| (19) |
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(11) |
EP 1 815 033 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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17.06.2015 Patentblatt 2015/25 |
| (22) |
Anmeldetag: 01.12.2005 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2005/012824 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2006/058744 (08.06.2006 Gazette 2006/23) |
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| (54) |
VERWENDUNG EINER KUPFER-ZINK-LEGIERUNG
USE OF A COPPER-ZINC ALLOY
UTILISATION D'UN ALLIAGE CUIVRE-ZINC
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE
SI SK TR |
| (30) |
Priorität: |
02.12.2004 DE 102004058318
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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08.08.2007 Patentblatt 2007/32 |
| (73) |
Patentinhaber: Diehl Metall Stiftung & Co. KG |
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90552 Röthenbach (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- GAAG, Norbert
91207 Lauf (DE)
- DEHNELT, Alexander
90403 Nürnberg (DE)
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| (74) |
Vertreter: Diehl Patentabteilung |
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c/o Diehl Stiftung & Co. KG
Stephanstrasse 49 90478 Nürnberg 90478 Nürnberg (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DD-A1- 270 931 GB-A- 2 011 947 US-A- 4 676 848
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DE-A1- 2 919 478 US-A- 3 773 504 US-A- 4 851 191
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- WAHEED A ET AL: "MICROSTRUCTURE AND WEAR OF SOME HIGH-TENSILE BRASSES" JOURNAL OF
MATERIALS SCIENCE, SPRINGER / BUSINESS MEDIA, DORDRECHT, NL, Bd. 29, Nr. 6, 15. März
1994 (1994-03-15), Seiten 1692-1699, XP000433027 ISSN: 0022-2461
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Verwendung einer Kupfer-Zink-Legierung gemäß Anspruch
1.
[0002] Für eine Ventilführung in einem Verbrennungsmotor werden Kupfer-Zink-Legierungen
oder Sinterstahl-Legierungen verwendet. Beispielsweise aus der
DD 270 931 A1 ist eine solche Kupfer-Zink-Legierung bekannt. Die Eigenschaften der Cu-Zn-Legierungen
genügen jedoch nicht mehr den Anforderungen, die an eine solche Ventilführung gestellt
werden, die in den neuen FSI-Motoren eingesetzt werden soll. In diesen Motoren kann
die Arbeitstemperatur der Ventilführungen 300°C erreichen und überschreiten. Die derzeit
verwendeten Kupfer-Zink-Legierungen erweichen jedoch bei diesen Temperaturen. Ein
vergleichbarer, nachteiliger Effekt wird auch bei Sinterstahllegierungen beobachtet.
Sinterstahl-legierungen erweichen ebenfalls bei Temperaturen oberhalb 300°C, wobei
außerdem die Härte stark variiert. Im Übrigen ist der Herstellungsaufwand für Sinterstahllegierungen
in Folge des pulvermetallurgischen Herstellungsverfahrens hoch.
[0003] In Erkenntnis dieser Gegebenheiten liegt vorliegender Erfindung deshalb die Problemstellung
zugrunde, eine Kupfer-Zink-Legierung für eine Verwendung als Ventilführung bereitzustellen,
wobei die Kupfer-Zink-Legierung den Anforderungen an Materialien für Ventilführungen
genügt, insbesondere bei erhöhten Temperaturen und einfach herzustellen ist.
[0004] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Verwendung einer Kupfer-Zink-Legierung
für eine Ventilführung gemäß Anspruch 1.
[0005] Damit wird also eine neue Verwendung für eine Kupfer-Zink-Legierung angegeben. Eine
ähnliche Legierung gemäß der
DE 29 19 478 C2 wird als Synchronring-Legierung eingesetzt und weist einen hohen Reibungsbeiwert
bzw. - koeffizient auf. Bislang wurde ein hoher Reibungsbeiwert als Hinderungsgrund
für die Verwendung eines Materials als Ventilführung angesehen, da hierfür die Reibbeanspruchung
möglichst gering sein soll.
[0006] Neben einer guten Temperaturbeständigkeit hat sich gezeigt, dass die angegebene Kupfer-Zink-Legierung
eine überraschend hohe Warmfestigkeit aufweist, die in Kombination mit ihrem guten
Verschleißwiderstand eine Verwendung als Ventilführung überhaupt erst ermöglicht.
