[0001] Die Erfindung betrifft eine Wirknadel und eine Barre zur Aufnahme einer solchen.
[0002] Kettenwirkmaschinen (engl.: warp knitting machines) weisen mehrere Barren auf, die
Maschenbildungswerkzeuge wie Lochnadeln, Hakennadeln in Form von Schiebernadeln oder
Schieber tragen. Die Barren bilden dabei jeweils lange, sich quer zu der Bewegungsrichtung
des gewirkten textilen Flächengebildes erstreckende Träger, die die entsprechenden
Maschenbildungswerkzeuge halten und dem Maschenbildungsprozess entsprechend bewegt
werden. Dadurch werden alle Wirkwerkzeuge einer Barre vollkommen synchron zueinander
bewegt. Die Wirkwerkzeuge verschiedener Barren werden dabei relativ zueinander bewegt.
Zur Herstellung einer gleichmäßigen Wirkware kommt es darauf an, dass die an der Barre
gehaltenen Strickwerkzeuge bzw. Wirkwerkzeuge präzise positioniert sind. Beispielsweise
sind Kettenwirkmaschinen bekannt, deren Wirknadeln (Schiebernadeln) Schieber zugeordnet
sind. Die Schieber sind an einer anderen Barre gehalten und dienen dazu, die Hakeninnenräume
der Wirknadeln freizugeben oder zu schließen. Dazu müssen die Schieber und die Wirknadeln
zueinander sehr präzise positioniert sein. Dies setzt voraus, dass die Wirknadeln
in der Nadelbarre in genauer Ausrichtung gehalten sind. Dies stellt höchste Ansprüche
an die Fertigung der Wirknadeln wie auch an die Fertigung der Barre, was einen erheblichen
Fertigungsaufwand bedeutet.
[0003] Davon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, die Wirknadel und evtl. ergänzend die
Barre einer Wirkmaschine so zu gestalten, dass sich mit geringem Herstellungsaufwand
eine hohe Positionierungspräzision des jeweiligen Wirkwerkzeugs erreichen lässt.
[0004] Diese Aufgabe wird mit dem Wirkwerkzeug nach Anspruch 1 sowie mit der Barre nach
Anspruch 10 gelöst.
[0005] Das erfindungsgemäße Wirkwerkzeug weist zur Verbindung mit der Barre einen Schaft
auf, an dessen zumindest einer Schmalseite zwei in einem Abstand zueinander angeordnete
Vorsprünge angeordnet sind. Die Vorsprünge erstrecken sich von dem Schaft weg und
sind an ihrer von dem Schaft abliegenden Stirnseite mit einer Anlagefläche versehen.
Diese dient der Positionierung des Wirkwerkzeugs an der Barre. Die übrige Schmalseite
ist im Hinblick auf die Barre so ausgebildet, dass sie nicht an der Barre anliegt.
Ist das Wirkwerkzeug in einer Nut angeordnet, steht die Schmalseite nicht mit dem
Nutboden in Anlage sondern hält einen Abstand von z.B. wenigen Zehntel Millimetern
zu dieser. Der Abstand ist dabei so groß bemessen, dass Fertigungstoleranzen hinsichtlich
der Geradheit oder Maßhaltigkeit der Schmalseite wie auch der Geradheit oder Maßhaltigkeit
des Nutbodens für die Positionierung des Wirkwerkzeugs keine Rolle spielen. Der Fertigungsaufwand
hinsichtlich des Wirkwerkzeugs kann dadurch wesentlich reduziert werden. Beispielsweise
können unterschiedliche Arbeitsoperationen zur Feinbearbeitung und/oder Kalibrierung
des Wirkwerkzeugs auf die Vorsprünge, dabei genau genommen auf die Stirnseiten derselben
beschränkt werden. Somit wird ein Gewinn an Fertigungssicherheit und eine Verminderung
des Fertigungsaufwands mit den erfindungsgemäßen Wirkwerkzeugen schon bei herkömmlichen
Nadelbarren mit geradem durchgehenden Nutboden erreicht.
[0006] Eine weitere Verbesserung im Sinne oben genannter Aufgabe ergibt sich, wenn die Wirkwerkzeuge
nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9 an der Barre nach Anspruch 10 befestigt
werden. Die Barre weist eine Vielzahl von zueinander parallelen Nuten zur Aufnahme
der Wirkwerkzeuge auf, wobei die Nuten beispielsweise mittels eines Scheibenfräsers
in die Barre eingearbeitet werden können. Die Nuten weisen beispielsweise eine Breite
von lediglich 0,4 mm auf.
