Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht von einem Verfahren und von einer Vorrichtung zum Ansteuern eines
Stellgliedes nach der Gattung der unabhängigen Ansprüche aus.
[0002] Aus der
DE4303560A1 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Steuerung einer Verstelleinrichtung bekannt,
bei der im Bereich eines mechanisches Anschlags der Verstelleinrichtung eine Begrenzung
des durch den elektrischen Motor fließenden Stroms, der die Verstelleinrichtung betätigt,
stattfindet.
[0003] Aus der
EP0992662A2 ist eine Drosselvorrichtung für eine Brennkraftmaschine bekannt. Ein minimaler Öffnungsgrad
der Drosselklappe wird auf einen Wert gesetzt, der größer ist als ein Betrag, der
zum Überschwingen der Drosselklappe führt, wenn der Öffnungsgrad der Drosselklappe
von einem maximalen Öffnungsgrad zum minimalen Öffnungsgrad verändert wird.
[0004] Aus der
US2003/084873A1 ist eine elektronische Drosselklappensteuervorrichtung bekannt. Ein Mikrocomputer
berechnet eine Abweichung zwischen einem Sollöffnungsgrad und einem Istöffnungsgrad.
Abhängig davon wird ein Motorsteuerbetrag und eine Regelverstärkung berechnet. Die
Regelverstärkung wird mit zunehmender Regelabweichung kleiner gewählt. Die Regelverstärkung
wird durch die vorherige Regelverstärkung begrenzt, wenn die Regelverstärkung größer
ist als die vorherige Regelverstärkung. Die Beschränkung der Regelverstärkung wird
aufgehoben, wenn die berechnete aktuelle Öffnungsgradänderung von einem vorgegebenen
Wert reduziert wird.
[0005] Für elektrisch angesteuerte Stellglieder in einem Kraftfahrzeug, beispielsweise einer
Drosselklappe, einer Ladungsbewegungsklappe, einem Abgasrückführungsventil, einem
Bypass-Ventil für einen Kompressor, usw., wird zu deren Regelung oft eine digitale
Regelung in einem Motorsteuergerät eingesetzt. Um eine Beschädigung des entsprechenden
Stellgliedes zu vermeiden, muss verhindert werden, dass ein mechanischer Anschlag
des entsprechenden Stellgliedes zu schnell angefahren wird. Um dies zu gewährleisten,
wird oft ein Offset zu dem Anschlag eingeführt, so dass das Stellglied bis zu diesem
Offset schnell gefahren werden kann. Durch diesen Offset wird aber ein erhöhter Leckmassenstrom
bedingt. Eine alternative Lösung verwendet eine Sollwertänderungsbegrenzung beispielsweise
unter Verwendung eines Filters. Dabei wird eine Änderung des Sollwertes für die Stellung
des Stellgliedes auf einen vorgegebenen Sollwert gemäß der Sollwertänderungsbegrenzung
begrenzt. Dabei wird die Sollwertänderung auf einen so geringen Wert begrenzt, dass
sichergestellt werden kann, dass der Anschlag vom Stellglied nicht zu schnell angefahren
wird. Wenn diese Sollwertänderungsbegrenzung über den gesamten Bereich vorgebbarer
Sollwerte für die Stellung des Stellgliedes aktiv ist, so führt dies dazu, dass die
Regelung der Position des Stellgliedes auf den entsprechend vorgegebenen Sollwert
unnötig langsam ist. Eine verbesserte Lösung besteht darin, diese langsame Sollwertänderungsbegrenzung
nur dann einzuschalten, wenn der vorgegebene Sollwert zwischen dem Anschlag und einem
dem Anschlag zugeordneten vorgegebenen Schwellwert liegt.
Aufgabe der Erfindung
[0006] Dem erfindungsgemäßen Verfahren und der erfindungsgemäßen Vorrichtung liegt die Aufgabe
zugrunde, die Ansteuerung eines Stellgliedes zu optimieren.
Vorteile der Erfindung
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Ansteuern
eines Stellgliedes mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche haben dem gegenüber
den Vorteil, dass zum Erreichen des ersten Sollwertes durch den Sollwert zunächst
ein zweiter Sollwert vorgegeben wird, dass eine Änderung des Sollwertes für die Stellung
des Stellgliedes auf den zweiten Sollwert gemäß einer zweiten Sollwertänderungsbegrenzung
begrenzt wird, und dass dann, wenn die Änderung des Sollwertes zum ersten Sollwert
mit der ersten Sollwertänderungsbegrenzung betragsmäßig größer wäre, als die Änderung
des Sollwertes zum zweiten Sollwert mit der zweiten Sollwertänderungsbegrenzung, für
den Sollwert der erste Sollwert vorgegeben wird und die Änderung des Sollwertes für
die Stellung des Stellgliedes auf den ersten Sollwert gemäß der ersten Sollwertänderungsbegrenzung
begrenzt wird. Auf diese Weise lässt sich besonders für einen ersten Sollwert in der
Nähe eines Anschlags des Stellgliedes eine zweistufige Sollwertänderungsbegrenzung
durchführen. Dabei wird der Sollwert zunächst mit der zweiten Sollwertänderungsbegrenzung
in Richtung zum zweiten vorgegebenen Sollwert bewegt und anschließend mit der ersten
Sollwertänderungsbegrenzung in Richtung zum ersten vorgegebenen Sollwert. Dabei kann
das Anfahren des Sollwertes in Richtung zum zweiten vorgegebenen Sollwert mit größerer
Sollwertänderung und damit schneller erlaubt werden, als das anschließende Anfahren
des Sollwerts in Richtung zum ersten vorgegebenen Sollwert. Die zweite Sollwertänderungsbegrenzung
ist dann schwächer oder geringer eingestellt als die erste Sollwertänderungsbegrenzung.
Somit könnte auch für den Fall, dass der erste vorgegebene Schwellwert sich in der
Nähe des Anschlags befindet, der Sollwert in einem gewissen, vom zweiten vorgegebenen
Sollwert abhängig begrenzten Bereich vergleichsweise schnell in Richtung zum ersten
vorgegebenen Sollwert verändert werden. Die vergleichsweise langsame Sollwertänderungsbegrenzung
ist dann lediglich auf der letzten Strecke des Sollwertes bis zum ersten vorgegebenen
Sollwert erforderlich. Somit wird die Regelung für die Einstellung des Stellgliedes
nicht unnötig verlangsamt.
[0008] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen des im Hauptanspruch angegebenen Verfahrens möglich.
