[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Optimieren der Produktionsleistung einer
Spinnmaschine, indem die Produktionsgeschwindigkeit bei erhöhter Anzahl von Fadenbrüchen
reduziert und bei verringerter Anzahl von Fadenbrüchen erhöht wird.
[0002] Aus der
DE 101 53 457 A1 ist eine Textilmaschine mit einer Vielzahl von Berarbeitungisstellen bekannt, wobei
jede Bearbeitungsstelle ein Stellelement und eine Sensoreinrichtung aufweist und die
einzelnen Stellelemente und Sensoreintichtungen über eine Kommunikationsstruktur verbunden
sind, um eine schnelle Anpassung der gesamten Textilmaschine an die erfassten Zustände
zu ermöglichen.
[0003] Aus der
EP 1 205 588 A1 ist eine Steuerung für Spinnstellen bekannt, wobei ein der effektiven Gambildung
vorangehender Schritt für jede Spinnstelle separat gesteuert und/oder reguliert wird.
[0004] Ein Verfahren der eignangs genannten Art zum Optimieren der Produktionsleistung der
gesamten Spinnmaschine ist durch eine Patent-anmeldung
10 30 432 der Sowjet-Union bekannt. Gemäss dieser Patentanmeldung wird die Maschinengeschwindigkeit
insgesamt an die Fadenbruchquote angepasst. Das Verfahren wird dabei am Beispiel einer
Falschdrallspinnmaschine erläutert.
[0005] Es hat sich allerdings in der Praxis gezeigt, dass hinsichtlich der Anzahl der Fadenbrüche
die einzelnen Spinnstellen einer Spinnmaschine sich sehr unterschiedlich verhalten
können. Wenn man sich also, wie dies bei dem bekannten Verfahren der Fall ist, nach
der schlechtesten Spinnstelle ausrichtet, dann erreicht man zwar einen Zustand, bei
dem wenig Fadenbrüche auftreten, jedoch ist die Produktionsleistung der Spinnmaschine
insgesamt nicht optimiert.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, die unterschiedliche Fadenbruchquote an
den einzelnen Spinnstellen für ein Optimieren der Produktionsleistung gebührend zu
berücksichtigen.
[0007] Die Aufgabe wird gelöst, durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
[0008] Ein solches individuelles Einregeln der einzelnen Spinnstellen in Abhängigkeit von
der Anzahl der Fadenbrüche setzt natürlich voraus, dass jede Spinnstelle gesondert
antreibbar ist. Dies bedeutet, dass für das Zuführen des Fasermaterials, das Antreiben
von Drallorganen sowie das Abziehen und Aufspulen des ersponnenen Fadens entsprechend
regelbare Einzelantriebe vorhanden sein müssen. Trotz dieses gegenüber dem eingangs
genannten Stand der Technik erhöhten Aufwandes ergibt sich der große Vorteil, dass
nicht wegen einzelner "schlechter" Spinnstellen die gesamte Spinnmaschine in ihrer
Geschwindigkeit herabgesetzt zu werden braucht. Vielmehr läuft jede einzelne Spinnstelle
mit einer optimierten Spinngeschwindigkeit, was letztlich zu einer optimierten Produktionsleistung
der gesamten Spinnmaschine führt.
[0009] Beim Einregeln der Produktionsgeschwindigkeit wird erfindungsgemäß auch die Höhe
der erteilten Spinndrehung entsprechend angepasst wird. Bei Anwendung für eine Luftdüsenspinnmaschine
bedeutet dies, dass die den Spinnstellen zugeführte Druckluft im Abhängigkeit von
der jeweiligen Produktionsgeschwindigkeit hinsichtlich des Spinndruckes eingeregelt
wird. Hierfür kann das Messen des statischen Druckes an den einzelnen Spinnstellen
hilfreich sein. Dies hat den zusätzlichen Vorteil, dass selbst bei einer geringen
Verstopfung in der Druckluftzufuhr an den einzelnen Spinnstellen dennoch mit korrektem
Spinndrall gearbeitet werden kann. Für das Anpassen der Produktionsgeschwindigkeit
ist jeder einzelnen Spinnstelle ein Regler, der zugleich eine Auswerteeinrichtung
enthält, zugeordnet.
[0010] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels, das eine schematisch dargestellte Luftdüsenspinnmaschine
mit den Einrichtungen zum Einregeln einer optimierten Produktionsgeschwindigkeit zeigt.
