[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Arbeitsstelle einer Kreuzspulen
herstellenden Textilmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 sowie eine Vorrichtung
gemäß Anspruch 5.
[0002] Bei der Herstellung einer Textilspule müssen bekanntlich wenigstens zwei Bedingungen
erfüllt werden, zum Einen muss die betreffende Textilspule rotiert und zum Anderen
muss der auf die Spule auflaufenden Faden längs der Spulenachse traversiert werden.
Durch relativ schnelles Traversieren des Fadens kann dabei eine sogenannte Kreuzspule
erstellt werden, die sich nicht nur durch einen verhältnismäßig stabilen Spulenkörper,
sondern auch durch ein gutes Ablaufverhalten auszeichnet.
[0003] Bei modernen, Kreuzspulen herstellenden Textilmaschinen, beispielsweise Kreuzspulautomaten,
die mit hohen Wickelgeschwindigkeiten arbeiten, ist daher auch die Traversiergeschwindigkeit
der Fadenverlegeeinrichtungen sehr hoch.
[0004] Von Kreuzspulautomaten sind zur Erzeugung der Changierbewegungen des auflaufenden
Fadens verschiedene Fadenverlegesysteme bekannt.
Sehr verbreitet sind beispielsweise sogenannte Fadenführungstrommeln, die in der Regel
auch den Umfangsantrieb für die Kreuzspule bewirken.
Derartige Fadenführungstrommeln weisen jedoch den Nachteil auf, dass, unabhängig vom
Spulendurchmesser, stets ein gleicher Verlegungswinkel gegeben ist, was zur Folge
hat, dass es bei bestimmten Drehzahlverhältnissen zwischen Spule und Antriebstrommel,
wenn keine besonderen Maßnahmen ergriffen werden, zu sogenannten Wicklungsbildern
kommt, die beim späteren Abspulen zu erheblichen Problemen führen.
Außerdem besteht bei solchen Fadenführungstrommeln im Falle einer Spulunterbrechung,
insbesondere bei einem Fadenbruch oder einem kontrollierten Reinigerschnitt, stets
die Gefahr, dass das mit der Kreuzspule verbundene Fadenende, der sogenannte Oberfaden,
nicht auf die Oberfläche der Kreuzspule aufläuft, sondern neben die Fadenführungstrommel
fällt.
Solche nach einem Fadenbruch neben die Fadenführungstrommel positionierten Fäden werden
oft als Fallfaden bezeichnet.
Da solche Fallfäden durch die Fadensaugdüse der Spulstelle nicht mehr handhabbar sind
und deshalb einen manuellen Eingriff des Bedienpersonals erfordern, sollten derartige
Fallfäden möglichst vermieden werden.
[0005] Um ein vorgegebenes Wicklungsbild, zum Beispiel eine Präzisions- oder Stufenpräzisionswicklung,
erzeugen zu können, ist es außerdem seit langem bekannt, die Rotation der Kreuzspule
und die Fadenverlegeeinrichtung antriebstechnisch zu trennen.
Bei diesen bekannten Einrichtungen liegt die in einem Spulenrahmen gehalterte Kreuzspule
beispielsweise auf einer Antriebswalze auf, die durch einen zugehörigen Antrieb definiert
beaufschlagbar ist und die während des Spulprozesses die Kreuzspule über Reibschluss
mitnimmt.
Die zugehörige Fadenverlegeeinrichtung weist dabei ebenfalls einen eigenen Antrieb
auf.
[0006] In der
DE 198 58 548 A1 ist beispielsweise eine Fadenverlegeeinrichtung beschrieben, deren Fingerfadenführer
durch einen elektromagnetischen Antrieb beaufschlagt wird.
Die Größe und Richtung des Antriebsmomentes des Fadenführerantriebes wird dabei durch
Steuern beziehungsweise Regeln des zugeführten Stromes in jeder Phase der Bewegung
eingestellt.
