(19)
(11) EP 1 808 534 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
24.11.2010  Patentblatt  2010/47

(21) Anmeldenummer: 07450004.2

(22) Anmeldetag:  10.01.2007
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E02D 29/02(2006.01)

(54)

Steinkorb

Gabion

Gabion


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT DE

(30) Priorität: 17.01.2006 AT 272006

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
18.07.2007  Patentblatt  2007/29

(73) Patentinhaber: Wilfried Pendelin Ges.m.b.H.
4470 Enns (AT)

(72) Erfinder:
  • Pendelin, Wilfried
    4470 Enns (AT)

(74) Vertreter: Hübscher, Helmut et al
Spittelwiese 7
4020 Linz
4020 Linz (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 562 154
EP-B- 1 186 719
JP-A- 2001 248 138
EP-A- 0 641 895
FR-A- 2 787 475
JP-A- 2004 339 896
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Steinkorb mit einem Gittermantel aus in den Kreuzungspunkten zusammengeschweißten Metallstäben und mit zumindest einer zugfest an gegenüberliegenden Mantelseiten anschließenden metallischen Querstrebe.

    [0002] Um bei einem befüllten Steinkorb eine hohe Formstabilität sicherzustellen, ist es aus dem Stand der Technik bekannt (EP 1 186 719 B1), bei einem Steinkorb Querstreben vorzusehen, die an zwei gegenüberliegenden Mantelseiten des Gittermantels zugfest anschließen. Die Querstreben dienen dazu, die Kräfte auf die Mantelseiten gleichmäßig aufgeteilt abzutragen, was für eine lang anhaltende Formgenauigkeit von Vorteil ist. Derartige Querstreben haben jedoch den Nachteil, dass bei der Befüllung der Steinkörbe vermieden werden muss, dass die Querstreben beschädigt bzw. verformt werden, weil sonst die vorgegebene Form nicht eingehalten werden kann. Daran kann auch ein in der DE 43 21 350 A1 geoffenbarter Zuganker nichts ändern, welcher Zuganker am Deckel befestigt ist und mehrere Gitterstäbe des Bodens hintergreift. Beim Befüllen ist daher auf die Lage der Querstreben zum, durch die Befüllöffnung einfallenden Steingut zu achten, was insbesondere bei einer automatischen Befüllung durch eine Schütte, vergleichsweise schwierig ist bzw. einen großen Aufwand bedeutet, da stets auf die Art und Weise des einfallenden Guts geachtet werden muss.

    [0003] Außerdem ist es aus der nächstliegenden Stand der Technik EP 0562 154 A1 bekannt, Mantelseiten aus einem geflochtenen Drahtgerüst zu bilden, die mit einer Querstrebe zugfest verbunden sind. Zu diesem Zweck ist die gegenüber dem Draht des Drahtgerüsts biegesteifere Querstrebe über eine Montageplatte am Drahtgerüst eingehängt.

    [0004] Bei Steinkörben ist weiter bekannt (JP2001-279676A), vor deren Befüllung an den Mantelseiten abnehmbare Verstärkungselemente anzubringen, um so einer Verformung der Seitenwände entgegenzuwirken. Außerdem sind aus der US 5 368 410 A mehrere nebeneinander angeordnete Steinkörbe bekannt.

    [0005] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ausgehend vom eingangs geschilderten Stand der Technik einen Steinkorb zu schaffen, der sich nicht nur im befüllten Zustand durch seine Formgenauigkeit auszeichnet, sondern auch beim Befüllen besonders robust gegenüber Verformungen ist, und damit Formstabilität gewährleisten kann.

    [0006] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass die Querstrebe am Kreuzungspunkt der zusammengeschweißten Metallstäbe angeschweißt ist.

