[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Papieren mit
hohem Füllstoffgehalt und hoher Trockenfestigkeit.
[0002] Bei der Papierherstellung werden zahlreiche Papierhilfsmittel der Fasersuspension
zugesetzt. Beispielsweise werden Füllstoffe der Fasersuspension zugesetzt, was besonders
dann vorteilhaft ist, wenn der Füllstoff billiger ist als der Faserstoff. In diesem
Fall kann die Zugabe oder vermehrte Zugabe von Füllstoff zu einer Reduzierung des
Faserstoffanteils und damit zu einer Reduzierung der Herstellkosten des Papiers führen.
Füllstoffhaltige Papiere bzw. Papiere mit besonders hohem Füllstoffgehalt lassen sich
leichter trocken als nicht füllstoffhaltige Papiere bzw. als Papiere mit geringerem
Füllstoffgehalt. Als Folge daraus kann die Papiermaschine schneller und mit niedrigerem
Dampfverbrauch betrieben werden, was sowohl die Produktivität erhöht als auch die
Kosten senkt.
Bei der Herstellung füllstoffhaltiger Papiere wird die Füllstoffslurry zu der Fasersuspension
zugegeben, bevor diese zum Former der Papiermaschine weitergeleitet wird. Ein Retentionsmittel
oder ein Retentionsmittelsystem wird in der Regel zu der Füllstoff/Faserstoffsuspension
zugesetzt, um soviel wie möglich Füllstoff im Papierblatt zu retenieren. Die Zugabe
des Füllstoffs zum Papier gibt dem Papiermacher die Möglichkeit zahlreiche Verbesserungen
der Blatteigenschaften zu erreichen. Dazu gehören Eigenschaften wie die Opazität,
Weisse, Haptik und Bedruckbarkeit.
Jedoch bringt die Füllstoffzugabe zur Fasersuspension auch Nachteile mit sich, die
nur teilweise durch die Zugabe weiterer Papierhilfsmittel kompensiert werden können.
Für ein gegebenes Flächengewicht gibt es Grenzen bezüglich der einsetzbaren Füllstoffmenge.
Die Festigkeitseigenschaften des Papiers sind normalerweise die wichtigsten Parameter,
die die Füllstoffmenge im Papier limitieren. Auch andere Faktoren, wie die Füllstoffretention,
die Entwässerung der Papierstoffsuspension sowie ein eventuell erhöhter Chemikalienbedarf
bei Retention und Leimung können hier eine Rolle spielen.
[0003] Der Verlust von Festigkeitseigenschaften von Papieren kann in machen Fällen ganz
oder teilweise durch den Einsatz von Trocken- und Nassverfestigern kompensiert werden.
Eine gängige Vorgehensweise ist dabei die Zugabe von kationischer Stärke als Trockenverfestiger
in den Papierstoff. Ebenso werden synthetische Trocken- und Nassverfestiger z.B. auf
der Basis kationischer oder anionischer Polyacrylamide eingesetzt. Die Zugabemenge
und die verfestigende Wirkung sind jedoch in den meisten Fällen begrenzt. Im gleichen
Maße ist auch die kompensierende Wirkung im Bezug auf den Festigkeitsverlust durch
Füllstofferhöhung und damit auch die überhaupt realisierbare Füllstoffzunahme begrenzt.
Darüber hinaus werden nicht alle Festigkeitseigenschaften in gleichen Maße und in
machen Fällen überhaupt nur unzureichend durch den Einsatz von Trockenverfestigern
erhöht. Ein wichtiges Beispiel dafür ist die Weiterreisarbeit, die durch den Einsatz
von Stärke oder synthetischen Trockenverfestigern im Vergleich zu anderen Festigkeitsparametern
nur geringfügig beeinflusst wird. Die Erhöhung des Füllstoffgehaltes im Papier hat
dagegen in der Regel einen sehr stark negativen Einfluss auf die Weiterreisarbeit.
[0004] Weitere wichtige Eigenschaften sind die Dicke sowie die Steifigkeit des Papiers.
Die Erhöhung des Füllstoffgehaltes führt bei gleichem Flächengewicht zu einer Abnahme
der Papierdichte und der Dicke des Papierblattes. Letzteres führt zu einer erheblichen
Abnahme der Papiersteifigkeit. Diese Abnahme der Papiersteifigkeit kann in vielen
Fällen nicht allein durch den Einsatz von Trockenverfestigern ausgeglichen werden.
Häufig sind zusätzliche Maßnahmen wie etwa die Reduzierung des mechanischen Druckes
in der Pressenpartie in den Glättwerken, in Kalandern oder in der Trockenpartie der
Papiermaschine notwendig. Letzteres kompensiert den Dickeverlust durch Füllstofferhöhung
ganz oder teilweise.
[0005] In der Literatur sind einige Füllstoffsysteme beschrieben. Aus der
WO 01/86067 ist die Modifizierung von Füllstoffen mit hydrophoben Polymeren bekannt, wobei die
Füllstoffteilchen mit dem hydrophoben Polymeren überzogen werden. Die hydrophoben
Polymeren gemäß
WO 01/86067 sind stärkehaltig. Die damit hergestellten Papiere weisen verbesserte Eigenschaften
wie Nassfestigkeit auf.
[0006] Aus der
JP-A 08059740 ist bekannt, dass man zu wässrigen Suspensionen von anorganischen Teilchen amphotere
wasserlösliche Polymeren zusetzt, wobei zumindest ein Teil der Polymeren auf der Füllstoffoberfläche
adsorbiert wird. Die amphoteren Polymeren werden vorzugsweise durch Hydrolysieren
von Copolymerisaten aus N-Vinylformamid, Acrylnitril und Acrylsäure in Gegenwart von
Säuren hergestellt. Sie enthalten 20 bis 90 Mol-% Amidineinheiten der Struktur

in der R
1 und R
2 jeweils H oder eine Methylgruppe und X- ein Anion bedeuten. Die mit solchen Polymeren
behandelten Füllstoffslurries werden bei der Herstellung von füllstoffhaltigen Papieren
dem Papierstoff zugesetzt. Die Füllstoffbehandlung führt zu einer Verbesserung der
Entwässerung des Papierstoffs und ergibt außerdem eine Verbesserung verschiedener
Festigkeitseigenschaften des getrockneten Papiers sowie eine Verbesserung der Füllstoffretention.
[0007] In der
US-A 2002/0088579 wird die Vorbehandlung von anorganischen Füllstoffen mit kationischen, anionischen
und amphoteren (zwitterionischen) Polymeren beschrieben. Die Behandlung besteht dabei
in jedem Fall aus mindestens zwei Stufen. Empfohlen wird zuerst die Behandlung mit
einem kationischen Polymer und anschließend die Behandlung mit einem anionischen Polymer.
In weiteren Schritten können alternierend wieder weitere kationische und anionische
Polymere adsorbiert werden. Die wässrigen Suspensionen mit den vorbehandelten Füllstoffteilchen
werden bei der Herstellung von füllstoffhaltigem Papier dem Papierstoff zugesetzt.
Die Füllstoffbehandlung führt zu einer Verbesserung verschiedener Festigkeitseigenschaften
des getrockneten Papiers.
[0008] Die
WO 04/087818 beschreibt wässrige Anschlämmungen von feinteiligen Füllstoffen, die zumindest teilweise
mit Polymerisaten überzogen sind und die erhältlich sind durch Behandeln von wässrigen
Anschlämmungen feinteiliger Füllstoffe mit mindestens einem wasserlöslichen amphoteren
Copolymerisat, das erhältlich ist durch Copolymerisieren von
- a) mindestens einem N-Vinylcarbonsäureamid der Formel

in der R1, R2 = H oder C1- bis C6-Alkyl bedeuten,
- b) mindestens einer monoethylenisch ungesättigten Carbonsäure mit 3 bis 8 C-Atomen
im Molekül und/oder deren Alkalimetall-, Erdalkalimetall- oder Ammoniumsalzen und
gegebenenfalls
- c) anderen monoethylenisch ungesättigten Monomeren, die frei von Nitrilgruppen sind,
und gegebenenfalls
- d) Verbindungen, die mindestens zwei ethylenisch ungesättigte Doppelbindungen im Molekül
aufweisen,
und anschließende teilweise oder vollständige Abspaltung der Gruppen -CO-R
1 aus den in das Copolymerisat einpolymerisierten Monomeren II.
[0009] Aus der
DE 103 34 133 A1 sind wässrige Zusammensetzungen, umfassend wenigstens einen feinteiligen Füllstoff
und wenigstens ein wasserlösliches amphoteres Copolymerisat, das erhältlich ist durch
Copolymerisieren eines Monomergemischs, enthaltend
- a) wenigstens ein N-Vinylcarbonsäureamid der allgemeinen Formel

worin R1 und R2 unabhängig voneinander für H oder C1- bis C6-Alkyl stehen,
- b) wenigstens ein Monomer, das ausgewählt ist unter monoethylenisch ungesättigten
Sulfonsäuren, Phosphonsäuren, Phosphorsäureestern und Derivaten davon,
- c) gegebenenfalls wenigstens ein Monomer, das ausgewählt ist unter monoethylenisch
ungesättigten Mono- und Dicarbonsäuren, deren Salzen und Dicarbonsäureanhydriden,
- d) gegebenenfalls wenigstens ein von den Komponenten a) bis c) verschiedenes monoethylenisch
ungesättigtes Monomer, das frei von Nitrilgruppen ist, und
- e) gegebenenfalls wenigstens eine Verbindung, die mindestens zwei ethylenisch ungesättigte
Doppelbindungen im Molekül aufweist,
mit der Maßgabe, dass das Monomergemisch wenigstens ein Monomer b) oder c) mit mindestens
einer freien Säuregruppe und/oder einer Säuregruppe in Salzform enthält,
und anschließende teilweise oder vollständige Hydrolyse der Gruppen -CO-R
1 aus den in das Copolymerisat einpolymerisierten Monomeren II, bekannt.
[0010] US 6033524 A offenbart ein Verfahren zur Herstellung von Papier in Gegenwart einer wässrigen Anschlämmung
von feinteilige Füllstoffe enthaltenden Komponenten, wobei die feinteiligen Füllstoffe
mit einem Copolymerisat überzogen sind, und wobei man zusätzlich zu der wässrigen
Anschlämmung von feinteilige Füllstoffe enthaltenden Komponenten ein kationisches
Polymer der Fasersuspension vor der Blattbildung zusetzt.
