Technisches Gebiet:
[0001] Die Erfindung betrifft eine Antriebseinheit eines Kraftfahrzeugs, die über eine Brennkraftmaschine,
über eine einen Niederdruckverdichter, einen Hochdruckverdichter und eine Ladeluftkühleinheit
aufweisende Ladeluftzufuhr und über eine Abgasabführung, mittels der in der Brennkraftmaschine
gebildetes Abgas abgeführt wird, verfügt. Ferner ist eine Kühlanlage mit wenigstens
einem Kühlkreislauf vorgesehen, in dem ein von einem Arbeitsmittel durchströmbarer
und von Umgebungsluft kühlbarer Wärmeübertrager, wenigstens ein in die Abgasabführung
integrierter Abgaskühler und die Ladeluftkühleinheit angeordnet sind. Die Ladeluftkühleinheit
weist hierbei einen Ladeluftzwischenkühler und einen Ladelufthauptkühler auf, die
thermisch derart an den wenigstens einen Kühlkreislauf gekoppelt sind, dass in Strömungsrichtung
der Ladeluft der Ladeluftzwischenkühler zwischen dem Niederdruck- und dem Hochdruckverdichter
angeordnet ist und der Ladelufthauptkühler dem Hochdruckverdichter nachgeschaltet
ist.
Stand der Technik:
[0002] Bei der Verbrennung des Luft-Kraftstoff-Gemischs in einem Verbrennungsmotor wird
neben der Umwandlung in mechanische Energie auch ein erheblicher Anteil Wärmeenergie
freigesetzt. Durch die begrenzte Hitzebeständigkeit des Motors sowie der Motoranbauteile
ist der Einbau einer Kühlanlage zwingend erforderlich. Die Kühlung des Motors ist
einerseits mit Hilfe einer Luftkühlung und andererseits mit einer Wasserkühlung möglich.
[0003] Auf dem Gebiet der Kraftfahrzeugtechnik hat sich die Wasserkühlung weitgehend durchgesetzt.
Bei der Wasserkühlung sind in der Regel der Zylinderkopf und das Zylinderkurbelgehäuse
doppelwandig ausgeführt, wobei sich zwischen dieser Wandung der Wassermantel befindet,
mit dem die Verbrennungswärme des Motors abgeführt wird. In der Regel setzt sich der
Kühlkreislauf aus Wasserpumpe, Thermostat, Verbindungsschläuchen, Kühler, Ausgleichsbehälter
und Lüfter zusammen. Als Kühlmittel wird ein Gemisch aus Wasser und 30-50 % Gefrier-
und Korrosionsschutzmittel, in der Regel Ethylenglykol, verwendet. Neben der Wärmeabfuhr
erfüllt das Kühlmittel die Aufgabe des Korrosionsschutzes, Anhebung der Siedetemperatur
sowie Verhinderung des Einfrierens des Kühlkreislaufes. Bei Verwendung der vorbeschriebenen
Kühlanlagen findet eine Wärmeübertragung einerseits an der Wand des Motors statt,
wo die Motorwärme an das Kühlmittel übertragen wird, und andererseits wird die abzuführende
Wärme des Kühlmittels mit Hilfe eines von Umgebungsluft umströmten Wärmeübertragers,
dem so genannten Kühler, an die Umgebungsluft übertragen.
[0004] Zusätzlich zu der vorbeschriebenen Kühlmittelführung in den Kühlkreisläufen der bekannten
Flüssigkeitsgekühlten Brennkraftmaschinen ist darüber hinaus aus der
DE 10 2004 018 227 A1 ein Kühlsystem für Fahrzeuge mit Retarder bekannt, das zwei Kühlkreisläufe umfasst.
Durch den ersten Kühlkreislauf wird der Motor und durch den zweiten parallelen Kühlkreislauf
der Retarder gekühlt und die Wärme schließlich in einem gemeinsam genutzten Radiator/Kühler
an die Umgebung abgegeben.
[0005] Weiterhin beschreibt die
DE 197 45 758 A1 eine Verdampfungskühlung für Verbrennungsmotoren, bei der das verwendete Wasser während
des Betriebs des Kühlsystems einen Phasenübergang flüssig-dampfförmig-flüssig durchläuft.