[0007] Die vielen parallel zueinander angeordneten Nuten, die der Aufnahme der Wirkwerkzeuge
dienen, werden nun von zwei zueinander parallelen breiteren Nuten durchquert, die
sich entlang der Längsrichtung der Nadelbarre erstrecken. Sie stehen vorzugsweise
unter einem rechten Winkel zu den übrigen schmaleren Nuten. Diese beiden quer verlaufenden
Nuten weisen beispielsweise eine Breite von 3 mm auf. Sie sind dabei etwas tiefer
als die erstgenannten schmalen, zur Aufnahme der Wirkwerkzeuge dienenden Nuten. Sie
können in einem Zug durchgefräst werden, wobei ihr Nutboden die Anlage- oder Bezugsfläche
für die Vorsprünge der Wirkwerkzeuge bildet. Wegen des erwarteten geringeren Werkzeugverschleißes
des breiteren Nutenfräsers, des kürzeren Weges, den dieser längs der Nadelbarre zurücklegt
und des Umstands, dass die beiden Quernuten in einem Zuge gefräst werden können, kann
auf einfache Weise eine hohe Bearbeitungsgenauigkeit erzielt werden. Die zulässige
Tiefentoleranz der zur Aufnahme der Wirkwerkzeuge dienenden Nuten kann somit wesentlich
größer gewählt werden, ohne dass irgendwelche Nachteile hinsichtlich der Positioniergenauigkeit
der Wirkwerkzeuge entstünden.
[0008] Die von dem Körper der Wirkwerkzeuge vorstehenden, der Positionierung dienenden Vorsprünge
sind vorzugsweise etwas größer als der Tiefenunterschied zwischen den zur Aufnahme
der Wirkwerkzeuge vorgesehenen Nuten und der quer dazu angeordneten, etwas tieferen
Nuten. Dadurch wird sichergestellt, dass die Schmalseite des Wirkwerkzeugs den Boden
seiner Nut nicht berührt und zwar auch dann nicht, wenn die Tiefe der aufnehmenden
Nut in Folge von erhöhten Fertigungstoleranzen merklich variiert.
[0009] Unteransprüche charakterisieren vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung. Die
Erfindung kann beispielsweise unmittelbar an einer Nadelbarre oder auch an Träger
oder Halteelementen oder Halteeinrichtungen verwirklicht werden, die ihrerseits von
einem anderen Maschinenelement, wie beispielsweise einer Barre, getragen werden. Solche
Halteeinrichtungen können mehr oder weniger lange Barrensegmente, Module, Teileträger
oder dergleichen sein. Bevorzugt wird jedoch die Verwirklichung der erfinderischen
Idee unmittelbar an der Nadelbarre selbst.
[0010] Das Wirkwerkzeug ist vorzugsweise als Wirk- oder Hakennadel ausgebildet, indem es
an einem Ende mit einem Haken versehen ist. Durch die mit geringem Fertigungsaufwand
zu erreichende hohe Positionierungspräzision empfiehlt sich diese Hakennadel für die
Kooperation mit Schiebern. Die Hakennadeln können insoweit auch als Schiebernadeln
bezeichnet werden, obwohl die Schieber von einer anderen Barre getragen werden. Das
Wirkwerkzeug kann aber auch ein anderweitiges Werkzeug sein.
[0011] Vorzugsweise ist bei dem erfindungsgemäßen Wirkwerkzeug die mit den Vorsprüngen versehene
Schmalseite im Wesentlichen gerade ausgebildet. Die Schmalseite muss jedoch keiner
Feinbearbeitung unterliegen - es genügt, wenn sich diese auf die zur Positionierung
dienenden Vorsprünge beschränkt.
[0012] Die Anlageflächen der Vorsprünge können beispielsweise geringfügigst gerundet oder
ballig ausgebildet sein. Bei einer bevorzugten Ausführungsform sind sie jedoch als
stirnseitige ebene Flächen ausgebildet, die, weiter vorzugsweise, in einer gemeinsamen
Ebene angeordnet sind. Auf diese Weise ergibt sich auch bei hohen, auf die Wirkwerkzeuge
einwirkenden Klemmkräften eine erträgliche Flächenpressung an den entsprechenden Anlageflächen,
so dass weder an dem Wirkwerkzeug noch an den zugeordneten Flächen der Barre Eindrücke
oder sonstige Beschädigungen zu erwarten sind.
