TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die Erfindung betrifft eine Waffenstations-Testeinheit zum Testen der Einsatzbereitschaft
einer Waffenstation eines Luftfahrzeugs, mit einem integrierten Computer, der eine
Waffensimulationseinrichtung sowie eine Prüf-und Auswerteeinrichtung aufweist, wobei
der Computer über einen Waffenstationsanschluss mit einer Waffenstation eines Luftfahrzeugs
elektrisch verbindbar ist. Die Erfindung betrifft darüber hinaus ein Verfahren zum
Testen der Einsatzbereitschaft einer Waffenstation eines Luftfahrzeugs.
[0002] Beim Einsatz von mit an einer Waffenstation eines Luftfahrzeugs angebauten Waffen,
beispielsweise Marschflugkörpern, ist es aus Sicherheitsgründen unzulässig, die am
Luftfahrzeug befindliche Waffe am Boden vor dem Start des Luftfahrzeugs zu aktivieren,
um die Kommunikation zwischen dem Luftfahrzeug und der angebauten Waffe zu testen.
Diese Tests erfolgen erst während des Fluges, so dass eine in diesem Zeitpunkt erst
erkannte mögliche Fehlfunktion der Kommunikation zwischen Luftfahrzeug und Waffe die
Mission des Luftfahrzeugs beeinträchtigen kann oder sogar einen Abruch der Mission
zur Folge haben kann. Daher besteht der Bedarf, bereits am Boden von der Bodenmannschaft
die Waffenstation des Luftfahrzeugs testen zu können.
STAND DER TECHNIK
[0003] Eine gattungsgemäße Waffenstations-Testeinheit ist aus der
US 5,614,896 bekannt. Bei dieser bekannten Testeinheit wird während der Simulation des Vorhandenseins
einer Waffe an der Waffenstation des Luftfahrzeugs mittels der Waffensimulationseinrichtung
die Kommunikation zwischen Luftfahrzeug und Waffensimulationseinrichtung in einem
Speicher gespeichert und nach Ablauf des Tests analysiert, woraufhin anschließend
gegebenenfalls entsprechende Fehlermeldungen ausgegeben werden.
[0004] Aus der
EP 0 309 133 ist eine Waffensimulationseinrichtung bekannt, die zur Simulation einer Waffe an
die Waffenstation eines Luftfahrzeugs anschließbar ist. Mittels dieses Waffensimulators
ist zwar die Simulation der Waffe gegenüber dem Luftfahrzeug möglich, doch erfolgt
keine Überprüfung der vom Luftfahrzeug an die Waffenstation und von dieser an die
Waffe übergebenen Signale.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0005] Da die zur Verfügung stehende Zeit, um ein militärisches Luftfahrzeug einsatzfähig
zu machen, sehr begrenzt ist und stets eine Minimierung dieser Vorbereitungszeit angestrebt
wird, ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine gattungsgemäße Waffenstations-Testeinheit
so zu verbessern, dass die Zeit zum Testen der Einsatzbereitschaft der Waffenstation
des Luftfahrzeugs reduziert wird.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0007] Dazu wirken bei einer Waffenstations-Testeinheit mit den gattungsgemäßen Merkmalen
die Waffensimulationseinrichtung und die Prüf- und Auswerteeinrichtung derart zusammen,
dass der Datenverkehr zwischen der Waffensimulationseinrichtung und einer Bordelektronik
des Luftfahrzeugs von der Prüf- und Auswerteeinrichtung während des Simulationsvorgangs
in Echtzeit überwacht und auf Plausibilität und Korrektheit der von der Bordelektronik
des Luftfahrzeugs gelieferten Daten überprüft wird. Durch die Echtzeit-Überwachung
und -Überprüfung können die im Stand der Technik vorgesehenen Schritte des Speicherns
der Kommunikationsdaten und des darauf folgenden Auslesens dieser gespeicherten Daten
entfallen, wodurch eine Waffenstations-Testeinheit geschaffen wird, die deutlich schneller
arbeitet als im Stand der Technik.
