[0001] Die Erfindung betrifft eine Schuhpresswalze zur Entwässerung oder Glättung einer
Papier-, Karton-, Tissue- oder einer anderen Faserstoffbahn in einer Maschine zur
Herstellung und/oder Veredlung derselben mit einem stationären Tragkörper und einem,
um diesen rotierbaren, flexiblen Walzenmantel, der von einem Pressschuh hydraulisch
an eine Gegenwalze anpressbar ist, wobei der Pressschuh radial verschiebbar am Tragkörper
gelagert ist und Rückholmitteln zum Zurückziehen des Pressschuhs von der Gegenwalze
vorhanden sind.
[0002] Derartige Rückholmittel sind beispielsweise aus der
DE 19514142 bekannt und sollen bei fehlender Anpressung des Pressschuhs diesen zurückziehen.
[0003] Damit wird bei oben liegenden Schuhpresswalzen ein Herabsinken des Pressschuhs verhindert,
aber auch allgemein die Montage und Demontage des Walzenmantels erleichtert.
[0004] Nachteilig ist dabei allerdings, dass diese Rückholmittel das Linienkraftprofil des
Pressschuhs beeinflussen.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung ist es daher, die Rückholung des Pressschuhs bei verbessertem
Linienkraftprofil zu ermöglichen.
[0006] Erfindungsgemäß wurde die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Rückholmittel während
der Anpressung des Pressschuhs deaktivierbar sind.
[0007] Durch diese Deaktivierung wird eine Beeinflussung des Linienkraftprofils durch die
Rückholmittel auf einfache aber sehr wirksame Weise verhindert.
[0008] Um das Linienkraftprofil beeinflussen zu können, sollte die Anpressung des Pressschuhs
über mehrere axial nebeneinander angeordnete und vorzugsweise separat steuerbare Hydraulikelemente
erfolgen.
[0009] Die Anpressung über nur ein Hydraulikelement kann mitunter jedoch auch genügen.
[0010] Zur Vereinfachung der Konstruktion sowie der Gewährleistung einer sicheren Funktion
sollten die Rückholmittel dabei außerhalb der Hydraulikelemente am Tragkörper und
am Pressschuh angreifen.
[0011] Ein einfacher Aufbau der Rückholmittel ergibt sich, wenn die Rückholmittel von Federelementen
gebildet werden, deren Wirkrichtung vorzugsweise etwa senkrecht zum Pressschuh verläuft.
[0012] Dabei sollten die Federelemente zur Rückholung des Pressschuhs kraftschlüssig mit
dem Pressschuh oder daran befestigten Elementen verbunden sein.
[0013] Dies erlaubt eine einfache Deaktivierung der Rückholmittel durch die Trennung der
kraftschlüssigen Verbindung zwischen den Federelementen und dem Pressschuh.
[0014] Zur Realisierung einer insbesondere kraftschlüssigen Verbindung sollten die Federelemente
radial verlaufende Zugelemente, insbesondere in Form von Zugstäben, Seilen o.ä. umfassen,
deren dem Pressschuh zugewandte Enden vorzugsweise gelenkig mit dem Pressschuh verbunden
sind.
[0015] Dabei ist es vorteilhaft, wenn die Federelemente als Schraubenfedern ausgebildet
sind, deren dem Pressschuh abgewandte Enden sich jeweils formschlüssig über ein Koppelelement
an einem Anschlag des entsprechenden Zugelementes kraftschlüssig abstützen.
[0016] Die Koppelelemente können in einfacher Ausführung von Scheiben, Platten o.ä. gebildet
werden, welche zwischen Anschlag und Feder angeordnet sind.
[0017] Von Vorteil ist es insbesondere hinsichtlich einer stabilen Führung auch, wenn die
Zugelemente durch die Koppelelemente verlaufen.
Zur Vereinfachung der Konstruktion und der Stabilität ist es außerdem vorteilhaft,
wenn mehreren Zugelementen ein gemeinsames Koppelelement zugeordnet ist.
[0018] Um eine Deaktivierung der Rückholmittel zu ermöglichen, ist es von Vorteil, wenn
an den Koppelelementen Steuerelemente angreifen, die diese zur Trennung der kraftschlüssigen
Verbindung des Federelementes über das Zugelement mit dem Pressschuh vom Anschlag
des entsprechenden Zugelementes wegbewegen können. Falls das Zugelement als Seil ausgeführt
ist, so führt dies zur Entspannung des Seils.
[0019] Im Interesse einer einfachen und sicheren Konstruktion ist es dabei von Vorteil,
wenn die Steuerelemente vorzugsweise als hydraulische Presselemente ausgebildet sind,
die die Koppelelemente zur Deaktivierung der Rückholmittel zu den Federelementen drücken
und diese damit spannen.
[0020] Nachfolgend soll die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
In der beigefügten Zeichnung zeigt:
- Figur 1:
- einen schematischen Teil-Querschnitt durch eine Schuhpresswalze und
- Figur 2:
- einen schematischen Teil-Längsschnitt.
[0021] Zur Entwässerung oder Glättung wird die Faserstoffbahn 7 in Herstellungsmaschinen,
wie Papiermaschinen allein oder gemeinsam mit wenigstens einem Band durch einen oder
mehrere Pressspalte geführt.
[0022] Zur Bildung eines verlängerten Pressspaltes wird dabei oft der flexible Walzenmantel
6 einer Schuhpresswalze von einem Pressschuh 3 mit konkaver Pressfläche gegen eine
zylindrische Gegenwalze 8 gedrückt.
[0023] Die längere Verweilzeit der Faserstoffbahn 7 im verlängerten Pressspalt ermöglicht
eine intensive und dennoch schonende Behandlung der Faserstoffbahn 7 ohne die Gefahr
einer Überpressung und damit einer zu starken Volumenminderung.
[0024] Die Schuhpresswalze besitzt einen stationären, axial verlaufenden Tragkörper 1, um
den der Walzenmantel 6 rotiert.
[0025] Die Anpressung des radial verschiebbar am Tragkörper 1 gelagerten Pressschuhs 3 erfolgt
meist, wie in Figur 2 zu sehen, über mehrere axial nebeneinander angeordnete Hydraulikelemente
2. Dabei können aber bei Bedarf auch in Umfangsrichtung mehrere Hydraulikelemente
2 hintereinander angeordnet werden.
[0026] Bei Entlastung der Hydraulikelemente 2 ist es wichtig, dass der Pressschuh 3 von
der Gegenwalze 8 weg in Richtung Tragkörper 1 gezogen wird.
[0027] Damit wird bei oben liegender Schuhpresswalze verhindert, dass der Pressschuh 3 abfällt.
Es werden aber auch die Montage und Demontage sowie der Wechsel des Walzenmantels
6 erleichtert.
[0028] Das Zurückziehen des Pressschuhs 3 wird von Rückholmitteln übernommen, die hier als
Federelemente 4, speziell Schraubenfedern ausgebildet sind.
[0029] Die Wirkrichtung dieser Federelemente 4 verläuft senkrecht zum Pressschuh 3 und damit
parallel zu den Hydraulikelementen 2, so dass die gesamte Federkraft für die Rückholung
genutzt werden kann.
[0030] Um die Hydraulikelemente 2 nicht zu beeinträchtigen, befinden sich die Rückholmittel
außerhalb der Hydraulikelemente 2.
[0031] Die Federelemente 4 umfassen auch radial verlaufende Zugelemente 5 in Form von Zugstäben,
deren dem Pressschuh 3 zugewandte Enden gelenkig mit dem Pressschuh 3 verbunden sind.
Dabei verlaufen die Zugstäbe, wie in Figur 1 dargestellt, jeweils durch die Schraubenfedern
hindurch.
[0032] Während sich die dem Pressschuh 3 zugewandten Enden der Federelemente 4 am Tragkörper
1 abstützen, stützen sich die dem Pressschuh 3 abgewandten Enden jeweils über ein
Koppelelement 9 an einem Anschlag 11 des entsprechenden Zugstabes kraft- und formschlüssig
ab.
[0033] Zur sicheren Rückholung des Pressschuhs 3 befindet sich hier in Umfangsrichtung vor
und nach jedem Hydraulikelement 2 ein Federelement 4 mit dazugehörigem Zugstab.
