[0001] Die Erfindung betrifft eine Aluminiumlegierung zur Herstellung eines Aluminiumbandes
für lithographische Druckplattenträger, ein Verfahren zur Herstellung einer erfindungsgemäßen
Aluminiumlegierung für lithographische Druckplattenträger, bei welchem bei der Herstellung
der Aluminiumlegierung nach der Elektrolyse des Aluminiumoxids das flüssige Aluminium
einer Mehrzahl von Reinigungsschritten zugeführt wird sowie ein Aluminiumband für
lithographische Druckplattenträger und eine entsprechende Verwendung des Aluminiumbandes
für lithographische Druckplattenträger.
[0002] Druckplattenträger für den lithographischen Druck aus einer Aluminiumlegierung müssen
zu deren Eignung für die heutige Drucktechnik sehr hohe Anforderungen erfüllen. Einerseits
muss der aus einem Aluminiumband hergestellte Druckplattenträger homogen aufgeraut
werden können, wobei mechanische, chemische und elektrochemische Aufrauverfahren sowie
deren Kombination angewendet werden. Andererseits werden die Druckplatten nach dem
Belichten und Entwickeln häufig einem Einbrennvorgang zwischen 220 bis 300 °C bei
einer Glühzeit von 3 bis 10 min. unterzogen, um die aufgebrachte Fotoschicht auszuhärten.
Einerseits sind zur Erfüllung des Anforderungsprofils verschieden Aluminiumlegierungen
entwickelt worden.
[0003] Andererseits wurden Weiterentwicklungen im Bereich der Beschichtungen der Druckplattenträger
durchgeführt, welche die Standfestigkeit der Druckplattenträger beim Drucken und damit
deren Lebensdauer weiter zu verbessern sollen. Gute Ergebnisse haben neuartige Beschichtungen
erzielt, die nahezu gasdicht sind. Allerdings neigen die Druckplattenträger, hergestellt
aus den bisher zur Verfügung stehenden Aluminiumlegierungen, zur Blasenbildung zwischen
dem Druckplattenträger und der Beschichtung. Diese Blasenbildung führt dann schließlich
zum Reißen der Beschichtung und damit zum Ausfall der Druckplatte.
[0004] Die US-Patentschrift
US 4,003,738 offenbart ein Verfahren zur Entfernung von Carbid aus einer Aluminiumschmelze durch
Begasung mit der Schmelze mit Chlorgas. Die Herstellung einer Aluminiumlegierung für
lithographische Druckplattenträger wird nicht offenbart.
[0005] Aus der Druckschrift
US 3,721,546 ist ebenfalls ein Verfahren zur Herstellung einer carbidfreien Aluminiumlegierung
bekannt, wobei das Aluminiumcarbid durch einen Graphitfilter von der Aluminiumschmelze
getrennt wird. Die Eignung der offenbarten Aluminiumlegierungen für die Herstellung
lithographischer Druckplattenträger wird jedoch nicht offenbart.
[0006] Die japanische Offenlegungsschrift
JP 2004292862 offenbart reines Aluminium, eine Al-Mn-, Al-Mn-Mg- oder Al-Mg-Legierung mit einem
sehr geringen Aluminiumcarbidgehalt. Mit den genannten Aluminiumlegierungen soll nach
der Lehre dieser Druckschrift erreicht werden, dass auch bei langen Lagerzeiten in
der photosensitiven Schicht der lithographischen Druckplattenträger keine Fehler entstehen.
[0007] Ein Verfahren zur Herstellung einer Aluminiumlegierung mit geringem Aluminiumcarbidgehalt
ist auch aus der
US 2004/0173053 A1 bekannt.
[0008] Schließlich offenbart die Druckschrift
JP 2000-309829 A ein Verfahren zur Entfernung von Verunreinigungen, insbesondere von Aluminiumcarbid,
aus einer Aluminiumschmelze. Gemäß der japanischen Offenlegungsschrift wird der Aluminiumschmelze
ein inertes Gas in einer Rührstation für eine Dauer von 30 min zugeführt. Ein Verfahren
zur Herstellung einer Aluminiumlegierung für lithographischen Druckplattenträger ist
diesem Dokument jedoch nicht zu entnehmen.
[0009] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Aluminiumlegierung
zur Herstellung eines Aluminiumbandes für lithographische Druckplattenträger und ein
entsprechendes Aluminiumband für lithographische Druckplattenträger zur Verfügung
zu stellen, aus welcher bzw. mit welchem lithographische Druckplattenträger hergestellt
werden können, die den Einsatz von nahezu gasdichten Beschichtungen ermöglichen. Daneben
liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung einer entsprechenden
Aluminiumlegierung sowie eine vorteilhafte Verwendung des Aluminiumbandes für lithographische
Druckplattenträger vorzuschlagen.
