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(11) |
EP 1 819 463 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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09.07.2008 Patentblatt 2008/28 |
| (22) |
Anmeldetag: 16.09.2005 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2005/010032 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2006/042603 (27.04.2006 Gazette 2006/17) |
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VERFAHREN ZUR ERHÖHUNG DER LEBENSDAUER DER BREITSEITENWÄNDE EINER VERSTELLKOKILLE
METHOD FOR PROLONGING THE SERVICEABLE LIFE OF THE BROAD SIDE WALLS OF A MOLD
PROCEDE POUR AUGMENTER LA DUREE DE VIE DES PAROIS DE GRANDS COTES D'UNE COQUILLE REGLABLE
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE
SI SK TR |
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Priorität: |
13.10.2004 AT 17072004
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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22.08.2007 Patentblatt 2007/34 |
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Patentinhaber: Siemens VAI Metals Technologies GmbH & Co |
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4031 Linz (AT) |
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Erfinder: |
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- HÖLLER, Herbert
A-4840 Vöcklabruck (AT)
- PÖPPL, Johann
A-4202 Kirchschlag (AT)
- SHAN, Guoxin
A-4020 Linz (AT)
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| (74) |
Vertreter: Peham, Alois |
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Siemens AG
Postfach 22 16 34 80506 München 80506 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 237 629 EP-A- 0 448 752 EP-A- 0 914 888
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EP-A- 0 386 863 EP-A- 0 609 468 DE-A1- 2 340 768
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erhöhung der Lebensdauer der Breitseitenwände
einer von Breitseitenwänden und Schmalseitenwänden gebildeten Verstellkokille in einer
Stranggießanlage zum kontinuierlichen Gießen eines Metallstranges.
[0002] Unter dem Einfluss der heißen Metallschmelze und der sich an den Kokillenwänden in
Gießrichtung zunehmend ausbildenden Strangschale kommt es durch die Relativbewegung
von Kokille und Metallstrang zu Verschleißerscheinungen an den Kokilleninnenwänden.
Dieser Materialverschleiß nimmt in Richtung zur Kokillenausgangsseite stetig zu.
[0003] Um den Verschleiß der zumeist aus Kupfer oder einer Kupferlegierung gebildeten Kokilleninnenwände
zu minimieren, ist es seit langem bekannt, die mit der Metallschmelze und den Strangschalen
in Berührung kommenden Kokilleninnenwände mit den Verschleiß mindernden Schutzschichten
auszustatten. Aus der
EP 924 010 A1 ist es beispielsweise bekannt, eine aus einer aushärtbaren Kupferlegierung bestehende
Kokillenwand mit einer Verschleißschutzschicht aus Chrom auszustatten und die Kokillenwand
im Weiteren der Aushärtung zu unterziehen. Zur Verstärkung der verschleißmindernden
Wirkung an der Kokillenausgangsseite wird in der
US 4,688,320 vorgeschlagen, in den besonders verschleißanfälligen Bereichen eine dickere Nickelschicht
vorzusehen, als in anderen, speziell thermisch höher beanspruchten Bereichen der Kokille.
[0004] Werden mit einer Stranggießanlage, die mit einer Verstellkokille zum Gießen von Metallsträngen
unterschiedlicher Strangbreite ausgestattet ist, über längere Perioden Metallstränge
gleicher Strangbreite vergossen, so tritt in den Kantenbereichen von Breitseitenwand
und Schmalseitenwand durch die Reibung der Strangkanten an den Breitseitenwänden an
diesen in einem schmalen entlang der Kanten verlaufenden Bereich ein verstärkter Verschleiß
auf. Dieses Verschleißbild zeigt sich unabhängig von den Verschleiß mindernden Maßnahmen,
wie sie aus dem oben beschriebenen Stand der Technik bekannt sind. Die in Strangförderrichtung
orientierten Verschließmarken können eine Tiefe von bis zu 3 mm erreichen und führen
bei einem Formatwechsel (größere Gießbreite) zu Qualitätseinbußen an Strang und gegebenenfalls
zum Komplettausfall der Kokille.
