[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Skibindung, insbesondere für einen Kurzski, mit
einer eine vordere und eine hintere Schuhhalterung tragenden Bindungsplatte und mit
einer am Ski befestigbaren Grundplatte, die eine vordere und eine hintere Rastaufnahme
für die zwischen den Rastaufnahmen einsetzbare Bindungsplatte aufweist, wobei die
Bindungsplatte von den Rastaufnahmen übergriffene Rastkörper trägt, von denen der
vordere eine mit der vorderen Rastaufnahme zusammenwirkende Federrast zur Verrastung
der um die hintere Rastaufnahme verschwenkbaren Bindungsplatte bildet.
[0002] Einfache Skibindungen für Kurzski weisen eine auf dem Ski befestigte Bindungsplatte
mit einer vorderen und einer hinteren Schuhhaltung in Form von Haltebügeln auf, von
denen einer mit einem Spannhebel versehen ist. Die Schuhalterungen sind zur Anpassung
an die Schuhgröße in Längsrichtung der Bindungsplatte auf dieser verstellbar gelagert.
Der einfache Aufbau solcher Skibindungen erlaubt allerdings keine Sicherheitsauslösung,
was bei Kurzskiern wegen der beschränkten Skilänge in Kauf genommen wird, obwohl die
Gefahr einer Überlastung des Beines insbesondere bei einer Drehbewegung des Skis um
eine zur Bindungsplatte senkrechte Achse nicht ausgeschlossen werden kann. Um hier
Abhilfe zu schaffen, wurde vorgeschlagen, die Bindungsplatte mit einer am Ski befestigten
Grundplatte lösbar zu verbinden. Zu diesem Zweck bildet die Grundplatte eine vordere
und eine hintere Rastaufnahme für die Bindungsplatte, die von den Rastaufnahmen übergriffene
Rastkörper trägt, von denen der vordere eine mit der vorderen Rastaufnahme zusammenwirkende
Federrast bildet. Die um die hintere Rastaufnahme verschwenkbare Bindungsplatte kann
demnach bei einer Überwindung der Federrast aus der vorderen Rastaufnahme um eine
zur Bindungsplatte senkrechte Achse im Fersenbereich ausschwenken. Damit ist zwar
eine Drehauslösung der Bindung möglich, nicht aber eine Auslösung aufgrund von im
Fersenbereich auf die Bindungsplatte einwirkenden Zugkräften, wie Sie für Belastungen
der Skibindung bei Stürzen nach vorne kennzeichnend sind. Das Auslösen einer Skibindung
im Sinne einer Freigabe der Bindungsplatte im Fersenbereich bedingt bei starren Rastaufnahmen
der Grundplatte einen zusätzlichen federbelasteten Rastkörper für die hintere Rastaufnahme.
Da die Federrast für die vordere Rastaufnahme und die Rastfeder für den hinteren Rastkörper
gegensinnig wirksam werden, aber in einer Wirkungslinie liegen, beeinflussen sich
die Federbeaufschlagungen der vorderen und hinteren Rastkörper der Bindungsplatte,
wozu noch kommt, daß in Bindungslängsrichtung wirkende Kräfte ebenfalls Einfluß auf
die bei einer Auslösung maßgebende Vorspannung der Rastfedern nehmen, was zu konstruktiv
nicht festgelegten Auslösebedingungen führt.
[0003] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Skibindung, insbesondere für
einen Kurzski, der eingangs geschilderten Art so auszugestalten, daß eine voneinander
unabhängige Auslösung der Bindung im Bereich der vorderen und der hinteren Rastaufnahme
der Grundplatte und damit eine konstruktive Vorgabe der jeweiligen Auslösebedingungen
sichergestellt werden kann.
