[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung einer Druckmaschine
mit mehreren Druckwerken sowie mehreren mechanisch miteinander gekoppelten Zylindern
und einem Steuerungsrechner zur Steuerung wenigstens eines Antriebsmotors, welcher
die mechanisch gekoppelten Zylinder antreibt.
[0002] Bogenrotationsdruckmaschinen im Offsetdruck verfügen über mehrere Druckwerke, welche
jeweils einen Auszug eines Druckbildes in einer bestimmten Farbe auf den Bedruckstoff
aufbringen. Meistens sind wenigstens vier Druckwerke vorhanden, um die drei Grundfarben
Rot, Gelb, Blau sowie Schwarz drucken zu können. Für Sonderfarben, wie zum Beispiel
Gold oder Silber, können jedoch noch weitere Druckwerke vorgesehen sein. Zusätzlich
ist es möglich, mit einem speziellen Lackierwerk im Anschluss an die Druckwerke eine
Lackierung auf den Bedruckstoff aufzubringen. Bogenrotationsdruckmaschinen können
zudem Vorder- und Rückseite eines Bedruckstoffs verarbeiten, so dass in diesem Fall
eine doppelte Anzahl von Druckwerken und Lackierwerken vorzusehen ist. Dies führt
bei Druckmaschinen für Schön- und Widerdruck mit mehreren Sonderfarben und anschließenden
Lackierwerken inzwischen zu einer stattlichen Anzahl von Druck- und Lackierwerken;
so ist eine Anzahl von 16 Druck- und Lackierwerken inzwischen nichts Ungewöhnliches
mehr im Verpackungsdruck.
[0003] Da sämtliche Druckwerke ihre Farbauszüge übereinander drucken, ist es wichtig, dass
dieses Übereinanderdrucken registergenau erfolgt, d. h. zwischen den einzelnen Farbauszügen
auf dem Bedruckstoff darf es möglichst keine Abweichung in der Positionierung geben,
da sonst für den Betrachter des fertigen Druckprodukts sichtbare Bildfehler auftreten.
Auch um diese Registergenauigkeit beim Übereinanderdrucken von verschiedenen Farbauszügen
zu erreichen, sind die einzelnen Druck- und Lackierwerke in Bogenrotationsdruckmaschinen
üblicherweise über einen Zahnradräderzug miteinander verbunden. In diesem Fall sind
die Plattenzylinder, Gummituchzylinder, Gegendruckzylinder und Transportzylinder sowie
Wendetrommeln der Druckmaschine mechanisch miteinander gekoppelt und werden von einem
oder mehreren Antriebsmotoren gemeinsam angetrieben. Die mechanisch gekoppelten Zylinder
stellen dabei ein System mit endlicher Steifigkeit dar, so dass sich bei bestimmten
Belastungen Torsionserscheinungen einstellen. Außerdem sind in den Druckwerken jeder
Bogenoffsetdruckmaschine Verstellmöglichkeiten zur Registerverstellung vorgesehen,
um gegebenenfalls Registerabweichungen zwischen den einzelnen Farbauszügen korrigieren
zu können, da die Abweichungen unter anderem von der Druckgeschwindigkeit abhängen
und diese nicht bei jedem Druckauftrag gleich ist. Es hat sich herausgestellt, dass
die Einstellung der Register nicht nur von der Druckgeschwindigkeit sondern auch vom
Drehmoment der Antriebe oder anderen Betriebsparametern der Druckmaschine abhängig
ist.
[0004] Aus
DE 31 48 449 C1 ist ein Verfahren zur Verringerung von Registerfehlern bei Mehrfarbenoffsetdruckmaschinen
bekannt, deren Druckwerke von einem gemeinsamen Motor angetrieben werden und eine
Einrichtung zur Registerverstellung aufweisen. Bei dieser Erfindung wird auf den funktionellen
Zusammenhang zwischen dem vom Antriebsmotor der Druckmaschine gelieferten Drehmoment
oder einer für das Drehmoment charakteristischen Größe und der zur Einhaltung eines
einwandfreien Registers notwendigen Registerverstellung in der Druckmaschine abgestellt.
Der funktionelle Zusammenhang zwischen dem Drehmoment und der notwendigen Registereinstellung
wird in einem Rechner der Druckmaschine abgespeichert. Während des laufenden Betriebs
der Druckmaschine wird das vom Antriebsmotor gelieferte Drehmoment überwacht und die
Registerverstellung in Abhängigkeit des jeweiligen Drehmoments vorgenommen. Der Zusammenhang
zwischen Drehmoment und Registerverstellung wird dabei entweder bei einem Probelauf
der Druckmaschine ermittelt und in Form einer Wertetabelle abgespeichert, oder es
werden Berechnungen angestellt, welche Wertepaare aus Drehmoment und Registerverstellung
ergeben. Auch in diesem Fall liegt eine Wertetabelle vor, auf die während des Druckbetriebs
zurückgegriffen werden kann. Der Vorteil einer solchen Vorgehensweise liegt darin,
dass kein aufwendiger Steuerungsrechner vorhanden sein muss, da lediglich ein Vergleich
zwischen dem momentan ermittelten Drehmoment und der Wertetabelle stattfinden muss,
woraufhin dann die entsprechenden Registerverstellwerte im Steuerungsrechner abgerufen
und genutzt werden. Das Verfahren hat jedoch den großen Nachteil, dass es nicht auf
Veränderungen innerhalb der Druckmaschine reagieren kann, welche nach Auslieferung
der Druckmaschine an den Kunden erfolgen, da die in der Druckmaschine abgespeicherte
Wertetabelle diese nicht berücksichtigen kann.
[0005] Aus der Offenlegungsschrift
DE 10 2004 031 508 A1 geht ein Verfahren zur Korrektur von Passerdifferenzen im Druckbetrieb bei Offsetrotationsdruckmaschinen
hervor, bei dem die Maschinensteuerung mittels eines Drehmomentenflussmodells Passerdifferenzen
vermeidet. Dazu werden die Passerdifferenzen zwischen den Druckwerken in Abhängigkeit
von relevanten Einflussgrößen wie z. B. Antriebs- und Lastmomenten des Antriebsräderzugs
von Druckwerken oder Wendeeinrichtungen online berechnet. Bei einer Änderung dieser
Einflussgrößen werden die durch diese Änderung hervorgerufenen Passerdifferenzen durch
eine automatische Umfangsregisterverstellung durch die Maschinensteuerung online ausgeregelt.
[0006] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zu schaffen, mit welchem
die Registerhaltigkeit bei Offsetdruckmaschinen weiter verbessert werden kann und
welche auf Veränderungen von Betriebsparametern der Druckmaschine während des Druckbetriebs
reagieren können.
[0007] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch Patentanspruch 1 gelöst. Besonders vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen und den Zeichnungen zu entnehmen.