[0034] Es können jedoch jedem Hydraulikelement 2 auch nur ein Federelement 4 oder mehreren
Hydraulikelementen 2 ein oder mehrere gemeinsame Federelemente 4 zugeordnet werden.
[0035] Die Koppelelemente 9 sind dabei als Platte ausgeführt, welches jedem Hydraulikelement
2 zugeordnet ist, wobei beide Zugstäbe des Hydraulikelementes 2 durch diese geführt
sind.
[0036] Dies bedeutet, dass die Rückholmittel eines Hydraulikelementes 2 hier beispielhaft
ein gemeinsames Koppelelement 9 besitzen.
[0037] Es ist allerdings auch möglich, für mehrere Hydraulikelemente 2 ein oder mehrere
gemeinsame Koppelelemente 9 vorzusehen. Beispielsweise kann es von Vorteil sein, dass
die Federelemente 4 mehrerer benachbarter Hydraulikelemente 2 vor und/oder nach den
Hydraulikelementen 2 ein gemeinsames Koppelelement 9 besitzen.
[0038] Werden hierbei nun die Hydraulikelemente 2 entlastet, so können sich die Federelemente
4 unter Rückführung des Pressschuhs 3 entspannen. Dabei stützen sich die Federelemente
4 am Tragkörper 1 und über das Koppelelement 9 am Anschlag 11 ab.
[0039] Um zu vermeiden, dass die Rückholmittel sich auf das Linienkraftprofil während der
Anpressung des Pressschuhs 3 auswirken, werden diese deaktiviert.
[0040] Dies erfolgt durch die Trennung der kraftschlüssigen Verbindung der Federelemente
4 zum Pressschuh 3.
[0041] Hierzu greift am jeweiligen Koppelelement 9 ein Steuerelement 10 in Form eines hydraulischen
Presselementes an, welches das Koppelelement 9 zu den Federelementen 4 hin drückt
und diese somit spannt.
[0042] Die Trennung der kraftschlüssigen Verbindung zwischen den Federelementen 4 und den
Anschlägen 11 der Zugstäbe führt zur Deaktivierung der Rückholmittel und verhindert
einen Einfluss der Federkräfte auf das Linienkraftprofil.
Im Ergebnis ragen die Zugstäbe, wie in Figur 1 angedeutet, mit ihren Anschlägen 11
frei über die Koppelelemente 9 hinaus.
[0043] Zur Aktivierung der Rückholmittel werden die Steuerelemente 10 wieder entspannt,
so dass sich auch die Federelemente 4 entspannen und die Koppelelemente 9 gegen die
Anschläge 11 der Zugstäbe drücken.
1. Schuhpresswalze zur Entwässerung oder Glättung einer Papier-, Karton-, Tissue- oder
einer anderen Faserstoffbahn (7) in einer Maschine zur Herstellung und/oder Veredlung
derselben mit einem stationären Tragkörper (1) und einem, um diesen rotierbaren, flexiblen
Walzenmantel (6), der von einem Pressschuh (3) hydraulisch an eine Gegenwalze (8)
anpressbar ist, wobei der Pressschuh (3) radial verschiebbar am Tragkörper (1) gelagert
ist und Rückholmitteln zum Zurückziehen des Pressschuhs (3) von der Gegenwalze (8)
vorhanden sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückholmittel während der Anpressung des Pressschuhs (3) deaktivierbar sind.
2. Schuhpresswalze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anpressung des Pressschuhs (3) über ein oder mehrere axial nebeneinander angeordnete
Hydraulikelemente (2) erfolgt.
3. Schuhpresswalze nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückholmittel außerhalb der Hydraulikelemente (2) am Tragkörper (1) und am Pressschuh
(3) angreifen.
4. Schuhpresswalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückholmittel von Federelementen (4) gebildet werden, deren Wirkrichtung vorzugsweise
etwa senkrecht zum Pressschuh (3) verläuft.
5. Schuhpresswalze nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Federelemente (4) zur Rückholung des Pressschuhs (3) kraftschlüssig mit dem Pressschuh
(3) verbunden sind.