[0011] Eine Luftdüsenspinnmaschine enthält eine Vielzahl von Spinnstellen, von denen in
der Figur lediglich vier Spinnstellen 1, 2, 3 und 4 dargestellt sind. Jede Spinnstelle
1, 2 ... dient dem Erspinnen eines Fadens 5 aus einem Stapelfaserverband 6 und enthält
als wesentliche Bestandteile ein Luftdüsenaggregat 7, ein vorzugsweise als Drei-Zylinder-Streckwerk
ausgebildetes Streckwerk 8, weiterhin ein Abzugswalzenpaar 9 sowie eine nicht dargestellte
Aufspuleinrichtung, der der abgezogene Faden 5 in Abzugsrichtung B zugeführt wird.
[0012] Wie am Beispiel der Spinnstelle 4 ersichtlich ist, enthält jedes Streckwerk 8 ein
Eingangswalzenpaar 10, dem der zu verstreckende Stapelfaserverband 6 in Zuführrichtung
A zugeführt wird, ferner ein Riemchenwalzenpaar 11, das von Führungsriemchen 12 und
13 umschlungen ist, sowie ein Ausgangswalzenpaar 14, an dem die Verzugszone des Streckwerks
8 beendet ist. Im Streckwerk 8 wird in bekannter Weise der Stapelfaserverband 6 bis
zur gewünschten Feinheit verstreckt.
[0013] Jedes Luftdüsenaggregat 7 enthält einen Zuführkanal 15, dem der verstreckte, noch
drehungsfreie Stapelfaserverband 6 zum Erteilen seiner Spinndrehung zugeführt wird.
Das Luftdüsenaggregat 7 enthält ferner einen Fadenabzugskanal 16 für den ersponnenen
Faden 5. Im Innern des Luftdüsenaggregates 7 sind Druckluftdüsen 17 angeordnet, deren
Austrittsmündungen in eine Wirbelkammer 18 führen, wo die eigentliche Drallerteilung
stattfindet.
[0014] Zwischen dem Luftdüsenaggregat 7 und dem Abzugswalzenpaar 9 ist ein Fadenwächter
19 angeordnet, der bei einem Fadenbruch das Stillsetzen der betreffenden Spinnstelle
1, 2 ... auslöst.
[0015] Wie am Beispiel der Spinnstelle 1 zu erkennen ist, ist für den Antrieb sowohl des
Ausgangswalzenpaares 14 als auch des Abzugswalzenpaares 9 jeder einzelnen Spinnstelle
1, 2 ... jeweils ein gemeinsamer erster Antriebsmotor 20 vorgesehen, so dass die Walzenpaare
14 und 9 immer gemeinsam angetrieben werden, allerdings mit geringfügigem Geschwindigkeitsunterschied,
der einem gewünschten Anspannverzug des Fadens 5 Rechnung trägt. Der Antriebsmotor
20 ist in seiner Drehzahl regelbar.
[0016] Das Eingangswalzenpaar 10 und das Riemchenwalzenpaar 11 des Streckwerks 8 ist jeweils
durch einen gemeinsamen zweiten Antriebsmotor 21 angetrieben. Hier ist allerdings
zu berücksichtigen, dass das Riemchenwalzenpaar 11 deutlich schneller laufen muss
als das Eingangswalzenpaar 10, da in diesem Bereich bereits der Vorverzug des Stapelfaserverbandes
6 stattfindet. Auch der Antriebsmotor 21 ist in seiner Drehzahl regelbar.
[0017] Durch irgendwelche Umstände, beispielsweise nach einem Fadenbruch, wird der normale
Spinnvorgang bisweilen unterbrochen, was an der betreffenden Spinnstelle 1, 2 ...
die Produktionsleistung vermindert. Damit im Falle eines Fadenbruches kein weiterer
Stapelfaserverband 6 dem Streckwerk 8 zugeführt wird, ist - gesteuert durch den Fadenwächter
19 - vorgesehen, dass dann die Antriebsmotoren 20 und 21 stillgesetzt werden. Auch
die Druckluftzufuhr zu den Druckluftdüsen 17 wird an der wartungsbedürftigen Spinnstelle
1, 2 ... abgeschaltet.
[0018] Gemäß der vorliegenden Erfindung soll die Produktionsleistung der Luftdüsenspinnmaschine
optimiert werden, indem jede einzelne Spinnstelle 1, 2... mit einer optimierten Geschwindigkeit
läuft. Hierzu wird jede einzelne Spinnstelle 1, 2... hinsichtlich der Anzahl der Fadenbrüche
gesondert überwacht und auf eine optimierte Produktionsgeschwindigkeit eingeregelt,
die bei einer relativ hohen Fadenbruchquote reduziert und bei einer relativ geringen
Fadenbruchquote erhöht ist.
