[0001] Die Erfindung betrifft einen Handgriff zur Verwendung an einem Vibrationen erzeugenden
Handwerkzeuggerät, wie beispielsweise einem Winkelschleif-, Bohrhammer- oder Meisselgerät.
Dieser weist eine von einem Nutzer greifbare Aussenhülse und ein Trägerelement auf,
das sich wenigstens teilweise innerhalb der Aussenhülse entlang einer Längsachse erstreckt.
Das Trägerelement ist dabei mit Drehbefestigungsmitteln drehfest verbunden, die beispielsweise
ein Gewinde oder Teile einer Spannbandvorrichtung umfassen. Über diese ist der Handgriff
durch Aufbringen eines Drehmomentes gegenüber dem Handwerkzeuggerät mit diesem verbindbar,
wobei das Handwerkzeuggerät beispielsweise ein entsprechendes Gegengewinde oder eine
entsprechende Aufnahmefläche für die Spannbandvorrichtung aufweist. Zudem weist der
Handgriff eine das Trägerelement umschliessende elastische Vibrationsminderungseinrichtung
auf, über die die Aussenhülse radial beabstandet zum Trägerelement gehalten ist.
[0002] Derartige Handgriffe werden bedarfsweise an dem betreffenden Werkzeuggerät montiert,
um dieses im Betrieb besser halten und führen zu können. Dabei weist die Vibrationsminderungseinrichtung
eine isolierende oder dämpfende Wirkung auf, die dafür sorgt, dass im Betrieb an dem
Werkzeuggerät auftretende Vibrationen lediglich zu einem stark verminderten Teil auf
die Aussenhülse übertragen werden. Hierdurch wird ein komfortableres Halten und Führen
des Werkzeuggerätes im Betrieb ermöglicht.
[0003] Aus
US 2004/0016082 A1 ist ein Seitenhandgriff bekannt, der ein stiftförmiges Verbindungselement aufweist,
das über eine Schraubverbindung am Gehäuse eines Winkelschleifgerätes festlegbar ist.
An dem Verbindungselement ist unter Zwischenlage zweier im Wesentlichen ringförmiger,
elastischer Elemente ein hülsenförmiges Greifelement gehalten. Hierdurch wird eine
zylindrische Innenfläche des Greifelementes beabstandet zum Verbindungselement gehalten,
wodurch eine direkte Vibrationsübertragung vom Verbindungselement auf das Greifelement
verhindert wird.
[0004] Nachteilig an dem bekannten Seitenhandgriff ist, dass beim Anziehen bzw. Lösen der
Schraubverbindung relativ leicht ein maximales Drehmoment erreicht wird, bei dessen
Überschreitung sich das Greifelement relativ zum Verbindungselement verdreht, ohne
dabei noch eine Drehbewegung zu übertragen. Vielmehr wirken die elastischen Elemente
ab Überschreitung des maximalen Drehmomentes lediglich noch als Gleitlager zwischen
Greifelement und Verbindungselement.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem gattungsgemässen
Handgriff mit Vibrationsminderungseinrichtung die genannten Nachteile zu vermeiden
und die Übertragung eines grösseren Drehmomentes zu ermöglichen.
[0006] Erfindungsgemäss wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass das Trägerelement eine Aussenprofilierung
mit radialen Aussenprofilerhöhungen aufweist. Diese sind wenigstens auf axialer Höhe
der Vibrationsminderungseinrichtung auf Lücke zu radialen Innenprofilerhöhungen einer
Innenprofilierung der Aussenhülse angeordnet. Die Profilerhöhungen können dabei beispielsweise
durch einzelne gegenüber einem kreisringförmigen Grundprofil radial abstehende Elemente
oder durch einen Polygonquerschnitt gebildet sein. Bei Verwendung eines Polygonquerschnittes
als Aussenprofil wirken dessen Ecken gegenüber einem virtuell eingeschlossenen kreisförmigen
Grundprofil als Profilerhöhung. Bei Verwendung desselben als Innenprofil wirken dessen
Ecken entsprechend gegenüber einem den Polygonquerschnitt virtuell einschliessenden
kreisförmigen Grundprofil als Profilerhöhung. Durch die umlaufend zueinander versetzt
angeordneten Profilerhöhungen liegt ist immer eine Aussenprofilerhöhung gegenüber
einem vertieften Bereich der Innenprofilierung angeordnet und umgekehrt. Hierdurch
wird im Gegensatz zum Aneinanderliegen zylindrischer Flächen eine zu beiden radialen
Seiten der Vibrationsminderungseinrichtung wirkende Verzahnung erzielt, die zu einer
deutlich verbesserten Drehmomentübertragung von der Aussenhülse auf das Trägerelement
führt. Gleichzeitig kann dabei das Trägerelement weiterhin beabstandet zur Aussenhülse
gehalten werden, um die Übertragung von Vibrationen gering zu halten.