[0008] Die vorliegende Erfindung ist bei allen Druckmaschinen anwendbar, in denen mehrere
Druckzylinder, Gummituchzylinder, Plattenzylinder oder Transportzylinder mechanisch
miteinander gekoppelt sind. Die mechanische Koppelung bewirkt, dass Veränderungen
an einem der Zylinder sich zwangsläufig auch auf die anderen mit diesem gekoppelten
Zylinder auswirken. Die Erfindung ist daher geradezu prädestiniert, in Bogenoffsetdruckmaschinen
eingesetzt zu werden, bei denen sämtliche Zylinder oder zumindest ein Großteil der
Zylinder durch eine mechanische Koppelung, wie einen durchgehenden Räderzug oder eine
Längswelle, miteinander verbunden sind. Die erfindungsgemäße Druckmaschine verfügt
zudem über wenigstens einen Antriebsmotor, welcher die mechanisch gekoppelten Zylinder
antreibt, und einen Steuerungsrechner, in dem ein mathematisches Torsionsmodell in
Form von Software zur Beschreibung des Torsionszustands der drehbar mechanisch miteinander
gekoppelten Zylinder im Steuerungsrechner der Druckmaschine abgespeichert ist. Dieses
Torsionsmodell stellt einen Algorithmus dar, welcher die mechanische Verdrehung und
Position der einzelnen miteinander gekoppelten Zylinder zueinander in Abhängigkeit
wenigstens eines messbaren Betriebsparameters oder einer dem Steuerungsrechner bekannten
Größe auch während des Betriebs der Druckmaschine ständig neu berechnen kann. Bei
den Betriebsparametern und den bekannten Größen kann es sich z.B. um das aktuelle
Drehmoment des einen oder mehrerer Antriebe, die aufgenommene Leistung der Antriebe,
Betriebstemperaturen, benutzte Druckwerke, eingeschaltete Komponenten, Einstellungen
der Farbzonenöffnungen in den Druckwerken etc. handeln. Auf Basis der durch das Torsionsmodell
während des Betriebs der Druckmaschine berechneten Werte kann dann der Steuerungsrechner
in die Steuerung der Druckmaschine eingreifen. Diese Vorgehensweise hat den großen
Vorteil, dass auch Änderungen am Torsionszustand der Druckmaschine während des Druckbetriebs
berücksichtigt werden können, die zum Beispiel aufgrund der Änderung von Umweltbedingungen
wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit entstehen. Weiterhin kann die Druckmaschine leichtgängiger
oder schwergängiger während des Betriebs werden, so dass sich auch dadurch Änderungen
im Torsionszustand der miteinander gekoppelten Zylinder ergeben können. Wenn die entsprechenden
Betriebsparameter der Druckmaschine durch Sensoren erfasst werden und dem Maschinenrechner
mit dem Torsionsmodell zugeleitet werden, so können entsprechende Werte zur Korrektur
von Einstellungen der Druckmaschine berechnet und die entsprechenden Einstellvorgänge
ausgelöst werden.
[0009] In einer ersten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass als Betriebsparameter
wenigstens eine für den Leistungsbedarf des wenigstens einen Antriebsmotors charakteristische
Größe gemessen und dem Steuerungsrechner der Druckmaschine zugeführt wird. Der Leistungsbedarf
der Druckmaschine lässt sich zum Beispiel über das Messen des aufgenommen Stroms des
Antriebsmotors erfassen. Je größer der erfasste Strom ist, desto mehr elektrische
Leistung bezieht der Antriebsmotor aus dem Stromnetz. Der Leistungsbedarf des Antriebsmotors
kann sich zum Beispiel durch die Änderung der Druckgeschwindigkeit verändern. Wenn
die Druckgeschwindigkeit erhöht wird, ändert sich zwangsläufig auch der Leistungsbedarf
des Antriebsmotors, denn für eine höhere Druckgeschwindigkeit wird entsprechend mehr
Antriebsleistung benötigt. Aber auch bei gleich bleibender Druckgeschwindigkeit kann
sich der Leistungsbedarf der Druckmaschine zum Beispiel durch Erwärmung verändern.
Die Änderung des Leistungsbedarfs der Druckmaschine bleibt jedoch nicht ohne Auswirkung
auf die Einstellungen. Unter Berücksichtigung des gemessenen Leistungsbedarfs des
Antriebsmotors können über das Torsionsmodell im Maschinenrechner die Auswirkungen
auf den Torsionszustand der Druckmaschine berechnet werden. Entsprechende Änderungen
an den Einstellungen der Druckmaschine können dann vom Steuerungsrechner in die Wege
geleitet werden.
[0010] Es ist weiterhin vorgesehen, dass als Betriebsparameter das durch den wenigstens
einen Antriebsmotor in die Zylinder eingespeiste Drehmoment gemessen und dem Steuerungsrechner
der Druckmaschine zugeführt wird. Zusätzlich zur Messung des Leistungsbedarfs des
Antriebsmotors oder alternativ kann auch das in die Zylinder der Druckmaschine eingespeiste
Drehmoment erfasst werden. Die Drehmomenterfassung kann ebenfalls über den Antriebsmotor
erfolgen oder über zusätzliche Drehmomentssensoren, welche das Drehmoment an einzelnen
Zylindern der Druckmaschine oder an Zahnrädern des Zahnräderzugs messen. Die erfassten
Drehmomentwerte werden ebenfalls dem Torsionsmodell im Maschinenrechner der Druckmaschine
zugeführt, so dass dort in Abhängigkeit des jeweils erfassten Drehmoments der Torsionszustand
der Druckmaschine berechnet werden kann. Auch so können dann die entsprechenden, notwendigen
Einstellungen an der Druckmaschine vom Steuerungsrechner vorgenommen werden.
[0011] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
mittels der durch das Torsionsmodell berechneten Werte eine Verstellung der Register
oder/und eine Verstellung der Vordermarke in den Druckwerken vorgenommen wird. Falls
ein Lackierwerk vorhanden ist, kann selbstverständlich auch die Registerhaltigkeit
in einem solchen Lackierwerk verstellt werden. Wie eingangs erwähnt wurde, ist die
Registerhaltigkeit beim Übereinanderdrucken der verschiedenen Farbauszüge zur Erzielung
hoher Druckqualität besonders empfindlich, was Änderungen am Betriebszustand der Druckmaschine
betrifft. Das trifft vor allen Dingen auf Änderungen des Torsionszustandes der miteinander
verbundenen Zylinder in der Druckmaschine zu. So kann sich der Räderzug bei Erwärmung
und während der Abarbeitung eines Druckauftrags entspannen, was eine Änderung der
Registereinstellung zur Folge hat. In der Praxis erfährt der Drucker von einer solchen
Registereinstellung erst dadurch, dass er Probebogen zieht und dort die Veränderung
der Register bemerkt, oder eine automatische Registerüberwachung in der Druckmaschine
installiert hat, welche die Registerabweichung selbsttätig ausregelt. Eine solche
automatisierte Registerüberwachung ist aber teuer und nicht für jede Druckmaschine
verfügbar. Außerdem müssen entsprechende spezielle Messmarken auf dem Bedruckstoff
vorgesehen sein, welche entsprechend Raum auf dem Bedruckstoff beanspruchen, welcher
sonst für das Druckbild selbst genutzt werden könnte. Mit dem Einsatz des Torsionsmodells
ist es aber möglich, anhand von Betriebsparametern wie geändertem Leistungsbedarf
oder Drehmomentveränderung den Torsionszustand in der Druckmaschine ständig aktuell
neu zu berechnen und auf dieser Basis eine Verstellung der Register in den einzelnen
Druckwerken oder Lackierwerken vorzunehmen. In diesem Fall ist keine aufwendige automatisierte
Registerregelung notwendig, es reicht aus, eine Steuerung der Register anhand der
durch das Torsionsmodell berechneten Werte vorzunehmen. Wenn der Drucker es wünscht,
können die geänderten Werte der Registerverstellung zunächst an einem Bildschirm der
Druckmaschine angezeigt werden, so dass der Drucker selbst entscheiden kann, ob er
die Registerverstellung von Hand vornehmen möchte oder der Druckmaschine überlassen
will. Im letzteren Fall kann dem Drucker dadurch die Arbeit erleichtert werden, dass
die Registerverstellung durch den Steuerungsrechner der Druckmaschine automatisch
erfolgt. In diesem Fall muss sich der Drucker über die Übernahme der richtigen Werte
für die Registerverstellung keine Gedanken mehr machen. Neben der Registerverstellung
ist auch eine Verstellung der Vordermarke am Anleger möglich. Diese Verstellung gewährleistet,
dass der Papierrand im Transportgreifer auf einem Referenzzylinder, vorzugsweise in
Maschinenmitte bzw. nahe des Hauptantriebs, zu einem Referenzzustand bei Änderung
des Betriebszustandes nachgeführt wird. Dies steigert die Reproduzierbarkeit der Bogenübergabe
durch die Vergleichmäßigung des Papierüberstandes am Referenzzylinder, wobei der Papierüberstand
in den vorderen Druckwerken allerdings auch verändert wird. Im folgenden Text ist
neben der Registerverstellung auch immer die Verstellung der Vordermarke möglich.