[0011] Allen in der Literatur bekannten Füllstoffsystemen ist gemeinsam, dass damit Papiere
mit einem begrenzten Füllstoffgehalt hergestellt werden können. Weiterhin sind die
typischen Papiereigenschaften wie Trockenfestigkeit verbesserungswürdig.
Es bestand daher die Aufgabe, ein Verfahren zur Herstellung von Papier mit hohem Füllstoffgehalt
und hoher Trockenfestigkeit zur Verfügung zu stellen. Die damit hergestellten Papiere
sollen sich durch verbesserte anwendungstechnische Eigenschaften, speziell guten Festigkeitseigenschaften
des getrockneten Papiers auszeichnen. Dazu zählen insbesondere gute Trockenreißlängen,
Weiterreißarbeit, Biegesteifigkeit sowie innere Festigkeit. Weiterhin sollen die hergestellten
Papiere einen höheren Füllstoffgehalt aufweisen als aus dem Stand der Technik bekannt.
[0012] Die Aufgabe wurde gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung von Papier, Pappe und
Karton in Gegenwart einer wässrigen Anschlämmung von feinteilige Füllstoffe enthaltenden
Komponenten, wobei die feinteiligen Füllstoffe zumindest teilweise mit wasserlöslichen
amphoteren Copolymerisaten überzogen sind, wobei man zusätzlich zu der wässrigen Anschlämmung
von feinteilige Füllstoffe enthaltenden Komponenten wenigstens ein kationisches und/oder
amphoteres Polymer, das als Strukturelement keine Ester ungesättiger Carbonsäuren
mit quaternierten Aminoalkoholen enthält, der Fasersuspension vor der Blattbildung
zusetzt.
[0013] Unter feinteilige Füllstoffe enthaltende Komponenten im Sinne der vorliegenden Erfindung
werden sowohl feinteilige Füllstoffe allein, d.h. in Reinform bzw. als sogenannter
frischer Füllstoff, als auch feinteilige Füllstoffe enthaltende Rohstoffe wie der
sogenannte Ausschuss von gestrichenem Papier, sowie Mischungen in beliebiger Zusammensetzung
davon verstanden.
[0014] In der Regel erfolgt die Dosierung der wässrigen Anschlämmung der feinteilige Füllstoffe
enthaltenden Komponenten zu der Fasersuspension, bevor diese zum Former der Papiermaschine
geleitet wird.
[0015] Die Dosierung der kationischen und/oder amphoteren Polymere kann an verschiedenen
Stellen des Papierherstellungsprozesses erfolgen. Denkbar ist eine Dosierung in den
Dickstoffbereich, aber auch eine Dosierung in den Dünnstoff der Fasersuspension. Auch
eine geteilte Zugabe an verschiedenen Stellen im Herstellungsprozess ist möglich.
[0016] Bevorzugt wird das wenigstens eine kationische und/oder amphotere Polymere jedoch
unmittelbar nach der Zugabe der wässrigen Anschlämmung von feinteilige Füllstoffe
enthaltenden Komponenten der Fasersuspension zugesetzt. Unmittelbar bedeutet, dass
zwischen den Dosierungen der Komponenten kein weiterer Verfahrensschritt, d.h. keine
Dosierung anderer Papierhilfsmittel oder beispielsweise die Einwirkung von Scherkräften
auf die Suspension, liegt.
[0017] Das kationische und/oder amphotere Polymere enthält keine Strukturelemente von Estern
ungesättiger Carbonsäuren, beispielsweise C
3 - C
8-Carbonsäuren, mit quaternierten Aminoalkoholen, beispielsweise N,N,N-Trimethylammoniumethanol.
[0018] Das kationische und/oder amphotere Polymer ist ausgewählt aus
- Homo- und Copolymeren von Vinylimidazolen, Diallylalkylaminen und Allyldialkyaminen,
wobei diese Monomere in neutraler Form, als Salze von Säuren oder in quaternierter
Form eingesetzt werden,
- Homo- und Copolymeren von Estern ungesättigter Carbonsäuren mit N,N-Dialkylaminoalkoholen
oder N-Alkylaminalkoholen, wobei diese Monomere in neutraler Form oder als Salze von
Säuren eingesetzt werden,
- Homo- und Copolymeren von Amiden ungesättigter Carbonsäuren mit N,N-Dialkyldiaminen
oder N-Alkyldiaminen, wobei diese Monomere in neutraler Form, als Salze von Säuren
oder in quaternierter Form eingesetzt werden,
- Kondensationsprodukten aus Epichlorhydrin oder Bisepoxiden mit Dialkylaminen oder
Polyamidoaminen,
- Polyethyleniminen,
- Pfropfprodukten von Ethyleniminen auf Amidoaminen oder Polyaminen,
- kationischen Stärken und/oder
- Vinylamineinheiten enthaltende Polymere.
[0019] Homo- und Copolymere von Vinylimidazolen, Diallylalkylaminen mit Alkylgruppen von
C
1 - C
10, bevorzugt C
1 - C
6, und Allyldialkyaminen mit Alkylgruppen von C
1 - C
10, bevorzugt C
1 - C
6, wobei die Alkylgruppen gleich oder verschieden sein können, und wobei diese Monomere
in neutraler Form, als Salze von Säuren oder in quaternierter Form eingesetzt werden,
basieren typischerweise auf den Monomeren N-Vinylimidazol, Dimethyldiallylammoniumchlorid
sowie Dimethylallylamin.
[0020] Homo- und Copolymere von Estern ungesättigter Carbonsäuren mit 3 bis 8 Kohlenstoffatomen
mit N,N-Dialkylaminoalkoholen mit Alkylgruppen von C
1 - C
10, bevorzugt C
1 - C
6, wobei die Alkylgruppen gleich oder verschieden sein können, oder N-Alkylaminalkoholen
mit Alkylgruppen von C
1 - C
10, bevorzugt C
1 - C
6, wobei diese Monomere in neutraler Form oder als Salze von Säuren eingesetzt werden,
basieren beispielsweise auf Estern der Acrylsäure oder Methacrylsäure mit N,N-Dimethylaminoethylamin.
[0021] Homo- und Copolymere von Amiden ungesättigter Carbonsäuren mit 3 bis 8 Kohlenstoffatomen
mit N,N-Dialkyldiaminen mit Alkylgruppen von C
1- C
10, bevorzugt C
1 - C
6, wobei die Alkylgruppen gleich oder verschieden sein können, oder N-Alkyldiaminen
mit Alkylgruppen von C
1 - C
10, bevorzugt C
1 - C
6, wobei diese Monomere in neutraler Form, als Salze von Säuren oder in quaternierter
Form eingesetzt werden, basieren z.B. auf Amiden von Acrylsäure und Methacrylsäure
mit N,N-Dimethylaminoethylenamin, 3-(N,N-Dimethylamino)-propylamin oder 3-(N,N,N-Trimethylammonium)-propylamin.
[0022] Kondensationsprodukte aus Epichlorhydrin oder Bisepoxiden mit Dialkylaminen mit Alkylgruppen
von C
1 - C
10, bevorzugt C
1 - C
6, wobei die Alkylgruppen gleich oder verschieden sein können, oder Polyamidoaminen
können ebenfalls eingesetzt werden. Typische Vertreter sind beispielsweise Catiofast
® PR 8153 und Catiofast
® PR 8154 der BASF Aktiengesellschaft, die üblicherweise als Fixiermittel in der Papierindustrie
eingesetzt werden.
[0023] Polyethylenimine sind beispielsweise in
WO 97/25367 und der darin zitierten Literatur offenbart.
[0024] Pfropfprodukte von Ethyleniminen auf Amidoaminen oder Polyaminen sind beispielsweise
die in der deutschen Offenlegungsschrift
DE 24 34 816 beschriebenen stickstoffhaltigen Kondensationsprodukte.
Kationische Stärken sind beispielsweise in Günther Tegge, Stärke und Stärkederivate,
Behr's-Verlag, Hamburg, 1984 offenbart. Es handelt sich dabei beispielsweise um Kartoffelstärke,
Maisstärke, Weizenstärke, Reisstärke, Tapiokastärke, Sagostärke, Maniokstärke und
Roggenstärke. Diese Stärken sind z.B. mit 2,3-(Epoxy)-propyltrimethylammoniumchrlorid
umgesetzt.
[0025] Vinylamineinheiten enthaltende Polymere, wie sie im Sinne der vorliegenden Erfindung
eingesetzt werden, sind bekannt, vgl.
US 4,421,602,
US 5,334,287,
EP-A 216 387,
US 5,981,689,
WO 00/63295,
US 6,121,409 und
US 6,132,558. Sie werden durch Hydrolyse von offenkettigen N-Vinylcarbonsäure-amideinheiten enthaltenden
Polymeren hergestellt. Diese Polymeren sind z.B. erhältlich durch Polymerisieren von
N-Vinylformamid, N-Vinyl-N-methylformamid, N-Vinyl-acetamid, N-Vinyl-N-methylacetamid,
N-Vinyl-N-ethylacetamid und N-Vinylpropionamid. Die genannten Monomeren können entweder
allein oder zusammen mit anderen Monomeren polymerisiert werden. Bevorzugt ist N-Vinylformamid.
[0026] Als monoethylenisch ungesättigte Monomere, die mit den N-Vinylcarbonsäureamiden copolymerisiert
werden, kommen alle damit copolymerisierbaren Verbindungen in Betracht. Beispiele
hierfür sind Vinylester von gesättigten Carbonsäuren von 1 bis 6 Kohlenstoffatomen
wie Vinylformiat, Vinylacetat, N-Vinylpyrrolidon, Vinylpropionat und Vinylbutyrat
und Vinylether wie C
1- bis C
6-Alkylvinylether, z.B. Methyl- oder Ethylvinylether. Weitere geeignete Comonomere
sind Ester von Alkoholen mit beispielsweise 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, Amide und Nitrile
von ethylenisch ungesättigten C
3- bis C
6-Carbonsäuren, beispielsweise Methylacrylat, Methylmethacrylat, Ethylacrylat, Ethylmethacrylat
und Maleinsäuredimethylester, Acrylamid und Methacrylamid sowie Acrylnitril und Methacrylnitril.
[0027] Weitere geeignete Carbonsäureester leiten sich von Glykolen oder bzw. Polyalkylenglykolen
ab, wobei jeweils nur eine OH-Gruppe verestert ist, z.B. Hydroxyethylacrylat, Hydroxyethylmethacrylat,
Hydroxypropylacrylat, Hydroxybutylacrylat, Hydroxypropylmethacrylat, Hydroxybutylmethacrylat
sowie Acrylsäuremonoester von Polyalkylenglykolen einer Molmasse von 500 bis 10 000.
Weitere geeignete Comonomere sind Ester von ethylenisch ungesättigten Carbonsäuren
mit Aminoalkoholen wie beispielsweise Dimethylaminoethylacrylat, Dimethylaminoethylmethacrylat,
Diethylaminoethylacrylat, Diethylaminoethylmethacrylat, Dimethylaminopropylacrylat,
Dimethylaminopropylmethacrylat, Diethylaminopropylacrylat, Dimethylaminobutylacrylat
und Diethylaminobutylacrylat. Die basischen Acrylate können in Form der freien Basen,
der Salze mit Mineralsäuren wie Salzsäure, Schwefelsäure oder Salpetersäure, der Salze
mit organischen Säuren wie Ameisensäure, Essigsäure, Propionsäure oder der Sulfonsäuren
oder in quaternierter Form eingesetzt werden. Geeignete Quaternierungsmittel sind
beispielsweise Dimethylsulfat, Diethylsulfat, Methylchlorid, Ethylchlorid oder Benzylchlorid.
[0028] Weitere geeignete Comonomere sind Amide ethylenisch ungesättigter Carbonsäuren wie
Acrylamid, Methacrylamid sowie N-Alkylmono- und Diamide von monoethylenisch ungesättigten
Carbonsäuren mit Alkylresten von 1 bis 6 C-Atomen, z.B. N-Methylacrylamid, N,N-Dimethylacrylamid,
N-Methylmethacrylamid, N-Ethylacrylamid, N-Propylacrylamid und tert.-Butylacrylamid
sowie basische (Meth)acrylamide, wie z.B. Dimethylaminoethylacrylamid, Dimethylaminoethylmethacrylamid,
Diethylaminoethylacrylamid, Diethylaminoethylmethacrylamid, Dimethylaminopropylacrylamid,
Diethylaminopropylacrylamid, Dimethylaminopropylmethacrylamid und Diethylaminopropylmethacrylamid.
[0029] Weiterhin sind als Comonomere geeignet N-Vinylpyrrolidon, N-Vinylcaprolactam, Acrylnitril,
Methacrylnitril, N-Vinylimidazol sowie substituierte N-Vinylimidazole wie z.B. N-Vinyl-2-methylimidazol,
N-Vinyl-4-methylimidazol, N-Vinyl-5-methylimidazol, N-Vinyl-2-ethylimidazol und N-Vinylimidazoline
wie N-Vinylimidazolin, N-Vinyl-2-methylimidazolin und N-Vinyl-2-ethylimidazolin. N-Vinylimidazole
und N-Vinylimidazoline werden außer in Form der freien Basen auch in mit Mineralsäuren
oder organischen Säuren neutralisierter oder in quaternisierter Form eingesetzt, wobei
die Quaternisierung vorzugsweise mit Dimethylsulfat, Diethylsulfat, Methylchlorid
oder Benzylchlorid vorgenommen wird. In Frage kommen auch Diallyldialkylammoniumhalogenide
wie z.B. Diallyldimethylammoniumchlorid.
[0030] Die Copolymerisate enthalten beispielsweise
- 95 bis 5 mol-%, vorzugsweise 90 bis 10 mol% mindestens eines N-Vinylcarbonsäureamids,
bevorzugt N-Vinylformamid, und
- 5 bis 95 mol-%, vorzugsweise 10 bis 90 mol-% monoethylenisch ungesättigte Monomere
in einpolymerisierter Form. Die Comonomeren sind vorzugsweise frei von Säuregruppen.
[0031] Die Polymerisation der Monomeren wird üblicherweise in Gegenwart von Radikale bildenden
Polymerisationsinitiatoren durchgeführt. Man kann die Homo- und Copolymerisate nach
allen bekannten Verfahren erhalten, beispielsweise erhält man sie durch Lösungspolymerisation
in Wasser, Alkoholen, Ethern oder Dimethylformamid oder in Gemischen aus verschiedenen
Lösungsmitteln, durch Fällungspolymerisation, umgekehrte Suspensionspoylmerisation
(Polymerisieren einer Emulsion einer monomerhaltigen wässrigen Phase in einer Ölphase)
und Polymerisieren einer Wasser-in-Wasser-Emulsion, beispielsweise bei der man eine
wässrige Monomerlösung in einer wässrigen Phase löst oder emulgiert und unter Bildung
einer wässrigen Dispersion eines wasserlöslichen Polymeren polymerisiert, wie beispielsweise
in
WO 00/27893 beschrieben. Im Anschluss an die Polymerisation werden die Homo- und Copopolymerisate,
die einpolymerisierte N-Vinylcarbonsäureamideinheiten enthalten, wie unten beschrieben
partiell oder vollständig hydrolysiert.
[0032] Um Vinylamineinheiten enthaltende Polymerisate herzustellen, geht man vorzugsweise
von Homopolymerisaten des N-Vinylformamids oder von Copolymerisaten aus, die durch
Copolymerisieren von
- N-Vinylformamid mit
- Vinylformiat, Vinylacetat, Vinylpropionat, Acrylnitril, Methylacrylat, Ethylacrylat
und/oder Methylmethacrylat
und anschließende Hydrolyse der Homo- oder der Copolymerisate unter Bildung von Vinylamineinheiten
aus den einpolymerisierten N-Vinylformamideinheiten erhältlich sind, wobei der Hydrolysegrad
z.B. 1 bis 100 mol-%, vorzugsweise 25 bis 100 mol-%, besonders bevorzugt 50 bis 100
mol-% und insbesondere bevorzugt 70 bis 100 mol-% beträgt. Der Hydrolysegrad entspricht
dem Gehalt der Polymeren an Vinylamingruppen in mol-%. Die Hydrolyse der oben beschriebenen
Polymerisate erfolgt nach bekannten Verfahren durch Einwirkung von Säuren (z.B. Mineralsäuren
wie Schwefelsäure, Salzsäure oder Phosphorsäure, Carbonsäuren wie Ameisensäure oder
Essigsäure, bzw. Sulfonsäuren oder Phsophonsäuren), Basen oder Enzymen, wie beispielsweise
in
DE-A 31 28 478 und
US 6,132,558 beschrieben. Bei Verwendung von Säuren als Hydrolysemittel liegen die Vinylamineinheiten
der Polymerisate als Ammoniumsalz vor, während bei der Hydrolyse mit Basen die freie
Aminogruppen entstehen.
[0033] In den meisten Fällen beträgt der Hydrolysegrad der verwendeten Homo- und Copolymerisate
85 bis 95 mol-%. Der Hydrolysegrad der Homopolymerisate ist gleichbedeutend mit dem
Gehalt der Polymerisate an Vinylamineinheiten. Bei Copolymerisaten, die Vinylester
einpolymerisiert enthalten, kann neben der Hydrolyse der N-Vinylformamideinheiten
eine Hydrolyse der Estergruppen unter Bildung von Vinylalkoholeinheiten eintreten.
Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn man die Hydrolyse der Copolymerisate in
Gegenwart von Natronlauge durchführt. Einpolymerisiertes Acrylnitril wird ebenfalls
bei der Hydrolyse chemisch verändert. Hierbei entstehen beispielsweise Amidgruppen
oder Carboxylgruppen. Die Vinylamineinheiten enthaltenden Homo- und Copolymeren können
gegebenenfalls bis zu 20 mol-% an Amidineinheiten enthalten, die z.B. durch Reaktion
von Ameisensäure mit zwei benachbarten Aminogruppen oder durch intramolekulare Reaktion
einer Aminogruppe mit einer benachbarten Amidgruppe z.B. von einpolymerisiertem N-Vinylformamid
entsteht.
[0034] Die mittleren Molmassen M
w der Vinylamineinheiten enthaltenden Polymerisate betragen z.B. 500 bis 10 Millionen,
vorzugsweise 750 bis 5 Millionen und besonders bevorzugt 1 000 bis 2 Millionen g/mol
(bestimmt durch Lichtstreuung). Dieser Molmassenbereich entspricht beispielsweise
K-Werten von 30 bis 150, vorzugsweise 60 bis 100 (bestimmt nach H. Fikentscher in
5 %iger wässriger Kochsalzlösung bei 25 °C, einen pH-Wert von 7 und einer Polymerkonzentration
von 0,5 Gew.-%). Besonders bevorzugt werden Vinylamineinheiten enthaltende Polymere
eingesetzt, die K-Werte von 85 bis 95 haben.
[0035] Die Vinylamineinheiten enthaltenden Polymeren haben beispielsweise eine Ladungsdichte
(bestimmt bei pH 7) von 0 bis 18 meq/g, vorzugsweise von 5 bis 18 meq/g und insbesondere
von 10 bis 16 meq/g.
[0036] Die Vinylamineinheiten enthaltenden Polymeren werden vorzugsweise in salzfreier Form
eingesetzt. Salzfreie wässrige Lösungen von Vinylamineinheiten enthaltenden Polymerisaten
können beispielsweise aus den oben beschriebenen salzhaltigen Polymerlösungen mit
Hilfe einer Ultrafiltration an geeigneten Membranen bei Trenngrenzen von beispielsweise
1 000 bis 500 000 Dalton, vorzugsweise 10 000 bis 300 000 Dalton hergestellt werden.
[0037] Auch Derivate von Vinylamineinheiten enthaltenden Polymeren können eingesetzt werden.
So ist es beispielsweise möglich, aus den Vinylamineinheiten enthaltenden Polymeren
durch Amidierung, Alkylierung, Sulfonamidbildung, Harnstoffbildung, Thioharnstoffbildung,
Carbamatbildung, Acylierung, Carboximethylierung, Phosphonomethylierung oder Michaeladdition
der Aminogruppen des Polymeren eine Vielzahl von geeigneten Derivaten herzustellen.
