Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein System und eine Vorrichtung zum Entnehmen eines Pharmazeutikums
aus einem Reservoir.
Stand der Technik
[0002] In der Medizin sind vor allem flüssige Pharmazeutika oft in Reservoirs oder Behälter,
beispielsweise in Glasfläschchen mit einigen Milliliter Inhalt, abgefüllt. Zum Beispiel
medizinisches Personal kann dann bei. Bedarf mit einer Kanüle die Dichtung des Behälters
durchstechen und eine Spritze mit der benötigten Menge an Pharmazeutikum aufziehen.
[0003] Um das Hantieren mit freiliegenden Kanülen und die damit verbundene Verletzungsgefahr
zu vermeiden, können Adapter zwischen dem Behälter und der Spritze verwendet werden.
Verschiedene Ausführungen eines Adapters sind beispielsweise aus
US 6 591 876 bekannt. Dieser Adapter hat einen ersten Behälteranschluss für die Kopplung an einen
ersten Behälter, einen zweiten Behälteranschluss für die Kopplung an einen zweiten
Behälter, ein Mittelteil zwischen den beiden Anschlüssen und eine Kanüle, die der
Mittelteil geschützt vor unbeabsichtigter Berührung im Innern des Adapters hält. Der
erste Behälteranschluss hat durch Schlitze in seiner Seitenwand voneinander getrennte
Elemente, um einen Teil des ersten Behälters zu umfassen. Der zweite Behälteranschluss
hat in seiner Seitenwand zwei Öffnungen, um an einem Vorderteil des zweiten Behälters
zwei seitlich abstehende Teile ähnlich einem Schnappverschluss aufzunehmen. In einer
Ausführung hat der Adapter einen Arretierungsmechanismus, der den Adapter nach dem
Koppeln an die Behälter in einer Position hält, in der der Mittelteil komprimiert
ist. In einer anderen Ausführung ist diese Komprimierung nicht erforderlich. Der Mittelteil
ist dabei starr und hat zwei gegenüberliegende Griffflächen.
[0004] In einer Anwendung dient ein Adapter dazu, eine Ampulle für eine Insulinpumpe, z.
B. eine Accu-Chek® Insulinpumpe der Roche Diagnostics GmbH, Deutschland, mit Insulin
zu füllen. Über einen dünnen Schlauch, dessen Kanüle unter der Haut sitzt, gibt die
Insulinpumpe kontinuierlich Insulin an den Körper ab. Mikroprozessoren steuern einen
Motor, der z. B. alle drei Minuten über eine Gewindestange einen Stopfen in eine Insulinampulle
bewegt. Eine leere Ampulle kann der Patient entweder durch eine selbst mit Insulin
nachgefüllte oder durch eine Fertigampulle ersetzen.
[0005] Vor allem Einrichtungen zur Selbstverabreichung von Pharmazeutika sollen bedienerfreundlich,
einfach und ohne grösseren Kraftaufwand zu handhaben sein.
Darstellung der Erfindung
[0006] Es stellt sich daher die Aufgabe, ein System und eine Vorrichtung zum Entnehmen eines
flüssigen Pharmazeutikums aus einem Behälter zu schaffen, so dass eine bedienerfreundliche
Art der Kopplung zwischen Adapter und Ampulle und zwischen Adapter und Reservoir möglicht
ist. Um dies zu ermöglichen ist in den hier beschriebenen Ausführungsbeispielen eines
Systems und einer Vorrichtung die Vorrichtung so ausgestaltet, dass sie mindestens
einen Arretierungsmechanismus hat, der ein elastisches Element aufweist.
[0007] Ein Aspekt betrifft demnach ein System zum Entnehmen eines Pharmazeutikums aus einem
Reservoir. Das System hat eine Ampulle, in der ein darin beweglicher Kolben angeordnet
ist, und einen Adapter, der in einer Längsrichtung einen Reservoiranschluss und einen
Ampullenanschluss für eine Kopplung an die Ampulle hat. Der Ampullenanschluss hat
mindestens einen Arretierungsmechanismus, der in einer Seitenwand ein elastisches
Element aufweist. Das elastische Element entspricht einem Abschnitt der Seitenwand,
der sich entlang deren Umfang erstreckt und an gegenüberliegenden Enden in die Seitenwand
übergeht.