[0012] Vorteilhafterweise kann vorgesehen sein, dass die Druckmaschine eine Messeinrichtung
zur Überwachung der Register aufweist und dass bei der Erfassung von Registerabweichungen
im Steuerungsrechner mittels des Torsionsmodells eine Korrektur der Registerverstellung
oder/und der Verstellung der Vordermarke in den Druckwerken erfolgt. In diesem Fall
ist zusätzlich zur Steuerung eine Regelung der Register vorgesehen, indem Registermarken
auf den Bedruckstoffen in der Druckmaschine oder auf einem separaten Messtisch erfasst
werden und diese dem Steuerungsrechner der Druckmaschine zugeführt werden. Um die
Regelung der Registerverstellung zu verbessern, werden die erfassten Abweichungen
bei den Registern der einzelnen Druckwerke oder Lackierwerke jedoch ebenfalls dem
Torsionsmodell im Steuerungsrechner der Druckmaschine zugeführt, so dass bei der Berechnung
der Stellgrößen für die Korrektur der Registerabweichung im Steuerungsrechner der
Torsionszustand in der Druckmaschine mit berücksichtigt werden kann. Gegenüber einer
herkömmlichen Registerregelung führt dies zu einer deutlichen Verbesserung, da die
Korrektur der Registerabweichung gezielter durchgeführt werden kann, so dass weniger
Regelschritte zur Korrektur der Registerabweichung durch den Steuerungsrechner notwendig
sind. Eine Verminderung von Regelschritten bei der Korrektur von Registerabweichungen
führt aber dazu, dass die Registerabweichungen schneller ausgeregelt werden können.
Dies wiederum hat zur Folge, dass weniger Bedruckstoffe anfallen, auf denen entsprechende
Registerabweichungen der einzelnen Farbauszüge zu erkennen sind, so dass Makulatur
reduziert wird.
[0013] Vorteilhafterweise ist außerdem vorgesehen, dass die Registerverstellung oder/und
die Verstellung der Vordermarke für wenigstens einen ausgewählten Betriebszustand
der Druckmaschine korrekt eingestellt wird und die korrekten Einstellungswerte der
Registerverstellung oder/und der Verstellung der Vordermarke in Verbindung mit dem
zugehörigen ausgewählten Betriebszustand im Steuerungsrechner der Druckmaschine abgespeichert
werden. Bei dem ausgewählten Betriebszustand kann es sich z.B. um eine bestimmte Maschinenkonfiguration
handeln oder eine bestimmte Druckgeschwindigkeit. In diesem Fall kann der Drucker
in einem Einrichtbetrieb, welcher mit einer geringen Druckgeschwindigkeit durchgeführt
wird, selbst die Register in den einzelnen Druckwerken einstellen, bis das Ergebnis
seinen Wünschen entspricht. Die ausgewählte Druckgeschwindigkeit ist in diesem Fall
die Einrichtgeschwindigkeit. Auf diese Art und Weise können Einflüsse aus der Druckplattenbelichtung,
dem Einspannvorgang der Druckplatten und dem Torsionszustand der Maschine bei Einrichtgeschwindigkeit
korrigiert werden. Wenn das Ergebnis den Wünschen des Druckers entspricht, so kann
er dies gegenüber dem Steuerungsrechner der Druckmaschine durch eine entsprechende
Eingabe quittieren. Durch dieses Quittiersignal wird ein Speichervorgang ausgelöst,
bei dem eingestellte Registerverstellwerte, die aktuell aufgenommene Antriebsleistung
oder das Drehmoment sowie zusätzliche andere Daten in der Druckmaschinensteuerung
abgespeichert werden. Danach kann der Drucker dann die Druckmaschine auf Druckbetrieb
umschalten und auf volle Maschinengeschwindigkeit bringen. In Abhängigkeit der nun
erreichten Maschinengeschwindigkeit berechnet die Maschinensteuerung anhand des Torsionsmodells
und der abgespeicherten Registerverstellwerte bei Einrichtge-schwindigkeit entsprechende
Registerverstellwerte, um einen einwandfreien Druck auch bei voller Maschinengeschwindigkeit
zu gewährleisten. Damit entfällt das sonst für den Drucker übliche manuelle Nachführen
von Registerverstellwerten, wenn sich die Druckgeschwindigkeit der Druckmaschine ändert.
Dies kann soweit gehen, dass bei Änderung der Druckgeschwindigkeit auf Basis der für
die ausgewählte Druck-geschwindigkeit korrekt eingestellten Registerverstellung unter
Berücksichtigung des Torsionsmodells eine Korrektur der Registerverstellung bei geänderter
Druck-geschwindigkeit automatisch erfolgt. Sobald der Drucker seine Maschine bei einer
anderen Geschwindigkeit betreibt, wird mittels des Torsionsmodells eine entsprechende
Korrektur der Registerverstellung vorgenommen werden, ohne dass der Drucker eingreifen
muss.
[0014] In einer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass durch die Erfassung eines
Betriebsparameters auf mehrere Komponenten oder Druckwerke der Druckmaschine eingewirkt
wird. Wie bereits erwähnt, kann ein solcher Betriebsparameter die Leistungsaufnahme
oder der Drehmomentbedarf der Druckmaschine sein. Um die Registerverstellung in einzelnen
Druckwerken oder Lackierwerken korrekt vornehmen zu können, müssen normalerweise über
Sensoren die entsprechenden Registerabweichungen erfasst werden. Dies ist bei Einsatz
des Steuerungsrechners mit implementiertem Torsionsmodell nun nicht mehr notwendig,
da es ausreicht, anhand einer einzigen erfassten Größe, wie zum Beispiel dem Leistungsbedarf
der Druckmaschine, auf mehrere Druckwerke der Druckmaschine einzuwirken. Da das Torsionsmodell
den Torsionszustand und damit die Koppelung der Zylinder in den einzelnen Druckwerken
der Druckmaschine berücksichtigt und beschreibt, wird die Auswirkung der Verstellung
von Registern in den einzelnen Druckwerken untereinander mitberücksichtigt. Durch
das Torsionsmodell lässt sich die Auswirkung einer Betriebsgröße wie dem Leistungsbedarf
auf sämtliche Druckwerke oder Lackierwerke der Druckmaschine berechnen, so dass die
Maschinensteuerung über die Registerverstelleinrichtung dann die entsprechenden Korrekturen
an allen Druckwerken oder Lackierwerken vornehmen kann.