[0007] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist dabei ein auf die Längsachse bezogener
Rotationsaussendurchmesser der Aussenprofilierung wenigstens so gross wie ein Rotationsinnendurchmesser
der Innenprofilierung. Hierdurch wird ein in Drehrichtung wirkender Formschluss zwischen
der Aussenhülse und dem Trägerelement gewährleistet, der beim Anziehen oder Lösen
der Drehbefestigungsmittel die Übertragung eines besonders grossen Drehmomentes erlaubt.
[0008] Vorteilhafterweise ist die Aussenprofilierung durch eine zylindrische Aussenwand
gebildet, an der mehrere axial ausgerichtete Aussenrippen angeordnet sind. Hierdurch
ist die Aussenprofilierung besonders einfach und kostengünstig herstellbar.
[0009] Bevorzugterweise ist die Innenprofilierung durch eine zylindrische Innenwand gebildet,
an der mehrere axial ausgerichtete Innenrippen angeordnet sind, wodurch auch die Innenprofilierung
besonders einfach und kostengünstig herstellbar ist.
[0010] Besonders günstig ist es, wenn die Vibrationsminderungseinrichtung einen Vibrationsminderungskörper
mit einem, beispielsweise stern- oder wellenförmigen, geschlossenen Querschnitt aufweist,
der mit der auf Lücke angeordneten Positionierung der Aussenprofilierung und der Innenprofilierung
korreliert. Hierdurch ist der Vibrationsminderungskörper leichter zwischen den beiden
Profilierungen positionierbar. Zudem ist durch einen solchen Vibrationsminderungskörper
eine bei der Montage erzielbare Vorspannung durch unterschiedliche Dimensionierung
exakter vorbestimmbar.
[0011] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform weist der Vibrationsminderungskörper
wenigstens bereichsweise eine Profilstärke auf, die im unbelasteten Zustand grösser
ist als ein Abstand zwischen der Aussenprofilierung und der Innenprofilierung in dem
betreffenden Bereich. Hierdurch wird beim Einbau der Vibrationsminderungskörper in
dem betreffenden Bereich eine Vorspannung erzeugt, mit der die Vibrationsminderungskörper
besonders gut auf die vorgesehene Betriebsweise des Handwerkzeuges einstellbar sind,
um eine optimierte Schwingungsentkoppelung zu erzielen.
[0012] Vorteilhafterweise ist die Vibrationsminderungseinrichtung wenigstens teilweise aus
einem geschäumten Kunststoff hergestellt, wodurch auch aufwändige Formen kostengünstig
herstellbar sind.
[0013] Dabei ist es günstig, wenn die Vibrationsminderungseinrichtung wenigstens teilweise
auf der Basis von zelligen Polyisocyanat-Polyadditionsprodukten hergestellt ist. Hierdurch
kann eine geeignete Elastizität bei geringem Verschleiss gewährleistet werden.
[0014] Bevorzugterweise weist die Vibrationsminderungseinrichtung einen Vibrationsminderungskragen
auf, der sich in axiale Richtung zwischen einem am Trägerelement gehaltenen Stützkragen
und der Aussenhülse erstreckt. Auf diese Weise kann auch in Richtung der Längsachse
eine Vibrationsminderung erzielt werden.
[0015] Hierbei ist es günstig, wenn der Stützkragen an einem Endstück des Trägerelementes
ausgebildet ist, das über eine Schraubverbindung mit dem übrigen Trägerelement verbunden
ist. Hierdurch kann die Vibrationsminderungseinrichtung besonders leicht montiert
werden.
[0016] Ferner ist vorteilhafterweise der Vibrationsminderungskragen separat zum Vibrationsminderungskörper
ausgebildet, wodurch beide Elemente leichter und kostengünstiger herstellbar sind.
Zudem kann auf diese Weise für beide Elemente ein an die jeweiligen Bedürfnisse angepasstes
Material verwendet werden.