[0008] Ein weiterer Aspekt betrifft einen Adapter für ein System zum Entnehmen eines Pharmazeutikums
aus einem Reservoir. Der Adapter hat in einer Längsrichtung einen Reservoiranschluss
und einen Ampullenanschluss für eine Kopplung an eine Ampulle. Der Ampullenanschluss
hat mindestens einen Arretierungsmechanismus, der in einer Seitenwand ein elastisches
Element aufweist. Das elastische Element entspricht einem Abschnitt der Seitenwand,
der sich entlang deren Umfang erstreckt und an gegenüberliegenden Enden in die Seitenwand
übergeht.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0009] Weitere Ausgestaltungen, Vorteile, neue Eigenschaften und Anwendungen der Erfindung
ergeben sich aus der folgenden detaillierten Beschreibung unter Einbezug der Zeichnungen.
In den Zeichnungen haben gleiche Elemente die gleichen Bezugszeichen. In den Zeichnungen
zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines Systems zum
Entnehmen eines flüssigen Pharmazeutikums,
Fig. 2 eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels eines Adapters,
Fig. 3 eine Draufsicht des in Fig. 2 gezeigten Adapters,
Fig. 4 eine perspektivische Ansicht des in Fig. 2 gezeigten Adapters,
Fig. 5 eine schematische Darstellung eines Kolbens in einer Ampulle,
Fig. 6A - Fig. 6B schematische Darstellungen eines Kolben mit einer Kolbenstange und
einem Kolbenstopfen, und
Fig. 6C - Fig. 6D schematische Darstellungen der Kolbenstange.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0010] Die verschiedenen Wege zur Ausführung der Erfindung sind im Folgenden ohne Einschränkung
des Schutzbereiches mit Bezug auf eine Insulinpumpe als Verabreichungsvorrichtung
beschrieben. Eine Insulinpumpe ist jedoch nur ein Beispiel für eine Anwendung, bei
der in einem vorbereitenden Schritt ein Pharmazeutikum, nämlich Insulin zur Behandlung
von Diabetes, von einem Behälter entnommen wird, um es dann in einem weiteren Behälter
in einer Verabreichungsvorrichtung zu verwenden. In anderen Anwendungsbeispielen können
Wachstumshormone bei Wachstumsstörungen, Erythropoietin (Epo) bei Niereninsuffizienz
oder allgemeinem Mangel an roten Blutkörperchen oder α-Interferon bei der Hepatitis-
oder Krebsbehandlung als Pharmazeutika verwendet werden.
[0011] Die verschiedenen Wege zur Ausführung der Erfindung sind ausserdem nicht auf flüssige
Pharmazeutika beschränkt, obschon diese bei medizinischen Anwendungen häufig aus einem
Reservoir entnommen werden. Die Erfindung ist jedoch allgemein für Pharmazeutika unterschiedlicher
Viskositäten (von flüssig bis hin zu pulverförmigem Lyophilisat, das mit Flüssigkeit
aufzulösen ist) anwendbar.
[0012] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines Systems
1 zum Entnehmen eines Pharmazeutikums, z. B. eines flüssigen Pharmazeutikums, aus
einem Reservoir 4. Das System 1 hat einen Adapter 2 und eine Ampulle 6 mit einem darin
beweglichen Kolben 8. Die Begriffe "Reservoir" und "Ampulle" bezeichnen hier allgemein
einen Behälter, der zur Aufnahme einer Substanz geeignet ist. Das Reservoir 4 und
die Ampulle 6 können aus einem starren oder steifen Material sein, wie z. B. Kunststoff,
Glas, Metall oder können aus einem Material sein, welches flexibel oder elastisch
ist, wie z. B. eine Folie aus Kunststoff oder einem anderen Material.