Hierbei wird der Effekt ausgenutzt, dass die Wärmeübergangszahlen sowohl von der warmen
Wand an die siedende Flüssigkeit als auch vom Dampf an die kalte Wand beim Kondensieren
höher sind als bei Konvektion von Flüssigkeit oder gar Luft. Aus diesem Grund ermöglicht
die beschriebene technische Lösung den Einsatz kleinerer Wärmeübertragerflächen und/oder
den Betrieb mit geringeren Temperaturdifferenzen als bei der Konvektionskühlung.
[0006] Neben den zuvor beschriebenen Systemen sind Kühlsysteme für Kraftfahrzeuge bekannt,
bei denen innerhalb des Kühlsystems unterschiedliche Arbeitsfluide eingesetzt werden.
In diesem Zusammenhang ist aus der
DE 42 35 883 A1 ein Kühlsystem für flüssigkeitsgekühlte Brennkraftmaschinen bekannt, das zusätzlich
über einen Wärmepuffer verfügt, der über eine Wärmeübertragereinheit an den ersten
Kühlkreislauf gekoppelt ist. Das Kühlsystem mit Wärmepuffer soll sicherstellen, dass
die Dimensionierung der Kühlmittelmenge und des Luft-Flüssigkeits-Wärmetauschers auf
Bedürfnisse des Normalbetriebs abgestimmt werden kann und dennoch eine ausreichende
Abführung der Motorwärme bei Spitzenlastanforderungen gewahrt bleibt. Der Wärmepuffer
enthält ein Wärmespeichermedium, das mit der Kühlflüssigkeit des Kühlkreislaufs im
Wärmeaustausch steht. Hierbei ist das Wärmespeichermedium derart gewählt, dass es
im oberen Betriebstemperaturbereich des Kühlmittels, höchstens jedoch 10 K oberhalb
der maximal zulässigen Betriebstemperatur, einen Phasenübergang durchläuft. Überschreitet
die Betriebstemperatur des Kühlmittels die Verdampfungstemperatur des Speichermediums
im Wärmespeicher, so wird durch den stattfindenden Phasenübergang dem Kühlmittel eine
erhebliche Wärmemenge entzogen und so bis zum vollständigen Abschluss des Phasenübergangs
eine weitere Erwärmung des Kühlmittels verhindert.
[0007] Neben dem Vorsehen eines Wärmepuffers ist es darüber hinaus bekannt, einen zweiten
Kühlkreislauf vorzusehen, über den unter Ausnutzung des Phasenübergangs eines Arbeitsmittels
überschüssige Wärme aus dem ersten Kühlkreislauf abführbar und an wärmebenötigende
Komponenten des Fahrzeugs lieferbar ist. Ein derartiges Kühlsystem ist aus der japanischen
Patentschrift JP 09072255 A bekannt. Das in dieser Druckschrift beschriebene Kühlsystem verfügt über einen zweiten,
vom ersten durch einen Wärmeübertrager getrennten Kühlkreislauf, in dem ein Ammoniak-Wasser-Gemisch
als Arbeitsfluid umgewälzt wird. Hierbei werden die unterschiedlichen Siedepunkte
des Wassers und des Ammoniaks genutzt, um dem Motorkühlkreislauf Wärme zu entziehen
und um diese Wärme anderen Fahrzeugkomponenten zur Verfügung zu stellen. Die beschriebene
Kühlanlage verfügt im Wesentlichen über einen Generator, in dem das Ammoniak aus dem
Wasser-Ammoniak-Gemisch verdampft, über einen Phasentrenner, in dem die Flüssigkeits-
von der Dampfphase getrennt wird, über einen Kondensator, in dem das Ammoniak wieder
verflüssigt wird sowie über ein Drosselventil mit nachgeschaltetem weiteren Verdampfer
und schließlich über einen Absorber, in dem das gasförmige Ammoniak im Wasser unter
Wärmeabgabe gelöst wird. Bei dem beschriebenen Kühlsystem wird die aus dem Bereich
des Motors abzuführende Wärme im Generator an das Ammoniak-Wasser-Gemisch übertragen
und mit Hilfe des Kondensators zur Treibstofferwärmung verwendet.
