[0001] Die Erfindung betrifft eine elektrische Klemme, insbesondere Hochstromklemme, mit
einem Isoliergehäuse, mit mindestens einer Stromschiene, mit mindestens einem Zugbügelanschluß
und mit mindestens einem in dem Isoliergehäuse angeordneten Betätigungselement zum
Öffnen und Schließen des Zugbügelanschlusses, wobei der Zugbügelanschluß einen etwa
U-förmigen Zugbügel und eine Druckfeder aufweist, der Zugbügel zwei je eine Durchtrittsöffnung
zum Einstecken des elektrischen Leiters aufweisende Klemmschenkel und einen die Klemmschenkel
miteinander verbindenden U-Rücken aufweist, und mit seinen Durchtrittsöffnungen die
Stromschiene umgreift, die Druckfeder derart zwischen dem U-Rücken des Zugbügels und
der Stromschiene angeordnet ist, daß die Druckfeder zum Öffnen des Zugbügelanschlusses
axial zusammengedrückt werden muß, damit ein anzuschließender elektrischer Leiter
zwischen der Stromschiene und der Unterkante der Durchtrittsöffnung eingesteckt werden
kann, und das Isoliergehäuse mindestens eine Leitereinführungsöffnung zum Einführen
des anzuschließenden elektrischen Leiters und mindestens eine Betätigungsöffnung zum
Verbringen des Betätigungselements aus einer ersten Position (Zugbügelanschluß geschlossen)
in eine zweite Position (Zugbügelanschluß geöffnet) aufweist.
[0002] Elektrische Klemmen, mit als Zugfedern ausgebildeten Kontaktelemente, die häufig
als Zugfederklemmen bezeichnet werden, werden in der industriellen Verbindungstechnik
seit Jahrzehnten verwendet. Daneben werden seit Jahrzehnten elektrische Klemmen mit
Schraubanschluß eingesetzt. Das Klemmprinzip bei Zugfederklemmen ist ähnlich dem der
Schraubtechnik. Während bei Schraubklemmen eine Zughülse durch die Betätigung der
Klemmschraube den Leiter gegen einen Strombalken zieht, wird bei der Zugfederklemme
diese Aufgabe von einer schlaufenförmig gebogenen Zugfeder übernommen. Die vorgespannte
Zugfeder wird mit einem Betätigungswerkzeug - z. B. einem Schraubendreher - geöffnet,
so daß der Leiter durch eine Durchtrittsöffnung im Klemmschenkel der Zugfeder in den
Anschlußraum eingeführt werden kann. Nach dem Entfernen des Betätigungswerkzeuges
wird der Leiter durch die Federkraft gegen die an dem Anschlagschenkel der Zugfeder
anliegende Stromschiene gezogen.
[0003] Eine Abwandlung der zuvor beschriebenen Zugfederklemmen stellen elektrische Klemmen
mit mindestens einem Zugbügelanschluß als Federkraftklemmanschluß dar. Mit derartigen
elektrischen Klemmen können aufgrund der speziellen Ausgestaltung des Zugbügelanschlusses
elektrische Leiter mit einem relativ großen Querschnitt von vorzugsweise 35 mm
2 bis 150 mm
2 angeschlossen werden. Im Unterschied dazu werden an "normale" Zugfederklemmen zumeist
Leiter mit einem Querschnitt von 1,5 mm
2, 2,5 mm
2, 4 mm
2 und 6 mm
2 sowie bei spezielleren Ausgestaltungen Leiter mit Querschnitten von 10 mm
2 bis 35 mm
2 angeschlossen. Da über elektrische Leiter mit einem größeren Querschnitt höhere Ströme
übertragen werden können, werden elektrische Klemmen, die zum Anschluß derartiger
Leiter mit großem Querschnitt ausgebildet sind, häufig auch als Hochstromklemmen bezeichnet.