[0005] Der Erfindung liegt daher ausgehend vom Stand der Technik die Aufgabe zugrunde, ein
Verfahren vorzuschlagen, mit dem die Einsatzdauer einer Verstellkokille speziell beim
Vergießen langer Sequenzen mit gleicher Gießbreite wesentlich verlängert werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass mittig zwischen den Schmalseitenwänden
einer Verstellkokille eine Gießmittenachse definiert wird und dass diese Gießmittenachse
während des Gießens kontinuierlich oder diskontinuierlich parallel zu sich selbst
verschoben wird.
[0007] Die Gießmittenachse ist in der Kokille durch gleiche Abstände zu den Schmalseitenwänden
definiert und diese Gießmittenachse setzt sich bei konventionellen Stranggießanlagen
auch in der Strangmitte des aus der Stranggießkokille austretenden und die Strangführung
der Gießanlage durchlaufenden gegossenen Metallstrang fort. Sie liegt demnach in einer
Anlagenlängsebene. Wird nunmehr die Gießmittenachse aus ihrer Ursprungslage einer
mittigen Anlagenlängsebene parallel zu sich selbst um einen kleinen Betrag versetzt,
so wird auch der die Kokille verlassende Metallstrang um diesen kleinen Betrag versetzt
außermittig durch die Strangführung der Stranggießanlage gefördert.
[0008] In der praktischen Umsetzung erfolgt das Verschieben der Gießmittenachse durch ein
synchrones Verschieben der Schmalseitenwände in die gleiche Richtung zwischen den
Breitseitenwänden der Verstellkokille. Hierzu werden die bei einer Verstellkokille
bereits vorhandenen, vorzugsweise hydraulisch betriebenen und von der Anlagenleitebene
aus gesteuerten Verstelleinrichtungen verwendet.
[0009] Nach einer ersten möglichen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt
das kontinuierliche Verschieben der Gießmittenachse zwischen zwei vorgegebenen Bereichsgrenzen.
Durch das kontinuierliche Verschieben der Gießmittenachse während der gesamten Gießdauer
innerhalb dieser Bereichsgrenzen kommt es zu einem weitgehend gleichmäßigen Verschleiß
an den Breitseitenwände der Kokille in den Bereichen, die von den Kanten der Schmalseitenwände
bestrichen wird. Diese Bereichsgrenzen sind in dem den Verstellvorgang regelnden Rechenprogramm
festgelegt. Der Abstand der Bereichsgrenzen liegt vorzugsweise zwischen 10 mm und
50 mm.
[0010] Die Verschiebebewegung der Gießmittenachse zwischen den Bereichsgrenzen und damit
der Schmalseitenwände entlang der Breitseitenwände folgt einem stetigen Kurvenverlauf,
vorzugsweise einem Sinuskurvenverlauf. Allerdings können auch andere Kurvenverläufe
gewählt werden.
[0011] Eine zweite mögliche Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahren wird dadurch
erreicht, dass zum diskontinuierlichen Verschieben der Gießmittenachse zwischen den
Schmalseitenwänden mehrere Betriebspunkte für die Positionierung der Gießmittenachse
festgelegt werden und dass nach Erreichen eines bestimmten Verschleißwertes an der
Breitseitenwand in einem Betriebspunkt die Gießmittenachse einem neuen Betriebspunkt
zugeordnet wird. Der "bestimmte Verschleißwert" stellt hierbei einen Schwellwert des
Verschleißes für den Wechsel des Betriebspunktes dar. Neben einem zentralen Betriebspunkt,
der der Einstellung der Gießmittenachse an einer konventionellen Verstellkokille bzw.
Stranggießanlage entspricht, sind beiderseits dieses zentralen Betriebspunktes mindestens
je ein weiterer Betriebspunkt vorgesehen, d. h. im den Verstellvorgang regelnden Rechenprogramm
festgelegt, die nach Erreichen eines Schwellwertes des Kokillenverschleißes im Betriebspunkt
nacheinander eingestellt werden. Dadurch wird der lokal auftretende verstärkte Verschleiß
über die Betriebsdauer der Breitseitenwand auf einen breiteren Bereich der Breitseitenwand
verteilt und somit die Gesamtlebensdauer der Breitseitenwand grundsätzlich erhöht.