    [0007] Vorteilhafte Haltepunkte der Querstrebe an den Mantelseiten können gebildet werden, wenn die Querstrebe am Kreuzungspunkt der zusammengeschweißten Metallstäbe angeschweißt ist. Derartige Schweißpunkte bieten nicht nur eine einfache Möglichkeit eine Querstrebe an der Mantelseite zu befestigen, sondern auch den Vorteil, dass in den vertikalen Metallstäben eventuelle Materialspannungen durch das einseitige Verschweißen mit den horizontalen Metallstäben vermindert werden, was eine besonders feste Verbindung gewährleistet. Außerdem muss auf überraschender Weise beim Befüllen der Steinkörbe auf die Position der Querstreben nicht beachtet werden. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass die beim Befüllen der Steinkörbe auf die Querstreben wirkenden Kräfte vom Gittermantel federnd bzw. elastisch abtragen werden, weil eben die Metallstäbe zu den Querstreben biegeweicher sind, so dass die Querstreben den Befüllvorgang der Steinkörbe ohne bzw. mit vernachlässigbar geringen Verformungen überstehen können. Erfindungsgemäß ist somit die Formgenauigkeit des Steinkorbs beim und auch nach dem Befüllen in äußerst engen Grenzen zu halten. Aus diesem Grund können diese erfindungsgemäßen Steinkörbe auch einer automatischen Befüllung, beispielsweise durch eine Schütte oder einen Greifer, zugeführt werden, was insbesondere eine kostengünstige und schnelle Herstellung solcher befüllten Steinkörbe ermöglicht. Außerdem kann mit der erfindungsgemäßen stabilen Konstruktion des Steinkorbs eine Maßanfertigung, beispielsweise unterschiedliche Mantelseitenflächen zur Berücksichtigung eines vorbestimmten Verlaufs der Aufstellfläche, ermöglicht werden, so dass mit derartigen Steinkörben bzw. Gabionen insbesondere auf Kundenwünsche eingegangen werden kann.

    [0008] Zum Erstellen von Steinmauren bzw. Gabionen zeichnen sich derartige Steinkörbe besonders aus. Verfahrensgemäß werden leere Steinkörbe aneinandergereiht, über ihre angrenzenden Mantelseiten zu einem formschlüssigen Verbund miteinander verbunden und nachfolgend mit Steinen befüllt. Im Gegensatz zu anderen Verfahren, bei denen befüllte Steinkörbe aneinandergereiht bzw. Steinkörbe aus Stahlgitter an ihrer Aufstellungsort aufgebaut werden, eröffnet sich damit die Möglichkeit, kostengünstig formstabile leere Steinkörbe ähnlich wie Fertigteile zu deren Aufstellungsort zu liefern, einfach zu positionieren bzw. anschließend zu verbinden. Die erfindungsgemäßen Steinkörbe können danach an Ihrem Aufstellungsort bedenkenlos einer automatischen Befüllung zugeführt werden, wobei die Befüllzeit auf ein Minimum reduziert wird, was eine erhebliche Kostenersparnis mit sich bringt. Außerdem können die erfindungsgemäßen Steinkörbe auf einfache Weise an die Gegebenheiten am Aufstellungsort angepasst werden, wodurch sich das erfindungsgemäße Verfahren zusätzlich auszeichnet.

    [0009] Anhand von Ausführungsbeispielen wird der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen
    Fig. 1
    eine Seitenansicht auf den erfindungsgemäßen Steinkorb, Fig. 2 eine Draufsicht auf den Steinkorb gemäß Fig. 1,
    Fig. 3
    eine vergrößerte Ansicht auf die Verbindungsstelle der Querstreben mit den Mantelseiten des Gitterkäfigs nach Fig. 1 und
    Fig. 4
    eine Ansicht auf eine Steinmauer aus Steinkörben nach Fig. 1.


    [0010] Gemäß Fig. 1 wird ein Steinkorb 1 mit einem Gittermantel aus in den Kreuzungspunkten zusammengeschweißten Metallstäben 2 gezeigt. Der Gittermantel formt eine Befüllöffnung 3 aus. An die gegenüberliegenden Mantellängsseiten des Gittermantels schließen metallische Querstreben 4 an, was in der Fig. 2 besser zu erkennen ist. Diese Querstreben 4 sind mit den Metallstäben 2 des Gittermantels über eine Schweißnaht 5 zugfest verbunden. Damit der erfindungsgemäße Steinkorb trotz einer geforderten hohen Formgenauigkeit einer automatischen Befüllung zugeführt werden kann, weisen die mit den Mantelseiten verschweißten Querstreben 4 eine höhere Biegesteifigkeit als die Metallstäbe 2 des Gittermantels auf. Auf einen an den Mantelseiten anschließenden Boden kann beim dargestellten Steinkorb 1 verzichtet werden, da die Aufstandsfläche dieser Begrenzung dient.

