als Sektorenregner mit alternierender Drehrichtung betrieben sein. Der Antrieb der
Drehung der Düsenanordnung erfolgt vorzugsweise mittels eines von wenigstens einem
Teil des zu der Düsenanordnung strömenden Wassers angetriebenen Turbinenrads und eines
drehzahluntersetzenden Getriebes.
[0016] Eine von der Drehposition der Düsenanordnung um.die vertikale Drehachse abhängige
Reichweite der Strahlanordnung ist vorteilhafterweise als paarweise Zuordnung digitaler
Werte von Drehposition und Reichweite in einem Speicher einer vorzugsweise baulich
mit der Regneranordnung vereinigten elektronischen Steuereinrichtung abgespeichert.
Die aktuelle Drehposition ist vorteilhafterweise über eine Drehwinkelsensoranordnung
erfassbar. Die Steuereinrichtung ist vorteilhafterweise durch den Benutzer programmierbar,
insbesondere durch Einspeichern einer auf die jeweilige zu beregnende Fläche abgestimmten
Zuordnung von Drehpositionen der Düsenanordnung und Reichweiten der Strahlanordnung.
Hierbei ist in bevorzugter Ausführung vorgesehen, dass die Einprogrammierung von Wertepaaren
zugeordneter Werte von Drehposition und Reichweite in der Weise erfolgt, dass die
Düsenanordnung vom Benutzer auf eine bestimmte Drehposition, insbesondere in Richtung
eines charakteristischen Punkts, z.B. eines Eckpunkts, der Kontur der zu beregnenden
Fläche eingestellt und in dieser Drehposition die gewünschte Reichweite eingestellt
und das Wertepaar abgespeichert werden. Die Einstellung einer bestimmten Drehposition
und deren Beibehaltung bis zur Einstellung der gewünschten Reichweite und Abspeicherung
des Wertepaars erfolgt vorzugsweise dadurch, dass die Düsenanordnung in ihrer kontinuierlichen
Drehbewegung manuell oder durch Eingriff einer elektronisch aktivierbaren mechanischen
Sperre angehalten wird. Bedienelemente zur Einstellung der Reichweite können in erster
vorteilhafter Ausführung zusammen mir der Steuereinrichtung baulich mit der Regneranordnung
vereint sein. In anderer vorteilhafter Ausführung kann eine räumlich von der Regneranordnung
getrennte Bedieneinrichtung vorgesehen sein, welche über ein vorzugsweise lösbares
Kabel oder über eine drahtlose Signalverbindung mit der Regneranordnung bzw. einer
mit dieser baulich vereinten Steuereinrichtung verbunden ist und die Fernbedienung
des Programmiervorgangs ggf. einschließlich des Anhaltens der Drehbewegung der Düsenanordnung,
der Einstellung der gewünschten Reichweite und der Einprogrammierung der Wertepaare
ermöglicht. Vorzugsweise werden nur wenige Wertepaare für Drehpositionen in Richtung
charakteristischer Punkte der Flächenkontur einprogrammiert und die Reichweiten zu
anderen Drehpositionen durch Interpolation abgeleitet. Die vorstehenden Merkmale zur
Programmierung der Steuereinrichtung sind auch unabhängig von dem besonderen Strahlbild
mit überschneidenden Einzelstrahlen vorteilhaft für eine Beregnungsvorrichtung anwendbar.
[0017] Der Regneranordnung ist über eine wasserführende Zuleitung ZL, z. B. unter Einfügung
eines Bewässerungscomputers mit einer Wasserquelle, insbesondere einer Pumpe oder
einer allgemeinen Wasserversorgung verbindbar oder absperrbar. Bei Zuleitung von unter
Leitungsdruck stehendem Wasser durch die Zuleitung durchströmt dieses ein Regulierventil
RE und eine Antriebseinrichtung AE und tritt in Form mehrerer Einzelstrahlen aus der
Düsenanordnung DU aus. Die Düsenanordnung wird durch die Antriebseinrichtung kontinuierlich
um die Drehachse DA gedreht, beim Sektorenregnerbetrieb mit abwechselnder Drehrichtungsumschaltung
an den Sektorengrenzen. Die aktuelle Winkelstellung wird fortlaufend mittels eines
Winkelsensorsignals SD eines Drehwinkelsensors DS in einer Steuereinrichtung SE ermittelt.