[0013] Das Wirkwerkzeug ist vorzugsweise ein dünnes Blechteil mit zwei zueinander parallelen
Flachseiten und zwei Schmalseiten, wobei der Abstand zwischen den Flachseiten, d.h.
die Dicke des Wirkwerkzeugs beispielsweise lediglich 0,4 mm, beträgt. Die Flachseiten
liegen an den Flanken der an der Barre vorgesehenen Nut an, wodurch die seitliche
Positionierung des Wirkwerkzeugs gegeben ist. Während die Höhen- oder Tiefenpositionierung
von den Vorsprüngen übernommen wird, kann zur Längspositionierung noch ein weiterer
Vorsprung, beispielsweise in Form eines Fußes, vorgesehen sein, der mit einer tieferen
Nut der Barre in Eingriff steht. Die an dem Fuß ausgebildeten Anlageflächen stehen
dabei in einem Winkel, vorzugsweise in einem rechten Winkel, zu den Anlageflächen
der Vorsprünge.
[0014] Es ist möglich, den Fuß zusätzlich zu den beiden genannten Vorsprüngen auszubilden.
Es ist aber auch möglich, einen der Vorsprünge mit dem Fuß baulich zu vereinigen.
Der betreffende Vorsprung hat dann an seiner (zu der Schmalseite parallelen) Stirnfläche
eine Anlagefläche für die Höhenpositionierung und an seiner vorderen und hinteren
Kante Anlageflächen, die zu der Schmalseite in einem rechten oder näherungsweise rechten
Winkel orientiert sind und der Längspositionierung des Wirkwerkzeugs dienen.
[0015] Einzelheiten von vorteilhaften Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus der
Zeichnung, der Beschreibung oder Ansprüchen. In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung dargestellt. Es zeigen:
Figur 1 eine erfindungsgemäße Nadelbarre in perspektivisch schematisierter Darstellung,
Figur 2 die Nadelbarre nach Figur 1 mit erfindungsgemäßem Wirkwerkzeug in Form einer
Schiebernadel mit zugeordnetem, an eigener Barre gehaltenem Schieber in schematisierter
Schnittdarstellung,
Figur 3 die Schiebernadel nach Figur 2 in gesonderter Darstellung in einem anderen
Maßstab,
Figur 4 die Nadelbarre gemäß Figur 2 in gesonderter Darstellung in einem anderen Maßstab,
Figur 5 die Nadelbarre nach Figur 4 zur weiteren Veranschaulichung in einer ausschnittsweisen
perspektivischen Darstellung und
Figur 6 eine abgewandelte Ausführungsform der Nadelbarre nach Figur 4 zur weiteren
Veranschaulichung in einer ausschnittsweisen perspektivischen Darstellung.
[0016] In Figur 1 ist eine Nadelbarre 1 veranschaulicht, die zu dem aus Figur 2 ersichtlichen
Wirksystem 2 einer Kettenwirkmaschine gehört. Das Wirksystem 2 umfasst mehrere Halteeinrichtungen
in Form von Barren, zu denen die Nadelbarre 1, eine Schieberbarre 3 und vorzugsweise
mehrere, hier nicht dargestellte Lochnadelbarren gehören, die Lochnadeln 4 tragen.
Die Schieberbarre 3 ist mit Schiebern 5 und die Nadelbarre 1 mit Wirknadeln 6 versehen.
Die Wirknadeln 6, die Schieber 5 und die Lochnadeln 4 bilden Wirkwerkzeuge, die an
den jeweiligen Barren in gleichmäßigen Abständen parallel nebeneinander in großer
Zahl gehalten sind. Dabei ist jeder Wirknadel 6 jeweils genau ein Schieber 5 zugeordnet,
der mit der Wirknadel 6 präzise zusammenwirken muss, weshalb die Wirknadel 6 und der
Schieber 5 relativ zueinander präzise positioniert sein müssen.