[0011] Es hat sich überraschenderweise herausgestellt, dass Druckplattenträger, welche aus
einer Aluminiumlegierung mit entsprechend geringem Aluminiumcarbidgehalten hergestellt
worden sind, den Einsatz von gasdichten Beschichtungen zulassen, da die Blasenbildung
äußerst gering ist. Es wird vermutet, dass geringste Spuren von Aluminiumcarbid (Al
4C
3) und dessen Reaktion mit Feuchtigkeit unter Bildung von Methangas zur Blasenbildung
unter den gasdichten Beschichtungen führt. Überraschenderweise wurde festgestellt,
dass insbesondere die Zusammensetzung der Aluminiumlegierung des Druckplattenträgers
eine wichtige Rolle bei der Blasenbildung spielt, obwohl man bisher davon ausgegangen
war, dass es sich im Wesentlichen um einen durch die Oberfläche der Druckplattenträger
versuchtes Phänomen handelt. Bisherige Aluminiumlegierungen wurden daher nicht auf
einen möglichst geringen Aluminiumcarbidgehalt optimiert. Es zeigt sich jedoch, dass
bereits bei einem Aluminiumcarbidgehalt von weniger als 10 ppm die Blasenbildung deutlich
zurück geht und entsprechende Aluminiumlegierungen zur Herstellung geeigneter Druckplattenträger
verwendbar sind. Erfindungsgemäß wird der Aluminiumcarbidgehalt der erfindungsgemäßen
Aluminiumlegierung auf kleiner als 1 ppm eingestellt, so dass eine Blasenbildung bei
gasdichter Beschichtung des Druckplattenträgers verhindert wird.
[0012] Um die weiteren, an einen lithografischen Druckplattenträger gestellten mechanischen,
chemischen bzw. elektrochemischen Anforderungen zu gewährleisten, ist es auch vorteilhaft,
wenn die weitere Zusammensetzung der Aluminiumlegierung einer Aluminiumlegierung vom
Typ AA1xxx, AA3xxx, AA8xxx, vorzugsweise AA1050, oder AA3103 entspricht. Von den genannten
Aluminiumlegierungen ist bekannt, dass sie zumindest teilweise die gestellten Anforderungen
für lithographische Druckplattenträger erfüllen und bisher zu deren Herstellung verwendet
wurden. Durch die erfindungsgemäße Verringerung des Aluminiumcarbidgehaltes auf weniger
1 ppm können die guten mechanischen, chemischen und elektrochemischen Eigenschaften
der genannten Aluminiumlegierungen auch bei Druckplattenträgern mit einer gasdichten
Beschichtung ausgenutzt werden.
[0014] Diese mit einer auf die Anmelderin zurückgehenden europäischen Patentanmeldung mit
der Anmeldenummer
05 022 772 geschützte Aluminiumlegierung kombiniert gute chemische und elektrochemische Aufraueigenschaften
mit verbesserten mechanischen Eigenschaften, insbesondere nach Durchführung eines
Einbrennvorgangs.
[0016] Diese Aluminiumlegierung eignet sich aufgrund ihrer ausgewogenen Eigenschaften bezüglich
mechanischer Stabilität, chemischer und elektrochemischer Aufraubarkeit besonders
gut zur Herstellung von lithographischen Druckplattenträgern. Wiederum wird diese
Aluminiumlegierung in Bezug auf die Herstellung von mit nahezu gasdichter Beschichtung
versehener Druckplattenträger durch die erfindungsgemäße Reduktion des Aluminiumcarbidgehaltes
entscheidend verbessert.