Der Schwellwert des Kokillenverschleißes wird hierbei so angesetzt, dass durch diese
Verschleißmarke noch keine Beeinträchtigung der Oberflächenqualität des Metallstranges
in diesem Bereich entsteht. Der Abstand zwischen benachbarten Betriebspunkten liegt
zweckmäßig mindestens zwischen 5 mm und 50 mm.
[0012] Vorzugsweise folgt die Verschiebebewegung zwischen zwei Betriebspunkten einem stetigen
Kurvenverlauf, vorzugsweise einem Sinuskurvenverlauf. Allerdings können auch andere
Kurvenverläufe gewählt werden.
[0013] Unter Berücksichtigung spezifischer lokaler Gießbedingungen ist es zweckmäßig den
bestimmten Verschleißwert durch verschleißbestimmende Einflussgrößen, wie die Gießzeit,
die Gießlänge, die Chargenanzahl, die Gießgeschwindigkeit, oder ähnliche Einflussgrößen,
zu bestimmen bzw. festzulegen, da die Schmelzentemperatur, die Strangdicke und auch
andere Faktoren einen wesentlichen Einfluss auf die Ausbildung der Strangkante, insbesondere
deren Temperatur, im Austrittsbereich der Kokille haben und damit auf die Intensität
des Verschleißes.
[0014] Zweckmäßig soll die Befüllung der Verstellkokille mit Metallschmelze mittig erfolgen,
damit die Schmelzenverteilung und die Strömungsverhältnisse in der Kokille weitgehend
symmetrisch ablaufen und damit die Abkühlbedingungen gleichmäßig gehalten werden.
Das Verschieben der Gießmittenachse bedingt eine geringfügig asymmetrische Schmelzenzufuhr,
die sich auf die Strömungsverhältnisse kaum auswirkt. Zur Vermeidung derartiger Einflüsse
kann die Schmelzenzufuhr aus dem oberhalb der Verstellkokille angeordneten Zwischengefäß
auf die Position der Gießmittenachse ausgerichtet werden. Vorzugsweise erfolgt die
Ausrichtung der Schmelzenzufuhr durch ein synchron mit der Gießmittenachse erfolgendes
seitliches Verschieben des Zwischengefäßes. Diese Kalibrierung kann mit den standardmäßig
an der Stranggießanlage vorgesehenen Einrichtungen durchgeführt werden.
[0015] Nach einer Gießunterbrechung muss der Gießvorgang in bekannter Weise mit einem Anfahrstrang
neu gestartet werden. Sofern die Gießmittenachse nicht auf den zentralen Betriebspunkt
eingestellt ist, ist es notwendig, dass der Anfahrstrangkopf des Anfahrstranges bei
einem Neustart des Stranggießens auf die aktuelle Position der Gießmittenachse eingestellt
wird.
[0016] Vorzugsweise wird der Positionswechsel der Gießmittenachse vom Prozessleitsystem
der Stranggießanlage automatisch geführt. Der dem Prozessleitsystem zugeordnete Prozessrechner
hat Zugriff auf alle wesentlichen Daten der Einflussfaktoren, die den Verschleiß mit
unterschiedlicher Intensität verursachen und kann mit einem darauf abgestimmten mathematischen
Modell den optimalen Zeitpunkt für die Verlagerung der Gießmittenachse ermitteln und
entsprechende Steuersignale an die Verstelleinrichtungen der Schmalseitenwände der
Verstellkokille geben.
[0017] Gleichermaßen kann von der Steuerwarte der Stranggießanlage manuell in das Prozessleitsystem
eingegriffen werden und ein Steuersignal zur Verlagerung der Gießmittenachse generiert
werden.
[0018] Ein bevorzugtes Anwendungsgebiet dieser Erfindung ist das Stahlstranggießen.