[0008] Vorzugsweise weist die Waffenstations-Testeinheit einen Stromversorgungsanschluss
zur elektrischen Kopplung mit dem Luftfahrzeug auf, um die Waffenstations-Testeinheit
mit einer Bordspannung des Luftfahrzeugs versorgen zu können. Dadurch wird die Waffenstations-Testeinheit
unabhängig von einer externen Stromversorgung und kann auch im Feldeinsatz mobil betrieben
werden, wobei die Notwendigkeit entfällt, größere Batteriekapazitäten in der Testeinheit
vorzusehen.
[0009] Vorteilhaft ist es auch, wenn die Waffenstations-Testeinheit zumindest einen GPS-Anschluss
aufweist, über den die Waffenstations-Testeinheit mit einem externen GPS-Empfänger,
vorzugsweise dem GPS-Empfänger eines Missionsladegeräts, verbindbar ist. Dieses Merkmal
ermöglicht es, eine kompakte und kostengünstige Testeinheit ohne eigene GPS-Fähigkeit
bereitzustellen und diese dann zur Überprüfung der GPS-Signale mit einem vorhandenen
externen GPS-Empfänger, der in jedem Missionsladegerät, das zur Technikausstattung
der Bodencrew gehört, vorhanden ist, zu verbinden.
[0010] Vorteilhaft ist auch, wenn die Waffenstations-Testeinheit von außen zugängliche Prüfkontakte
aufweist, an die ein herkömmliches Strom-/Spannungs-/Widerstandsmeßgerät anschließbar
ist. Mittels dieser von außen zugänglichen Prüfkontakte kann die Bodenmannschaft während
des Simulations- und Prüfdurchlaufs bestimmte konstante Parameter, beispielsweise
am Waffenstationsanschluss des Luftfahrzeugs anliegende elektrische Spannungen, messen.
Da diese Messungen parallel zum automatisierten Simulations- und Testablauf erfolgen,
wird zusätzlich Zeit eingespart.
[0011] Die Waffenstations-Testeinheit kann einen Anzeigebildschirm aufweisen; sie kann aber
auch - alternativ oder zusätzlich - eine Computeranschluss-Schnittstelle zur elektrischen
Verbindung des integrierten Computers der Waffenstations-Testeinheit mit einem externen
Computer aufweisen, so daß beispielsweise, ein extern angeschlossener Laptop als Anzeigeeinrichtung
und Protokolliereinrichtung für den Simulations- und Testablauf dienen kann.
[0012] Wenn in einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung die Waffenstations-Testeinheit
einen GLU-Datenübertragungsanschluss zur elektrischen Verbindung der Waffensimulationseinrichtung
mit einem Missionsladegerät aufweist, kann die Waffenstations-Testeinheit auch als
Trainingsgerät für das Bodenpersonal verwendet werden, wobei das Bodenpersonal dann
die Bedienung des Missionsladegeräts und den Vorgang des Ladens von Missionsdaten
aus dem Missionsladegerät in das Luftfahrzeug mittels der Waffenstations-Testeinheit
trainieren kann.
[0013] Durch die vorliegende Erfindung wird auch ein Verfahren zum Testen der Einsatzbereitschaft
einer Waffenstation eines Luftfahrzeugs angegeben, wobei das Verfahren die folgenden
Schritte aufweist:
- a)
- Bereitstellen einer Waffenstations-Testeinheit,
- b)
- Herstellen einer elektrischen Verbindung umfassend eine Milbus-Datenbus-Verbindung
zwischen einem Waffenstationanschluss der Waffenstations-Testeinheit und einer Waffenanschluss-Schnittstelle
der Waffenstation des Luftfahrzeugs,
- c)
- Simulation einer Waffe durch die Waffenstations-Testeinheit gegenüber einer Bordelektronik,
insbesondere eines Bordcomputers, des Luftfahrzeugs,
- d)
- Messung und Analyse von während des Simulationsschrittes von der Bordelektronik des
Luftfahrzeugs an die Waffenstations-Testeinheit übergebenen Signalen und
- e)
- Ausgabe eines Testergebnis-Signals durch die Waffenstations-Testeinheit.
