[0001] Die Erfindung entspringt dem technischen Gebiet der elektrisch betriebenen Werkzeuge
und betrifft eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruches.
[0003] Damit der Abtrieb in Betrieb bleibt, muss der Betätigungshebel permanent vom Bediener
aktiv gehalten werden. Drückt der Bediener den Betätigungshebel in das Gehäuseinnere,
so schaltet sich der Abtrieb ein, lässt der Bediener den Betätigungshebel los, so
schaltet sich der Abtrieb aus. Der Nachteil dieser Lösung besteht darin, dass der
Werkzeugbediener stets aktiv den Druckpunkt des Schalters suchen muss, um das Gerät
ein- bzw. auszuschalten. Ein solcher Schalter erhöht außerdem den Wartungsaufwand
des Werkzeuges, da er aus einer Vielzahl von beweglichen Teilen besteht, wie Federn,
Kunststoffteile, Lagerachsen, usw.. Diese Teile müssen zum einen hergestellt und zum
anderen am Gerät montiert werden. Die Vielzahl der hierbei zu montierenden Kleinteile
erhöht die Herstellungskosten des Gerätes und erhöht ebenso die Ausfallwahrscheinlichkeit.
Außerdem ist jedes Teil einem gewissen Verschleiß unterzogen, so dass abhängig von
den Betriebsstunden des Gerätes und auch vom Einsatzumfeld früher oder später mit
einem Funktionsausfall zu rechnen ist.
[0004] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung das Eingangs erwähnte Werkzeug
derart zu modifizieren, dass ein sicheres und automatisches Betätigen von Werkzeugfunktionen
ermöglicht wird und zwar automatisch bei der Aufnahme des Werkzeuges durch den Bediener.
[0005] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass Mittel zur Beeinflussung von Werkzeugfunktionen,
wie beispielsweise das Ein- und Ausschalten des Werkzeuges mittels einer Fotozelle
realisiert sind, welche an der Oberfläche des Handgriffes so eingearbeitet sind, dass
bei vollständiger oder teilweise Abdeckung der Fotozelle eine Werkzeugfunktion nach
Maßgabe eines vorgegebenen Ablaufes aktiviert wird. Die Fotozelle kann in diesem Falle
die Funktion eines einfachen Ein-/Ausschalters übernehmen. Wird die Fotozelle von
der Hand des Bedieners abgedeckt, so wird dies als Einschaltimpuls erkannt und ein
beispielsweise vorhandener Werkzeugabtrieb beginnt zu rotieren. Legt der Werker das
Werkzeug ab und entfernt seine Handfläche von der Fotozelle, so wird dies als Ausschaltimpuls
erkannt und der Abtrieb wird gebremst. Die Werkzeugfimktionen sind in der Regel mittels
einer vom Werkzeug umfassten Steuerung realisiert, welche abhängig von externen Steuerimpulsen,
wie beispielsweise das Signal der Fotozelle ausgeführt werden. Im einfachsten Falle
handelt es sich bei dem oben erwähnten vorgegebenen Ablauf um den bereits geschilderten
Ein- bzw. Ausschaltvorgang. Es ist jedoch auch denkbar weitaus komplexere Werkzeugfunktionen
über die Fotozelle zu schalten.
[0006] Der Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass keinerlei mechanische Mittel, wie beispielsweise
mechanische Schalter erforderlich sind, wodurch eine verschleißfreie Schaltfunktion
realisiert werden kann. Die Fotozelle erfordert außerdem einen geringeren Platzbedarf
als der mechanische Schalter und lässt sich schneller und einfacher montieren, wodurch
die Herstellungskosten des Gerätes reduziert werden können. Ein weiterer Vorteil dieser
Lösung ist die automatische Aktivierung von vorgegebenen Funktionen bei der Aufnahme
des Werkzeuges durch den Bediener. Der Bediener muss daher das Schaltmittel nicht
bewusst betätigen oder den Druckpunkt suchen, das Werkzeug schaltet sich ganz von
alleine dann an, wenn der Bediener dieses benutzt.