    [0011] Fig.4 kann eine teilweise fertig gestellte Steinmauer 6 unter Verwendung von Steinkörben 1 nach Fig. 1 bis 3 entnommen werden. Zunächst werden leere und formstabile Steinkörbe 1 gemäß dem geforderten Verlauf sowie der Steinmauer 6 aneinandergereiht. Dann werden für einen formschlüssigen Verbund die Steinkörbe 1 über ihre angrenzenden Mantelseiten miteinander verbunden, was mit Klemmen 7 oder auch nicht näher dargestellten verquirlten Drahtstücken erfolgen kann. In einem nächsten Schritt werden die leeren Steinkörbe mit Steinen 8 automatisch bzw. mit Hilfe eines nicht näher dargestellten Greifers befüllt, womit die Steinmauer auf einfache und kostengünstige Weise hergestellt werden kann. Aufgrund des Befüllens der Steinkörbe 1 nach Aufstellung dieser kann auf eine Bodenfläche verzichtet werden, da deren Aufstandsfläche als Volumenbegrenzung dient.


    Ansprüche

    1. Steinkorb (1) mit einem Gittermantel und mit zumindest einer zugfest an gegenüberliegenden Mantelseiten anschließenden metallischen Querstrebe (4), wobei diese mit den Mantelseiten (2) verbundene Querstrebe (4) eine höhere Biegesteifigkeit als die Metallstäbe (2) des Gittermantels aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Gittermantel aus in den Kreuzungspunkten zusammengeschweißten Metallstäben (2) besteht und dass die Querstrebe (4) am Kreuzungspunkt der zusammengeschweißten Metallstäbe (2) angeschweißt ist.
     
    2. Verfahren zum Erstellen von Steinmauern unter Verwendung von Steinkörben nach Anspruch 1, bei dem leere Steinkörbe (1) aneinandergereiht, über ihre angrenzenden Mantelseiten zu einem zugfesten Verbund miteinander verbunden und nachfolgend mit Steinen (8) befüllt werden.
     


    Claims

    1. Gabion (1) having a mesh casing and having at least one metal cross brace (4) which connects to opposite casing sides in a traction-resistant manner, wherein this cross brace (4), connected to the casing sides (2), has a higher bending stiffness than the metal rods (2) of the mesh casing, characterised in that the mesh casing consists of metal rods (2) welded together at the points of intersection and that the cross brace (4) is welded to the point of intersection of the mutually welded metal rods (2).
     
    2. Method for erecting stone walls using gabions as claimed in claim 1, wherein empty gabions (1) are lined up against each other, are connected to each other by their adjoining casing sides to form a traction-resistant composite and are then filled with stones (8).
     


    Revendications

    1. Gabion (1), avec une enveloppe en grillage et avec au moins une entretoise transversale (4) métallique, se raccordant, de manière résistant à la traction, à des côtés opposés de l'enveloppe, cette entretoise transversale (4), reliée aux côtés de l'enveloppe, présentant une plues grande rigidité en flexion que les barres métalliques (2) de l'enveloppe en grillage, caractérisé en ce que l'enveloppe en grillage est composée de barres métalliques (2) soudées ensemble aux points de croisement, et en ce que l'entretoise transversale (4) est raccordée par soudage au point de croisement des barres métalliques (2) soudées ensemble.
     
    2. Procédé de construction de murs en pierre faisant utilisation de gabion selon la revendication 1, dans lequel des gabions (1) vides sont alignés les uns les autres en rangée, sont reliés ensemble, par leurs côtés d'enveloppe limitrophes, pour constituer un élément composite résistant à la traction et sont ensuite remplis de pierres (8).
     




    Zeichnung











    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente