[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Walzwerk, insbesondere ein Dreiwalzwerk, zur Zerkleinerung
und Homogenisierung viskoser Massen, insbesondere zur Dispergierung und gleichmässigen
Verteilung in einem Bindemittel suspendierter Feststoffpartikel. Ein derartiges Walzwerk
weist mindestens zwei um ihre Längsachsen drehbar gelagerte Walzen auf, wobei die
Drehachse der ersten Walze ortsfest gelagert ist und die Drehachse einer zweiten Walze
bewegbar gelagert ist. Mit mindestens einer Pressvorrichtung erfolgt eine Pressung
mindestens einer Walze gegen die andere.
[0002] Ein derartiges Walzwerk ist prinzipiell aus der
US-A-4,603,815 bekannt. Bei diesem Walzwerk ist der Begriff "erste Walze" nicht im Sinne der Förderrichtung
des Mahlgutes zu verstehen, sondern im Sinne von "oberster Walze", da es sich hier
um ein Vier oder Fünfwalzwerk handelt, bei dem allerdings die unterste Walze, welche
vom Mahlgut als erste erreicht wird, beweglich, nämlich im Sinne einer Verschränkung
(und nicht auf die jeweilige Nachbarwalze zu) gelagert ist. Unter "Verschränkung ist
die Schiefstellung der Achse einer Walze relativ zur Achse der Nachbarwalze zu verstehen,
um so eine Walzenbombierung zu imitieren, ohne eine solche Bombierung (mit viel Schleifarbeit)
ausführen zu müssen, wobei sich der positive Effekt ergibt, dass bei verstellbarer
Verschränkung diese an wechselnde Drücke der Pressvorrichtung angepasst werden kann.
Die Verschränkung hat den Sinn, eine gleichmässige Anlage der benachbarten Walzen
aneinander zu bewirken.
[0003] Bei diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Walzwerk
der eingangs genannten Grundbauart bereitzustellen, das eine Verbesserung der Produktqualität
ermöglicht und dabei durch bessere Mahlarbeit Produktinhomogenitäten vermeidet.
[0004] Die Vermeidung von Produktinhomogenitäten, z.B. durch undispergiertes Überkorn, wird
durch ein Walzwerk mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst. In der Praxis hat die
hintere Walze, bzw. die für die Produktabnahme bestimmte Abnahmewalze eine kürzere
axiale Prozesslänge als die mittlere Walze und ist bezüglich der mittleren Walze axial
derart angeordnet, dass die Enden der Prozesslänge der mittleren Walze (bei einem
Dreiwalzwerk) über die Enden der Prozesslänge der hinteren Walze bzw. Abnahmewalze
beiderseits axial hinausragen. Dies hat den Vorteil, dass beim Betrieb des Walzwerkes
ungeriebens oder nur unzulänglich geriebenes, d.h. zu grobes Produkt, nicht von der
mittleren Walze auf die hintere Walze bzw. Abnahmewalze gelangt. Durch diese Massnahme
lässt sich daher eine Verbesserung der Produktqualität, d.h. eine einheitlichere Produkt-Feinheit
erzielen, undefinierte Randeffekte werden vermieden.
[0005] Vorzugsweise sind die Walzenoberflächen bzw. Prozessflächen aus einem metallfreien
Keramikmaterial gebildet, wobei die Walzen vorzugsweise einen auf einen hohlen Metallzylinder
aufgepassten Keramikzylinder aufweisen. Dadurch wird jegliche metallische Verunreinigung
des Produktes während der Zerkleinerung aufgrund von Walzenabausgeschlossen. Dies
ist besonders wichtig bei der Verarbeitung von Pasten für Anwendungen in der Elektronik
und für die Herstellung von Isolatorkörpern auf Basis von Feinkeramik.