[0007] Vorteilhafterweise umfasst das Werkzeug zusätzlich eine elektrische Lichtquelle,
insbesondere eine leuchtstarke Diode, eine Halögenleuchte oder ähnliches, welche mittels
der Fotozelle ein- bzw. ausgeschaltet wird. Der Vorteil hierbei ist, dass die Arbeitsumgebung
bei Verwendung des Gerätes automatisch beleuchtet wird, so dass zusätzliche Lichtquellen
überflüssig werden. Auch eine mittels der Fotozelle gesteuerte Dimmerfunktion wäre
denkbar.
[0008] Vorteilhafterweise ist die Fotozelle innerhalb des Handgriffes angeordnet und der
Handgriff umfasst eine Ausnehmung, welche mittels einer lichtdurchlässigen und mit
der Handgriffoberfläche bündig abschließenden Abdeckung versehen ist. Dadurch erhält
man ein geschlossenes Gehäuse, so dass Eindringen von Schmutz oder Feuchtigkeit im
Umfeld der Fotozelle vermieden werden kann. Auch die Reinigung des Gerätes wird somit
wesentlich einfacher, da die Fotozelle im Handgriff eingelassen ist, so dass durch
einfaches Abwischen des Handgriffes ggf. vorhandene Schmutzpartikel oder Ölverschmierungen
auf einfachste Art und Weise beseitigt werden können. Außerdem liegt der Handgriff
für den Bediener angenehmer in der Hand und vermeidet damit eine Irritation durch
wie im Stand der Technik übliche von der Handgriffoberfläche sich erhebende Schaltmittel.
[0009] Speziell handelt es sich bei dem elektrischen Werkzeug um ein Schraubwerkzeug oder
Nietwerkzeug, bei dem in unmittelbarer Umgebung der Schraubvorrichtung (Abtrieb) oder
Nietvorrichtung (Nietaufnahmemechanik) die Lichtquelle am Werkzeuggehäuse oder innerhalb
des Werkzeuggehäuses angeordnet ist. Damit wird eine automatische und gezielte Beleuchtung
genau an der Stelle erreicht, an der ein Bearbeitungsvorgang erfolgen soll. Das Mitführen
einer zusätzlichen Beleuchtung wird damit überflüssig.
[0010] Eine konkrete Ausgestaltungsform ist beispielhaft in der beigefügten Zeichnung Figur
1 dargestellt. Figur 1 zeigt einen Handschrauber 1, wie er von seiner Formgebung aus
dem Stand der Technik bekannt ist. Der erfindungsgemäße Handschrauber 1 umfasst einen
Abtrieb 2, ein Leuchtmittel 3, einen Hauptschalter 4, eine Fotozelle 5, einen Handgriff
6 und ein Versorgungskabel 7. Der hier gezeigte Handschrauber wird mittels der Kabelverbindung
7 mit dem Stromnetz verbunden. Selbstverständlich könnte es sich auch um ein akkubetriebenes
Gerät handeln, das keinerlei Kabel erfordert. Bei einem Nietwerkzeug würde der Abtrieb
durch die Nietaufnahmemechanik ersetzt.
[0011] Der Abtrieb 2 des Handschraubers 1 wird mittels des Hauptschalters 4 ein- bzw. ausgeschaltet.
Zwischenstufen des Hauptschalters 4 bewirken eine Änderung der Drehzahl des Abtriebes.