[0015] Es ist weiterhin möglich, dass der Torsionszustand der Druckmaschine an wenigstens
zwei Stellen mittels Sensoren messtechnisch erfasst wird. In der Druckmaschine sind
an wenigstens zwei Stellen Sensoren vorzusehen, welche z.B. über das jeweils anliegende
Drehmoment oder die Differenzverdrehung zwischen den Sensoren die Torsion zusätzlich
messen. Die gemessenen Werte können in das Torsionsmodell übernommen werden, um es
so an wenigstens zwei Stellen auf etwaigen Korrekturbedarf zu überprüfen. In diesem
Fall werden an hand des Torsionsmodells nicht nur Werte berechnet, sondern es werden
auch Messwerte zur Überprüfung verwendet, was die Genauigkeit erhöht. Die gemessenen
Werte können zur Interpolation dazwischen liegender Werte durch das Torsionsmodell
herangezogen werden. Die mittels der Sensoren ermittelten Messwerte können auch dazu
genutzt werden, das Torsionsmodell während des Betriebs zu optimieren. In diesem Fall
werden die Messwerte in einer Art lernenden Steuerung berücksichtigt, indem die Parameter
des Torsionsmodells ständig oder in bestimmten zeitlichen Abständen entsprechend angepasst
werden.
[0016] Vorteilhafterweise ist vorgesehen, dass die Drehmomentverteilung in den Druckwerken
der Druckmaschine variabel einstellbar ist oder in Abhängigkeit der Maschinenkonfiguration
erfolgt. Neben der Registerverstellung in den einzelnen Druckwerken können Registerkorrekturen
auch dadurch ausgeführt werden, dass die Drehmomentverteilung in den einzelnen Druckwerken
zum Beispiel in Abhängigkeit der Druckgeschwindigkeit verändert wird. Dies kann durch
Bremsen in den Druckwerken erfolgen, oder es können zusätzliche Antriebsmotoren vorgesehen
sein, mit denen die Drehmomentverteilung verändert werden kann. Als besonders vorteilhaft
erweist es sich, wenn die Drehmomentverteilung des Antriebsmotors in den Druckwerken
in Abhängigkeit der jeweiligen Konfiguration der Druckwerke erfolgt. Der Drehmomentbedarf
in den einzelnen Druckwerken ist unter anderem davon abhängig, wie viele Druckwerke
für den jeweiligen Druckauftrag überhaupt verwendet werden, ob zum Beispiel im Schöndruck
oder im Widerdruck gearbeitet wird und wie jeweils die Farbzonenöffnung ist. Alle
diese Konfigurationen, welche vom jeweiligen Druckauftrag abhängig sind, haben einen
geänderten Drehmomentbedarf in den einzelnen Druckwerken zur Folge. Auch dieser Bedarf
kann mittels des Torsionsmodells berechnet werden, um so die Druckqualität auf den
Bedruckstoffen zu verbessern.
[0017] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass mittels des Torsionsmodells
Lageabweichungen bezüglich Vorder- und Rückseite eines Bedruckstoffes beim Schön-
und Widerdruck nach einer Wendetrommel durch die Registerverstellung korrigiert werden.
Auch im Schön- und Widerdruck stellt sich genau wie im reinen Schöndruck bei jeder
Druckgeschwindigkeit ein Torsionszustand in der Druckmaschine ein. Ändert sich dieser
Torsionszustand aufgrund einer geänderten Leistungsaufnahme oder eines geänderten
Drehmomentbedarfs, gehen auch hier wie im reinen Schöndruck Registeränderungen einher.
Im Schön- und Widerdruck ändert sich jedoch zusätzlich auch die Passergenauigkeit
zwischen den Druckbildern auf Vorder- und Rückseite des Bedruckstoffs. Auch zwischen
dem Druckbild auf Vorderseite und Rückseite darf es aber möglichst keine Abweichung
im Passer ergeben, da sonst zum Beispiel ein randloser Beschnitt des Bedruckstoffs
nicht möglich ist, ohne dass wegen der unterschiedlichen Lage entweder beim Druckbild
auf der Vorderseite oder beim Druckbild auf der Rückseite Teile abgeschnitten werden.
Es sind also auch möglichst geringe Abweichungen am Passer zwischen Vorder- und Rückseite
erwünscht. Auch diese Abweichungen können mittels des Torsionsmodells in der Maschinensteuerung
berechnet werden und so die entsprechenden Korrekturen in der Druckmaschine vorgenommen
werden.
[0018] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
der sich ändernde Torsionszustand der Druckmaschine berechnet wird, dass aus dem berechneten
Torsionszustand die Registerabweichung berechnet wird, welche ein Bedruckstoff in
der Druckmaschine vor der Wendetrommel erfahren hat, und dass die Registerverstellung
für die Druckwerke nach der Wendetrommel mit dem doppelten Wert des Papierrandverlusts
bezogen auf die Druckwerke vor der Wendung zur Korrektur der Registerabweichung beaufschlagt
werden. In diesem Fall wird die Abweichung des Passers zwischen Vorderseite und Rückseite
des Bedruckstoffs über die Registerverstelleinrichtung an den Druckwerken und Lackierwerken
nach der Wendeeinrichtung korrigiert. Mittels des Torsionsmodells wird der aktuelle
Torsionszustand berechnet, woraus sich der Papierrandverlust des Bedruckstoffs aufsummiert
über die Druckwerke vor der Wendung ergibt. Daraus werden wie im reinen Schöndruck
mittels des Torsionsmodells entsprechend Registerstellwerte berechnet. Für die Druck-
und Lackierwerke nach der Wendeeinrichtung werden alle Registerstellwerte um das Doppelte
des festgestellten Papierrandverlusts korrigiert, sodass zwischen den Druckbildern
auf der Vorderseite und Rückseite keine Passerabweichungen mehr auftreten. Es ist
daher mittels der vorliegenden Erfindung auch möglich, Passerabweichungen beim Schön-
und Widerdruck zuverlässig zu vermeiden.
[0019] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ergibt sich durch eine Verbesserung
der Modellergebnisse mittels maschinenindividuellem Kalibrierversuch. Da sowohl die
Nachgiebigkeit des Räderzuges als auch die Strom/Drehmomentcharakteristik des Antriebes
kleinere Streuungen aufweisen können, lässt sich das individuelle Ergebnis an einer
Maschine dadurch verbessern, dass vor der Auslieferung der Maschine an den Kunden
ein standardisierter Drucktest unter realen Bedingungen durchgeführt wird und die
Aussagen des Torsionsmodells dann mit Hilfe der daraus gefundenen Werte verbessert
wie z.B. skaliert werden. Im einfachsten Fall wird dabei ein Skalierungsfaktor über
alle Werte zur Korrektur überlagert. Diese Kalibrierung ist nur einmal erforderlich.
[0020] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand mehrerer Figuren näher beschrieben
und erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine Bogenoffsetdruckmaschine, bei der die Registerverstellung in den Druckwerken
und im Lackierwerk über ein in einer Maschinensteuerung hinterlegtes Torsionsmodell
gesteuert wird,
Figur 2 den Aufbau der Maschinensteuerung der Druckmaschine aus Figur 1 und
Figur 3 ein Schaubild des Papierrandverlusts bei Schön- und Widerdruck in einer Druckmaschine
mit 10 Druckwerken.