Diese überraschende Kombination von Materialeigenschaften bietet die Möglichkeit,
die bekannte Legierung in neuer Art und Weise als Ventilführung zu verwenden. Die
Verwendung als Ventilführung in modernen Motoren erfordert die Kombination von hoher
Temperaturbeständigkeit oberhalb 300°C mit gutem Verschleißwiderstand, der in Folge
von auf die Ventilstößel wirkenden Querkräften notwendig ist. In Folge dieser übrigen
überragenden Eigenschaften ist der hohe Reibungskoeffizient vernachlässigbar. Damit
setzt sich die Erfindung über ein bislang in der Fachwelt verbreitetes Vorurteil hinweg.
[0007] Dem Erfordernis der guten und einfachen Herstellbarkeit wird dadurch Rechnung getragen,
dass die Ventilführungen in Stangenform durch halb- oder vollkontinuierlichen Strangguss,
Strangpressen und Ziehen, also durch Warm- und Kaltverformung, herstellbar sind.
[0008] Die Legierung weist ein Gefüge auf, das einen α-Mischkristall-Anteil und einen β-Mischkristall-Anteil
beinhaltet.
[0009] In einer vorteilhaften Weiterbildung umfasst die Kupfer-Zink-Legierung für die Verwendung
als Ventilführung 70 bis 73 % Kupfer, 6 bis 8 % Mangan, 4 bis 6 % Aluminium, 1 bis
4 % Silizium, 1 bis 3 % Eisen, 0,5 bis 1,5 % Blei, 0 bis 0,2 % Nickel, 0 bis 0,2 %
Zinn, Rest Zink sowie unvermeidbare Verunreinigungen.
[0010] Das Gefüge der weitergebildeten und gemäß der
DE 29 19 478 C2 hergestellten Legierung besteht aus einer Alpha- und β-Mischkristallmatrix mit bis
zu 60 bis 85 % α-Phase, wobei die kubisch-raumzentrierte β-Phase die Grundmatrix darstellt,
in der die kubisch-flächenzentrierte α-Phase überwiegend feindispers verteilt ist.
Im Gefüge können auch harte intermetallische Verbindungen beispielsweise Eisen-Mangan-Silizide
enthalten sein. Die Alphaphase bestimmt die Beständigkeit der Legierung.
[0011] Ventilführungen aus dieser Legierung weisen einen überraschend hohen Verschleißwiderstand
auf, der sogar deutlich höher ist, als der von Sinterstahl. Besonders der Trockenreibverschleiß
bei Ventilführungen aus besagter Legierung ermöglicht den Einsatz in Motoren, die
"reinere" Kraftstoffe benötigen, also solche die blei- oder schwefelfrei sind, da
in Folge des Nichtvorhandenseins dieser Additive eine zusätzliche verschleißmindernde
Wirkung entfällt. Die ist insbesondere bei Temperaturen um 300°C, der Arbeitstemperatur
der Ventilführungen in FSI-Motoren, besonders vorteilhaft.
[0012] Ein weiterer Vorteil in der Verwendung dieser Legierung als Ventilführung besteht
darin, dass im angestrebten Arbeitsbereich oberhalb 300°C, ein stabiles Härteniveau
erreicht wird, da eine Erweichung der Legierung erst oberhalb von 430°C eintritt,
wogegen die Erweichung von bislang verwendeten Kupfer-Zink-Legierungen schon ab 150°C
beginnt. Der damit einhergehende Härteabfall tritt ab 150°C ebenso auf, wie der Härteabfall
bei Sinterstahl-Legierungen ab 300°C.
[0013] In einer bevorzugten Alternative wird die Verwendung einer Kupfer-Zink-Legierung
beansprucht, wobei die Legierung 69,5 bis 71,5 % Kupfer, 6,5 bis 8 % Mangan, 4,5 bis
6 % Aluminium, 1 bis 2,5 % Silizium, 1 bis 2,5 % Eisen, 0,5 bis 1 % Blei, 0 bis 0,2
% Nickel, 0 bis 0,2 % Zinn, Rest Zink sowie unvermeidbare Verunreinigungen umfasst.
[0014] Das Gefüge der in üblicher Weise hergestellten Legierung weist eine α- und β-Mischkristallmatrix
mit bis zu 80 % feindispers verteilter Alphaphase auf. Darüber hinaus können harte
intermetallische Verbindungen, beispielsweise Fe-Mn-Silizide enthalten sein.