Die Steuereinrichtung gibt in Abhängigkeit von der momentanen Drehwinkelstellung der
Düsenanordnung ein Steuersignal SI an ein Stellglied in der Regneranordnung, welches
das Regulierventil betätigt und dieses so einstellt, dass eine drehwinkelabhängige
Reichweite der von der Düsenanordnung abgegebenen Strahlanordnung erreicht wird. Vorteilhafterweise
ist der maximale einstellbare Strömungsquerschnitt des Regulierventils kleiner als
die Summe der Düsenquerschnitte aller Einzeldüsen der Düsenanordnung.
[0018] Fig. 2 zeigt ein Beispiel für eine unregelmäßig berandete Fläche, welche mit einer
als Sektorenregner betriebenen Beregnungsvorrichtung BV mit drehwinkelabhängiger Reichweite
RI (Wi) der Strahlanordnung beregnet wird.
[0019] Fig. 3 zeigt schematisch für eine um eine vertikale Drehachse DA drehbare Düsenanordnung
DU ein Strahlbild mit sechs aus Einzeldüsen der Düsenanordnung abgegebenen Einzelstrahlen
S1H, S2H, ... bis S6H in einer Einzelstellung einer Beregnungsvorrichtung auf maximale
Reichweite RH. Die einzelnen Strahlen S1H bis S6H sind idealisiert als über ihren
jeweiligen gesamten Bahnverlauf ungestörte und konzentrierte gebündelte Strahlen eingezeichnet,
um Strahlparameter wie Überkreuzungen und Reichweiten besser zu veranschaulichen.
Die Strahlen verlaufen alle im wesentlichen in einer gemeinsamen vertikalen Ebene,
welche vorzugsweise durch die vertikale Drehachse DA geht.
[0020] Der ungestörte Verlauf entspricht dem Strahlverlauf von Solostrahlen, also den jeweiligen
Einzelstrahlen in der fiktiven Situation ohne andere Strahlen. Auch für Solostrahlen
weicht der reale Strahlverlauf von der durchgehend konzentrierten gebündelten Form
ab und zeigt mit zunehmendem Weg entlang der Strahlbahn eine Aufweitung und Zerteilung,
sowohl in radialer Richtung als auch senkrecht zu der genannten gemeinsamen Ebene.
-
[0021] Während für die vereinfachten Bahnverläufe der Solostrahlen konkrete Reichweiten
R1H bis R6H eingetragen sind, zeigen die realen Solostrahlen aufgrund der Strahlaufweitung
radiale Beregnungsbereiche, wie für den Strahl S4H mit RB4 eingetragen mit einer Verteilung
der Beregnungsdichte um ein Maximum der Beregnungsdichte. Ein solcher radialer Beregnungsbereich
sei beispielsweise als der Bereich definiert, innerhalb dessen die Beregnungsdichte
wenigstens 20 % der maximalen Beregnungsdichte innerhalb der Verteilung beträgt. Vorteilhafterweise
überlappen die in radialer Richtung aufeinander folgenden Beregnungsbereiche zumindest
für die überwiegende Zahl der Solostrahlen nicht. Insbesondere können für die gegebene,
aber geringe Strahlaufweitung der Solostrahlen Düsen benutzt werden, welche große
und/oder genau wählbare und verstellbare Reichweiten der Solostrahlen erzielen. Düsen
für definierte Strahlformen sind an sich in großer Zahl bekannt. Strahlen mit geringer
Strahlaufweitung lassen sich, im Unterschied zu Solostrahlen für die Beregnung der
genannten radialen Strecke von der Düsenanordnung, vorteilhaft ohne gravierende Veränderung
der Strahlform bei ein und derselben Düse über einen großen Reichweitenbereich durch
Variation der Durchflussmenge veränderlich einstellen.
[0022] Für die ungestörte Überlagerung aller Solostrahlen ergäbe sich dann eine unbefriedigend
ungleichmäßige radiale Verteilung der Beregnungsdichte. Durch die Überkreuzung der
Strahlverläufe wird eine Störung der Solostrahlen eingefügt, welche in einer Verbreiterung
und Nivellierung der Beregnungsdichte gegenüber den den einzelnen Solostrahlen zugeordneten
Verteilungen resultiert.