[0017] Gemäß einer dritten Lehre der vorliegenden Erfindung wird die oben aufgezeigte Aufgabe
verfahrensmäßig dadurch gelöst, dass nach der Elektrolyse des Aluminiumoxids das flüssige
Aluminium einer Rührstation zugeführt wird, in welcher inerte Gase unter Rühren in
das flüssige Aluminium eingebracht werden, wobei die Dauer des Rührens und Einblasens
des inerten Gases in die Aluminiumschmelze in der Rührstation mindestens 15 min. beträgt
und der Anteil der Aluminiumcarbide in der Aluminiumlegierung auf kleiner 1 ppm, gesenkt
wird. Die Reinigungsschritte von Aluminiumlegierungen zielten bisher auf die Reduzierung
anderer Verunreinigungen, wie beispielsweise Erdalkali- oder Alkalimetalle ab, wobei
natürlich auch Aluminiumcarbide aus der Aluminiumschmelze entfernt wurden. Die Aluminiumcarbidgehalte
der konventionell hergestellten Aluminiumlegierungen lagen aus diesem Grund deutlich
über den erfindungsgemäßen Werten. Es hat sich aber gezeigt, dass durch gezieltes
Abstimmen einzelner bekannter Reinigungsschritte auf die Entfernung von Aluminiumcarbiden
aber auch durch deren Kombination mit konventionellen ausgebildeten Reinigungsschritten
sehr geringe Aluminiumcarbidgehalte bei der Herstellung der Aluminiumlegierungen unmittelbar
vor dem Gießen der Aluminiumlegierung erreicht werden können. Die nachfolgend beschriebenen
Reinigungs- und Verarbeitungsschritte der Aluminiumlegierung können daher erfindungsgemäß
sowohl einzeln als auch kombiniert angewendet werden.
[0018] Erfindungsgemäß wird nach der Elektrolyse des Aluminiumoxids das flüssige Aluminium
einer Rührstation zugeführt, in welcher inerte Gase unter Rühren in das flüssige Aluminium
eingebracht werden, wobei die Dauer des Rührens und Einblasens des inerten Gases in
die Aluminiumschmelze in der Rührstation mindestens 15 min. beträgt. Bisher war bekannt,
dass in der Rührstation unter Einblasen von inerten Gasen und Rühren im Wesentlichen
die Alkali- und Erdalkalimetalle aus der Aluminiumschmelze entfernt werden. Hierzu
waren Rühr- und Begasungszeiten von typischerweise 6 bis 8 min. ausreichend. Überraschenderweise
wurde jedoch festgestellt, dass insbesondere bei der Elektrolyse des Aluminiumoxids
in die Aluminiumschmelze gelangter Kohlenstoff, welcher im Wesentlichen zur Bildung
von Aluminiumcarbidverbindungen in der Aluminiumschmelze führt, durch eine längere
Dauer des Rührens und Einblasens von inerten Gasen deutlich reduziert werden kann.
Eine maximale Dauer kann aus diesem Grund nicht angegeben werden. Versuche haben jedoch
gezeigt, dass die Dauer des Rührens und Einblasens der Gase auf etwa 15 bis 20 min.
verlängert werden kann, um einen Kompromiss zwischen Wirtschaftlichkeit und effektiver
Entfernung des Aluminiumcarbids aus der Aluminiumlegierung zu erzielen.
[0019] Alternativ oder kumulativ zur verlängerten Rührzeit ergibt sich eine Reduktion des
Aluminiumcarbidgehaltes des geschmolzenen Aluminiums dadurch, dass das der Rührstation
zugeführte flüssige Aluminium zumindest teilweise aus Kaltmetall gewonnen worden ist.
Kaltmetall ist bereits aus einer Elektrolyse von Aluminiumoxid hervorgegangenes Aluminium,
welches einige Verfahrensschritte nach der Elektrolyse durchlaufen ist, beispielsweise
auch eine Rührstation. Der Aluminiumcarbidgehalt des zugeführten Kaltmetalls ist daher
typischerweise wesentlich geringer als der eines aus der Elektrolyse stammenden flüssigen
Aluminiums. Es wird vermutet, dass der Abbrand der bei der Elektrolyse verwendeten
Graphitelektroden zu dem Aluminiumcarbidgehalt der aus Aluminiumoxid erzeugten Aluminiumschmelze
beitragen.
[0020] Der Aluminiumcarbidgehalt der erfindungsgemäßen Aluminiumlegierung wird zusätzlich
dadurch weiter verringert, dass beim Rühren des flüssigen Aluminiums in der Rührstation
Aluminiumfluoride zugegeben werden. Diese entfernen die Alkalimetalle Natrium, Calcium
und Lithium aber auch über Oxidation insbesondere Elemente wie Titan und Phosphor.
Gleichzeitig konnte jedoch festgestellt werden, dass auch der Aluminiumcarbidgehalt
der Aluminiumschmelze reduziert wird.