[0014] Ein derartiges erfindungsgemäßes Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass das Verhalten
der Bordelektronik des Luftfahrzeugs während des Simulationsschritts c) in Echtzeit
auf Korrektheit und Plausibilität geprüft wird.
[0015] Vorzugsweise werden im Meß- und Analyseschritt d) dieses Verfahrens zumindest die
folgenden Prüfungen durchgeführt:
- d1)
- Prüfen der Zyklen der über den Milbus-Datenbus der Waffenanschluss-Schnittstelle der
Waffenstation des Luftfahrzeugs gesendeten Signale auf Korrektheit und/oder
- d2)
- Überprüfen der Reihenfolge der über den Milbus-Datenbus der Waffenanschluss-Schnittstelle
der Waffenstation des Luftfahrzeugs gesendeten Signale auf Korrektheit und/oder
- d3)
- Überprüfen der Checksummen der über den Milbus-Datenbus der Waffenanschluss-Schnittstelle
der Waffenstation des Luftfahrzeugs gesendeten Signale auf Korrektheit und/oder
- d4)
- Überprüfen der Plausibilität der über den Milbus-Datenbus der Waffenanschluss-Schnittstelle
der Waffenstation des Luftfahrzeugs gesendeten Luftfahrzeug-Navigationsdaten und/oder
- d5)
- Überprüfen der Luftfahrzeug-Identität und /oder
- d6)
- Überprüfen der Plausibilität von einzelnen über den Milbus-Datenbus der Waffenanschluss-Schnittstelle
der Waffenstation des Luftfahrzeugs übertragenen Datensätzen.
[0016] Eine vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens umfaßt den weiteren
Schritt:
- Prüfen von vom Luftfahrzeug an die Waffenstations-Testeinheit übergebenen GPS-Signalen
mittels eines mit der Waffenstations-Testeinheit wirksam verbundenen GPS-Empfängers,
insbesondere eines Missions-Ladegeräts.
[0017] Eine andere vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kennzeichnet
sich durch den weiteren Schritt:
- Durchführen von Strommessungen, Spannungsmessungen und/oder Widerstandsmessungen an
entsprechenden Signalkontakten der Waffenstations-Testeinheit mittels eines Strom-/Spannungs/-Widerstandsmessgeräts.
[0018] Weiter vorteilhafter Weise wird ein erfindungsgemäßes Verfahren ergänzt durch den
weiteren Schritt:
- Sichtprüfung der Waffensteuerungsanzeigen im Luftfahrzeug während der Durchführung
der Schritte c) und d).
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0019] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Beispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung
näher erläutert.
[0020] In dieser zeigt:
- Fig. 1
- ein systematisches Schaubild einer erfindungsgemäßen Waffenstations-Testeinheit und
- Fig. 2
- eine vereinfachte Ablaufdarstellung eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum Testen
der Einsatzbereitschaft der Waffenstation eines Luftfahrzeugs.
DARSTELLUNG VON BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
[0021] In Fig. 1 ist in schematischer Weise eine Waffenstations-Testeinheit 1 zum Testen
der Einsatzbereitschaft einer Waffenstation 20 eines ebenfalls schematisch dargestellten
Luftfahrzeugs 2 gezeigt. Die Waffenstations-Testeinheit 1 enthält einen integrierten
Computer 10, der eine Waffensimulationseinrichtung 12 sowie eine Prüf- und Auswerteinrichtung
14 aufweist. Die Waffensimulationseinrichtung 12 und die Prüf- und Auswerteeinrichtung
14 sind über eine erste Datenleitung 11 zum Datenaustausch elektrisch miteinander
verbunden.
[0022] Die Waffenstations-Testeinheit 1 weist weiterhin einen Waffenstationsanschluss 16
auf, der über eine zweite Datenleitung 13 mit der Prüf- und Auswerteeinrichtung 14
zum Datenaustausch elektrisch verbunden ist.
[0023] Der Waffenstationsanschluss 16 der Waffenstations-Testeinheit 1 ist über eine Datenleitung
21, die zum Beispiel eine Milbus-Datenbus-Verbindung herstellt, mit der Waffenstation
20 des Luftfahrzeugs 2 elektrisch verbindbar. Die Waffenstation 20 des Luftfahrzeugs
2 ist - in nicht gezeigter Weise - mit einer Bordelektronik 24 des Luftfahrzeugs verbunden.
Die Bordelektronik 24 des Luftfahrzeugs 2 enthält unter anderem einen Bordcomputer,
der die Kommunikation und den Datenaustausch zwischen dem Luftfahrzeug 2 und einer
an der Waffenstation 20 angebrachten Waffe, beispielsweise einer Rakete oder einem
Marschflugkörper, steuert.
[0024] Die Waffenstations-Testeinheit 1 ist weiterhin mit einem Stromversorgungsanschluss
15 versehen, der über eine Stromversorgungsleitung 22 mit dem Luftfahrzeug 2 verbindbar
ist, um die Waffenstations-Testeinheit 1 mit zumindest einer Bordspannung des Luftfahrzeugs
2 zu versorgen. Die elektrischen Versorgungsleitungen innerhalb der Waffenstations-Testeinheit,
die unter anderem den Computer 10 mit dem Stromversorgungsanschluss 15 der Waffenstations-Testeinheit
1 verbinden, sind der besseren Übersichtlichkeit halber in der Fig. 1 nicht dargestellt;
es ist jedoch vom allgemeinen Fachwissen umfasst, derartige Verbindungsleitungen für
die Stromversorgung innerhalb der Waffenstations-Testeinheit 1 vorzusehen.
[0025] Die Waffenstations-Testeinheit 1 weist einen GPS-Anschluss 17 auf, der über eine
GPS-Datenleitung 17' mit dem Waffenstationsanschluss 16 verbunden ist. An den GPS-Anschluss
17 der Waffenstations-Testeinheit 1 ist ein GPS-Empfänger 30 eines Missionsladegeräts
3 über ein GPS-Anschlusskabel 31 anschließbar. Ein Missionsladegerät, das auch als
"Ground Loader Unit" (GLU) bezeichnet wird, dient üblicherweise dazu, eine an der
Waffenstation 20 eines Luftfahrzeugs 2 angebrachte Waffe und/oder einen Bordcomputer
der Bordelektronik 24 des Luftfahrzeugs 2 am Boden vor dem Start des Luftfahrzeugs
mit Daten über die geplante Mission des Luftfahrzeugs zu programmieren.
[0026] Weiterhin ist das Missionsladegerät 3 über eine GLU-Datenleitung 32 mit einem GLU-Datenübertragungsanschluss
18 der Waffenstations-Testeinheit 1 elektrisch verbindbar, um das Missionsladegerät
3 mit dem internen Computer 10 zur Datenübertragung zu verbinden. Der GLU-Datenübertragungsanschluss
18 ist über eine GLU-Datenleitung 18' mit der Waffensimulationseinrichtung 12 der
Waffenstations-Testeinheit 1 verbunden. Durch den Anschluss des Missionsladegeräts
3 an die Waffenstations-Testeinheit 1 und damit an die Waffenstation 20 des Luftfahrzeugs
2 können mittels der Waffenstations-Testeinheit 1 auch jene Funktionen geprüft und
überwacht werden, die beim Laden von Missionsdaten aus dem Missionsladegerät 3 in
das Luftfahrzeug 2 ausgeführt werden. In dieser Gerätekonfiguration mit an der Waffenstations-Testeinheit
1 angeschlossenem Missionsladegerät 3 kann die Waffenstations-Testeinheit 1 auch dazu
verwendet werden, die Bedienung des Missionsladegeräts 3 und den Vorgang des Ladens
von Missionsdaten aus dem Missionsladegerät 3 in das Luftfahrzeug 2 zu trainieren.
