[0001] Die Erfindung betrifft ein Kleidungsstück, insbesondere zum Einsatz bei sportlicher
Betätigung wie Joggen, Skating, Schilaufen oder dergleichen, wobei im Bereich der
stärksten Schweißanfalls Klimaflächen vorgesehen sind.
[0002] Bekleidung dient zum Schutz des Menschen, insbesondere zum Schutz gegen die Witterung.
Unter bestimmten Bedingungen, beispielsweise bei sportlichen Aktivitäten dient die
Bekleidung darüber hinaus zum Schutz gegen Verletzungen. Außer bei hohen Außentemperaturen
besteht die Bekleidung überwiegend aus mehreren verschiedenen Bekleidungsstücken,
die in mehreren Lagen übereinander getragen werden. Die äußerste Schicht der Bekleidung
hat dabei im Wesentlichen die Aufgabe, wind- und wasserabweisend zu sein, um ein Auskühlen
des Menschen durch Wind zu vermeiden und ihn bei Niederschlag gegen das Eindringen
von Wasser in Kleidung zu schützen.
[0003] Insbesondere bei mehrlagiger Bekleidung kann Schweißanfall entstehen. Bei sportlicher
Betätigung des Menschen ist dieser Schweißanfall überdurchschnittlich hoch. Durch
die Schweißbildung ist der Tragkomfort der Bekleidung deutlich reduziert. Vor allem
in den Zonen, in denen der stärkste Schweißanfall auftritt, beispielsweise im Bereich
der Achselhöhlen, entsteht ein unangenehmes Gefühl auf der Haut, was zudem beim anschließenden
Abkühlen nach sportlicher Betätigung die Gefahr von Erkältungen, Verspannungen oder
dergleichen erhöht. Um diese Gefahren zu reduzieren ist man bemüht, einen Abtransport
des Schweißes zu ermöglichen.
[0004] Hierzu ist es bekannt, Bekleidungsstücke auf ihrer der Haut zugewandten Seite mit
Frottee (terry-loops) zu versehen, die eine Aufnahme der Feuchtigkeit ermöglichen
sollen. Ein Nachteil der so ausgebildeten Bekleidungsstücke besteht darin, dass das
Frottee zwar die Feuchtigkeit aufnimmt, diese jedoch nicht von der Haut abführt, sondern
in sich aufsaugt. Hierdurch verbleibt die Feuchtigkeit im Bekleidungsstück, sodass
nach sportlicher Betätigung die Bereiche der Bekleidung, die die Abschnitte hohen
Schweißanfalls bedecken, feucht sind. Sie stehen weiterhin mit der Haut in Berührung.
Dies führt zu einem unangenehmen Gefühl auf der Haut. Das unangenehme Gefühl wird
insbesondere dadurch verstärkt, dass im Anschluss an sportliche Betätigung sowohl
der Mensch als auch die Bekleidung auskühlt und somit die kalte Feuchtigkeit in der
Kleidung mit der Haut in Berührung kommt.
[0005] Weiterhin ist es bekannt, in den Zonen, in denen der stärkste Schweißanfall auftritt,
Belüftungen vorzusehen, um einem erhöhten Schweißanfall vorzubeugen (vgl. bspw.
US 1 350 169 A und
US 3 801 987 A). Diese Maßnahmen sind nur sehr bedingt erfolgreich; zudem führen die Belüftungen,
die überwiegend in Form von Löchern in der Kleidung ausgebildet sind, zu einem unangenehmen
Tragegefühl bei Wind oder Zugluft, insbesondere, wenn sich bereits Schweiß gebildet
hat. Die
EP 132 9167 A offenbart ein Kleidungsstück zur Regulierung der Körpertemperatur mit entsprechenden
Klimaflächen aus einem belüftenden Netzmaterial. Eine Befassung mit dem Abtransport
des Schweißes findet darin allerdings nicht statt.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Kleidungsstück zu schaffen, das
ein Verdunsten der entstehenden Feuchtigkeit ermöglicht, gleichzeitig ein Auskühlen
sowie ein Eindringen von Feuchtigkeit und Zugluft von außen an den besonders belasteten
Stellen verhindert und zudem herabrinnenden Schweiß auffängt. Gemäß der Erfindung
wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass die Klimaflächen lediglich im Bereich des
Oberkörpers des Kleidungsstücks unmittelbar unterhalb der Achselhöhle angeordnet sind
und zur Naht des Ärmels beabstandet vorgesehen sind, wobei die Klimaflächen von einer
Vielzahl parallel zueinander angeordneter Rippen gebildet sind.