[0023] Von besonderem Vorteil ist, dass die einzelnen Strahlen als Solostrahlen mittels
eines stromaufwärts angeordneten, allen Strahlen gemeinsamen Regulierventils über
einen großen Veränderungsbereich in der Reichweite verändert werden können, bei der
kollektiven Veränderung aber die geringe Aufweitung als Solostrahl und den relativen
Verlauf zu den anderen Strahlen beibehalten. Hierdurch lässt sich vorteilhafterweise
mit wenigen Düsen eine Grundverteilung der Beregnungsdichte vorgeben, welche durch
die bewusst eingefügte Störung der Strahlverläufe durch die Überkreuzungen nivelliert
wird. Da die Reichweiten monoton mit der Durchflussrate korreliert sind, ergibt sich
auch eine automatische Anpassung der ausgebrachten Wassermenge an die Reichweite der
Strahlanordnung.
[0024] In Fig. 3 sind drei Strahlbilder zu einer maximal einstellbaren Reichweite RH in
Fig. 3 (A) in einer minimal einstellbaren Reichweite RL in Fig. 3 (C) und einer mittleren
Reichweite RM in Fig. 3 (B) gegenübergestellt, um die qualitativ gleichbleibenden
Strahlbilder zu veranschaulichen. Als Reichweite der Strahlanordnung ist dabei der
Einfachheit halber die Reichweite des am weitesten reichenden Strahls als Solostrahl
S6H bzw. S6M bzw. S6L ohne Berücksichtigung einer Verteilung der Beregnungsdichte
und/oder einer Strahlstörung eingetragen.
[0025] Mit der Verringerung der Strahlweiten verringern sich typischerweise auch die radialen
Ausdehnungen der Beregnungsbereiche, wie mit RB4H, RB4M und RB4L angedeutet.
[0026] In Fig. 4 ist das Strahlverhalten an einer Überkreuzung zweier Strahlen SA, SB vereinfacht
skizziert. Die gebündelt eingezeichneten Strahlen sind im Realfall fluktuierend aufgeweitet
und aufgeteilt, so dass sich die Strahlen überwiegend ungestört durchdringen können.
Ein Teil der Strahlen wird aber bei der Überkreuzung aus dem ungestörten Strahlverlauf
mehr oder weniger ausgelenkt und bildet ein Störbild, welches sowohl wie mit unterbrochenen
Linien angedeutet als kleinteilige Streuung SS als auch in Form einer zusätzlichen
Aufweitung oder Zerteilung der weiterführenden Strahlen auftreten kann. Wie aus Fig.
3 ersichtlich, treten im Verlauf eines Strahls mehrere solche Überkreuzungen auf,
so dass sich die Störungen kumulieren.
[0027] Die Kreuzungswinkel WK an Strahlüberkreuzungen sind vorteilhafterweise größer als
10 Grad. Vorteilhafterweise beträgt ein über alle Überkreuzungen gemittelter mittlerer
Überkreuzungswinkel wenigstens 30 Grad.
[0028] In Fig. 5 ist ein vergrößerter schematischer Ausschnitt einer Düsenanordnung mit
einer Strahlanordnung mit mehreren austretenden Strahlen S1 bis S6 skizziert. Die
Strahlanordnung bildet beim Austritt aus der Düsenanordnung vorteilhafterweise ein
divergierendes Strahlenbündel. Die Winkel W1, ..., W6 der Austrittsrichtungen gegen
die vertikale Richtung der Drehachse DA sind vorteilhafterweise für die einzelnen
Strahlen verschieden. Der kleinste Winkel W1 beträgt vorteilhafterweise wenigstens
6 Grad, insbesondere wenigstens 9 Grad. Vorteilhafterweise beträgt der kleinste Winkel
höchstens 20 Grad, insbesondere höchstens 15 Grad.
[0029] Der größte Austrittswinkel W6 beträgt vorteilhafterweise maximal 60 Grad. Die Differenz
zwischen dem größten Austrittswinkel und dem kleinsten Austrittswinkel W6 - W1 beträgt
vorteilhafterweise wenigstens 30 Grad.