[0027] Die Waffenstations-Testeinheit 1 enthält zudem eine Computeranschluss-Schnittstelle
19, die über eine dritte Datenleitung 19' mit der Prüf- und Auswerteeinrichtung 14
des Computers 10 der Waffenstations-Testeinheit 1 verbunden ist. An die Computeranschluss-Schnittstelle
19 ist ein externer Computer 4, beispielsweise ein Laptop, mittels eines Computeranschlusskabels
41 anschließbar. Der externe Computer 4 enthält einen Anzeigebildschirm 40, auf dem
Daten angezeigt werden können, die von der Prüf- und Testeinrichtung 14 an den externen
Computer 4 geliefert werden.
[0028] Schließlich enthält die Waffenstations-Testeinheit 1 noch eine Mehrzahl von von außen
zugänglichen Prüfkontakten 100, 101, 102, 103, 104, 105 und 106. An diese Prüfkontakte
100, 101, 102, 103, 104, 105 und 106 ist eine herkömmliches Messgerät 5 zur Strommessung,
Spannungsmessung und/oder Widerstandsmessung mittels Messleitungen 50, 51 anschließbar.
Ein Teil der Prüfkontakte 100, 101, 102, 103, 104, 105 und 106 ist - in nicht dargestellter
Weise - mit dem Stromversorgungsanschluss 15 der Waffenstations-Testeinheit verbunden,
so dass mit dem Messgerät 5 die von der Waffenstation 20 des Luftfahrzeugs 2 gelieferten
elektrischen Spannungen gemessen werden können. Diese Messung beschränkt sich nicht
auf an der Waffenstation anliegende Dauerspannungen, sondern erstreckt sich auch auf
Schaltspannungen, die nur in bestimmten Betriebsphasen an der Waffenstation 20 anliegen,
um beispielsweise ein Bombenschloss, mit welchem die Waffe an der Waffenstation befestigt
ist, zu öffnen oder zu schließen.
[0029] Die Waffenstations-Testeinheit 1 ist auch mit Sichtanzeigen, zum Beispiels LEDs,
107, 108, 109 versehen, mittels derer bestimmte Ergebnisse von in der Prüf- und Auswerteeinrichtung
14 ausgeführten Prüf- und Auswerteschritten angezeigt werden können.
[0030] Entsprechend der Darstellung in Fig. 1 ist innerhalb des integrierten Computers 10
der Waffenstations-Testeinheit 1 die Prüf- und Auswerteeinrichtung 14 zwischen dem
mit der Waffenstation 20 des Luftfahrzeugs 2 verbindbaren Waffenstationsanschluss
16 und der Waffensimulationseinrichtung 12 angeordnet, so dass der gesamte Datenverkehr
zwischen der Waffensimulationseinrichtung 12 und der Waffenstation 20 des Luftfahrzeugs
2 von der Prüf- und Auswerteeinrichtung 14 überwacht werden kann. Die Waffenstations-Testeinheit
1, insbesondere deren integrierter Computer 10 ist dabei derart ausgelegt, dass die
Waffenstations-Testeinheit 1 gegenüber der Waffenstation 20 des Luftfahrzeugs 2 dasselbe
Echtzeit-Verhalten aufweist, wie eine an der Waffenstation 20 des Luftfahrzeugs 2
angebrachte Waffe.
[0031] Nachfolgend wird anhand der Ablaufdarstellung in Fig. 2 beispielhaft ein Verfahren
zum Testen der Einsatzbereitschaft der Waffenstation 20 des Luftfahrzeugs 2 geschildert.
[0032] Zunächst wird im Schritt 110 eine Waffenstations-Testeinheit 1 bereitgestellt. Diese
Waffenstations-Testeinheit wird im Schritt 112 mittels der Datenleitung 21 an die
Waffenstation 20 des Luftfahrzeugs 2 angeschlossen. Auch die Stromversorgungsleitung
22 wird in diesem Schritt an die Waffenstations-Testeinrichtung 1 und an das Luftfahrzeug
2, beispielsweise an dessen Waffenstation 20, angeschlossen. Hierdurch werden eine
Stromversorgungsverbindung zwischen dem Luftfahrzeug 2 und der Waffenstations-Testeinrichtung
1 sowie eine Datenübertragungsverbindung zwischen der Waffenstation 20 des Luftfahrzeugs
2 und der Waffenstations-Testeinheit 1 geschaffen, wobei die Datenübertragungs-Verbindung
einen Milbus-Datenbus umfasst.