[0007] Dies erfolgt durch einen Steuerrechner, vorzugsweise den Spulstellenrechner, der
Stromstärke und Stromrichtung nach einem vorgebbaren Programm winkel- und zeitabhängig
steuert. Auf diese Weise können beispielsweise der jeweils gewünschte Verlegewinkel
des Fadens, die Traversierbreite bzw. die Traversierendpunkte eingestellt werden.
Durch eine entsprechende Sensorik, vorzugsweise einen Winkelsensor, wird dabei die
jeweilige Winkelstellung des Fadenführerfingers erfasst, die Einhaltung des Soll-Wertes
überprüft und erforderlichenfalls der Ist-Wert dem Soll-Wert durch Regeln angepasst.
[0008] Derartige Fingerfadenführer haben sich als äußerst flexible Fadenverlegeeinrichtungen
erwiesen, weisen jedoch, wie Fadenführungstrommeln, den Nachteil auf, dass im Falle
einer Spulunterbrechung, insbesondere bei einem Fadenbruch, aber auch bei einem kontrollierten
Reinigerschnitt, stets die Gefahr besteht, dass der mit der Kreuzspule verbundene
Oberfaden nicht ordnungsgemäß auf die Kreuzspule aufläuft. Das heißt, bei den bekannten
Fadenverlegesystemen besteht stets die Gefahr, dass das freie Fadenende neben die
Stirnseiten der Kreuzspule fällt und dann von der Fadensaugdüse der Spulstelle nicht
mehr oder nicht mehr ordnungsgemäß aufgenommen werden kann.
[0009] Es sind in der Vergangenheit deshalb bereits Vorrichtungen entwickelt worden, bei
denen Fallfäden beispielsweise dadurch vermieden werden sollen, dass ein Reinigerschnitt
verzögert erst zu einem Zeitpunkt ausgeführt wird, wenn der Faden durch die Fadenführungstrommel
in Richtung der Spulenmitte changiert wird.
Solche in der
DE 40 25 696 A1 oder der
EP 0 631 962 B1 beschriebenen Vorrichtungen sind allerdings bei Fadenbrüchen, die bekanntlich völlig
unkontrolliert auftreten, in der Regel wirkungslos.
Das heißt, bei diesen bekannten Vorrichtungen besteht im Falle eines Fadenbruches
nach wie vor die Gefahr, dass es zu Fallfäden kommt, die durch die Fadensaugdüse nicht
handhabbar sind.
[0010] Des Weiteren ist in der
EP 0 814 045 A2 eine Spulstelle einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine beschrieben, bei der
im Bereich der Fadenführungstrommel eine definiert ansteuerbare Fadenführungseinrichtung
angeordnet ist.
Diese bekannte Fadenführungseinrichtung weist zwei schwenkbar gelagerte, pneumatisch
betätigbare Fadenführungsarme auf, die, beispielsweise bei nachlassender Fadenspannung,
in Richtung der Spulenmitte verschwenkbar sind.
Die nach innen schwenkenden Fadenführungsarme sollen dabei den mit der Kreuzspule
verbundenen Oberfaden zur Spulenmitte führen und dadurch vermeiden, dass Fallfäden
entstehen.
[0011] Die bekannte Einrichtung ist allerdings in ihrem konstruktiven Aufbau verhältnismäßig
aufwendig, das heißt, die Einrichtung beansprucht relativ viel Platz.
Angesichts der ohnehin eingeschränkten Platzverhältnisse im Bereich der Spulvorrichtungen
derartiger Spulstellen stellt die bekannte Einrichtung daher keine optimale Lösung
zur Bewältigung des Problems "Fallfäden" dar.
[0012] Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein Verfahren bzw. eine Vorrichtung zu entwickeln, das/die den Betrieb der Arbeitsstellen
einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine sicherer macht und mit dem/der insbesondere
die Entstehung von Fallfäden auf einfache Weise vermieden werden kann.
[0013] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren gelöst, wie es im Anspruch
1 beschrieben ist bzw. durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 5.