Von besonderem Interesse sind hierbei unvernetzte Polyvinylguanidine, die durch Reaktion
von Vinylamineinheiten enthaltenden Polymeren, vorzugsweise Polyvinylaminen, mit Cyanamid
(R
1R
2N-CN, wobei R
1, R
2 = H, C
1- bis C
4-Alkyl, C
3- bis C
6-Cycloalkyl, Phenyl, Benzyl, alkylsubstituiertes Phenyl oder Naphthyl bedeuten) zugänglich
sind, vgl.
US 6,087,448, Spalte 3, Zeile 64 bis Spalte 5, Zeile 14.
[0038] Zu den Vinylamineinheiten enthaltenden Polymeren gehören auch hydrolysierte Pfropfpolymerisate
von beispielsweise N-Vinylformamid auf Polyalkylenglykolen, Polyvinylacetat, Polyvinylalkolhol,
Polyvinylformamiden, Polysacchariden wie Stärke, Oligosacchariden oder Monosacchariden.
Die Pfropfpolymerisate sind dadurch erhältlich, dass man beispielsweise N-Vinylformamid
in wässrigem Medium in Gegenwart mindestens einer der genannten Pfropfgrundlagen gegebenenfalls
zusammen mit copolymerisierbaren anderen Monomeren radikalisch polymerisiert und die
aufgepfropften Vinylformamideinheiten anschließend in bekannten Weise zu Vinylamineinheiten
hydrolysiert.
[0039] Bevorzugt in Betracht kommende Vinylamineinheiten enthaltende Polymere sind Vinylamin-Homopolymere
des N-Vinylformamids mit einem Hydrolysegrad von 1 bis 100 mol%, bevorzugt 25 bis
100 mol%, sowie zu 1 bis 100 mol-%, bevorzugt zu 25 bis 100 mol-% hydrolysierte Copolymerisate
aus N-Vinylformamid und Vinylformiat, Vinylacetat, Vinylpropionat, Acrylnitril, Methylacrylat,
Ethylacrylat und/oder Methylmethacrylat mit K-Werten von 30 bis 150, insbesondere
60 bis 100. Besonders bevorzugt werden in dem erfindungsgemäßen Verfahren die zuvor
genannten Homopolymerisate des N-Vinylformamids eingesetzt.
[0040] Typische Vertreter diese Homopolymerisate des N-Vinylformamids sind unter den Handelsnamen
Catiofast
® VFH, Catiofast
® VSH und Catiofast
® VMP der BASF Aktiengesellschaft bekannt.
[0041] Selbstverständlich können in dem erfindungsgemäßen Verfahren auch Mischungen der
genannten kationischen und/oder amphoteren Polymere eingesetzt werden. Bevorzugt werden
jedoch Vertreter einer Polymerklasse verwendet. Insbesondere werden Vinylamineinheiten
enthaltende Polymere in dem erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzt.
[0042] Die in dem erfindungsgemäßen Verfahren einzusetzenden kationischen und/oder amphoteren
Polymere werden in einer Menge von 0,0001 bis 1 Gew.-%, bezogen auf den Trockengehalt
der Papierstoffsuspension, bevorzugt von 0,0005 bis 0,5 Gew.-%, besonders bevorzugt
in einer Menge von 0,001 bis 0,2 Gew.-% und insbesondere in einer Menge von 0,005
bis 0,1 Gew.-%, jeweils bezogen auf den Trockengehalt der Papierstoffsuspension, zu
der Fasersuspension zugesetzt.
[0043] Durch die Zugabe des wenigstens einem kationischen und/oder amphoteren Polymeren
zu der Fasersuspension wird im Vergleich zum Stand der Technik eine enorm erhöhte
Füllstoffretention erreicht, d.h. es können nach dem erfindungsgemäßen Verfahren Papiere
mit einem hohen Füllstoffgehalt hergestellt werden. Dadurch wird in der Herstellung
der Faserstoffanteil reduziert, was zu einer Verringerung der Herstellkosten des Papiers
führt.
[0044] Weiterhin weisen sie nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Papiere zusätzlich
zum erhöhten Füllstoffgehalt eine verbesserte Trockenfestigkeit auf. Dies wird insbesondere
durch Eigenschaften wie Trockenreißlänge, Weiterreißarbeit, innere Festigkeit und
Biegesteifigkeit belegt.
[0045] Neben der Füllstofferhöhung bei gleichbleibenden Festigkeitseigenschaften kann durch
die erfindungsgemäße Behandlung der Füllstoffe auch der Papierglanz signifikant gesteigert
werden. Dies gilt insbesondere für holzhaltige Papiere wie z.B. SC-Papier. Hier bedeutet
die Glanzsteigerung eine Steigerung der Papierqualität, die es dem Papierhersteller
gestattet einen höheren Verkaufspreis zu erzielen.
[0046] Die in dem erfindungsgemäßen Verfahren einzusetzenden feinteiligen Füllstoffe sind
aus der Literatur bekannt. Es handelt sich dabei um feinteilige Füllstoffe, die zumindest
teilweise mit wasserlöslichen amphoteren Copolymerisaten überzogen sind. Derartige
wässrige Anschlämmungen sind aus
JP-A 08059740,
WO 04/087818 und der Aktenzeichen
DE 103 34 133 A1 bekannt. Auf diese Literaturstellen wird hiermit ausdrücklich Bezug genommen. Die
in diesen Literaturstellen offenbarten wasserlöslichen amphoteren Copolymerisate weisen
als gemeinsames Strukturmerkmal auf, dass sie Amidineinheiten, sowohl fünf- als auch
sechsgliedrig, enthalten.
[0047] Wie zuvor beschrieben werden sowohl feinteilige Füllstoffe allein, d.h. in Reinform
bzw. als sogenannter frischer Füllstoff, als auch feinteilige Füllstoffe enthaltende
Rohstoffe wie der sogenannte Ausschuss von gestrichenem Papier, sowie Mischungen in
beliebiger Zusammensetzung davon unter dem Begriff feinteilige Füllstoffe enthaltende
Komponenten verstanden.
[0048] Beispielsweise werden im erfindungsgemäßen Verfahren wässrige Anschlämmungen von
100% frischem Füllstoff, bezogen auf den Füllstoffanteil, eingesetzt.
[0049] Alternativ können im erfindungsgemäßen Verfahren auch wässrige Anschlämmungen eingesetzt
werden, deren Füllstoffanteil zu 100% aus dem Ausschuss von gestrichenem Papier erhalten
wird. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um den Ausschuss von ein- oder beidseitig
gestrichenem Papier handelt.
[0050] In einer dritten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens werden wässrige Anschlämmungen
von Mischungen in beliebiger Zusammensetzung von frischem Füllstoff und Ausschuss
von gestrichenem Papier eingesetzt. Eine solche Mischung kann beispielsweise zu 90
% aus frischem Füllstoff und zu 10 % aus Füllstoff aus dem Ausschuss von gestrichenem
Papier, jeweils bezogen auf den Füllstoffgehalt der wässrigen Anschlämmung, bestehen.
Das Verhältnis kann auch umgekehrt, nämlich frischer Füllstoff : Füllstoff aus dem
Ausschuss von gestrichenem Papier von 10 % : 90 %, betragen.
[0051] Mögliche Mischungen von frischem Füllstoff zu Füllstoff aus dem Ausschuss von gestrichenem
Papier sind z.B. 15 % : 85 %, 20 % : 80 %, 30 % : 70 %, 40 % : 60 %, 50 % : 50 %,
60 % : 40 %, 70 % : 30 %, 80 % : 20 % sowie 85 % : 15 %. Wie zuvor beschrieben, sind
jedoch Mischungen in beliebiger Zusammensetzung möglich.
[0052] Bevorzugt werden Mischungen eingesetzt, die ein Mischungsverhältnis im Bereich von
10 % (frischer Füllstoff) zu 90 % (Füllstoff aus dem Ausschuss von gestrichenem Papier)
bis 90 % (frischer Füllstoff) zu 10 % (Füllstoff aus dem Ausschuss von gestrichenem
Papier) aufweisen.
[0053] Besonders bevorzugt liegt das Mischungsverhältnis im Bereich von 15 % (frischer Füllstoff)
zu 85 % (Füllstoff aus dem Ausschuss von gestrichenem Papier) bis 60 % (frischer Füllstoff)
zu 40 % (Füllstoff aus dem Ausschuss von gestrichenem Papier).
[0054] Die Prozentangaben beziehen sich jeweils auf den Gesamtfüllstoffgehalt in der wässrigen
Anschlämmung.
[0055] Als Füllstoffbasis kommen dabei z.B. Calciumcarbonate in Betracht, die in Form von
gemahlenem Kalk (GCC), Kalk, Kreide, Marmor oder in Form von präzipitiertem Calciumcarbonat
(PCC) vorliegen. Als Füllstoffe können ebenfalls Talkum, Kaolin, Bentonit, Satinweiß,
Calciumsulfat, Bariumsulfat und Titandioxid eingesetzt werden. Selbstverständlich
kann man auch Mischungen aus zwei oder mehreren der genannten Füllstoffe einsetzen.
Der Teilchendurchmesser der Füllstoffe liegt vorzugsweise unter 2 µm, beispielsweise
liegen zwischen 40 und 90 % der Füllstoffteilchen unter einem Teilchendurchmesser
von < 2 µm.
[0056] Bei den in
JP-A 08059740,
WO 04/087818 und
DE 103 34 133 A1 beschriebenen Verfahren liegen die Füllstoffe als wässrige Anschlämmungen vor. Präzipitiertes
Calciumcarbonat liegt üblicherweise als wässrige Anschlämmung in Abwesenheit von Dispergiermitteln
vor. Um wässrige Anschlämmungen der übrigen Füllstoffe (z.B. GCC) herzustellen, verwendet
man in der Regel ein anionisches Dispergiermittel, z.B. Polyacrylsäure mit einer mittleren
Molmasse M
w von beispielsweise 1.000 bis 40.000 Dalton. Enthalten die Füllstoffe einen hohen
Feststoffgehalt (z.B. 60 % und mehr) werden die Füllstoffe in Gegenwart eines dieses
anionischen Dispergiermittels gemahlen. Falls man ein anionisches Dispergiermittel
verwendet, so setzt man davon beispielsweise 0,01 bis 0,6 Gew.-% vorzugsweise 0,2
- 0,5 Gew.-% zur Herstellung wässriger Füllstoffanschlämmungen ein. Die in Gegenwart
von anionischen Dispergiermitteln in Wasser dispergierten Anschlämmungen enthalten
beispielsweise 10 - 60 Gew.-%, meistens 15 - 50 Gew.-% mindestens eines Füllstoffes.
