Hintergrund der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Beheizen eines Gleisabschnitts,
insbesondere einer Weiche.
[0002] Damit Gleisabschnitte, insbesondere Weichen, auch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt
funktionstüchtig sind, werden sie beheizt. Dadurch bleiben einerseits ihre Bestandteile
beweglich und frieren nicht fest und es kann andererseits die Entstehung von Eisfilmen
und/oder Eisverblockungen auf den Gleisabschnitten vermieden werden. Herkömmlich werden
dazu direkt an die Gleise Heizeinrichtungen montiert. Als Heizeinrichtungen werden
beispielsweise Gasbrenner, Widerstands-Heizelemente, Heizdrähte und dergleichen eingesetzt.
Nachteilig daran ist, dass die Heizeinrichtungen direkt der Witterung, insbesondere
Nässe, ausgesetzt sind. Darüber hinaus sind bekannte Heizeinrichtungen auch anfällig
gegenüber Vandalismus. Zudem ist der Wärmeverlust der Heizeinrichtungen groß.
Zugrundeliegende Aufgabe
[0003] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zum Beheizen eines Gleisabschnitts
bereitzustellen, die für eine gleichwertige oder verbesserte Heizfunktion weniger
Energie benötigt. Ferner ist es eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Beheizen
eines Gleisabschnitts bereitzustellen, bei dem weniger Energie bei gleicher Heizwirkung
benötigt wird.
Erfindungsgemäße Lösung
[0004] Die Aufgabe ist erfindungsgemäß durch Bereitstellung einer Vorrichtung zum Beheizen
eines Gleisabschnitts gelöst, die mindestens einen Schwellenkörper zum Abstützen des
Gleisabschnitts aufweist, in den mindestens eine Heizeinrichtung integriert ist. Der
erfindungsgemäße Schwellenkörper gibt die Wärme, die ihm von der Heizeinrichtung zugeführt
wird, an das ihn umgebende Schotterbett bzw. Gleisbett ab. Der Schwellenkörper sowie
das Schotterbett speichern die Wärme und dienen als Wärmepolster für den Gleisabschnitt,
unter dem sie als Untersatz angeordnet sind. Auf diese Weise wird eine gleichmäßige
und dauerhafte Beheizung eines Gleisabschnittes erzielt. Weiterhin ist der Wärmeverlust
im Vergleich zu den Heizeinrichtungen, die direkt an die Gleise montiert sind, geringer.
Dementsprechend wird erfindungsgemäß bei weniger Energiezufuhr zumindest die gleiche
Heizwirkung wie bei den vorstehend genannten, an die Gleise montierten Heizeinrichtungen
erzielt. Die Aufgabe ist ferner gemäß der Erfindung durch Bereitstellung eines Verfahrens
zum Beheizen eines Gleisabschnitts gelöst, bei dem mindestens einem Schwellenkörper,
der unterhalb des Gleisabschnitts angeordnet ist, mittels einer in den Schwellenkörper
integrierten Heizeinrichtung, Wärme zugeführt wird. Wie vorstehend erläutert, wirkt
der Schwellenkörper als ein die Wärme speichernder Sockel für den Gleisabschnitt,
durch den der Gleisabschnitt gleichmäßig mit Wärme versorgt wird.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung
[0005] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist die Heizeinrichtung
ein thermoelektrisches Element. Insbesondere sollte die Heizeinrichtung ein Heizstab
sein. Der Heizstab umfasst vorteilhaft eine Metallhülle und eine Heizwicklung, die
in der Metallhülle angeordnet ist und gegen sie elektrisch isoliert ist. Der Heizstab
weist vorteilhaft Abmessungen auf, die an die Abmessungen des Schwellenkörpers derart
angepasst sind, dass der Heizstab von dem Schwellenkörper umhüllt ist. Im Allgemeinen
weisen Schwellenkörper eine Länge von zirka 2,60 m, eine Breite von zirka 25 cm und
eine Höhe von zirka 15 cm auf. Der Heizstab sollte eine Länge von höchstens zirka
2,50 m, eine Breite von höchstens zirka 20 cm und eine Höhe von höchstens zirka 10
cm aufweisen. Die Abmessungen des Heizstabes bestimmen die Heizleistung. Der Heizstab
weist vorteilhaft eine Heizleistung von 200 bis 2000 Watt auf.
[0006] Alternativ oder zusätzlich umfasst die Heizeinrichtung vorteilhaft ein zur Leitung
von Medium geeignetes Rohr, durch das ein Wärmemedium strömt. Im Sinne einer bevorzugten
Weiterbildung der vorliegenden Erfindung ist das Wärmemedium ein Fluid, das eine Temperatur
über 25 °C aufweist. Das Fluid ist insbesondere Wasser oder Luft. Das Rohr kann vorteilhaft
Bestandteil eines Systems aus Heizrohren oder geothermalen Leitungen sein, in das
die erfindungsgemäße Vorrichtung eingepasst ist. In einer vorteilhaften Ausführungsform
der Erfindung umfasst das Rohr ein Kunststoffrohr. Kunststoffrohre haben den Vorteil,
dass sie kostengünstig herstellbar und gute Wärmeleiter sind. Alternativ oder zusätzlich
umfasst das Rohr das Material Stahl. Alternativ oder zusätzlich wird als Rohrmaterial
Kupfer eingesetzt. Auch Kupfer ist ein guter Wärmeleiter. Weiterhin alternativ oder
zusätzlich umfasst das Rohr das Material Aluminium, welches auch ein guter Wärmeleiter
ist und zudem ein geringes Gewicht aufweist. Alternativ oder zusätzlich umfasst das
Rohr ein Mehrschichtverbundrohr. Mehrschichtverbundrohre im Sinne der Erfindung sind
Rohre, die Schichten aus verschiedenen Materialien umfassen. Bevorzugt sind die Rohre
3- oder 5-schichtig. Der Aufbau der 3-schichtigen Verbundrohre von Innen nach Außen
ist folgender: vernetztes Polyethylen, Aluminium, Polyethylen hoher Dichte. Zwischen
Aluminium und Polyethylen kann vorteilhaft noch jeweils eine Haftvermittlerschicht
angeordnet sein, die die Haftung zwischen dem Polyethylen und dem Aluminium verbessert.
Vorteile der Verbundrohre sind eine leichte Biegsamkeit im Gegensatz zu Kunststoffrohren
bei gleichzeitiger Formstabilität, ihr geringes Gewicht und die kostengünstige Herstellung.
[0007] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst der Schwellenkörper Beton. Beton ist
gießbar, sodass die Heizeinrichtung oder deren Außenhülle einfach während des Gießens
des Schwellenkörpers in diesen integriert werden kann.
[0008] Der Schwellenkörper weist in vorteilhafter Weise zumindest abschnittsweise eine Schicht
aus einem Isoliermaterial auf. Bevorzugt weist der Schwellenkörper auf der Seite,
die dem Gleis selbst zugewandt ist, eine Schicht aus Isoliermaterial auf. Dadurch
kann eine Wärmeableitung in das Gleis hinein vermieden werden. Das Gleis besteht aus
gut Wärme leitendem Metall und würde die von der Heizeinrichtung bereitgestellte Wärme
schnell abführen, ohne dass es zu einer nennenswerten Erwärmung des Gleisabschnitts,
insbesondere einer Weiche und deren Bewegungsmechanik kommen könnte. Erfindungsgemäß
wird solch ein Verlust der Heizwirkung reduziert. Der Schwellenkörper weist bevorzugt
eine Schicht aus einem Isoliermaterial in dem Bereich auf, der an das Gleis selbst
bzw. an den Metallkörper des Gleisabschnittes angrenzt. Dadurch wird eine Wärmeabstrahlung
an den Metallkörper verhindert, der die Wärme wie erläutert schnell ableitet.