[0004] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß sich die Bindungsplatte mit
einem Quersteg an der Vorderseite und mit einer Anschlagnase an einem vorstehenden
Stützanschlag auf der Rückseite der hinteren als Stützkopf ausgebildeten Rastaufnahme
abstützt, daß der auf der Vorderseite des Stützkopfes angeordnete hintere Rastkörper
der Bindungsplatte gegen die Kraft einer Rastfeder in Längsrichtung der Bindungsplatte
verschiebbar gelagert und mit einer eine Schulter des Stützkopfes untergreifenden
Keilfläche ausgerüstet ist und daß der Quersteg einen Verschiebeanschlag für den durch
die Rastfeder beaufschlagten hinteren Rastkörper darstellt.
[0005] Da sich die Bindungsplatte mit einem Quersteg an der Vorderseite und mit einer Anschlagnase
an einem Stützanschlag auf der Rückseite der hinteren Rastaufnahme abstützt werden
die auftretenden Längskräfte von der Bindungsplatte unmittelbar auf die hintere Rastaufnahme
übertragen, die zu diesem Zweck als Stützkopf ausgebildet ist. Damit sind die wesentlichen
Voraussetzungen dafür geschaffen, daß die Vorspannung der Rastfedern für die vorderen
und hinteren Rastkörper weder durch eine gegenseitige Beeinflussung noch durch den
Einfluß von Längskräften verändert werden, so daß die eingestellten Vorspannungen
die jeweiligen Auslösebedingungen bestimmen, die demnach auch über die Vorspannung
der Rastfedern für die vorderen und hinteren Rastkörper voneinander unabhängig eingestellt
werden können. Für die Fersenauslösung kann die Vorspannung der Rastfeder für den
hinteren Rastkörper dann genau vorgegeben werden, wenn der verschiebbar in der Verbindungsplatte
gelagerte Rastkörper eine vorgegebene Anschlagstellung aufweist. Der hiefür vorgesehene
Anschlag, der vorteilhaft durch den Quersteg gebildet wird, mit dem sich die Bindungsplatte
auf der Vorderseite des Stützkopfes abstützt, bildet nämlich das bei der Einstellung
der Federvorspannung ortsfeste Widerlager für die Rastfeder. Wird die Bindungsplatte
im Abhebesinn belastet, so muß zur Freigabe der Bindungsplatte der hintere Rastkörper
gegen die Kraft der vorgespannten Rastfeder von der Schulter des Stützkopfes über
die Keilfläche weggedrückt werden, so daß dieser Rastkörper an der Schulter des Stützkopfes
unter einer Freigabe der Bindungsplatte vorbeibewegt werden kann. Die die Schulter
des Stützkopfes untergreifende Keilfläche des Rastkörpers bedingt ja beim Anheben
der Bindungsplatte eine in Verschieberichtung des Rastkörpers verlaufende Kraftkomponente,
wenn die Keilfläche gegen die Schulter des Stützkopfes gedrückt wird.
[0006] Bei einer Auslösung der Skibindung im Zehenbereich muß die Verschwenkbarkeit der
Bindungsplatte um eine Achse im Bereich der hinteren Rastaufnahme gewährleistet sein.
Dies wird in einfacher Weise dadurch sichergestellt, daß die hintere als Stützkopf
ausgebildete Rastaufnahme einen nach hinten vorstehenden Stützanschlag für die Anschlagnase
der Bindungsplatte bildet. Gleitet nämlich die Anschlagnase der Bindungsplatte beim
Verschwenken der Bindungsplatte vom vorstehenden Stützanschlag ab, so wird die Bindungsplatte
im Fersenbereich schlagartig freigegeben, was die sichere Auslösung der Bindung unterstützt,
sobald die Verrastung im Zehenbereich durch eine entsprechende Beaufschlagung der
Federrast überwunden wird.