[0009] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die erste und die zweite Sollwertänderungsbegrenzung
nur dann durchgeführt werden, wenn der erste Sollwert zwischen einem Anschlag des
Stellgliedes und einem dem Anschlag zugeordneten vorgegebenen Schwellwert liegt. Auf
diese Weise lässt sich bei geeigneter Wahl des Schwellwertes ein erster vorgegebener
Sollwert, der nicht in Anschlagsnähe liegt, also der nicht zwischen dem Anschlag und
dem dem Anschlag zugeordneten vorgegebenen Schwellwert liegt, mit größtmöglicher Geschwindigkeit
vom Stellglied anfahren, ohne dass eine Beschädigung des Stellgliedes durch den Anschlag
zu befürchten wäre. Liegt hingegen der erste Sollwert zwischen dem Anschlag und dem
dem Anschlag zugeordneten vorgegebenen Schwellwert, so wird weiterhin sicher gestellt,
dass der erste Sollwert auf Grund der zweistufigen Sollwertänderungsbegrenzung zunächst
möglichst schnell und anschließend genügend langsam angefahren wird, um eine Beschädigung
des Stellgliedes durch ein Anschlag zu verhindern.
[0010] Besonders einfach ist es, den zweiten vorgegebenen Sollwert gleich dem vorgegebenen
Schwellwert zu wählen.
[0011] Die zweistufige Sollwertänderungsbegrenzung wirkt sich besonders dann vorteilhaft
zur Vermeidung einer Beschädigung des Stellgliedes durch den Anschlag aus, wenn wie
beschrieben die zweite Sollwertänderungsbegrenzung schwächer als die erste Sollwertänderungsbegrenzung
gewählt wird.
[0012] Eine einfache Realisierung für die Sollwertänderungsbegrenzung ergibt sich, wenn
der Sollwert für die erste Sollwertändemngsbegrenzung mit einer ersten Zeitkonstanten
gefiltert wird und wenn der Sollwert für die zweite Sollwertänderungsbegrenzung mit
einer zweiten Zeitkonstanten gefiltert wird.
[0013] Dabei können vorteilhafter Weise die erste Zeitkonstante größer als die zweite Zeitkonstante
gewählt werden, um zu erreichen, dass die zweite Sollwertänderungsbegrenzung schwächer
als die erste Sollwertänderungsbegrenzung ist.
[0014] Vorteilhaft ist es, wenn eine der beiden Sollwertänderungsbegenzungen mittels einer
Rampenfunktion und die andere der beiden Sollwertänderungsbegenzungen durch Filterung
durchgeführt wird. Dies ist besonders vorteilhaft bei Systemen, bei denen ein asymptotisches
Anfahren an die Anschlagsposition zu langsam ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass mit
diesem Verfahren die Geschwindigkeit, mit der der Sollwert des Stellgliedes sich an
den Anschlag annähern darf, direkt vorgegeben werden kann.
[0015] Besonders vorteilhaft ist es weiterhin, wenn der zweite Sollwert weiter von einem
Anschlag des Stellgliedes beabstandet gewählt wird, als der erste Sollwert. Auf diese
Weise lässt sich der beschriebenen Vorteil realisieren, wonach durch die zweistufige
Sollwertänderungsbegrenzung der Sollwert zunächst möglichst schnell in Richtung zum
zweiten Sollwert geführt werden kann, um dann anschließend den Sollwert möglichst
langsam an den ersten vorgegebenen Sollwert, der anschlagsnäher ist, zu führen, um
eine Beschädigung des Stellgliedes durch den Anschlag zu vermeiden.
Zeichnung
[0016] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und in der
nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen Figur 1 einen grob schematischen
Ausschnitt einer Brennkraftmaschine, Figur 2 ein Funktionsdiagramm zur Erläuterung
des erfindungsgemäßen Verfahren und der erfindungsgemäßen Vorrichtung und Figur 3
ein Diagramm mit verschiedenen Sollwertverläufen für die Stellung eines Stellgliedes
über der Zeit.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0017] In Figur 1 kennzeichnet 110 einen Ausschnitt aus einer Brennkraftmaschine, die beispielsweise
ein Fahrzeug antreibt. Die Brennkraftmaschine kann dabei beispielsweise als Ottomotor
oder als Dieselmotor ausgebildet sein. Über einen Ansaugkanal 40 wird der Brennkraftmaschine
Frischluft zugeführt. Im Ansaugkanal 40 ist ein Stellglied 1 angeordnet. Das Stellglied
1 ist beispielsweise als Drosselklappe ausgebildet. Je nach Stellung der Drosselklappe
1 wird ein unterschiedlicher Luftmassenstrom im Ansaugkanal 40 eingestellt. Ein unterer
Anschlag der Drosselklappe 1 im Ansaugkanal 40 ist in Figur 1 mit dem Bezugszeichen
45 gekennzeichnet. Weiterhin ist in Figur 1 gestrichelt ein erster Sollwert 5 für
die Stellung der Drosselklappe 1 und ein zweiter Sollwert 10 für die Stellung der
Drosselklappe 1 dargestellt, wobei der erste Sollwert 5 näher am unteren Anschlag
45 ist, als der zweite Sollwert 10. Die Drosselklappe 1 wird in dem Fachmann bskannter
Weise von einem Ansteuersignal AS seitens einer Steuerung 50 beispielsweise zur Umsetzung
eines Fahrerwunsches angesteuert. Bei dem Ansteuersignal AS kann es sich dabei beispielsweise
um ein pulsweitenmoduliertes Signal handeln, wobei sich für unterschiedliche Tastverhältnisse
des pulsweitenmodulierten Ansteuersignals AS unterschiedliche Stellungen des Stellgliedes
1 im Ansaugkanal 40 ergeben.
[0018] In Figur 3 ist nun die Position der Drosselklappe 1 über der Zeit t in Sekunden aufgetragen.
Die Position der Drosselklappe 1 ist dabei in Prozent des Öffnungsgrades angegeben.
Der Wert 0 % entspricht dabei dem Zustand der vollständig geschlossenen Drosselklappe
1, das heißt die Drosselklappe 1 befindet sich direkt am unteren Anschlag 45. Der
Wert 100 % für die Position der Drosselklappe 1 entspricht der vollständig geöffneten
Drosselklappe 1. Mit "Soll 1" ist ein erster Sollwert für die Position der Drosselklappe
1 in Figur 3 dargestellt. Dieser erste Sollwert Soll1 für die Stellung der Drosselklappe
1 liegt zunächst auf dem Wert 100 % für die vollständig geöffnete Drosselklappe 1.