[0015] Die Verwendung der besagten Legierung als Ventilführung ist besonders vorteilhaft,
da sie eine Warmzugfestigkeit aufweist, die einen doppelt so hohen Betrag hat, wie
sie herkömmliche Kupfer-Zink-Legierungen, die bislang als Ventilführung eingesetzt
wurden, besitzen. Weitere vorteilhafte Eigenschaften sind eine hohe Erweichungstemperatur,
eine hohe Festigkeit und eine hohe Verschleißbeständigkeit.
[0016] Vorteilhafterweise wird für Ventilführungen eine Kupfer-Zink-Legierung verwendet,
wobei die Legierung 60 bis 61,5 % Kupfer, 3 bis 4 % Mangan, 2 bis 3 % Aluminium, 0,3
bis 1 % Silizium, 0,2 bis 1 % Eisen, 0 bis 0,5 % Blei, 0,3 bis 1 % Nickel, 0 bis 0,2
% Zinn, Rest Zink sowie unvermeidbare Verunreinigungen umfasst.
[0017] Das Gefüge besagter und entsprechend hergestellter Legierung weist eine Grundmasse
von β-Mischkristallen auf, in die nadel- und bandförmige α-Ausscheidungen, eingebettet
sind. In dem Gefüge können ebenfalls regellos disperse Mangan-Eisen-Silizide enthalten
sein.
[0018] Ventilführungen aus dieser Legierung weisen einen hohen Verschleißwiderstand auf,
der sogar deutlich höher ist, als der von Sinterstahl. Besonders der Trockenreibverschleiß
bei Ventilführungen aus besagter Legierung ermöglicht den Einsatz in Motoren, die
"reinere" Kraftstoffe benötigen, also solche die blei- oder schwefelfrei sind, da
in Folge des Nichtvorhandenseins dieser Additive eine zusätzliche verschleißmindernde
Wirkung entfällt. Die ist insbesondere bei Temperaturen um 300°C, der Arbeitstemperatur
der Ventilführungen in FSI-Motoren, besonders vorteilhaft.
[0019] Weitere, für die Verwendung als Ventilführung vorteilhafte Eigenschaften der besagten
Legierung sind eine hohe Erweichungstemperatur und eine hohe Warmzugfestigkeit.
[0020] In einer vorteilhaften Weiterbildung wird für Ventilführungen eine Kupfer-Zink-Legierung
verwendet, die zusätzlich wenigstens eines der folgenden Elemente mit einer Konzentration
≤ 0,05 % Chrom, ≤ 0,05 % Titan, ≤ 0,05 % Zirkon umfasst.
[0021] Mehrere Ausführungsbeispiele werden anhand der nachstehenden Beschreibung und anhand
Tabelle 1 näher erläutert.
[0022] Derzeit wird als Material für wenig temperaturbeanspruchte Ventilführungen Sinterstahl
und Kupfer-Zink-Legierungen mit etwa folgender Zusammensetzung eingesetzt: 56 bis
60 % Kupfer, 0,3 bis 1 % Blei, 0,2 bis 1,2 % Eisen, 0 bis 0,2 % Zinn, 0,7 bis 2 %
Aluminium, 1 bis 2,5 % Mangan, 0,4 bis 1 % Silizium sowie Rest Zink nebst unvermeidlichen
Verunreinigungen. Im Folgenden wird eine derartige Legierung als Standard-Legierung
bezeichnet. Legierung 1 und Legierung 2 sind Beispiele der erfindungsgemäßen Legierung.
[0023] Das Erweichungsverhalten der verschiedenen Werkstoffe ist bis zu einer Temperatur
von 500°C untersucht worden. Dabei hat sich gezeigt, dass die Standardlegierung für
Ventilführungen bereits ab einer Temperatur von 100°C einen deutlichen und kontinuierlichen
Rückgang ihrer Härte von 195 HV50 auf nur 150 HV50 aufweist. Bei Sinterstahl kommt
es im relevanten Temperaturbereich ab 300°C zu einer drastischen Härteabnahme von
195 auf niedrige 130 HV50, wobei die Härte mit zunehmender Temperatur unstetig auf-
und abschwankt. Im Gegensatz dazu zeigt Legierung 2 eine um etwa 10 % höhere Härte
(224 HV50), die erst ab 350°C auf etwa 170 HV50 abnimmt. Erst ab 450°C werden die
Härtewerte von Sinterstahl bei Raumtemperatur erreicht. Im Vergleich zur Standardlegierung
liegen die Härtewerte der Legierung 2 stets deutlich über denen der Standardlegierung.