[0007] Die Neigung der Keilfläche des hinteren Rastkörpers, der mit der Schulter des Stützkopfes
der Grundplatte zusammenwirkt, bestimmt die für das Auslösen der Skibindung im Fersenbereich
maßgebenden Übersetzungsverhältnisse, wobei der Keilwinkel aufgrund konstruktiver
Vorgaben beschränkt ist. Um trotzdem vorteilhafte Übersetzungsbedingungen zu schaffen,
kann die Bindungsplatte eine Verschiebeführung für den hinteren Rastkörper mit einem
Führungsabschnitt zum Ausschwenken des die Keilfläche bildenden Rastkörperkopfes nach
unten aufweisen. Mit dem Ausschwenken des Rastkörpers nach unten ergibt sich in bezug
auf die Schulter des Stützkopfes ein steilerer Anstellwinkel für die Keilfläche des
Rastkörpers, was mit einer Vergrößerung der in Verschieberichtung des Rastkörpers
wirksamen Kraftkomponenten beim Auslösen der Skibindung verbunden ist. Diese Ausschwenkführung
für den hinteren Rastkörper kann in einfacher Weise dadurch gebildet werden, daß eine
entsprechende Aussparung für den Rastkörperkopf im Boden der Verschiebeführung vorgesehen
wird. Die beim Auslösen der Skibindung im Fersenbereich wirksamen Kräfte drücken ja
den hinteren Rastkörper beim Anschlagen an die Schulter des Stützkörpers nach unten,
so daß mit der beginnenden Verschiebung des Rastkörpers der Rastkörperkopf in die
Bodenaussparung der Verschiebeführung gedrückt und der Rastkörper entsprechend verschwenkt
wird.
[0008] Das zusätzliche Verschwenken des hinteren Rastkörpers kann dessen Gleiteigenschaften
in der Verschiebeführung beeinträchtigen, insbesondere bei einer bevorzugten Ausbildung
sowohl der Bindungsplatte als auch des hinteren Rastkörpers aus Kunststoff. Um einer
solchen Beeinträchtigung der Gleitfähigkeit des hinteren Rastkörpers in der Verschiebeführung
zu begegnen, kann der an der Rastfeder abgestützte Teil des hinteren Rastkörpers zwischen
in der Bindungsplatte eingelegten oberen und unteren, vorzugsweise metallischen Gleitplatten
geführt werden.
[0009] Im Zehenbereich ergeben sich hinsichtlich der Aufnahme von auf den vorderen Rastkörper
in dessen Verschieberichtung einwirkenden Auslösekräften keine Schwierigkeiten, wenn
der vordere Rastkörper aus einem mit einer Rastfeder beaufschlagten Schieber besteht,
der über eine V-förmige Rastaussparung an einer die vordere Rastaufnahme bildenden,
den Aussparungsrand mit einem Randsteg übergreifenden Stützrolle der Grundplatte abgestützt
wird, weil die Neigung der an der Stützrolle anliegenden Flanken der V-förmigen Rastaussparung
unter einem vorteilhaften Winkel gegenüber der Achse der Stützrolle geneigt verlaufen
können. Es muß lediglich dafür gesorgt werden, daß sich der federbeaufschlagte Schieber
nicht innerhalb seiner Führung verkanten kann und beim Vorbeischwenken an der Stützrolle
nicht durch den den Aussparungsrand des Schiebers übergreifenden Randsteg behindert
wird. Bei einer Drehauslösung der Skibindung wird nämlich die Bindungsplatte im allgemeinen
um eine Längskante zusätzlich aufgekantet, was die Freigabe des Schiebers durch den
Randsteg der Stützrolle unter Umständen beeinträchtigt. Um hier Abhilfe zu schaffen,
können die beiden die V-förmige Rastaussparung seitlich begrenzenden Endabschnitte
des Schiebers auf der Oberseite gegen ihre stirnseitigen Enden hin abgeschrägt werden.