[0013] Mit Hilfe des Adapters 2 kann das Pharmazeutikum aus dem Reservoir 4 entnommen und
in die Ampulle 6 überführt werden. Zur Entnahme des Pharmazeutikums sind die Ampulle
6 und das Reservoir 4 an den Adapter 2 koppelbar. Dadurch entsteht mittels einer Hohlnadel
oder Kanüle eine Verbindung zwischen dem Innern des Reservoirs 4 und dem Innern der
Ampulle 6. Zieht beispielsweise ein Patient den Kolben 8 aus der Ampulle 6 heraus,
fliesst das Pharmazeutikum in die Ampulle 6. Die gefüllte Ampulle 6 kann dann z. B.
in eine Insulinpumpe eingesetzt werden. In einem Ausführungsbeispiel wird dazu vom
Kolben 8 eine Kolbenstange entfernt, so dass nur ein Kolbenstopfen zur Dichtung in
der Ampulle 6 verbleibt. Der Kolben 8 ist in den Figuren 5 und 6A - 6D detaillierter
gezeigt.
[0014] Figur 2 zeigt eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels des Adapters 2. Der Adapter
2 hat einen Reservoiranschluss 10, einen Mittelteil 12 und einen Ampullenanschluss
14. Der Reservoiranschluss 10 koppelt an das Reservoir 4 und hat näherungsweise die
Form eines Hohlzylinders, an dessen Aussenwand sich entlang des Umfangs mehrere, z.
B. drei, Vertiefungen 16 befinden. Die Vertiefungen 16 erzeugen an der Innenwand Aufwölbungen,
die in den Figuren 3 und 4 gezeigt sind.
[0015] Der Mittelteil 12 hat im gezeigten Ausführungsbeispiel einen zylinderförmigen Teil,
der den Reservoiranschluss 10 mit dem Ampullenanschluss 14 verbindet. Der Mittelteil
12 hat ausserdem ein oder mehrere, beispielsweise zwei, Rippen 11 oder Rippenelemente
11, die radial nach aussen abstehen und sich ausserhalb des zylinderförmigen Teils
zwischen dem Reservoiranschluss 10 und dem Ampullenanschluss 14 erstrecken. Die Rippen
11 erleichtern das Greifen bzw. Halten des Adapters 2. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
hat der Mittelteil 12 in der Nähe des Ampullenanschlusses 14 zwei gegenüberliegende
Öffnungen 18, durch die beispielsweise der Patient ein Vorderteil der Ampulle 6 (z.
B. einen Teil eines in Figur 5 gezeigten Luer-Anschlusses) sehen kann und damit auch,
ob sich Luft oder das Pharmazeutikum im Vorderteil befindet. Dies erleichtert es dem
Patienten am Ende des Füllvorganges unerwünschte Luft in bekannter Art und Weise aus
der Ampulle 6 zu entfernen.
[0016] Der Ampullenanschluss 14 koppelt an die Ampulle 6 und hat näherungsweise die Form
eines Hohlzylinders, dessen Durchmesser im gezeigten Ausführungsbeispiel vom Mittelteil
12 ausgehend zunimmt. Im gekoppelten Zustand des Systems nimmt der Ampullenanschluss
14 einen Teil des Luer-Anschlusses auf. Der Ampullenanschluss 14 hat im gezeigten
Ausführungsbeispiel ausserdem in seiner Aussenwand zwei gegenüberliegende Arretierungsmechanismen,
die jeweils aus zwei Schlitzen 22, 24 und einem elastischen Element 20, im folgenden
auch Steg 20 genannt, bestehen. Die Schlitze 22, 24 erzeugen jeweils Öffnungen und
das elastische Element 20 ist in radialer Richtung elastisch verformbar. Der Ampullenanschluss
14, insbesondere die Arretierungsmechanismen, sind an das in Figur 5 gezeigte Vorderteil
(z. B. in Form eines Luer-Anschlusses) der Ampulle 6 angepasst.
[0017] In einem anderen Ausführungsbeispiel kann anstelle von zwei Schlitzen 22, 24 nur
ein Schlitz vorhanden sein. In dieser Ausführung sind das elastische Element 20 und
der Schlitz Teil eines Arretierungsmechanismus. Auch in dieser Ausführung ist das
elastische Element 20 in radialer Richtung elastisch verformbar.
[0018] Figur 3 zeigt eine Draufsicht des in Fig. 2 gezeigten Adapters 2, so dass der Reservoiranschluss
10 und eine Hohlnadel 26 oder Kanüle 26 sichtbar sind. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
hat die Aussenwand des Reservoiranschlusses 10 eine von einem Kreis abweichende Form.