[0021] In Figur 1 ist eine Druckmaschine 1 abgebildet, welche im Offsetrotationsdruck bogenförmige
Bedruckstoffe 22 verarbeitet. Die Druckmaschine 1 weist fünf Druckwerke 6 und ein
Lackierwerk 7 auf. Die ersten vier Druckwerke 6 dienen dabei im Schöndruck zur Aufbringung
der vier Grundfarben Gelb, Rot, Blau und Schwarz, während das fünfte Druckwerk 6 mit
Sonderfarben wie Silber, Gold oder ähnlichem befüllt wird. Die in den Druckwerken
6 verwendeten Farben sind jedoch für das Funktionieren der vorliegenden Erfindung
völlig unerheblich. Im Anschluss an das fünfte Druckwerk 6 werden die bedruckten Bogen
22 im Lackwerk 7 mit einer Lackschicht versehen. Die im Lackierwerk 7 fertig produzierten
Bogen 22 werden mittels Greiferbrücken an einer Auslegertransportkette 8 ergriffen
und im Ausleger 3 auf einen Auslegerstapel 4 abgelegt. Wenn der Auslegerstapel 4 seine
maximale Höhe erreicht hat, wird er entnommen und zur Weiterverarbeitung gebracht.
Auf der gegenüber liegenden Seite der Druckmaschine 1 befindet sich der Anleger 2,
welcher einem Anlegerstapel 5 bogenförmige Bedruckstoffe 22 entnimmt und über einen
Anlagetisch 15 dem ersten Druckwerk 6 der Druckmaschine 1 zuführt. Vom ersten Druckwerk
6 bis zum Lackierwerk 7 werden die bogenförmigen Bedruckstoffe 22 mittels Zylindern
9, 10 transportiert.
[0022] Jedes der Druckwerke 6 weist einen Gegendruckzylinder 10 auf, welcher zusammen mit
einem Gummituchzylinder 13 den Druckspalt bildet, in dem im Druckwerk 6 die Farbe
auf den Bogen 22 aufgebracht wird. Die Druckfarbe selbst befindet sich in jedem Druckwerk
im Farbwerk 11, welches die Druckfarbe entsprechend den Einstellungen des aktuellen
Druckauftrags dosiert. Zur Beeinflussung der Druckeigenschaften der Farbe befindet
sich in jedem Druckwerk 6 außerdem ein Feuchtwerk 12, mit dem gezielt Feuchtmittel
zugegeben werden kann. Die so angefeuchtete Druckfarbe wird im Druckwerk 6 auf den
Plattenzylinder 14 übertragen, welcher eine Druckplatte trägt und die aufgebrachte
Druckfarbe durch eine abrollende Bewegung an den Gummituchzylinder 13 weitergibt.
Prinzipiell sind alle Druckwerke 6 gleich aufgebaut, wobei dies nicht notwendigerweise
so sein muss. Zwischen den einzelnen Druckwerken 6 werden die Bogen 22 in Figur 1
mittels einer Wendetrommel 9 transportiert. Diese Wendetrommeln 9 erlauben es, die
Druckmaschine 1 im Schön- und Widerdruckbetrieb zu betreiben. Mittels der Wendetrommel
9 kann der bedruckte Bogen 22 zwischen jedem der Druckwerke 6 gewendet werden, so
dass sowohl Vorder- als auch Rückseite bedruckt werden können.
[0023] Hinter dem fünften Druckwerk 6 befindet sich ein Lackierwerk 7, in welchem auf den
fertig bedruckten Bogen 22 zusätzlich eine Lackschicht aufgebracht werden kann. Die
Druckmaschine 1 in Figur 1 ist so ausgestaltet, dass sämtliche Zylinder 9, 10, 13,
14 und die Farbwerke 11 und die Feuchtwerke 12 über einen Zahnräderzug miteinander
mechanisch gekoppelt sind. Dabei ist es möglich, dass einzelne Druckwerke 6 oder auch
Zylinder 9, 10, 13, 14 durch Kupplungen vom durchgehenden mechanischen Räderzug abgekoppelt
werden können. Während des Druckbetriebs sind aber alle Zylinder 9, 10, 13, 14 fest
miteinander mechanisch gekoppelt und werden von einem gemeinsamen Hauptantriebsmotor
16 angetrieben. In Figur 1 treibt der Hauptantriebsmotor 16 auf ein Zahnrad des Gegendruckzylinders
10 im dritten Druckwerk 6 ab, von wo aus die Kraft über den Zahnräderzug auf die anderen
Zylinder 9, 10, 13, 14 der Druckmaschine 1 übertragen wird.
[0024] In den Druckwerken 6 und in dem Lackierwerk 7 werden die einzelnen Farbauszüge und
die Lackschicht übereinander gedruckt. Für ein optimales Druckergebnis ist es erforderlich,
dass sämtliche Farbauszüge und die Lackschicht möglichst exakt übereinander gedruckt
werden, da sonst Bildfehler auftreten. Diese exakte Positionierung übereinander wird
in der Druckindustrie als Registerhaltigkeit bezeichnet. Obwohl die Zylinder 10, 13,
14 in den einzelnen Druckwerken 6 mechanisch miteinander gekoppelt sind, weist der
Zahnräderzug eine gewisse Elastizität auf, wobei einzelne Zylinder wie zum Beispiel
die Plattenzylinder 14 in den Druckwerken 6 mittels eines nicht gezeigten Motors in
gewissen Grenzen zur Registerverstellung gegeneinander verdreht werden können. Die
Verdrehung der miteinander gekoppelten Zylinder 9, 10, 13, 14 der Maschine hängt vor
allem vom Betriebszustand der Druckmaschine 1 ab. Dabei spielt insbesondere die Druck-geschwindigkeit
eine große Rolle, aber auch Betriebsparameter wie Umgebungstemperatur, Luftfeuchtigkeit
etc. sind zu berücksichtigen. Die Verdrehung im Antriebsstrang der Druckmaschine 1
kann daher ihren Zustand je nach Betriebsbedingungen ändern. Der Torsionszustand ergibt
sich aus der Steifigkeit und der Belastung der miteinander gekoppelten Zylinder 9,
10, 13, 14, welche sich, wenn auch in geringem Maße, immer ein wenig gegeneinander
verdrehen lassen. Der Torsionszustand der Druckmaschine 1 hat unmittelbar eine Veränderung
der Registerhaltigkeit auf den Bogen 22 zur Folge. Bei Inbetriebnahme der Druckmaschine
1 stellt der Drucker daher zu Beginn eines Druckauftrags zunächst bei einer ausgewählten
Druckgeschwindigkeit, welche meist erheblicher niedriger als die endgültige Produktionsgeschwindigkeit
liegt, die Registerhaltigkeit der einzelnen Farbauszüge in den Druckwerken 6 und der
Lackschicht im Lackierwerk 7 ein. Dies geschieht dadurch, dass einige Bogen 22 produziert
werden, welche dann mittels eines Messgeräts oder einer Lupe mit bloßem Auge durch
den Drucker ausgewertet werden. Die festgestellten Registerabweichungen werden durch
eine Verstellung der Register in den einzelnen Druckwerken 6 und im Lackierwerk 7
korrigiert.
[0025] Zur Korrektur der Registerverstellung weist die Druckmaschine 1 in Figur 1 eine Maschinensteuerung
20 auf, welche sämtliche Komponenten der Druckmaschine 1 steuert. Die Maschinensteuerung
20 verfügt über einen Rechner, welcher zum Beispiel den Hauptantriebsmotor 16 der
Druckmaschine 1 steuert und außerdem dazu vorgesehen ist, die nicht gezeigten Registerverstellmotoren
in den einzelnen Druckwerken 6 und im Lackierwerk 7 zu kontrollieren. Dazu sind die
Registerverstelleinrichtungen in den Druckwerken 6 und im Lackierwerk 7 über eine
Kommunikationsverbindung 21 mit der Maschinensteuerung 20 verbunden. Die Maschinensteuerung
20 wiederum steht mit einer hier nicht gezeigten Eingabevorrichtung, wie zum Beispiel
einem Bildschirm und einer Tastatur, in Verbindung, sodass der Drucker die Druckmaschine
1 entsprechend seinen Vorgaben einrichten kann. Über die Maschinensteuerung 20 kann
der Drucker somit die Registerverstellung in den einzelnen Druckwerken 6 und im Lackierwerk
7 von Hand vornehmen. Wenn in der Druckmaschine 1 entsprechende Registersensoren vorhanden
sind, so kann die Registerverstellung auch im geschlossenen Regelkreis vorgenommen
werden. Für das Funktionieren der vorliegenden Erfindung ist dies aber nicht erforderlich.
