1. Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Steingattersäge, insbesondere zum Bearbeiten
heller Steinsorten, und ein Vormaterial zur Herstellung einer solchen Steingattersäge.
2. Der Stand der Technik
[0002] Steingattersägen weisen im Allgemeinen einen streifenförmigen Träger aus einem Bandstahl
auf, an dessen einer Kante Schneidsegmente angeordnet werden, beispielsweise die dem
Fachmann bekannten Diamantsegmente. Beim Sägen wird der Bandstahlträger mit einer
hohen Zugspannung, die mehreren Tonnen Gewicht entsprechen kann, an seinen beiden
Enden eingespannt, um sicherzustellen, dass der Schnitt nicht verläuft.
[0003] Im montierten Zustand muss jedoch darüber hinaus dafür gesorgt werden, dass die äußere
Zugspannung tatsächlich auf die Segmentzone des Bandstahlträgers einwirkt, an der
die Schneidsegmente angeordnet sind und nicht auf seinen Mittelstreifen. Dazu sind
im Stand der Technik verschiedene Ansätze bekannt:
[0004] So weist beispielsweise die 1990 erstmals vorgestellte Chromex-LS Holz-Gattersäge
der Firma Martin Miller aus Traismauer, Österreich, Schnitte im Sägeblatt auf, um
eine bessere Seitenstabilität des Sägeblatts zu erreichen. Zudem ist das Einbringen
von Schnitten auch aus der
EP 0 879 683 A2 bekannt, allerdings nicht zur Verbesserung der Seitenstabilität bzw. Kippstabilität
der Steingattersäge, sondern um die Lärmentwicklung durch Vibrationen beim Sägen zu
verringern.
[0005] Dazu kann zusätzlich ein dämpfendes Kunststoffmaterial in den genannten Schlitzen
angeordnet werden. Welche Stahlsorten für den Bandstahlträger in diesen vorbekannten
Sägeblättern verwendet werden, ist jedoch nicht offenbart und für den erläuterten
Einsatzzweck (Holzsäge bzw. Lärmreduktion) auch ohne Bedeutung. Gegenwärtig erhältliche
Sägen mit Schlitzen im Sägeblatt werden wegen der hohen Stabilität (siehe unten) ausschließlich
aus martensitischen Stahlsorten gefertigt. Ein Einbringen von Schlitzen verringert
natürlich auch die Zug- und Biegefestigkeit des Sägeblatts und ist daher unerwünscht.
Weiterhin kann es bei Sägebändem, die im aufgerollten Zustand versandt werden zur
plastischen Verformungen an den geschwächten Querschnitten kommen, die später die
Geradheit des Sägebandes negativ beeinträchtigen.
[0006] Der daher weitaus häufiger verwendete Ansatz zu Verbesserung der Seiten- bzw. Kippstabilität
besteht darin in einen Mittelstreifen des Bandstahlträgers eine Eigenspannung (auch
Vorspannung oder Reckspannung genannt) einzubringen. Dies geschieht im Allgemeinen
durch gezieltes Verlängern des Bandmittelstreifens, beispielsweise durch Rollieren
mit einer Druckrolle oder durch Hammerschläge. Im Ergebnis werden damit Druckspannungen
in diesem Bereich des Sägeblatts erzeugt. Die Druckspannungen kompensieren lokal die
von außen angelegte Zugspannung so dass der Mittelstreifen des Bandstahlträgers im
eingespannten Zustand im Wesentlichen zugspannungsfrei bleibt. Im Ergebnis wird damit
sichergestellt, dass im Betrieb die Segmentzone mit den daran angeordneten Schneidsegmenten
unter einer hinreichenden Zugspannung steht und der Schnitt nicht verläuft.
[0007] Wenn das Sägeblatt nach einer bestimmten Betriebsdauer die Eigenspannung im Mittelstreifen
verloren hat, muss das Sägeblatt ausgebaut werden, um erneut den Mittelstreifen in
der erläuterten Weise zu behandeln. Damit dieser Vorgang nicht zu häufig wiederholt
werden muss und die Steingattersäge eine hohe Standzeit erreicht, werden bislang bevorzugt
martensitische Stahlsorten für Steingattersägen verwendet.
[0008] Beim Steinsägen wird zur Kühlung und Schmierung des Sägeblattes Wasser verwendet.