In einem anderen Ausführungsbeispiel kann die Aussenwand eine andere, z. B. eine kreisrunde,
Form haben. Die in Figur 3 dargestellte, von einem Kreis abweichende, Form ergibt
sich beispielsweise durch ein Abflachen einer kreisrunden Aussenwand im Bereich der
drei Vertiefungen 16, beispielsweise durch Umformen und durch einen Formungsprozess.
Wie in Figur 3 gezeigt, sind die Vertiefungen 16 entlang des Umfangs der Aussenwand
gleichmässig verteilt und erzeugen im Innern des Reservoiranschlusses 10 Aufwölbungen.
Die nicht kreisrunde Form ermöglicht die Aufnahme von Reservoirs 4, die leicht unterschiedliche
Durchmesser haben. Mit zunehmender Grösse des Reservoirs 4 nähert sich die Form einem
optimalen Kreis an. Eine Differenz zwischen der nicht kreisrunden Form und der Form
eines optimalen Kreises kann als Verformung zum Ausgleich verschiedener Durchmesser
genutzt werden. Die Aufwölbungen dienen dabei dazu, das Reservoir 4 im Adapter 2 zurückzuhalten.
[0019] Am Boden des Reservoiranschlusses 10 umgibt eine kreisrunde Aufwölbung 28 die Kanüle
26. Der Durchmesser der Aufwölbung 28 ist an den äusseren Durchmesser eines Endes
des Reservoirvorderteils angepasst. Die Aufwölbung 28 dient zum Längenausgleich von
verschiedenen Reservoirs 4, da die Aufwölbung 28 ins elastische Septum (Durchstechmembrane)
eintauchen kann.
[0020] Die Wirkungsweise der Arretierungsmechanismen des Adapters 2 wird im Folgenden mit
Bezug auf die Figuren 4 und 5 beschrieben. Figur 4 zeigt eine perspektivische Ansicht
des Adapters 2, in der u. a. eines der drei Elemente 11 und einer der beiden Arretierungsmechanismen
sichtbar sind. Figur 5 zeigt eine schematische Darstellung des in der Ampulle 6 angeordneten
Kolbens 8. Die Ampulle 6 ist in Figur 5 nur in ihrem vorderen Bereich gezeigt.
[0021] Der Steg 20 entspricht einem länglichen Abschnitt der Aussenwand, der sich entlang
deren Umfang und parallel zu den Schlitzen 22, 24 erstreckt und an seinen Enden in
die Aussenwand übergeht. In Richtung des Mittelteils 12 grenzt der Schlitz 22 an eine
Längsseite des Stegs 20, und in Richtung der Ampulle 6 grenzt der Schlitz 24 an eine
weitere Längsseite des Stegs 20. Wie in Figur 4 angedeutet, kann der Steg 20 ins Innere
des Ampullenanschlusses 14 gekrümmt sein. Der Adapter 2 ist in einem Ausführungsbeispiel
aus Polypropylen (PP) gefertigt, das elastisch verformbar ist. Der Steg 20 ist daher
ebenfalls elastisch, vor allem in radialer Richtung.
[0022] Der Vorderteil der Ampulle 6 basiert in einem Ausführungsbeispiel auf einem (männlichen)
Luer-Anschluss 30, das mit einem Kragenteil 32 ausgestattet ist. Der Kragenteil 32
steht im Wesentlichen senkrecht von einer Längsachse des Luer-Anschlusses 30 ab. Der
Kragenteil 32 hat zwei kreisförmige Teile 36, 38, die in Richtung der Längsachse durch
vier Streben 34 voneinander getrennt sind. Dadurch entstehen zwischen den Teilen 36,
38 vier voneinander getrennte Hohlräume 40.
[0023] Zum Koppeln der Ampulle 6 an den Adapter 2 wird das Vorderteil der Ampulle 6 in den
Ampullenanschluss 14 geschoben und die Ampulle 6 und der Adapter 2 werden gegeneinander
gedrückt. Der kreisförmige Kragenteil 36 drückt anfangs die Stege 20 nach aussen.