[0021] Zur weiteren Reduktion des Aluminiumcarbidgehaltes wird das Aluminium, gemäß einer
nächsten weitergebildeten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens, zur Zugabe
der Legierungsbestandteile einem Ofen zugeführt, wobei das Aluminium in dem Ofen für
mindestens mehr als 30 min., vorzugsweise mindestens mehr als 60 min. absteht, nachdem
durch Rühren und Zugabe der Legierungsbestandteile das Legieren im Ofen stattgefunden
hat. Hierdurch wird erreicht, dass die zumeist in Gasbläschen des zuvor in die Aluminiumschmelze
eingebrachten Gases enthaltenen Aluminiumcarbidverbindungen mit diesen zusammen an
die Oberfläche der Aluminiumschmelze wandern können und dort einen Teil der von der
Schmelze zu entfernenden Krätze bilden.
[0022] Erfolgt im Ofen eine Gasspülung mit reaktiven und/oder inerten Gasen, können nicht
nur weitere Aluminiumcarbidverbindungen aus der Aluminiumschmelze mit dem Gas ausgespült
werden, sondern auch gleichzeitig die zugegebenen Legierungsbestandteile homogen in
der Aluminiumschmelze verteilt werden.
[0023] Eine weitere Entfernung von unerwünschten Substanzen aus der Aluminiumschmelze, insbesondere
auch Aluminiumcarbidverbindungen, wird dadurch erreicht, dass die Aluminiumlegierung
einer Rotorentgasung zugeführt und mit einem Gemisch aus inerten und/oder reaktiven
Gasen, insbesondere Argon, Stickstoff und/oder Chlor, gespült wird. Durch diese Rotorentgasung
können die bei der Zugabe der Legierungsbestandteile in die Aluminiumschmelze gelangten
Aluminiumcarbidverbindungen sowie andere unerwünschte Verbindungen aus der Schmelze
der Aluminiumlegierung entfernt werden.
[0024] Vorzugsweise kann die Aluminiumlegierung mindestens einem Seigerungsschritt unterzogen
werden, bei welchem die Aluminiumlegierung auf etwas über der Solidustemperatur der
Aluminiumlegierung erwärmt wird, so dass aufgeschmolzene, stark verunreinigte Phasen
aus der Aluminiumlegierung ausgepresst werden können. Diese stark verunreinigten Phasen
der Aluminiumlegierung enthalten zusätzlich Aluminiumcarbidverbindungen, die auf diese
Weise aus der Aluminiumschmelze entfernt werden können.
[0025] Schließlich kann das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung einer Aluminiumlegierung
für lithographische Druckplattenträger in Bezug auf eine Verringerung des Aluminiumcarbidgehaltes
dadurch weiter verbessert werden, dass die Aluminiumlegierung vor dem Strang- oder
Bandguss gefiltert wird, wobei der Filter eine hohe Filtereffektivität für Partikel
mit einer Größe von kleiner oder gleich 5
µm aufweist. Es versteht sich von selbst, dass die Filtereffektivität dieser Filter
auch für größere Partikel mit einer Größe von deutlich mehr als 5
µm ebenfalls hoch ist. Es wurde festgestellt, dass die Aluminiumcarbide in der Regel
vorwiegend in Verunreinigungspartikeln mit einer Größe von mehr als 10
µm vorhanden sind, so dass durch die Filterung der Aluminiumlegierung eine zusätzliche
Reduktion des Aluminiumcarbidgehaltes erzielt wird. Da die Filterung der Aluminiumlegierung
unmittelbar vor dem Gießen der Aluminiumlegierung stattfindet, wird diesem Schritt,
insbesondere in Kombination mit den zuvor geschilderten Maßnahmen, ein hoher Stellwert
beigemessen. Um diese Filterung zu gewährleisten werden beispielsweise zweistufige
Filter eingesetzt, die aus einem ersten Keramikschaumfilter mit einem nachgeschalteten
Tiefbettfilter bestehen. Vorzugsweise kann zwischen beiden Filtern die Zugabe von
Kornfeinungsmaterial stattfinden, um eine möglichst hohe Effektivität des Keramikschaumfilters
durch den Aufbau eines Filterkuchens und eine lange Lebensdauer des nachgeschalteten
Tiefbettfilters zu gewährleisten.
[0026] Gemäß einer vierten Lehre der vorliegenden Erfindung wird die oben hergeleitete Aufgabe
für ein Aluminiumband für lithographische Druckplattenträger dadurch gelöst, dass
diese durch kontinuierliches oder diskontinuierliches Gießen einer erfindungsgemäßen
Aluminiumlegierung mit anschließendem Warm- und/oder Kaltumformen hergestellt wird,
wobei die erfindungsgemäße Aluminiumlegierung unter Verwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens hergestellt worden ist. Das erfindungsgemäße Aluminiumband besteht dann
aus einem extrem aluminiumcarbidarmen Werkstoff, so dass es sich ideal zur Herstellung
von Druckplattenträgern mit einer gasdichten Beschichtung eignet.