Etwa zum Zeitpunkt einer Sekunde springt der erste Sollwert Soll 1 vom Wert 100 %
nach unten, um etwa beim Zeitpunkt 1,01 Sekunden den Wert 0 % zu erreichen. Dort verbleibt
der erste Sollwert Soll 1 bis mindestens zum Zeitpunkt 1,35 Sekunden. Somit entspricht
der erste Sollwert Soll 1 ab dem Zeitpunkt 1,01 Sekunden etwa dem unteren Anschlag
45. In Figur 1 entspricht der dort mit 5 gekennzeichnete erste Sollwert nicht direkt
dem unteren Anschlag 45, ist aber anschlagsnah vorgegeben. Ganz allgemein soll davon
ausgegangen werden, dass der erste Sollwert 5 eine Position der Drosselklappe 1 in
der Nähe des unteren Anschlags 45 kennzeichnet, wobei wie in Figur 3 der Spezialfall
auftreten kann, dass der erste Sollwert 5, der in Figur 3 mit Soll 1 gekennzeichnet
ist, nach dem in Figur 3 gezeigten Sprung direkt dem unteren Anschlag 45 und damit
der vollständig geschlossenen Drosselklappe 1 entspricht. Als anschlagsnah werden
hier all diejenigen ersten Sollwerte 5 bezeichnet, die nach dem Sprung näher als ein
vorgegebener Schwellwert SW vom unteren Anschlag 45 entfernt liegen. Der vorgegebene
Schwellwert SW kann beispielsweise auf einem Prüfstand geeignet appliziert werden.
Dabei kann der vorgegebene Schwellwert SW beispielsweise so appliziert werden, dass
sämtliche ersten Sollwerte 5 unterhalb des vorgegebenen Schwellwertes SW derart nah
am unteren Anschlag 45 liegen, dass sie nicht schlagartig, sondern mit einer genügenden
Sollwertänderungsbegrenzung vorgegeben werden dürfen, um eine Beschädigung der Drosselklappe
1 durch den unteren Anschlag 45 sicher zu vermeiden. Im vorliegenden Beispiel nach
Figur 3 wird der vorgegebene Schwellwert SW beispielsweise auf einen Wert zwischen
9 und 10 Prozent der Position der Drosselklappe 1 appliziert. Da der erste Sollwert
Soll 1 nach dem Sprung unterhalb des-vorgegebenen Schwellwertes SW liegt, darf er
also nicht wie in Figur 3 dargestellt sprungförmig sondern nur mit der Berücksichtigung
einer ersten Sollwertänderungsbegrenzung vorgegeben werden. Eine solche Sollwertänderungsbegrenzung
wird beispielsweise mit Hilfe einer Tiefpassfilterung erreicht. Somit wird die Änderung
des Sollwertes für die Stellung der Drosselklappe 1 vom Wert 100 % auf den Wert 0
% durch Tiefpassfilterung mit einer vorgegebenen Zeitkonstanten begrenzt. Mit dem
Bezugszeichen 115 ist ein erster Verlauf des Sollwertes für die Position der Drosselklappe
1 dargestellt, die durch Tiefpassfilterung des Verlaufs des ersten Sollwertes Soll
1 mit einer zweiten Zeitkonstanten von 35 ms erzielt wird. Dies führt zwar zu einer
vergleichsweise schnellen Anpassung des Sollwertes der Drosselklappe 1 an den ersten
vorgegebenen Sollwert Soll 1, ist aber insbesondere ab dem Unterschreiten des vorgegebenen
Schwellwertes SW bis zum Erreichen des ersten vorgegebenen Schwellwertes Soll 1 zu
schnell, um die Drosselklappe 1 sicher vor Beschädigungen durch den unteren Anschlag
45 zu bewahren. Durch das Bezugszeichen 120 ist ein zweiter möglicher Verlauf des
Sollwertes dargestellt, der durch Tiefpassfilterung des Verlaufs des ersten vorgegebenen
Sollwertes Soll 1 mit einer ersten Zeitkonstanten von 70 ms gebildet wird. Der dadurch
gebildete Sollwertverlauf ist zwar insbesondere unterhalb des vorgegebenen Schwellwertes
SW bis zum Erreichen des ersten vorgegebenen Sollwertes Soll 1 hinreichend langsam,
um eine Beschädigung der Drosselklappe 1 beim Auftreffen an den unteren Anschlag 45
sicher zu vermeiden, ist aber ausgehend von der Position 100 % bis zum Erreichen des
vorgegebenen Schwellwertes SW zu langsam.
[0019] Erfindungsgemäß ist es nun vorgesehen, einen Kompromiss zwischen zwei verschiedenen
Sollwertverläufen zu finden, der einerseits bis zum Erreichen des vorgegebenen Schwellwertes
SW ausgehend von der vollständig geöffneten Drosselklappe 1 möglichst schnell sich
dem Zielwert des ersten vorgegebenen Sollwertes Soll 1 nähert. Spätestens dann, wenn
der vorgegebene Schwellwert SW vom Sollwertverlauf unterschritten wird, sollte der
erste vorgegebene Sollwert Soll 1 dann so langsam vom Sollwert erreicht werden, dass
eine Beschädigung der Drosselklappe 1 durch den unteren Anschlag 45 sicher vermieden
wird. Es geht also darum, beispielsweise einen Kompromiss zwischen dem ersten Sollwertverlauf
115 und dem zweiten Sollwertverlauf 120 zu finden, wobei der erste Sollwertverlauf
115 oberhalb des vorgegebenen Schwellwertes SW und der zweite Sollwertverlauf 120
spätestens unterhalb des vorgegebenen Schwellwertes SW von Interesse ist. Zu diesem
Zweck sieht die Erfindung eine zweistufige Sollwertänderungsbegrenzung vor. In einer
ersten Stufe wird dabei als einzustellender Sollwert für die Position der Drosselklappe
1 nach dem Sollwertsprung ein zweiter vorgegebener Sollwert Soll 2 gewählt, der beispielsweise
dem vorgegebenen Schwellwert SW entsprechen kann oder größer als dieser gewählt wird.
Da der vorgegebene Schwellwert SW beispielsweise auf einen Prüfstand so geeignet appliziert
werden kann, dass nur für Sprünge des ersten vorgegebenen Sollwertes Soll 1 unter
den vorgegebenen Schwellwert SW eine entsprechende Sollwertänderungsbegrenzung für
ein beschädigungsloses Einstellen der Position der Drosselklappe 1 auf den ersten
vorgegebenen Sollwert Soll 1 sicher gestellt wird, ist es besonders vorteilhaft, den
zweiten vorgegebenen Sollwert Soll 2 gleich dem vorgegebenen Schwellwert SW zu wählen.
Allgemein gilt für die Wahl des zweiten vorgegebenen Sollwertes Soll2, der in Figur
1 auch durch das Bezugszeichen 10 gekennzeichnet ist, dass dieser weiter vom unteren
Anschlag 45 des Stellgliedes 1 beabstandet gewählt wird, als der erste vorgegebene
Sollwert Soll1.
[0020] Dies ist in Figur 3 beispielhaft dargestellt. Bis zum Erreichen des zweiten vorgegebenen
Sollwertes Soll 2 kann ein vergleichsweise schneller Sollwertverlauf gewählt werden.