[0014] Vorteilhafte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind in den Unteransprüchen
1 bis 4 beschrieben.
[0015] Das im Anspruch 1 beschriebene, erfindungsgemäße Verfahren zum Betreiben einer Arbeitsstelle
einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine hat insbesondere den Vorteil, dass
mit einem solchen Verfahren auf einfache Weise und ohne dass der Bereich der Spulvorrichtung
durch zusätzliche Einrichtungen unzugängig wird, vermieden werden kann, dass es beim
Auftreten von einer Spulunterbrechung, die durch einen Fadenbruch oder einen kontrollierten
Reinigerschnitt ausgelöst wird, zur Entstehung von Fallfäden kommt.
Das heißt, durch das sofortige Einfahren des Fadenführers in eine vorgegebene, vorteilhafte
Position wird gewährleistet, dass auch bei einem Fadenbruch Fallfäden, deren Beseitigung
einen manuellen Eingriff des Bedienpersonals notwendig machen würden, nicht auftreten.
[0016] Wie in den Ansprüchen 2 und 3 beschrieben, haben sich dabei Verfahrensschritte als
vorteilhaft erwiesen, bei denen der Fadenführer sowohl beim Auftreten eines überraschenden
Fadenbruches, als auch bei Einleitung eines kontrollierten Reinigerschnittes sofort
in eine Position mittig zur Kreuzspule gefahren wird.
Das heißt, bei einer Spulunterbrechung wird der Changierhub des Fadenführers entweder
in der Spulenmitte sofort gestoppt oder die Richtung des Changierhubes wird sofort
in Richtung auf die Spulenmitte geändert und der Fadenführer dann dort gestoppt.
Durch diese sofortige, äußerst schnelle Positionierung des Fadenführers in der Spulenmitte
wird sichergestellt, dass der Oberfaden nach einer Spulunterbrechung stets zuverlässig
auf die Oberfläche der Kreuzspule aufläuft und anschließend durch die Fadensaugdüse
wieder problemlos aufgenommen werden kann.
[0017] In einem alternativen, im Anspruch 4 beschriebenen Verfahrensschritt ist vorgesehen,
dass beim Auftreten eines Fadenfehlers das Einleiten eines kontrollierten Reinerschnittes
solange verzögert wird, bis sichergestellt ist, dass der Fingerfadenführer in seiner
vorgegebenen Position, das heißt, in der Spulenmitte steht.
In einem solchen Fall wird, wenn der Fadenreiniger einen Fadenfehler, beispielsweise
eine Dünn- oder Dickstelle detektiert, der Fadenführer durch seinen Antrieb zunächst
ordnungsgemäß positioniert und erst dann der notwendige Reinigerschnitt ausgelöst.
[0018] Wie im Anspruch 5 dargelegt, umfasst die Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens im Wesentlichen einen Fingerfadenführer, der durch einen elektromagnetischen
Antrieb beaufschlagt wird, einen Winkelsensor zur Erfassung der jeweiligen Stellung
des Fadenführerfingers, einen Fadenreiniger zur Detektierung einer Spulunterbrechung,
die durch einen Fadenbruch oder einen kontrollierten Reinigerschnitt ausgelöst wird,
sowie einen Steuerungsrechner, beispielsweise einen Spulstellenrechner.
Sowohl der elektromagnetische Antrieb des Fingerfadenführers als auch der Winkelsensor
und der Fadenreiniger sind dabei über Steuer- bzw. Signalleitungen an den Steuerungsrechner
angeschlossen.
[0019] Da die vorbeschriebenen Komponenten für einen ordnungsgemäßen Betrieb der Spulstelle
notwendige und damit ohnehin vorhandene Bauteile darstellen, reduziert sich der zusätzliche
Aufwand, der erforderlich ist, um das erfindungsgemäße Verfahren durchführen zu können,
im Wesentlichen auf eine geringfügige hardwaremäßige Ergänzung des Steuerungsrechners
sowie dessen entsprechende Programmierung.