[0019] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung nicht einschränkender Ausführungsbeispiele, wobei auf die beiliegenden
Figuren Bezug genommen wird, die folgendes zeigen:
- Fig. 1
- eine Verstellkokille nach dem Stand der Technik in einer Ansicht von oben und in einem
Längsschnitt entlang der Schnittlinie A - A,
- Fig. 2
- eine Breitseitenwand einer Verstellkokille mit den Verschleißbildern bei einer kontinuierlichen
Verschiebebewegung der Gießmittenachse zwischen zwei Bereichsgrenzen nach einer ersten
Ausführungsform der Erfindung,
- Fig. 3
- eine Breitseitenwand einer Verstellkokille mit den Verschleißbildern bei drei erfindungsgemäßen
Betriebspunkten der Gießmittenachse nach einer zweiten Ausführungsform der Erfindung.
[0020] In den Darstellungen der Figuren 1 ist eine Verstellkokille 1 in einer Stranggießanlage
mit Breitseitenwänden 2, 3 und mit zwischen diesen Breitseitenwänden klemmbar angeordneten
Schmalseitenwänden 4, 5 schematisch dargestellt. Jeder Schmalseitenwand sind zwei
übereinander angeordnete Verstelleinrichtungen 6, 7 und 8, 9 zugeordnet, mit denen
die Schmalseitenwände auf vorgegebene Gießbreiten B und auf einen gießbreitenabhängigen
Gießkonus entsprechend dem Produktionsprogramm eingestellt werden können. Die Verstelleinrichtungen
umfassen vorzugsweise regelbare Druckmittelzylinder, die von einem Prozessrechner
auf der Anlagenleitebene 10 gesteuert werden. Die beiden Schmalseitenwände 4, 5 sind
zur Gießmittenachse 11 symmetrisch angeordnet. Wird nur ein Tauchgießrohr 12 für die
Schmelzenzufuhr vorgesehen, so erfolgt die Schmelzenzufuhr fluchtend mit der Gießmittenachse
11. Die Gießmittenachse 11 setzt sich unterhalb der Verstellkokille 1 in Gießrichtung
durch die nicht näher dargestellte Strangführung der Stranggießanlage fort.
[0021] Fig. 2 zeigt eine Breitseitenwand 2 mit den bei Anwendung einer ersten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens auf der schmelzenseitigen Oberfläche auftretenden
breiten keilförmigen Verschleißmarken 14 bei langer Gießdauer mit konstanter Gießbreite.
An der Verstellkokille sind zwei virtuelle Bereichsgrenzen G
1, G
2 vorgesehen, die in einem mathematischen Modell festgelegt und vom Prozessrechner
abrufbar sind. Diesen Bereichsgrenzen sind ausgehend von einer zentralen Gießmittenachse
11
0 in gleichem Abstand Gießmittenachsen 11
1, und 11
2 zugeordnet, an denen sich die Position der hier nicht dargestellten Schmalseitenwände
orientiert. Dementsprechend tritt aus der Verstellkokille ein Metallstrang aus, der
in seiner Positionierung in der der Kokille nachfolgenden Strangführung in seinen
maximalen Auslenkungen durch die positionsbezogenen Gießbreiten B
1 und B
2 festgelegt ist. Der gegossene Strang tritt aus der Kokille mit einer Schmalseitenposition
aus, die einer Sinuskurve 17 mit großer Wellenlänge folgt und der kontinuierlichen
Schmalseitenbewegung in der Kokille entspricht. Durch die Pendelbewegung der Gießmittenachse
im Verstellbereich zwischen den Bereichsgrenzen kommt es zu einem vergleichsweise
geringen und weitgehend gleichmäßigen Verschleiß an den Breitseitenwänden, wodurch
die Einsatzdauer der Breitseitenwände wesentlich erhöht wird.