[0017] Die Wirknadel 6 ist in Figur 3 gesondert veranschaulicht. Sie weist einen Körper
7 auf, der als dünnes Blechteil ausgebildet ist. Der Körper 7 weist dazu zwei Schmalseiten
8, 9 sowie Flachseiten 10, 11 auf, die einen rechteckigen Querschnitt begrenzen. Die
Schmalseiten 8, 9 und die Flachseiten 10, 11 sind durch ebene Flächen gebildet und
im Wesentlichen gerade ausgebildet. An einem Ende des länglichen Körpers 7 läuft dieser
schlank zu, d.h. der Abstand zwischen den Schmalseiten 8, 9 verringert sich beispielsweise
ausgehend von einer Stufe 12. An dem sich anschließenden Hakenhals 13 ist ein Haken
14 ausgebildet, der vorzugsweise zu der Stufe 12 weist.
[0018] An der gleichen Seite des Körpers 7, d.h. vorzugsweise an der Schmalseite 8 sind
zumindest zwei Vorsprünge 15, 16 und gegebenenfalls ein dritter Vorsprung 17 ausgebildet,
die der Positionierung der Wirknadel 6 dienen. Die Vorsprünge 15, 16 sind in Seitenansicht
beispielsweise trapezförmig oder rechteckig ausgebildet, wobei sie, wie dargestellt,
mit einer Stufe oder alternativ auch mit einer Rundung in die Schmalseite 8 übergehen
können. An ihren von der Schmalseite 8 weg weisenden Stirnseiten sind die Vorsprünge
15, 16 mit Anlageflächen 18, 19 versehen, die vorzugsweise als Planflächen ausgebildet
sind. Sie können jedoch auch eine geringe Rundung um eine längs oder quer zu dem Körper
7 verlaufende Achse aufweisen. Die ebene Ausbildung der Anlagefläche 18, 19 wird jedoch
wegen der damit erreichbaren flächenhaften Kraftübertragung zwischen der Wirknadel
6 und der Nadelbarre 2 bevorzugt.
[0019] Die Höhe der Vorsprünge 15, 16, d.h. der Abstand A1 zwischen der die Anlageflächen
18, 19 enthaltenden Ebene E1 und der Schmalseite 8 beträgt vorzugsweise einige Zehntel
Millimeter und ist wesentlich geringer als die parallel zu der Schmalseite 8 zu messende
Länge der Vorsprünge 15, 16, die vorzugsweise z.B. zwei oder drei Millimeter beträgt.
[0020] Anders liegen die Verhältnisse bei dem Vorsprung 17, der wie ein Fuß ausgebildet
ist und über mehrere Millimeter sowohl über die Schmalseite 8 als auch über die Ebene
E1 vorsteht. Der Vorsprung 17 weist einen rechteckigen oder trapezförmigen Umriss
auf. Er weist an seiner dem Haken 14 zugewandten Seite und an seiner dem Haken 14
abgewandten Seite jeweils Anlageflächen 20, 21 auf, die der Positionierung der Wirknadel
6 in Längsrichtung dienen. Die Anlageflächen 20, 21 sind zueinander vorzugsweise parallel
orientiert. Des Weiteren ist es möglich, dass die Anlageflächen 20, 21 in einem Winkel
zur Schmalseite 8 angeordnet sind, der kein rechter Winkel ist.
[0021] Figur 4 veranschaulicht die Nadelbarre 1, die als Bett zur ruhenden Aufnahme der
Wirknadeln 6 dient. Sie weist, wie Figur 1 erkennen lässt, eine Anzahl von Nuten 22,
23 auf, die parallel zueinander orientiert sind und deren Breite geringfügig größer
ist als der Abstand zwischen den Flachseiten 10, 11 jeder Wirknadel 6. Die Wirknadeln
6 passen somit einigermaßen leichtgängig, jedoch ohne fühlbares Spiel in die Nuten
22, 23 usw. Die Nuten 22, 23 sind beispielsweise mittels eines Scheibenfräsers erzeugt
worden. Sie weisen, wie Figur 2 bis 5 erkennen lässt, jeweils einen im Wesentlichen
ebenen Boden 24 und seitlich ebene Flanken auf. Die Gruppe der Nuten 22, 23, die der
Aufnahme der Wirkwerkzeuge beispielsweise der Wirknadeln 6 dienen, wird von zwei zueinander
parallelen Nuten 25, 26 und gegebenenfalls einer dritten Nut 27 durchquert, die die
Nuten 22, 23 unter einem rechten Winkel schneiden. Die erste und zweite Nut 25, 26