Spätestens mit Unterschreiten des vorgegebenen Schwellwertes SW durch den Sollwertverlauf
kann dann auf einen hinreichend langsamen Sollwertverlauf umgeschaltet werden. Ein
solch idealer Sollwertverlauf ist mit dem Bezugszeichen 130 gekennzeichnet. Dabei
wird angenommen, dass in einer ersten Stufe der Sollwerteinstellung der Sollwertsprung
zum Zeitpunkt eine Sekunde nur bis zum zweiten vorgegebenen Sollwert Soll 2, im vorliegenden
Beispiel bis zum vorgegebenen Schwellwert SW erfolgt. Dieser Sprung auf den vorgegebenen
zweiten Sollwert Soll 2 wird dann mit der zweiten Zeitkonstanten von 35 ms in diesem
Beispiel tiefpassgefiltert, so dass der zweite Sollwert Soll 2 möglichst schnell gemäß
einem in Figur 3 mit dem Bezugszeichen 125 gekennzeichneten dritten Sollwertverlauf
angenähert wird. Sobald der Betrag der Änderung des Sollwertes des beispielsweise
parallel gerechneten zweiten Sollwertverlaufs 120 mit der ersten Zeitkonstanten 70
ms größer wird als der Betrag der Änderung des dritten Sollwertverlaufs 125, wird
der Sollwertverlauf durch Tiefpassfilterung des ersten vorgegebenen Sollwertes Soll
1 mit der ersten Zeitkonstanten 70 ms fortgesetzt. Auf diese Weise ergibt sich der
ideale Sollwertverlauf 130, der zunächst den zweiten vorgegebenen Sollwert Soll 2
möglichst schnell annähert und dann genügend langsam den ersten vorgegebenen Sollwert
Soll 1 erreicht, um die Drosselklappe 1 sicher vor Beschädigung durch den unteren
Anschlag 45 zu bewahren.
[0021] In Figur 2 ist ein Funktionsdiagramm dargestellt, das das erfindungsgemäße Verfahren
und die erfindungsgemäße Vorrichtung näher erläutert. Das Funktionsdiagramm ist mit
dem Bezugszeichen 15 in Figur 2 gekennzeichnet und kann als erfindungsgemäße Vorrichtung
software- und/oder hardwaremäßig in der Steuerung 50 implementiert sein. Anhand des
Funktionsdiagramms 15 wird dabei der Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens verdeutlicht.
Erste Vorgabemittel 20 geben in dem Fachmann bekannter Weise den ersten Sollwert 1
bzw. den zeitlichen Verlauf des ersten Sollwertes Soll 1 beispielsweise gemäß Figur
3 und beispielsweise abhängig von einem Fahrerwunsch vor. Ferner ist ein Tiefpass
30 vorgesehen, der zu regelmäßigen Abtastzeitpunkten einen gefilterten Sollwert Sollfil
abgibt. Zu jedem Abtastzeitpunkt wird in einem ersten Subtraktionsglied 55 der zu
diesem Abtastzeitpunkt vorliegende gefilterte Sollwert Sollfil vom zu diesem Abtastzeitpunkt
vorliegenden ersten vorgegebenen Sollwert Soll 1 abgezogen. Die gebildete Differenz
Soll1 - Sollfil am Ausgang des ersten Subtraktionsgliedes 55 wird in einem nachfolgenden
ersten Divisionsglied 65 durch eine erste vorgegebene Zeitkonstante Z1, die in einem
der Steuerung 50 zugeordneten Speicher fest gespeichert sein kann, dividiert. Für
die erste vorgegebene Zeitkonstante Z1 kann beispielsweise wie oben beschrieben der
Wert von 70 ms gewählt werden. Der Ausgang des ersten Divisionsgliedes 65 entspricht
somit dem Quotienten

Dieser Quotient ist in Figur 2 mit Q1 bezeichnet. Er wird einem ersten Eingang eines
ersten Vergleichsgliedes 75 zugeführt, dessen zweitem Eingang der Wert Null zugeführt
wird. Ist der erste Quotient Q1 kleiner als null, so wird der Ausgang des ersten Vergleichsgliedes
75 gesetzt, andernfalls wird er zurückgesetzt. Der Ausgang des ersten Vergleichsgliedes
75 ist auf ein Inversionsglied 85 geführt, dessen Ausgang gesetzt ist, wenn dessen
Eingang zurück gesetzt ist und dessen Ausgang zurück gesetzt ist, wenn dessen Eingang
gesetzt ist. Der Ausgang des Inversionsgliedes 85 ist einem ersten Eingang eines Oder-Gliedes
90 zugeführt. Der Ausgang des ersten Vergleichsgliedes 75 ist außerdem eines ersten
Eingang eines Und-Gliedes 80 zugeführt. Der erste Quotient Q1 als Ausgang des ersten
Divisionsgliedes 65 ist außerdem einem ersten Eingang eines zweiten Vergleichsgliedes
35 zugeführt. Zweite Vorgabemittel 25 geben den zweiten Sollwert Soll2 in diesem Beispiel
als vorgegebenen Schwellwert SW vor. Die zweiten Vorgabemittel 25 können beispielsweise
durch einen der Steuerung 50 zugeordneten Speicher gebildet sein, in dem der für den
vorgegebenen Schwellwert SW beispielsweise am Prüfstand applizierte Wert abgelegt
ist. In einem zweiten Subtraktionsglied 60 wird für jeden Abtastzeitpunkt der für
diesen Abtastzeitpunkt vorliegende gefilterte Sollwert Sollfil vom für diesen Abtastzeitpunkt
vorliegenden vorgegebenen zweiten Sollwert Soll2 abgezogen, so dass sich am Ausgang
des zweiten Subtraktionsgliedes 60 die Differenz Soll2-Sollfil bildet. Der Ausgang
des zweiten Subtraktionsgliedes 60 wird in einem zweiten Divisionsglied 70 durch eine
zweite Zeitkonstante Z2 dividiert, die in diesem Beispiel den Wert 35 ms wie zuvor
beschrieben einnehmen kann und die ebenfalls in einem der Steuerung 50 zugeordneten
Speicher abgelegt sein kann. Somit ergibt sich am Ausgang des zweiten Divisionsghedes
70 ein zweiter Quotient

[0022] Der zweite Quotient Q2 wird einem zweiten Eingang des zweiten Vergleichsgliedes 35
zugeführt. Der Ausgang des zweiten Vergleichsgliedes 35 wird gesetzt, wenn Q1<Q2.
Der Ausgang des zweiten Vergleichsgliedes 35 wird einem zweiten Eingang des Und-Gliedes
80 zugeführt. Der Ausgang des Und-Gliedes 80 ist nur gesetzt, wenn seine beiden Eingänge
gesetzt sind, andernfalls ist er zurückgesetzt. Der Ausgang des Und Gliedes 80 ist
einerseits einem zweiten Eingang des Oder-Gliedes 90 und andererseits als Steuersignal
einem ersten gesteuerten Schalter 100 zugeführt. Der Ausgang des Oder-Gliedes 90 ist
gesetzt, wenn einer seiner beiden Eingänge gesetzt ist, und andernfalls zurückgesetzt.