Das heißt, der zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens notwendige Aufwand
hält sich sowohl hardware- als auch softwaremäßig in engen Grenzen.
[0020] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispieles
näher erläutert.
[0021] Es zeigt:
- Fig. 1
- schematisch eine Spulstelle einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine, mit einer
an ihrem Umfang einzelmotorisch angetriebenen Kreuzspule sowie einem separaten, einzelmotorisch
angetriebenen Fadenführer,
- Fig. 2
- in Vorderansicht eine Spulstelle einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine mit
den zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens notwendigen Einrichtungen.
[0022] In Figur 1 ist in Seitenansicht schematisch eine Spulstelle 2 einer Kreuzspulen herstellenden
Textilmaschine 1, im vorliegenden Fall eines sogenannten Kreuzspulautomaten, dargestellt.
[0023] Solche Kreuzspulautomaten 1 weisen, wie bekannt, zwischen ihren (nicht dargestellten)
Endgestellen jeweils eine Vielzahl derartiger Spulstellen 2 auf. Auf diesen Spulstellen
2 werden, wie ebenfalls bekannt und daher nicht näher erläutert, die auf einer vorgeschalteten
Ringspinnmaschine produzierten Spinnkopse 3 zu großvolumigen Kreuzspulen 5 umgespult,
die nach ihrer Fertigstellung mittels eines (nicht dargestellten) Serviceaggregates,
beispielsweise eines Kreuzspulenwechslers, auf eine maschinenlange Kreuzspulentransporteinrichtung
7 übergeben und zu einer maschinenendseitig angeordneten Spulenverladestation oder
dergleichen transportiert werden.
[0024] Solche Kreuzspulautomaten 1 weisen oft außerdem eine Logistikeinrichtung in Form
eines Spulen- und Hülsentransportsystemes 6 auf.
In diesem Spulen- und Hülsentransportsystem 6 laufen, auf Transporttellern 11, die
Spinnkopse 3 beziehungsweise Leerhülsen um.
Von dem Spulen- und Hülsentransportsystem 6 sind in Figur 1 lediglich die Kopszuführstrecke
24, die reversierend antreibbare Speicherstrecke 25, eine der zu den Spulstellen 2
führenden Quertransportstrecken 26 sowie die Hülsenrückführstrecke 27 dargestellt.
[0025] Die einzelnen Spulstellen 2 verfügen, wie bekannt und daher nur angedeutet, jeweils
über verschiedene Einrichtungen, die einen ordnungsgemäßen Betrieb derartiger Arbeitsstellen
gewährleisten.
Eine dieser Einrichtungen ist beispielsweise die mit der Bezugszahl 4 gekennzeichnete
Spulvorrichtung, die einen um eine Schwenkachse 12 beweglich gelagerten Spulenrahmen
8 aufweist.
[0026] Im vorliegenden Fall liegt die Kreuzspule 5 während des Spulprozesses mit ihrer Oberfläche
31 auf einer Antriebswalze 9 auf und wird von dieser über Reibschluss mitgenommen.
[0027] In alternativer Ausführungsform kann der Antrieb der Kreuzspule aber auch über eine
drehzahlregelbare Antriebseinrichtung, vorzugsweise einen elektronisch kommutierbaren
Gleichstrommotor, erfolgen, die direkt am Spulenrahmen 8 angeordnet beziehungsweise
in den Spulenrahmen 8 integriert ist.
[0028] Die Changierung des Fadens 16 während des Spulprozesses erfolgt durch eine Fadenverlegeeinrichtung
10.
Eine solche in der Figur 1 nur schematisch angedeutete Fadenverlegeeinrichtung 10
verfügt über einen fingerartig ausgebildeten Fadenführer 13, der, durch einen elektromechanischen
Antrieb 14 beaufschlagt, wie in Figur 2 angedeutet, den Faden 16 zwischen den beiden
Stirnseiten 32 der Kreuzspule 5 traversiert.