[0010] Der Schieber selbst kann vorteilhaft als Winkelstück ausgebildet sein, das im Bereich
seines Längsschenkels durch eine in ein Langloch des Längsschenkels eingreifende Führungsrolle
und im Bereich seines durch die Rastfeder beaufschlagten Querschenkels durch einen
als Widerlage für die Rastfeder dienenden Zentrieransatz geführt wird. Diese Führung
einerseits über einen Zentrieransatz und anderseits über eine in ein Langloch des
Längsschenkels des Schiebers eingreifende Führungsrolle sichert eine zwängungsfreie
Verschiebung des Winkelstückes auch unter einer beim Auslösen der Bindung unvermeidbaren
Querbelastung.
[0011] Die Bindungsplatte kann aus einer Boden- und einer Deckplatte zusammengesetzt sein,
zwischen denen die Rastkörper geführt werden. Eine solche zweiteilige Bindungsplatte
bringt einfache konstruktive Verhältnisse mit sich, weil die Führungsausnehmungen
und die Aussparungen zur Aufnahme der Rastfedern sowie deren Widerlager in einfacher
Weise von den Stoßflächen der Boden- und der Deckplatte her zugänglich sind.
[0012] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Skibindung in einem vereinfachten Längsschnitt,
Fig. 2 eine Draufsicht auf die Grundplatte der Skibindung und
Fig. 3 die Bindungsplatte in einer Unteransicht.
[0013] Die dargestellte Skibindung weist eine auf einem Ski, insbesondere einem Kurzski,
montierbare Grundplatte 1 auf, die eine vordere Rastaufnahme 2 in Form einer Stützrolle
3 und eine hintere Rastaufnahme 4 in Form eines Stützkörpers 5 trägt. Zwischen diesen
Rastaufnahmen 2 und 4 der Grundplatte 1 wird eine Bindungsplatte 6 eingesetzt, die
mit den Rastaufnahmen 2 und 4 zusammenwirkende Rastkörper 7, 8 bildet. Der vordere
Rastkörper 7 ist als Schieber geformt, der aus einem metallischen Winkelstück 9 besteht,
dessen Längsschenkel 10 mit einem Langloch 11 versehen ist, in das eine Führungsrolle
12 eingreift. Mit dem Querschenkel 13 stütz sich das Winkelstück 9 an einem Zentrieransatz
14 ab, der auf einem in der Bindungsplatte 6 drehbar gelagerten, den Querschenkel
durchsetzenden Gewindebolzen 15 verschiebbar gelagert ist und ein Widerlager für eine
Rastfeder 16 bildet, die sich an einem in der Bindungsplatte 6 verschiebbar, aber
undrehbar gehaltenen Gegenlager 17 abstützt, das in einem Muttergewinde vom Gewindebolzen
15 durchsetzt wird. Durch ein Drehen des Gewindebolzens 15 von der vorderen Stirnseite
der Bindungsplatte 6 her kann somit die Vorspannung der Rastfeder 16 durch eine Schraubverstellung
des Gegenlagers 17 eingestellt werden, das eine die eingestellte Vorspannung anzeigende,
von der Oberseite der Bindungsplatte 6 ablesbare Meßmarke 18 aufweist. Das sich durch
den Zentrieransatz 14 ergebende, verschiebbare Widerlager der den Gewindebolzen 15
umschließenden, als Schraubenfeder ausgebildeten Rastfeder 16 stütz sich bei von der
Grundplatte 1 gelöster Bindungsplatte 6 über den Querschenkel 13 des Winkelstückes
9 an einem vom Gewindebolzen 15 durchsetzten Verschiebeanschlag 19 für den Rastkörper
7 ab. An der vorderen Stirnseite ist der Längsschenkel 10 des Winkelstückes 9 mit
einer V-förmigen Aussparung 20 versehen, die mit ihren gegeneinander geneigten Flanken
an der Stützrolle 3 der vorderen Rastaufnahme 2 der Grundplatte 1 anliegt und von
einem vorstehenden Randsteg 21 der Stützrolle 3 übergriffen wird.