Der Ausgang des Oder-Gliedes 90 ist als Steuersignal auf einen zweiten gesteuerten
Schalter 105 geführt. Der erste Sollwert Soll 1 ist einerseits einem ersten Eingang
eines Maximalauswahlgliedes 95 und andererseits einem ersten Eingang des zweiten gesteuerten
Schalters 105 zugeführt. Der zweite Sollwert Soll2 ist einem zweiten Eingang des Maoimalauswahlgliedes
95 zugeführt. Das Maximalauswahlglied 95 wählt das Maximum seiner beiden Eingänge
aus, also das Maximum aus dem ersten vorgegebenen Sollwert Soll 1 und dem zweiten
vorgegebenen Sollwert Soll2 und gibt dieses Maximum an einen zweiten Eingang des gesteuerten
Schalters 105 ab. Der zweite gesteuerte Schalter 105 verbindet den Ausgang des Maximalauswahlgliedes
95 mit einem Eingang des Tiefpasses 30, wenn der Ausgang des Oder-Gliedes 90 zurückgesetzt
ist. Andernfalls verbindet der zweite gesteuerte Schalter 105 den Eingang des Tiefpasses
30 mit den ersten Vorgabemitteln 20 und damit mit dem ersten vorgegebenen Sollwert
Soll1. Der Ausgang des ersten gesteuerten Schalters 100 gibt die Zeitkonstante für
den Tiefpass 30 vor. Dabei verbindet der erste gesteuerte Schalter 100 den Speicher
mit der ersten vorgegebenen Zeitkonstanten Z1 mit dem Eingang für die Zeitkonstante
des Tiefpasses 30, wenn der Ausgang des Und-Gliedes 80 gesetzt ist, andernfalls verbindet
der erste gesteuerte Schalter den Speicher mit der zweiten vorgegebenen Zeitkonstanten
Z2 mit dem Zeitkonstanteneingang des Tiefpasses 30.
[0023] Der Tiefpass 30 filtert dann mit der jeweils eingestellten Zeitkonstanten den Ausgang
des zweiten gesteuerten Schalters 105 zur Bildung des gefilterten Sollwertes Sollfil.
Durch das erste Vergleichsglied 75 wird sicher gestellt, dass die zweistufige Sollwertänderungsbegrenzung
nur dann durchgeführt wird, wenn der erste Sollwert Soll 1 kleiner ist als der gefilterte
Sollwert Sollfil, und damit der gefilterte Sollwert Sollfil einen zeitlich abnehmenden
Verlauf und damit in Richtung zum unteren Anschlag 45 aufweist. Andernfalls wird lediglich
der erste Sollwert Soll1 vom Tiefpassfilter 30 mit der zweiten vorgegebenen Zeitkonstanten
Z2 gefiltert. Mit dem ersten Vergleichsglied 75 wird somit geprüft, ob sich die Drosselklappe
1 in die schließende Richtung, also in Richtung des unteren Anschlages 45 bewegt,
das heißt der gefilterte Sollwert Sollfil sich in Richtung des unteren Anschlags 45
verändert. Mit dem zweiten Vergleichsglied 35 wird überprüft, welche der beiden Sollwertänderungsbegrenzungen
den größten Schritt in Richtung des unteren Anschlags 45 zulässt. Dabei wird immer
diejenige Sollwertänderungsbegenzung ausgewählt, die den größeren Schritt in Richtung
des unteren Anschlags 45 für den Sollwert ermöglicht und das Tiefpassfilter 30 entsprechend
in der beschriebenen Weise konfiguriert. Wenn das Tiefpassfilter 30 mit dem ersten
Sollwert Soll 1als Eingangswert und der langsameren ersten Zeitkonstante Z1 einen
größeren Schritt in Richtung zum unteren Anschlag 45 macht als das Tiefpassfilter
30 mit dem zweiten vorgegebenen Sollwert Soll2 als Eingangswert und der schnelleren
ersten Filterzeitkonstanten Z2, dann wird die erstgenannte Konfiguration mit dem ersten
vorgegebenen Sollwert Soll 1 und der ersten Filterzeitkonstanten Z1 gewählt, andernfalls
die Filterkonfiguration mit dem zweiten vorgegebenen Sollwert Soll2 der größer als
der erste vorgegebene Sollwert Soll1 ist, und der zweiten vorgegebenen Zeitkonstanten
Z2.
[0024] Solange der erste vorgegebene Sollwert Soll1 größer als der vorgegebene Schwellwert
SW ist, wird er mit der schnelleren zweiten Zeitkonstanten Z2 gefiltert, so dass sich
der Sollwert dem ersten vorgegebenen Sollwert Soll1 möglichst schnell annähert. Wenn
der erste vorgegebene Sollwert Soll 1 dann den vorgegebenen Schwellwert SW unterschreitet,
greift das erfindungsgemäße Verfahren gemäß Figur 2, so dass dann zunächst der zweite
vorgegebene Sollwert Sol12 mit der schnelleren zweiten Zeitkonstanten Z2 durch das
Tiefpassfilter 30 angefahren wird, bis der gefilterte Sollwertverlauf so stark abgebremst
wird, dass die Filterung mit der langsameren ersten Zeitkonstanten Z1 und dem ersten
vorgegebenen Sollwert Soll11als Eingangswert schneller ist. Dann findet wie beschrieben
die Umschaltung zwischen den beiden verschiedenen Eingangswerten und den beiden verschiedenen
Zeitkonstanten statt und der erste vorgegebene Sollwert Soll1 wird dann mit der langsameren
ersten Filterzeitkonstanten Z1 angefahren.
[0025] Auf diese Weise lässt sich eine Sollwertänderungsbegrenzung von einer Hochgeschwindigkeitsnachführung
auf eine langsamere anschlagsnahe Nachführung des Sollwerts auf den entsprechend vorgegebenen
Sollwert sanft umschalten, wenn der erste vorgegebenen Sollwert Soll1 unterhalb des
vorgegebenen Schwellwertes SW liegt. Solange der erste vorgegebene Sollwert Soll1
sich im Bereich oberhalb des vorgegebenen Schwellwertes SW befindet oder wenn er sich
in die Richtung des Bereiches oberhalb des vorgegebenen Schwellwertes SW bewegt, sind
leichte Über- bzw. Unterschwinger im Sollwert erlaubt, weil sie zu einem schnelleren
Erreichen des ersten vorgegebenen Sollwertes Soll 1 führen.
