| (19) |
 |
|
(11) |
EP 1 796 875 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
23.07.2008 Patentblatt 2008/30 |
| (22) |
Anmeldetag: 09.08.2005 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
|
PCT/AT2005/000320 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
|
WO 2006/017873 (23.02.2006 Gazette 2006/08) |
|
| (54) |
FOKUSSIERDÜSE
FOCUSSING NOZZLE
BUSE DE CONCENTRATION
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE
SI SK TR |
| (30) |
Priorität: |
16.08.2004 AT 59104 U
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
20.06.2007 Patentblatt 2007/25 |
| (73) |
Patentinhaber: CERATIZIT Austria Gesellschaft m.b.H. |
|
6600 Reutte /Tirol (AT) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- KÖSTERS, Rolf
A-6600 Reutte (AT)
|
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 562 764
|
WO-A-98/15386
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Fokussierdüse für das Abrasivwasserstrahlschneiden bestehend
aus einem Düsenkörper aus Hartmetall der von einer Bohrung zur Fokussierung des Schneidstrahles
durchsetzt ist und wobei zumindest die Bohrungswandung mit einer ein- oder mehrlagigen
Hartstoffbeschichtung versehen ist.
[0002] Derartige Fokussierdüsen sind Bestandteil von Schneidköpfen zum Abrasivwasserstrahlschneiden
in denen der Schneidwasserstrahl und die zum Schneiden verwendeten Abrasivmittel wie
Korund oder Sand in einer Mischkammer gemischt werden um die Schneidwirkung des Schneidwasserstrahls
zu vergrößern. Die Fokussierdüsen dienen zur Beschleunigung und Zentrierung des Wasserstrahls
und des gleichzeitig zugeführten Abrasivmittels. Zur besseren Einmischung des Abrasivmittels
in den Wasserstrahl sind die Fokussierdüsen an der Einlassseite in der Regel trichterförmig
erweitert, die daran anschließende, die Fokussierdüse durchsetzende Bohrung weist
einen Durchmesser im Bereich von etwa 0,2 - 1,5 mm auf. Trotz der Umhüllung des Abrasivmittels
mit dem Wasserstrahl sind die Fokussierdüsen einem sehr starken Verschleiß unterworfen.
Bei zu starkem Verschleiß der Bohrungswandung ist die Zentrierwirkung nicht mehr ausreichend
und die Düse muss gewechselt werden. Da jeder Düsenwechsel mit einer längeren und
damit teuren Unterbrechung des Arbeitsablaufes verbunden ist wurden in der Vergangenheit
erhebliche Anstrengungen unternommen die Standzeit derartiger Fokussierdüsen möglichst
weitgehend zu vergrößern.
So wurden für derartige Fokussierdüsen vielfach hochverschleißfeste Hartmetalllegierungen
auf Wolframcarbidbasis mit sehr geringen Bindemetallanteilen oder auch keramische
Werkstoffe eingesetzt. Aber auch bei Verwendung dieser hochwertigen Werkstoffe waren
die erreichbaren Standzeiten nicht ausreichend zufrieden stellend.
[0003] Zur weiteren Steigerung der Standzeit hat man daher versucht die Innenwandung der
durchbohrten Zentrierdüse durch Hartstoffschichten vor übermäßigem Verschleiß zu schützen.
Das Problem dabei ist, dass es schwierig ist die Innenwandungen dieser verhältnismäßig
langen Bohrungen mit kleinem Durchmesser gleichmäßig mit einer schützenden Hartstoffschicht
zu versehen.