[0014] Die Bindungsplatte 6 stützt sich einerseits mittels eines Quersteges 22 und anderseits
mittels einer Anschlagnase 23 am Stützkopf 5 der hinteren Rastaufnahme 4 ab. Die Anordnung
ist dabei so getroffen, daß der Quersteg 22 an der Vorderseite des Stützkopfes 5 und
die Anschlagnase 4 an einem nach hinten vorstehenden Stützanschlag 24 anliegen, so
daß in der Grundstellung der zwischen den Rastaufnahmen 2 und 4 eingesetzten Bindungsplatte
6 keine Längsverschiebung der Bindungsplatte gegenüber der Grundplatte 1 möglich ist,
und zwar weder in Vorwärts- noch in Rückwärtsrichtung. Der Stützkopf 5, der im Bereich
des Quersteges 22 von der Bindungsplatte 6 seitlich umfaßt wird, wie dies in der Fig.
2 angedeutet ist, in der die Bindungsplatte strichpunktiert angedeutet wird, bildet
für die Bindungsplatte 6 ein fersenseitiges Schwenklager, wenn die Skibindung im Bereich
der vorderen Rastaufnahme 2 durch Seitenkräfte ausgelöst wird, die ein Verschieben
des vorderen Rastkörpers 7 entgegen der Kraft der Rastfeder 16 zufolge des Flankenverlaufs
der an der Stützrolle 3 anliegenden V-förmigen Aussparung 20 bedingen. Tritt die Stützrolle
3 aus der V-förmigen Aussparung 20 aus, so zeiht die damit verbundene Verschwenkung
der Bindungsplatte 6 um den Stützkörper 5 auch eine Verlagerung der Anschlagnase 23
gegenüber dem vorspringenden Stützanschlag 24 des Stützkörpers 5 nach sich. Mit dem
Abgleiten der Anschlagnase 23 vom Stützanschlag 24 wird die Bindungsplatte 6 auch
im Bereich der Ferse schlagartig freigegeben, was ein unbehindertes Lösen der Bindungsplatte
6 von der Grundplatte 1 zur Folge hat. Um beim Vorbeischwenken des Rastkörpers 7 an
der Stützrolle 3 ein frühzeitiges Aufkanten der Bindungsplatte 6 zu ermöglichen, sind
die beiden die V-förmige Rastaussparung 20 seitlich begrenzenden Endabschnitte des
Schiebers 9 auf der Oberseite gegen ihre stirnseitigen Enden hin abgeschrägt. Die
abgeschrägten Flächen sind mit 25 bezeichnet.
[0015] Die Verrastung der Bindungsplatte 6 im Bereich der hinteren Rastaufnahme 4 erfolgt
über einen gesonderten Rastkörper 8, der in der Bindungsplatte 6 gleichachsig zum
vorderen Rastkörper 7 verschiebbar gelagert ist, jedoch gegensinnig zum Rastkörper
7 mit einer Rastfeder 26 beaufschlagt wird. Die Rastfeder 26 stütz sich einerseits
am Rastkörper 8 und anderseits an einem Keilgetriebe 27 ab, das mit Hilfe einer Betätigungsschraube
28 verstellt werden kann. Über die von der Oberseite der Bindungsplatte 6 zugängliche
Betätigungsschraube 28 wird ein unterer, der Höhe nach in der Bindungsplatte 6 geführter
Keilkörper 29 verlagert, der einen ein Widerlager für die Rastfeder 26 bildenden Stellkeil
30 des Keilgetriebes 27 in Längsrichtung der Bindungsplatte 6 beaufschlagt. Da der
Rastkörper 8 am Quersteg 22 als Verschiebeanschlag abgestützt ist, kann über die Betätigungsschraube
28 die Vorspannung der Rastfeder 26 eingestellt werden, wobei die gewählte Vorspannung
anhand einer mit dem Stellkeil 30 verbundenen Meßmarke wieder von der Oberseite der
Bindungsplatte 6 abgelesen werden kann.