[0026] Das Funktionsdiagramm gemäß Figur 2 stellt letztlich einen Regler zur Nachführung
des Sollwertes für die Stellung der Drosselklappe 1 an den ersten vorgegebenen Sollwert
Soll1 dar. Der durch das Funktionsdiagramm nach Figur 2 realisierte Regler hat dabei
gegenüber Systemen, die nur mit der ersten Filterzeitkonstanten Z1 arbeiten, sobald
der erste vorgegebene Sollwert Soll1 unterhalb des vorgegebenen Schwellwertes SW liegt,
den Vorteil, dass der Regler gemäß des Funktionsdiagramms nach Figur 2 mit einer höheren
Kreisverstärkung ausgelegt werden kann.
[0027] Der dritte Sollwertverlauf 125 zeigt das schnellste mögliche Anfahren des Sollwertes
an den vorgegebenen Schwellwert SW, bei dem auftretende Unterschwinger im Sollwertverlauf
noch beherrschbar sind. Der ideale Sollwertverlauf 130 nutzt diesen schnellen dritten
Sollwertverlauf 125 bis dieser zuviel abbremst. Anschließend fährt der ideale Sollwertverlauf
130 langsam weiter in Richtung des ersten vorgegebenen Sollwertes Soll1. Hätte man
den ersten Sollwertverlauf 115 benutzt bis zum Erreichen des vorgegebenen Schwellwertes
SW und dann direkt umgeschaltet auf den zweiten zeitlichen Verlauf 120 mit der langsameren
Zeitkonstanten, dann wäre die Änderungsgeschwindigkeit des Sollwertes im Bereich des
vorgegebenen Schwellwertes SW zu hoch gewesen.
[0028] Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen Vorrichtung
kann somit eine so schnelle zweite Filterzeitkonstante Z2 für das Tiefpassfilter 30
gewählt werden, dass im Bereich des Sollwertes oberhalb des vorgegebenen Schwellwertes
SW der Regler gemäß dem Funktionsdiagramm nach Figur 2 geschwindigkeitsoptimiert ist.
Trotzdem wird der mechanische untere Anschlag 45 nach Umschaltung auf die erste Filterzeitkonstante
Z1 dann so langsam angefahren, dass die Drosselklappe 1 nicht beschädigt wird. Die
Drosselklappe 1 kann damit komplett zugefahren werden, um die Leckluft zu minimieren.
[0029] Eine alternative Realisierung ergibt sich, wenn zuerst der Sollwert für die zweite
Sollwertsänderungsbegrenzung mit einer schnellen d. h. möglichst kleinen zweiten Zeitkonstanten
gefiltert wird und dann die erste Sollwertsänderungsbegrenzung für den Sollwert als
Rampenfunktion implementiert wird. Dies ist besonders vorteilhaft bei Systemen, bei
denen ein asymptotisches Anfahren an die Anschlagsposition zu langsam ist. Ein weiterer
Vorteil ist, dass mit diesem Verfahren die Geschwindigkeit, mit der der Sollwert des
Stellgliedes sich an den Anschlag annähern darf, direkt vorgegeben werden kann. Umgekehrt
kann zunächst die zweite Sollwertänderungsbegrenzung für den Sollwert als Rampenfunktion
implementiert werden und der Sollwert anschließend für die erste Sollwertsänderungsbegrenzung
mit der ersten Zeitkonstanten gefiltert werden.
[0030] Das Ausführungsbeispiel wurde vorstehend anhand eines als Drosselklappe ausgebildeten
Stellgliedes 1 beschrieben. Die Erfindung lässt sich in entsprechender Weise auf beliebige
elektrisch angesteuerte Stellglieder anwenden, beispielsweise auch auf eine Ladungsbewegungsklappe,
ein Abgasrückführungsventil, ein Bypass-Ventil für einen Kompressor, usw. Weiterhin
ist die Anwendung des Stellgliedes 1 auf eine Brennkraftmaschine oder ein Kraftfahrzeug
nicht beschränkt, sondern kann für beliebige Anwendungen vorgesehen sein, in denen
durch Veränderung der Position eines Stellgliedes ein Massenstrom beeinflusst werden
kann.
[0031] Im Vorstehenden wurde eine Tiefpassfilterung mit unterschiedlichen Filterzeitkonstanten
verwendet, um die Änderung des Sollwertes unterschiedlich zu begrenzen. Die Erfindung
ist aber nicht auf die Verwendung einer Filterung für die Sollwertänderungsbegrenzung
beschränkt. Eine Sollwertänderungsbegrenzung kann auch durch Berechnung eines Gradienten
des zeitlichen Sollwertverlaufs und dessen Vergleich mit einem vorgegebenen Grenzwert
erfolgen. Unterschreitet-der-Gradientbetragsmäßig den vorgegebenen Grenzwert, so findet
keine Sollwertänderungsbegrenzung statt, andernfalls wird die Sollwertänderung auf
den vorgegebenen Grenzwert beschränkt. Unterschiedliche Sollwertänderungsbegrenzungen
können dann durch unterschiedliche Grenzwerte in entsprechender Weise realisiert werden.
Andere, dem Fachmann bekannte Verfahren zur Sollwertänderungsbegrenzung können zur
Realisierung der Erfmdung in entsprechender Weise eingesetzt werden.
[0032] Durch zwei unterschiedlich gewählte vorgegebene Grenzwerte lassen sich zwei unterschiedliche
Sollwertänderungsbegrenzungen realisieren, wobei die eine schwächer als die andere
ist. Eine schwächere Sollwertänderungsbegrenzung ergibt sich dabei durch den größeren
vorgegebenen Grenzwert für die Sollwertänderungsbegrenzung. In diesem Fall ist ein
größerer Sollwertänderungsbetrag möglich. Die Begrenzung der Sollwertänderung ist
somit geringer.
[0033] Erfindungsgemäß kann es vorgesehen sein, dass die erste und die zweite Sollwertänderungsbegrenzung,
im vorstehend beschriebenen Beispiel also die Tiefpassfilterung mit der ersten und
der zweiten vorgegebenen Filterzeitkonstanten nur dann durchgeführt wird, wenn der
erste vorgegebene Sollwert Soll 1 zwischen dem unteren Anschlag 45 des Stellgliedes
1 und dem dem unteren Anschlag 45 zugeordneten vorgegebenen Schwellwert SW liegt.
Dabei kann der erste vorgegebene Sollwert Soll 1 auch dem unteren Anschlag 45 wie
in Figur 3 dargestellt entsprechen. Liegt der erste vorgegebene Sollwert Soll 1 oberhalb
des vorgegebenen Schwellwertes SW, so kann auf eine Sollwertänderungsbegrenzung oder
Filterung auch verzichtet werden. Das selbe gilt, wenn der erste vorgegebene Sollwert
Soll1 dem vorgegebenen Schwellwert SW entspricht. In diesem Fall kann allerdings auch
wie in Figur 3 dargestellt die Tiefpassfilterung mit einer einzigen Filterzeitkonstanten
gemäß dem dritten Sollwertverlauf 125 durchgeführt werden. Im Beispiel nach Figur
3 ist dabei die zweite Filterzeitkonstante Z2=35ms gewählt worden.