[0017] Dabei ist es günstig, wenn an wenigstens einer der Profilierungen eine radiale Stufe
ausgebildet ist, die einen Axialanschlag bildet, an dem der Vibrationsminderungskörper
anliegt. Hierdurch können axiale Verschiebungen des Vibrationsminderungskörpers gegenüber
dem Trägerelement auch unabhängig vom Vibrationsminderungskragen verhindert werden.
[0018] Bevorzugterweise weist die Vibrationsminderungseinrichtung an zwei Enden des Handgriffes
jeweils einen Vibrationsminderungskörper auf. Hierdurch kann über eine grosse Länge
eine sichere radiale Vibrationsminderung gewährleistet werden, da durch die beiden
zueinander beabstandeten Vibrationsminderungskörper ein paralleles Einfedern erzielt
wird. Auf diese Weise kann ein Abknicken der Aussenhülse gegenüber dem Trägerelement
vermieden werden. Dabei ist es ausreichend, wenn sich die beiden Vibrationsminderungskörper
jeweils über eine lediglich kleine Länge erstrecken.
[0019] In einer alternativen Ausführungsform sind an den beiden Enden jeweils Drehbefestigungsmittel
vorgesehen, die mit dem Handwerkzeuggerät verbindbar sind. Auf diese Weise ist der
vorgesehene Handgriff auch für einen D-förmigen Griff, beispielsweise als Hauptgriff
eines Handwerkzeuggerätes verwendbar.
[0020] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Ansicht eines erfindungsgemässen Handgriffes,
- Fig. 2
- einen Längsschnitt durch den Handgriff in der Ebene II-II aus Fig. 1,
- Fig. 3
- einen Querschnitt durch den Handgriff in der Ebene III-III aus Fig. 1,
- Fig. 4
- eine perspektivische Explosionsdarstellung des Handgriffes nach Fig. 1 und
- Fig.5
- einen Längsschnitt durch den erfindungsgemässen Handgriff bei alternativer Lagerung
[0021] Fig. 1 zeigt einen Handgriff 2 in Form eines Seitenhandgriffes, der bedarfsweise
an einem Handwerkzeuggerät 4, wie beispielsweise einem Winkelschleif-, Bohrhammer-
oder Meisselgerät anbringbar ist. Hierzu weist der Handgriff 2 Drehbefestigungsmittel
6 auf, die ein Gewinde 8 in Form eines Aussengewindes umfassen und die mit einer Aussenhülse
10 verbunden sind. Dabei erstrecken sich die Aussenhülse 10 und das Gewinde 8 entlang
einer gemeinsamen Längsachse A.
[0022] Die Drehbefestigungsmittel 6 sind mit Gegenbefestigungsmitteln 12 verbindbar, die
ein Gegengewinde 14 in Form eines in das Handwerkzeuggerätes 4 eingelassenen Innengewindes
umfassen. Alternativ hierzu können die Drehbefestigungsmittel 6 auch eine marktübliche
Spannbandvorrichtung aufweisen, die an einem entsprechenden Aufnahmebereich des Handwerkzeuggerätes
festspannbar ist (nicht dargestellt).
[0023] Wie aus Fig. 2 zu entnehmen ist, sind die Drehbefestigungsmittel 6 an einem Endstück
16 ausgebildet, das an einem dem Handwerkzeuggerät 4 zugewandten ersten Ende 18 des
Handgriffes 2 über eine Schraubverbindung 20 mit einem stabförmigen Trägerelement
22 verbunden ist. An diesem Trägerelement 22 ist die Aussenhülse 10 unter Zwischenlage
einer insgesamt mit 24 bezeichneten elastischen Vibrationsminderungseinrichtung gehalten.
[0024] Die Vibrationsminderungseinrichtung 24 weist am ersten Ende 18 sowie an einem von
diesem abgewandten zweiten Ende 26 des Handgriffes 2 jeweils einen Vibrationsminderungskörper
28 aus geschäumten Kunststoff, insbesondere auf Basis von zelligen Polyisocyanat-Polyadditionsprodukten
auf. Dieser ist, wie aus den Fig. 3 und 4 zu entnehmen ist, im Wesentlichen ringförmig
mit einem wellenförmig umlaufenden geschlossenen Profil ausgebildet, das im eingebauten
Zustand das Trägerelement 22 bezüglich der Längsachse A radial umschliesst. Zu dem
jeweiligen Ende 18, 26 hin ist neben dem radial wirkenden Vibrationsminderungskörper
28 zudem ein Vibrationsminderungskragen 30 auf das Trägerelement 22 aufgeschoben,
der sich radial über den Querschnitt des Vibrationsminderungskörpers 28 hinaus erstreckt
und in diesem Bereich axial zwischen einem ringförmigen Axialanschlag 32 der Aussenhülse
10 und einem Stützkragen 34 angeordnet ist.