[0004] So beschreibt beispielsweise die
WO 98/15386 eine Fokussierdüse die auf der Innenwandung mit einer verschleißfesten diamantartigen
Schicht aus amorphem Kohlenstoff (DLC) versehen ist. Das Aufbringen der Schicht erfolgt
mittels eines Laser-ARC-Beschichtungsverfahrens wobei im Vakuum ein hochaktiviertes
Plasma mittels einer gepulsten, Lichtbogenentladung zwischen einer Quelle aus dem
Beschichtungsmaterial und der zu beschichtenden Düse hergestellt werden muss. Die
zu beschichtende Oberfläche muss dazu frei zugänglich sein, so dass man die Fokussierdüse
zur Beschichtung der Bohrungswandung in mehrere Segmente unterteilen und diese Segmente
nach erfolgter Beschichtung wieder dicht zusammensetzen muss was mit erheblichem Aufwand
verbunden ist.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher die Innenwandung einer Fokussierdüse
aus Hartmetall mit einer Beschichtung zu versehen die ausreichend verschleißfest ist
und gleichzeitig leicht ohne aufwendige Segmentierung der Düse aufgebracht werden
kann.
[0005] Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass die Hartstoffbeschichtung zumindest
an der freien Oberfläche eine Schicht mit Titannitridanteil aufweist. Dass durch die
Verwendung einer derartigen Beschichtung als Hartstoffschicht eine wesentliche Verbesserung
der Verschleißbeständigkeit bei Fokussierdüsen erreicht wird war nicht zu erwarten,
da die Härten der an der Oberfläche liegenden Schicht mit Titannitridanteil kaum höher
sind als die Härte des verwendeten Hartmetallgrundmaterials und deutlich geringer
sind als die Härte einer diamantartigen Schicht ( DLC ) die bereits zur Beschichtung
derartiger Fokussierdüsen entsprechend dem eingangs beschriebenen Stand der Technik
eingesetzt wird. Die erfindungsgemäße Beschichtung kann ein- oder mehrlagig auch unter
Aufbringung anderer Hartstoffschichten hergestellt werden, wichtig ist nur, dass die
an der Oberfläche liegende Schicht einen Titannitridanteil aufweist. Neben reinem
Titannitrid für diese Oberflächenschicht sind beispielsweise auch Titankarbonitrid
oder Titanoxikarbonitrid denkbar.
Mit der erfindungsgemäßen Beschichtung wird zwar die Härte bekannter DLC-Schichten
nicht ganz erreicht, dafür ist die Aufbringung der erfindungsgemäßen Beschichtung
problemlos durch CVD-Verfahren möglich. Bei diesem Beschichtungsverfahren können die
Reaktionsgase gezielt durch die Bohrung der Fokussierdüse geleitet werden, so dass
die aufwendige mehrfache Segmentierung des Düsenkörpers entsprechend dem Stand der
Technik vermieden werden kann. Die Standzeiterhöhung von Fokussierdüsen mit der erfindungsgemäßen
Beschichtung gegenüber Fokussierdüsen aus unbeschichtetem Hartmetall ist überragend
und reicht bis zu einer Verdoppelung der Standzeit.
[0006] Der wegen der geringen Härteunterschiede zwischen Grundmaterial und Beschichtung
überraschende standzeiterhöhende Effekt ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass
es bei Fokussierdüsen aus unbeschichtetem Hartmetall durch die nassen Betriebsbedingungen
verstärkt durch z.T. vorliegende niedrige pH-Werte, zu einer Oberflächenkorrosion
kommt, welche eine Auslösung des Bindemetalls aus der Hartmetalllegierung bewirkt.
Das verbleibende oberflächliche Hartstoffskelett weist gegenüber einer vollständig
mit Bindemetall gebundenen Hartmetalllegierung eine deutlich geringere Abrasionsbeständigkeit
auf. Durch die erfindungsgemäße Beschichtung wird eine Oberflächenkorrosion und damit
eine Bindemittelauslösung weitgehend verhindert.
Selbst wenn mit Strahlmitteln gearbeitet wird, bei denen es auf Grund eines hohen
pH-Wertes zu keiner wesentlichen Bindemetallauslösung kommt kann durch die erfindungsgemäße
Beschichtung eine deutliche Verbesserung der Standzeit festgestellt werden, was auf
den zusätzlichen Glättungseffekt der Beschichtung vor allem im Bereich unmittelbar
hinter dem Eintrittskonus der Fokussierdüse zurückzuführen ist. Durch die glattere
Oberfläche in diesem Bereich beruhigt sich die inkohärente Strahlzone deutlich schneller,
wodurch der Verschleiß stark verringert wird.