[0034] Im vorstehend beschriebenen Beispiel wurde der untere Anschlag 45 des Steuergliedes
1 betrachtet. In entsprechend gespiegelter Weise lässt sich das beschriebene erfindungsgemäße
Verfahren und die beschriebene erfindungsgemäße Vorrichtung auch auf den oberen Anschlag
des Stellgliedes 1 anwenden, wobei dann der Ausgang des ersten Vergleichsgliedes 75
gesetzt wird, wenn Q1 größer als Null ist und der Ausgang des ersten Vergleichsgliedes
75 andernfalls zurückgesetzt wird. Weiterhin wird in diesem Fall der Ausgang des zweiten
Vergleichsgliedes 35 gesetzt, wenn Q1>Q2 und andernfalls wird der Ausgang des zweiten
Vergleichsgliedes 35 zurückgesetzt. Aus dem Maximalauswahlglied 95 in Figur 2 wird
in diesem Fall ein Minimalauswahlglied. Im Übrigen lässt sich das Funktionsdiagramm
nach Figur 2 auch für diesen Fall des oberen Anschlags verwenden. Dabei liegt der
vorgegebene Schwellwert SW für den oberen Anschlag beispielsweise zwischen 90 und
91 Prozent der Position des Stellgliedes 1 gemäß Figur 3 und der obere Anschlag entspricht
der Position 100 Prozent des Stellgliedes 1. Auch hier kann wiederum der zweite vorgegebene
Sollwert Soll2 gleich dem vorgegebenen Schwellwert gewählt werden.
1. Verfahren zum Ansteuern eines Stellgliedes (1) mit einem Sollwertverlauf für eine
Stellung des Stellgliedes (1) auf einen ersten Sollwert (5),
wobei der Sollwertverlauf für die Stellung des Stellgliedes (1) auf den ersten Sollwert
(5) gemäß einer ersten Sollwertänderungsbegrenzung begrenzt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Erreichen des ersten Sollwertes (5) durch den Sollwertverlauf zunächst ein zweiter
Sollwert (10) vorgegeben wird,
dass der Sollwertverlauf für die Stellung des Stellgliedes (1) auf den zweiten Sollwert
(10) gemäß einer zweiten Sollwertänderungsbegrenzung begrenzt wird, und
dass dann, wenn die Änderung des Sollwertverlaufs zum ersten Sollwert (5) mit der ersten
Sollwertänderungsbegrenzung betragsmäßig größer wäre als die Änderung des Sollwertverlaufs
zum zweiten Sollwert (10) mit der zweiten Sollwertänderungsbegrenzung, für den Sollwertverlauf
der erste Sollwert (5) vorgegeben wird und der Sollwertverlauf für die Stellung des
Stellgliedes (1) auf den ersten Sollwert (5) gemäß der ersten Sollwertänderungsbegrenzung
begrenzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Sollwertänderungsbegrenzung nur dann durchgeführt wird,
wenn der erste Sollwert (5) zwischen einem Anschlag (45) des Stellgliedes (1) und
einem dem Anschlag (45) zugeordneten vorgegebenen Schwellwert liegt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite vorgegebene Sollwert (10) gleich dem vorgegebenen Schwellwert gewählt
wird.
4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Sollwertänderungsbegrenzung schwächer als die erste Sollwertänderungsbegrenzung
gewählt wird.
5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Änderung des Sollwertverlaufs für die erste Sollwertänderungsbegrenzung mit einer
ersten Zeitkonstanten gefiltert wird und dass die Änderung des Sollwertverlaufs für
die zweite Sollwertänderungsbegrenzung mit einer zweiten Zeitkonstanten gefiltert
wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Zeitkonstante größer als die zweite Zeitkonstante gewählt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine der beiden Sollwertänderungsbegrenzungen mittels einer Rampenfunktion und die
andere der beiden Sollwertänderungsbegrenzungen durch Filterung durchgeführt wird.
8. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Sollwert (10) weiter von einem Anschlag (45) des Stellgliedes (1) beabstandet
gewählt wird, als der erste Sollwert (5).
9. Vorrichtung (15) zum Ansteuern eines Stellgliedes (1) mit einem Sollwertverlauf für
eine Stellung des Stellgliedes (1),
wobei erste Vorgabemittel (20) zur Vorgabe eines ersten Sollwertes (5) für den Sollwertverlauf
für eine Stellung des Stellgliedes (1) vorgesehen sind,
wobei erste Begrenzungsmittel (30) zur Begrenzung einer Änderung des Sollwertverlaufs
für die Stellung des Stellgliedes (1) auf den ersten Sollwert (5) gemäß einer ersten
Sollwertänderungsbegrenzung vorgesehen sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass zweite Vorgabemittel (25) vorgesehen sind, die zum Erreichen des ersten Sollwertes
(5) durch den Sollwertverlauf zunächst einen zweiten Sollwert (10) vorgeben,
dass zweite Begrenzungsmittel (30) zur Begrenzung einer Änderung des Sollwertverlaufs
für die Stellung des Stellgliedes (1) auf den zweiten Sollwert (10) gemäß einer zweiten
Sollwertänderungsbegrenzung vorgesehen sind,
dass Prüfmittel (35) vorgesehen sind, die prüfen, ob die Änderung des Sollwertverlaufs
zum ersten Sollwert (5) mit der ersten Sollwertänderungsbegrenzung betragsmäßig größer
wäre als die Änderung des Sollwertverlaufs zum zweiten Sollwert (10) mit der zweiten
Sollwertänderungsbegrenzung und dass in diesem Fall die ersten Vorgabemittel (20)
für den Sollwertverlauf den ersten Sollwert (5) vorgeben und die ersten Begrenzungsmittel
(30) die Änderung des Sollwertverlaufs für die Stellung des Stellgliedes (1) auf den
ersten Sollwert (5) gemäß der ersten Sollwertänderungsbegrenzung begrenzen.
1. Method for triggering an actuator (1) having a setpoint value profile for setting
the actuator (1) to a first setpoint value (5),
wherein the setpoint value profile for setting the actuator (1) to the first setpoint
value (5) is limited in accordance with a first setpoint value change limitation,
characterized
in that, in order to obtain the first setpoint value (5) by means of the setpoint value profile,
a second setpoint value (10) is firstly predefined,
in that the setpoint value profile for setting the actuator (1) is limited to the second
setpoint value (10) in accordance with a second setpoint value change limitation,
and
in that, when the change in the setpoint value profile with respect to the first setpoint
value (5) with the first setpoint value change limitation would be larger in absolute
terms than the change in the setpoint value profile with respect to the second setpoint
value (10) with the second setpoint value change limitation, the first setpoint value
(5) is predefined for the setpoint value profile, and the setpoint value profile for
setting the actuator (1) is limited to the first setpoint value (5) in accordance
with the first setpoint value change limitation.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the first and second setpoint value change limitations are carried out only when
the first setpoint value (5) is between a stop (45) of the actuator (1) and a predefined
threshold value assigned to the stop (45).