Die am oberen Ende des Handgriffes 6 angeordnete Fotozelle wird bei Aufnahme des Handschraubers
durch den Werker von dessen Daumen, vorausgesetzt der Werker ist hier ein Rechtshänder,
abgedeckt. Diese vollständige oder auch teilweise Abdeckung bewirkt, dass die Fotozelle
einen geringeren Lichteinfall detektiert. Die im inneren des hohlen Handgriffes 6
angeordnete Fotozelle ist nun derart beschaltet, dass bei teilweise bzw. vollständiger
Abdeckung die Lichtquelle 3 eingeschaltet wird. Legt der Werker den Handschrauber
1 wieder ab, so detektiert die Fotozelle erneut einen Lichteinfall und schaltet die
Arbeitsplatzbeleuchtung 3 aus. Auch während der Arbeit mit dem Gerät hat der Werker
die Möglichkeit mittels eines Daumens die Lichtquelle zu steuern. Ein leichtes Verschieben
des Daumens oberhalb bzw. unterhalb der Fotozelle kann ein Ein- bzw.
[0012] Ausschalten des Leuchtmittels 3 bewirken. Das Gerät ist in der Regel von einer komplexen
Anlage mit Steuer- und Versorgungselektronik umfasst. Falls keine Nachtschicht gefahren
wird, wird die Anlage zentral abgeschaltet, so dass ein unbeabsichtigtes Einschalten
des Gerätes bei Dunkelheit vermieden wird. Das Leuchtmittel, hier in Form einer leuchtstarken
weißen LED, ist abtriebsseitig unterhalb des Abtriebes angeordnet. Das Leuchtmittel
kann in das Gehäuse des Handschraubers 1 eingelassen und zusätzlich mittels einer
lichtdurchlässigen Schutzabdeckung von Umwelteinflüssen isoliert werden oder es kann
vom Gehäuse abstehend montiert werden, womit es leichter auswechselbar wird. Die Montage
unterhalb des Abtriebs ist bevorzugt auszuführen, da eine Montage beispielsweise oberhalb
des Abtriebs dazu führen kann, dass der Abtrieb selbst oder am Abtrieb angeordnetes
Gestänge einen Schatten wirft, so dass der Einsatzort nicht optimal beleuchtet wird.
Bezugiszeichenliste:
[0013]
- 1
- Schrauber
- 2
- Abtrieb/Nietmechanik
- 3
- Leuchtmittel
- 4
- Hauptschalter
- 5
- Fotozelle
- 6
- Handgriff
- 7
- Versorgungskabel
1. Elektrisches Werkzeug (1) mit Handgriff (6) und einem am Handgriff (6) angeordneten
Mittel (5) zur Beeinflussung von Werkzeugfunktionen, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel (5) zur Beeinflussung von Werkzeugfunktionen mittels einer Fotozelle realisiert
ist, welche am Handgriff so eingearbeitet ist, dass bei vollständiger oder teilweiser
Abdeckung der Fotozelle eine Werkzeugfunktion nach Maßgabe eines vorgegebenen Ablaufes
aktiviert wird.
2. Elektrisches Werkzeug nach Anspruch 1, wobei das Werkzeug (1) eine elektrische Lichtquelle
(3) umfasst, insbesondere eine leuchtstarke Diode, welche mittels der Fotozelle geschaltet
wird.
3. Elektrisches Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Fotozelle
innerhalb des Handgriffes (6) angeordnet ist und der Handgriff (6) eine Ausnehmung
umfasst, welche mittels einer lichtdurchlässigen und mit der Handgriffoberfläche bündig
abschließenden Abdeckung versehen ist.
4. Elektrisches Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei es sich um ein
Schraubwerkzeug oder Nietwerkzeug handelt, bei dem in unmittelbarer Umgebung der Schraubvorrichtung
oder Nietvorrichtung die Lichtquelle (3) am Werkzeuggehäuse oder innerhalb des Werkzeuggehäuses
angeordnet ist.
5. Elektrisches Werkzeug nach Anspruch 4, wobei die Lichtquelle (3) derart angeordnet
ist, dass der Abtrieb oder die Nietvorrichtung den Lichtkegel nicht beeinflusst.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente