[0001] Die Erfindung betrifft eine Hydroformpresse zur Herstellung von Formteilen durch
Innenhochdruckumformung, mit einem Pressengehäuse aus einem Außenrohr und einem Innenrohr,
die ineinandergesteckt und durch Schrumpfung miteinander verbunden sind, sowie einer
in das Innenrohr eingesetzten Werkzeugträgereinheit, die aus zwei etwa halbschalenförmigen
Werkzeugträgern für ein durch ein Oberwerkzeug und ein Unterwerkzeug gebildetes Werkzeug
besteht, das eine mit einem hydrostatischen Innendruck beaufschlagbare Formkammer
zur Verformung eines Werkstücks zu einem Formteil enthält, wobei zwischen dem oberen
Werkzeugträger und dem Oberwerkzeug mindestens ein oberer sowie zwischen dem unteren
Werkzeugträger und dem Unterwerkzeug mindestens ein unterer mit einem Druckmedium
beaufschlagbarer Kurzhubzylinder mit einem Druckkolben zum Schließen der Werkzeuge
während des Umformprozesses angeordnet ist.
[0002] Bei einer in der
DE 103 34 660 B3 beschriebenen Hydroformpresse dieser Art ist es nicht zu vermeiden, daß beim Umformprozeß
durch den hydrostatischen Innendruck des Druckmediums in der Formkammer Verformungen,
insbesondere Durchbiegungen an den Druckkolben der mit einem Druckmedium beaufschlagbaren
Kurzhubzylinder zum Schließen des Werkzeugs beim Umformprozeß auftreten. Gleichzeitig
mit den Verformungen an den Druckkolben der Kurzhubzylinder treten Verformungen, insbesondere
Durchbiegungen am Ober- und Unterwerkzeug des Umformwerkzeugs auf, die Maßungenauigkeiten
der hergestellten Formteile zur Folgen haben.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Konstruktion der gattungsgemäßen Hydroformpresse
dahingehend zu verbessern, daß Verformungen des Ober- und des Unterwerkzeuges des
Werkzeugs sowie der Druckkolben der Kurzhubzylinders zum Schließen des Werkzeugs beim
Umformprozeß vermieden werden.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Hydroformpresse mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1.
[0005] Die Unteransprüche beinhalten vorteilhafte und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung.
[0006] Der Erfindungsgedanke beruht darauf, den Betriebsdruck des flüssigen Mediums zum
Verformen eines Werkstücks, der auf das Werkzeug und das Gehäuse der Hydroformpresse
wirkt, zu kompensieren und damit zu Verformungen führende Biegebeanspruchungen der
Hydroformpresse auszuschalten. Die Kompensation des Betriebsdruckes des Umformmediums
wird erreicht durch ein Pressengehäuse, das aus zwei ineinandergesteckten Rohren besteht,
wobei das Außenrohr zum Erzielen einer Gegenvorspannung auf das Innenrohr aufgeschrumpft
ist, ferner durch die Verwendung eines aus einem Oberwerkzeug und einem Unterwerkzeug
bestehenden Werkzeugs, wobei zwischen dem Oberwerkzeug und dem in das Innenrohr des
Pressengehäuses eingesetzten, halbschalenförmigen oberen Werkzeugträger sowie zwischen
dem Unterwerkzeug und dem in dem Innenrohr des Pressengehäuses sitzenden, halbschalenförmigen
unteren Werkzeugträger jeweils ein mit einem Druckmedium beaufschlagbarer Kurzhubzylinder
mit einem Druckkolben zum Aufbringen einer auf das Oberwerkzeug und das Unterwerkzeug
wirkenden Schließkraft beim Umformprozeß und zum Aufbringen eines auf das Ober- und
das Unterwerkzeug wirkenden Gegendruckes zum Betriebsdruck des Umformmediums angeordnet
ist, sowie durch die Anordnung von mit einem Druckmedium beaufschlagbaren Druckkissen
zwischen den Druckkolben des oberen und des unteren Kurzhubzylinders einerseits sowie
dem Ober- und dem Unterwerkzeug andererseits.
[0007] Die erfindungsgemäße Hydroformpresse ist nachstehend anhand einer Querschnittdarstellung
erläutert.
[0008] Das Gehäuse 2 der in der Zeichnungsfigur dargestellten Hydroformpresse 1 zur Herstellung
von Formteilen durch Innenhochdruckumformung besteht aus einem Außenrohr 3 und einem
Innenrohr 4, die ineinandergesteckt und durch Schrumpfung miteinander verbunden sind.
In die Bohrung 5 des Innenrohres 4 ist eine Werkzeugträgereinheit 6 eingesetzt, die
zum Werkstückwechsel aus dem Gehäuse 2 herausfahrbar ist.
[0009] Die Werkzeugträgereinheit 6 besteht aus zwei etwa halbschalenförmigen Werkzeugträgern
7, 8 für ein durch ein Oberwerkzeug 10 und ein Unterwerkzeug 11 gebildetes Werkzeug
9, das eine mit einem hydrostatischen Innendruck beaufschlagbare Formkammer 12 zur
Verformung eines Werkstücks 13 zu einem Formteil enthält.