[0019] Um festzustellen, an welcher Spinnstelle 1, 2... mehr Fadenbrüche und an welcher
Spinnstelle 1, 2... weniger Fadenbrüche auftreten, ist an jeder einzelnen Spinnstelle
1, 2... ein Fadenbruchzähler 22 vorhanden. Er ist direkt mit dem zugehörigen Fadenwächter
19 verbunden. Jede Spinnstelle 1, 2 ... enthält einen Regler 23, die unter anderem
eine Auswerteeinrichtung für die Anzahl der registrierten Fadenbrüche aufweist. Der
Regler 23 ist in der Lage, die Antriebsmotoren 20 und 21 auf eine optimierte Produktionsgeschwindigkeit
einzuregeln, bei welcher die Anzahl der Fadenbrüche ein vorgegebenes Maß nicht überschreitet.
[0020] Damit trotz der unterschiedlichen Produktionsgeschwindigkeiten an den einzelnen Spinnstellen
1, 2 ... jeweils die Höhe der teilten Spinndrehung in Relation zur Liefergeschwindigkeit
konstant bleibt, ist vorgesehen, an jeder einzelnen Spinnstelle 1, 2 ... auch die
zugeführte Druckluft in Abhängigkeit von der jeweiligen Produktionsgeschwindigkeit
einzuregeln. Jede Spinnstelle 1, 2 ... ist über eine Abzweigung 26 mit einer Maschinendruckluftleitung
27 verbunden. An jeder Abzweigung 26 kann beispielsweise ein Druckluftsensor 24 und
ein Drosselventil 25 vorgesehen sein, so dass über den Regler 23 das Drosselventil
25 betätigt und der Spinndruck einreguliert werden kann.
1. Verfahren zum Optimieren der Produktionsleistung einer Luftdüsenspinnmaschine, indem
die Produktionsgeschwindigkeit bei erhöhter Anzahl von Fadenbrüchen reduziert und
bei verringerter Anzahl von Fadenbrüchen erhöht wird, dadurch gekennzeichnet, dass jede Spinnstelle (1, 2) gesondert angetrieben wird, jeder Spinnstelle (1, 2) ein
eigener Fadenwächter (19) zugeordnet wird und jede einzelne Spinnstelle (1, 2) der
Luftdüsenspinnmaschine hinsichtlich der Anzahl der Fadenbrüche mittels des Fadenwächters
(19) gesondert überwacht und auf eine optimierte Produktionsgeschwindigkeit eingeregelt
wird, wobei beim Einregeln der Produktionsgeschwindigkeit die Höhe der erteilten Spinndrehung
entsprechend angepasst wird, und wobei die den Spinnstellen (1, 2) zugeführte Druckluft
in Abhängigkeit von der jeweiligen Produktionsgeschwindigkeit eingeregelt wird.
1. A process for optimizing production performance of an airjet spinning machine, in
which production speed is reduced in a case of an increase in the number of end breaks,
and is increased in the case of a decreasing number of end breaks, characterized in that each spinning position (1, 2) is individually driven, an individual end break detector
(19) is assigned to each spinning position (1, 2) and each individual spinning position
(1, 2) of the airjet spinning machine is separately monitored by means of the end
break detector (19) with regard to the number of end breaks and is adjusted to an
optimized production speed, wherein when the production speed is adjusted, the level
of the imparted spinning twist is accordingly adapted thereto, and wherein the compressed
air fed to the spinning positions (1, 2) is adjusted depending on the respective production
speed.
1. Procédé d'optimisation de la capacité de production d'un métier à filer à buses d'air,
dans lequel la vitesse de production est réduite lorsque le nombre de ruptures de
fil augmente et est augmentée lorsque le nombre de ruptures de fil diminue, caractérisé en ce que chaque poste de filage (1, 2) est entraîné séparément, chaque poste de filage (1,
2) est associé à un dispositif de surveillance casse-fil propre (19), et chaque poste
de filage individuel (1, 2) du métier à filer à buses d'air est surveillé séparément
en fonction du nombre de ruptures de fil à l'aide du dispositif de surveillance casse-fil
(19) et est réglé à une vitesse de production optimisée, dans lequel la grandeur de
la vitesse de filage assignée est adaptée de manière correspondante lors du réglage
de la vitesse de production, et dans lequel la pression d'air administrée aux postes
de filage (1, 2) est réglée en fonction de la vitesse de production respective.