[0025] Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind die beiden Stützkragen 34 durch Unterlegscheiben
gebildet, die am ersten Ende durch das Endstück 16 und am zweiten Ende durch eine
Schraube 35 abgestützt sind. Alternativ hierzu kann der Stützkragen 34 auch einteilig
mit dem Endstück 16 beziehungsweise mit der Schraube 35 ausgebildet, oder im oben
beschriebenen Fall der Verwendung einer Spannbandvorrichtung durch Teile derselben
gebildet sein.
[0026] Zudem können der Vibrationsminderungskörper 28 und der Vibrationsminderungskragen
30 alternativ zu der gezeigten Ausführungsform an den beiden Enden 18, 26 auch jeweils
einteilig ausgebildet sein.
[0027] Wie aus den Fig. 3 und 4 ferner zu entnehmen ist, ist das Trägerelement 22 als Keilwelle
ausgeformt, wodurch sich eine Aussenprofilierung 36 ergibt, bei der mehrere rippenförmige
radiale Aussenprofilerhöhungen 38 von einer zylindrischen Aussenwand 40 eines Grundkörpers
42 des Trägerelementes 22 in gleichen Abständen radial nach aussen abstehen.
[0028] Im montierten Zustand sind diese Aussenprofilerhöhungen 38 auf Lücke gegenüber rippenförmigen
radialen Innenprofilerhöhungen 44 angeordnet, die in gleicher Anzahl und Ausrichtung
wie die Aussenprofilerhöhungen 38, von einer zylindrischen Innenwand 46 eines Grundelementes
48 der Aussenhülse 10 radial nach innen stehen. Diese Innenprofilerhöhungen 44 bilden
somit zusammen mit der Innenwand 46 eine Innenprofilierung 50 der Aussenhülse 10.
[0029] Bei einer zweiteiligen Ausbildung des jeweiligen Vibrationsminderungskörpers 28 und
Vibrationsminderungskragens 30, wie in Fig. 4 dargestellt, können sowohl an der Aussenprofilierung
36 als auch an der Innenprofilierung 50 im Bereich der Vibrationsminderungskörper
28 radiale Stufen 51 vorgesehen werden, die, wie angedeutet, jeweils einen Axialanschlag
53 erzeugen. Hierdurch können die Vibrationskörper 28 unabhängig von den Vibrationsminderungskragen
30 axial festgelegt werden, um im Betrieb ein axiales Verrutschen auf dem Trägerelement
22 zu verhindern.
[0030] Wie aus Fig. 3 zu entnehmen ist weisen Innenprofilierung 50 und Aussenprofilierung
36 zueinander zumindest bereichsweise einen Abstand a auf, der kleiner ist als eine
in dem betreffenden Bereich angeordnete radiale Profilstärke b der Vibrationsminderungseinrichtung
24 im unbelasteten Zustand, der hier strichpunktiert angedeutet ist. Hierdurch erhält
man eine Vorspannung des Vibrationsminderungskörpers 28, wodurch die in radialer Richtung
wirkenden schwingungsisolierenden Eigenschaften der Vibrationsminderungseinrichtung
24 einstellbar ist. In gleicher Weise können durch entsprechende Stärke der Vibrationsminderungskragen
30, beziehungsweise durch unterschiedliche Beabstandung des Stützkragens 34 gegenüber
dem jeweiligen Axialanschlag 32 der Aussenhülse 10 die in axialer Richtung wirkenden
schwingungsisolierenden Eigenschaften der Vibrationsminderungseinrichtung 24 eingestellt
werden. Alternativ zu der gezeigten Ausführungsform ist es dabei auch möglich die
Profilstärke b entsprechend dem Abstand a zu dimensionieren, um die Vibrationsminderungskörper
28 auch ohne merkbare Vorspannung einbauen zu können.
[0031] Ferner definieren die freien Enden der Aussenprofilerhöhungen 38 und der Innenprofilerhöhungen
44 einen Rotationsaussendurchmesser ra beziehungsweise einen Rotationsinnendurchmesser
ri. Hierbei ist der Rotationsaussendurchmesser ra mindestens so gross wie der Rotationsinnendurchmesser
ri, vorzugsweise jedoch grösser, um, wie dargestellt, eine Überlappung zu erzielen.