[0027] Ein Aluminiumband mit nur wenigen Aluminiumcarbidverbindungen auf dessen Oberfläche
und im Kernmaterial kann dadurch zur Verfügung gestellt werden, dass die Walzölrückstände
auf dem Aluminiumband für lithographische Druckplattenträger durch Glühen und Entfetten
des Bandes entfernt worden sind.
[0028] Vorzugsweise wird das Aluminiumband unter Verwendung eines sauren oder basischen
Mediums einer ersten Entfettung und anschließend unter Verwendung eines Beizprozess
einer weiteren Reinigung unterzogen, so dass die Entfernung von Aluminiumcarbid auf
der Oberfläche noch gründlicher ist. Damit kann ein Aluminiumband mit einer weiter
verringerten Menge an Aluminiumcarbidverbindungen auf dessen Oberfläche zur Verfügung
gestellt werden. Wie bereits zuvor beschrieben, weist die Aluminiumlegierung des erfindungsgemäßen
Aluminiumbandes selbst sehr geringe Anteile an Aluminiumcarbidverbindungen auf, so
dass in Kombination mit der dann nahezu aluminiumcarbidfreien Oberfläche des Aluminiumbandes
ein für die Beschichtung mit gasdichten Beschichtungen ideales Aluminiumband für lithographische
Druckplattenträger zur Verfügung steht.
[0029] Schließlich wird gemäß einer fünften Lehre der vorliegenden Erfindung die oben aufgezeigte
Aufgabe in Bezug auf die Verwendung des Aluminiumbandes dadurch gelöst, dass das erfindungsgemäße
Aluminiumband zur Herstellung von lithographischen Druckplattenträgern mit einer gasdichten
Beschichtung verwendet wird.
[0030] Es gibt nun eine Vielzahl von Möglichkeiten die erfindungsgemäße Aluminiumlegierung
zur Herstellung eines Aluminiumbandes für lithographische Druckplattenträger, das
Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Aluminiumlegierung sowie das erfindungsgemäße
Aluminiumband für lithographische Druckplattenträger und dessen Verwendung auszugestalten
und weiterzubilden. Hierzu wird verwiesen einerseits auf die den unabhängigen Patentansprüchen
1, 2, 3 und 11 nachgeordneten Patentansprüchen. Andererseits wird verwiesen auf die
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung
einer Aluminiumlegierung in Verbindung mit der Zeichnung.
[0031] In der Zeichnung zeigt die einzige Figur schematisch die Folge der einzelnen Verfahrensschritte
zur Herstellung eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Aluminiumlegierung.
[0032] Gemäß dem in der einzigen Figur dargestellten Ausführungsbeispiel beginnt die Herstellung
einer erfindungsgemäßen Aluminiumlegierung durch eine Elektrolyse 1 von Aluminiumoxid.
Das flüssige Aluminium wird dann einer Rührstation 2 zugeführt, alternativ oder kumulativ
zu dem direkt aus Aluminiumoxid gewonnenen Aluminium kann, wie in der Figur dargestellt,
Kaltmetall 3 der Rührstation zugeführt werden. Das Kaltmetall enthält, wie bereits
zuvor beschrieben, weniger Aluminiumcarbid als eine unmittelbar aus Aluminiumoxid
hergestellte Aluminiumschmelze, da letztere durch Abbrand der Graphitelektroden zusätzlich
Kohlenstoffverbindungen und damit auch Aluminiumcarbid enthält. Um die Aluminiumcarbide
aus der Aluminiumschmelze zu entfernen wird in der Rührstation 2 das Einleiten von
inerten Gasen oder einem Gasgemisch und das Rühren länger, als üblicherweise vorgesehen,
durchgeführt. Die minimale Begasungs- und Rührzeit sollte zwischen 10 und 20 min.
liegen. Es können aber auch längere Rühr- und Begasungszeiten eingestellt werden.