Martensitische Stähle neigen jedoch zur Korrosion, insbesondere nach der gegebenenfalls
wiederholten Verlötung mit den Schneidsegmenten. Dies führt insbesondere beim Schneiden
heller Steinsorten, beispielsweise hochwertigem Marmor, zu durch Rost verschmutzten
Schnittflächen, die aufgrund der Kapillarwirkung tief in den Stein eindringen und
sich später nicht mehr entfernen lassen.
[0009] Weiterhin kann sich Spaltriss- bzw. Spannungsrisskorrosion ergeben, die aufgrund
der zyklischen Belastung beim Steinsägen in kürzester Zeit zum Brechen des Sägebandes
führt.
[0010] Beschichtungen der Seitenfläche des Sägeblatts zum Korrosionsschutz weisen insbesondere
nach der mehrfachen Wiederbestückung mit neuen Schneidsegmenten keine hinreichende
Beständigkeit auf. Ebenso wenig konnten sich bisher Bandstahlträger aus nickelmartensitischen
Stahlsorten durchsetzen, da dies zu unakzeptabel hohen Kosten führt.
[0011] Der vorliegenden Erfindung liegt daher das Problem zugrunde, ein Vormaterial für
eine Steingattersäge und eine Steingattersäge bereitzustellen, so dass bei geringen
Kosten bei einer guten Seiten- bzw. Kippstabilität auch eine hohe Korrosionsbeständigkeit
erreicht wird, um das problemlose Bearbeiten heller Steinsorten zu ermöglichen.
3. Zusammenfassung der Erfindung
[0012] Die vorliegende Erfindung löst dieses Problem durch ein Vormaterial für eine Steingattersäge,
insbesondere zum Bearbeiten heller Steinsorten, aufweisend einen Bandstahlträger mit
einer Mehrzahl von Schlitzen im Mittelstreifen des Bandstahlträgers, wobei der Bandstahlträger
im Wesentlichen aus einem austenitischen Stahl gefertigt ist.
[0013] Der vorliegenden Erfindung liegt der überraschende Gedanke zugrunde, das Korrosionsproblem
durch die Verwendung einer Stahlsorte zu lösen, die für die übliche Vorspannung des
Bandmittelstreifens grundsätzlich ungeeignet ist. Austenitische Stahlsorten sind auf
gewöhnlichem Wege nicht härtbar und verlieren eine eingebrachte Vorspannung deutlich
schneller als martensitische Stahlsorten.
[0014] Weiterhin ist das Richten von austenitischen Bandstählen wesentlich aufwendiger als
bei martensitischen. Das Einbringen einer Vorspannung in den Bandmittelstreifen führt
bei austenitischen Bandstählen oft zum Verlust der durch Richten eingestellten Bandform.
Insbesondere wirkt sich ein Vorspannen nachteilig auf die Geradheit des Bandstahls
aus. Daher können derart vorgespannte austenitische Bandstähle nicht bei Steingattersägen
eingesetzt werden.
[0015] Durch das Einbringen von Schlitzen in den Bandmittelstreifen wird diese nachteilige
Materialeigenschaft von austenitischem Stahl jedoch kompensiert. Da ein Bandmittelstreifen
mit Schlitzen keine Zugspannung übertragen kann, wird die von außen angelegte Zugspannung
von der Segmentzone bzw. der gegenüberliegenden Randzone aufgenommen, was im Ergebnis
zu einem hohen Maß an Seiten- bzw. Kippstabilität und damit zu geraderen Schnitten
führt.
[0016] Die Verwendung von austenitischem Stahl für das Vormaterial einer Steingattersäge
stellt sicher, dass es nicht zur Korrosion und damit zu einer Verschmutzung des geschnittenen
Steins kommt. Dies ist insbesondere bei der Verwendung einer erfindungsgemäßen Steingattersäge
zur Bearbeitung von hellen Steinsorten von erheblichem Vorteil.
[0017] Ein weiterer Vorteil liegt in der einfacheren Handhabung. So kann das Sägeblatt planiert
werden, ohne dass eine nachfolgende Bearbeitung zur Erzeugung der erläuterten Eigenspannung
(Rollen, etc) die Planheit bzw. Ebenheit nachteilig beeinflusst. Darüber hinaus lassen
sich Schneidsegmente leichter auf einen Bandstahlträger aus einem austenitischen Stahl
löten oder schweißen als auf die bisher verwendeten Stahlsorten, da es an der Lötstelle
nicht zu Versprödungen kommen kann. Weiterhin wird durch die Korrosionsbeständigkeit
des austenitischen Stahls Spalt- oder Spannungsrisskorrosion vermieden. Dadurch erhöht
sich die Lebensdauer der Steingattersäge. Schließlich sind austenitische Stahlsorten
vergleichsweise günstig.