Legierung 1 dagegen zeigt einen deutlichen Härtezuwachs von 224 auf 280 HV50 mit steigender
Temperatur bis 350°C. Im Vergleich zum Sinterstahl hat Legierung 1 eine um 140 HV50
höhere Härte als Sinterstahl. Legierung 1 hat somit ihr Härtemaximum bei den Temperaturen,
die der Arbeitstemperatur von Ventilführungen in FS1-Motoren entsprechen. Die höhere
Härte von Legierung 1 und 2 im Vergleich zu den herkömmlich verwendeten Materialien
ist einerseits auf die höhere Ausgangshärte zurückzuführen und andererseits auf Aushärteeffekte.
[0024] Die elektrische Leitfähigkeit kann als Maß für die Wärmeleitfähigkeit herangezogen
werden, wobei ein hoher Wert für eine gute Wärmeleitfähigkeit steht. Die elektrische
Leitfähigkeit der Standardlegierung beträgt 11 m/Ωmm
2. Legierung 2 hat gute eine elektrische Leitfähigkeit von 7,5 m/Ωmm
2, was lediglich etwa ein Viertel geringer ist, als bei der Standardlegierung. Die
elektrische Leitfähigkeit der Legierung 1 beträgt 4,6 m/Ωmm
2. Im Vergleich zu Sinterstahl (3,1 m/Ωmm
2) bedeutet dies eine um etwa 48 % höhere elektrische Leitfähigkeit bzw. Wärmeabfuhr.
Somit ist im Vergleich zu Sinterstahl die Wärmeabfuhr der Legierungen 1 und 2 deutlich
verbessert.
[0025] Das Verschleißverhalten wurde mit und ohne Schmierstoff untersucht. Mit Schmierstoff
hat Sinterstahl die höchste Verschleißbeständigkeit (2500 km/g). Legierung 1 hat eine
ebenfalls hervorragende Verschleißbeständigkeit von 1470 km/g, die um mehr als einen
Faktor 10 höher ist, als die Verschleißbeständigkeit der Standardlegierung mit 126
km/g. In dieser Größenordnung liegt die Verschleißbeständigkeit der Legierung 2 mit
Schmiermittel (94 km/g).
[0026] Beim Verschleißverhalten ohne Schmierstoff hat sich jedoch gezeigt, dass die Legierungen
1 und 2 deutliche Vorteile gegenüber Sinterstahl und der Standardlegierung haben.
Sinterstahl hat einen Verschleiß von 312 km/g, was etwa dem Verschleißverhalten der
Standardlegierung mit 357 km/g entspricht. Das trockene Verschleißverhalten der Legierung
2 ist mit 417 km/g deutlich besser als das von Standardlegierung und Sinterstahl.
In anderen Worten, der Verschleiß ist deutlich geringer. Legierung 1 weist mit 625
km/g sogar einen im Vergleich zu Sinterstahl doppelt so hohen Verschleißwiderstand
auf. Der geringe Trockenreibverschleiß macht die Legierungen 1 und 2 besonders interessant,
da durch die motorbedingte zunehmende Reinheit der Kraftstoffe, also ihre Blei- oder
Schwefelfreiheit, die verschleißmindernde Wirkung des so genannten "blow by", dem
Schmieren durch den Kraftstoff selbst, in dem Additive in Zukunft weniger vorhanden
sein werden, unterbleibt.
[0027] Die Warmzugfestigkeit wurde mit Zugversuchen bei 350°C bestimmt. Die Warmzugfähigkeit
der Standardlegierung beträgt 180 N/mm
2. Im Vergleich dazu weist Legierung 1 einen doppelt so hohen Betrag auf (384 N/mm
2). Im Vergleich zur Standardlegierung weist Legierung 2 eine um ca. 35 % höhere Warmzugfestigkeit
auf, dies sind 243 N/mm
2.
[0028] Legierung 1 und Legierung 2 lassen sich bevorzugt herstellen durch halb- oder vollkontinuierlichem
Strangguss, Strangpressen, Ziehen und Richten.
[0029] Legierung 2 und insbesondere Legierung 1 haben gegenüber der bisherigen, als Ventilführungslegierung
verwendeten Standardlegierung, sowie im Vergleich zu Sinterstahl, deutliche Vorteile.