[0029] Wie aus Figur 2 weiter ersichtlich, weist der Antrieb 14 eine Motorwelle 33 auf,
auf der der fingerartig ausgebildete Fadenführer 13 drehfest angeordnet ist.
Auf der dem Fadenführer 13 gegenüberliegenden Seite des Antriebes 14 ist, vorzugsweise
geschützt unter einer abnehmbaren Abdeckkappe, ein Winkelsensor 17 montiert, dessen
Aufbau in der
DE 103 54 587 A1 ausführlich erläutert ist.
[0030] Die Spulstelle 2 verfügt des Weiteren über einen Fadenreiniger 22, der über eine
Signalleitung 29 an den Spulstellenrechner 28 angeschlossen ist sowie über eine im
Bereich des Fadenreinigers 22 angeordnete Fadenschneideinrichtung 23, die über eine
Leitung 30 vom Spulstellenrechner 28 ansteuerbar ist.
In vorteilhafter Ausführungsform ist außerdem ein Fadenzugkraftsensor 20 vorgesehen,
der über eine Signalleitung 21 mit dem Spulstellenrechner 28 verbunden ist.
Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens:
[0031] Wie in Fig. 2 angedeutet, wird während des regulären Spulbetriebes von einem auf
einem Transportteller 11 angeordneten, in einer Abspulstellung im Bereich der Quertransportstrecke
6 positionierten Spinnkops 3 ein Faden 16 abgewickelt und auf eine großvolumige Kreuzspule
5 aufgewickelt, die während des Spulprozesses drehbar zwischen den Lagerarmen eines
Spulenrahmens 8 gehalten ist.
Die Kreuzspule 5 liegt dabei mit ihrer Oberfläche 31 auf einer Antriebswalze 9 auf.
Die Antriebswalze 9 ist durch einen elektromagnetischen Antrieb 34, der über eine
Steuerleitung 19 mit dem Spulstellenrechner 28 verbunden ist, definiert antreibbar
und nimmt die Kreuzspule reibschlüssig mit.
[0032] Der Faden 16 durchquert auf seinem Weg zur Kreuzspule 5 wenigstens einen Fadenreiniger
22 sowie eine Fadenschneideinrichtung 23.
[0033] Der laufende Faden 16, der durch den Fadenreiniger 22 auf Fadenfehler hin überwacht
wird, erzeugt im Fadenreiniger 22 unter anderem ein dynamisches Fadenlaufsignal, das
über die Signalleitung 29 auf den Spulstellenrechner 28 übertragen wird.
Bleibt dieses dynamische Fadenlaufsignal, beispielsweise aufgrund eines Fadenbruches
aus, steuert der Spulstellenrechner 28, der über den angeschlossenen Winkelsensor
17 stets über die augenblickliche Position des Fadenführerfingers unterrichtet ist,
über die Steuerleitung 15 den Antrieb 14 des Fingerfadenführers 13 derart an, das
der Fingerfadenführer 13 schnellstmöglich in die Position M, die sich in der Mitte
der Kreuzspule befindet, überführt wird.
Das heißt, der Fingerfadenführer 13 befindet sich bereits in der Position M, wenn
der Oberfaden auf die Kreuzspule 5 aufläuft.
Durch das schnelle Positionieren des Fadenführerfingers kann sichergestellt werden,
dass auch nach einem Fadenbruch das mit der Kreuzspule 5 verbundene Fadenende des
Oberfadens stets in einem Bereich liegt, in dem es durch die Fadensaugdüse 35 der
Spulstelle 2 erreichbar ist.
[0034] Die Fadensaugdüse 35 kann daher den Oberfaden problemlos von der Oberfläche 31 der
Kreuzspule 5 aufnehmen und zu einer Fadenspleißvorrichtung 36 überführen, wo das Fadenende
des Oberfadens mit dem Fadenende eines Unterfadens verbunden wird, den ein spulstelleneigenes
Greiferrohr 37 herangeschafft hat.