[0009] Vorteilhaft weist der Schwellenkörper teilweise eine Schicht aus einem Wärme leitenden
Material auf. Dies ist insbesondere vorteilhaft, wenn der Schwellenkörper aus Holz
hergestellt ist. Die Schicht aus Wärme leitendem Material kann das Holz vor Witterungseinflüssen
schützen, ohne dass ein Heizverlust entsteht. Als Wärme leitendes Material können
thermoplastische Kunststoffe oder Duroplaste verwendet werden. Derartige Materialien
sind gute Wärmeleiter und gleichzeitig in Form einer Wärmeleitschicht kostengünstig
herstellbar.
[0010] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die erfindungsgemäße Vorrichtung mindestens
einen Vorsprung aus Wärme leitendem Material auf, der mit dem Schwellenkörper Wärme
leitend verbunden ist oder mit diesem einstückig ausgestaltet ist. Der Vorsprung ist
in einer vorteilhaften Ausführungsform als Faden bzw. Band ausgestaltet. Ein Faden
bzw. Band ist flexibel und kann sich daher seine Form an die Umgebung anpassen, ohne
zu brechen. Derartige Fäden oder Bänder können sich daher besonders gut von dem Schwellenkörper
ausgehend in ein umgebendes Schotterbett erstrecken. Alternativ oder zusätzlich ist
der Vorsprung als eine starre Platte oder als ein Rohr gestaltet. Ein starres Rohr
oder eine Platte weist im Hinblick auf einen Faden oder ein Band den Vorteil auf,
dass es in das Erdreich eingeschoben werden kann. Der Vorsprung dient dazu, die Wärmeleitfunktion
des Schwellenkörpers derart zu vergrößern, dass entfernte Bereiche beheizt werden,
sodass insgesamt eine größere Heizfläche erzielt wird. Insbesondere werden dadurch
zwischen zwei Schwellenkörpern liegende Bereiche erwärmt. Der Abstand zwischen Schwellenkörpern
beträgt im Allgemeinen 50 cm. Der mindestens eine Vorsprung weist bevorzugt eine Länge
von zirka 5 bis 20 cm, noch bevorzugter zirka 5 bis 10 cm auf.
[0011] Weiterhin weist die erfindungsgemäße Vorrichtung vorteilhaft einen Temperatursensor
auf. Mit dem Temperatursensor kann die Umgebungstemperatur detektiert werden, wobei
im Sinne der Erfindung die Umgebungstemperatur die Temperatur des Bodens oder der
Luft ist, der bzw. die den Schwellenkörper umgibt. Die detektierte Umgebungstemperatur
dient als Eingangsgröße für eine Entscheidung darüber, ob eine Beheizung des Gleisabschnittes
notwendig ist oder nicht. Alternativ oder zusätzlich weist die Vorrichtung vorteilhaft
einen Schmelzsensor auf, welcher es ermöglicht Niederschlag festzustellen.
[0012] Bevorzugt weist die Vorrichtung weiterhin eine Steuereinrichtung auf. Die Steuereinrichtung
ist mit der Heizeinrichtung und ggf. mit dem Temperatursensor steuertechnisch verbunden.
Die Steuereinrichtung steuert die Heizeinrichtung derart, dass sie in einem vorbestimmten
Umgebungstemperaturbereich eingeschaltet ist, während sie außerhalb des vorbestimmten
Umgebungstemperaturbereiches ausgeschaltet ist. Der vorbestimmte Umgebungstemperaturbereich
ist bevorzugt der Temperaturbereich von kleiner oder gleich 3 °C. Die Steuereinrichtung
ist bevorzugt manuell oder automatisiert ferngesteuert. Sie schaltet im letztgenannten
Fall bei bestimmten Witterungsbedingungen die Heizeinrichtung selbsttätig ein. Diese
bestimmten Witterungsbedingungen sind insbesondere Schneefall, Schneeregen oder Hagel.
Die Steuereinrichtung ist alternativ mit einem Temperatursensor verbunden, der an
der erfindungsgemäßen Vorrichtung oder an dem zu beheizenden Gleisabschnitt angeordnet
ist und die Umgebungstemperatur detektiert. Die Steuereinrichtung steuert die Heizeinrichtung
in diesem Fall in Abhängigkeit der detektierten Umgebungstemperatur. Die Steuereinrichtung
gewährleistet, dass die Heizeinrichtung nur bei Bedarf eingeschaltet wird.