[0018] Die Schlitze sind bevorzugt asymmetrisch im Bandstahlträger angeordnet. Dabei ist
in einer ersten Ausführungsform der Mittelpunkt der Schlitze 5% - 10%, bevorzugt ca.
7% der Breite des Bandstahlträgers von der Längsachse bzw. Mitte des Bandstahlträgers
versetzt angeordnet. Somit ergeben sich eine Segmentzone mit größerem Querschnitt
zur Befestigung der Schneidsegmente und eine Randzone auf der gegenüberliegenden Seite
mit kleinerem Querschnitt. Die höher belastete Segmentzone wird daher verstärkt.
[0019] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weisen die Schlitze eine elliptische
Form auf Durch die elliptische Form der Schlitze ergeben sich bei Belastung nur geringe
Spannungsspitzen an den Schlitzen, so dass das Vormaterial und die Steingattersäge
trotz Schwächung des Mittelstreifens eine hohe Zugfestigkeit aufweisen.
[0020] Bevorzugt sind die Schlitze zur Längsachse des Bandstahlträgers geneigt angeordnet.
Bevorzugt sind die Schlitze 25° - 50°, noch bevorzugter ca. 30°, zur Längsachse des
Bandstahlträgers geneigt angeordnet. Durch die Neigung, insbesondere in diesem Winkelbereich,
wird ein plastisches Knicken des Vormaterials und der Steingattersäge beim Aufrollen
für den Versand vermieden und damit die Planheit bzw. Ebenheit beibehalten.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform weisen die Schlitze eine Länge von60% bis 90%,
bevorzugt ca. 80%, der Breite des Bandstahlträgers und/oder eine Breite von 30% -
50%, bevorzugt ca. 40% der Breite des Bandstahlträgers auf. Diese Dimensionierung
ergibt einen optimalen Ausgleich zwischen Zug- und Biegefestigkeit des Vormaterials
und der Steingattersäge einerseits und Seiten- und Kippstabilität andererseits.
[0022] Das Vormaterial weist bevorzugt eine Länge von 2200 mm bis 5250 mm und/oder eine
Breite von 50mm - 300mm, besonders bevorzugt eine Breite von 180mm, und/oder eine
Dicke von 2,5 mm bis 3,5 mm auf. Damit entspricht es in etwa den gewünschten Abmessungen
für Steingattersägen.
[0023] Die Schlitze im Bandstahlträger können durch jedes geeignete Verfahren erzeugt werden,
beispielsweise durch Stanzen. Bevorzugt sind die Mehrzahl von Schlitzen im Bandstahlträger
jedoch durch Laser- oder Wasserstrahlschneiden erzeugt worden. Damit können die Schlitze
jede geeignete Form aufweisen und nahezu verzugfrei in den Bandstahlträger eingebracht
werden. Dabei ist es denkbar im gleichen Arbeitsgang mit dem Laser auch Vorrichtungen
zum Einspannen zu erzeugen, beispielsweise geeignete Löcher an den Enden des Streifens
des Vormaterials einzubringen.
[0024] Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung eine Steingattersäge
zum Sägen von Steinen, insbesondere hellen Steinsorten, aufweisend vorstehend beschriebenes
Vormaterial als Trägerband und eine Mehrzahl von am Trägerband befestigten Schneidsegmenten.
Die Schneidsegmente können von einer im Stand der Technik bekannten Art sein und werden
bevorzugt an dem Trägerband angelötet bzw. noch bevorzugter angeschweißt.
[0025] In dieser Hinsicht sollte erwähnt werden, dass sich ein austenitischer Bandstahl
besser schweißen lässt als ein martensitischer, da es bei einem austenitischen Bandstahl
nicht zu einer Aufhärtung in den jeweiligen Wärmeeinflusszonen kommt. Daher bietet
ein austenitischer Bandstahl Vorteile bei der Herstellung von Steingattersägen, da
die Schneidsegmente automatisiert angeschweißt werden können und nicht aufwendig von
Hand angelötet werden müssen. Weiterhin hat dies den Vorteil, dass ein derartiger
Schweißvorgang im Gegensatz zu einem Lötvorgang ohne Zusatzwerkstoff auskommt und
somit leichter zu automatisieren ist.
[0026] Weitere Fortentwicklungen der erfindungsgemäßen Steingattersäge und des Vormaterials
sind in weiteren abhängigen Ansprüchen definiert.