Wenn die gegenüberliegenden Stege 20 auf Hohlräume 40 treffen, rasten die beiden Stege
20 merklich in die entsprechenden Hohlräume 40 ein. Sollten dabei die Stege 20 auf
Streben 34 treffen, können die Stege 20 durch leichtes axiales Drehen der Ampulle
6 und/oder des Adapters 2 so positioniert werden, dass sie auf Hohlräume 40 treffen
und die Stege 20 einrasten können. Im gerasteten Zustand dringt der kreisförmige Kragenteil
36 in die Öffnungen 22 ein, und die Stege 20 entspannen sich in ihren ursprünglichen
Zustand und sichern somit die Kopplung.
[0024] Zum Entkoppeln kann der Patient die Ampulle 6 und den Adapter 2 vorzugsweise in Verbindung
mit einer axialen Drehung der Ampulle 6 und/oder des Adapters 2 auseinander ziehen.
Bei einer Drehung drücken die Streben 34 die Stege 20 nach aussen, wodurch die Ampulle
6 und der Adapter 2 mit relativ geringem Kraftaufwand voneinander getrennt werden
können.
[0025] Figuren 6A und 6B zeigen schematische Darstellungen des Kolbens 8, der eine Kolbenstange
46 und einen Kolbenstopfen 42 hat. Figur 6B zeigt dabei einen Längsschnitt durch den
Kolben 8. Der Kolbenstopfen 42 ist schraubbar mit einem vorderen Ende der Kolbenstange
46 verbunden und hat zwei Dichtringe 44. Jeder Dichtring 44 liegt in einer Nut, die
sich entlang des Umfangs des Kolbenstopfens 42 erstreckt. Das vordere Ende der Kolbenstange
46 hat einen Schraubenteil 52, der in ein Sackloch des Kolbenstöpfens 42 geschraubt
ist. Der Schraubenteil 52 hat ein Aussengewinde, das auf ein entsprechendes Innengewindes
des Sackloches angepasst ist.
[0026] An einem hinteren Ende hat die Kolbenstange 46 einen ergonomisch geformten Griff
48, an dem der Patient den Kolben 8 greifen und ziehen kann. Der ergonomisch geformte
Griff 48 schliesst sich nahtlos an den restlichen Teil der Kolbenstange 46 an. Der
Griff 48 ist allgemein so gestaltet, dass der Patient ihn mit zwei (z. B. zwischen
Daumen und Zeigefinger) oder drei Fingern(z. B. mit Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger)
bequem und natürlich fassen kann. Insbesondere bietet er dem Patienten eine relativ
grosse Grifffläche. Kanten, die manche Patienten als unangenehm oder sogar als schmerzhaft
empfinden könnten, werden dabei weitestgehend vermieden.
[0027] Die Figuren 6C und 6D zeigen schematische Darstellungen der Kolbenstange 46 ohne
den Kolbenstopfen 42. Der Schraubenteil 52 hat einen Spalt 50, der sich entlang der
Längsachse erstreckt und den Schraubenteil 52 in zwei Teile aufteilt. Die beiden Teile
sind elastisch und können zueinander hin gedrückt werden, beispielsweise wenn der
Kolbenstopfen 42 angeschraubt wird.
[0028] Der Aussendurchmesser des Schraubenteils 52 ist um einen festgelegten Betrag grösser
als der Durchmesser des Innengewindes des Kolbenstopfens 42. Die Elastizität der durch
den Spalt 50 getrennten Teile gleicht die festgelegte Differenz der Durchmesser und
evtl. vorhandene Fertigungstoleranzen aus, d. h. der Kolbenstopfen 42 drückt die Teile
seinem Innengewinde entsprechend zusammen. Die Teile drücken somit auch gegen das
Innengewinde des Kolbenstopfens 42, wodurch eine spielfreie Verbindung entsteht und
die Kolbenstange 46 und der Kolbenstopfen 42 besser zusammengehalten werden. Dies
ist vor allem dann ein Vorteil, wenn der Patient am Ende des Füllvorganges mit einem
Finger gegen die Wand der Ampulle 6 klopft, so dass evtl. in der Ampulle 6 vorhandene
Luftblasen nach oben steigen.
[0029] Diese Schraubverbindung ist dabei so ausgelegt, dass das Drehmoment zum Lösen der
Kolbenstange 46 kleiner ist, als das Drehmoment zum Drehen des Kolbenstopfens 42 in
der Ampulle 6. Dadurch ist gewährleistet, dass sich die Kolbenstange 46 abschrauben
lässt, ohne dass sich der Kolbenstopfen 42 dabei mitdreht.