[0007] Mit der Erfindung ist ein Kleidungsstück, insbesondere für sportliche Aktivitäten
geschaffen, das den Abtransport des anfallenden Schweißes wesentlich verbessert und
einen Schutz gegen Auskühlen bildet. Durch das Vorsehen der Klimaflächen lediglich
im Bereich des Oberkörpers des Kleidungsstücks unmittelbar unterhalb der Achselhöhle
in einem Abstand zum Ärmelansatz ist gewährleistet, dass am Oberkörper von der durch
hohen Schweißanfall gekennzeichneten Achselhöhle herabrinnender Schweiß zuverlässig
aufgefangen werden kann.
[0008] Andere Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung sind in den übrigen Unteransprüchen
angegeben. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt
und wird nachfolgend im Einzelnen beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- die Ansicht eines Menschen mit Bekleidung von vorne;
- Figur 2
- die Ansicht von hinten des in Figur 1 dargestellten Menschen; und
- Figur 3
- die ausschnittweise Darstellung einer Unterarm-Klimafläche bei nach oben gerichtetem
Arm.
[0009] Bei dem als Ausführungsbeispiel gewählten Bekleidungsstück 2 handelt es sich um einen
Overall. Der Overall bedeckt den dargestellten Menschen vom Hals bis zu den Handgelenken
bzw. den Fußgelenken. Das Bekleidungsstück 2 weist unterschiedliche Klimaflächen 11,
12, 13 und 14 auf. Die Klimazonen 11, 12, 13 und 14 sind aus verschiedenen Materialien
hergestellt. Die Verwendung von Materialkombinationen wie beispielsweise Schurwolle
mit Elastofaserwerkstoffen, beispielsweise Elastan, Hohlkammerfasern ist möglich.
[0010] Die Klimafläche 11 ist im Bereich der Achselhöhle angeordnet. Die Klimafläche 11
trägt dazu bei, Feuchtigkeit aus dem besonders durch Schweißanfall belasteten Bereich
abzuführen. Erfindungsgemäß ist die Klimafläche 11 von einer Vielzahl parallel zueinander
angeordneter Rippen gebildet. Sie sind in Rippenstrickart hergestellt. Bei dieser
Strickart liegt das Gewebe nicht vollständig auf der Haut auf, wodurch mehr Luft an
die Haut gelangen kann. Im Ausführungsbeispiel sind die Bereiche aus Nexten hergestellt.
Die Rippen gewährleisten einerseits ein hohes Maß an Bewegungsfreiheit, andererseits
sind zwischen den Rippen kleine Kanäle ausgebildet, die zu einer verbesserten Abfuhr
des Schweißes beitragen.
[0011] Im Ausführungsbeispiel nach Figur 3 ist die Klimafläche 11 lediglich im Bereich 21
des Oberkörpers des Kleidungsstücks 2 angeordnet und zur Naht 23 des Ärmels 22 beabstandet
vorgesehen. Hierdurch ist die Klimafläche etwas unterhalb der Achselhöhle angeordnet
und fängt damit zuverlässig herabrinnenden Schweiß auf.
[0012] Die Klimafläche 12 ist im Bereich der Kniekehlen angeordnet. Die Klimafläche 12 ist
aus sehr dünnem Gewebe hergestellt, das den auftretenden Schweiß absorbiert und eine
Verdunstung ermöglicht.
[0013] Die Klimafläche 13 ist im Bereich der Armbeugen angeordnet. Die Klimafläche 13 besteht
aus sehr dünnem Material, was in den durch hohe Körpertemperaturen bei sportlicher
Betätigung belasteten Armbeugen zu einer guten Klimaregulierung führt.
[0014] Im Bereich des Schritts ist eine zusätzliche Klimafläche 14 vorgesehen. Die Klimafläche
14 ist aus speziellem Netzstrickgewebe hergestellt, bei dem nur 80 % der Haut von
dem verwendeten Garn bedeckt sind. Hierdurch ist eine optimale Luftzirkulation hervorgerufen.
Zudem findet ein besonders hautfreundliches und mit einem geringen Reibwert versehenes
Garn Verwendung, um die Gefahr von Schürfungen durch Reibung zu reduzieren.
[0015] Die Klimaflächen 11, 12, 13 und 14 können in Abwandlung des Ausführungsbeispiels
mit Dehnungsfugen versehen sein, um eine optimale Bewegungsfreiheit zu ermöglichen.
[0016] Zusätzlich zu den Klimaflächen 11, 12, 13 und 14 kann das Kleidungsstück 2 mit Polstern
versehen sein, wobei insbesondere sogenannte Stabpaddings Verwendung finden können.