Anschließend wird die Aluminiumschmelze einem Ofen 4 zugeführt. Anschließend werden
im Ofen 4 eine Gasspülungen mit reaktiven und/oder inerten Gasen vorgenommen und die
Legierungsbestandteile zugegeben. Die Gasspülungen führen zu einer weiteren Reduzierung
des Aluminiumcarbidgehaltes in der Aluminiumschmelze. Anschließend steht die Aluminiumlegierung
im Ofen einen bestimmten Zeitraum ab, damit die zuvor in der Schmelze gelösten Gasbläschen
genügend Zeit haben, um an die Oberfläche der Aluminiumschmelze zu gelangen. Das Abstehen
der Schmelze im Ofen kann für einen Zeitraum von 15 bis 90 min., vorzugsweise von
30 bis 60 min. vorgenommen werden. Die bei der Gasspülung mit reaktiven und/oder inerten
Gasen an die Oberfläche der Aluminiumschmelze gelangten Gasbläschen werden durch Abkrätzen
der Aluminiumlegierung von der Schmelze abgeschöpft und somit aus der Aluminiumlegierung
entfernt. Die Krätze enthält dann die aus der Aluminiumschmelze ausgeschwemmten Aluminiumcarbide.
[0033] Nach der Behandlung im Ofen 4 wird die flüssige Aluminiumlegierung einer Rotorentgasung
5 zugeführt, welche beispielsweise nach dem SNIF-Verfahren (Spinning Nozzle Inert
Flotation) arbeitet, beispielsweise mit Argon und/oder Chlor gespült. Durch die feinen
Gasbläschen werden wiederum die Verunreinigungen an die Badoberfläche geschwemmt,
wobei die Einspreisung von Chlor insbesondere das Abbinden von Natrium- und Kalziumverunreinigungen
zu Salzen verursacht, die dann mit den Gasbläschen in einer Krätzeschicht auf der
Aluminiumlegierung abgelagert werden. Die Krätzeschicht wird dann wieder entfernt.
[0034] Schließlich wird die erfindungsgemäße Aluminiumlegierung vor dem Gießen vorzugsweise
einem Filtern mit einem Filter 6 unterzogen, welcher eine hohe Filtereffektivität
für Partikel mit einer Größe von kleiner oder gleich 5
µm aufweist. Beispielsweise können Filter 6 mit einer Filtereffektivität von mindestens
50% für diese Partikel verwendet werden. Da Aluminiumcarbide in der Regel an größeren
Partikeln, zumeist mit einer Größe von etwa 10
µm anhaften, kann der Aluminiumcarbidgehalt der Aluminiumlegierung durch den Filterschritt
effektiv weiter reduziert werden. Anschließend kann die Aluminiumlegierung einem kontinuierlichen
oder diskontinuierlichen Gießverfahren 7, 8 zugeführt werden.
[0035] Optional kann die Aluminiumlegierung mindestens einem Seigerungsschritt in einer
nicht dargestellten Seigerungsstation unterzogen werden, bei welchem die Aluminiumlegierung
auf eine Temperatur knapp oberhalb der Solidustemperatur der Aluminiumlegierung erhitzt
wird. Stark verunreinigte Phasen der Aluminiumschmelze schmelzen unterhalb der Solidustemperatur
auf, so dass diese aus der Aluminiumschmelze gepresst und entfernt werden können.
Da die verunreinigten Phasen in der Regel auch Aluminiumcarbide enthalten, wird deren
Anteil in der erfindungsgemäßen Aluminiumlegierung durch die optionale Seigerung weiter
verringert.
[0036] Schöpfproben der Aluminiumlegierung, welche nach der Filterung und damit unmittelbar
vor dem Gießen gezogen wurden, zeigten einen extrem geringen Aluminiumcarbidanteil
von weniger als 1 ppm.
1. Aluminiumlegierung zur Herstellung eines Aluminiumbandes für lithographische Druckplattenträger,
dadurch gekennzeichnet, d
ass die Aluminiumlegierung einen Aluminiumcarbidgehalt von kleiner 1 ppm und die folgenden
Legierungsbestandteile in Gew.-% aufweist:

unvermeidbare Verunreinigungen einzeln max. 0,01 %, in Summe max. 0,05 % und Rest
Al.