[0030] Die im vorhergehenden beschriebenen Ausführungsbeispiele eines Systems und einer
Vorrichtung zum Entnehmen eines Pharmazeutikums aus einem Reservoir 4 erleichtern
allgemein die Entnahme des Pharmazeutikums. In den beschriebenen Ausführungsbeispielen
wird vor allem dem Patienten das Auffüllen einer leeren Ampulle 6 erleichtert. Der
Arretierungsmechanismus und die verteilten Hohlräume an der Ampulle erhöhen die Wahrscheinlichkeit,
dass beim Koppeln der Ampulle 6 an den Adapter 2 der Steg 20 in einen Hohlraum 40
rastet. Zum Entkoppeln genügt es, dass der Patient am Adapter 2 und/oder an der Ampulle
6 zieht, evtl. mit einer Drehbewegung. Der elastische Steg 20 gibt dann das Kragenteil
32 frei.
[0031] Weitere Eigenschaften, die die Bedienung erleichtern, sind die Öffnungen 18 und der
geschlitzte Schraubenteil 52. Die Öffnungen 18 am Adapter 2 erleichtern das Entfernen
von unerwünschter Luft aus der Ampulle 6 am Ende des Füllvorganges. Da der Patient
dabei unter Umständen an die Ampulle 6 und/oder die Kolbenstange 46 klopft, ist es
von Vorteil, dass der geschlitzte Schraubenteil 52 fest im Kolbenstopfen 42 sitzt
und sich nicht unbeabsichtigt löst.
1. System (1) zum Entnehmen eines Pharmazeutikums aus einem Reservoir (4), mit einer
Ampulle (6), in der ein darin beweglicher Kolben (8) angeordnet ist, und einem Adapter
(2), der in einer Längsrichtung einen Reservoiranschluss (10) und einen Ampullenanschluss
(14) für eine Kopplung an die Ampulle (6) hat, dadurch gekennzeichnet, dass der Ampullenanschluss (14) mindestens einen Arretierungsmechanismus hat, der in einer
Seitenwand ein elastisches Element (20) aufweist, das einem Abschnitt der Seitenwand
entspricht, der sich entlang deren Umfang erstreckt und an gegenüberliegenden Enden
in die Seitenwand übergeht.
2. System nach Anspruch 1, bei dem der Adapter (2) in einem Mittelteil (12) zwischen
dem Reservoiranschluss (10) und dem Ampullenanschluss (14) zwei gegenüberliegende
Öffnungen (18) hat, durch die ein Vorderteil der Ampulle (6) sichtbar ist.
3. System nach Anspruch 1, bei dem der Adapter (2) an einem Mittelteil (12) zwischen
dem Reservoiranschluss (10) und dem Ampullenanschluss (14) mindestens ein Rippenelement
(11) hat, das sich zwischen dem Reservoiranschluss (10) und dem Ampullenanschluss
(14) radial nach aussen erstreckt.
4. System nach Anspruch 1, bei dem der Adapter (2) in einem Mittelteil (12) zwischen
dem Reservoiranschluss (10) und dem Ampullenanschluss (14) zwei gegenüberliegende
Öffnungen (18) hat, durch die ein Vorderteil der Ampulle (6) sichtbar ist, und bei
dem der Adapter (2) am Mittelteil (12) zwischen dem Reservoiranschluss (10) und dem
Ampullenanschluss (14) mindestens ein Rippenelement (11) hat, das sich zwischen dem
Reservoiranschluss (10) und dem Ampullenanschluss (14) radial nach aussen erstreckt.
5. System nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem der mindestens eine Arretierungsmechanismus
ausserdem einen Schlitz (22, 24) aufweist, und bei dem sich das elastische Element
(20) parallel zum Schlitz (22, 24) erstreckt.
6. System nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem der mindestens eine Arretierungsmechanismus
ausserdem zwei Schlitze (22, 24) aufweist, und bei dem sich das elastische Element
(20) parallel zu den Schlitzen (22, 24) erstreckt.
7. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Reservoiranschluss (10)
einen nichtkreisförmigen Querschnitt hat.
8. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Reservoiranschluss (10)
in einer Seitenwand mindestens eine Vertiefung (16) hat, die an einer Innenseite der
Seitenwand eine Aufwölbung hervorruft.
9. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Ampulle (6) einen Luer-Anschluss
(30) mit einem Kragenteil (32) hat, der zwei kreisförmige Teile (36, 38) hat, die
in Richtung der Längsachse durch vier Streben (34) voneinander getrennt sind, so dass
vier voneinander getrennte Hohlräume (40) entstehen, wobei die Hohlräume (40) an das
elastische Element (20) angepasst sind.
10. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Kolben (8) einen ergonomisch
geformten Griff (48) hat.
11. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Kolben (8) eine Kolbenstange
(46) und einen Kolbenstopfen (42) hat, der mit der Kolbenstange (46) schraubbar verbunden
ist.
12. System nach Anspruch 11, bei dem die Kolbenstange (46) ein Schraubenteil (52) hat,
das in ein Sackloch des Kolbenstopfens (42) geschraubt ist.
13. System nach Anspruch 12, bei dem der Schraubenteil (52) einen Spalt (50) hat, der
sich entlang einer Längsachse des Kolbens (8) erstreckt und den Schraubenteil (52)
in zwei Teile aufteilt.
14. System nach Anspruch 13, bei dem der Schraubenteil (52) einen Aussendurchmesser hat,
der um einen festgelegten Betrag grösser als ein Durchmesser des Sackloches ist.
15. Adapter (2) für ein System (1) zum Entnehmen eines Pharmazeutikums aus einem Reservoir
(4), der in einer Längsrichtung einen Reservoiranschluss (10) und einen Ampullenanschluss
(14) für eine Kopplung an eine Ampulle (6) hat, dadurch gekennzeichnet, dass der Ampullenanschluss (14) mindestens einen Arretierungsmechanismus hat, der in einer
Seitenwand ein elastisches Element (20) aufweist, das einem Abschnitt der Seitenwand
entspricht, der sich entlang deren Umfang erstreckt und an gegenüberliegenden Enden
in die Seitenwand übergeht.
16. Adapter (2) nach Anspruch 15, bei dem in einem Mittelteil (12) zwischen dem Reservoiranschluss
(10) und dem Ampullenanschluss (14) zwei gegenüberliegende Öffnungen (18) vorhanden
sind, durch die ein Vorderteil der Ampulle (6) sichtbar ist.
17. Adapter (2) nach Anspruch 15, bei dem an einem Mittelteil (12) zwischen dem Reservoiranschluss
(10) und dem Ampullenanschluss (14) mindestens ein Rippenelement (11) vorhanden ist,
das sich zwischen dem Reservoiranschluss (10) und dem Ampullenanschluss (14) radial
nach aussen erstreckt.
18. Adapter (2) nach Anspruch 15, bei dem in einem Mittelteil (12) zwischen dem Reservoiranschluss
(10) und dem Ampullenanschluss (14) zwei gegenüberliegende Öffnungen (18) vorhanden
sind, durch die ein Vorderteil der Ampulle (6) sichtbar ist, und bei dem am Mittelteil
(12) zwischen dem Reservoiranschluss (10) und dem Ampullenanschluss (14) mindestens
ein Rippenelement (11) vorhanden ist, das sich zwischen dem Reservoiranschluss (10)
und dem Ampullenanschluss (14) radial nach aussen erstreckt.
19. Adapter nach einem der Ansprüche 15 bis 18, bei dem der mindestens eine Arretierungsmechanismus
ausserdem einen Schlitz (22, 24) aufweist, und bei dem sich das elastische Element
(20) parallel zum Schlitz (22, 24) erstreckt.
20. Adapter nach einem der Ansprüche 15 bis 18, bei dem der mindestens eine Arretierungsmechanismus
ausserdem zwei Schlitze (22, 24) aufweist, und bei dem sich das elastische Element
(20) parallel zu den Schlitzen (22, 24) erstreckt.
21. Adapter (2) nach einem der Ansprüche 13 - 16, bei dem der Reservoiranschluss (10)
einen nichtkreisförmigen Querschnitt hat.
22. Adapter (2) nach einem der Ansprüche 13 - 17, bei dem der Reservoiranschluss (10)
in einer Seitenwand mindestens eine Vertiefung (16) hat, die an einer Innenseite der
Seitenwand eine Aufwölbung hervorruft.