Vorzugsweise können diese Paddings im Bereich der Unterschenkel sowie der Unterarme
angeordnet sein. Die Paddings sind vorzugsweise aus Hohl- kammer-Fasern hergestellt,
die mit Wolle oder Baumwolle umsponnen sind. Die Hohlkammer-Kunststoffgarne sind besonders
stark stoß- und druckdämpfend. Zudem können im Achillessehnen-Bereich Polster vorgesehen
sein, um Abrieb bei hochgeschlossenen Schuhen zu vermindern. Weiterhin besteht die
Möglichkeit, eine leichte Aufpolsterung im Bereich der Oberschenkel vorzusehen, um
auch in diesem Bereich die Gefahr eines Auskühlens bzw. eines Eindringens von Feuchtigkeit
zu reduzieren.
[0017] Das erfindungsgemäße Kleidungsstück berücksichtigt durch das Vorsehen von Klimaflächen
die insbesondere bei sportlicher Betätigung auftretenden unterschiedlichen Belastungen.
So sind in Zonen, in denen beim Sport hohe Körpertemperaturen und hoher Schweißanfall
auftreten, wie Kniekehlen, Armbeugen, Achselhöhlen und Schritt, Klimaflächen vorgesehen,
die einen Hitzestau vermeiden und auftretenden Schweiß von der Haut abführen sowie
die Verdunstung verbessern.
[0018] Soweit in der Beschreibung und den Ansprüchen von einem Bekleidungsstück die Rede
ist, beschränkt sich die Erfindung nicht allein auf eine solche einteilige Ausbildung;
vielmehr können einzelne oder alle Klimazonen auch auf mehrere Kleidungsstücke verteilt
sein, beispielsweise in Form eines Oberteils und einer Hose. Auch die Kombination
einzelner oder aller Merkmale der Erfindung in getrennten Bekleidungsstücken ist im
Rahmen der Erfindung mitumfasst. Die Merkmale der Erfindung können sowohl in Unterbekleidung
als auch in Oberbekleidung vorgesehen sein.
1. Kleidungsstück, insbesondere zum Einsatz bei sportlicher Betätigung wie Joggen, Skating,
Schilaufen oder dergleichen, wobei im Bereich der stärksten Schweißanfalls Klimaflächen
(11, 12, 13 und 14) vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Klimaflächen (11) lediglich im Bereich (21) des Oberkörpers des Kleidungsstücks
(2) unmittelbar unterhalb der Achsenhöhle angeordnet sind und zur Naht (23) des Ärmels
(22) beabstandet vorgesehen sind, wobei die Klimaflächen (11) von einer Vielzahl parallel
zueinander angeordneter Rippen gebildet sind.
2. Kleidungsstück nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Klimaflächen (11 , 12, 13 und 14) in Rippenstrickart ausgebildet sind.
3. Klimaregulierendes Kleidungsstück nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, dass Klimaflächen (11, 12, 13 und 14) mit Dehnungsfugen versehen sind.
1. Item of clothing, in particular for use during sporting activities such as jogging,
skating, skiing or the like, wherein climate surfaces (11, 12, 13 and 14) are provided
in the region where the user perspires most, characterized in that the climate surfaces (11) are arranged merely in the region (21) of the torso of
the item of clothing (2), directly beneath the armpit, and are spaced apart from the
seam (23) of the sleeve (22), wherein the climate surfaces (11) are formed by a multiplicity
of ribs arranged parallel to one another.
2. Item of clothing according to Claim 1, characterized in that the climate surfaces (11, 12, 13 are 14) are of ribbed-knit design.
3. Climate-regulating item of clothing according to Claim 2, characterized in that climate surfaces (11, 12, 13 and 14) are provided with expansion joints.
1. Vêtement, en particulier pour l'utilisation lors d'activités sportives telles que
le jogging, le patinage, le ski ou similaire, dans lequel, dans la région la plus
sujette à transpiration, des surfaces de climatisation (11, 12, 13 et 14) sont prévues,
caractérisé en ce que les surfaces de climatisation (11) sont disposées seulement dans la région (21) de
la partie supérieure du corps du vêtement (2) directement en dessous du creux de l'aisselle
et sont prévues à distance de la couture (23) de la manche (22), les surfaces de climatisation
(11) étant formées par une pluralité de nervures disposées parallèlement les unes
aux autres.
2. Vêtement selon la revendication 1, caractérisé en ce que les surfaces de climatisation (11, 12, 13 et 14) sont réalisées à la manière de mailles
côtelées.
3. Vêtement à régulation climatisée selon la revendication 2, caractérisé en ce que des surfaces de climatisation (11, 12, 13 et 14) sont pourvues de joints de dilatation.