[0004] Hochstromklemmen werden sowohl mit Schraubanschluß als auch mit Federkraftklemmanschluß
ausgebildet. Die für Hochstromklemmen notwendigen hohen Klemmkräfte des Schraub- oder
Federkraftklemmanschlusses werden im Stand der Technik dadurch erreicht, daß die jeweiligen
Klemmanschlüsse, d.h. die Kontaktelemente, ausgehend von den elektrischen Klemmen
zum Anschluß "normale" Leiter stärker ausgelegt werden. Da jedoch auch Hochstromklemmen
zum Öffnen der Klemmstellen gegen die jeweilige Klemmkraft des Klemmanschlusses manuell
betätigt werden müssen, sind der Maximierung der Konstruktionsart der herkömmlichen
Klemmen Grenzen gesetzt, da häufig schon bei Leiterquerschnitten ab 50 mm
2 kaum noch zu akzeptierende Handhabungskräfte erforderlich werden.
[0005] Speziell zum Einsatz als Hochstromklemmen sind elektrische Klemmen entwickelt worden,
die Zugbügelanschlüsse aufweisen, die aus einem etwa U-förmigen Zugbügel und einer
Druckfeder bestehen. Die Druckfeder ist dabei derart in dem Zugbügel angeordnet, daß
sie das untere Ende des Zugbügels gegen die Unterseite einer Stromschiene zieht, so
daß ein dort durch eine Durchtrittsöffnung im Klemmschenkel des Zugbügels eingeführter
elektrischer Leiter gegen die Unterseite der sich durch die Durchtrittsöffnungen der
Klemmschenkel des Zugbügels erstreckende Stromschiene festgeklemmt wird. Das Öffnen
der Klemmstelle eines derartigen Zugbügelanschlusses, wozu die Druckfeder axial zusammengedrückt
werden muß, ist bei elektrischen Klemmen, die für Leiter mit großen Querschnitten
ausgelegt sind, nur mit Hilfe von unterstützenden Maßnahmen möglich.
[0006] Eine eingangs beschriebene elektrische Klemme, von der die Erfindung ausgeht, ist
aus der
DE 198 17 924 C2 bekannt. Bei der dort beschriebenen Hochstromklemme ist als Betätigungselement zum
Öffnen und Schließen des Zugbügelanschlusses ein Vorschub-Rotationszylinder vorgesehen,
der in dem Isoliergehäuse oberhalb des Zugbügels und koaxial mit der Druckfeder des
Zugbügelanschlusses gelagert ist. Der Rotationszylinder weist ein Außengewinde auf,
so daß er mittels eines axial in den Zylinder einsteckbaren Drehwerkzeugs in einem
in dem Isoliergehäuse ausgebildeten Innengewinde eingeschraubt werden kann. Beim Einschrauben
des Vorschub-Rotationszylinders wird dabei der Zugbügel gegen die Druckfeder gedrückt,
die Druckfeder somit zusammengedrückt, wodurch der Zugbügelanschluß geöffnet wird,
so daß ein anzuschließender elektrischer Leiter zwischen der Unterkante der Durchtrittsöffnung
im Klemmschenkel der Zugfeder und der Stromschiene eingesteckt werden kann.
[0007] Durch die Ausbildung des Vorschub-Rotationszylinders kann zwar auch bei Verwendung
von Druckfedern mit hoher Federkraft die Klemmstelle manuell ohne großen Kraftaufwand
geöffnet werden, die Ausbildung des Vorschub-Rotationszylinders sowie des Innengewindes
in dem Isoliergehäuse der Klemme sind jedoch relativ aufwendig und damit teuer.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine eingangs beschriebene
elektrische Klemme zur Verfügung zu stellen, die auch bei Auslegung des Zugbügelanschlusses
für Leiter mit großen Querschnitten ein einfaches manuelles Öffnen der Klemmstelle
ermöglicht und dennoch einfach und damit kostengünstig hergestellt werden kann.