[0016] Der Rastkörper 8 untergreift eine Schulter 32 des Stützkörpers 5 mit einer Keilfläche
33, die auf einem dem Stützkörper 5 zugekehrten Rastkörperkopf 34 angeordnet ist,
der nicht nur die Schulter 32 des Stützkörpers 5 sondern auch den Quersteg 22 untergreift.
Die Verschiebeführung 35 für den Rastkörper 8 in der Bindungsplatte 6 weist einen
Abschnitt in Form einer bodenseitigen Aussparung 36 auf, so daß der Rastkörperkopf
34 beim Verschieben des Rastkörpers 8 entgegen der Kraft der Rastfeder 26 unter einem
Ausschwenken des Rastkörpers 8 in die Aussparung 36 eingreifen kann, was ein steileres
Anstellen der Keilfläche 33 gegenüber der Schulter 32 und damit in weiterer Folge
günstigere Übersetzungsverhältnisse für die Verschiebung des Rastkörpers 8 mit sich
bringt, wenn die Bindungsplatte 6 im Sinne eines Abhebens von der Grundplatte 1 belastet
wird. In diesem Fall wird ja der Rastkörper 8 über die an der Schulter 32 anliegende
Keilfläche 33 im Entriegelungssinn beaufschlagt, wobei es von der auf die Vorspannung
der Rastfeder 26 bezogenen Belastung abhängt, ob der Rastkörper 8 aus dem Bereich
der Schulter 32 weggedrückt wird und die Bindungsplatte 6 freigibt. Diese Auslösung
der Skibindung im Fersenbereich wird unabhängig von den in Längsrichtung der Skibindung
wirkenden Kräften ausschließlich durch die Vorspannung der Rastfeder 26 bestimmt,
wie dies auch für die Auslösung im Zehenbereich für die Rastfeder 16 gilt. Die Auslösekräfte
können daher voneinander unabhängig an die jeweiligen Anforderungen angepaßt werden,
und zwar durch eine Einstellung der jeweiligen Vorspannungen der Rastfedern 16 und
26.
[0017] Um die Gleitreibung des hinteren Rastkörpers 8 insbesondere während der zusätzlichen
Ausschwenkbewegung im Bereich der Aussparung 36 niedrig zu halten, wird der Rastkörper
8 im Bereich seines an der Rastfeder 26 abgestützten Teils zwischen in der Bindungsplatte
6 eingelegten oberen und unteren Gleitplatten 37 geführt.
[0018] Zur Konstruktionsvereinfachung ist die Bindungsplatte 6 aus zwei Teilen, einer Bodenplatte
38 und einer Deckplatte 39, zusammengesetzt. Dies erlaubt einen freien Zugang zu den
Aufnahmen für die Rastkörper 7, 8 die Rastfedern 16, 26 und das Keilgetriebe 27 von
den Stoßflächen der Boden- und Deckplatten 38, 39 her, was sich ohne weiteres aus
der Zeichnung ergibt.
[0019] Die Schuhhalterungen werden in herkömmlicher Weise durch zur Anpassung an unterschiedliche
Schuhgrößen verstellbare Haltebügel 40 gebildet, von denen einer, beispielsweise der
vordere, einen Spannhebel trägt, der jedoch aus Übersichtlichkeitsgründen nicht dargestellt
ist. Der Schuh kann auf die in der Grundplatte 1 eingerasteten Bindungsplatte 6 aufgesetzt
und mit Hilfe der Haltebügel mit der Bindungsplatte verbunden werden. Soll der Schuh
mit der am Schuh befestigten Bindungsplatte 6 auf der Grundplatte 1 verrastet werden,
so braucht die Bindungsplatte lediglich mit dem vorderen Rastkörper 7 in die vordere
Rastaufnahme 2 eingeführt zu werden, bevor die Bindungsplatte 6 mit dem Schuh auf
den Stützkopf 5 der hinteren Rastaufnahme 4 aufgesetzt und an den Stützkopf 5 angedrückt
wird, so daß der hintere Rastkörper 8 entlang einer Anlauffläche 41 des Stützkörpers
5 gegen die Kraft der Rastfeder 26 in die Bindungsplatte 6 eingeschoben wird, bis
die Schulter 32 überwunden ist und der durch die Rastfeder 26 wieder ausgeschobene
Rastkörper 8 die Schulter 32 mit dem Rastkörperkopf 34 untergreift.