[0008] Des Weiteren ist aus der
DE 10 246 807 A1 ein Kühlsystem für Kraftfahrzeugmotoren mit Ladeluftkühlung bekannt, bei dem in einem
Kühlkreislauf zwei luftgekühlte Wärmeübertrager sowie ein Ladeluftkühler vorgesehen
sind. Beschrieben wird ein Kühlsystem mit einem Aggregatkühlkreislauf zur Kühlung
eines Verbrennungsmotors, der einen Hauptkühlkreislauf mit Hauptkühlmittelkühler und
einen Zusatzkühlkreislauf zur Kühlung eines Zusatzmediums umfasst, wobei der Zusatzkühlkreislauf
an einer Auskoppelstelle vom Hauptkühlkreislauf abzweigt und zu diesem an einer Einkoppelstelle,
die zwischen dem Hauptkühlmittelkühler und einer Kühlmittelförderpumpe angeordnet
ist, zurückführt. Zusätzlich zu den beiden vorgenannten Kühlern ist ein Ladeluftkühler
vorgesehen, mit dem die der Brennkraftmaschine zugeführte Ladeluft gekühlt wird. Wesentlich
an der beschriebenen technischen Lösung ist, dass die Kühlkreisläufe auf unterschiedlichen
Temperaturniveaus betreibbar sind und die Kühlmittelförderpumpe hinsichtlich des zu
fördernden Volumenstroms, der Förderleistung und/oder des Förderdrucks verstellbar
ist.
[0009] Die
DE 31 11 799 A1 offenbart eine 1. Verbrennungskraftmaschine, der über ein Aufladegebläse hoch verdichtete
Brennluft zugeführt wird. Eine mit dem Aufladegebläse verbundene Turbine ist ausschließlich
über einen Rankineprozess antreibbar. Die Prozesswärme wird über Wärmetauscher eingebracht,
die an den Motorölkreislauf, den Kühlwasserkreislauf und an den Abgasauslass angeschlossen
sind.
[0010] Die
WO 03/042515 A1 offenbart ein System zur Steuerung von Wärmeenergie, die von einem Verbrennungsmotor
entwickelt wird, mit einem Hauptnetz, einer Nebenschleife und Verbindungsmitteln.
Die Verbindungsmittel dienen dazu, Kältefluid auf kontrollierte Weise zwischen dem
Hauptnetz und der Nebenschleife zirkulieren zu lassen. Zum Stand der Technik ist ferner
hinzuweisen auf die
JP 2005 330811 A, die
FR 2 359 974 A1 und die
EP 1 243 758 A1.
[0011] Ausgehend von dem bekannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein Kühlsystem für eine Antriebseinheit eines Kraftfahrzeugs mit Brennkraftmaschine
anzugeben, das die effiziente Abfuhr von Wärme aus der Antriebseinheit ermöglicht
und gleichzeitig sicherstellt, dass die Wärme anderen Fahrzeugkomponenten, die vor
oder während des Fahrbetriebs aufgeheizt werden müssen, zur Verfügung gestellt wird.
Hierbei ist insbesondere darauf zu achten, dass auch bei unterschiedlichen Betriebszuständen
des Kraftfahrzeugs eine möglichst effektive Wärmeübertragung zwischen den verschiedenen
Fahrzeugkomponenten ermöglicht wird, ohne dass hierfür Antriebsleistung verloren geht.
Die vorstehend genannte Aufgabe wird mit einer Vorrichtung gemäß Anspruch 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der Unteransprüche und werden in der
Beschreibung unter Bezugnahme auf die Figuren näher erläutert.
[0012] Die Erfindung betrifft eine Antriebseinheit eines Kraftfahrzeugs, die über eine Brennkraftmaschine,
über eine einen Niederdruckverdichter, einen Hochdruckverdichter und eine Ladeluftkühleinheit
aufweisende Ladeluftzufuhr und über eine Abgasabführung, mittels der in der Brennkraftmaschine
gebildetes Abgas abgeführt wird, verfügt. Ferner ist eine Kühlanlage mit wenigstens
einem Kühlkreislauf vorgesehen, in dem ein von einem Arbeitsmittel durchströmbarer
und von Umgebungsluft kühlbarer Wärmeübertrager, wenigstens ein in die Abgasabführung
integrierter Abgaskühler und die Ladeluftkühleinheit angeordnet sind. Die Ladeluftkühleinheit
weist hierbei einen Ladeluftzwischenkühler und einen Ladelufthauptkühler auf, die
thermisch derart an den wenigstens einen Kühlkreislauf gekoppelt sind, dass in Strömungsrichtung
der Ladeluft der Ladeluftzwischenkühler zwischen dem Niederdruck- und dem Hochdruckverdichter
angeordnet ist und der Ladelufthauptkühler dem Hochdruckverdichter nachgeschaltet
ist. Erfindungsgemäß ist die Antriebseinheit derart weitergebildet worden, dass wenigstens
ein erster Kühlkreislauf sowie wenigstens ein zweiter Kühlkreislauf vorgesehen sind,
die mittels zumindest eines Wärmeübertragers, über den der erste und der zweite Kühlkreislauf
in thermischem Kontakt stehen, hydraulisch entkoppelt sind und dass bei einem in dem
zweiten Kühlkreislauf enthaltenen Arbeitsmittel während einer Betriebsphase der Kühlanlage
ein zumindest teilweiser Phasenübergang herbeiführbar ist.