[0013] Vorteilhaft sind der Temperatursensor und/oder die Steuereinrichtung an oder in dem
Schwellenkörper angeordnet. Durch die Anordnung des Temperatursensors an oder in dem
Schwellenkörper kann der aktuelle Temperaturwert an dem zu beheizenden Gleisabschnitt
ermittelt werden. Die Steuereinrichtung schaltet dann entsprechend der aktuell ermittelten
Umgebungstemperatur die Heizeinrichtung ein- oder aus oder belässt sie in ihrem derzeitigen
Zustand. Die Anordnung der Steuereinrichtung an oder in dem Schwellenkörper hat ferner
den Vorteil, dass keine Leitung oder Funkfernübertragung zu einer externen Steuereinrichtung
notwendig ist. Eine Leitung zu einer externen Steuereinrichtung hat den Vorteil einer
hohen Steuerungssicherheit. Eine Funkfernsteuerung hat dagegen den Vorteil, dass keine
Kosten für Leitungen entstehen, die zudem mögliche Gefahrenquellen darstellen.
[0014] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Beheizen eines Gleisabschnitts wird Wärme
zu mindestens einem Schwellenkörper zugeführt, der unterhalb des zu beheizenden Gleisabschnitts
angeordnet ist. In den Schwellenkörper ist mindestens eine Heizeinrichtung integriert,
die dem Schwellenkörper Wärme zuführt. Die Wärme wird beispielsweise im Falle eines
Rohres, durch das ein Wärmemedium strömt, zugeführt. Die Heizeinrichtung kann als
ein Heizrohr oder eine geothermische Leitung gestaltet sein, die permanent an ein
externes System aus Heizrohren oder geothermischen Leitungen angeschlossen ist und
insbesondere permanent von einem Wärmemedium durchströmt wird.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform wird die Heizeinrichtung von einer Steuereinrichtung
gesteuert, die im Inneren des Schwellenkörpers angeordnet ist. Dies bietet sich insbesondere
an, wenn in oder an dem Schwellenkörper oder an dem zu beheizenden Gleisabschnitt
ein Temperatursensor angeordnet ist, der mit der Steuereinrichtung gekoppelt ist.
In Abhängigkeit der detektierten Umgebungstemperatur steuert die Steuereinrichtung
die Heizeinrichtung derart, dass sie ein- oder ausgeschaltet bzw. aktiviert oder deaktiviert
wird. Wenn die Heizeinrichtung ein Heizstab ist, wird beispielsweise Heizspannung
angelegt, damit die Heizeinrichtung eingeschaltet ist, und die Heizspannung abgeschaltet,
wenn die Heizeinrichtung ausgeschaltet wird. Wenn die Heizeinrichtung ein Rohr ist,
in dem Wasser fließt, wird beispielsweise eine Zuführungsklappe bzw. ein Ventil zu
dem Rohr geöffnet, sodass das Rohr von einem wärmenden Medium durchströmt wird, wenn
die Heizeinrichtung eingeschaltet wird, und die Zuführklappe geschlossen, sodass der
Durchfluss von Medium unterbrochen wird, wenn die Heizeinrichtung ausgeschaltet wird.
Alternativ wird die Heizeinrichtung von einer externen Steuereinrichtung gesteuert,
d.h., einer Steuereinrichtung, die außerhalb des Schwellenkörpers angeordnet ist.
Dies ist insbesondere vorteilhaft, wenn kein Temperatursensor in oder an dem Schwellenkörper
oder an dem zu beheizenden Gleisabschnitt angeordnet ist, sodass nicht die aktuelle
Umgebungstemperatur des zu beheizenden Gleisabschnitts detektiert wird. Durch die
externe Steuereinrichtung können dann bei bestimmten Wetterbedingungen in einer Region
eine Vielzahl der erfindungsgemäßen Vorrichtungen angesprochen werden, um die Heizeinrichtung
ein- oder auszuschalten. Die externe Steuereinrichtung kann auch eine Steuereinrichtung
sein, die in einem weiteren Schwellenkörper angeordnet ist, der mit einem Temperatursensor
ausgerüstet ist und sich in der Nähe der ferngesteuerten Heizeinrichtung mit deren
Schwellenkörper befindet.