[0026] Die vorliegende Erfindung sorgt nämlich dafür, dass Regeleingriffe nach Möglichkeit
gar nicht notwendig werden. Es handelt sich um eine Steuerung, welche anhand eines
oder mehrerer Betriebsparameter der Druckmaschine 1 sich während des Betriebs einstellende
Registerabweichungen vorausberechnen und die Registerverstellung selbsttätig vornehmen
kann.
[0027] Außerdem ist am Anleger 2 der Druckmaschine 1 eine verstellbare Vordermarke 23 vorhanden.
Auch diese Vordermarke 23 wird vom Maschinenrechner 18 gesteuert. Die Vordermarke
lässt meist eine Veränderung der Bogenanlage um +- 1 mm zu, wodurch gleichzeitig die
Bogenlage in allen weiteren Transportgreifern auf den Zylindern 8, 9, 10 mit beeinflusst
wird. Mittels des Torsionsmodells kann nun auch auf einen Referenzzylinder z.B. eine
der Wendetrommeln 9 bezogen berechnet werden, um wie viel die Vordermarke 23 verstellt
werden muss, um am ausgewählten Referenzzylinder eine gewünschte Bogenlage im Transportgreifer
zu haben. Damit ist eine weitere Korrekturmögfichkeit durch das Torsionsmodell gegeben.
[0028] Die Maschinensteuerung 20 aus Figur 1 wird in Figur 2 näher erläutert. Die Maschinensteuerung
20 besteht aus dem Maschinenrechner 18, welcher sämtliche Betriebsvorgänge der Druckmaschine
1 berechnet und kontrolliert. Der Maschinenrechner 18 überwacht und kontrolliert zum
einen die Antriebssteuerung 17, welche den Leistungsbedarf des Hauptantriebsmotors
16 der Druckmaschine regelt. Zum anderen steuert der Maschinenrechner 18 auch die
Registersteuerung 19, welche in den einzelnen Druckwerken 6 und im Lackierwerk 7 Registerverstellungen
vornimmt. Der Maschinenrechner 18 ist somit das Herzstück der Maschinensteuerung 20.
[0029] Erfindungsgemäß ist im Maschinenrechner 18 ein Torsionsmodell der Druckmaschine 1
in Form von Software abgelegt, welches es erlaubt, den Torsionszustand der Druckmaschine
1 in Abhängigkeit der verschiedenen Parameter zu berechnen. Als Betriebsparameter
kommen dabei das vom Hauptantriebsmotor 16 abgegebene Drehmoment oder die abgegebene
Leistung in Frage, aber auch die Umgebungstemperatur oder Betriebstemperatur der Druckmaschine
1 und Einstellungen der Konfiguration in den einzelnen Druckwerken 6 der Druckmaschine
1. Es hat sich gezeigt, dass es ausreicht, z. B. ständig den Leistungsbedarf des Hauptantriebsmotors
16 zu erfassen und im Maschinenrechner 18 dem Torsionsmodell zuzuführen, um den Torsionszustand
der Druckmaschine 1 ermitteln zu können. Anhand des ermittelten Torsionszustands lassen
sich dann Verstellwerte für die Registerverstellung in den einzelnen Druckwerken 6
und im Lackierwerk 7 berechnen, welche durch die Registersteuerung 19 vorgenommen
werden. Auf diese Art und Weise ist es möglich, in Abhängigkeit sich ändernder Betriebsparameter
mittels des Torsionsmodells die Registerverstellung zu korrigieren, ohne eine aufwändige
Regelungseinrichtung in der Druckmaschine 1 vorsehen zu müssen.
[0030] Mittels des Torsionsmodells kann eine bei niedriger Einrichtgeschwindigkeit vorgenommene
korrekte Registereinstellung durch den Drucker auf beliebige andere Druckgeschwindigkeiten
der Druckmaschine 1 umgerechnet werden, so dass der Drucker bei Änderungen der Druckgeschwindigkeit
keine neuen Werte für die Registerverstellung eingeben muss.
[0031] Wenn die Druckmaschine 1 im Schön- und Widerdruckbetrieb arbeitet, so ist neben der
Registerhaltigkeit auch die Übereinstimmung der Positionen des Druckbildes auf der
Vorderseite und der Rückseite, der sogenannte Wendepasser, vom Torsionszustand der
Druckmaschine 1 abhängig. Die Druckmaschine 1 in Figur 1 kann z. B. im Schön- und
Widerdruck betrieben werden, indem auf der dritten Wendetrommel 9 die Bedruckstoffe
22 gewendet werden und so im vierten und fünften Druckwerk 6 auch auf der Rückseite
bedruckt werden. Um die Passerhaltigkeit von Druckbild auf Vorder- und Rückseite des
Bogens 22 zu erreichen, müssen Registerverstellungen an den ersten drei Druckwerken
6 wie im reinen Schöndruck vorgenommen werden. Bei den Druckwerken 6 vier und fünf
ist zu beachten, dass hier die Rückseite bedruckt wird, so dass sich Registerabweichungen
auf den Passer anders auswirken. Anhand des Torsionsmodells im Maschinenrechner 18
kann der Abstand des Druckbildes der Vorderseite zum Rand des Bogens 22 berechnet
werden, so dass dieser für die Verstellung der Register in den Druckwerken 6 vier
und fünf zur Verfügung steht. Die Druckwerke 6 vier und fünf nach der Wendung werden
dabei mit dem doppelten berechneten Papierrandverlust des Bogens 22 beaufschlagt,
so dass letztendlich die Druckbilder auf Vorder- und Rückseite des Bogens 22 passergenau
übereinander liegen.
[0032] Der Verlauf des Papierrandverlusts über alle Druckwerke 6 einer Druckmaschine 1 hinweg
ist in Figur 3 am Beispiel einer 10-Farbendruckmaschine dargestellt. Die Wendeeinrichtung
befindet sich dabei zwischen dem vierten und dem fünften Druckwerk. Auf der vertikalen
Achse ist der Papierrandverlust bezogen auf das erste Druckwerk aufgetragen. Der erste
Papierrandverlust stellt sich beim zweiten Druckwerk ein und baut sich im Schön- und
Widerdruckbetrieb bis zum vierten Druckwerk auf. Nach der Wendung stellt sich am fünften
Druckwerk ein Papierrandgewinn in derselben Höhe wie der Gesamtsumme auf der Schöndruckseite
ein. Dieser Gewinn wird bis zum zehnten Druckwerk noch ausgebaut. Um diesem entgegen
zu wirken, muss die Registerverstellung den in Figur 3 gezeigten Werten entgegen arbeiten,
d.h. auf der Schöndruckseite muss eine negative Registerverstellung erfolgen und auf
der Widerdruckseite eine positive Registerverstellung. Beim reinen Schöndruck ist
nur an den Druckwerken neun und zehn eine positive Korrektur erforderlich, bei den
Druckwerken zwei bis acht dagegen eine negative Korrektur. Die Korrekturwerte werden
durch das Torsionsmodell berechnet.