3. Verfahren zur Herstellung einer Aluminiumlegierung nach Anspruch 1 oder 2 für lithographische
Druckplattenträger, bei welchem bei der Herstellung der Aluminiumlegierung nach der
Elektrolyse des Aluminiumoxids das flüssige Aluminium bis zum Gießen der Aluminiumlegierung
einer Mehrzahl von Reinigungsschritten zugeführt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass nach der Elektrolyse des Aluminiumoxids das flüssige Aluminium einer Rührstation
zugeführt wird, in welcher inerte Gase unter Rühren in das flüssige Aluminium eingebracht
werden, wobei die Dauer des Rührens und Einblasens des inerten Gases in die Aluminiumschmelze
in der Rührstation mindestens 15 min. beträgt und der Anteil der Aluminiumcarbide
in der Aluminiumlegierung auf kleiner 1 ppm, gesenkt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass das der Rührstation zugeführte flüssige Aluminium zumindest teilweise aus Kaltmetall
gewonnen worden ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass beim Rühren des flüssigen Aluminiums in der Rührstation Aluminiumfluoride zugegeben
werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass das Aluminium zur Zugabe der Legierungsbestandteile einem Ofen zugeführt wird und
in dem Ofen für mindestens mehr als 30 min., vorzugsweise mindestens mehr als 60 min.,
absteht, nachdem durch Rühren und Zugabe der Legierungsbestandteile das Legieren im
Ofen stattgefunden hat.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass im Ofen eine Gasspülung mit inerten und/oder reaktiven Gasen erfolgt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Aluminiumlegierung nach dem Ofen einer Rotorentgasung zugeführt und mit einem
Gemisch aus inerten und/oder reaktiven Gasen, insbesondere Argon, Stickstoff und/oder
Chlor gespült wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die Aluminiumlegierung mindestens einem Seigerungsschritt unterzogen wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Aluminiumlegierung vor dem Strang- oder Bandguss gefiltert wird, wobei der Filter
eine hohe Filtereffektivität für Partikel mit einer Größe von kleiner oder gleich
5 µm aufweist.
11. Aluminiumband für lithographische Druckplattenträger hergestellt durch kontinuierliches
oder diskontinuierliches Gießen einer Aluminiumlegierung nach Anspruch 1 oder 2, mit
anschließender Warm-und/oder Kaltumformung, wobei die Aluminiumlegierung unter Verwendung
eines Verfahrens nach Anspruch 3 bis 10 hergestellt ist.
12. Aluminiumband nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass die Walzölrückstände auf dem Aluminiumband für lithographische Druckplattenträger
durch Glühen und Entfetten des Bandes entfernt worden sind.
13. Aluminiumband nach Anspruch 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet, dass das Aluminiumband unter Verwendung eines sauren oder basischen Mediums einer ersten
Entfettung und anschließend unter Verwendung eines Beizprozesses einer weiteren Entfettung
unterzogen wird.
14. Verwendung des Aluminiumbandes für lithographische Druckplattenträgeres nach einem
der Ansprüche 11 bis 13 zur Herstellung von lithographischen Druckplattenträgern mit
einer gasdichten Beschichtung.
3. Method for producing an aluminium alloy according to claim 1 or 2 for lithographic
print plate carriers, in which during the production of the aluminium alloy after
the electrolysis of the aluminium oxide, the liquid aluminium, up to the casting of
the aluminium alloy, is supplied to a plurality of purification steps, characterised in that after the electrolysis of the aluminium oxide, the liquid aluminium is supplied to
a stirring station, in which inert gases are introduced into the liquid aluminium
whilst stirring, the duration of the stirring and blowing in of the inert gas into
the aluminium melt in the stirring station being at least 15 min. and the proportion
of aluminium carbides in the aluminium alloy is lowered by one or more purification
steps to less than 1 ppm.
4. Method according to claim 3, characterised in that the liquid aluminium supplied to the stirring station is obtained at least partially
from cold metal.
5. Method according to claim 3 or 4, characterised in that aluminium fluorides are added during the stirring of the liquid aluminium in the
stirring station.
6. Method according to any one of claims 3 to 5, characterised in that to add the alloying constituents, the aluminium is supplied to a furnace and is left
to stand in the furnace for at least more than 30 min., preferably at least more than
60 min., after the alloying has taken place in the furnace by stirring and the addition
of the alloying constituents.
7. Method according to any one of claims 3 to 6,
characterised in that
a gas flushing with inert and/or reactive gases takes place in the furnace.
8. Method according to any one of claims 3 to 7,
characterised in that
the aluminium alloy is supplied, after the furnace, to a rotor degassing and is flushed
with a mixture of inert and/or reactive gases, in particular argon, nitrogen and/or
chlorine.
9. Method according to any one of claims 3 to 8,
characterised in that
the aluminium alloy is subjected to at least one segregation step.
10. Method according to any one of claims 3 to 9,
characterised in that
the aluminium alloy is filtered prior to the continuous or strip casting, the filter
having a high filter effectivity for particles with a size of less than or equal to
5 µm.
11. Aluminium strip for lithographic print plate carriers produced by continuous or discontinuous
casting of an aluminium alloy according to claim 1 or 2, with subsequent hot and/or
cold forming, the aluminium alloy being produced using a method according to claim
3 to 10.