[0027] Schließlich betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung des
erläuterten Vormaterials einer Steingattersäge aufweisend die Schritte des Bereitstellens
eines Bandstahlträgers aus einem austenitischem Stahl und des Einbringens von Schlitzen
in einen Bandmittelstreifen des Bandstahlträgers.
[0028] Die Schlitze werden vorzugsweise unter Verwendung eines Lasers oder einer Wasserstrahlschneideanlage
eingebracht, wodurch sich das Vormaterial nicht thermisch oder mechanisch verzieht.
Andere Verfahren sind jedoch ebenfalls denkbar.
[0029] Das Verfahren weist ferner vorzugsweise den Schritt des Ablängens des Bandstahlträgers
auf die im Wesentlichen für eine Steingattersäge benötigte Länge auf, wobei der Schritt
des Ablängens bevorzugt vor dem Schritt des Einbringens der Schlitze durchgeführt
wird. Zusätzlich wird der Bandstahlträger bevorzugt vor dem Einbringen der Schlitze
planiert.
4. Kurze Beschreibung der begleitenden Figuren
[0030] Im Folgenden werden Aspekte der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme auf die begleitenden
Figuren genauer erläutert. Diese Figuren zeigen:
- Fig. 1:
- einen Teil einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Steingattersäge;
- Fig. 2:
- ein Teil einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Vormateri- als für die Steingattersäge
nach Fig. 1; und
- Fig. 3:
- einen Abschnitt des Vormaterials der Fig. 2 zur Darstellung der Form, Lage und relativen
Abmessungen bevorzugter Schlitze.
5. Detaillierte Beschreibung, bevorzugter Ausführungsbeispiele
[0031] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung mit
Bezug auf die Figuren detailliert beschrieben.
[0032] Fig. 1 zeigt einen Abschnitt einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Steingattersäge
2. Die Steingattersäge 2 besteht aus einem bandförmigen Vormaterial 1 mit einem Bandstahlträger
10 als ein Trägerband und einer Mehrzahl von am Trägerband befestigten Schneidsegmenten
30.
[0033] In Figur 1 ist lediglich ein Teil einer Steingattersäge 2 dargestellt, die in Realität
eine Länge von ca. 2200 mm - 5250 mm und bevorzugt von 4000 mm aufweist. Ein bevorzugtes
Vormaterial 1 für solch eine Steingattersäge 2 weist daher ebenfalls eine Länge von
ca. 4000 mm, bei einer Breite von 180 mm und einer Dicke von 3,5 mm auf.
[0034] Die Schneidsegmente 30 sind zum Schneiden von Steinen ausgelegt und bestehen bevorzugt
aus Diamant-Verbundsegmenten. Solche Diamant-Verbundsegmente werden hergestellt, indem
ein pulverförmiger Matrixwerkstoff mit Diamanten vermischt wird und dann das Gemisch
kaltgepresst und gesintert bzw. warmgepresst wird. Die Verbundsegmente werden dann
an der unteren Kante des Vormaterials 1 durch Hartlöten befestigt. Dazu wird ein geeignetes
Hartlot mit hoher Festigkeit bzw. Zähigkeit verwendet. Dabei können Lote verwendet
werden, die einen höheren Schmelzpunkt und daher im Allgemeinen eine höhere Festigkeit
bzw. Zähigkeit aufweisen, als bei herkömmlichen martensitischen Bandmaterialien. Wie
schon erwähnt, kommt es bei einem austenitischen Bandstahl als Vormaterial 1 nicht
zu einer Versprödung der Wärmeeinflusszone und daher nicht zu einem Ausbrechen der
Zahnsegmente 30 beim Betrieb der Steingattersäge 2.
[0035] Durch die Verwendung eines austenitischen Bandstahls als Vormaterial 1 können die
Schneidsegmente 30 auch durch Schweißen an dem Vormaterial 1 befestigt werden. Dies
hat den Vorteil, dass ein derartiger Schweißvorgang, im Gegensatz zu einem Lötvorgang,
ohne Zusatzwerkstoff auskommt, sowie leichter zu automatisieren ist.
[0036] Das Vormaterial 1, das das Trägerband der Steingattersäge 2 bildet, ist im Wesentlichen
aus einem austenitischen Stahl gefertigt. Austenit selbst besitzt nur eine geringe
Härte. Ein austenitischer Stahl kann jedoch durch Kaltverformung verfestigt werden.