[0006] Bei einer besonders vorteilhaften Ausführung der vorliegenden Erfindung handelt es
sich bei dem erfindungsgemässen Walzwerk um ein sog. "Dreiwalzwerk" mit drei parallel
aneinanderliegenden Walzen. Die Drehachse der mittleren Walze ist dabei ortsfest gelagert,
während die Drehachse der vorderen Walze bzw. Aufgabewalze und die Drehachse der hinteren
Walze bzw. Abnahmewalze bewegbar gelagert sind. Hierfür besitzt es eine vordere mechanisch-pneumatische
Pressvorrichtung zum Pressen der vorderen Walze gegen die mittlere Walze sowie eine
hintere mechanisch-pneumatische Pressvorrichtung zum Pressen der hinteren Walze gegen
die mittlere Walze. Somit stehen zwei Walzenspalte zur Verfügung. Durch Einstellen
des Spaltabstands, der Differenzgeschwindigkeit und des Drucks im jeweiligen Spalt
lassen sich für die beiden Walzenspalte somit die Betriebsbedingungen unabhängig einstellen.
[0007] In weiterer Lösung der Aufgabe, insbesondere der Teilaufgabe einer verbesserten Kühlwirkung
sind bei dem Walzwerk bzw. Dreiwalzwerk eine erste Ebene, welche durch die Drehachse
der vorderen Walze bzw. Aufgabewalze und durch die Drehachse der mittleren Walze definiert
ist, und eine zweite Ebene, welche durch die Drehachse der mittleren Walze und durch
die Drehachse der hinteren Walze bzw. Abnahmewalze definiert ist, um einen Winkel
zwischen etwa 10° und maximal 90° zueinander geneigt, wobei insbesondere die erste
Ebene horizontal verläuft, während die zweite Ebene schräg nach oben verläuft (in
Seitenansicht L-förmige Anordnung der Walzen). Vorzugsweise beträgt der Winkel 30°
bis 60° und besonders bevorzugt etwa 45°. Dadurch wird erreicht, dass das als viskose
Masse vorliegende Produkt mit den in ihm verteilten Feststoffpartikeln (z.B. Pigmente)
während seines Durchlaufs durch das Walzwerk länger gekühlt wird als bei einer Anordnung,
bei der die Drehachsen der vorderen, der mittleren und der hinteren Walze in einer
Ebene liegen.
[0008] Eine solche Anordnung ergibt eine grössere Verweildauer des Produktes auf kühlen
Oberfläche der Walzen.
[0009] Zweckmässigerweise werden die Walzen von innen gekühlt. Dies ist z.B. bei der Verarbeitung
organischer Pigmente, insbesondere bei einigen Gelbpigmenten wichtig.
[0010] Vorzugsweise werden sowohl die vordere Walze als auch die hintere Walze mittels einer
mechanisch-pneumatischen Pressvorrichtung gegen die mittlere Walze gepresst. Dies
ermöglicht eine Einstellung des vorderen und des hinteren Walzenspalts. Vorzugsweise
weist die mechanisch-pneumatische Pressvorrichtung eine Regelung zur Spalteinstellung
auf. Da der Kraftwandler, wie weiter oben erläutert, eine "Kraftübersetzung" und eine
"Weguntersetzung" ermöglicht, kann die relativ schwache Kraft einer Pneumatik zum
Zwecke der Walzenpressung vervielfältigt werden und gleichzeitig die von der Pneumatik
vorgegebene Genauigkeit für die Spalteinstellung stark erhöht werden.
[0011] Zweckmässigerweise liegt an der Abnahmewalze ein Abstreifer an, über den die zerkleinerte
homogenisierte Masse abgestreift wird, wobei auch der Abstreifer vorzugsweise aus
einem metallfreien Material, insbesondere aus einem Keramikmaterial oder aus einem
Polymermaterial besteht. Dadurch wird auch jegliche metallische Verunreinigung des
Produktes während seiner Abstreifung von der Abnahmewalze aufgrund von Abstreiferabrieb
ausgeschlossen.
[0012] Vorzugsweise ist zumindest der Einzugsbereich des Walzwerks durch ein Verdeck abgedeckt.
Dies verhindert, dass ungewollte Verunreinigungen aus der Fabrikhalle in das Produkt
gelangen und umgekehrt auch, dass keine ungewollten flüchtigen Produktbestandteile
in die Luft der Fabrikhalle gelangen. Man verbessert somit einerseits die "Produkthygiene"
und andererseits die "Arbeitsplatzhygiene".