[0035] Nach dem Spleißen der Fadenenden von Ober- bzw. Unterfaden wird der reguläre Spulprozess
fortgesetzt.
1. Verfahren zum Betreiben einer Arbeitsstelle einer Kreuzspulen (5) herstellenden Textilmaschine
(1), mit einem Spulenrahmen (8) zum drehbaren Haltern der Kreuzspule, einer Fadenverlegeeinrichtung
(10) zum Changieren eines auf die Kreuzspule auflaufenden Fadens (16) sowie einer
Einrichtung, die verhindert, dass das mit der Kreuzspule verbundene Fadenende bei
einer Spulunterbrechung neben die Oberfläche (31) der Kreuzspule gelangen kann,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Antrieb (14) der Fadenverlegeeinrichtung durch einen Spulstellenrechner (28)
derart angesteuert wird, dass der Fadenführer (13) der Fadenverlegeeinrichtung (10)
im Falle einer Spulunterbrechung, die durch einen Fadenbruch oder einen kontrollierten
Reinigerschnitt ausgelöst wird, sofort in eine Position verlagert wird, in der sichergestellt
ist, dass das mit der Kreuzspule verbundene Fadenende zuverlässig auf die Oberfläche
(31) der Kreuzspule (5) aufläuft.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Fadenführer (13) im Falle eines Fadenbruches sofort in eine Position (M) mittig
zur Kreuzspule verlagert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Fadenführer (13) bei Einleitung eines kontrollierten Reinigerschnittes sofort
in eine Position (M) mittig zur Kreuzspule verlagert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Detektieren eines Fadenfehlers die Einleitung eines kontrollierten Reinigerschnittes
solange verzögert wird, bis der Fadenführer (13) in einer Stellung positioniert ist,
die sicherstellt, dass das mit der Kreuzspule verbundene Fadenende zuverlässig auf
die Oberflächen (31) der Kreuzspule (5) aufläuft.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Fadenverlegeeinrichtung einen Fingerfadenführer (13) mit einem elektromagnetischen
Antrieb (14), einen Winkelsensor (17) zur Erfassung der jeweiligen Position des Fingerfadenführers
(13), eine Sensoreinrichtung (20, 22) zur Erfassung einer Spulunterbrechung sowie
einen Steuerungsrechner (28)aufweist,
dass der elektromagnetische Antrieb (14), der Winkelsensor (17) sowie die Sensoreinrichtung
(20, 22) an den Steuerungsrechner (28) angeschlossen sind und
dass im Falle einer Spulunterbrechung, die durch einen Fadenbruch oder einen kontrollierten
Reinigerschnitt ausgelöst wird, der Antrieb (14) des Fingerfadenführers (13) durch
den Spulstellenrechner (28) so ansteuerbar ist, dass der Fingerfadenführer (13) sofort
in einer Stellung positioniert wird, die sicherstellt, dass das mit der Kreuzspule
(5) verbundene Fadenende auf die Oberfläche (31) der Kreuzspule (5) aufläuft.
1. Method for operating a workstation of a textile machine (1) that produces cross-wound
bobbins (5), comprising a creel (8) for rotatably holding the cross-wound bobbin,
a thread transfer device (10) for traversing a thread (16) running onto the cross-wound
bobbin and a device, which prevents the thread end connected to the cross-wound bobbin
from being able to arrive next to the surface (31) of the cross-wound bobbin in the
event of an interruption in winding, characterised in that the drive (14) of the thread transfer device is activated by a winding head computer
(28) in such a way that the thread guide (13) of the thread transfer device (10),
in the event of an interruption in winding, which is triggered by a break in the thread
or a controlled cleaner cut, is immediately displaced into a position in which it
is ensured that the thread end connected to the cross-wound bobbin reliably runs onto
the surface (31) of the cross-wound bobbin (5).
2. Method according to claim 1, characterised in that, in the event of a thread breakage, the thread guide (13) is immediately displaced
into a position (M) which is central with respect to the cross-wound bobbin.