1. Skibindung, insbesondere für einen Kurzski, mit einer eine vordere und eine hintere
Schuhhalterung tragenden Bindungsplatte (6) und mit einer am Ski befestigbaren Grundplatte
(1), die eine vordere und eine hintere Rastaufnahme (2, 4) für die zwischen den Rastaufnahmen
(2, 4) einsetzbare Bindungsplatte (6) aufweist, wobei die Bindungsplatte (6) von den
Rastaufnahmen (2, 4) übergriffene Rastkörper (7, 8) trägt, von denen der vordere eine
mit der vorderen Rastaufnahme (2) zusammenwirkende Federrast zur Verrastung der um
die hintere Rastaufnahme (4) verschwenkbaren Bindungsplatte (6) bildet, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Bindungsplatte (6) mit einem Quersteg (22) an der Vorderseite und mit einer
Anschlagnase (23) an einem vorstehenden Stützanschlag (24) auf der Rückseite der hinteren
als Stützkopf (5) ausgebildeten Rastaufnahme (4) abstützt, daß der auf der Vorderseite
des Stützkopfes (5) angeordnete hintere Rastkörper (8) der Bindungsplatte (6) gegen
die Kraft einer Rastfeder (26) in Längsrichtung der Bindungsplatte (6) verschiebbar
gelagert und mit einer eine Schulter (32) des Stützkopfes (5) untergreifenden Keilfläche
(33) ausgerüstet ist und daß der Quersteg (22) einen Verschiebeanschlag für den durch
die Rastfeder (26) beaufschlagten hinteren Rastkörper (8) darstellt.
2. Skibindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bindungsplatte (6) eine Verschiebeführung (35) für den hinteren Rastkörper (8)
mit einem Führungsabschnitt zum Ausschwenken des die Keilfläche (33) bildenden Rastkörperkopfes
(34) nach unten aufweist.
3. Skibindung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Führungsabschnitt zum Ausschwenken des hinteren Rastkörpers (8) nach unten aus
einer Aussparung (36) im Boden der Verschiebeführung (35) besteht.
4. Skibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der an der Rastfeder (26) abgestützte Teil des hinteren Rastkörpers (8) zwischen
in der Bindungsplatte (6) eingelegten oberen und unteren Gleitplatten (37) geführt
ist.
5. Skibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der vordere Rastkörper (7) aus einem mit einer Rastfeder (16) beaufschlagten Schieber
(9) besteht, der über eine V-förmige Rastausparung (20) an einer die vordere Rastaufnahme
(2) bildenden, den Aussparungsrand mit einem Randsteg (21) übergreifenden Stützrolle
(3) der Grundplatte (1) abgestützt ist.
6. Skibindung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden die V-förmige Rastaussparung (20) seitlich begrenzenden Endabschnitte
des Schiebers (9) auf der Oberseite gegen ihr stirnseitiges Ende hin abgeschrägt sind.
7. Skibindung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Schieber (9) als Winkelstück ausgebildet ist, das im Bereich seines Längsschenkels
(10) durch eine in ein Langloch (11) des Längsschenkels (10) eingreifende Führungsrolle
(12) und im Bereich seines durch die Rastfeder (16) beaufschlagten Querschenkels (13)
durch einen als Widerlager für die Rastfeder (16) dienenden Zentrieransatz (14) geführt
wird.
8. Skibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Bindungsplatte (6) aus einer Boden- und einer Deckplatte (38, 39) zusammengesetzt
ist, zwischen denen die Rastkörper (7,8) geführt sind.