[0013] Vorzugsweise ist der Raum unter dem Verdeck mit einem Gasabzug verbunden. Dadurch
können z.B. in Lösungsmittel des Produktes enthaltene flüchtige Substanzen von der
Luft einer Fabrikhalle fern gehalten werden.
[0014] Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung ergeben sich
aus der nun folgenden Beschreibung nicht einschränkend aufzufassender Ausführungsbeispiele
der Erfindung, wobei:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht eines ersten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemässen
Walzwerks ist;
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf die Walzen des ersten Ausführungsbeispiels in Fig. 1 ist;
- Fig. 3
- eine der Fig. 1 entsprechende schematische Seitenansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels
ist; und
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf die Walzen des zweiten Ausführungsbeispiels in Fig. 3 ist.
[0015] Ein erstes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Walzwerks ist in Fig. 1 und
in Fig. 2 gezeigt. Das hier gezeigte Dreiwalzwerk enthält drei Walzen 1, 2, 3, die
parallel zueinander ausgerichtet und alle in einer Ebene E angeordnet sind. Mit anderen
Worten sind die Drehachse A1 der vorderen Walze 1, die Drehachse A2 der mittleren
Walze 2 und die Drehachse A3 der hinteren Walze 3 parallel zueinander (siehe Fig.
2) und liegen allesamt in ein und derselben Ebene E. In der Betriebsstellung werden
die vordere Walze 1 und die hintere Walze 3 mittels einer vorderen Pressvorrichtung
4 bzw. mittels einer hinteren Pressvorrichtung 5 jeweils gegen die mittlere Walze
2 gepresst, deren Drehachse A2 ortsfest gelagert ist. Die vordere Walze 1 und die
hintere Walze 3 sind beweglich gelagert, d.h. ihre Drehachsen A1 bzw. A3 können um
eine Schwenkachse D3 verschwenkt werden. Die Mantelflächen der Walzen 1, 2, 3 stellen
jeweils die Walzen-Prozessfläche S1, S2, S3 dar, die mit dem zu verarbeitenden Produkt
in Berührung kommen. Zwischen der Prozessfläche S1 der vorderen Walze 1 und der Prozessfläche
S2 der mittleren Walze 2 entsteht im Betrieb durch das zwischen den gegeneinander
gepressten Walzen 1 und 2 hindurchtretende Produkt ein Walzenspalt. Ebenso wird zwischen
der Prozessfläche S3 der hinteren Walze 3 und der Prozessfläche S2 der mittleren Walze
2 im Betrieb durch das zwischen den gegeneinander gepressten Walzen 2 und 3 hindurchtretende
Produkt ein Walzenspalt gebildet.
[0016] Die vordere Pressvorrichtung 4 und die hintere Pressvorrichtung 5 weisen jeweils
einen Kraftwandler 6 und einen Pneumatikantrieb 7 auf. Bei dem in Fig. 1 gezeigten
ersten Ausführungsbeispiel ist der Kraftwandler ein Kniehebel 6, der aus einem ersten
Hebel 6A und einem zweiten Hebel 6B gebildet ist, während der Pneumatikantrieb 7 durch
einen Pneumatikzylinder 7A und einen Pneumatikkolben 7B gebildet ist. Der Kraftfluss
der Pressvorrichtungen 4 und 5 geht von dem in dem Pneumatikzylinder 7A gelagerten
Pneumatikkolben 7B aus, der über eine Kolbenstange mit dem ersten Hebel 6A an einer
Gelenkachse D1 angelenkt ist. Der erste Hebel 6A ist an einer zweiten Gelenkachse
D2 an dem zweiten Hebel 6B angelenkt, der wiederum an einer Schwenkachse D3 angelenkt
ist und jeweils eine verschwenkbare Aufhängung und Lagerung der vorderen Walze 1 und
der hinteren Walze 3 bildet.