[0022] Fig. 3 zeigt eine Breitseitenwand 2 mit den bei Anwendung einer zweiten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens auf der schmelzenseitigen Oberfläche auftretenden
keilförmigen Verschleißmarken bei langer Gießdauer mit konstanter Gießbreite. An der
Verstellkokille sind drei virtuelle Betriebspunkte P
0, P
1, P
2 vorgesehen, die in einem mathematischen Modell festgelegt und vom Prozessrechner
abrufbar sind. Diesen Betriebspunkten sind Gießmittenachsen 11
0, 11
1, 11
2 zugeordnet, an denen sich die Positionen der hier nicht dargestellten Schmalseitenwände
orientieren. Dementsprechend tritt aus der Verstellkokille ein Metallstrang aus, der
in seiner Positionierung in der der Kokille nachfolgenden Strangführung durch die
positionsbezogenen Gießbreiten B
0, B
1 und B
2 festgelegt ist. Dem Betriebspunkt P
0, der der zentrierten Standardeinstellung einer Stranggießanlage entspricht, ist die
Gießmittenachse 11
0 zugeordnet, bei der der gegossene Metallstrang zentrisch mit der Position B
0 in die durch strichpunktierte Linien angedeutete Strangführung 13 eintritt. In diesem
Fall treten Verschleißmarken 14 auf, die sich von den Kanten 14a in Richtung zur Gießmittenachse
11
0 erstrecken. Die Kante 14a entsteht im Wesentlichen entlang der Berührungslinie der
Schmalseitenwand mit der Breitseitenwand der Verstellkokille durch die Reibungswirkung
des Kantenbereiches des sich bildenden Gussstranges auf der Breitseitenwand. Analog
bilden sich Verschleißmarken 15 im Betriebspunkt P
1 und Verschleißmarken 16 im Betriebspunkt P
2 aus. Insgesamt wird der Gesamtverschleiß an der Breitseitenwand durch das Verschieben
der Gießmittenachse 11 zwischen den Betriebspunkten P
0, P
1, P
2 vergleichmäßigt und minimiert und damit die Einsatzdauer der Breitseitenwände wesentlich
erhöht..
1. Verfahren zur Erhöhung der Lebensdauer der Breitseitenwände einer von Breitseitenwänden
(2, 3) und Schmalseitenwänden (4, 5) gebildeten Verstellkokille in einer Stranggießanlage
zum kontinuierlichen Gießen eines Metallstranges, dadurch gekennzeichnet, dass mittig zwischen den Schmalseitenwänden eine Gießmittenachse (11, 110, 111, 112) definiert wird und dass diese Gießmittenachse zusammen mit den Schmalseitenwänden
synchron zwischen den Breitseitenwänden während des Gießens kontinuierlich oder diskontinuierlich
parallel zu sich selbst verschoben werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das kontinuierliche Verschieben der Gießmittenachse zwischen zwei Bereichsgrenzen
(G1, G2) erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verschiebebewegung zwischen den Bereichsgrenzen einem stetigen Kurvenverlauf,
vorzugsweise einem Sinuskurvenverlauf, folgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum diskontinuierlichen Verschieben der Gießmittenachse zwischen den Schmalseitenwänden
mehrere Betriebspunkte (P0, P1, P2) für die Positionierung der Gießmittenachse festgelegt werden und dass nach Erreichen
eines bestimmten Verschleißwertes an der Breitseitenwand in einem Betriebspunkt die
Gießmittenachse einem neuen Betriebspunkt zugeordnet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verschiebebewegung zwischen zwei Betriebspunkten einem stetigen Kurvenverlauf,
vorzugsweise einem Sinuskurvenverlauf, folgt
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der bestimmte Verschleißwert durch verschleißbestimmende Einflussgrößen, wie die
Gießzeit, die Gießlänge, die Chargenanzahl, die Gießgeschwindigkeit, oder ähnlichen
Einflussgrößen, bestimmt wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmelzenzufuhr aus dem oberhalb der Verstellkokille angeordneten Zwischengefäß
auf die Position der Gießmittenachse ausgerichtet wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausrichtung der Schmelzenzufuhr durch ein synchron mit der Gießmittenachse erfolgendes
seitliches Verschieben des Zwischengefäßes erfolgt.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anfahrstrangkopf des Anfahrstranges bei einem Neustart des Stranggießens auf
die aktuelle Position der Gießmittenachse eingestellt wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Positionswechsel der Gießmittenachse von einem Prozessrechner des Prozessleitsystem
(10) automatisch geführt wird.