[0009] Diese Aufgabe ist bei der in der Rede stehenden elektrischen Klemme dadurch gelöst,
daß das Betätigungselement als Betätigungsnocken ausgebildet ist, der derart exzentrisch
im Isoliergehäuse gelagert ist, daß der Betätigungsnocken aus einer ersten Position,
in der der Zugbügelanschluß geschlossen ist, mittels eines Betätigungswerkzeugs, beispielsweise
der Spitze eines Schraubendrehers, in eine zweite Position, in der der Zugbügelanschluß
geöffnet ist, so daß ein elektrischer Leiter zwischen der Stromschiene und der Unterkante
der Durchtrittsöffnung eingesteckt werden kann, verschwenkbar ist.
[0010] Dadurch, daß das Betätigungselement als Betätigungsnocken ausgebildet ist, der exzentrisch
im Isoliergehäuse gelagert ist, entfällt die aufwendige Ausbildung eines Innengehäuses
für den im Stand der Technik verwendeten Rotationszylinder. Auch ist die Ausbildung
eines Betätigungsnockens einfach als die Ausbildung des im Stand der Technik verwendeten
Vorschub-Rotationszylinders. Darüber hinaus ist ein Öffnen der Klemmstelle einfach
durch Verschwenken des Betätigungsnockens möglich, so daß das Öffnen der Klemmstelle
sehr zeitsparend erfolgen kann. Die zum Zusammendrücken der Druckfeder erforderliche
Kraft kann dabei dadurch einfach aufgebracht werden, daß der Betätigungsnocken mittels
eines Betätigungswerkzeugs verschwenkt wird. Dadurch wird ein ausreichend großer Hebelarm
erreicht, so daß die aufzuwendende Kraft auch bei einer Druckfeder mit einer hohen
Federkraft begrenzt ist und damit ohne Probleme von einem Monteur aufgebracht werden
kann.
[0011] Vorzugsweise ist der Betätigungsnocken dadurch in dem Isoliergehäuse gelagert, daß
er mindestens einen, vorzugsweise zwei Drehzapfen aufweist, die in entsprechende Aufnahmen
in einer bzw. beiden Seitenwänden des Isoliergehäuses gehalten sind. Alternativ, vorzugsweise
jedoch zusätzlich, stützt sich der Betätigungsnocken an einer entsprechend ausgebildeten
Auflagefläche im Inneren des Isoliergehäuses ab, wozu der Betätigungsnocken einen
bogenförmigen Lagerbereich aufweist.
[0012] Zum Verschwenken des Betätigungsnockens aus der ersten Position in die zweite Position
und umgekehrt, weist der Betätigungsnocken vorzugsweise eine Aufnahme auf, in die
die Spitze des Betätigungswerkzeugs eingesteckt werden kann. Die Aufnahme ist dabei
so in dem Betätigungsnocken angeordnet, daß ein durch die Betätigungsöffnung im Isoliergehäuse
eingestecktes Betätigungswerkzeug leicht in die Aufnahme eingreifen kann. Alternativ
zu der Ausbildung einer Aufnahme in dem Betätigungsnocken kann der Betätigungsnocken
auch einen Griffabschnitt aufweisen, mit dessen Hilfe ein Monteur - von Hand oder
mit einem Werkzeug - den Betätigungsnocken von der einen Position in die andere Position
verschwenken kann.
[0013] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Betätigungsnocken
so ausgebildet bzw. angeordnet, daß der Betätigungsnocken in seiner zweiten Position
- in der der Zugbügelanschluß geöffnet ist - selbsthemmend verbleibt. Dadurch wird
sichergestellt, daß ein zum Einführen des anzuschließenden elektrischen Leiters geöffneter
Zugbügelanschluß nicht ungewollt in den geschlossenen Zustand zurückfedern kann. Die
Selbsthemmung des Betätigungsnockens in der zweiten Position kann beispielsweise dadurch
einfach realisiert werden, daß der Betätigungsnocken in der zweiten Position nicht
mit seinem Scheitelpunkt auf dem U-Rücken des Zugbügels drückt, sondern geringfügig
über den Scheitelpunkt hinaus verschwenkt ist. Bevor die Druckfeder sich wieder entspannen
kann, wodurch der Zugbügelanschluß geschlossen wird, muß die Druckfeder somit zunächst
noch ein kleines Stück weiter axial gegen ihre Federkraft zusammengedrückt werden.