[0017] Der als Kraftwandler 6 und Walzenaufhängung dienende Kniehebel 6A, 6B bewirkt je
nach Dimensionierung und Orientierung der Hebel 6A und 6B eine Steigerung der pneumatischen
Kraft des Pneumatikantriebs 7 um einen Faktor von etwa 20 bis 50, wobei diese vergrösserte
Kraft zur Walzenpressung verwendet wird. Dadurch wird eine ausreichend starke Walzenpressung
auch mit einem Pneumatikantrieb 7 ermöglicht. Andererseits bewirkt dieser Kraftwandler
6 eine Verringerung des durch den Pneumatikantrieb 7 zurückgelegten Hubes um einen
Faktor von etwa 1/50 bis 1/20, wobei dieser verkleinerte Hub zur Spalteinstellung
verwendet wird.
[0018] Die Walzen 1, 2 und 3 werden durch (nicht gezeigte) Übertriebe oder Getriebe durch
den Motor M angetrieben. Der Walzenblock 1, 2, 3 und der Motorblock M sind von einem
Gehäuse G umgeben.
[0019] Fig. 2 ist eine Draufsicht auf die Walzen 1, 2, 3 des in Fig. 1 gezeigten ersten
Ausführungsbeispiels des erfindungsgemässen Walzwerks. Man sieht, dass die vordere
Walze bzw. Aufgabewalze 1 und die mittlere Walze 2 beide dieselbe Prozesslänge L1.=
L2 haben, während die hintere Walze bzw. Abnahmewalze 3 zwecks Vermeidung von undefinierten
Randeffekten eine deutlich kürzere Prozesslänge L3 < L2 hat. Die hintere Walze 3 ist
bezüglich der mittleren Walze 2 axial derart angeordnet, dass die Enden der Prozesslänge
L2 der mittleren Walze 2 über die Enden der Prozesslänge L3 der hinteren Walze 3 beiderseits
axial hinausragen. Dadurch wird gewährleistet, dass beim Betrieb des Dreiwalzwerks
ungeriebenes oder nur unzulänglich geriebenes Produkt von der mittleren Walze 2 nicht
auf die hintere Walze 3 gelangt, wodurch sich eine deutliche Verbesserung der Produktqualität
erzielen lässt.
[0020] Ein zweites Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Walzwerks ist in Fig. 3 und
in Fig. 4 gezeigt.
[0021] Sämtliche in Fig. 3 und Fig. 4 gezeigte Elemente des zweiten Ausführungsbeispiels,
die mit den in Fig. 1 und in Fig. 2 gezeigten Elementen des ersten Ausführungsbeispiels
identisch sind oder ihnen entsprechen, tragen die um einen Strich ergänzten Bezugszeichen
des entsprechenden Elements aus Fig. 1 oder Fig. 2. Die Erklärung der Funktion dieser
Elemente des zweiten Ausführungsbeispiels wird hier nicht wiederholt. Ausserdem sind
die vordere Pressvorrichtung 4' und die hintere Pressvorrichtung 5' mit ihrem jeweiligen
Kraftwandler 6' und Pneumatikantrieb 7' nur schematisch angedeutet.
[0022] Die anderen Bezugszeichen in Fig. 3 und in Fig. 4, die von dem ersten Ausführungsbeispiel
abweichende Elemente des zweiten Ausführungsbeispiels zeigen, weisen keinen Strich
auf. Ihre Funktion und Bedeutung wird im folgenden erläutert.
[0023] Der wesentliche Unterschied zwischen dem ersten Ausführungsbeispiel (Fig. 1 und Fig.
2) und dem zweiten Ausführungsbeispiel (Fig. 3 und Fig. 4) besteht darin, dass das
hier gezeigte Dreiwalzwerk drei Walzen 1', 2', 3' enthält, die zwar parallel zueinander
ausgerichtet sind, aber nicht alle in ein und derselben Ebene angeordnet sind. Vielmehr
sind die Drehachse A1' der vorderen Walze 1' und die Drehachse A2' der mittleren Walze
2' in einer ersten Ebene E1 angeordnet, während die Drehachse A3' der hinteren Walze
3' und die Drehachse A2' der mittleren Walze 2' in einer zweiten Ebene E2 angeordnet
sind, die zur ersten Ebene E1 einen Winkel von etwa 45° bildet. Diese Anordnung der
drei Walzen 1', 2', 3' ermöglicht, dass das als viskose Masse vorliegende Produkt
mit den in ihm verteilten Feststoffpartikeln (z.B. Pigmente) während seines Durchlaufs
durch das Walzwerk länger und somit stärker gekühlt werden kann als bei einer Anordnung,
bei der die Drehachsen der vorderen, der mittleren und der hinteren Walze in einer
Ebene liegen.
