[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Warmwasserbereitung mit einem Wärmeerzeuger
und einem Schichtladespeicher nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Bekannte Schichtladespeicher, wie sie beispielsweise aus
DE 83 10 135 U1 hervor gehen, weisen einen mit Wasser gefüllten Speicherbehälter auf, bei dem aufgrund
der unterschiedlichen Dichte eine Schichtung zwischen dem im oberen Bereich des Speicherbehälters
befindlichen warmen Wasser und dem sich im unteren Bereich befindlichen kalten Wasser
entsteht. Zum Laden des Speichers ist ein Ladekreis mit einer Umwälzpumpe vorgesehen,
wobei das kühlere Wasser aus dem unteren Bereich des Speichers zu einem Wärmetauscher
oder einem Wärmeerzeuger gefördert wird und dort eine Erwärmung erfährt. Das erwärmte
Wasser wird wieder in den oberen Bereich des Speicherbehälters eingeleitet. Über die
zu angeschlossenen Zapfstellen führende Warmwasserleitung wird das Warmwasser oben
entnommen und durch unten zugeführtes kaltes Wasser ersetzt.
Für eine optimale Funktion des Schichtladespeichers ist dabei auch während der Warmwasserentnahme
und des Nachladens eine stabile Temperaturschichtung erforderlich. Aus der
DE 38 35 096 C1 ist zum Beispiel ein Schichtenspeicher mit einem Speicherbehälter mit einer Warmwasserzuführung
im oberen Abschnitt sowie einer Kaltwasserzuführung und Kaltwasserentnahmestelle im
Bodenbereich bekannt. Die Warmwasserzuführung verfügt über eine Strömungsleiteinrichtung
in Form eines Leitrohres, welches das zugeführte Warmwasser des Ladekreises in die
Tiefe des Speicherbehälters bringt. An der Kaltwasserentnahmestelle bzw. Kaltwasserzuleitung
im Bodenbereich des Speicherbehälters ist eine Strömungsbremseinrichtung angebracht.
Mit diesen Maßnahmen wird bezweckt, dass weitgehend nur laminare und turbulenzfreie
Strömungen innerhalb des Speicherbehälters vorliegen und die Strömungsgeschwindigkeiten
so begrenzt bleiben, dass die Strömung keine Injektorwirkung entwickelt, durch die
kälteres Wasser in den oberen Speicherbereich mitgerissen werden kann oder umgekehrt
heißes Wasser in den unteren Speicherbereich gelangt.
Weiterhin sind in Verbindung mit Schichtladespeichern verschiedene Temperaturfühler
bekannt, mit denen beispielsweise die Temperatur des in den Wärmeerzeuger eintretenden
oder die Temperatur des aus dem Wärmeerzeuger austretenden Wassermassenstromes oder
die Warmwassertemperatur im Speicherbehälter erfasst werden kann.
Eine Regeleinrichtung für den Ladevorgang befindet sich üblicherweise in der Regelung
des Wärmeerzeugers oder der Betrieb des Schichtladespeichers erfolgt völlig autark
und unabhängig vom Zustand und von der Art des Wärmeerzeugers. Je nach Anlagenkonfiguration,
d. h. je nach Auswahl von Schichtladespeicherbauart und -größe, eingesetzter Ladepumpe
sowie je nach Leistungscharakteristik des Wärmeerzeugers, müssten speziell angepasste
Regeleinrichtungen geschaffen werden, um ein optimales Zusammenspiel der erwähnten
Systemkomponenten zu erreichen. Dies erscheint aus fertigungstechnischer und logistischer
Sicht unwirtschaftlich. Außerdem würde dies einen hohen Konfigurationsaufwand bei
der Installation vor Ort erfordern und ist daher eventuell fehleranfällig. Andererseits
wird aber möglicherweise Energieeinsparungspotenzial in einem Heizsystem sowie Komfortpotenzial
für die betreffenden Anlagennutzer verschenkt, wenn Schichtladespeicher und Wärmeerzeuger
nicht optimal aufeinander abgestimmt sind.
[0002] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, die Warmwasserbereitung mit einem Wärmeerzeuger
und einem Schichtladespeicher zu optimieren.
[0003] Erfindungsgemäß wird dies mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0004] Das Verfahren zur Warmwasserbereitung mit einem Wärmeerzeuger und einem Schichtladespeicher
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Regeleinrichtung für den Ladevorgang dem Schichtladespeicher
zugeordnet ist und sich automatisch auf die Anlagensituation einstellt. Dadurch wird
die Warmwasserbereitung im Zusammenhang mit dem zugeordneten Wärmeerzeuger optimiert
und auf diesen abgestimmt.