[0033] Die vorliegende Erfindung ermöglicht somit eine besonders genaue Steuerung der Registerhaltigkeit
und der Passerhaltigkeit in Bogenrotationsdruckmaschinen 1 mit einer reinen Steuerung,
ohne dass eine aufwändige Regelung mit Registersensoren notwendig ist. Damit ist auch
eine einfache Aufrüstung schon bestehender Druckmaschinen 1 mit der erfindungsgemäßen
Technik möglich, um auch deren Druckbetrieb entscheidend verbessern zu können.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- Druckmaschine
- 2
- Anleger
- 3
- Ausleger
- 4
- Auslegerstapel
- 5
- Anlegerstapel
- 6
- Druckwerk
- 7
- Lackwerk
- 8
- Auslegertransportkette
- 9
- Wendetrommel
- 10
- Gegendruckzylinder
- 11
- Farbwerk
- 12
- Feuchtwerk
- 13
- Gummituchzylinder
- 14
- Plattenzylinder
- 15
- Anlagetisch
- 16
- Hauptantriebsmotor
- 17
- Antriebssteuerung
- 18
- Maschinenrechner
- 19
- Registersteuerung
- 20
- Maschinensteuerung
- 21
- Kommunikationsverbindung
- 22
- Bogen
- 23
- verstellbare Vordermarke am Anleger
1. Verfahren zur Steuerung einer Druckmaschine (1) mit mehreren Druckwerken (6), sowie
mehreren mechanisch miteinander gekoppelten Zylindern (9, 10, 13, 14) sowie einem
Steuerungsrechner (20) zur Steuerung wenigstens eines Antriebsmotors (16), welcher
die mechanisch gekoppelten Zylinder (9, 10, 13, 14) antreibt, wobei in dem Maschinenrechner
(20) ein Torsionsmodell zur Beschreibung des Torsionszustands der drehbar mechanisch
miteinander gekoppelten Zylinder (9, 10, 13, 14) in der Druckmaschine (1) in Abhängigkeit
wenigstens eines messbaren Betriebsparameters oder wenigstens einer dem Maschinenrechner
(20) bekannten Größe der Druckmaschine (1) abgelegt ist und wobei auf Basis der durch
das Torsionsmodell berechneten Werte die Steuerung der Druckmaschine (1) durch den
Steuerungsrechner (20) vorgenommen wird, dadurch gekennzeichnet,
dass mittels des Torsionsmodells Lageabweichungen bezüglich Vorder- und Rückseite eines
Bedruckstoffs (22) beim Schön- und Widerdruck nach einer Wendetrommel (9) durch die
Registerverstellung korrigiert werden, dass der sich ändernde Torsionszustand der
Druckmaschine (1) berechnet wird, dass aus dem berechneten Torsionszustand die Registerabweichung
berechnet wird, welche ein Bedruckstoff (22) in der Druckmaschine (1) vor der Wendetrommel
(9) erfahren hat, und dass die Registerverstellung für die Druckwerke (6) nach der
Wendetrommel (9) mit dem doppelten Wert des Papierrandverlusts bezogen auf die Druckwerke
(6) vor der Wendung zur Korrektur der Registerabweichung beaufschlagt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Betriebsparameter wenigstens eine für den Leistungsbedarf des wenigstens einen
Antriebsmotors (16) charakteristische Größe gemessen und dem Steuerungsrechner (20)
der Druckmaschine (1) zugeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Betriebsparameter das durch den wenigstens einen Antriebsmotor (16) in die Zylinder
(9, 10, 13, 14) eingespeiste Drehmoment gemessen und dem Steuerungsrechner (20) der
Druckmaschine (1) zugeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass mittels der durch das Torsionsmodell berechneten Werte eine Verstellung der Register
in den Druckwerken (6) oder/und der Vordermarke (23) am Anleger (2) der Druckmaschine
(1) vorgenommen wird.
5. Verfahren nach Patentanspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Registerverstellung oder/und die Verstellung der Vordermarke (23) durch den Steuerungsrechner
(20) der Druckmaschine (1) automatisch erfolgt.
6. Verfahren nach Patentanspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Druckmaschine (1) eine Messeinrichtung (21) zur Überwachung der Register aufweist
und dass bei der Erfassung von Registerabweichungen im Steuerungsrechner (20) mittels
des Torsionsmodells eine Korrektur der Registerverstellung in den Druckwerken (6)
oder/und der Verstellung der Vordermarke (23) erfolgt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Registerverstellung oder/und die Verstellung der Vordermarke (23) für wenigstens
einen ausgewählten Betriebszustand korrekt eingestellt wird und die korrekten Einstellungswerte
der Registerverstellung oder/und der Verstellung der Vordermarke (23) in Verbindung
mit dem zugehörigen ausgewählten Betriebszustand im Steuerungsrechner (20) der Druckmaschine
(1) abgespeichert werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der ausgewählte Betriebszustand eine ausgewählte Druckgeschwindigkeit, insbesondere
die Druckgeschwindigkeit beim Einrichten der Druckmaschine (1), ist.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei Änderung der Druckgeschwindigkeit auf Basis der für die ausgewählte Druckgeschwindigkeit
korrekt eingestellten Registerverstellung oder/und der korrekt eingestellten Verstellung
der Vordermarke (23) unter Berücksichtigung des Torsionsmodells eine Korrektur der
Registerverstellung oder/und der Verstellung der Vordermarke (23) bei geänderter Druckgeschwindigkeit
erfolgt.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Torsionszustand der Druckmaschine (1) an wenigstens zwei Stellen mittels Sensoren
messtechnisch erfasst wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die Erfassung eines Betriebsparameters auf mehrere Komponenten (7, 11, 12)
oder Druckwerke (6) der Druckmaschine (1) eingewirkt wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Drehmomentbedarf in den Druckwerken (6) der Druckmaschine (1) variabel einstellbar
ist.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehmomentverteilung in den Druckwerken (6) in Abhängigkeit der jeweiligen Konfiguration
der Druckwerke (6) erfolgt.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet,
dass vor Aufnahme des laufenden Druckbetriebs der Druckmaschine (1) ein Kalibrierungslauf
mit einem Druckauftrag vorgenommen wird und dabei Messwerte erfasst werden, aus welchen
Korrekturwerte für das Torsionsmodell berechnet und im Steuerungsrechner (20) abgespeichert
werden.
1. Method for controlling a printing press (1) including multiple printing units (6),
multiple cylinders (9, 10, 13, 14) mechanically coupled to each other, a control computer
(20) for controlling at least one drive motor (16) that drives the mechanically coupled
cylinders (9, 10, 13,1 4), wherein a torsion model for describing the torsional condition
of the cylinders (9, 10, 13, 14) that are mechanically coupled to each other to rotate
in the printing press (1) as a function of at least one measurable operating parameter
or of at least one printing press (1) variable that is known to the machine computer
(20) is stored in the machine computer (20), and wherein the control computer (20)
controls the printing press (1) based on the values calculated using the torsion model,
characterized in
that using the torsion model, positional deviations in terms of the front and rear sides
of a printing material (22) downstream of a turning drum (9) in the perfecting mode
are corrected by a register adjustment, that the changing torsional condition of the
printing press (1) is calculated, that the register deviation that a printing material
(22) has experienced in the printing press (1) upstream of the turning drum (9) is
calculated, and that to correct the register deviation, the double value of the paper-margin
loss relative to the printing units (6) upstream of the turning operation is applied
to the register adjustment for the printing units (6) downstream of the turning drum
(9).