[0013] Mit dem vorbeschriebenem System ist es somit möglich, die Wärmerückgewinnung an verschiedenen
im Bereich der Antriebseinheit vorgesehenen Wärmequellen zu realisieren. Wesentlicher
Gedanke hierbei ist, dass die von den in der Antriebseinheit eines Kraftfahrzeugs
vorgesehenen Wärmequellen auf verschiedenen Temperaturniveaus bereitgestellten Wärmeenergien
durch eine temperaturangepasste Verschaltung dieser Komponenten und entsprechender
Wärmeübertrager effektiv genutzt werden, indem eine möglichst große Menge an Wärmeenergie
innerhalb der Antriebseinheit oder für entsprechende Nebenaggregate genutzt und nicht
ungenutzt an die Umgebung abgegeben wird. Hierzu ist wenigstens ein Kühlkreislauf
vorgesehen, in dem ein Arbeitsmittel derart erwärmt wird, dass zumindest ein teilweiser
Phasenübergang bei diesem Arbeitsmittel herbeigeführt wird.
[0014] Ein integraler Bestandteil der Erfindung besteht darin, dass sowohl die im Ladeluftkühler
als auch in der Abgasanlage anfallende Wärme über die Anbindung an einen Kühlkreislauf,
in dem zumindest zeitweise ein dampfförmiges Arbeitsmittel enthalten ist, wieder für
die Antriebseinheit sowie die vorerwähnten Nebenaggregate nutzbar gemacht wird. Innerhalb
der Abgasanlage kann eine Wärmerückgewinnung an der Abgasrückführung, über die der
Ladeluft zumindest teilweise Abgas zugemischt wird, und/oder an einer Stelle, die
sich bspw. stromabwärts der Abgasturbolader befindet, realisiert werden. In ein derartiges
Kühlkonzept können selbstverständlich weitere Wärmequellen, wie etwa ein Ölkühler
oder ein Retarder, Kraftstoffkühler eingebunden werden.
[0015] Zwischen dem ersten und dem zweiten Kühlkreislauf besteht keine hydraulische Verbindung,
so dass der erste und zweite Kühlkreislauf zwar thermisch gekoppelt sind, die beiden
Kühlkreisläufe jedoch nicht durch einen Strömungsweg miteinander verbunden sind. Vorzugsweise
handelt es sich bei dem ersten Kühlkreislauf um einen Motorkühlkreislauf, in dem die
in der Brennkraftmaschine anfallende Wärme zumindest teilweise abgeführt wird. Genauso
ist es denkbar, die bei der Ladeluft- und/oder Abgaskühlung abzuführende Wärme über
den Motorkühlkreislauf oder einen bzw. mehrere weitere/n Kühlkreisläufe nutzbar zu
machen. Je nach Anordnung der Komponenten der Antriebseinheit ist es somit möglich,
die in den vorgenannten Komponenten abzuführende Wärme in einen ersten Kühlkreislauf
und über wenigstens einen Wärmeübertrager in einen zweiten Kühlkreislauf zu übertragen
oder die entsprechende Wärmemenge direkt in den zweiten Kühlkreislauf, über den die
Wärme für Wärmesenken nutzbar gemacht wird, zu übertragen. Durch die Trennung unterschiedlicher
Kühlkreisläufe in wenigstens einen ersten und wenigstens einen zweiten Kühlkreislauf
ist es auf vorteilhafte Weise möglich, die Volumenströme in den einzelnen Kühlkreisläufen
bedarfs- bzw. temperatur- oder kühllastangepasst zu regeln. Der zweite Kühlkreislauf
wird derart betrieben, dass das in diesem Kühlkreislauf befindliche Arbeitsmittel
während des Betriebs der Kühlanlage zumindest zeitweise einen Phasenübergang vollzieht.