[0010] Zwischen dem oberen Werkzeugträger 7 und dem Oberwerkzeug 10 sowie zwischen dem unteren
Werkzeugträger 8 und dem Unterwerkzeug 11 ist jeweils ein mit einem Druckmedium, beispielsweise
Öl beaufschlagbarer Kurzhubzylinder 14, 15 mit einem in einer Zylinderbohrung 16,
17 im oberen Werkzeugträger 7 und im unteren Werkzeugträger 8 verschiebbaren Druckkolben
18, 19. zum Schließen des Oberwerkzeugs 10 und des Unterwerkzeugs 11 mit der Formkammer
12 angeordnet, die während des Umformprozesses mit einem Druckmedium, beispielsweise
Wasser oder Öl beaufschlagt wird.
[0011] Zwischen dem Druckkolben 18 des oberen Kurzhubzylinders 14 und dem Oberwerkzeug 10
sowie zwischen dem Druckkolben 19 des unteren Kurzhubzylinders 15 und dem Unterwerkzeug
11 ist jeweils ein mit einem Druckmedium beaufschlagbares Druckkissen 20, 21 angeordnet.
[0012] Die Druckkissen 20, 21 dienen zur Kompensation des auf die Druckkolben 18, 19 der
beiden Kurzhubzylinder 14, 15 sowie das Ober- und Unterwerkzeug 10, 11 wirkenden Innendrucks
der Formkammer 12 und verhindern eine Biegeverformung des Ober- und des Unterwerkzeugs
10, 11.
[0013] Die Druckkissen 20, 21 sind in die Druckkolben 18, 19 des oberen und des unteren
Kurzhubzylinders 14, 15 integriert und gegen das Ober- und das Unterwerkzeug 10, 11
abgedichtet.
[0014] Es besteht ferner die Möglichkeit, die Druckkissen 20, 21 in das Oberwerkzeug 10
und das Unterwerkzeug 11 oder jeweils in die Druckkolben 18, 19 der Kurzhubzylinder
14, 15 sowie das Ober- und das Unterwerkzeug 10, 11 zu integrieren.
[0015] Der Druck, mit dem die Druckkissen 20, 21 beaufschlagt werden, ist in Abhängigkeit
vom Innendruck der Formkammer 12 regelbar.
Bezugszeichen
[0016]
- 1
- Hydroformpresse
- 2
- Gehäuse von 1
- 3
- Außenrohr von 2
- 4
- Innenrohr von 2
- 5
- Bohrung von 4
- 6
- Werkzeugträgereinheit
- 7
- Werkzeugträger von 6
- 8
- Werkzeugträger von 6
- 9
- Werkzeug
- 10
- Oberwerkzeug von 9
- 11
- Unterwerkzeug von 9
- 12
- Formkammer von 9
- 13
- Werkstück
- 14
- Kurzhubzylinder
- 15
- Kurzhubzylinder
- 16
- Zylinderbohrung von 7
- 17
- Zylinderbohrung von 8
- 18
- Druckkolben von 14
- 19
- Druckkolben von 15
- 20
- Druckkissen
- 21
- Druckkissen
1. Hydroformpresse zur Herstellung von Formteilen durch Innenhochdruckumformung, mit
einem Pressengehäuse aus einem Außenrohr und einem Innenrohr, die ineinandergesteckt
und durch Schrumpfung miteinander verbunden sind, sowie einer in das Innenrohr eingesetzten
Werkzeugträgereinheit, die aus zwei etwa halbschalenförmigen Werkzeugträgern für ein
durch ein Oberwerkzeug und ein Unterwerkzeug gebildetes Werkzeug besteht, das eine
mit einem hydrostatischen Innendruck beaufschlagbare Formkammer zur Verformung eines
Werkstücks zu einem Formteil enthält, wobei zwischen dem oberen Werkzeugträger und
dem Oberwerkzeug mindestens ein oberer sowie zwischen dem unteren Werkzeugträger und
dem Unterwerkzeug mindestens ein unterer mit einem Druckmedium beaufschlagbarer Kurzhubzylinder
mit einem Druckkolben zum Schließen der Werkzeuge während des Umformprozesses angeordnet
ist, gekennzeichnet durch mindestens ein mit einem Druckmedium beaufschlagbares Druckkissen (20), das zwischen
dem Druckkolben (18) des oberen Kurzhubzylinders (14) und dem Oberwerkzeug (10) angeordnet
ist, sowie durch mindestens ein mit einem Druckmedium beaufschlagbares Druckkissen (21), das zwischen
dem Druckkolben (19) des unteren Kurzhubzylinders (15) und dem Unterwerkzeug (11)
angeordnet ist, zur Kompensation des auf die Druckkolben (18, 19) sowie das Ober-
und das Unterwerkzeug (10,11) wirkenden Innendrucks der Formkammer (12).
2. Hydroformpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckkissen (20, 21) in die Druckkolben (18, 19) des oberen und des unteren Kurzhubzylinders
(14, 15) und/oder in das Oberwerkzeug (10) sowie das Unterwerkzeug (11) integriert
sind.
3. Hydroformpresse nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet durch eine Regelbarkeit des Druckes des Druckmediums, mit dem die Druckkissen (20, 21)
beaufschlagt werden, in Abhängigkeit vom Innendruck der Formkammer (12).
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