sind, wie insbesondere Figur 4 erkennen lässt, geringfügig tiefer als die Nuten 22,
23. In Folge dessen stehen die Böden 28, 29 der Nuten 25, 26 etwas unterhalb des Bodens
24 der Nut 22. Dies gilt entsprechend für alle anderen Nuten 23 usw., die der Aufnahme
der Wirkwerkzeuge dienen. Dabei ist der Abstand A2 des Bodens 24 von den Böden 28,
29, die vorzugsweise in einer gemeinsamen Ebene E2 angeordnet sind, vorzugsweise etwas
kleiner als der Abstand A1. Die Differenz der Abstände A1, A2 liefert, wie Figur 2
erkennen lässt, einen Abstand zwischen der Schmalseite 8 und dem Boden 24 in Form
eines geringfügigen Spalts, wenn die Anlageflächen 18, 19 an den Böden 28, 29 der
Nuten 25, 26 anliegen. Die Differenz der Abstände A1, A2 ermöglicht eine entsprechend
große Toleranz hinsichtlich der Tiefe der Nut 22. Die Nuten 25, 26 dienen somit der
präzisen Positionierung der Wirknadel 6 oder eines sonstigen Wirkwerkzeugs hinsichtlich
der Vertikalrichtung in Figur 2, 3 oder 4. Hinsichtlich der Horizontalrichtung, die
der Längsrichtung der Wirknadel 6 entspricht, geht von den Nuten 25, 26 bzw. den Vorsprüngen
15, 16, jedoch vorzugsweise keine Positionierwirkung aus. Dies wird erreicht, indem
die quer zur Nut 25, 26 bzw. längs zu der Wirknadel 6 zu messende Länge der Vorsprünge
15, 16 deutlich geringer bemessen wird als die Breiten der Nuten 25, 26. Die Längspositionierung
wird somit allein von dem Fuß bzw. Vorsprung 17 bewirkt. Diesem ist die Nut 27 (Figur
4) zugeordnet, die wesentlich tiefer als die Nuten 25, 26. Ihr Boden 30 liegt deutlich
unterhalb der Ebene E2 und steht, wenn die Wirknadel 6 in die Nut 22 eingefügt ist,
in einem Abstand zu der Stirnseite des Vorsprungs 17 (siehe Figur 2).
[0022] Während bei den Nuten 25, 26 die Böden 28, 29 die Bezugsflächen zur Positionierung
der Wirknadel 6 bilden, sind es bei der Nut 27 die beiden Flanken 31, 32, die als
Bezugs- oder Positionierflächen dienen. Die zueinander parallel orientierten Flanken
31, 32 stehen z.B. in einem rechten Winkel zu der Ebene E2. Sie können alternativ
jedoch auch einen spitzen Winkel miteinander einschließen, wobei vorzugsweise der
von den Anlageflächen 20, 21 eingeschlossene Winkel mit dem Winkel zwischen den Flanken
31, 32 übereinstimmt.
[0023] Zur Herstellung der Nadelbarre 1 werden mehrere Nuten 22, 23 z.B. ca. 6000 pro Barre
wie auch die Nuten 25 bis 27 jeweils mechanisch hergestellt. Die Nuten 22, 23 werden
einzeln bzw. in Sätzen (ein Satz beinhaltet mehrere einzelne Nuten eine nach der anderen
hergestellt und somit ist für jede Nut 22, 23 usw. ein einzelner Herstellungsschritt
notwendig. Diese Vorgehensweise resultiert in einer Streuung des Abstandes der Böden
24 der einzelnen Nuten 22, 23 zueinander, was eine Auswirkung auf die Wirkwerkzeuge
nach dem Stand der Technik hat und zwar in Bezug auf die. vertikale Lage zueinander.
[0024] Die Nuten 25, 26, 27 können in einem Zug parallel zur Längsrichtung über die gesamte
Länge der Nadelbarre 1 hergestellt werden. Dies kann vor oder nach dem Herstellen
der quer dazu verlaufenden Nuten 22, 23 usw. erfolgen. In Folge dessen werden die
Böden 28, 29, die für alle Wirknadeln 6 eine Bezugsfläche für die vertikale Lage darstellen,
sowie auch die Flanken 31, 32, die ebenfalls Bezugsflächen für die horizontale Lage
bilden, in einem Arbeitsgang ohne abzusetzen, hergestellt. Dies stellt eine Ausrichtung
der Wirknadeln 6 zueinander sicher, die keiner oder nur einer minimalen Streuung unterliegt.