3. Method according to claim 1, characterised in that on initiation of a controlled cleaner cut, the thread guide (13) is immediately displaced
into a position (M) which is central with respect to the cross-wound bobbin.
4. Method according to claim 1, characterised in that, after the detection of a thread defect, the initiation of a controlled cleaner cut
is delayed until the thread guide (13) is positioned in a position which ensures that
the thread end connected to the cross-wound bobbin reliably runs onto the surface
(31) of the cross-wound bobbin (5).
5. Device for carrying out the method according to claim 1, characterised in that the thread transfer device has a finger thread guide (13) with an electromagnetic
drive (14), an angle sensor (17) for detecting the respective position of the finger
thread guide (13), a sensor device (20, 22) for detecting an interruption in winding,
and a control computer (28), in that the electromagnetic drive (14), the angle sensor (17) and the sensor device (20,
22) are connected to the control computer (28) and in that, in the event of an interruption in winding, which is triggered by a break in the
thread or a controlled cleaner cut, the drive (14) of the finger thread guide (13)
can be activated by the winding head computer (28) in such a way that the finger thread
guide (13) is immediately positioned in a position, which ensures that the thread
end connected to the cross-wound bobbin (5) runs onto the surface (31) of the cross-wound
bobbin (5).
1. Procédé pour faire fonctionner un poste de travail d'une machine textile (1) produisant
des bobines croisées (5), avec un porte-bobine (8) pour maintenir à rotation la bobine
croisée, avec un dispositif (10) de pose de fil pour déplacer en va-et-vient un fil
(16) montant sur la bobine croisée, et avec un dispositif qui empêche qu'en cas d'interruption
du bobinage, l'extrémité du fil qui est reliée à la bobine croisée puisse parvenir
à côté de la surface (31) de la bobine croisée,
caractérisé en ce que l'entraînement (14) du dispositif de pose de fil est asservi par un calculateur de
bobinoir (28) de telle sorte qu'en cas d'interruption du bobinage due à une rupture
du fil ou une étape contrôlée de nettoyage, le guide-fil (13) du dispositif (10) de
pose de fil est immédiatement déplacé dans une position dans laquelle il est garanti
que l'extrémité du fil qui est reliée à la bobine croisée monte d'une manière fiable
sur la surface (31) de la bobine croisée (5).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'en cas de rupture du fil, le guide-fil (13) est immédiatement déplacé dans une position
(M) centrale par rapport à la bobine croisée.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'en cas d'introduction d'une coupe contrôlée de nettoyage, le guide-fil (13) est immédiatement
déplacé dans une position (M) centrale par rapport à la bobine croisée.
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, à la suite de la détection d'une défaillance de fil, l'introduction d'une coupe
contrôlée de nettoyage est retardée jusqu'à ce que le guide-fil (13) soit positionné
dans une position qui garantit que l'extrémité du fil qui est reliée à la bobine croisée
monte d'une manière fiable sur la surface (31) de la bobine croisée (5).
5. Dispositif pour la mise en oeuvre du procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le dispositif de pose de fil présente un doigt guide-fil (13) doté d'un entraînement
électromagnétique (14), un détecteur d'angle (17) pour enregistrer la position respective
du doigt guide-fil (13), un dispositif de détection (20, 22) pour enregistrer une
interruption du bobinage, et un calculateur de commande (28),
en ce que l'entraînement électromagnétique (14), le détecteur d'angle (17) et le dispositif
de détection (20, 22) sont raccordés au calculateur de commande (28),
et en ce que, dans le cas d'une interruption du bobinage due à une rupture du fil ou une étape
contrôlée de nettoyage, l'entraînement (14) du doigt guide-fil (13) peut être asservi
par le calculateur de bobinoir (28) de telle sorte que le doigt guide-fil (13) est
immédiatement positionné dans une position qui garantit que l'extrémité du fil qui
est reliée à la bobine croisée (5) monte sur la surface (31) de la bobine croisée
(5).