3. Method according to Claim 2, characterized in that the second predefined setpoint value (10) is selected to be equal to the predefined
threshold value.
4. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the second setpoint value change limitation is selected to be weaker than the first
setpoint value change limitation.
5. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the change in the setpoint value profile for the first setpoint value change limitation
is filtered with a first time constant, and in that the change in the setpoint value profile for the second setpoint value change limitation
is filtered with a second time constant.
6. Method according to Claim 5, characterized in that the first time constant is selected to be larger than the second time constant.
7. Method according to one of Claims 1 to 4, characterized in that one of the two setpoint value change limitations is carried out by means of a ramp
function, and the other of the two setpoint value change limitations is carried out
by means of filtering.
8. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the second setpoint value (10) is selected to be at a further distance from a stop
(45) of the actuator (1) than the first setpoint value (5).
9. Device (15) for triggering an actuator (1) having a setpoint value profile for setting
the actuator (1),
wherein first predefining means (20) are provided for predefining a first setpoint
value (5) for the setpoint value profile for setting the actuator (1),
wherein first limiting means (30) are provided for limiting a change in the setpoint
value profile for setting the actuator (1) to the first setpoint value (5) in accordance
with a first setpoint value change limitation,
characterized
in that second predefining means (25) are provided which, in order to obtain the first setpoint
value (5) by means of the setpoint value profile, firstly predefine a second setpoint
value (10),
in that second limiting means (30) are provided for limiting a change in the setpoint value
profile for setting the actuator (1) to the second setpoint value (10) in accordance
with a second setpoint value change limitation,
in that checking means (35) are provided which check whether the change in the setpoint value
profile with respect to the first setpoint value (5) with the first setpoint value
change limitation would be larger in absolute terms than the change in the setpoint
value profile with respect to the second setpoint value (10) with the second setpoint
value change limitation, and in that in this case the first predefining means (20)
predefine the first setpoint value (5) for the setpoint value profile, and the first
limiting means (30) limit the change in the setpoint value profile for setting the
actuator (1) to the first setpoint value (5) in accordance with the first setpoint
value change limitation.
1. Procédé de commande d'un organe de réglage (1) qui présente une évolution de la valeur
de consigne pour régler l'organe de réglage (1) à une première valeur de consigne
(5),
l'évolution de la valeur de consigne étant limitée par une première limitation de
la variation de la valeur de consigne pour le réglage de l'organe de réglage (1) à
la première valeur de consigne (5),
caractérisé en ce que
pour atteindre la première valeur de consigne (5) par l'évolution de la valeur de
consigne, une deuxième valeur de consigne (10) est d'abord prédéterminée,
en ce que l'évolution de la valeur de consigne pour le réglage de l'organe de réglage (1) à
la deuxième valeur de consigne (10) est limitée par une deuxième limitation de variation
de la valeur de consigne et
en ce que lorsque la modification de l'évolution de la valeur de consigne vers la première
valeur de consigne (5) avec la première limitation de variation de la valeur de consigne
a une valeur plus grande que la modification de l'évolution de la valeur de consigne
vers la deuxième valeur de consigne (10) avec la deuxième limitation de variation
de la valeur de consigne, c'est la première valeur de consigne (5) qui est prédéterminée
pour l'évolution de la valeur de consigne et l'évolution de la valeur de consigne
pour le réglage de l'organe de réglage (1) à la première valeur de consigne (5) est
limitée par la première limitation de variation de la valeur de consigne.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la première et la deuxième limitation de la variation de la valeur de consigne ne
sont exécutées que si la première valeur de consigne (5) est située entre une butée
(45) de l'organe de réglage (1) et une valeur de seuil prédéterminée associée à la
butée (45).
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que la deuxième valeur de consigne prédéterminée (10) est égale à la valeur de consigne
prédéterminée.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la deuxième limitation de la variation de la valeur de consigne est moins stricte
que la première limitation de la variation de la valeur de consigne.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la modification de l'évolution de la valeur de consigne avec la première limitation
de la variation de la valeur de consigne est filtrée par une première constante de
temps et en ce que la variation de l'évolution de la valeur de consigne avec la deuxième limitation
de la variation de la valeur de consigne est filtrée par une deuxième constante de
temps.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que la première constante de temps est plus grande que la deuxième constante de temps.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'une des deux limitations de la variation de la valeur de consigne est réalisée au
moyen d'une fonction en pente et en ce que l'autre des deux limitations de la variation de la valeur de consigne est réalisée
par filtrage.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la deuxième valeur de consigne (10) est plus éloignée d'une butée (45) de l'organe
de réglage (1) que la première valeur de consigne (5).
9. Dispositif (15) de commande d'un organe de réglage (1) avec une évolution de la valeur
de consigne pour le réglage de l'organe de réglage (1), dans lequel
des premiers moyens de définition (20) qui définissent une première valeur de consigne
(5) de l'évolution de la valeur de consigne sont prévus pour le réglage de l'organe
de réglage (1),
des premiers moyens de limitation (30) qui limitent la modification de l'évolution
de la valeur de consigne pour le réglage de l'organe de réglage (1) à la première
valeur de consigne (5) avec une première limitation de la variation de la valeur de
consigne sont prévus,
caractérisé en ce que
le dispositif présente des deuxièmes moyens de définition (25) qui définissent d'abord
une deuxième valeur de consigne (10) pour atteindre la première valeur de consigne
(5) par l'évolution de la valeur de consigne,
en ce que des deuxièmes moyens de limitation (30) qui limitent la modification de l'évolution
de la valeur de consigne pour le réglage de l'organe de réglage (1) à la deuxième
valeur de consigne (10) avec une deuxième limitation de la variation de la valeur
de consigne sont prévus,
en ce que des moyens de vérification (35) qui vérifient si la modification de l'évolution de
la valeur de consigne vers la première valeur de consigne (5) avec la première limitation
de la variation de la valeur de consigne a une valeur supérieure à la modification
de l'évolution de la valeur de consigne vers la deuxième valeur de consigne (10) avec
la deuxième limitation de la variation de la valeur de consigne et
en ce que dans ce cas, les premiers moyens de définition (20) définissent la première valeur
de consigne (5) pour l'évolution de la valeur de consigne et en ce que les premiers moyens de limitation (30) limitent la modification de l'évolution de
la valeur de consigne pour le réglage de l'organe de réglage (1) à la première valeur
de consigne (5) avec la première limitation de la variation de la valeur de consigne.