[0024] Fig. 4 ist eine Draufsicht auf die Walzen 1', 2', 3' des in Fig. 3 gezeigten zweiten
Ausführungsbeispiels des erfindungsgemässen Walzwerks. Auch hier haben die vordere
Walze bzw. Aufgabewalze 1' und die mittlere Walze 2' beide dieselbe Prozesslänge L1'
= L2', während die hintere Walze bzw. Abnahmewalze 3' eine deutlich kürzere Prozesslänge
L3' < L2' hat. Die hintere Walze 3' ist ebenfalls bezüglich der mittleren Walze 2'
axial derart angeordnet, dass die Enden der Prozesslänge L2' der mittleren Walze 2'
über die Enden der Prozesslänge L3' der hinteren Walze 3' beiderseits axial hinausragen.
Wie bereits erläutert, wird dadurch gewährleistet, dass beim Betrieb des Dreiwalzwerks
kein ungeriebenes oder nur unzulänglich geriebenes Produkt von der mittleren Walze
2' auf die hintere Walze 3' gelangt, wodurch die Produktqualität verbessert wird.
[0025] Der Weg, den das Produkt bei seinem Durchlauf durch das Walzwerk gemäss dem zweiten
Ausführungsbeispiel zurücklegt, ist um die beiden zusätzlichen Kreisbogenlängen an
den Oberflächen S2' und S3' der Walzen 2' und 3' mit Radius R erhöht, die sich durch
den Winkel γ zwischen der Ebene E1 und der Ebene E2 ergeben, d.h. ein zusätzlicher
Weg gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel (Fig. 1 ) um 2 x γ x R.
[0026] Ein Aufgabetrichter bzw. Produkttrog 8 mit Aufsetzkeilen, die sich beiderseits von
dem Einzugsbereich erstrecken, ist über dem Bereich des Einzugsspaltes zwischen der
vorderen Walze 1' und der mittleren Walze 2' angeordnet. Dieser Produkttrog erhöht
mit seinen zusätzlich zu den üblichen Keilabdichtungen vorgesehenen Aufsetzkeilen
die Dichtigkeit und gewährleistet somit einen geringeren seitlichen Produktverlust.
[0027] Ein Abstreifer 9 mit einem Abstreifermesser dient zur Abnahme des Produktes von der
hinteren Walze 3'. Der Abstreifer 9 ist mit einer automatischen Messer-Nachstellung
ausgestattet, die über eine SPS-Steuerung angesteuert wird.
[0028] Sowohl bei dem ersten als auch bei dem zweiten Ausführungsbeispiel können die Walzenflächen
bzw. Walzen-Prozessflächen S1, S2, S3 bzw. S1', S2', S3' aus Keramikmaterial bestehen.
Der in Fig. 3 gezeigte Abstreifer 9 kann ebenfalls aus Keramikmaterial oder aus Polymermaterial
bestehen. Diese oder andere metallfreie Materialien für die Walzen-Prozessflächen
und das Abstreifermesser sind insbesondere für die Verarbeitung von Pasten für die
Elektronikindustrie von Interesse.
[0029] Die Keramikwalzen sind am Ende der Walzen-Prozesslänge abgerundet.
[0030] Der Pneumatikantrieb 7 arbeitet z.B. mit Drücken von bis zu 4 bar, die mittels des
Kraftwandlers 6 auf die geforderten Liniendrücke in den Walzenspalten zu kommen. Der
Kraftwandler 6 ermöglicht eine Erhöhung der durch die Walzen-Pressvorrichtungen 4,
5 auf die Walzen einwirkende Presskraft um einen Faktor von etwa 10 bis etwa 80. Entsprechend
wird durch die Verkleinerung des vom Pneumatikantrieb 7 vorgegebenen Hubes mittels
des Kraftwandlers die Genauigkeit der Spalteinstellung um denselben Faktor erhöht.