Eine erste Funktion ist zur Identifikation der Funktionalität und/oder der Leistungscharakteristik
des angeschlossenen Wärmeerzeugers vorgesehen. Diese wird auf Anforderung und/oder
in Abhängigkeit von Betriebssituationen aktiviert. Dabei wird der Lademassenstrom
von Null auf einen Grenzwert gesteigert und die Temperatur des aus dem Wärmeerzeuger
austretenden Wassermassenstromes wird erfasst. Insbesondere der Temperaturanstieg
pro Zeiteinheit wird ermittelt und in einem Funktionsspeicher hinterlegt, so dass
sich gute Aussagen über Funktionalität und/oder Leistungscharakteristik des Wärmeerzeugers
machen lassen. Vorzugsweise wird diese erste Funktion bei Inbetriebnahme des Schichtladespeicher-Systems
und/oder nach Unterbrechung der Stromversorgung aktiviert.
Eine zweite Funktion dient zum Abruf der maximalen Wärmeerzeuger-Leistung und ist
während der Warmwasserbereitung, also bei eingeschalteter Ladepumpe, aktivierbar.
Dabei wird der Lademassenstrom von einem Ausgangswert mit einer festgelegten Geschwindigkeit
angehoben und die Temperatur des aus dem Wärmeerzeuger austretenden Wassermassenstromes
erfasst. Wenn bei zunehmendem Massenstrom die Temperatur des aus dem Wärmeerzeuger
austretenden Wassermassenstromes steigt, wird der Wassermassenstrom weiter angehoben.
Dagegen wird der Massenstrom reduziert, wenn die Temperatur des aus dem Wärmeerzeuger
austretenden Wassermassenstromes fällt. In diesem Fall war die Leistungsgrenze des
Wärmeerzeugers überschritten
Eine dritte Funktion beinhaltet die Regellogik des Schichtladesystems beim Ladevorgang,
Mit dieser Funktion wird insbesondere der Betrieb der Ladepumpe geregelt, wobei damit
bestimmt ist, welche Temperaturfühler mit welchen Vorgabewerten auf den Betrieb der
Ladepumpe Einfluss haben. Generell kann der Wassermassenstrom beim Ladevorgang durch
Regeln der Leistung der Ladepumpe variiert werden. Alternativ dazu ist dies auch mit
einer Bypassregelung möglich, wobei in einer die Ladepumpe umgehenden Bypassleitung
ein elektronisch geregeltes Ventil angeordnet ist.
Mit der Erfindung steht ein einfaches Verfahren zur Warmwasserbereitung mit einem
Wärmeerzeuger und einem Schichtladespeicher zur Verfügung, welches vollkommen unabhängig
vom zugeordneten Wärmeerzeuger bleibt, aber für eine optimale Abstimmung der wesentlichen
Systemkomponenten sorgt. Insbesondere die Leistungsfähigkeit und das charakteristische
Betriebsverhalten des zugeordneten Wärmeerzeugers werden erkannt und berücksichtigt.
Daher eignet sich das erfindungsgemäße Verfahren besonders gut für Durchlauferhitzer,
indem nämlich die zur Verfügung stehende Leistung bei Ladevorgang voll ausgenutzt
bzw. optimal eingebracht wird. Es kann eine einheitliche Regeleinrichtung für Schichtladespeicher
in wirtschaftlichen Stückzahlen gefertigt werden, da Einzellösungen nicht erforderlich
sind. Weiterhin vereinfacht sich die Inbetriebnahme eines gattungsgemäßen Heizsystems
durch minimalen Konfigurationsaufwand bei der Installation vor Ort.
[0005] Die Zeichnung stellt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dar. Eine zeigt jeweils
schematisch eine Anordnung zur Durchführung der Warmwasserbereitung:
- Fig. 1:
- mit einer geregelten Ladepumpe und
- Fig. 2:
- mit einer Bypassregelung.
[0006] Die Anordnung zur Durchführung der Warmwasserbereitung besteht im Wesentlichen aus
einem Wärmeerzeuger 1 und einem Schichtladespeicher 2 mit einem Speicherbehälter 3,
in dessen Bodenbereich mindestens ein Kaltwasserzuführrohr 4 und in dessen oberen
Bereich mindestens ein Warmwasserzuführrohr 5 mündet. Über den Wärmeerzeuger 1 führt
ein Ladekreis 6 mit einer Ladepumpe 8.