[0016] In einer speziellen Weiterbildung der Erfindung ist im ersten Kühlkreislauf ein erstes
Arbeitsmittel und im zweiten Kühlkreislauf ein zweites Arbeitsmittel vorgesehen, wobei
sich das erste und das zweite Arbeitsmittel in ihren chemischen und/oder physikalischen
Eigenschaften voneinander unterscheiden. Vorzugsweise weist das im zweiten Kühlkreislauf
befindliche zweite Arbeitsmittel einen Verdampfungspunkt bzw. eine Verdampfungstemperatur
auf, die niedriger als die Verdampfungstemperatur des ersten Arbeitsmittels ist. Weiterhin
ist es denkbar, dass es sich bei dem im zweiten Kühlkreislauf geförderten Arbeitsmittel
um ein Gemisch wenigstens zweier Arbeitsmittelkomponenten handelt, von denen zumindest
eine Komponente eine Verdampfungstemperatur aufweist, die niedriger als die Verdampfungstemperatur
des im ersten Kühlkreislauf geförderten Arbeitsmittels ist. Weiterhin ist es denkbar,
dass der erste und der zweite Kühlkreislauf auf unterschiedlichen Druck- und/oder
Temperaturniveaus betrieben werden.
[0017] Eine ganz spezielle Ausführungsform der vorgeschlagenen Kühlanlage sieht vor, dass
in dem zweiten Kühlkreislauf ein Ammoniak-Wasser-Gemisch gefördert wird. Dieses Gemisch
zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass Ammoniak (NH
3) über eine Verdampfungstemperatur verfügt, die weit unterhalb der Verdampfungstemperatur
von Wasser bei den in Kühlsystemen von Kraftfahrzeugen üblicherweise herrschenden
Drücken ist. Bei den üblich angenommenen, in der Umgebung herrschenden Normalparametern
verdampft Ammoniak bei etwa -33°C (ca. 240 K). Mit der zuvor beschriebenen technischen
Lösung wird sichergestellt, dass der erste Kühlkreislauf auf einem Temperaturniveau
von etwa 80-85°C betreibbar ist (ca. 360 K) und trotzdem bei dem im zweiten Kühlkreislauf
befindlichen Arbeitsmittel zumindest teilweise ein Phasenübergang von der flüssigen
in die dampf- bzw. gasförmige Phase herbeizuführen ist. Eine derart spezielle Weiterbildung
der Erfindung bietet sich vor allem an, sofern die vom ersten auf den zweiten Kühlkreislauf
übertragene Wärme für unterschiedliche Anwendungen bereitgestellt werden soll. Darüber
hinaus werden bei der Verdampfung bzw. Kondensation des Arbeitsmittels bessere Wärmeübergangszahlen
als bei reinen Konvektionsvorgängen erzielt, so dass die Wärmeübertragerflächen kleiner
als bei herkömmlichen Wärmeübertragern ausgeführt werden können und/oder die Wärmeübertrager
mit geringeren Temperaturspreizungen betreibbar sind.
[0018] Auf vorteilhafte Weise ist es mit dem erfindungsgemäßen Kühlsystem möglich, die im
zweiten Kühlkreislauf befindliche Wärme für bestimmte, im Bereich der Antriebseinheit
oder bei Nebenaggregaten vorgesehene Wärmesenken, wie beispielsweise Fahrzeugheizungen
oder Klimaanlagen zu verwenden. Weiterhin ist es denkbar diese Wärme oder die vorzugsweise
im Arbeitsmitteldampf gespeicherte Energie, in mechanische Arbeit, beispielsweise
in Form von Rotationsenergie, zu überführen. Auf diese Weise ist es schließlich sogar
möglich, diese Energie in elektrische Energie zu wandeln.
[0019] Wird das im zweiten Arbeitskreis befindliche Arbeitsmittel zumindest teilweise in
eine Dampfphase überführt, so ist es etwa denkbar, diesen Dampf einer Expansionseinheit
zuzuführen, damit die im Dampf enthaltene Energie in entsprechende Bewegungsenergie
umgewandelt werden kann. Eine ganz spezielle Ausführungsform der Erfindung sieht darüber
hinaus vor, dass die von der Expansionseinheit bereitgestellte Bewegungsenergie zur
Antriebsunterstützung der Brennkraftmaschine verwendet wird. In diesem Fall wird eine
mechanische Verbindung zwischen einer Abtriebswelle der Expansionseinheit und der
Brennkraftmaschine mit Hilfe entsprechender Koppelelemente, wie etwa Kurbelwelle (in
Art eines umgekehrten Luftpresserprinzips), Zahnradtrieb oder Riementrieb, hergestellt.