[0007] Als besonders günstig hat es sich erwiesen die Hartstoffbeschichtung als eine einlagige
Titannitrid- oder Titankarbonitridschicht auszuführen.
Die zweckmäßigsten Schichtstärken für die Hartstoffbeschichtung liegen im Bereich
von 1-15 µm.
Die Aufbringung von Schichten mit Titannitridanteil lässt sich besonders gut über
CVD (chemical vapour deposition) Verfahren realisieren. Diese Verfahren bieten den
großen Vorteil, dass die Reaktionsgase leicht geführt werden können, so dass sich
die damit hergestellten Hartstoffschichten auch an schwer zugänglichen Stellen abscheiden
lassen und daher auch die Innenwandungen der engen Bohrungen der Fokussierdüsen problemlos
beschichtet werden können.
Als Grundmaterial für die Fokussierdüse hat sich ein Hartmetall mit bis zu 1,5 Gew
% Kobalt als Bindemetall, bis zu 3 Gew % Mischkarbiden, und Wolframkarbid mit einer
Korngröße von weniger als 0,4 µm als Rest, bewährt.
[0008] Im folgenden wird die Erfindung an Hand von Beispielen näher erläutert.
Beispiel 1
[0009] Aus einer Hartmetalllegierung mit 1 Gew % Kobalt als Bindemetall und Wolframkarbid
mit 0,2 µm mittlerer Korngröße als Rest, wurden Fokussierdüsen mit 76 mm Länge, 9
mm Außendurchmesser und 0,7 mm Bohrungsdurchmesser durch Strangpressen und Sintern
hergestellt. Die Fokussierdüsen wiesen eine Härte von 2550 HV
10 auf. Anschließend wurde ein Teil der Fokussierdüsen an der Oberfläche einschließlich
der Bohrungswandung mit einem Mitteltemperatur CVD-Verfahren mit einer 6,5 µm starken
TiN - Schicht beschichtet. Die Schichthärte betrug etwa 2450 HV 01. Die Fokussierdüsen
wiesen eine goldgelbe Färbung auf. In einem Vergleichstest wurde ein Teil der erfindungsgemäß
beschichteten Fokussierdüsen mit unbeschichteten Referenzdüsen unter praxisnahen Bedingungen
zum Wasserstrahlschneiden eingesetzt. Der Wasserdruck betrug 2250 bar, bei einem pH-Wert
des Wassers von 6,1. Als Abrasivmittel wurde Sand mit einer mittleren Korngröße von
260 µm und einer Zufuhrmenge von 9 g/s verwendet. Als Ergebnis wurden Standzeiterhöhungen
der beschichteten Fokussierdüsen gegenüber den unbeschichteten Fokussierdüsen im Bereich
von Faktor 1,8 bis 2,1 festgestellt.
Beispiel 2
[0010] Fokussierdüsen wurden entsprechend Beispiel 1 hergestellt. Ein Teil dieser Fokussierdüsen
wurde an der Oberfläche einschließlich der Bohrungswandung mit einem Mitteltemperatur
CVD-Verfahren mit einer zweilagigen Hartstoffbeschichtung aus einer 8 µm starken TiCN-Schicht
und einer 4 µm starken TiN-Schicht versehen, wobei die oberste Lage der Beschichtung
die TiN-Schicht war. Die Härte der Beschichtung lag bei ca. 2450 HV
01.
Im Vergleichstest der erfindungsgemäß beschichteten Fokussierdüsen und der unbeschichteten
Referenzdüsen beim Wasserstrahlschneiden betrug der Wasserdruck 2250 bar, der pH-Wert
des Wassers lag bei 7,3. Als Abrasivmittel wurde wiederum Sand mit einer Körnung von
260 µm und einer Zufuhrmenge von 9 g/s eingesetzt. Als Ergebnis wurden Standzeiterhöhungen
der erfindungsgemäß beschichteten Fokussierdüsen gegenüber den unbeschichteten Referenzdüsen
im Bereich von Faktor 1,3 bis 1,6 festgestellt.