[0014] Daneben kann die Selbsthemmung des Betätigungsnockens in der zweiten Position auch
dadurch realisiert werden, daß der Betätigungsnocken einen an den bogenförmigen Lagerbereich
angrenzenden abgeflachten Rastbereich aufweist, der in der zweiten Position des Betätigungsnockens
- Zugbügelanschluß geöffnet - derart mit dem U-Rücken des Zugbügels zusammenwirkt,
daß der Betätigungsnocken nur durch ein aktives Verschwenken mittels des Betätigungswerkzeugs
in die erste Position - Zugbügelanschluß geschlossen - verbracht werden kann. Dies
kann durch entsprechend hohe zu überwindende Reibkräfte zwischen dem abgeflachten
Rastbereich des Betätigungsnockens und dem U-Rücken des Zugbügels erreicht werden.
[0015] Im einzelnen gibt es nun eine Vielzahl von Möglichkeiten, die erfindungsgemäße elektrische
Klemme auszugestalten und weiterzubilden. Dazu wird verwiesen einerseits auf die dem
Patentanspruch 1 nachgeordneten Patentansprüche, andererseits auf die Beschreibung
eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung. In der Zeichnung
zeigen
- Fig. 1
- eine Seiteneinsicht einer erfindungsgemäßen elektrischen Klemme, teilweise geschnitten,
- Fig. 2
- eine vergrößerte Darstellung des Zugbügelanschlusses und des Betätigungsnockens, in
der zweiten Position (Zugbügelanschluß geöffnet) und
- Fig. 3
- eine vergrößerte Darstellung des Zugbügelanschlusses und des Betätigungsnockens, mit
einem angeschlossenen elektrischen Leiter.
[0016] In Fig. 1 ist eine elektrische Klemme 1 mit einem Isoliergehäuse 2, einer in dem
Isoliergehäuse 2 angeordneten Stromschiene 3 und zwei Zugbügelanschlüssen dargestellt,
wobei die beiden Zugbügelanschlüsse jeweils einen etwa U-förmigen Zugbügel 4 und eine
in dem Zugbügel 4 angeordnete spiralförmige Druckfeder 5 aufweisen. Wie insbesondere
aus den Fig. 2 und 3 ersichtlich ist, weist der Zugbügel 4 zwei je eine Durchtrittsöffnung
6 zum Einstecken eines anzuschließenden elektrischen Leiters 7 aufweisende Klemmschenkel
8 und einen die Klemmschenkel 8 miteinander verbindenden U-Rücken 9 auf. In die Durchtrittsöffnungen
6 des Zugbügels 4 ist außerdem die Stromschiene 3 eingesteckt, so daß die Durchtrittsöffnungen
6 die Stromschiene 3 umgreifen.
[0017] Die Druckfeder 5 ist derart zwischen dem U-Rücken 9 des Zugbügels 4 und der Stromschiene
3 angeordnet, daß die Druckfeder 5 die Unterkante 10 der Durchtrittsöffnung 6 gegen
die Stromschiene 3, d.h. in der dargestellten Anordnung nach oben, zieht. Zum Öffnen
des Zugbügelanschlusses, d.h. zum Einstecken eines anzuschließenden elektrischen Leiters
in die Durchtrittsöffnung 6 im Klemmschenkel 8 muß die Druckfeder 5 axial zusammengedrückt
werden, so daß die Klemmstelle zwischen der Unterkante 10 der Durchtrittsöffnung 6
und der Stromschiene 3 geöffnet wird (Fig. 2). Ist der elektrische Leiter 7 in die
Durchtrittsöffnung 6 eingeführt, so wird der Zugbügel 4 aufgrund der Federkraft der
Druckfeder 5 nach oben gedrückt, wodurch der elektrische Leiter 7 durch die Unterkante
10 der Durchtrittsöffnung 6 gegen die Stromschiene 3 gepreßt wird.