[0033] Anschließend wird im Schritt 114 mittels der Waffensimulationseinrichtung 12 das
Verhalten einer an der Waffenstation 20 des Luftfahrzeugs 2 angeschlossenen Waffe
gegenüber der Bordelektronik 24 des Luftfahrzeugs 2 simuliert, indem eine entsprechende
Datenkommunikation von der Waffenstations-Testeinheit 1 an das Luftfahrzeug 2 erfolgt.
Der Signalfluss zwischen der Bordelektronik 24 des Luftfahrzeugs 2 und der Waffensimulationseinrichtung
12 wird dabei von der Prüf-und Auswerteeinheit 14 der Waffenstations-Testeinheit 1
überwacht, wobei die Antwort des Luftfahrzeugs 2 auf das vorher von der Waffenstations-Testeinheit
1 ausgesandte Kommunikationssignal geprüft und ausgewertet wird. Dazu werden im Schritt
116 die zwischen der Bordelektronik 24 des Luftfahrzeugs 2 und der Waffensimulationseinrichtung
12 wechselweise ausgetauschten Signale gemessen und analysiert. Anschließend werden
im Schritt 118 die von der Waffenstations-Testeinheit als Folge der Messung und Analyse
erzeugten Testergebnis-Signale ausgegeben, was im Beispiel der Fig. 1 über den an
die Waffenstations-Testeinheit 1 angeschlossenen externen Computer 4 und/oder die
Sichtanzeigen 107, 108, 109 erfolgt. Die Schritte 114, 116 und 118 werden in Abhängigkeit
von der Anzahl der zu prüfenden Parameter mehrfach hintereinander und quasi parallel
zueinander ausgeführt, um das gewünschte Echtzeitverhalten zu erzielen.
[0034] Während des Mess- und Analyseschritts 116 werden zumindest einige der nachfolgend
aufgeführten Prüfungen durchgeführt:
- Prüfen der Zyklen der über den Milbus-Datenbus der Waffenanschluss-Schnittstelle der
Waffenstation des Luftfahrzeugs gesendeten Signale auf Korrektheit und/oder
- Überprüfen der Reihenfolge der über den Milbus-Datenbus der Waffenanschluss-Schnittstelle
der Waffenstation des Luftfahrzeugs gesendeten Signale auf Korrektheit und/oder
- Überprüfen der Checksummen der über den Milbus-Datenbus der Waffenanschluss-Schnittstelle
der Waffenstation des Luftfahrzeugs gesendeten Signale auf Korrektheit und/oder
- Überprüfen der Plausibilität der über den Milbus-Datenbus der Waffenanschluss-Schnittstelle
der Waffenstation des Luftfahrzeugs gesendeten Luftfahrzeug-Navigationsdaten und/oder
- Überprüfen der Luftfahrzeug-Identität und /oder
- Überprüfen der Plausibilität von einzelnen über den Milbus-Datenbus der Waffenanschluss-Schnittstelle
der Waffenstation des Luftfahrzeugs übertragenen Datensätzen.
[0035] Des weiteren werden mit dem an die Waffenstations-Testeinheit angeschlossenen Missionsladegerät
3 die vom Luftfahrzeug an die Waffenstations-Testeinheit übergebenen GPS-Signale auf
Vorhandensein und auf Korrektheit überprüft.
[0036] Schließlich können vom Bedienpersonal der Waffenstations-Testeinheit 1 während des
vorstehend geschilderten automatischen Mess- und Analyseschritts zusätzlich manuell
Messungen an den Kontakten 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106 der Waffenstations-Testeinheit
1 mittels des herkömmlichen Strom-Spannungs-/Widerstandsmessgeräts 5 durchgeführt
werden. Dabei kann das Anliegen bestimmter Spannungen an der Waffenstation 20 gemessen
und optisch auf Korrektheit überprüft werden. Weiterhin können mittels des Messgeräts
Durchgangswiderstände gemessen werden und damit beispielsweise die Korrektheit von
Schalterstellungen überprüft werden.