[0016] Der Temperatursensor, der in oder an dem Schwellenkörper oder an dem zu beheizenden
Gleisabschnitt angeordnet ist, detektiert die Umgebungstemperatur. Die detektierte
Umgebungstemperatur wird an die externe oder die in dem Schwellenkörper angeordnete
Steuereinrichtung ausgegeben. Die Steuereinrichtung steuert die Heizeinrichtung derart,
dass die Heizeinrichtung in einem ausgeschalteten Zustand ist, wenn die Umgebungstemperatur
in einem vorbestimmten Temperaturbereich, beispielsweise größer oder glich 3 °C ist,
und die Heizeinrichtung in einem eingeschalteten Zustand ist, wenn die Umgebungstemperatur
au-ßerhalb des vorbestimmten Temperaturbereichs ist, d.h. kleiner als 3 °C ist. Auf
diese Weise ist es beispielsweise möglich, die Umgebungstemperatur an einem zu beheizenden
Gleisabschnitt zu detektieren und einer Steuereinrichtung zuzuführen, die eine Vielzahl
der erfindungemäßen Vorrichtungen steuert, die an weiteren zu beheizenden Gleisabschnitten
angeordnet sind. Daher muss nicht jeder Schwellenkörper eines Gleisabschnittes mit
annähernd gleichen Wetterbedingungen mit einem Temperatursensor ausgerüstet sein,
sondern beispielsweise pro Gleisabschnitt nur einer.
[0017] Erfindungsgemäß ist der vorbestimmte Temperaturbereich eine Temperatur von größer
oder gleich 3 °C. Die Heizeinrichtung ist somit eingeschaltet, wenn die Umgebungstemperatur
kleiner als 3 °C ist. Dadurch wird gewährleistet, dass der zu beheizende Gleisabschnitt
eine Temperatur von einigen Grad Celsius über Null aufweist. Dies ist ausreichend,
um eine Eisbildung auf dem Gleisabschnitt und ein Festfrieren der beweglichen Teile
des Gleisabschnittes, insbesondere einer Weiche, zu verhindern.
[0018] Bevorzugt wird dem Schwellenkörper die Wärme in vorbestimmten Zeitabständen zugeführt.
Dadurch wird eine intervallartige Beheizung des Gleisabschnittes gewährleistet.
[0019] Das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße Vorrichtung verhindern insbesondere
die Eisbildung auf Gleisabschnitten. Besonders bevorzugt ist der zu beheizende Gleisabschnitt
eine Weiche. Hier wird insbesondere verhindert, dass bewegliche Teile der Weiche festfrieren
oder dass es zu Eisverblockungen im Weichenbereich kommt.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0020] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Beheizen
eines Gleisabschnittes anhand der beigefügten schematischen Zeichnungen näher erläutert.
Fig. 1 zeigt einen Querschnitt eines Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
und
Fig. 2 zeigt einen Querschnitt eines zweiten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen
Vorrichtung.
Detaillierte Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0021] In Fig. 1 ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Querschnitt
gezeigt. Die Vorrichtung 1 weist einen Schwellenkörper auf, der als wesentliches Bauteil
einen Betonkörper 3 umfasst. Im Innern des Betonkörpers 3 ist eine Heizeinrichtung
angeordnet. Die Heizeinrichtung ist als ein Heizstab 5 gestaltet. Der Heizstab 5 umfasst
eine Metallhülle 5a, in der eine Heizwicklung 5b angeordnet ist. Die Heizwicklung
5b ist zur Metallhülle 5a des Heizstabes 5 isoliert.
[0022] Fig. 1 zeigt einen Heizstab 5. In dem Betonkörper 3 können jedoch auch mehrere Heizstäbe
5 angeordnet sein. Die Heizleistung des Heizstabes 5 beträgt 1500 Watt. Weiterhin
weist der Betonkörper 3 einen Temperatursensor 9 und eine Steuereinrichtung 11 auf.
Die Steuereinrichtung 11 ist mit dem Temperatursensor 9 und dem Heizstab 5 steuerungstechnisch
verbunden. Der Betonkörper 3 ist unter dem Gleisabschnitt 7a des Gleises 7 und oberhalb
des unteren Schotterbetts 13 angeordnet. Zwischen dem unteren Schotterbett 13 und
dem Gleis 7 sind weitere Schottersteine 15 angeordnet.
[0023] Damit der Gleisabschnitt 7a des Gleises 7, unter dem der Betonkörper 3 angeordnet
ist, beheizt werden kann, wird an den Heizstab 5 Heizspannung angelegt.
[0024] Der Temperatursensor 9, der in dem Betonkörper 3 angeordnet ist, detektiert die Umgebungstemperatur.
Der Temperatursensor 9 gibt den Wert der detektierten Umgebungstemperatur als ein
Signal an die Steuereinrichtung 11 aus. Die Steuereinrichtung 11 ist derart programmiert,
dass sie bei einer Umgebungstemperatur von weniger als 3 °C den Heizstab 5 einschaltet
und bei einer Umgebungstemperatur von größer oder gleich 3 °C den Heizstab 5 ausschaltet.
Durch das Ein- und Ausschalten des Heizstabes 5 wird die Temperatur des Schwellenkörpers
auf einige Grad Celsius über Null gehalten. Wenn der Heizstab 5 eingeschaltet ist,
strahlt seine Wärme auf den Betonkörper 3 ab, welcher dadurch aufgeheizt wird. Der
Betonkörper 3 strahlt wiederum seine Wärme an das untere Schotterbett 13 und die Schottersteine
15 ab. Diese temperieren schließlich den Gleisabschnitt 7a. Damit wird sowohl eine
spontane Eisfilmbindung auf dem Gleisabschnitt 7a als auch ein Einfrieren des beweglicher
Teile des Gleisabschnittes 7a verhindert.
[0025] Fig. 2 zeigt eine Querschnittsansicht eines Gleises 27. Unterhalb des Gleises 27
sind mehrere erfindungsgemäße Vorrichtungen 21 angeordnet und an dem Gleis 27 mittels
Befestigungsvorrichtungen (nicht gezeigt) befestigt. Weiterhin liegen die Vorrichtungen
21 auf dem Erdreich 26 auf. Die Vorrichtungen 21 weisen je einen Schwellenkörper auf,
in den eine Heizeinrichtung integriert ist. Der Schwellenkörper ist je ein Holzkörper
23, der imprägniert ist. In dem Holzkörper 23 ist als Heizeinrichtung ein Rohr 25
angeordnet, das von Warmwasser durchströmt werden kann. Das Rohr 25 ist mit einem
Rohrsystem (nicht gezeigt) verbunden, mit dem das Warmwasser zu- und abgeführt wird.
Zwischen den Holzkörpern 23 sind Schottersteine 29 angeordnet. An der Oberfläche des
jeweiligen Holzkörpers 23 sind Fäden bzw. Bänder 28 aus Wärme leitendem Material angeordnet,
die in den Bereich der Schottersteine 29 hineinragen.
[0026] Wenn das Gleis 27 beheizt werden soll, wird Warmwasser durch das Rohr 25 geleitet.
Die Leitung des Warmwassers durch das Rohr 25 wird durch Öffnen eines (nicht dargestellten)
Ventils ausgelöst, welches das Rohr 25 von jenem Rohrsystem trennt, welches das Warmwasser
zu- und abführt. Das Rohr 25 beheizt den Holzkörper 23, der Wärme an seine Umgebung
abgibt. Insbesondere beheizt der Holzkörper 23, das Erdreich 26, die Schottersteine
29 sowie die Fäden nzw. Bänder 28. Die Fäden bzw. Bänder 28 dienen dazu, den Raum,
der durch den Abstand der Holzkörper 23 zueinander gebildet ist, schnell und dauerhaft
zu erwärmen. Die Wärmezufuhr des Rohrs 25 zu dem Holzkörper 23 wird wahlweise durch
Schließen des Ventils unterbrochen.