Diese Vorteile betreffen die Warmzugfestigkeit, die Erweichungstemperatur, die Festigkeit
und die Verschleißbeständigkeit. Darüber hinaus ist auch die Leitfähigkeit ausreichend,
weshalb die Legierungen 1 und 2 in Bezug auf eine Verwendung als Ventilführung eine
erhebliche Verbesserung darstellen, da diese Legierungen den Anforderungen an den
Werkstoff bei den erhöhten Betriebstemperaturen in den neuen Motoren entsprechen.
[0030] Tabelle 1 zeigt die Materialeigenschaften einer Cu-Zn-Standardlegierung, einer Sinterstahllegierung,
Legierung 1 und Legierung 2 im Vergleich.
| Eigenschaft |
Standardlegierung |
Legierung 1 |
Legierung 2 |
| elektr. Leitfähigkeit (m/Ωmm2) |
11 |
4,6 |
7,5 |
| Härte (HV50) kaltverformt (10%) |
197 |
224 |
224 |
| Verschleiß trocken (km/g) |
357 |
625 |
417 |
| Verschleiß geschmiert (km/g) |
126 |
1470 |
94 |
| Erweichungstemperatur 10% kaltverformt (°C) |
310 |
480 |
430 |
| Warmzugfestigkeit bei 350°C (N/mm2) |
173 |
350 |
232 |
1. Verwendung einer Kupfer-Zink-Legierung für eine Ventilführung, wobei die Legierung
59 bis 73 Gew.-% Kupfer, 2,7 bis 8,3 Gew.-% Mangan, 1,5 bis 6 Gew.-% Aluminium, 0,2
bis 4 Gew.-% Silizium, 0,2 bis 3 Gew.-% Eisen, 0 bis 2 Gew.-% Blei, 0 bis 2 Gew.-%
Nickel, 0 bis 0,2 Gew.-% Zinn, wahlweise zusätzlich wenigstens eines der Elemente
Vanadium mit bis zu 0,1 Gew.-%, Chrom, Titan oder Zirkon mit bis zu 0,05 Gew.-%, ≤
0,0005 Gew.-% Bor, ≤ 0,03 Gew.-% Antimon, ≤ 0,03 Gew.-% Phosphor, ≤ 0,03 Gew.-% Cadmium
oder ≤ 0,05 Gew.-% Kobalt, Rest Zink sowie unvermeidbare Verunreinigungen umfasst.
2. Verwendung einer Kupfer-Zink-Legierung nach Anspruch 1, wobei die Legierung 70 bis
73 Gew.-% Kupfer, 6 bis 8 Gew.-% Mangan, 4 bis 6 Gew.-% Aluminium, 1 bis 4 Gew.-%
Silizium, 1 bis 3 Gew.-% Eisen, 0,5 bis 1,5 Gew.-% Blei, 0 bis 0,2 Gew.-% Nickel,
0 bis 0,2 Gew.-% Zinn, Rest Zink sowie unvermeidbare Verunreinigungen umfasst.
3. Verwendung einer Kupfer-Zink-Legierung nach Anspruch 2, wobei die Legierung 69,5 bis
71,5 Gew.-% Kupfer, 6,5 bis 8 Gew.-% Mangan, 4,5 bis 6 Gew.-% Aluminium, 1 bis 2,5
Gew.-% Silizium, 1 bis 2,5 Gew.-% Eisen, 0,5 bis 1,5 Gew.-% Blei, 0 bis 0,2 Gew.-%
Nickel, 0 bis 0,2 Gew.-% Zinn, Rest Zink sowie unvermeidbare Verunreinigungen umfasst.
4. Verwendung einer Kupfer-Zink-Legierung nach Anspruch 1, wobei die Legierung 60 bis
61,5 Gew.-% Kupfer, 3 bis 4 Gew.-% Mangan, 2 bis 3 Gew.-% Aluminium, 0,3 bis 1 Gew.-%
Silizium, 0,2 bis 1 Gew.-% Eisen, 0 bis 0,5 Gew.-% Blei, 0,3 bis 1 Gew.-% Nickel,
0 bis 0,2 Gew.-% Zinn, Rest Zink sowie unvermeidbare Verunreinigungen umfasst.