[0057] Die in
JP-A 08059740,
WO 04/087818 und der
DE 103 34 133 A1 beschriebenen wasserlöslichen amphoteren Polymere werden den wässrigen Anschlämmungen
beigemischt. Beispielsweise kann man bis zu einer 1 bis 60 Gew.-% mindestens eines
feinteiligen Füllstoffs enthaltenden wässrigen Anschlämmung 0,1 bis 5 Gew.-% bezogen
auf Füllstoffe, eines wasserlöslichen amphoteren Polymeren nach
JP-A 08059740,
WO 04/087818 und der
DE 103 34 133 A1 zusetzten oder eine wässrige Anschlämmung eines feinteiligen Füllstoffs in eine wässrige
Lösung eines amphoteren Polymers eintragen und die Komponenten jeweils mischen.
[0058] Dieses Behandeln der wässrigen Anschlämmung von feinteiligen Füllstoffen mit den
amphoteren Polymeren kann kontinuierlich oder diskontinuierlich durchgeführt werden.
Bevorzugt findet die Behandlung der Füllstoffe mit dem amphoteren Polymer in einem
kontinuierlichen Modus statt. Dazu kann beispielsweise das amphotere Polymer als verdünnte
Lösung zwischen dem Füllstofftank und der Füllstoffpumpe zugemischt werden. Die Verdünnung
sowie die Scherkräfte in der Füllstoffpumpe garantieren dabei eine gute Durchmischung
des Füllstoffes mit dem Polymeren. Dadurch werden die feinteiligen Füllstoffe zumindest
teilweise mit den wasserlöslichen amphoteren Polymeren überzogen bzw. imprägniert.
Der Feststoffgehalt der verdünnten Polymerlösung der wasserlöslichen amphoteren Polymere
kann zwischen 20 Gew.-% und 0,01 Gew.-% betragen.
[0059] Beim Einsatz feinteiliger Füllstoffe, die aus dem Ausschuss von gestrichenem Papier
erhalten werden, kann die Behandlung mit den wasserlöslichen amphoteren Copolymerisaten
beispielsweise auf dem Weg erfolgen, in dem der Ausschuss von gestrichenem Papier
in Gegenwart der wasserlöslichen amphoteren Copolymerisate aufgelöst wird.
[0060] Alternativ erfolgt die Behandlung mit wasserlöslichen amphoteren Copolymerisaten
nach Auflösen des Ausschusses aus gestrichenem Papier.
[0061] Unabhängig von der Behandlungsart des Füllstoffs aus dem Ausschuss erhält man ebenfalls
feinteilige Füllstoffe, die zumindest teilweise mit wasserlöslichen amphoteren Copolymerisaten
überzogen bzw. imprägniert sind.
[0062] Von der Füllstoffpumpe gelangt die mit dem Polymer behandelte Füllstoffanschlämmung
unmittelbar in den Dickstoff oder den Dünnstoff der Papiermaschine. Denkbar ist auch,
das behandelter Füllstoff sowohl im Dickstoff als auch im Dünnstoff der Papiermaschine
zudosiert werden.
[0063] Das erfindungsgemäße Verfahren ist sowohl für die Herstellung holzfreier Papiere
als auch holzhaltiger Papiere geeignet. In allen Fällen führt das erfindungsgemäße
Verfahren zu einer signifikanten Erhöhung des Füllstoffgehaltes im Papier, ohne bedeutende
Verluste bei den Papiereigenschaften wir Trockenfestigkeit einzubüssen. Der Füllstoffgehalt
wird ohne Festigkeitsverlust durch die Zugabe des wenigstens einem kationischen und/oder
amphoteren Polymeren gesteigert.
Die Herstellung von Papier, Pappe und Karton nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
erfolgt üblicherweise durch Entwässern einer Aufschlämmung von Cellulosefasern. Als
Cellulosefasern kommen sämtliche dafür gängigen Typen in Betracht, z.B. Cellulosefasern
aus Holzstoff und allen Einjahrespflanzen gewonnenen Fasern in Betracht. Zu Holzstoff
gehören beispielsweise Holzschliff, thermomechanischer Stoff (TMP), chemothermomechanischer
Stoff (CTMP), Druckschliff, Halbzellstoff, Hochausbeutezellstoff und Refiner Mechanical
Pulp (RMP) sowie Altpapier. Außerdem eignen sich Zellstoffe, die in gebleichter oder
ungebleichter Form verwendet werden können. Beispiele hierfür sind Sulfat-, Sulfit-
und Natronzellstoff. Vorzugsweise verwendet man gebleichte Zellstoffe, die auch als
gebleichter Kraftzellstoff bezeichnet werden. Die genannten Faserstoffe können allein
oder in Mischung verwendet werden.
[0064] Die mit diesem Verfahren hergestellten Papiere zeichnen sich insbesondere durch einen
hohen Füllstoffgehalt und eine hohe Trockenfestigkeit aus. Unter Papieren mit hohem
Füllstoffgehalt im Sinne der vorliegenden Erfindung werden insbesondere solche Papiere
verstanden, die einen Füllstoffgehalt von 3 bis 45 Gew.-%, bezogen auf den Trockengehalt
der Papierstoffsuspension, bevorzugt von 10 bis 45 Gew.-%, besonders bevorzugt von
15 bis 40 Gew.-% und insbesondere bevorzugt von 20 bis 35 Gew.-%, jeweils bezogen
auf den Trockengehalt der Papierstoffsuspension, aufweisen.
Die Erfindung wird anhand der folgenden, nicht einschränkenden Beispiele näher erläutert.
Die Prozentangaben in den Beispielen bedeuten Gewichtsprozent, sofern aus dem Zusammenhang
nichts anderes hervorgeht. Die elektrophoretische Mobilität bzw. das Zetapotenzial
wurde laseroptisch bestimmt. Für Elektrophoresemessungen wurden die Proben mit einer
wässrigen KCI-Lösung (z.B. 10 mMol) auf eine Konzentration für die Messung von 1 Vol.-%
verdünnt. Als Messinstrument diente der Zetasizer 3000 HS der Firma Malvern Instruments
Ltd..
[0065] Die Molmassen M
w der Polymere wurden mit Hilfe statischer Lichtstreuung bestimmt. Die Messungen wurden
bei pH 7,6 in einer 10 mmolaren wässrigen Kochsalz-Lösung durchgeführt.
[0067] Als Füllstoffe wurden gefällte Kreide, präzipitiertes Calciumcarbonat (PCC), gemahlene
Kreide (GCC), Kaolin oder Mischungen aus den genannten Füllstoffen eingesetzt. In
den erfindungsgemäßen Beispielen wurden fünf verschiedene, mit Copolymeren vorbehandelte
Füllstoffe verwendet.
[0068] Die strukturelle Zusammensetzung dieser Copolymere wurde aus der eingesetzten Monomerenmischung,
dem Hydrolysegrad und mit Hilfe der in der älteren deutschen Patentanmeldung mit dem
Aktezeichen
103 34 133.1 sowie in der
WO 04/087818 offenbarten Berechnung anhand der
13C-NMR-Spektroskopie ermittelt. Dazu wurden die Signale der C-Atome integriert. Als
Lösemittel wurde D
2O verwendet.
I. Verwendung von sogenanntem frischen Füllstoff
Füllstoff 1
[0069] 6 g einer 12 %igen wässrigen Lösung eines amphoteren Copolymeren mit einem Gehalt
an 40 Mol-% Vinylformamideinheiten, 30 Mol-% Acrylsäureeinheiten und 30 Mol-% Vinylamin-
und Amidineinheiten und einem Molekulargewicht M
w von ca. 500.000 wurden in einem Becherglas vorgelegt und anschließend mit 30 g Wasser
verdünnt. Anschließend gab man 150 g einer 20 %igen Aufschlämmung von präzipitiertem
Calciumcarbonat (PCC) in Wasser zu. Während der Zugabe der PCC-Slurry und danach wurde
die Mischung mit Hilfe eines Heiltof-Rührers bei 1000 Umdrehungen pro Minute (UpM)
gerührt. Der pH-Wert der Mischung wurde anschließend auf 8,5 eingestellt. Mit Hilfe
der Mikroelektrophorese wurde die Mobilität der Füllstoffteilchen bei pH 8,5 und bei
pH 7 gemessen. Die elektrophoretische Mobilität nahm bei beiden pH-Einstellungen einen
leicht negativen Wert an.
Füllstoff 2
[0070] 6 g einer 12 %igen wässrigen Lösung eines amphoteren Copolymeren mit einem Gehalt
an 40 Mol-% Vinylformamideinheiten, 30 Mol-% Acrylsäureeinheiten und 30 Mol-% Vinylamin-
und Amidineinheiten und einem Molekulargewicht M
w von ca. 500.000 wurden in einem Becherglas vorgelegt und anschließend mit 30 g Wasser
verdünnt. Anschließend gab man 150 g einer 20 %igen Aufschlämmung von gemahlenem Calciumcarbinat
(GCC) in Wasser zu. Die Mahlung des GCC erfolgte in einer Laborpigmentmühle in Gegenwart
eines Natriumacrylathaltigen Dispergiermittels statt. Nach der Mahlung wiesen ca.
75 % der GCC-Teilchen eine Teilchengröße < 2 µm auf. Während der Zugabe der GCC-Slurry
und danach wurde die Mischung mit Hilfe eines Heiltof-Rührers bei 1000 UpM gerührt.
Der pH-Wert der Mischung wurde anschließend auf 8,5 eingestellt. Mit Hilfe der Mikroelektrophorese
wurde die Mobilität der Füllstoffteilchen bei pH 8,5 und bei pH 7 gemessen. Die elektrophoretische
Mobilität nahm bei beiden pH-Einstellungen einen leicht negativen Wert an.
Füllstoff 3
[0071] 5,4 g einer 13,5 %igen wässrigen Lösung eines amphoteren Copolymeren, das gemäß Beispiel
1 der älteren deutschen Patentanmeldung mit dem Aktenzeichen
103 34 133.1 hergestellt wurde, mit einem Gehalt an 35 Mol-% Vinylformamideinheiten, 30 Mol-%
Vinylamin- und Amidineinheiten, 11 Mol-% Natriumvinylsulfonateinheiten und 27 Mol-%
Natriumacrylateinheiten und einem Molekulargewicht M
w von ca. 500.000 wurden in einem Becherglas vorgelegt und anschließend mit 30 g Wasser
verdünnt. Anschließend gab man 150 g einer 20 %igen Aufschlämmung von gemahlenem Calciumcarbinat
(GCC, Hydrocarb
® 60 GU der Firma Omya) in Wasser zu. Während der Zugabe der GCC-Slurry und danach
wurde die Mischung mit Hilfe eines Heiltof-Rührers bei 1000 UpM gerührt. Der pH-Wert
der Mischung wurde anschließend auf 8,5 eingestellt. Mit Hilfe der Mikroelektrophorese
wurde die Mobilität der Füllstoffteilchen bei pH 8,5 und bei pH 7 gemessen. Die elektrophoretische
Mobilität nahm bei beiden pH-Einstellungen einen leicht negativen Wert an.
Füllstoff 4
[0072] 6 g einer 12 %igen wässrigen Lösung eines amphoteren Copolymeren mit einem Gehalt
an 40 Mol-% Vinylformamideinheiten, 30 Mol-% Acrylsäureeinheiten und 30 Mol-% Vinylamin-
und Amidineinheiten und einem Molekulargewicht M
w von ca. 500.000 wurden in einem Becherglas vorgelegt und anschließend mit 30 g Wasser
verdünnt. Anschließend gab man 150 g einer 20 %igen Aufschlämmung von Kaolin-Clay-Mischung
in Wasser zu. Während der Zugabe dieser Slurry und danach wurde die Mischung mit Hilfe
eines Heiltof-Rührers bei 1000 UpM gerührt. Der pH-Wert der Mischung wurde anschließend
auf 8,5 eingestellt. Mit Hilfe der Mikroelektrophorese wurde die Mobilität der Füllstoffteilchen
bei pH 8,5 und bei pH 7 gemessen. Die elektrophoretische Mobilität nahm bei beiden
pH-Einstellungen einen leicht negativen Wert an.
Füllstoff 5 (nach Beispiel 1 der JP-A 08059740)
[0073] 6 g einer 12%igen wässrigen Lösung eines amphoteren Copolymeren mit einem Gehalt
an 35 Mol-% Amidineinheiten der Struktur (I), 20 Mol-% Vinylformamideinheiten, 10
Mol-% Vinylamineinheiten, 5 Mol-% Acrylsäureeinheiten und 30 Mol-% Nitrileinheiten
und einer Molmasse M
w von 300.000 Dalton wurden in einem Becherglas vorgelegt und anschließend mit 30 g
Wasser verdünnt. Die Grenzviskosität der Polymeren betrug 2,7 dl/g (gemessen mit einem
Oswald-Viskosimeter in einer wässrigen NaCl-Lösung bei einem NaCl-Gehalt von 0,1 g/dl
und einer Temperatur von 25°C. Anschließend gab man 150 g einer 20 %igen Aufschlämmung
von präzipitiertem Calciumcarbonat (PCC) in Wasser zu. Während der Zugabe der Slurry
und danach wurde die Mischung mit Hilfe eines Heiltof-Rührers bei 1000 UpM gerührt.
Der pH-Wert der Mischung wurde anschließend auf 8,5 eingestellt. Die mit Hilfe der
Mikroelektrophorese wurde die Mobilität der Füllstoffteilchen bei pH 8,5 und bei pH
7 gemessen. Die elektrophoretische Mobilität nahm bei beiden pH-Einstellungen einen
leicht negativen Wert an.
Herstellung der Papierblätter vom Typ A
Beispiele 1 bis 5
[0074] Eine Mischung aus TMP (Thermo-mechanical pulp) und Holzschliff wurde im Verhältnis
von 70/30 bei einer Feststoffkonzentration von 4 % im Laborpulper stippenfrei aufgeschlagen,
bis ein Mahlgrad von 60 - 65 erreicht wurde. Der pH-Wert des Stoffs lag dabei im Bereich
zwischen 7 und 8. Der gemahlene Stoff wurde anschließend durch Zugabe von Wasser auf
eine Feststoffkonzentration von 0,35 % verdünnt.
[0075] Um das Verhalten der oben beschriebenen wässrigen Füllstoff-Slurries der vorbehandelten
Füllstoffe in Kombination mit Vinylamineinheiten enthaltenden Polymeren bei der Herstellung
von füllstoffhaltigem Papier zu ermitteln, legte man jeweils 500 ml der Papierstoffsuspension
vor und dosierte jeweils in diese Pulpe die Slurries der vorbehandelten Füllstoffe
sowie ein Vinylamineinheiten enthaltendes Polymer (Catiofast® VMP). Die Dosiermenge
des Vinylamineinheiten enthaltenden Polymeren betrug jeweils 0,1 % Polymer, bezogen
auf den Trockengehalt der Papierstoffsuspension. Unmittelbar danach dosierte man ein
kationisches Polyacrylamid als Retentionsmittel (Polymin
® KE 2020) in diese Mischung. Die Dosiermenge des Retentionsmittels betrug jeweils
0,01 % Polymer, bezogen auf den Trockengehalt der Papierstoffsuspension.
[0076] Die Menge an Slurry wurde mit Hilfe mehrerer Vorversuche so eingestellt, dass die
Menge an vorbehandeltem Füllstoff ca. 20 % betrug.
[0077] Die Papierblätter wurden jeweils auf einem Rapid-Köthen-Blattbildner nach ISO 5269/2
mit einem Blattgewicht von 80 g/m
2 gefertigt und anschließend 7 Minuten bei 90°C getrocknet und danach mit einem Liniendruck
von 200 N/cm kalandriert.
Vergleichsbeispiele 6 bis 10
[0078] Es wurden Papierblätter analog zu den Beispielen 1 bis 5 mit den entsprechenden vorbehandelten
Füllstoffen hergestellt. Es wurde jedoch auf die Zugabe von Vinylamineinheiten enthaltenden
Polymeren verzichtet.
Vergleichsbeispiele 11 bis 14
[0079] Es wurden Papierblätter analog zu den Vergleichsbeispielen 6 bis 9 hergestellt, allerdings
wurden zusätzlich die entsprechenden Füllstoffe unbehandelt, dass heißt frei von amphoteren
Copolymeren, eingesetzt. Jedoch wurde die Zugabemenge der Füllstoffslurry bei der
Blattbildung soweit erhöht, dass der äquivalente Füllstoffgehalt des jeweiligen Füllstofftyps
aus den Beispielen 1 bis 4 erreicht wurde.
Prüfung der Papierblätter vom Typ A
[0080] Nach einer Lagerzeit im Klimaraum bei konstant 23°C und 50 % Luftfeuchtigkeit für
12 Stunden wurden die Trockenreißlänge der Blätter nach DIN 54540, die Weiterreißarbeit
nach Brecht-Imset (DIN 53115) und die Biegesteifigkeit nach DIN 53121 bestimmt. Die
Ergebnisse sind in Tabelle 1 angegeben.
Tabelle 1
| Beispiel |
Slurry mit Füllstoff |
Trockenreißlänge [m] |
Weiterreißarbeit [mNm/m] |
Biegesteifigkeit [mN] |
Füllstoffgehalt [%] |
| 1 |
Füllstoff 1 |
2876 |
588 |
40,1 |
33,8 |
| 2 |
Füllstoff 2 |
2456 |
575 |
39,4 |
31,3 |
| 3 |
Füllstoff 3 |
2567 |
588 |
38,7 |
30,8 |
| 4 |
Füllstoff 4 |
3256 |
625 |
37,9 |
29,8 |
| 5 |
Füllstoff 5 |
2689 |
362 |
38,1 |
28,7 |
| Vergleichsbeispiele |
|
|
|
|
|
| 6 |
Füllstoff 1 |
2601 |
544 |
36,5 |
27,1 |
| 7 |
Füllstoff 2 |
2381 |
556 |
37,9 |
25,9 |
| 8 |
Füllstoff 3 |
2451 |
588 |
39,3 |
25,7 |
| 9 |
Füllstoff 4 |
3023 |
575 |
36,3 |
24,2 |
| 10 |
Füllstoff 5 |
2412 |
625 |
36,1 |
23,6 |
| 11 |
PCC-Slurry (analog Füllstoff 1) ohne Vorbehandlung |
1281 |
306 |
19,4 |
34,6 |
| 12 |
GCC-Slurry (analog Füllstoff 2) ohne Vorbehandlung |
1198 |
337 |
20,6 |
32,1 |
| 13 |
GCC-Slurry (analog Füllstoff 3) ohne Vorbehandlung |
1314 |
350 |
22,2 |
30,8 |
| 14 |
Kaolin-Clay-Slurry (analog Füllstoff 4) ohne Vorbehandlung |
1368 |
612 |
17,3 |
31,3 |
Herstellung der Papierblätter vom Typ B
Beispiele 15 bis 18
[0081] Eine Mischung aus gebleichtem Birkensulfat und gebleichtem Kiefernsulfit wurde im
Verhältnis von 70/30 bei einer Feststoffkonzentration von 4 % im Laborpulper stippenfrei
aufgeschlagen, bis ein Mahlgrad von 55 - 60 erreicht wurde. Dem aufgeschlagenen Stoff
wurde anschließend ein optischer Aufheller (Blankophor
® PSG) sowie eine kationische Stärke (HiCat
® 5163 A) zugegeben. Der Aufschluß der kationischen Stärke erfolgte als 10 %ige Stärkeslurry
in einem Jet-Kocher bei 130°C und 1 Minute Verweilzeit. Die Dosiermenge des optischen
Aufhellers betrug 0,5 % Handelsware, bezogen auf den Trockengehalt der Papierstoffsuspension.
Die Dosiermenge der kationischen Stärke betrug 0,5 % Stärke, bezogen auf den Trockengehalt
der Papierstoffsuspension. Der pH-Wert des Stoffs lag dabei im Bereich zwischen 7
und 8. Der gemahlene Stoff wurde anschließend durch Zugabe von Wasser auf eine Feststoffkonzentration
von 0,35 % verdünnt.
[0082] Um das Verhalten der oben beschriebenen wässrigen Füllstoff-Slurries der vorbehandelten
Füllstoffe in Kombination mit Vinylamineinheiten enthaltenden Polymeren bei der Herstellung
von füllstoffhaltigem Papier zu ermitteln, legte man jeweils 500 ml der Papierstoffsuspension
vor und dosierte jeweils in diese Pulpe die Slurries der vorbehandelten Füllstoffe
sowie ein Vinylamineinheiten enthaltendes Polymer (Catiofast® VFH). Die Dosiermenge
des Vinylamineinheiten enthaltenden Polymeren betrug jeweils 0,1 % Polymer, bezogen
auf den Trockengehalt der Papierstoffsuspension. Unmittelbar danach dosierte man ein
kationisches Polyacrylamid als Retentionsmittel (Polymin
® KE 2020) in diese Mischung. Die Dosiermenge des Retentionsmittels betrug jeweils
0,01 % Polymer, bezogen auf den Trockengehalt der Papierstoffsuspension.
[0083] Die Menge an Slurry wurde mit Hilfe mehrerer Vorversuche so eingestellt, dass die
Menge an vorbehandeltem Füllstoff ca. 16 % betrug.
[0084] Die Papierblätter wurden jeweils auf einem Rapid-Köthen-Blattbildner nach ISO 5269/2
mit einem Blattgewicht von 80 g/m
2 gefertigt und anschließend 7 Minuten bei 90°C getrocknet und danach mit einem Liniendruck
von 200 N/cm kalandriert.
Vergleichsbeispiele 19 bis 22
[0085] Es wurden Papierblätter analog zu den Beispielen 15 bis 18 mit den entsprechenden
vorbehandelten Füllstoffen hergestellt. Es wurde jedoch auf die Zugabe von Vinylamineinheiten
enthaltenden Polymeren verzichtet.
Vergleichsbeispiele 23 bis 25
[0086] Es wurden Papierblätter analog zu den Vergleichsbeispielen 19 bis 21 hergestellt,
allerdings wurden zusätzlich die entsprechenden Füllstoffe unbehandelt, dass heißt
frei von amphoteren Copolymeren, eingesetzt. Jedoch wurde die Zugabemenge der Füllstoffslurry
bei der Blattbildung soweit erhöht, dass der äquivalente Füllstoffgehalt des jeweiligen
Füllstofftyps aus den Beispielen 15 bis 17 erreicht wurde.
Prüfung der Papierblätter vom Typ B
[0087] Nach einer Lagerzeit im Klimaraum bei konstant 23°C und 50 % Luftfeuchtigkeit für
12 Stunden wurden die innere Festigkeit nach DIN 54516 und die Trockenreißlänge der
Blätter nach DIN 54540 ermittelt. Die Weiterreißarbeit wurde nach Brecht-Imset (DIN
53115) und die Biegesteifigkeit nach DIN 53121 ermittelt. Die Ergebnisse sind in Tabelle
2 angegeben.
Tabelle 2
| Beispiel |
Slurry mit Füllstoff |
Innere Festigkeit [N/m] |
Trocknenreißlänge [m] |
Weiterreißarbeit [mNm/m] |
Biegesteifigkeit [mN] |
Füllstoffgehalt [%] |
| 15 |
Füllstoff 1 |
222 |
4768 |
775 |
38,5 |
30,3 |
| 16 |
Füllstoff 2 |
203 |
4867 |
781 |
37,6 |
28,9 |
| 17 |
Füllstoff 3 |
214 |
4754 |
775 |
40,4 |
27,4 |
| 18 |
Füllstoff 5 |
165 |
4345 |
750 |
36,1 |
28,5 |
| Vegleichsbeispiele |
|
|
|
|
|
|
| 19 |
Füllstoff 1 |
201 |
4483 |
750 |
36,1 |
23,9 |
| 20 |
Füllstoff 2 |
187 |
4536 |
750 |
37,3 |
21,8 |
| 21 |
Füllstoff 3 |
191 |
4489 |
775 |
39,8 |
22,7 |
| 22 |
Füllstoff 5 |
168 |
4291 |
775 |
34,5 |
22,5 |
| 23 |
PCC-Slurry (analog Füllstoff 1) ohne Vorbehandlung |
91 |
2876 |
350 |
18,2 |
30,8 |
| 24 |
GCC-Slurry (analog Füllstoff 2) ohne Vorbehandlung |
99 |
2965 |
350 |
19,1 |
29,5 |
| 25 |
GCC-Slurry (analog Füllstoff 3) ohne Vorbehandlung |
103 |
3173 |
375 |
20,5 |
28,6 |
Herstellung der Papierblätter vom Typ C
Beispiel 26
[0088] Eine Mischung aus gebleichtem chemischen Zellstoff und Holzschliff wurde im Verhältnis
von 20/80 bei einer Feststoffkonzentration von 4 % im Laborpulper stippenfrei aufgeschlagen,
bis ein Mahlgrad von 55 - 60 erreicht wurde. Der pH-Wert des Stoffs lag dabei im Bereich
zwischen 7 und 8. Der gemahlene Stoff wurde anschließend durch Zugabe von Wasser auf
eine Feststoffkonzentration von 0,35 % verdünnt.
[0089] Anschließend legte man 500 ml der Papierstoffsuspension vor und dosierte in diese
Pulpe die eine Füllstoffslurry des Füllstoffs 2. Zusätzlich dosierte man eine 20 Gew.-%ige
Anschlämmung einer unbehandelten Kaolin-Clay-Mischung zu. Unmittelbar danach dosierte
man ein kationisches Polyacrylamid als Retentionsmittel (Polymin
® KE 2020) in diese Mischung. Die Dosiermenge des Retentionsmittels betrug 0,01 % Polymer,
bezogen auf den Trockengehalt der Papierstoffsuspension.
[0090] Die Menge der dosierten Füllstoffslurry des Füllstoffs 2 sowie der unbehandelten
Kaolin-Clay-Mischung wurde mit Hilfe mehrerer Vorversuche so eingestellt, dass die
Menge an Füllstoff 2 und an unbehandeltem Kaolin-Clay ca. 20 % betrug. Der Gesamtfüllstoffgehalt
lag somit bei ca. 40 %.
[0091] Die Papierblätter wurden auf einem Rapid-Köthen-Blattbildner nach ISO 5269/2 mit
einem Blattgewicht von 80 g/m
2 gefertigt und anschließend 7 Minuten bei 90°C getrocknet und danach mit einem Liniendruck
von 200 N/cm kalandriert.
Vergleichsbeispiel 27
[0092] Es wurden Papierblätter analog zu Beispiel 26 hergestellt. Es wurde der entsprechende
Füllstoff unbehandelt, dass heißt frei von amphoteren Copolymeren, eingesetzt. Jedoch
wurde die Zugabemenge der Füllstoffslurry bei der Blattbildung soweit erhöht, dass
der äquivalente Füllstoffgehalt des jeweiligen Füllstofftyps aus Beispiel 26 erreicht
wurde.
Prüfung der Papierblätter vom Typ C
[0093] Nach einer Lagerzeit im Klimaraum bei konstant 23°C und 50 % Luftfeuchtigkeit für
12 Stunden wurden die Trockenreißlänge der Blätter nach DIN 54540 und der Glanz der
Papierblätter nach Lehmann unter einem Winkel von 75° (DIN EN ISO 8254-2) bestimmt.
Die Trockenrupffestigkeit der Papierblätter wurde mit dem ITG-Bedruckbarkeitsprüfer
(ISO 3783) ermittelt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 3 angegeben.
Tabelle 3
| Beispiel |
Slurry mit Füllstoff |
Trockenreißlänge [m] |
Glanz OS [%] |
Glanz SS [%] |
IGT |
| 26 |
Füllstoff 2 |
2956 |
47,3 |
48,9 |
sehr gut |
| Vergleichsbeispiel |
|
|
|
|
|
| 27 |
GCC-Slurry (analog Füllstoff 2) ohne Vorbehandlung |
2534 |
42,5 |
44,1 |
mittel |
II. Verwendung von Füllstoff aus dem Ausschuss von gestrichenem Papier
[0094] Das in den Beispielen eingesetzte doppelseitig gestrichene holzfreie Papier mit einem
Flächengewicht von 104 g/qm enthielt laut Analyse der Veraschungsdaten (500°C für
2 Stunden im Veraschungsofen) insgesamt 38,4 % Füllstoff. Nach Angaben des Papierherstellers
wurde das für die Herstellung der gestrichenen Qualität verwendete Rohpapier mit einem
Füllstoffgehalt von ca. 23 % (gemahlenens Calciumcarbonat, GCC) produziert. Das Strichgewicht
auf jeder Seite betrug 12 g/qm. Als Streichpigment wurde präzipitiertes Calciumcarbonat
verwendet.
Beispiele 28-31
Herstellung des gestrichenen Ausschusses
[0095] In einem 30-Liter Behälter wurden 500 g des gestrichenen Papiers mit 12 Liter Wasser
für 5 Minuten aufgeweicht. Anschließend gab man 5 g einer 12%-igen wässrigen Lösung
eines amphoteren Copolymeren mit einem Gehalt an 40 Mol-% Vinylformamideinheiten,
30 Mol-% Acrylsäureeinheiten und 30 Mol-% Vinylamin- und Amidineinheiten und einem
Molekulargewicht M
w von ca. 500.000 zu. Danach wurde das Gemisch in einem Laborpulper (Firma Escher Wyss)
für 10 Minuten stippenfrei aufgeschlagen. Der Mahlgrad der aufgeschlagenen Stoffsuspension
lag anschließend bei 65 Schopper Riegler.
Herstellung der Papierblätter vom Typ D
[0096] Eine Mischung aus gebleichtem Birkensulfat und gebleichtem Kiefernsulfit wurde im
Verhältnis von 70/30 bei einer Feststoffkonzentration von 4 % im Laborpulper stippenfrei
aufgeschlagen, bis ein Mahlgrad von 55 - 60 erreicht wurde. Der aufgeschlagene Stoff
und der in Gegenwart des amphoteren Copolymeren aufgeschlagene gestrichene Ausschuss
wurden im Verhältnis 1:1 gemischt. Dem Gesamtstoff wurde anschließend ein optischer
Aufheller (Blankophor
® PSG) sowie eine kationische Stärke (HiCat
® 5163 A) zugegeben. Der Aufschluss der kationischen Stärke erfolgte als 10 %ige Stärkeslurry
in einem Jet-Kocher bei 130°C und 1 Minute Verweilzeit. Die Dosiermenge des optischen
Aufhellers betrug 0,5 % Handelsware, bezogen auf den Trockengehalt der Papierstoffsuspension.
Die Dosiermenge der kationischen Stärke betrug 0,5 % Stärke, bezogen auf den Trockengehalt
der Papierstoffsuspension. Der pH-Wert des Stoffs lag dabei im Bereich zwischen 7
und 8. Der Gesamtstoff wurde anschließend durch Zugabe von Wasser auf eine Feststoffkonzentration
von 0,35 % verdünnt.
[0097] Zur Herstellung von füllstoffhaltigem Papier legte man jeweils 500 ml der Papierstoffsuspension
vor und dosierte jeweils 1,5 g (Beispiel 28), 2 g (Beispiel 29), 2,5 g (Beispiel 30)
und 3 g (Beispiel 31) einer 20%-igen GCC-Slurry (Hydrocarb
® 60 GU der Firma Omya) sowie jeweils 0,05 % eines Vinylamineinheiten enthaltenden
Polymeren (Catiofast
® VFH), bezogen auf den Trockengehalt der Papierstoffsuspension zu. Unmittelbar danach
dosierte man ein kationisches Polyacrylamid als Retentionsmittel (Polymin
® KE 2020) in diese Mischung. Die Dosiermenge des Retentionsmittels betrug in allen
Fällen jeweils 0,01% Polymer, bezogen auf Trockengehalt der Papierstoffsuspension.
[0098] Die Papierblätter wurden jeweils auf einem Rapid-Köthen-Blattbildner nach ISO 5269/2
mit einem Blattgewicht von 80 g/m
2 gefertigt und anschließend 7 Minuten bei 90°C getrocknet und danach mit einem Liniendruck
von ca. 200 N/cm kalandriert.
Beispiele 32-35
Herstellung des gestrichenen Ausschusses
[0099] In einem 30-Liter Behälter wurden 500 g des gestrichenen Papiers mit 12 Liter Wasser
für 5 Minuten aufgeweicht. Anschließend gab man 5 g einer 12 %-igen wässrigen Lösung
eines amphoteren Copolymeren mit einem Gehalt an 40 Mol-% Vinylformamideinheiten,
30 Mol-% Acrylsäureeinheiten und 30 Mol-% Vinylamin- und Amidineinheiten und einem
Molekulargewicht M
w von ca. 500.000 zu. Danach wurde das Gemisch in einem Laborpulper (Firma Escher Wyss)
für 10 Minuten stippenfrei aufgeschlagen. Der Mahlgrad der aufgeschlagenen Stoffsuspension
lag anschließend bei 65 Schopper Riegler.
[0100] 500 g des gestrichenen Papiers wurden in einem Laborpulper (Firma Escher Wyss) mit
12 Liter Wasser (Stoffdichte 4 %) für 10 Minuten stippenfrei aufgeschlagen. Der Mahlgrad
der aufgeschlagenen Stoffsuspension lag bei 65 Schopper Riegler. Anschließend gab
man dem aufgeschlagenen Ausschuss 5 g einer 12%-igen wässrigen Lösung eines amphoteren
Copolymeren mit einem Gehalt an 40 Mol-% Vinylformamideinheiten, 30 Mol-% Acrylsäureeinheiten
und 30 Mol-% Vinylamin- und Amidineinheiten mit einem Molekulargewicht M
w von ca. 500.000 zu.
Herstellung der Papierblätter vom Typ E
[0101] Eine Mischung aus gebleichtem Birkensulfat und gebleichtem Kiefernsulfit wurde im
Verhältnis von 70/30 bei einer Feststoffkonzentration von 4 % im Laborpulper stippenfrei
aufgeschlagen, bis ein Mahlgrad von 55 - 60 erreicht wurde. Der aufgeschlagene Stoff
und der in Gegenwart des amphoteren Copolymeren aufgeschlagene gestrichene Ausschuss
wurden im Verhältnis 1:1 gemischt. Dem Gesamtstoff wurde anschließend ein optischer
Aufheller (Blankophor
® PSG) sowie eine kationische Stärke (HiCat
® 5163 A) zugegeben. Der Aufschluss der kationischen Stärke erfolgte als 10 %ige Stärkeslurry
in einem Jet-Kocher bei 130°C und 1 Minute Verweilzeit. Die Dosiermenge des optischen
Aufhellers betrug 0,5 % Handelsware, bezogen auf den Trockengehalt der Papierstoffsuspension.
Die Dosiermenge der kationischen Stärke betrug 0,5 % Stärke, bezogen auf den Trockengehalt
der Papierstoffsuspension. Der pH-Wert des Stoffs lag dabei im Bereich zwischen 7
und 8. Der Gesamtstoff wurde anschließend durch Zugabe von Wasser auf eine Feststoffkonzentration
von 0,35 % verdünnt.
[0102] Zur Herstellung von füllstoffhaltigem Papier legte man jeweils 500 ml der Papierstoffsuspension
vor und dosierte jeweils 1,5 g (Beispiel 32), 2 g (Beispiel 33), 2,5 g (Beispiel 34)
und 3 g (Beispiel 35) einer 20%-igen GCC-Slurry (Hydrocarb
® 60 GU der Firma Omya) sowie jeweils 0,05 % eines Vinylamineinheiten enthaltenden
Polymeren (Catiofast
® VFH), bezogen auf den Trockengehalt der Papierstoffsuspension zu. Unmittelbar danach
dosierte man ein kationisches Polyacrylamid als Retentionsmittel (Polymin
® KE 2020) in diese Mischung. Die Dosiermenge des Retentionsmittels betrug in allen
Fällen jeweils 0,01% Polymer, bezogen auf Trockengehalt der Papierstoffsuspension.
[0103] Die Papierblätter wurden jeweils auf einem Rapid-Köthen-Blattbildner nach ISO 5269/2
mit einem Blattgewicht von 80 g/m
2 gefertigt und anschließend 7 Minuten bei 90°C getrocknet und danach mit einem Liniendruck
von ca. 200 N/cm kalandriert.
Vergleichsbeispiele 36-39
Herstellung des gestrichenen Ausschusses
[0104] 500 g des gestrichenen Papiers wurden in einem Laborpulper (Firma Escher Wyss) mit
12 Liter Wasser (Stoffdichte 4%) für 10 Minuten stippenfrei aufgeschlagen. Der Mahlgrad
der aufgeschlagenen Stoffsuspension lag anschließend bei 65 Schopper Riegler.
Herstellung der Papierblätter vom Typ F
[0105] Eine Mischung aus gebleichtem Birkensulfat und gebleichtem Kiefernsulfit wurde im
Verhältnis von 70/30 bei einer Feststoffkonzentration von 4 % im Laborpulper stippenfrei
aufgeschlagen, bis ein Mahlgrad von 55 - 60 erreicht wurde. Der aufgeschlagene Stoff
wurde anschließend mit dem gestrichenen Ausschuss im Verhältnis 1:1 gemischt. Dem
Gesamtstoff wurde anschließend ein optischer Aufheller (Blankophor
® PSG) sowie eine kationische Stärke (HiCat
® 5163 A) zugegeben. Der Aufschluss der kationischen Stärke erfolgte als 10 %ige Stärkeslurry
in einem Jet-Kocher bei 130°C und 1 Minute Verweilzeit. Die Dosiermenge des optischen
Aufhellers betrug 0,5 % Stärke, bezogen auf den Trockengehalt der Papierstoffsuspension.
Die Dosiermenge der kationischen Stärke betrug 0,5% Stärke, bezogen auf den Trockengehalt
der Papierstoffsuspension. Der pH-Wert des Stoffs lag dabei im Bereich zwischen 7
und 8. Der Gesamtstoff wurde anschließend durch Zugabe von Wasser auf eine Feststoffkonzentration
von 0,35 % verdünnt.
[0106] Zur Herstellung von füllstoffhaltigem Papier legte man jeweils 500 ml der Papierstoffsuspension
vor und dosierte in diese Pulpe jeweils 1,5 g (Vergleichsbeispiel 36), 2 g (Vergleichsbeispiel
37), 2,5 g (Vergleichsbeispiel 38) und 3 g (Vergleichsbeispiel 39) einer 20 %-igen
GCC-Slurry (Hydrocarb
® 60 GU der Firma Omya) sowie jeweils 0,05 % eines Vinylamineinheiten enthaltenden
Polymeren (Catiofast
® VFH), bezogen auf Trockengehalt der Papierstoffsuspension. Unmittelbar danach doosierte
man ein kationisches Polyacrylamid als Retentionsmittel (Polymin
® KE 2020) in diese Mischung. Die Dosiermenge des Retentionsmittels betrug in allen
Fällen jeweils 0,01 % Polymer, bezogen auf Trockengehalt der Papierstoffsuspension.
[0107] Die Papierblätter wurden jeweils auf einem Rapid-Köthen-Blattbildner nach ISO 5269/2
mit einem Blattgewicht von 80 g/m
2 gefertigt und anschließend 7 Minuten bei 90°C getrocknet und danach mit einem Liniendruck
von ca. 200 N/cm kalandriert.
Prüfung der Papierblätter vom Typ D, E, F
[0108] Nach einer Lagerzeit im Klimaraum bei konstant 23°C und 50 % Luftfeuchtigkeit für
12 Stunden wurden die Trockenreißlänge der Blätter nach DIN 54540 und die innere Festigkeit
nach DIN 54516 bestimmt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 4 angegeben.
Tabelle 4
| Beispiel |
Trockenreißlänge [m] |
Innere Festigkeit [N/m] |
Füllstoffgehalt [%] |
| 28 |
4465 |
143 |
25,4 |
| 29 |
4198 |
129 |
29,3 |
| 30 |
3867 |
127 |
31,4 |
| 31 |
3554 |
112 |
33,9 |
| 32 |
4312 |
138 |
26,1 |
| 33 |
4135 |
131 |
30,3 |
| 34 |
3816 |
116 |
32,6 |
| 35 |
3545 |
109 |
34,2 |
| Vergleichsbeispiele |
|
|
|
| 36 |
3564 |
102 |
24,2 |
| 37 |
3421 |
94 |
26,4 |
| 38 |
2987 |
86 |
29,3 |
| 39 |
2534 |
73 |
33,1 |