Alle Wirknadeln 6 liegen mit ihren Anlageflächen 18, 19 an den gleichen Bezugsflächen
28, 29 an. Sie sind deshalb auch dann zueinander und zu den Schiebern 5 optimal ausgerichtet,
wenn der Boden 24 jeder Nut 22, 23 usw. mit erhöhter Toleranz hergestellt wird. Wesentlich
ist lediglich, dass der Abstand A2 (Figur 4) wesentlich geringer als der Abstand A1
(Figur 3) ist, wobei die Abstandsdifferenz größer als die Toleranz der Tiefe der Nut
22, 23 usw. ist.
[0025] Eine andere, abgewandelte Ausführungsform der Halteeinrichtung 1 (Figur 6) besteht
darin, dass es sich bei den Nuten 25 bis 27 um durchgehende Ausnehmungen handelt,
deren Tiefe größer ist als die Höhe A1 der Vorsprünge 15, 16. Diese Ausnehmungen enthalten
dann keine Böden 28, 29. Zur vertikalen Ausrichtung und zur Bestimmung der vertikalen
Lage der Wirkwerkzeuge 6 werden dann Auflagemittel 36, 37 verwendet, welche Auflageflächen
38, 39 aufweisen, welche die Funktion der Böden 28, 29 übernehmen. Die Wirknadeln
6 liegen dann mit den Anlageflächen 18, 19 der Vorsprünge 15, 16 an den Auflageflächen
38, 39 der Auflagemittel 36, 37 an. Die Auflagemittel 36, 37, können in Form von Leisten,
welche sich über die Länge der Nadelbarre 1 und parallel zu dieser erstrecken, gebildet
sein. Sie sind lösbar mit bekannten Befestigungsmitteln an der Nadelbarre 1 befestigt.
Alternativ können die Auflagemittel 36, 37 auch unlösbar mit der Nadelbarre 1 verbunden
sein.
[0026] Die Trennung der Funktion der vertikalen Lage der Wirknadeln 6 von der Nadelbarre
1 erleichtert die Herstellung derselben. Mit dem Fertigungsprozess der Nadelbarre
1 ist dann nur die Ausrichtung der Wirkwerkzeuge quer zur Längsrichtung der Nadelbarre
1 zu erzielen. Mechanische Herstellungsprozesse nach dem Stand der Technik können
in Bezug auf die Tiefentoleranzen der Nuten 25, 26 Anwendung finden. Die vertikale
Ausrichtung wird durch das Auflagemittel erzielt.
[0027] Zur Befestigung der Wirknadel 6 an der Nadelbarre 1 dienen eine oder mehrere Klemmpratzen
33, wie sie aus Figur 2 ersichtlich sind. Diese werden mittels entsprechender Befestigungsmittel
34 an der Nadelbarre 1 festgeklemmt. Die Klemmpratzen 33 drücken auf die Schmalseite
9 und somit die Anlageflächen 18, 19 an die Boden 28, 29 an. Vorzugsweise sind die
Klemmpratzen 33 so ausgebildet, dass insbesondere im Bereich der Vorsprünge 15, 16
Druck auf die Wirknadel 6 ausgeübt wird.
[0028] Die erfindungsgemäßen Wirkwerkzeuge, insbesondere Wirknadeln 6, weisen einen Körper
7 auf, der zur Ausrichtung an seiner Schmalseite Vorsprünge 15, 16 aufweist, die an
ihren Endflächen präzise bearbeitete Anlageflächen 18, 19 aufweisen. Die Anlageflächen
18, 19 können beispielsweise in einer geeigneten Stufe des Herstellungsprozesses gefertigt
werden. Einer der Vorsprünge 15, 16 oder ein zusätzlicher Vorsprung 17 kann mit Anlageflächen
20, 21 versehen sein, die zur Längspositionierung des Wirkwerkzeugs 6 dienen. Den
Vorsprüngen 15, 16, 17 sind entsprechende Nuten 25, 26, 27 in der Nadelbarre 1 zugeordnet.