Eine ganz spezielle technische Lösung sieht in diesem Zusammenhang sogar eine direkte
Verbindung der Expansionseinheit mit der Antriebseinheit vor. Die Expansionseinheit
verfügt in diesem Fall über dampfbetriebene Kolben, so dass mittels entsprechender
Pleuelverbindungen bzw. Schubstangen die durch die Expansionsmaschine bereitgestellte
mechanische Energie auf die Antriebseinheit übertragen werden kann.
[0020] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass der im zweiten Kühlkreislauf
befindliche Dampf, bevor er der Expansionseinheit, bei der es sich um einen Kolbenmotor,
eine Expander oder eine Turbine handeln kann, zugeleitet wird, in einer Separatoreinheit
von der flüssigen Phase des Arbeitsmittels getrennt wird. Wird, wie zuvor bereits
erwähnt, ein Ammoniak-Wasser-Gemisch als Arbeitsmittel im zweiten Kühlkreislauf verwendet,
so wird im Separator die einen großen Anteil Wasser enthaltende flüssige Phase von
der dampfförmigen Ammoniak-Phase getrennt. Nachdem das Arbeitsmittel in der Expansionseinheit
entspannt worden ist, wird es vorzugsweise einem Kondensator zugeleitet, in dem es
unter Wärmeabgabe wieder verflüssigt wird. Sofern es sich bei dem Arbeitsmittel um
ein mehrere Komponenten aufweisendes Arbeitsmittel handelt, wobei zumindest lediglich
eine der Komponenten in die Dampfphase übergetreten ist, findet im Anschluss an die
Kondensation des bis dahin dampfförmigen Arbeitsmittels eine Vermischung mit den flüssigen
Bestandteilen des Arbeitsmittels statt. Auf diese Weise wird erneut ein flüssiges
Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt, das schließlich wieder zu dem Wärmeübertrager
des zweiten Kühlkreislaufes, der thermisch mit dem ersten Kühlkreislauf in Verbindung
steht, gefördert wird. Selbstverständlich ist es in diesem Zusammenhang sowohl denkbar
weitere Komponenten, wie Drossel- und/oder Regelventile vorzusehen als auch weitere
Wärmeübertrager, etwa zur Abfuhr der bei der Absorption eines Stoffes entstehenden
Wärme, innerhalb des zweiten Kühlkreislaufs anzuordnen.
[0021] Eine weitere ganz spezielle Ausführungsform der Erfindung sieht im zweiten Kühlkreislauf
eine Fördereinheit für das Arbeitsmittel vor, die in Abhängigkeit eines in einer Motorsteuerung
hinterlegten Betriebspunktes oder Betriebskennfeldes betrieben wird. Hierbei ist es
etwa denkbar, eine Pumpe oder einen Verdichter zu verwenden, deren/dessen Drehzahl
regelbar ist und somit die im zweiten Kühlkreislauf bereitgestellte Dampfmenge einstellbar
ist. Je nach Betriebszustand und Regelgröße werden die bereitgestellte Dampfmenge,
insbesondere der Volumenstrom, und/oder der im zweiten Kühlkreislauf herrschende Druck
variiert. Insbesondere ermöglicht die Regelung des im zweiten Kühlkreislaufes herrschenden
Drucks die Bereitstellung unterschiedlicher Dampfmengen sowie die Entspannung des
erzeugten Dampfes auf ein bedarfsangepasstes Druckniveau. Genauso ist es selbstverständlich
möglich, den Volumenstrom des geförderten Arbeitsmittels, insbesondere den Dampfvolumenstrom,
im zweiten Kühlkreislauf über die zuvor beschriebene regelbare Fördereinheit den Betriebserfordernissen
anzupassen.