Der große Vorteil von austenitischen Stählen liegt in ihrer Rostbeständigkeit. Sie
sind gegen Wasser, Wasserdampf, Luftfeuchtigkeit sowie schwache organische und anorganische
Säure beständig.
[0037] Beispiele für austenitische Stähle sind z. B. die folgenden Stähle:
W.-Nr. 1.4301 (X5CrNi 18-10)
W.-Nr. 1.4305 (X1OCrNi 18-9)
W.-Nr. 1.4306 (X2CrNi 19-11)
W.-Nr. 1.4541 (X6CrNiTi 18-10)
W.-Nr. 1.4310(X10CrNi 18-8)
[0038] Selbstverständlich können mit der vorliegenden Erfindung auch andere geeignete austenitische
Stähle verwendet werden.
[0039] In Figur 2 ist ein Vormaterial 1 für eine Steingattersäge 2 dargestellt. In das Vormaterial
1 sind eine Mehrzahl von Schlitzen 20 im gestrichelt angedeuteten Mittelstreifen 12
des Bandstahlträgers 10 eingebracht. Durch diese Schlitze 20 überträgt der Mittelstreifen
des Bandstrahlträgers 10 bei Belastung keine Zugkräfte. Diese werden von einem Randstreifen
14 sowie einer Segmentzone 16 aufgenommen, so dass ein Verlaufen der späteren Steingattersäge
2 vorteilhafterweise verhindert wird.
[0040] Das Vormaterial 1 der Steingattersäge 2 aus Figur 2 ist gedanklich in einzelne Abschnitte
18 unterteilt, wobei in Figur 3 ein Abschnitt 18 im Detail dargestellt ist.
[0041] Figur 3 zeigt einen Abschnitt des Vormaterials 1 einer Steingattersäge 2 zur Verdeutlichung
der Form, Lage und der nativen Abmessungen der Schlitze 20.
[0042] Die Schlitze 20 können eine beliebige geeignete Form annehmen, um den Bandmittelstreifen
12 des Bandstahlträgers 10 zu schwächen bzw. zu unterbrechen. In der dargestellten
Ausführungsform weisen die Schlitze 20 eine elliptische Form auf und sind um einen
Winkel α von 30° zur Längsachse L des Bandstahlträgers 10 geneigt angeordnet,
[0043] Wie dargestellt sind die Schlitze asymmetrisch im Bandstahlträger 10 angeordnet,
und zwar leicht nach oben versetzt, damit die Segmentzone 16 etwas breiter ist als
der gegenüber liegende Randstreifen 14. Bevorzugt ist der Mittelpunkt M der Schlitze
20, um 5 % bis 10 % und noch bevorzugter ca. 7 % der Breite B des Bandstahlträgers
10 von der Längsachse L des Bandstahlträgers nach oben versetzt angeordnet. Damit
werden die von den Schneidsegmenten 30 auf die Segmentzone 16 eingebrachten lokalen
Kräfte und lokalen Momente besser aufgenommen.
[0044] Weiterhin sind die Schlitze 20 zur Längsachse L des Bandstahlträgers 10 geneigt,
wobei ein Winkel von 25° bis 50°, bevorzugt von ca. 30° sich als vorteilhaft erwiesen
hat, um dem Band eine ausreichende Biegefestigkeit zu geben.
[0045] Die Schlitze 20 haben bevorzugt eine Länge 1 von 60% bis 90 %, noch bevorzugter ca.
80 % der Breite B des Bandstahlträgers 10. Dabei weisen sie eine Breite b von 30 %
bis 50 %, bevorzugt ca. 40 % der Breite B des Bandstahlträgers 10 auf.
[0046] Die Schlitze 20 werden bevorzugt durch Laser- oder Wasserstrahlschneiden in den Bandstahlträger
10 eingebracht. Diese beiden Verfahren haben den Vorteil, dass jede beliebige Geometrie
für die Schlitze 20 erzeugt werden kann. Zudem verzieht sich der Bandstahlträger 10
bei diesen Bearbeitungsvorgängen nicht.
[0047] Die Bandstahlträger 10 weisen bevorzugt eine Breite B von 50 mm bis 300 mm und noch
bevorzugter eine Breite von 180 mm auf, wobei die Dicken von 2,5 mm bis 3,5 mm variieren.
Bevorzugte Dicken sind 2,5 mm, 2,8 mm, 3,0 mm und 3,5mm.