[0031] Die Walzen weisen einen Durchmesser von 300 mm auf und die hintere Walze 3, 3' ist
um etwa 4 mm bis 5 mm kürzer als die mittlere Walze 2, 2'. Dadurch wird erreicht,
dass der Abstreifer 9 nur geriebenes Produkt von der hinteren Walze 3' abstreift.
Bezugszeichen
[0032]
- 1, 1'
- vordere Walze / Aufgabewalze
- 2, 2'
- Walze mit ortsfester Drehachse / mittlere Walze
- 3, 3'
- hintere Walze / Abnahmewalze
- 4, 4'
- , vordere Pressvorrichtung
- 5, 5'
- hintere Pressvorrichtung
- 6, 6'
- Kraftwandler
- 6A, 6B
- erster Hebel, zweiter Hebel
- 7A
- Pneumatikzylinder
- 7B
- Pneumatikkolben
- 7, 7'
- Pneumatikantrieb
- 8
- Aufgabetrichter
- 9
- Abstreifer
- A1, A1'
- Drehachse
- A2, A2'
- Drehachse
- A3, A3'
- Drehachse
- D1, D1'
- Gelenkachse
- D2, D2'
- Gelenkachse
- D3, D3'
- Schwenkachse
- E1, E1'
- erste Ebene
- E2, E2'
- zweite Ebene
- F, F'
- Pfeil / Blickrichtung für Fig. 2 bzw. Fig.4
- G, G'
- Gehäuse
- L1, L1'
- Walzen-Prozesslänge
- L2, L2'
- Walzen-Prozesslänge
- L3, L3'
- Walzen-Prozesslänge
- M, M'
- Motor
- S1, S1'
- Walzen-Prozessfläche
- S2, S2'
- Walzen-Prozessfläche
- S3, S3'
- Walzen-Prozessfläche
1. Walzwerk zur Zerkleinerung und Homogenisierung viskoser Massen, insbesondere zur Dispergierung
und gleichmässigen Verteilung in einem Bindemittel suspendierter Feststoffpartikel,
mit mindestens zwei um ihre Längsachsen drehbar gelagerten Walzen (1, 2, 3), wobei
die Drehachse einer ersten Walze (2) ortsfest gelagert ist und die Drehachse einer
zweiten Walze (1, 3) bewegbar gelagert ist, und mit mindestens einer Pressvorrichtung
(4, 5) zum Pressen mindestens einer Walze (1, 3) gegen die andere Walze (2), dadurch gekennzeichnet, dass die hintere Walze bzw. die für die Produktabnahme bestimmte Abnahmewalze (3) eine
kürzere axiale Prozesslänge (L3) als die Prozesslänge (L2) der mittleren Walze (2)
hat und bezüglich der mittleren Walze (2) axial derart angeordnet ist, dass die Enden
der Prozesslänge (L2) der mittleren Walze (2) über die Enden der Prozesslänge (L3)
der hinteren Walze bzw. Abnahmewalze (3) beiderseits axial hinausragen.
2. Walzwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzenoberflächen bzw. Prozessflächen (S1, S2, S3) aus einem metallfreien Keramikmaterial
gebildet sind.
3. Walzwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es als Dreiwalzwerk ausgebildet ist und die Walzen in Seitenansicht L-förmig angeordnet
sind.
4. Walzwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzen (1, 2, 3) einen auf einen hohlen Metallzylinder aufgepassten Keramikzylinder
aufweisen.
5. Walzwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet; dass die Walzen (1, 2, 3) von innen gekühlt werden.
6. Walzwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Pressvorrichtung (4, 5) eine mechanisch-pneumatische Pressvorrichtung ist.
7. Walzwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Pressvorrichtung (4, 5) eine Regelung zur Spalteinstellung aufweist.
8. Walzwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die hintere Walze (3) 2 mm bis 10 mm, bevorzugt 3 mm bis 6 mm kürzer ist.