[0030] Die Strahlen verlassen die Einzeldüsen vorteilhafterweise im wesentlichen in laminarer
Strahlform. Für die Reichweiten der Einzelstrahlen gilt zumindest für die überwiegende
Anzahl, vorzugsweise alle der Einzelstrahlen, dass ein größerer Austrittswinkel gegen
die Vertikale mit einer größeren Reichweite korreliert ist, wie auch im Beispiel nach
Fig. 3 angenommen.
[0031] Die Düsenaustritte können, wie in dem Beispiel nach Fig. 5 angedeutet, bezüglich
der Drehachse DA entgegen gesetzt innerhalb der Düsenanordnung positioniert sein,
sind aber alle in die gleiche Richtung, in der Skizze der Fig. 5 nach links gerichtet.
Die Austrittswinkel gegen die Vertikale sind alle in gleicher Richtung gegen die Vertikale
geneigt.
[0032] Vorteilhafterweise weisen die Einzeldüsen zumindest teilweise unterschiedliche Düsenquerschnitte
für unterschiedliche Durchflussraten in die verschiedenen Einzelstrahlen auf, wobei
vorzugsweise zumindest für die überwiegende Anzahl der Einzelstrahlen gilt, dass mit
durch den Austrittswinkel bestimmter zunehmender Reichweite der Düsenquerschnitt zunimmt
oder zumindest nicht abnimmt. Vorteilhafterweise ist dem am weitesten reichenden Strahl
S6 der größte Düsenquerschnitt zugeordnet.
[0033] Die vorstehend und die in den Ansprüchen angegebenen sowie die den Abbildungen entnehmbaren
Merkmale sind sowohl einzeln als auch in verschiedener Kombination vorteilhaft realisierbar.
Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern
im Rahmen fachmännischen Könnens in mancherlei Weise abwandelbar.
1. Beregnungsvorrichtung mit einer um eine vertikale Achse drehbaren Düsenanordnung zur
Erzeugung eines Strahlbilds, dessen Reichweite mittels einer Steuereinrichtung und
eines von dieser ansteuerbaren stromaufwärts der Düsenanordnung angeordnetes Regulierventil
in Abhängigkeit von der Drehwinkelstellung der Düsenanordnung veränderlich einstellbar
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Düsenanordnung mehrere Einzeldüsen enthält und diesen entsprechend mehrere Einzelstrahlen
erzeugt, wobei die Einzelstrahlen im wesentlichen in einer Ebene liegen, voneinander
verschiedene Reichweiten besitzen und sich überschneidend verlaufen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzelstrahlen an den Düsenaustritten unterschiedliche Winkel gegen die vertikale
Drehachse aufweisen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der kleinste Austrittswinkel wenigstens 6 Grad, insbesondere wenigstens 9 Grad beträgt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der kleinste Austrittswinkel höchstens 20 Grad, insbesondere höchstens 15 Grad beträgt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der größte Austrittswinkel höchstens 60 Grad beträgt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Winkeldifferenz zwischen dem kleinsten und dem größten Austrittswinkel wenigstens
30 Grad beträgt.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der gemittelte Winkel der Überschneidungen wenigstens 30° beträgt.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzelstrahlen an den Düsenaustritten ein divergierendes Strahlbündel bilden.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest für die überwiegende Anzahl der Einzelstrahlen gilt, dass ein geringerer
Düsenaustrittswinkel mit einer geringeren Reichweite als Solostrahl verbunden ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Beregnungsbereiche benachbarter Einzelstrahlen als Solostrahlen nicht überlappen.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzelstrahlen bei größerer Reichweite die Düsenaustritte als laminare Strahlen
verlassen.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Reichweite des Strahlbilds um einen Faktor von wenigstens 2 veränderbar ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die mehreren Einzeldüsen unterschiedliche Düsenquerschnitte aufweisen.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest für die überwiegende Zahl der Einzeldüsen gilt, dass ein größerer Austrittsquerschnitt
der Einzeldüse mit einer größeren Reichweite des zugehörigen Strahls korreliert ist.