[0048] Bei der Herstellung einer Steingattersäge 2 oder des Vormaterials 1 für eine Steingattersäge
2 wird der Bandstahlträger 10 zunächst auf im Wesentlichen die für eine Steingattersäge
2 benötigte Länge abgelenkt. Die benötigte Länge der Steingattersäge 2 hängt von der
verwendeten Maschine ab. Übliche Längen liegen in dem Bereich zwischen 2200 mm und
5250 mm, bevorzugt bei etwas mehr als 4000 mm. Danach wird der Bandstahl planiert,
d. h. zwischen Richtwalzen gerichtet, damit die spätere Steingattersäge 2 die notwendige
Ebenheit und Geradheit aufweist.
[0049] Danach werden die Schlitze 20 mit einer Laser- oder Wasserstrahlschneideanlage eingebracht.
Bezutzszeichenliste
[0050]
- 1
- Vormaterial
- 2
- Steingattersäge
- 10
- Bandstahlträger
- 12
- Mittelstreifen
- 14
- Randstreifen
- 16
- Segmentzone
- 20
- Schlitze
- 30
- Schneidsegmente
1. Vormaterial (1) für eine Steingattersäge (2), insbesondere zum Bearbeiten heller Steinsorten,
aufweisend:
a. einen Bandstahlträger (10) mit einer Mehrzahl von Schlitzen (20) im Mittelstreifen
(12) des Bandstahlträgers (10);
b. wobei der Bandstahlträger (10) im Wesentlichen aus einem austenitischen Stahl gefertigt
ist.
2. Vormaterial nach Anspruch 1, wobei die Schlitze (20) asymmetrisch im Bandstahlträger
(10) angeordnet sind.
3. Vormaterial nach Anspruch 2, wobei der Mittelpunkt (M) der Schlitze um 5% - 10%, bevorzugt
ca. 7% der Breite B des Bandstahlträgers (10) von der Längsachse L des Bandstahlträgers
(10) versetzt angeordnet ist.
4. Vormaterial nach einem der Ansprüche 1 - 3, wobei die Schlitze (20) eine elliptische
Form aufweisen.
5. Vormaterial nach einem der Ansprüche 1 - 4, wobei die Schlitze (20) zur Längsachse
(L) des Bandstahlträgers (10) geneigt angeordnet sind.
6. Vormaterial nach Anspruch 4, wobei die Schlitze 25° - 50°, bevorzugt ca. 30°, zur
Längsachse (L) des Bandstahlträgers (10) geneigt angeordnet sind.
7. Vormaterial nach einem der Ansprüche 1 - 6, wobei die Schlitze (20) eine Länge (1)
von 60% bis 90%, bevorzugt ca. 80%, der Breite (B) des Bandstahlträgers (10) und/oder
eine Breite (b) von 30% - 50%, bevorzugt ca. 40% der Breite (B) des Bandstahlträgers
(10) aufweisen.
8. Vormaterial nach einem der Ansprüche 1 - 7, aufweisend eine Länge von 2200 mm bis
5250 mm und/oder eine Breite (B) von 50 mm bis 300 mm, bevorzugt eine Breite von 180
mm, und/oder eine Dicke von 2,5 mm bis 3,5 mm.
9. Vormaterial nach einem der Ansprüche 1 - 8, wobei die Mehrzahl von Schlitzen (20)
im Bandstahlträger (10) durch Laser- oder Wasserstrahlschneiden erzeugt worden ist.
10. Steingattersäge (2) zum Sägen von Steinen, insbesondere hellen Steinsorten, aufweisend:
a. ein Vormaterial (1) gemäß einem der Ansprüche 1 - 9 als Trägerband (1), und
b. eine Mehrzahl von am Trägerband (1) befestigten Schneidsegmenten (30).
11. Verfahren zur Herstellung eines Vormaterials (1) nach einem der Ansprüche 1 - 9 einer
Steingattersäge (2) aufweisend die folgenden Schritte:
a. Bereitstellen eines Bandstahlträgers (10) aus einem austenitischen Stahl; und
b. Einbringen von Schlitzen (20) in einen Bandmittelstreifen (12) des Bandstahlträgers
(10).
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei die Schlitze (20) unter Verwendung eines Lasers
oder einer Wasserstrahlschneideanlage eingebracht werden.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, ferner aufweisend den Schritt des Ablängens des
Bandstahlträgers (10) auf im Wesentlichen die für eine Steingattersäge (2) benötigte
Länge.
14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei der Schritt des Ablängens vor dem Schritt des Einbringens
der Schlitze (20) durchgeführt wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 - 14, wobei der Bandstahlträger (10) vor dem
Einbringen der Schlitze (20) planiert wird.