[0022] Alternativ zu der bereits beschriebenen Verwendung eines aus wenigstens zwei Komponenten
bestehenden Arbeitsmittels im zweiten Kühlkreislauf, ist es denkbar, eine Kohlenwasserstoffverbindung
mit niedriger Siede- bzw. Verdampfungstemperatur als Arbeitsmittel zu verwenden. Besonders
geeignet sind in diesem Zusammenhang Butan- sowie Pentanverbindungen. Ein weiteres,
besonders für die Verwendung als Arbeitsmittel im zweiten Kühlkreislauf geeignetes
Medium stellt n-Perfluoro-Pentan (C
5 F
12) dar. Das letztgenannte Arbeitsmittel zeichnet sich hierbei vor allem dadurch aus,
dass es ein nichtbrennbares so genanntes Sicherheitsarbeitsmittel darstellt. Eine
Aufstellung möglicher Arbeitsmedien mit deren für die Erfindung wesentlichen physikalischen
bzw. chemischen Eigenschaften ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:
| Medium |
Molmasse |
Kritischer Punkt |
Siedetemperatur (105 Pa) |
Verdampfungswärme (105 Pa) |
Steigung der Sattdampfkurve |
Zersetzung bei ca. |
| NH3 |
17 |
405,3 K |
11,33 MPa |
239,7 K |
1347 kJ/kg |
Negativ |
750 K |
| Wasser |
18 |
647,0 K |
22,06 MPa |
373,0 K |
2256 kJ/kg |
Negativ |
. |
| n-Butan C4H10 |
58,1 |
425,2 K |
3,80 MPa |
272,6 K |
383,8 kJ/kg |
. |
. |
| n-Pentan C5H12 |
72,2 |
469,8 K |
3,37 MPa |
309,2 K |
357,2 kJ/kg |
. |
. |
| C6H6 |
78,14 |
562,2 K |
4,90 MPa |
353,0 K |
438,7 kJ/kg |
Positiv |
600 K |
| C7H8 |
92,1 |
591,8 K |
4,10 MPa |
383,6 K |
362,5 kJ/kg |
Positiv |
. |
| R134a (HFC-134a) |
102 |
374,2 K |
4,06 MPa |
248,0 K |
215,5 kJ/kg |
Isentrop |
450 K |
| C8H10 |
106,1 |
616,2 K |
3,50 MPa |
411,0 K |
339,9 kJ/kg |
Positiv |
. |
| R12 |
121 |
385,0 K |
4,13 MPa |
243,2 K |
166,1 kJ/kg |
Isentrop |
450 K |
| HFC-245fa |
134,1 |
430,7 K |
3,64 MPa |
288,4 K |
208,5 kJ/kg |
. |
. |
| HFC-245ca |
134,1 |
451,6 K |
3,86 MPa |
298,2 K |
217,8 kJ/kg |
. |
. |
| R11 (CFC-11) |
137 |
471,0 K |
4,41 MPa |
296,2 K |
178,8 kJ/kg |
Isentrop |
420 K |
| HFE-245fa |
150 |
444,0 K |
3,73 MPa |
. |
. |
. |
. |
| HFC-236fa |
152 |
403,8 k |
3,18 MPa |
272,0 K |
168,8 kJ/kg |
. |
. |
| R123 |
152,9 |
456,9 K |
3,70 MPa |
301,0 K |
171,5 kJ/kg |
Positiv |
. |
| CFC-114 |
170,9 |
418,9 K |
3,26 MPa |
276,7 K |
136,2 kJ/kg |
. |
. |
| R113 |
187 |
487,3 K |
3,41 MPa |
320,4 K |
143,9 kJ/kg |
Positiv |
450 K |
| n-Perfluoro-Pentan C5F12 |
288 |
420,6 K |
2,05 MPa |
302,4 K |
87,8 kJ/kg |
. |
. |
[0023] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Kühlung einer Antriebseinheit
eines Kraftfahrzeugs,
- bei dem eine mit einer Abgasabführung versehene Brennkraftmaschine sowie eine der
Brennkraftmaschine zugeführte, zumindest teilweise verdichtete Ladeluft gekühlt wird,
indem die abzuführende Wärme an wenigstens ein Arbeitsmittel übertragen wird, das
zu einem Wärmeübertrager gefördert und in dem Wärmeübertrager mittels Umgebungsluft
abgekühlt wird,
- bei dem aus einer Umgebung angesaugte Ladeluft in einer ersten und einer zweiten Stufe
verdichtet und nach der ersten und der zweiten Verdichtung abgekühlt wird,
- bei dem in der Abgasabführung befindliches Abgas zumindest teilweise gekühlt wird
und
- bei dem die aus der Ladeluft und dem Abgas abgeführte Wärme an das wenigstens eine
in einem Kühlkreislauf (1) geförderte Arbeitsmittel übertragen wird,
das derart weitergebildet worden ist, dass in einem ersten Kühlkreislauf ein erstes
Arbeitsmittel sowie in einem zweiten Kühlkreislauf ein zweites Arbeitsmittel gefördert
wird und dass das im zweiten Kühlkreislauf enthaltene zweite Arbeitsmittel zumindest
teilweise in eine dampf- oder gasförmige Phase überführt wird.