[0037] Parallel zu der Durchführung der vorgenannten Mess- und Prüfschritte kann auch eine
Sichtprüfung der Waffensteuerungsanzeigen im Luftfahrzeug von einer Bedienperson vorgenommen
werden.
[0038] Bezugszeichen in den Ansprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen dienen lediglich
dem besseren Verständnis der Erfindung und sollen den Schutzumfang nicht einschränken.
Bezugszeichenliste
[0039] Es bezeichnen:
- 1
- Waffenstations-Testeinheit
- 2
- Luftfahrzeug
- 3
- Missionsladegerät
- 4
- externer Computer
- 5
- Widerstandsmessgerät
- 10
- integrierter Computer
- 11
- erste Datenleitung
- 12
- Waffensimulationseinrichtung
- 13
- zweite Datenleitung
- 14
- Prüf- und Auswerteeinheit
- 15
- Stromversorgungsanschluss
- 16
- Waffenstationsanschluss
- 17
- GPS-Anschluss
- 17'
- GPS-Datenleitung
- 18
- GLU-Datenübertragungsanschluss
- 19
- Computeranschluss-Schnittstelle
- 19'
- dritte Datenleitung
- 20
- Waffenstation
- 21
- Datenleitung
- 22
- Stromversorgungsleitung
- 24
- Bordelektronik
- 30
- GPS-Empfänger
- 32
- GLU-Datenleitung
- 40
- Anzeigebildschirm
- 41
- Computeranschlusskabel
- 100
- Prüfkontakt
- 101 1
- Prüfkontakt
- 102
- Prüfkontakt
- 103
- Prüfkontakt
- 104
- Prüfkontakt
- 105
- Prüfkontakt
- 106
- Prüfkontakt
- 107
- Sichtanzeige
- 108
- Sichtanzeige
- 109
- Sichtanzeige
1. Waffenstations-Testeinheit zum Testen der Einsatzbereitschaft einer Waffenstation
(20) eines Luftfahrzeugs (2), mit
einem integrierten Computer (10), der eine Waffensimulationseinrichtung (12) sowie
eine Prüf- und Auswerteeinrichtung (14) aufweist, wobei der Computer (10) über einen
Waffenstationsanschluss (16) mit einer Waffenstation (20) eines Luftfahrzeugs (2)
elektrisch verbindbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Waffensimulationseinrichtung (12) und die Prüf- und Auswerteeinrichtung (14)
derart zusammenwirken, dass der Datenverkehr zwischen der Waffensimulationseinrichtung
(12) und einer Bordelektronik (24) des Luftfahrzeugs (2) von der Prüf- und Auswerteeinrichtung
(12) während des Simulationsvorgangs in Echtzeit überwacht und auf Plausibilität und
Korrektheit der von der Bordelektronik (24) des Luftfahrzeugs (2) gelieferten Daten
überprüft wird.
2. Waffenstations-Testeinheit nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Waffenstations-Testeinheit (1) einen Stromversorgungsanschluss (15) zur elektrischen
Kopplung mit dem Luftfahrzeug (2) aufweist, um die Waffenstations-Testeinheit (1)
mit zumindest einer Bordspannung des Luftfahrzeugs (2) versorgen zu können.
3. Waffenstations-Testeinheit nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Waffenstations-Testeinheit (1) zumindest einen GPS-Anschluss (17) aufweist, über
den die Waffenstations-Testeinheit (1) mit einem externen GPS-Empfänger (30), vorzugsweise
dem GPS-Empfänger eines Missionsladegeräts (3), verbindbar ist.