2. Method according to Claim 1,
characterized in
that at least one variable characteristic of the power requirement of the at least one
drive motor (16) is measured as the operating parameter and supplied to the control
computer (20) of the printing press (1).
3. Method according to Claim 1 or 2,
characterized in
that the torque input to the cylinders (9, 10, 13, 14) by the at least one drive motor
(16) is measured as the operating parameter and supplied to the control computer (20)
of the printing press (1).
4. Method according to Claim 1, 2 or 3,
characterized in
that by means of the values calculated by the torsion model, an adjustment of the registers
in the printing units (6) or/and of the front lay (23) of the feeder (2) of the printing
press (1) is made.
5. Method according to Patent Claim 4,
characterized in
that the register adjustment or/and the adjustment of the front lay (23) is made automatically
by the control computer (20) of the printing press (1).
6. Method according to Patent Claim 4 or 5,
characterized in
that the printing press (1) includes a measuring device (21) for monitoring the registers
and that when register deviations are detected, a correction of the register adjustment
in the printing units (6) or/and of the adjustment of the front lay (23) is made in
the control computer (20) by means of the torsion model.
7. Method according to one of the preceding claims,
characterized in
that the register adjustment or/and the adjustment of the front lay (23) is set correctly
for at least one selected operating condition and that the correct adjustment values
of the register adjustment or/and of the adjustment of the front lay (23) is stored
in the control computer (20) of the printing press (1) in connection with the associated
selected operating condition.
8. Method according to Claim 7,
characterized in
that the selected operating condition is a selected printing speed, in particular the
printing speed during make-ready of the printing press (1).
9. Method according to Claim 8,
characterized in
that in the case of a printing speed change, a correction of the register adjustment or/and
of the adjustment of the front lay (23) upon a printing speed change is made based
on the correctly set register adjustment for the selected printing speed or/and of
the correctly set adjustment of the front lay (23) under consideration of the torsion
model.
10. Method according to one of the preceding claims,
characterized in
that the torsion condition of the printing press (1) is measured in at least two locations
by sensors.
11. Method according to one of the preceding claims,
characterized in
that multiple components (7, 11, 12) or printing units (6) of the printing press (1) are
acted upon due to the detection of an operating parameter.
12. Method according to one of the preceding claims,
characterized in
that the torque requirement in the printing units (6) of the printing press (1) is variably
adjustable.
13. Method according to Claim 12,
characterized in
that the torque distribution in the printing units (6) is made as a function of the respective
configuration of the printing units (6).
14. Method according to one of the preceding claims,
characterized in
that prior to the start of the production run of the printing press (1), a calibration
run is made of a print job during which measurements are taken based on which correction
values for the torsion model are calculated and stored in the control computer (20).
1. Procédé pour la commande d'une machine d'impression (1) comprenant plusieurs groupes
d'impression (6) ainsi que plusieurs cylindres (9, 10, 13, 14) accouplés mécaniquement
entre eux ainsi qu'un ordinateur de commande (20) pour la commande d'au moins un moteur
d'entrainement (16), qui entraîne les cylindres (9, 10, 13, 14) accouplés mécaniquement,
l'ordinateur de machine (20) comportant un modèle de torsion pour la description de
l'état de torsion des cylindres (9, 10, 13, 14) accouplés mécaniquement entre eux
en rotation dans la machine d'impression (1) en fonction d'au moins un paramètre de
service mesurable ou au moins de l'une des grandeurs connues de l'ordinateur de machine
(20), de la machine d'impression (1), et la commande de la machine d'impression (1)
étant effectuée par l'ordinateur de commande (20) sur la base des valeurs calculée
par le modèle de torsion,
caractérisé en ce qu'au moyen du modèle de torsion, des divergences de position par rapport à la face avant
et la face arrière d'un substrat d'impression (22) sont corrigées lors de l'impression
recto verso après un tambour de renvoi (9) par le réglage de repérage, en ce que l'état de torsion modifiable de la machine d'impression (1) est calculé, en ce qu'à partir de l'état de torsion calculé, la divergence de repérage est calculée qu'un
substrat d'impression (22) a subi dans la machine d'impression (1) devant le tambour
de renvoi (9) et en ce que le réglage de repérage pour les groupes d'impression (6) subit après le tambour de
renvoi (9) la valeur double de la perte de bord de papier par rapport aux groupes
d'impression (6) avant l'inversion pour la correction de la divergence de repérage.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'en tant que paramètre de service au moins une grandeur caractéristique est mesurée
pour le besoin de puissance d'au moins un moteur d'entrainement (16) et est amenée
à l'ordinateur de commande (20) de la machine d'impression (1).
3. Processus selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce qu'en tant que paramètre de service au moins le couple de rotation alimenté dans les
cylindres (9, 10, 13, 14) par au moins un moteur d'entraînement (16) est mesuré et
est alimenté à l'ordinateur de commande (20) de la machine d'impression (1).
4. Procédé selon la revendication 1, 2 ou 3
caractérisé en ce qu'au moyen des valeurs calculées par le modèle de torsion, il est effectué un réglage
du repérage dans les groupes d'impression (6) et/ou de la marque avant (23) sur le
margeur (2) de la machine d'impression (1).
5. Procédé selon la revendication de brevet 4, caractérisé en ce que le réglage de repérage et/ou le réglage de la marque avant (23) s'effectue automatiquement
par l'ordinateur de commande (20) de la machine d'impression (1).
6. Procédé selon la revendication 4 ou 5,
caractérisé en ce que la machine d'impression (1) présente un dispositif de mesure (21) pour la surveillance
des repérages et en ce que lors de la saisie de divergences de repérage, il est effectué dans l'ordinateur de
commande (20) une correction du réglage de repérage dans les groupes d'impression
(6) et/ou du réglage de la marque avant (23).
7. Procédé selon l'un des revendications précédentes, caractérisé en ce que le réglage de repérage et/ou le réglage de la marque avant (23) est réglé correctement
pour au moins un état de service sélectionné et les valeurs correctes du réglage de
repérage et/ou du réglage de la marque avant (23) sont stockées en relation avec l'état
de service sélectionné respectif dans l'ordinateur de commande (20) de la machine
d'impression (1).
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que l'état de service sélectionné est une vitesse d'impression sélectionnée, en particulier
la vitesse d'impression lors de l'ajustement de la machine d'impression (1).
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce que lors de la modification de la vitesse d'impression sur la base du réglage de repérage
correctement paramétrée pour la vitesse d'impression sélectionnée et/ou du réglage
paramétré correctement de la marque avant (23) en tenant compte du modèle de torsion
, il est effectué une correction du réglage de repérage et/ou du réglage de la marque
avant (23) en présence de vitesse d'impression modifiée.
10. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'état de torsion de la machine d'impression (1) est saisi par la technique de mesure
à au moins deux points au moyen de capteurs.
11. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la saisie d'un paramètre de service agit sur plusieurs composants (7, 11, 12) ou
des groupes d'impression (6) de la machine d''impression (1).
12. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le besoin de couple de rotation est réglable de manière variable dans les groupes
d'impression (6) de la machine d'impression (1).
13. Procédé selon la revendication 12, caractérisé en ce que la répartition du couple de rotation s'effectue dans les groupes d'impression (6)
en fonction de la configuration respective des groupes d'impression (6).
14. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'avant la reprise de l'impression en cours de la machine d'impression (1), il est effectué
un cycle de calibrage avec un ordre d'impression et pour ce faire des valeurs de mesure
sont saisies à partir desquelles des valeurs de correction sont calculées pour le
modèle de torsion et sont stockées dans l'ordinateur de commande (20).