12. Aluminium strip according to claim 11,
characterised in that
the rolling oil residues on the aluminium strip for lithographic print plate carriers
have been removed by annealing and degreasing the strip.
13. Aluminium strip according to claim 11 or 12,
characterised in that
the aluminium strip is subjected to a first degreasing using an acid or alkaline medium
and then subjected to a further degreasing using a pickling process.
14. Use of the aluminium strip for lithographic print plate carriers according to any
one of claims 11 to 13 for producing lithographic print plate carriers with a gas-tight
coating.
3. Procédé permettant de fabriquer un alliage d'aluminium selon les revendications 1
ou 2 destiné à des supports de plaques d'impression lithographiques, ledit procédé
consistant à fabriquer l'alliage d'aluminium de manière à soumettre, suite à l'électrolyse
de l'oxyde d'aluminium, l'aluminium liquide à une pluralité d'étapes de purification
avant de procéder à la coulée,
caractérisé en ce que
suite à l'électrolyse de l'oxyde d'aluminium, l'aluminium liquide est acheminé vers
un poste d'agitation au sein duquel on introduit sous agitation des gaz inertes dans
l'aluminium liquide, la durée de l'agitation et de l'insufflation du gaz inerte dans
l'aluminium en fusion au sein du poste d'agitation étant supérieure ou égale à 15
min., et la proportion des carbures d'aluminium dans l'alliage d'aluminium étant abaissée
à une valeur inférieure à 1 ppm.
4. Procédé selon la revendication 3,
caractérisé en ce que
l'aluminium liquide, qui est acheminé vers le poste d'agitation, a été obtenu au moins
en partie à partir de métal froid.
5. Procédé selon l'une des revendications 3 ou 4,
caractérisé en ce que
l'on ajoute des fluorures d'aluminium lorsque l'aluminium liquide est agité au sein
du poste d'agitation.
6. Procédé selon l'une des revendications 3 à 5,
caractérisé en ce qu'
en vue d'y ajouter les composants d'alliage, l'aluminium est acheminé vers un four
pour ensuite, une fois l'alliage réalisé au sein dudit four en agitant et en ajoutant
les composants d'alliage, le laisser reposer dans ledit four pendant au moins plus
de 30 min, de préférence pendant au moins plus de 60 min.
7. Procédé selon l'une des revendications 3 à 6,
caractérisé en ce qu'
au sein dudit four, on met en oeuvre un balayage gazeux avec des gaz inertes et/ou
réactifs.
8. Procédé selon l'une des revendications 3 à 7,
caractérisé en ce qu'
après avoir quitté le four, l'alliage d'aluminium est acheminé vers un processus de
dégazage rotatif pour y subir un barbotage au moyen d'un mélange de gaz inertes et/ou
réactifs, s'agissant notamment d'argon, d'azote et/ou de chlore.
9. Procédé selon l'une des revendications 3 à 8,
caractérisé en ce que
l'alliage d'aluminium est soumis à au moins une étape de ségrégation.
10. Procédé selon l'une des revendications 3 à 9,
caractérisé en ce que
l'alliage d'aluminium est filtré avant d'être mis en oeuvre dans une coulée continue
ou réalisée sous forme de bandes, le filtre présentant à cet effet une efficacité
de filtrage élevée en ce qui concerne des particules dont la taille est inférieure
ou égale à 5 µm.
11. Bande d'aluminium destinée à des supports de plaques d'impression lithographiques,
fabriquée par coulée continue ou discontinu d'un alliage d'aluminium selon la revendication
1 ou 2 pour ensuite subir une déformation à chaud et/ou à froid, ledit alliage d'aluminium
étant fabriqué en mettant en oeuvre un procédé selon la revendication 3 à 10.
12. Bande d'aluminium selon la revendication 11,
caractérisée en ce que
les résidus d'huile de laminage, qui sont présents sur la bande d'aluminium destinée
à des supports de plaques d'impression lithographiques, sont enlevés en soumettant
la bande à un recuit et un dégraissage.
13. Bande d'aluminium selon les revendications 11 ou 12,
caractérisée en ce que
ladite bande d'aluminium est soumise à un premier dégraissage à l'aide d'un milieu
acide ou alcalin, et ensuite à un autre dégraissage en mettant en oeuvre un processus
de décapage.
14. Utilisation de la bande d'aluminium destinée à des supports de plaques d'impression
lithographiques selon l'une des revendications 11 à 13, pour fabriquer des supports
de plaques d'impression lithographiques pourvues d'un revêtement étanche aux gaz.