Hierdurch erhält man bei Zwischenlage des Vibrationsminderungskörpers 28 in jedem
Fall einen in Umfangsrichtung U um die Längsachse A wirkenden Formschluss zwischen
der Aussenhülse 10 und dem Trägerelement 22.
[0032] Zur Verwendung des Handgriffes 2 werden dessen Drehbefestigungsmittel 6 mit den Gegenbefestigungsmitteln
12 des Handwerkzeuggerätes 4 verbunden. Hierzu wird an der Aussenhülse 10 um die Längsachse
A herum ein Drehmoment M1 in Umfangsrichtung U aufgebracht. Dieses Drehmoment M1 wird
über die Innenprofilerhöhungen 44 unter Zwischenlage des Vibrationsminderungskörpers
28 auf die Aussenprofilerhöhungen 38 des Trägerelementes 22 und von diesem auf die
Drehbefestigungsmittel 6 am Endstück 16 übertragen. Der oben beschriebene Formschluss
zwischen der Innenprofilierung 50 und der Aussenprofilierung 36 ermöglicht dabei die
Aufbringung eines besonders hohen Montagemomentes M1 an der Aussenhülse 10, ohne dass
diese in Umfangsrichtung U auf der Vibrationsminderungseinrichtung 24 gegenüber dem
Trägerelement 22 durchrutscht. Hierdurch kann der Handgriff 2 besonders fest an dem
Handwerkzeuggerät 4 angebracht werden.
[0033] Im Betrieb des Handwerkzeuggerätes 4 wird die Aussenhülse 10 durch die Vibrationsminderungseinrichtung
24 sowohl in radialer als auch in axialer Richtung beabstandet zum Trägerelement 22
gehalten. Hierdurch werden die am Handwerkzeuggerät 4 entstehenden Vibrationen, die
über die Drehbefestigungsmittel 6 an das Trägerelement 22 abgegeben werden, lediglich
mit stark verminderter Intensität auf die Aussenhülse 10 übertragen, wodurch ein besonders
komfortables Halten des Handgriffes 2 im Betrieb ermöglicht wird.
[0034] Zum Lösen des Handgriffes 2 kann dank des Formschlusses zwischen der Aussenprofilierung
36 und der Innenprofilierung 50 wiederum ein besonders hohes Demontagemoment M2 aufgebracht
werden, das in Umfangsrichtung U dem Montagemoment M1 entgegen gerichtet ist, ohne
dass die Aussenhülse 10 gegenüber dem Trägerelement 22 durchrutscht.
[0035] In dem gezeigten Ausführungsbeispiel erstreckt sich die Aussenprofilierung 36 über
die gesamte Länge des Trägerelementes 22 und die Innenprofilierung 50 über nahezu
die gesamte Länge der Aussenhülse 10. Alternativ hierzu wäre es auch denkbar, die
beiden Profilierungen 36, 50 bezüglich der Längsachse A lediglich auf axialer Höhe
der Vibrationsminderungseinrichtung 24 vorzusehen.
[0036] Fig. 5 zeigt eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemässen Handgriffes 2, bei
der gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen und Teile mit gleicher Funktion hinsichtlich
der ersten Ausführungsform mit um 100 erhöhtem Bezugszeichen bezeichnet sind. Der
Handgriff 2 ist hier D-förmig an dem Handwerkzeuggerät 4 gehalten. Bei dieser Anordnung
sind am ersten Ende 18 erste Drehbefestigungsmittel 106 und am zweiten Ende zweite
Drehbefestigungsmittel 107 vorgesehen, die als Gewindebohrungen in das Trägerelement
22 eingelassen sind. In die ersten Drehbefestigungsmittel 106 sind schraubenförmige
erste Gegenbefestigungsmittel 112 und in die zweiten Drehbefestigungsmittel 107 sind
schraubenförmige zweite Gegenbefestigungsmittel 113 eingeschraubt. Diese Gegenbefestigungsmittel
112, 113 durchragen jeweils eine Schraubenbohrung 54 eines Haltearmes 56, die beide
von dem Handwerkzeuggerät 4 abstehen. Die Haltearme 56 bilden hierbei auch Stützkragen
134 für die Vibrationsminderungskragen 30 aus. Im Übrigen weist der Handgriff 4 einen
identischen Aufbau zu der Ausführungsform gemäss Fig. 1 bis 4 auf.