[0018] Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist auch die Stromschiene 3 etwa U-förmig
ausgebildet, wobei die Seitenwände der Stromschiene 3 geschlitzt sind, so daß sich
jeweils ein Klemmschenkel 8 des Zugbügels 4 mit seiner Unterkante 10 innerhalb des
Schlitzes nach oben gegen die Unterseite der Stromschiene 3 bewegen kann.
[0019] Zum Einführen der anzuschließenden elektrischen Leiter 7 in die beiden Zugbügelanschlüsse
sind in dem Isoliergehäuse 2 zwei - aufgrund der geschnittenen Darstellung nur angedeutete
- Leitereinführungsöffnungen 11 und darüber hinaus auch zwei Betätigungsöffnungen
12 vorgesehen. Durch die Betätigungsöffnungen 12 kann dabei ein entsprechendes Betätigungswerkzeug,
beispielsweise die Spitze 14 eines Schraubendrehers, zum Verschwenken des als Betätigungsnocken
13 ausgebildeten Betätigungselements eingeführt werden. Durch einfaches Verschwenken
des Betätigungsnockens 13 mittels des Betätigungswerkzeugs kann dabei die Druckfeder
5 axial zusammengedrückt und dadurch der Zugbügel 4 nach unten bewegt werden, wodurch
der Zugbügelanschluß geöffnet wird, so daß ein anzuschließender elektrischer Leiter
7 durch die Leitereinführungsöffnung 11 in die Durchtrittsöffnung 6 im Klemmschenkel
8 des Zugbügels 4 eingeschoben werden kann. Wird der Betätigungsnocken 13 in die erste
Position - linker Zugbügelanschluß in Fig. 1 - zurückgeschwenkt, so wird der Zugbügel
4 durch die Druckfeder 5 nach oben bewegt, so daß sich die zwischen der Unterseite
der Stromschiene 3 und der Unterkante 10 der Durchtrittsöffnung 6 angeordnete Klemmstelle
schließt. Ist kein elektrischer Leiter 7 in die Klemmstelle eingeführt, so ist der
Zugbügelanschluß geschlossen. Ist dagegen ein elektrischer Leiter 7 in die Durchtrittsöffnung
6 eingeführt, so wird der Leiter 7 von der Unterkante 10 der Durchtrittsöffnung 6
gegen die Unterseite der Stromschiene 3 gezogen und somit geklemmt (Fig. 3).
[0020] Zur Lagerung des Betätigungsnockens 13 in dem Isoliergehäuse 2 weist der Betätigungsnocken
13 zwei Drehzapfen 15 auf, die in entsprechenden Aufnahmen in den Seitenwänden 16
des Isoliergehäuses 2 gehalten sind. Darüber hinaus weist der Betätigungsnocken 13
einen bogenförmigen Lagerbereich 17 auf, mit dem sich der Betätigungsnocken 13 zusätzlich
an einer korrespondierenden Auflagefläche 18 im Isoliergehäuse 2 abstützt. Wie aus
Fig. 1 ersichtlich ist, verläuft die Auflagefläche 18 dabei senkrecht zu den Seitenwänden
16 des Isoliergehäuses 2. Der Betätigungsnocken 13 und die Drehzapfen 15 sind dabei
einstückig miteinander verbunden und aus Kunststoff hergestellt.