1. Use of a copper-zinc alloy for a valve guide, wherein the alloy comprises 59 to 73%
by weight copper, 2.7 to 8.3% by weight manganese, 1.5 to 6% by weight aluminum, 0.2
to 4% by weight silicon, 0.2 to 3% by weight iron, 0 to 2% by weight lead, 0 to 2%
by weight nickel, 0 to 0.2% by weight tin, optionally in addition at least one of
the elements vanadium in an amount up to 0.1% by weight, chromium, titanium or zirconium
in an amount up to 0.05% by weight, ≤ 0.0005% by weight boron, ≤ 0.03% by weight antimony,
≤ 0.03% by weight phosphorus, ≤ 0.03% by weight cadmium or ≤ 0.05% by weight cobalt,
remainder zinc and inevitable impurities.
2. Use of a copper-zinc alloy according to Claim 1, wherein the alloy comprises 70 to
73% by weight copper, 6 to 8% by weight manganese, 4 to 6% by weight aluminum, 1 to
4% by weight silicon, 1 to 3% by weight iron, 0.5 to 1.5% by weight lead, 0 to 0.2%
by weight nickel, 0 to 0.2% by weight tin, remainder zinc and inevitable impurities.
3. Use of a copper-zinc alloy according to Claim 2, wherein the alloy comprises 69.5
to 71.5% by weight copper, 6.5 to 8% by weight manganese, 4.5 to 6% by weight aluminum,
1 to 2.5% by weight silicon, 1 to 2.5% by weight iron, 0.5 to 1.5% by weight lead,
0 to 0.2% by weight nickel, 0 to 0.2% by weight tin, remainder zinc and inevitable
impurities.
4. Use of a copper-zinc alloy according to Claim 1, wherein the alloy comprises 60 to
61.5% by weight copper, 3 to 4% by weight manganese, 2 to 3% by weight aluminum, 0.3
to 1% by weight silicon, 0.2 to 1% by weight iron, 0 to 0.5% by weight lead, 0.3 to
1% by weight nickel, 0 to 0.2% by weight tin, remainder zinc and inevitable impurities.
1. Utilisation d'un alliage cuivre-zinc pour un guide de soupape, dans laquelle l'alliage
comprend 59 à 73 % en poids de cuivre, 2,7 à 8,3 % en poids de manganèse, 1,5 à 6
% en poids d'aluminium, 0,2 à 4 % en poids de silicium, 0,2 à 3 % en poids de fer,
0 à 2 % en poids de plomb, 0 à 2 % en poids de nickel, 0 à 0,2 % en poids d'étain,
éventuellement également au moins un des éléments vanadium à hauteur de jusqu'à 0,1
% en poids, chrome, titane ou zirconium à hauteur de jusqu'à 0,05 % en poids, ≤ 0,0005
% en poids de bore, ≤ 0,03 % en poids d'antimoine, ≤ 0,03 % en poids de phosphore,
≤ 0,03 % en poids de cadmium ou ≤ 0,05 % en poids de cobalt, le reste étant du zinc
et des impuretés inévitables.
2. Utilisation d'un alliage cuivre-zinc selon la revendication 1, dans laquelle l'alliage
comprend 70 à 73 % en poids de cuivre, 6 à 8 % en poids de manganèse, 4 à 6 % en poids
d'aluminium, 1 à 4 % en poids de silicium, 1 à 3 % en poids de fer, 0,5 à 1,5 % en
poids de plomb, 0 à 0,2 % en poids de nickel, 0 à 0,2 % en poids d'étain, le reste
étant du zinc et des impuretés inévitables.
3. Utilisation d'un alliage cuivre-zinc selon la revendication 2, dans laquelle l'alliage
comprend 69,5 à 71,5 % en poids de cuivre, 6,5 à 8 % en poids de manganèse, 4,5 à
6 % en poids d'aluminium, 1 à 2,5 % en poids de silicium, 1 à 2,5 % en poids de fer,
0,5 à 1,5 % en poids de plomb, 0 à 0,2 % en poids de nickel, 0 à 0,2 % en poids d'étain,
le reste étant du zinc et des impuretés inévitables.
4. Utilisation d'un alliage cuivre-zinc selon la revendication 1, dans laquelle l'alliage
comprend 60 à 61,5 % en poids de cuivre, 3 à 4 % en poids de manganèse, 2 à 3 % en
poids d'aluminium, 0,3 à 1 % en poids de silicium, 0,2 à 1 % en poids de fer, 0 à
0,5 % en poids de plomb, 0,3 à 1 % en poids de nickel, 0 à 0,2 % en poids d'étain,
le reste étant du zinc et des impuretés inévitables.
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des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
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