1. Fokussierdüse für das Abrasivwasserstrahlschneiden bestehend aus einem Düsenkörper
aus Hartmetall, der von einer Bohrung zur Fokussierung des Schneidstrahles durchsetzt
ist und wobei zumindest die Bohrungswandung mit einer ein- oder mehrlagigen Hartstoffbeschichtung
versehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Hartstoffbeschichtung zumindest an der freien Oberfläche eine Schicht mit Titannitridanteil
aufweist.
2. Fokussierdüse für das Abrasivwasserstrahlschneiden nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Hartstoffbeschichtung als einlagige Titannitrid- oder Titankarbonitridschicht
ausgeführt ist.
3. Fokussierdüse für das Abrasivwasserstrahlschneiden nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtstärke der Hartstoffbeschichtung im Bereich von 1 bis 15 µm liegt.
4. Fokussierdüse für das Abrasivwasserstrahlschneiden nach einem der Ansprüche 1 bis
3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht mittels CVD-Verfahren aufgebracht wird.
5. Fokussierdüse für das Abrasivwasserstrahlschneiden nach einem der Ansprüche 1 bis
4, dadurch gekennzeichnet, dass das Hartmetall für den Grundkörper aus bis zu 1,5 Gew % Kobalt als Bindemetall, bis
zu 3 Gew % Mischkarbiden, und Wolframkarbid mit einer Korngröße von weniger als 0,4
µm als Rest, besteht.
1. Focusing nozzle for abrasive water-jet cutting, consisting of a nozzle body made of
hard metal, said nozzle body being penetrated by a bore for focusing the cutting jet,
and at least the bore wall being provided with a single-ply or multi-ply coating of
hard material,
characterised in that
the coating of hard material exhibits a layer having a content of titanium nitride
at least on its free surface.
2. Focusing nozzle for abrasive water-jet cutting according to Claim 1, characterised in that the coating of hard material is realised in the form of a single-ply layer of titanium
nitride or titanium carbonitride.
3. Focusing nozzle for abrasive water-jet cutting according to Claim 1 or 2, characterised in that the layer thickness of the coating of hard material lies within the range from 1
µm to 15 µm.
4. Focusing nozzle for abrasive water-jet cutting according to one of Claims 1 to 3,
characterised in that the layer is applied by means of CVD processes.
5. Focusing nozzle for abrasive water-jet cutting according to one of Claims 1 to 4,
characterised in that the hard metal for the body consists of up to 1.5 wt.% cobalt as binding metal, up
to 3 wt.% mixed carbides, and tungsten carbide with a grain size of less than 0.4
µm as remainder.
1. Buse de concentration pour la découpe par jet d'eau chargé d'abrasifs, consistant
en un corps de buse en métal dur qui est traversé, pour concentrer le jet de coupe,
par un alésage dont au moins la paroi est pourvue d'un revêtement monocouche ou multicouche
de matière dure,
caractérisée en ce que
le revêtement de matière dure comporte, au moins sur la surface libre, une couche
à teneur en nitrure de titane.
2. Buse de concentration pour la découpe par jet d'eau chargé d'abrasifs selon la revendication
1, caractérisée en ce que le revêtement de matière dure est réalisé sous la forme d'une couche de nitrure de
titane ou de carbonitrure de titane.
3. Buse de concentration pour la découpe par jet d'eau chargé d'abrasifs selon la revendication
1 ou 2, caractérisée en ce que l'épaisseur de couche du revêtement de matière dure est comprise dans la plage de
1 à 15 µm.
4. Buse de concentration pour la découpe par jet d'eau chargé d'abrasifs selon l'une
quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que la couche est appliquée par un procédé de dépôt chimique en phase vapeur, ou CVD,
initiales de Chemical vapor deposition.
5. Buse de concentration pour la découpe par jet d'eau chargé d'abrasifs selon l'une
quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que le métal dur du corps de base peut contenir jusqu'à 1,5% en poids de cobalt comme
métal liant, jusqu'à 3% en poids de carbures mixtes, et du carbure de tungstène d'une
granulométrie inférieure à 0,4 %m pour le solde.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente