[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung einer Matratze.
[0002] Modulartig aufgebaute Matratzen dieser Art mit auswechselbaren Kernelementen sind
bekannt. Ihr Vorteil besteht gegenüber herkömmlichen Latex- oder Federkernmatratzen
darin, dass durch die Verwendung von Kernelementen unterschiedlicher Härten verschieden
harte Stützzonen realisiert werden können, die an die individuellen Bedürfnisse des
Benutzers angepaßt sind. Bei bekannten Matratzen, die von der Firma Prosleep vertrieben
werden, sind insgesamt vierzehn Kernelemente (Trimont-Module) vorgesehen, die einen
sich von einer Basisfläche nach oben hin verjüngenden, gestuften Querschnitt besitzen
und im Wechsel mit der Basis unten- und obenliegend in den Matratzenrahmen eingesetzt
sind, wobei zwischen den Kernmodulen horizontal verlaufende Belüftungskanäle gebildet
werden.
[0003] An diesem Matratzensystem wird als nachteilig angesehen, dass weder die Matratze
als Ganzes noch die einzelnen Elemente waschbar sind, wodurch die Hygiene, insbesondere
für den Einsatz in Krankenhäusern nicht zufriedenstellend ist.
[0004] Aus der
EP 1 031 302 A2 ist außerdem eine Matratze bekannt, bei der in einen Matratzenrahmen quaderförmige
Einsätze eingebracht werden. Diese Einsätze können entsprechend durch das Herausnehmen
aus dem Matratzeninneren gereinigt werden. Die Reinigung betrifft das Entfernen von
Staub von den Oberflächen der Einschübe. Insbesondere wird die Reinigung der Einschübe
dadurch erleichtert, dass diese eine X-Form im Querschnitt aufweisen, wodurch sich
der Staub in der durch das X vorgegebenen Einkerbung ansammelt und von dort besonders
leicht entfernt werden kann. Die Reinigung beschränkt sich also auf die Oberfläche
der Einschübe.
[0005] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein
Verfahren zur vollständigen Reinigung von Matratzen bereitzustellen.
[0006] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Kernelemente mit einem
atmungsaktiven Material, insbesondere Vliesstoff, bezogen sind, das einen geringeren
Reibungskoeffizienten besitzt als das Material der Kernelemente, und die Kernelemente
einzeln oder zu mehreren aus dem Innenraum des Rahmens genommen und gewaschen werden.
[0007] Die Ausgestaltung der Kernelemente mit einem Überzug bietet den Vorteil, dass die
Kernelemente gewaschen werden können. Bei abnehmbaren Überzügen können auch die Überzüge
alleine gewaschen werden. Mithin ist die erfindungsgemäße Matratze sehr hygienisch
und insbesondere für den Einsatz in Krankenhäusern gut geeignet.
[0008] Beispielsweise können die Überzüge aus einem Vliesstoff oder aus atmungsaktiven Distanzgestricken
bestehen, welche einen geringen Reibungskoeffizienten besitzen und zudem die Luftzirkulation
optimieren. Außerdem wird dadurch das Auswechseln der einzelnen Kernelemente, bei
welchen es sich in der Regel um Schaumstoffblöcke aus einem elastischen Material handelt,
erleichtert.
[0009] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, jeweils eine der Breite der
Matratze entsprechende Länge, eine der Höhe des Rahmeninnenraums entsprechende Höhe
und eine Breite von 5 bis 10 cm, insbesondere von 7 bis 8 cm besitzen. Dadurch, dass
bei der erfindungsgemäßen Matratze die Kernelemente blockförmig ausgebildet sind,
wird die Möglichkeit geschaffen, diskrete Stützzonen mit einer vorgegebenen, definierten
Härte zu schaffen. Bei den herkömmlichen Matratzen ist dies nicht möglich, da sich
die Kernelemente teilweise überlagern. Weiterhin ist die Breite der Kernelemente vergleichsweise
gering gewählt, so dass die erfindungsgemäße Matratze eine hohe Anzahl von Stützzonen
besitzt, in welchen die Härte individuell eingestellt werden kann, indem ein Kernelement
mit einer gewünschten Härte oder Festigkeit eingesetzt wird. Vorzugsweise können die
Kernelemente aus zehn unterschiedlichen Qualitäten ausgewählt werden. Um dabei die
Anzahl unterschiedlicher Kernelemente niedrig zu halten, ist gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform vorgesehen, dass die Kernelemente alle die gleiche Breite besitzen,
so dass das System tatsächlich nur so viele unterschiedliche Kernelemente benötigt,
wie Härtegrade realisiert werden sollen.
[0010] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Kernelemente an
ihrer Oberseite insbesondere an den Übergangsbereichen zu ihren Seitenwänden abgerundet
ausgebildet sind. Hierdurch soll erreicht werden, dass an den Übergängen zwischen
den Kernelementen unterschiedlicher Festigkeit keine Schärkräfte auftreten und ein
sanfter Übergang zwischen den Kernelementen möglich ist.
[0011] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung können die Kernelemente an ihren Längsseiten
Aussparungen aufweisen, die sich über die gesamte Höhe der Kernelemente erstrecken.
Dabei können die Aussparungen von zwei benachbarten Kernelementen einander paarweise
gegenüberliegen, so dass sie gemeinsam eine Durchgangsöffnung bilden. Beispielsweise
ist es möglich, die Aussparungen halbrund auszubilden, so dass sich paarweise gegenüberliegende
Aussparungen zu einer kreisförmigen Durchgangsöffnung ergänzen, die dann zweckmäßigerweise
einen Radius von 0, 5 bis 1 cm hat.
[0012] Diese Durchgangsöffnungen bilden ein Belüftungssystem der erfindungsgemäßen Matratze.
Wenn sich eine auf der Matratze liegende Person bewegt, ergibt sich durch die elastischen/viscoelastischen
Verformungen und Rückverformungen sogar ein leichter Pumpeffekt, durch welchen die
erfindungsgemäße Matratze besser belüftet wird als herkömmliche Matratzen.
[0013] Hinsichtlich weiterer vorteilhafter Ausgestaltungen der Erfindung wird auf die Unteransprüche
sowie die nachfolgende Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf
die beiliegende Zeichnung verwiesen. In der Zeichnung zeigt
- Figur 1
- eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Matratze in schematischer Seitenansicht,
- Figur 2
- Kernelemente der Matratze aus Figur 1 im vergrößerten Querschnitt,
- Figur 3
- in Draufsicht einen Teilausschnitt der Matratze aus Figur 1 mit abgenommenem Matratzenoberteil,
und
- Figur 4
- einen Teilseitenansicht der oberen Schicht des Matratzenoberteils in vergrößerter
Darstellung.
[0014] In der Zeichnung ist eine erfindungsgemäße Matratze 1 dargestellt, welche die üblichen
Abmessungen mit eine Länge von 2 m, einer Breite von 1 m und einer Höhe von 25 cm
besitzt. Die Matratze besitzt einen elastischen Matratzenrahmen 1 aus Schaumstoff.
Dieser wird von einem flächigen Bodenelement 2 und einem ebenfalls flächigen Oberteil
3 gebildet, die an den Querseiten der Matratze durch blockartige Kopf- und Fußelemente
4, 5 miteinander verbunden, beispielsweise verklebt sind und beabstandet gehalten
werden.
[0015] In dem Rahmeninnenraum sind insgesamt 26 blockförmig ausgebildete Kernelemente 6
aus Schaumstoff vorgesehen, die in den Matratzenrahmen 1 von dessen Längsseite her
eingesetzt sind und sich parallel zu den Matratzenquerseiten erstrecken. Die Kernelemente
6 besitzen eine der Höhe des Rahmeninnenraums entsprechende Höhe von hier etwa 14
cm, eine der Matratzenbreite entsprechenden Länge von 1 m und eine Breite von etwa
7 cm. Die Kernelemente 6 sind in zehn unterschiedliche Härte- bzw. Festigkeitsqualitäten
erhältlich, so dass die Matratzenhärte bzw. -festigkeit in der Matratzenlängsrichtung
individuell an die Bedürfnisse eines Benutzers eingestellt werden kann. Wie insbesondere
die Figur 2 gut erkennen läßt, sind die Kernelemente 6 dabei an ihren Oberseiten 6a
und insbesondere in ihren Übergangsbereichen zu den Längsseitenwänden 6b abgerundet
ausgebildet, damit an den Übergängen zwischen verschiedenen Kernelementen 6 mit unterschiedlichen
Festigkeiten keine oder nur geringe Scherkräfte auftreten und ein sanfter Übergang
zwischen den Kernelementen 6 möglich ist. Der Radius der Rundung sollte mindestens
3,5 cm betragen.
[0016] Wie die Draufsicht aus Figur 3 weiterhin zeigt, sind die Längsseitenwände 6b der
Kernelemente 6 mit gestanzten Aussparungen 7 versehen, welche sich über die gesamte
Höhe der Kernelemente 6 erstrecken. Die Aussparungen 7 sind halbrund ausgebildet,
wobei die Aussparungen 7 von nebeneinanderliegenden Kernelementen 6 einander paarweise
gegenüberliegen und sich zu einer kreisförmigen Durchgangsöffnung 8 mit einem Radius
von 0,5 bis 1 cm ergänzen. Diese Durchgangsöffnungen 8 stellen das vertikale Belüftungssystem
der Matratze dar, in welchem Luft zwischen der Matratzenoberseite und der Matratzenunterseite
zirkulieren kann. Es hat sich gezeigt, dass durch die Bewegungen einer auf der Matratze
liegenden Person und den damit verbundenen ständigen Verformungen und Rückverformungen
ein Pumpeffekt in den Durchgangsbohrungen 8 auftrifft.
[0017] In der Zeichnung nicht erkennbar ist, dass die Kernelemente 6 mit einem atmungsaktiven
Material, insbesondere ein Vliesstoff bezogen sind, welcher einen vergleichsweise
geringen Reibungskoeffizienten besitzt, so dass einzelne Kernelemente 6 aus der in
Figur 1 gezeigten Matratze mit geringem Aufwand entnommen und anschließend ein neues
Kernelement 6 eingeschoben werden kann.
[0018] Das flächige Bodenelement des Matratzenrahmens 1 besitzt hier eine Höhe von etwa
4 cm und besteht aus einem festeren Schaumstoffmaterial, das der Matratze von unten
her Halt geben und sie stabilisieren soll. Nicht gezeigt ist, dass über das gesamte
Bodenelement 2 verteilt Lüftungslöcher mit einem Durchmesser von beispielsweise 0,5
bis 1 cm vorgesehen sind, um die Luftzirkulation in der Matratze zu erhöhen.
[0019] Das Matratzenoberteil 3 ist zweischichtig ausgebildet und besitzt eine obere erste
Schicht 3a aus einem viskoelastischen Schaumstoffmaterial und eine darunterliegende
Schicht 3b aus einem atmungsaktiven Schaumstoff. Wie insbesondere die Figur 4 zeigt,
ist die erste Schicht 3a als Noppenschaumschicht ausgebildet, wobei sie eine Höhe
von etwa 4 cm besitzt. Solche Noppenschaummaterialien oder auch Pyramidenschaummaterialien
mit einzelnen, sich nach oben hin kegelförmig oder pyramidenförmig verjüngenden Noppen
9 sind an sich bekannt und werden insbesondere auch zu Schallisolationszwecken eingesetzt.
In der erfindungsgemäßen Matratze bewirken die einzelnen Noppen 9 eine Oberflächenvergrößerung
und zudem noch einen Massageeffekt, welcher die Mikrozirkulation in dem Gewebe einer
auf der Matratze liegenden Person unterstützen und beleben soll.
[0020] Die unter der Noppenschaumschicht 1 liegende zweite Schicht 3b hat im wesentlichen
die Funktion, Feuchtigkeit vom Körper weg zu transportieren.
[0021] Nicht dargestellt ist, dass die Matratzenanordnung mit einem Überzug versehen ist.
Dieser Überzug kann aus Materialien wie beispielsweise Mikrocare oder Lyocell bestehen
und gegebenenfalls mit einem atmungsaktiven Distanzgestrick ausgestattet sein, um
die Luftzirkulation und somit das Schlafklima weiter zu verbessern.
1. Verfahren zur Reinigung einer Matratze, wobei die Matratze einen Matratzenrahmen (1)
aufweist, wobei in dem Innenraum des Rahmens (1) Kernelemente (6) vorgesehen sind,
die in den Rahmeninnenraum von der Matratzenlängsseite her einsetzbar sind und sich
quer dazu erstrecken, wobei die Kernelemente (6) blockförmig ausgebildet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Kernelemente (6) mit einem atmungsaktiven Material, insbesondere Vliesstoff,
bezogen sind, das einen geringeren Reibungskoeffizienten besitzt als das Material
der Kernelemente (6), und die Kernelemente (6) einzeln oder zu mehreren aus dem Innenraum
des Rahmens (1) genommen und gewaschen werden.