[0021] Der Betätigungsnocken 13 ist so angeordnet und ausgebildet, daß er in der zweiten
Position, in der der Zugbügelanschluß geöffnet ist, selbsthemmend verbleibt. Hierzu
weist der Betätigungsnocken 13 einen an den bogenförmigen Lagerbereich 17 angrenzenden
abgeflachten Rastbereich 19 auf, der in der zweiten Position so auf dem U-Rücken 9
des Zugbügels 4 aufliegt, daß der Betätigungsnocken 13 nur durch ein aktives Verschwenken
mittels des Betätigungswerkzeugs aus der zweiten Position gelöst und in die erste
Position zurückgeführt werden kann. Dadurch wird gewährleistet, daß ein geöffneter
Zugbügelanschluß beim Einstecken eines anzuschließenden elektrischen Leiters 7 in
seiner geöffneten Stellung verbleibt, so daß der Monteur die Hände zum Einführen des
elektrischen Leiters 7 in die Leitereinführungsöffnung 11 frei hat und nicht gleichzeitig
den Betätigungsnocken 13 mit Hilfe des Betätigungswerkzeugs in der zweiten Stellung
halten muß.
[0022] Zum einfachen Verschwenken des Betätigungsnockens 13 aus der ersten Position in die
zweite Position und umgekehrt ist im Betätigungsnocken 13 eine Aufnahme 20 für die
Spitze 14 des Betätigungswerkzeugs ausgebildet. Somit kann die Spitze 14 des Betätigungswerkzeugs
einfach durch die Betätigungsöffnung 12 in das Isoliergehäuse 2 und in die Aufnahme
20 im Betätigungsnocken 13 eingeführt werden. Beim Verschwenken des Betätigungsnockens
13 mit Hilfe des Betätigungswerkzeugs besteht dann nicht die Gefahr, daß die Spitze
14 des Betätigungswerkzeugs von dem Betätigungsnocken 13 abrutscht. Die Aufnahme 20
erleichtert somit zusammen mit dem Betätigungswerkzeug das Verbringen des Betätigungsnockens
13 aus der ersten Position in die zweite Position und umgekehrt und somit insgesamt
die Betätigung der erfindungsgemäßen elektrischen Klemme 1. Wie aus den Figuren ersichtlich
ist, ist dabei die Aufnahme 20 im wesentlichen gegenüberliegend vom Lagerbereich 17
des Betätigungsnockens 13 angeordnet.
[0023] In dem Isoliergehäuse 2 kann - was hier jedoch nicht dargestellt ist - je ein Anschlag
für das definierte Auffinden der ersten Position (Zugbügelanschluß geschlossen) und
der zweiten Position (Zugbügelanschluß geöffnet) ausgebildet sein. Dadurch kann eine
Begrenzung des maximalen Schwenkwinkels des Betätigungsnockens 13 erreicht werden.
Die Anschläge können dabei einfach durch eine entsprechende Dimensionierung der Betätigungsöffnung
12 im Isoliergehäuse 2 realisiert sein.