4. Waffenstations-Testeinheit nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Waffenstations-Testeinheit (1) von außen zugängliche Prüfkontakte (100, 101,
102, 103, 104, 105, 106) aufweist, an die ein herkömmliches Strom-/Spannungs-/Widerstandsmessgerät
(5) anschließbar ist.
5. Waffenstations-Testeinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Waffenstations-Testeinheit (1) einen Anzeigebildschirm aufweist.
6. Waffenstations-Testeinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Waffenstations-Testeinheit (1) eine Computeranschluss-Schnittstelle (19) zur
elektrischen Verbindung des integrierten Computers (10) der Waffenstations-Testeinheit
(1) mit einem externen Computer (4) aufweist.
7. Waffenstations-Testeinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Waffenstations-Testeinheit (1) einen GLU-Datenübertragungsanschluss (18) zur
elektrischen Verbindung der Waffensimulationseinrichtung (12) mit einem Missionsladegerät
(3) aufweist.
8. Verfahren zum Testen der Einsatzbereitschaft einer Waffenstation eines Luftfahrzeugs
mit den Schritten:
a) Bereitstellen einer Waffenstations-Testeinheit,
b) Herstellen einer elektrischen Verbindung umfassend eine Milbus-Datenbus-Verbindung
zwischen einem Waffenstationanschluss der Waffenstations-Testeinheit und einer Waffenanschluss-Schnittstelle
der Waffenstation des Luftfahrzeugs,
c) Simulation einer Waffe durch die Waffenstations-Testeinheit gegenüber einer Bordelektronik,
insbesondere eines Bordcomputers, des Luftfahrzeugs,
d) Messung und Analyse von während des Simulationsschrittes von der Bordelektronik
des Luftfahrzeugs an die Waffenstations-Testeinheit übergebenen Signalen und
e) Ausgabe eines Testergebnis-Signals durch die Waffenstations-Testeinheit,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verhalten der Bordelektronik des Luftfahrzeugs während des Simulationsschritts
c) in Echtzeit auf Korrektheit und Plausibilität geprüft wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Mess- und Analyseschritt d) zumindest die folgenden Prüfungen durchgeführt werden:
d1) Prüfen der Zyklen der über den Milbus-Datenbus der Waffenanschluss-Schnittstelle
der Waffenstation des Luftfahrzeugs gesendeten Signale auf Korrektheit und/oder
d2) Überprüfen der Reihenfolge der über den Milbus-Datenbus der Waffenanschluss-Schnittstelle
der Waffenstation des Luftfahrzeugs gesendeten Signale auf Korrektheit und/oder
d3) Überprüfen der Checksummen der über den Milbus-Datenbus der Waffenanschluss-Schnittstelle
der Waffenstation des Luftfahrzeugs gesendeten Signale auf Korrektheit und/oder
d4) Überprüfen der Plausibilität der über den Milbus-Datenbus der Waffenanschluss-Schnittstelle
der Waffenstation des Luftfahrzeugs gesendeten Luftfahrzeug-Navigationsdaten und/oder
d5) Überprüfen der Luftfahrzeug-Identität und /oder
d6) Überprüfen der Plausibilität von einzelnen über den Milbus-Datenbus der Waffenanschluss-Schnittstelle
der Waffenstation des Luftfahrzeugs übertragenen Datensätzen.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9,
gekennzeichnet durch
den weiteren Schritt:
- Prüfen von vom Luftfahrzeug an die Waffenstations-Testeinheit übergebenen GPS-Signalen
mittels eines mit der Waffenstations-Testeinheit wirksam verbundenen GPS-Empfängers,
insbesondere eines Missions-Ladegeräts.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8, 9 oder 10,
gekennzeichnet durch
den weiteren Schritt:
- Durchführen von Strommessungen, Spannungsmessungen und/oder Widerstandsmessungen
an entsprechenden Signalkontakten der Waffenstations-Testeinheit mittels eines Strom-/Spannungs-/Widerstandsmessgeräts.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
gekennzeichnet durch
den weiteren Schritt:
- Sichtprüfung der Waffensteuerungsanzeigen im Luftfahrzeug während der Durchführung
der Schritte c) und d).