Bezugszeichenliste:
[0029]
- 1
- Nadelbarre, Halteeinrichtung
- 2
- Wirksystem
- 3
- Schieberbarre
- 4
- Lochnadeln (nicht dargestellt)
- 5
- Schieber
- 6
- Wirknadeln
- 7
- Körper
- 8, 9
- Schmalseiten
- 10, 11
- Flachseiten
- 12
- Stufe
- 13
- Hakenhals
- 14
- Haken
- 15, 16, 17
- Vorsprünge
- 18, 19, 20, 21
- Anlageflächen
- 22, 23
- Nuten
- 24
- Boden
- 25, 26, 27
- Nuten
- 28, 29, 30
- Böden
- 31, 32
- Flanken
- 33
- Klemmpratzen
- 34
- Befestigungsmittel
- A, A1, A2
- Abstand
- E, E1, E2
- Ebene
1. Wirkwerkzeug (6)
mit einem zur Aufnahme in einer Halteeinrichtung (1) vorgesehenen Körper (7), der
zumindest eine Schmalseite (8) aufweist, an der zumindest zwei in einem Abstand zueinander
angeordnete Vorsprünge (15, 16) angeordnet sind, die an ihren von dem Körper (7) weg
weisenden Seite jeweils mit einer Anlagefläche (18, 19) versehen sind.
2. Wirkwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es als Wirknadel (6) ausgebildet ist, indem es an einem Ende mit einem Haken (14)
versehen ist.
3. Wirkwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlageflächen (18, 19) in einer gemeinsamen Ebene (E1) angeordnet sind.
4. Wirkwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beide Anlageflächen (18, 19) jeweils parallel zu der Schmalseite (8) angeordnet sind.
5. Wirkwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der längliche Körper (7) zwei jeweils an die Schmalseite (8) grenzende, zueinander
parallele Flachseiten (10, 11) und eine der Schmalseite (8) gegenüberliegende Schmalseite
(9) aufweist, wobei der Abstand zwischen den Flachseiten deutlich geringer ist als
der Abstand zwischen den Schmalseiten.
6. Wirkwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an der Schmalseite (8) ein Vorsprung (17) angeordnet ist.
7. Wirkwerkzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (17) zumindest eine Anlagefläche (20) aufweist, die zu der Schmalseite
(8) in einem Winkel orientiert ist.
8. Wirkwerkzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (17) zugleich einen der Vorsprünge (18, 19) bildet.
9. Wirkwerkzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (17) im Abstand zu den Vorsprüngen (18, 19) angeordnet ist.
10. Barre mit einem Wirkwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
mit einer an einer Seite vorgesehenen Serie zueinander paralleler Nuten (22, 23) zur
Aufnahme der Wirkwerkzeuge (6) und
mit zumindest einer ersten und einer zweiten Nut (25, 26), welche die zur Aufnahme
der Wirknadeln (6) vorgesehenen Nuten (22, 23) schneiden und zumindest geringfügig
tiefer sind als diese.
11. Barre nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Nut (25, 26) jeweils einen Boden (28, 29) aufweist, der
eine Bezugsfläche für die Positionierung der Wirkwerkzeuge (6) bildet.
12. Barre nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Nuten (25, 26) eine Breite aufweisen, die größer ist als die parallel zu der
Schmalseite (8) des Wirkwerkzeuges (6) zu messende Länge des Vorsprungs (15, 16).
13. Barre nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Nuten (25, 26) den Vorsprüngen (15, 16) zugeordnet sind, um diese aufzunehmen.
14. Barre nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Barre (1) eine dritte Nut (27) aufweist, welche die zur Aufnahme der Wirkwerkzeuge
(6) vorgesehenen Nuten (22, 23) schneidet und zumindest tiefer ist als diese.
15. Barre nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte Nut (27) eine Breite aufweist, die mit der Breite eines an dem Wirkwerkzeuges
(6) vorgesehenen Vorsprungs (17) übereinstimmt.
16. Barre nach Anspruch 10 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Nuten (25, 26) parallel zueinander ausgerichtet sind.
17. Barre nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Nut (25, 26) jeweils eine Tiefe aufweisen, die größer ist
als die Höhe (A1) der Vorsprünge (15, 16), und dass zur Ausrichtung der Wirkwerkzeuge
(6) in Vertikalrichtung quer zu der Barre (1) wenigstens ein Auflagemittel (36, 37)
vorgesehen ist, an dem die Wirknadeln (6) anliegen.
18. Barre nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagemittel (36, 37) Auflageflächen (38, 39) aufweisen, die mit den Auflageflächen
(18, 19) der Wirknadeln (6) in Kontakt stehen.
19. Barre nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagemittel (36, 37) lösbar mit der Barre verbunden sind.