1. Elektrische Klemme, insbesondere Hochstromklemme mit einem Isoliergehäuse (2), mit
mindestens einer Stromschiene (3), mit mindestens einem Zugbügelanschluß und mit mindestens
einem in dem Isoliergehäuse (2) angeordneten Betätigungselement zum Öffnen und Schließen
des Zugbügelanschlusses,
wobei der Zugbügelanschluß einen etwa U-förmigen Zugbügel (4) und eine Druckfeder
(5) aufweist,
der Zugbügel (4) zwei je eine Durchtrittsöffnung (6) zum Einstecken des elektrischen
Leiters (7) aufweisende Klemmschenkel (8) und einen die Klemmschenkel (8) miteinander
verbindenden U-Rücken (9) aufweist, und mit seinen Durchtrittsöffnungen (6) die Stromschiene
(3) umgreift,
die Druckfeder (5) derart zwischen dem U-Rücken (9) des Zugbügels (4) und der Stromschiene
(3) angeordnet ist, daß die Druckfeder (5) zum Öffnen des Zugbügelanschlusses axial
zusammengedrückt werden muß, damit ein anzuschließender elektrischer Leiter (7) zwischen
der Stromschiene (3) und der Unterkante (10) der Durchtrittsöffnung (6) eingesteckt
werden kann, und
das Isoliergehäuse (2) mindestens eine Leitereinführungsöffnung (11) zum Einrühren
des anzuschließenden elektrischen Leiters (7) und mindestens eine Betätigungsöffnung
(12) zum Verbringen des Betätigungselements aus einer ersten Position (Zugbügelanschluß
geschlossen) in eine zweite Position (Zugbügelanschluß geöffnet) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Betätigungselement als Betätigungsnocken (13) ausgebildet ist, der derart exzentrische
im Isoliergehäuse (2) gelagert ist,
daß der Betätigungsnocken (13) aus einer ersten Position, in der der Zugbügelanschluß
geschlossen ist, mittels eines Betätigungswerkzeugs, beispielsweise der Spitze (14)
eines Schraubendrehers, in eine zweite Position, in der der Zugbügelanschluß geöffnet
ist, so daß ein elektrischer Leiter (7) zwischen der Stromschiene (3) und der Unterkante
(10) der Durchtrittsöffnung (6) eingesteckt werden kann, verschwenkbar ist.
2. Elektrische Klemme nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Betätigungsnocken (13) mindestens einen, vorzugsweise zwei Drehzapfen (15) aufweist,
mittels dem bzw. mittels denen der Betätigungsnocken (13) in einer entsprechenden
Aufnahme in einer bzw. beiden Seitenwänden (16) des Isoliergehäuses (2) gelagert ist.
3. Elektrische Klemme nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Betätigungsnocken (13) einen bogenförmigen Lagerbereich (17) aufweist, mit dem
sich der Betätigungsnocken (13) an einer korrespondierenden Auflagefläche (18) im
Isoliergehäuse (2) abstützt, wobei die Auflagefläche (18) vorzugsweise senkrecht zu
den Seitenwänden (16) des Isoliergehäuses (2) verläuft.
4. Elektrische Klemme nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der bzw. die Drehzapfen (15) einstückig mit dem Betätigungsnocken (13) verbunden
ist bzw. sind, insbesondere aus Kunststoff hergestellt sind.
5. Elektrische Klemme nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Betätigungsnocken (13) so ausgebildet und angeordnet ist, daß der Betätigungsnocken
(13) in der zweiten Position (Zugbügelanschluß geöffnet) selbsthemmend verbleibt.
6. Elektrische Klemme nach Anspruch 3 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Betätigungsnocken (13) einen an den bogenförmigen Lagerbereich (16) angrenzenden
abgeflachten Rastbereich (19) aufweist, der in der zweiten Position des Betätigungsnockens
(13) (Zugbügelanschluß geöffnet) derart mit dem U-Rücken (9) des Zugbügels (4) zusammenwirkt,
daß der Betätigungsnocken (13) nur durch ein aktives Verschwenken mittels des Betätigungswerkzeugs
aus der zweiten Position (Zugbügelanschluß geöffnet) lösbar ist.
7. Elektrische Klemme nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Betätigungsnocken (13) eine Aufnahme (20) für die Spitze (14) eines Betätigungswerkzeugs
aufweist, wobei die Aufnahme (20) vorzugsweise dem Lagerbereich (17) im wesentlichen
gegenüberliegend angeordnet ist.
8. Elektrische Klemme nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Betätigungsnocken (13) einen Griffabschnitt aufweist, wobei der Griffabschnitt
vorzugsweise dem Lagerbereich (17) im wesentlichen gegenüberliegend angeordnet ist.
9. Elektrische Klemme nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Isoliergehäuse (2) je mindestens ein Anschlag für die erste Position (Zugbügelanschluß
geschlossen) und/oder die zweite Position (Zugbügelanschluß geöffnet) des Betätigungsnockens
(13) ausgebildet ist.