Temperaturfühler T1, T2, T3 sind für die Erfassung der Temperatur des aus dem Wärmeerzeuger
austretenden, des in den Wärmeerzeuger 1 eintretenden Wassermassenstromes und die
Warmwassertemperatur im Speicherbehälter vorgesehen. Sie stehen mit einer Regeleinrichtung
7 in Verbindung, ebenso wie die in die Leitung zum Wärmeerzeuger 1 eingebaute Ladepumpe
8.
Die Ladepumpe 8 ist bei Anwendung einer Bypassregelung gemäß Fig. 2 mit einem elektronisch
geregelten Ventil 9 kombiniert, welches in einer die Ladepumpe 8 umgehenden Bypassleitung
10 angeordnet ist.
1. Verfahren zur Warmwasserbereitung mit einem Wärmeerzeuger (1) und einem Schichtladespeicher
(2) mit einem Speicherbehälter (3), in dessen Bodenbereich mindestens ein Kaltwasserzuführrohr
(4) und in dessen oberen Bereich mindestens ein Warmwasserzuführrohr (5) mündet und
der an einen über den Wärmeerzeuger (1) geführten Ladekreis (6) mit einer Ladepumpe
(8) angeschlossen ist, mit Temperaturfühlern (T1, T2, T3) für die Temperatur des in
den Wärmeerzeuger (1) eintretenden und/oder die Temperatur des aus dem Wärmeerzeuger
(1) austretenden Wassermassenstromes und/oder die Warmwassertemperatur im Speicherbehälter(3)
sowie mit einer Regeleinrichtung (7) für den Ladevorgang,
dadurch gekennzeichnet, dass die Regeleinrichtung (7) für den Ladevorgang dem Schichtladespeicher (2) zugeordnet
ist und sich automatisch auf die Anlagensituation einstellt und/oder die Warmwasserbereitung
optimiert mit
- einer ersten Funktion zur Identifikation der Funktionalität und/oder der Leistungscharakteristik
des angeschlossenen Wärmeerzeugers (1),
- einer zweiten Funktion zum Abruf der maximalen Leistung des Wärmeerzeugers (1) und
- einer dritten Funktion für die Regellogik des Schichtladesystems beim Ladevorgang.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Identifikation der Leistungscharakteristik des angeschlossenen Wärmeerzeugers
(1) auf Anforderung und/oder in Abhängigkeit von Betriebssituationen die erste Funktion
aktivierbar ist, wobei der Lademassenstrom von Null auf einen Grenzwert gesteigert
und die Temperatur des aus dem Wärmeerzeuger (1) austretenden Wassermassenstromes
erfasst wird, und wobei die Regeleinrichtung (7) die Funktionalität und/oder die Leistungscharakteristik
des Wärmeerzeugers (1), insbesondere über den Temperaturanstieg pro Zeiteinheit, ermittelt
und in einem Funktionsspeicher hinterlegt.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die erste Funktion bei Inbetriebnahme des Schichtladespeicher-Systems und/oder nach
Unterbrechung der Stromversorgung aktivierbar ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass während der Warmwasserbereitung eine zweite Funktion zum Abruf der maximalen Leistung
des Wärmeerzeugers (1) aktiviert ist, bei welcher der Lademassenstrom von einem Ausgangswert
mit einer festgelegten Geschwindigkeit angehoben und die Temperatur des aus dem Wärmeerzeuger
(1) austretenden Wassermassenstromes erfasst wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass der Wassermassenstrom weiter angehoben wird, wenn bei zunehmendem Massenstrom die
Temperatur des aus dem Wärmeerzeuger (1) austretenden Wassermassenstromes steigt,
und dass der Massenstrom reduziert wird, wenn die Temperatur des aus dem Wärmeerzeuger
(1) austretenden Wassermassenstromes fällt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die dritte Funktion die Regellogik des Schichtladesystems beim Ladevorgang beinhaltet,
und dass mit dieser Funktion insbesondere der Betrieb der Ladepumpe (8) geregelt wird,
wobei damit bestimmt ist, welche Temperaturfühler (T1, T2, T3) mit welchen Vorgabewerten
auf den Betrieb der Ladepumpe (8) Einfluss haben.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass der Wassermassenstrom beim Ladevorgang durch Regeln der Leistung der Ladepumpe (8)
variiert wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass der Wassermassenstrom beim Ladevorgang mit einer Bypassregelung variiert wird, wobei
in einer die Ladepumpe (8) umgehenden Bypassleitung (10) ein elektronisch geregeltes
Ventil (9) angeordnet ist.