[0037] Der Formschluss zwischen Aussenhülse 10 und Trägerelement 22 ermöglicht bei dieser
Ausführungsform die Aufbringung eines grossen Haltemomentes MH am Haltegriff, das
wiederum ein besonders grosses Anziehmoment MA beziehungsweise ein besonders grosses
Lösemoment ML an den Gegenbefestigungsmitteln 112, 113 erlaubt.
1. Handgriff (2) eines Handwerkzeuggerätes (4)
mit einer von einem Nutzer greifbaren Aussenhülse (10),
mit einem sich wenigstens teilweise innerhalb der Aussenhülse (10) entlang einer Längsachse
(A) erstreckenden Trägerelement (22),
mit Drehbefestigungsmitteln (6), die wenigstens teilweise mit dem Trägerelement (22)
drehgekoppelt sind und über die der Handgriff (2) am Handwerkzeuggerät (4) festlegbar
ist und
mit einer das Trägerelement (22) umschließenden elastischen Vibrationsminderungseinrichtung
(24), über die die Aussenhülse (10) radial beabstandet zum Trägerelement (22) gehalten
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass das Trägerelement (22) eine Aussenprofilierung (36) mit radialen Aussenprofilerhöhungen
(38) aufweist, die wenigstens auf axialer Höhe der Vibrationsminderungseinrichtung
(24) auf Lücke zu radialen Innenprofilerhöhungen (44) einer Innenprofilierung (50)
der Aussenhülse (10) angeordnet sind.
2. Handgriff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein auf die Längsachse (A) bezogener Rotationsaussendurchmesser (ra) der Aussenprofilierung
(36) wenigstens so gross ist wie ein Rotationsinnendurchmesser (ri) der Innenprofilierung
(50).
3. Handgriff nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussenprofilierung (36) durch eine zylindrische Aussenwand (40) gebildet ist,
an der mehrere axial ausgerichtete Aussenrippen angeordnet sind.
4. Handgriff nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenprofilierung (50) durch eine zylindrische Innenwand (46) gebildet ist, an
der mehrere axial ausgerichtete Innenrippen angeordnet sind.
5. Handgriff nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Vibrationsminderungseinrichtung (24) einen Vibrationsminderungskörper (28) mit
einem geschlossenen Querschnitt aufweist, der mit der Aussenprofilierung (36) und
der Innenprofilierung (50) korreliert.
6. Handgriff nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Vibrationsminderungskörper (28) wenigstens bereichsweise eine Profilstärke (b)
aufweist, die im unbelasteten Zustand grösser ist als ein Abstand (a) zwischen der
Aussenprofilierung (36) und der Innenprofilierung (50) in dem betreffenden Bereich.
7. Handgriff nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Vibrationsminderungseinrichtung (24) wenigstens teilweise aus einem geschäumten
Kunststoff hergestellt ist.
8. Handgriff nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Vibrationsminderungseinrichtung (24) wenigstens teilweise auf der Basis von zelligen
Polyisocyanat-Polyadditionsprodukten hergestellt ist.
9. Handgriff nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Vibrationsminderungseinrichtung (24) einen Vibrationsminderungskragen (30) aufweist,
der sich in axiale Richtung zwischen einem am Trägerelement (22) gehaltenen Stützkragen
(34) und der Aussenhülse (10) erstreckt.
10. Handgriff nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützkragen (30) an einem Endstück (16) des Trägerelementes (22) ausgebildet
ist, dass über eine Schraubverbindung (20) mit dem übrigen Trägerelement (22) verbunden
ist.
11. Handgriff nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Vibrationsminderungskragen (30) separat zum Vibrationsminderungskörper (28) ausgebildet
ist.
12. Handgriff nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass an wenigstens einer der Profilierungen (36, 50) eine radiale Stufe (51) ausgebildet
ist, die einen Axialanschlag (53) bildet, an dem der Vibrationsminderungskörper (28)
anliegt.
13. Handgriff nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Vibrationsminderungseinrichtung (24) an zwei Enden (18, 26) des Handgriffes (2)
jeweils einen Vibrationsminderungskörper (28) aufweist.
14. Handgriff nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass an beiden Enden (18, 26) Drehbefestigungsmittel (106, 107) vorgesehen sind, die mit
dem Handwerkzeuggerät (4) verbindbar sind.