1. Method for prolonging the serviceable life of the broad side walls of a mold formed
by broad side walls (2, 3) and narrow side walls (4, 5) in a continuous casting plant
for the continuous casting of a metal strand, characterized in that a casting center axis (11, 110, 111, 112) is defined centrally between the narrow side walls, and in that this casting center axis, together with the narrow side walls, is displaced parallel
to itself during casting continuously synchronously or discontinuously between the
broad side walls.
2. Method according to claim 1, characterized in that the continuous displacement of the casting center axis takes place between two range
limits (G1, G2),
3. Method according to claim 2, characterized in that a displacement movement between the range limits follows a continuous curve profile,
preferably a sine curve profile.
4. Method according to claim 1, characterized in that, for the discontinuous displacement of the casting center axis between the narrow
side walls, a plurality of operating points (P0, P1, P2) for positioning the casting center axis are fixed, and in that, after a specific wear value on the broad side wall has been reached at one operating
point, the casting center axis is assigned to a new operating point.
5. Method according to claim 4, characterized in that a displacement movement between two operating points follows a continuous curve profile,
preferably a sine curve profile.
6. Method according to claim 4 or 5, characterized in that the specific wear value is determined by means of wear-determining influencing variables,
such as the casting time, casting length, number of batches and casting speed, or
similar influencing variables.
7. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the melt feed out of the tundish arranged above the mold is aligned with the position
of the casting center axis.
8. Method according to claim 7, characterized in that the alignment of the melt feed takes place by means of a lateral displacement of
the tundish occurring synchronously with the casting center axis.
9. Method according to one of the preceding claims, characterized in that, in the event of a restart of continuous casting, the dummy strand head of the dummy
strand is set to the current position of the casting center axis.
10. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the position change of the casting center axis is controlled automatically by a process
computer of the process management system (10).
1. Procédé d'augmentation de la durée de vie des parois des côtés larges d'une lingotière
ajustable, formée par des parois (2, 3) de côtés larges et des parois (4, 5) de côtés
étroits, d'une installation de coulée continue pour la coulée continue d'une barre
métallique, caractérisé en ce qu'un axe central de coulée (11, 110, 111, 112) est définie entre les parois des côtés étroits et en ce que cet axe central de coulée est déplacé parallèlement à lui-même, de manière continue
ou discontinue, et de manière synchronisée sur les parois des côtés étroits entre
les parois des côtés larges pendant la coulée
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le déplacement continu de l'axe central de coulée s'effectue entre deux limites (G1, G2).
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que le déplacement entre les limites suit une courbe continue, de préférence une courbe
sinusoïdale.
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que pour déplacer en continu l'axe central de coulée entre les parois des côtés étroits,
plusieurs points de fonctionnement (P0, P1, P2) sont définis pour le positionnement de l'axe central de coulée et en ce que lorsqu'une valeur définie d'usure de la paroi des côtés larges est atteinte en un
point de fonctionnement, l'axe central de coulée est associé à un nouveau point de
fonctionnement.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que le déplacement entre deux points de fonctionnement suit une courbe continue et de
préférence une courbe sinusoïdale.
6. Procédé selon les revendications 4 ou 5, caractérisé en ce que la valeur définie de l'usure est définie par des grandeurs qui définissent l'usure,
par exemple la durée de coulée, la longueur coulée, le nombre de charges, la vitesse
de coulée ou des paramètres similaires.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'apport de métal fondu par le récipient intermédiaire disposé à l'extérieur de la
lingotière ajustable est aligné sur la position de l'axe central de coulée.
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que l'alignement de l'apport de métal fondu s'effectue en synchronisant le déplacement
latéral du récipient intermédiaire sur celui de l'axe central de coulée.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la tête de la barre de démarrage lors d'un nouveau démarrage de la coulée continue
est réglée sur la position de l'axe central de coulée à ce moment.
10. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le changement de position de l'axe central de coulée est réalisé automatiquement
par un calculateur de processus du système (10) de conduite du processus.
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