[0027] Abschließend sei angemerkt, dass sämtlichen Merkmalen, die in den Anmeldungsunterlagen
und insbesondere in den abhängigen Ansprüchen genannt sind, trotz dem vorgenommenen
formalen Rückbezug auf einen oder mehrere bestimmte Ansprüche, auch einzeln oder in
beliebiger Kombination eigenständiger Schutz zukommen soll.
Bezugszeichenliste
[0028]
- 1
- Vorrichtung
- 3
- Betonkörper
- 5
- Heizstab
- 5a
- Metallhülle
- 5b
- Heizwicklung
- 7
- Gleis
- 7a
- Gleisabschnitt
- 9
- Temperatursensor
- 11
- Steuereinrichtung
- 13
- unteres Schotterbett
- 15
- Schottersteine
- 21
- Vorrichtung
- 23
- Holzkörper
- 25
- Rohr
- 27
- Gleis
- 28
- Faden bzw. Band
- 29
- Schottersteine
1. Vorrichtung (1, 21) zum Beheizen eines Gleisabschnitts (7, 7a),
dadurch gekennzeichnet, dass sie mindestens einen Schwellenkörper (3, 23) aufweist, in den mindestens eine Heizeinrichtung
(5, 25) integriert ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinrichtung (5) ein thermoelektrisches Element, bevorzugt einen Heizstab
(5) umfasst.
3. Vorrichtung gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinrichtung (25) ein Rohr umfasst, das zur Leitung von Wärmemedium geeignet
ist.
4. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass der Schwellenkörper (3, 23) Beton umfasst.
5. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass der Schwellenkörper (3, 23) teilweise eine Schicht aus einem Wärme leitenden Material
aufweist.
6. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass an dem Schwellenkörper (23) mindestens ein Vorsprung (28) aus Wärme leitendem Material
angeordnet ist.
7. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass sie weiterhin einen Temperatursensor (9) aufweist.
8. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass sie weiterhin eine Steuerungseinrichtung (11) aufweist.
9. Verfahren zum Beheizen eines Gleisabschnitts,
dadurch gekennzeichnet, dass Wärme zu mindestens einem Schwellenkörper (3, 23) zugeführt wird, der unterhalb des
Gleisabschnitts (7, 7a) angeordnet ist, wobei die Wärme mittels mindestens einer Heizeinrichtung
(5, 25) zugeführt wird, die in den Schwellenkörper (3, 23) integriert worden ist.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinrichtung (5) von einer in oder an dem Schwellenkörper (3) angeordneten
Steuereinrichtung (11) gesteuert wird.
11. Verfahren gemäß Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, dass Heizeinrichtung (5, 25) von einer externen Steuereinrichtung gesteuert wird.
12. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass ein in oder an dem Schwellenkörper (5) oder an dem zu beheizenden Gleisabschnitt
angeordneter Temperatursensor (9) die Umgebungstemperatur detektiert, die detektierte
Umgebungstemperatur an die Steuereinrichtung (11) ausgegeben wird und die Steuereinrichtung
(11) die Heizeinrichtung (5) derart steuert, dass die Heizeinrichtung (5) eingeschaltet
ist, wenn die Umgebungstemperatur in einem vorbestimmten Temperaturbereich ist, und
die Heizeinrichtung (5) ausgeschaltet ist, wenn die Umgebungstemperatur außerhalb
des vorbestimmten Temperaturbereichs ist.
13. Verfahren gemäß Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass der vorbestimmte Temperaturbereich ein Temperaturbereich kleiner als zirka 3 °C ist.
14. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche 9 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass der Gleisabschnitt (7, 7a) eine Weiche ist.