6. Schuhpresswalze nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die kraftschlüssige Verbindung der Federelemente (4) zum Pressschuh (3) zur Deaktivierung
des Rückholmittels trennbar ist.
7. Schuhpresswalze nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Federelemente (4) radial verlaufende Zugelemente (5) umfassen, deren dem Pressschuh
(3) zugewandte Enden vorzugsweise gelenkig mit dem Pressschuh (3) verbunden sind.
8. Schuhpresswalze nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Federelemente (4) als Schraubenfedern ausgebildet sind, deren dem Pressschuh
(3) abgewandte Enden sich jeweils über ein Koppelelement (9) an einem Anschlag (11)
des entsprechenden Zugelementes (5) kraftschlüssig abstützen.
9. Schuhpresswalze nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass mehreren Zugelementen (5) ein gemeinsames Koppelelement (9) zugeordnet ist.
10. Schuhpresswalze nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass an den Koppelelementen (9) Steuerelemente (10) angreifen, die diese zur Trennung
der kraftschlüssigen Verbindung vom Anschlag (11) des entsprechenden Zugelementes
(5) wegbewegen können.
11. Schuhpresswalze nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerelemente (10) vorzugsweise als hydraulische Presselemente ausgebildet sind,
die die Koppelelemente (9) zur Deaktivierung der Rückholmittel zu den Federelementen
(4) drücken und diese damit spannen.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86(2) EPÜ.
1. Schuhpresswalze zur Entwässerung oder Glättung einer Papier-, Karton-, Tissue- oder
einer anderen Faserstoffbahn (7) in einer Maschine zur Herstellung und/oder Veredlung
derselben mit einem stationären Tragkörper (1) und einem, um diesen rotierbaren, flexiblen
Walzenmantel (6), der von einem Pressschuh (3) hydraulisch an eine Gegenwalze (8)
anpressbar ist, wobei der Pressschuh (3) radial verschiebbar am Tragkörper (1) gelagert
ist und Rückholmittel in Form von Federelementen (4) zum Zurückziehen des Pressschuhs
(3) von der Gegenwalze (8) vorhanden sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Federelemente (4) während der Anpressung des Pressschuhs (3) deaktivierbar sind.
2. Schuhpresswalze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anpressung des Pressschuhs (3) über ein oder mehrere axial nebeneinander angeordnete
Hydraulikelemente (2) erfolgt.
3. Schuhpresswalze nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Federelemente (4) außerhalb der Hydraulikelemente (2) am Tragkörper (1) und am
Pressschuh (3) angreifen.
4. Schuhpresswalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirkrichtung der Federelemente (4) etwa senkrecht zum Pressschuh (3) verläuft.
5. Schuhpresswalze nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Federelemente (4) zur Rückholung des Pressschuhs (3) kraftschlüssig mit dem Pressschuh
(3) verbunden sind.
6. Schuhpresswalze nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die kraftschlüssige Verbindung der Federelemente (4) zum Pressschuh (3) zur Deaktivierung
des Rückholmittels trennbar ist.
7. Schuhpresswalze nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Federelemente (4) radial verlaufende Zugelemente (5) umfassen, deren dem Pressschuh
(3) zugewandte Enden vorzugsweise gelenkig mit dem Pressschuh (3) verbunden sind.
8. Schuhpresswalze nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Federelemente (4) als Schraubenfedern ausgebildet sind, deren dem Pressschuh
(3) abgewandte Enden sich jeweils über ein Koppelelement (9) an einem Anschlag (11)
des entsprechenden Zugelementes (5) kraftschlüssig abstützen.
9. Schuhpresswalze nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass mehreren Zugelementen (5) ein gemeinsames Koppelelement (9) zugeordnet ist.
10. Schuhpresswalze nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass an den Koppelelementen (9) Steuerelemente (10) angreifen, die diese zur Trennung
der kraftschlüssigen Verbindung vom Anschlag (11) des entsprechenden Zugelementes
(5) wegbewegen können.
11. Schuhpresswalze nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerelemente (10) vorzugsweise als hydraulische Presselemente ausgebildet sind,
die die Koppelelemente (9) zur Deaktivierung der Rückholmittel zu den Federelementen
(4) drücken und diese damit spannen.