1. A roll mill for comminuting and homogenizing viscous masses, in particular for dispersing
and uniformly distributing solid particle suspended in a binder, with at least two
rollers (1, 2, 3) mounted so that they can rotate around their longitudinal axes,
wherein the rotational axis of a first roller (2) is fixed in place, and the rotational
axis of a second roller (1, 3) is movably mounted, and with at least one pressing
arrangement (4, 5) for pressing at least one roller (1, 3) against the other roller
(2),
characterized in that the rear roller respectively the removal roller (3) intended for product removal
has a shorter axial process length (L3) than the process length (L2) of the central
roller (2), and is axially arranged relative to the central roller (2) in such a way
that the ends of the process length (L2) of the central roller (2) extend axially
beyond the ends of the process length (L3) of the rear roller or removal roller (3)
on both sides.
2. The roll mill according to claim 1, characterized in that the roller surfaces or process surfaces (S1, S2, S3) are formed of a ceramic material
free of metal.
3. The roll mill according to claim 1 or 2, characterized in that it is designed as a three-roll mill, and the rollers are arranged as an L viewed
from the side.
4. The roll mill according to one of claims 1 to 3, characterized in that the rollers (1, 2, 3) exhibit a ceramic cylinder fit onto a hollow metal cylinder.
5. The roll mill according to one of claims 1 to 4, characterized in that the rollers (1, 2, 3) are cooled from the inside.
6. The roll mill according to one of claims 1 to 5, characterized in that the pressing arrangement (4, 5) is a mechanical-pneumatic pressing arrangement.
7. The roll mill according to one of claims 1 to 6, characterized in that the pressing arrangement (4, 5) exhibits a controller for gap adjustment.
8. The roll mill according to one of claims 1 to 7, characterized in that the rear roller (3) is shorter by 2 mm to 10 mm, preferably by 3 mm to 6 mm.
1. Laminoir pour le concassage et l'homogénéisation de masses visqueuses, en particulier
en vue de la dispersion et la répartition homogène de particules solides suspendues
dans un liant, comportant au moins deux cylindres lamineurs (1,2,3) positionnés de
manière rotative autour de leurs axes longitudinaux, dans lequel l'axe de rotation
d'un premier cylindre lamineur (2) est positionné de manière stationnaire et l'axe
de rotation d'un deuxième cylindre lamineur (1,3) est positionné de manière mobile,
et comportant au moins un dispositif de presse (4,5) pour presser au moins un cylindre
lamineur (1,3) contre l'autre cylindre lamineur (2), caractérisé en ce que le cylindre lamineur arrière, respectivement le cylindre lamineur d'enlèvement (3)
prévu pour l'enlèvement du produit a une longueur de traitement (L3) axiale plus courte
que la longueur de traitement (L2) du cylindre lamineur central (2) et est disposé
axialement par rapport au cylindre lamineur central (2), de telle sorte que les extrémités
de la longueur de traitement (L2) du cylindre lamineur central (2) dépassent axialement
des deux côtés par-dessus les extrémités de la longueur de traitement (L3) du cylindre
lamineur arrière, respectivement du cylindre lamineur d'enlèvement (3).
2. Laminoir selon la revendication 1, caractérisé en ce que les surfaces des cylindres lamineurs, respectivement les surfaces de traitement (S1,S2,S3)
sont formées dans un matériau céramique exempt de métal.
3. Laminoir selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que il est configuré comme un laminoir triple et les cylindres lamineurs sont disposés
en forme de L vus de côté.
4. Laminoir selon une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que les cylindres lamineurs (1,2,3) présentent un cylindre céramique enfoncé sur un cylindre
métallique creux.
5. Laminoir selon une des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que les cylindres lamineurs (1,2,3) sont refroidis de l'intérieur.
6. Laminoir selon une des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que le dispositif de presse (4,5) est un dispositif de presse mécanique-pneumatique.
7. Laminoir selon une des revendications 1 à 6,
caractérisé en ce que le dispositif de presse (4,5) présente une unité de réglage pour régler la fente.
8. Laminoir selon une des revendications 1 à 7,
caractérisé en ce que le cylindre lamineur arrière (3) est plus court de 2 mm à 10 mm, de préférence de
3 mm à 6 mm.