[0024] Auch das ausgeführte Verfahren stellt sicher, dass die im Bereich einer Kraftfahrzeugantriebseinheit
durch verschiedene Wärmequellen, wie etwa Ladeluftkühler oder Abgasrückführung, bereitgestellte
Wärme für weitere Anwendungen zur Verfügung gestellt wird, ohne dass diese Wärme ausschließlich
an die Umgebung abgeführt wird.
[0025] Mit dem Verfahren wird auf bevorzugte Weise in wenigstens einem ersten Kühlkreislauf
ein erstes Arbeitsmittel und in einem zweiten Kühlkreislauf ein zweites Arbeitsmittel
umgewälzt und die aus der Ladeluft und/oder dem Abgas, vorzugsweise über den Wärmetauscher
der Abgasrückführung, abgeführte Wärme an das im ersten Kreislauf geförderte Arbeitsmittel
oder Wärme, die im ersten Arbeitsmittel gespeichert ist, wenigstens teilweise an das
im zweiten Kühlkreislauf geförderte zweite Arbeitsmittel übertragen. Die beiden Kühlkreisläufe
werden getrennt voneinander betrieben, das bedeutet, dass in beiden Kühlkreisläufen
jeweils wenigstens eine Fördereinheit vorgesehen ist. Auf diese Weise ist es möglich,
mit Hilfe einer entsprechenden Regelung sicherzustellen, dass der erste und der zweite
Kühlkreislauf bedarfsangepasst, also insbesondere in Abhängigkeit der abzuführenden
Wärmemengen, betreibbar sind. Hierbei es insbesondere denkbar, die Förderung des im
zweiten Kühlkreislauf befindlichen Arbeitsmittels in Abhängigkeit des Betriebspunktes
der Antriebseinheit (bspw. Kaltstartphase oder Volllastfahrt) zu betreiben.
[0026] Zur Verwirklichung des Verfahrens wird im zweiten Kühlkreislauf ein Arbeitsmittel
verwendet, das wenigstens teilweise aufgrund der Übertragung von Wärme direkt aus
der Ladeluft- und/oder der Abgaskühlung in den zweiten Kühlkreislauf und/oder indirekt
durch Wärmeübertragung aus dem ersten in den zweiten Kühlkreislauf in eine dampf-
oder gasförmige Phase überführbar ist. Sobald im zweiten Kühlkreislauf Dampf erzeugt
worden ist, wird aufgrund einer Drehzahlregelung der Fördereinheit sichergestellt,
dass die benötigte Dampfmenge im zweiten Kühlkreislauf gefördert wird. Genauso ist
es denkbar, über die regelbare Arbeitsmittelfördereinheit im zweiten Kühlkreislauf
ein bestimmtes Druckniveaus einzustellen. In einer speziellen Ausführungsform der
Erfindung ist die drehzahlgeregelte Fördereinheit mit der Expansionseinheit kombiniert.
Im zweiten Kühlkreislauf wechseln sich somit in Abhängigkeit des Wärme- bzw. Energiebedarfs
Verdampfung, Entspannung, Verflüssigung und erneute Verdampfung des Arbeitsmittels
ab. Durch die Entspannung des Dampfes in der Expansionseinheit, bei der es sich um
eine Turbine oder eine entsprechend ausgeführte Expandereinheit handeln kann, wird
die im Dampf enthaltene Wärmeenergie in Bewegungs-, vorzugsweise Rotationsenergie,
umgewandelt. Diese Bewegungsenergie kann bspw. quasi als Antriebsunterstützung zur
Erhöhung des Gesamtsystemwirkungsgrads an die Brennkraftmaschine übertragen werden.
Durch das Vorsehen eines Generators ist es weiterhin bevorzugt möglich, die Rotationsenergie
in elektrische Energie zu wandeln, die dem Kraftfahrzeug bzw. elektrischen Verbrauchern
des Kraftfahrzeugs zur Verfügung gestellt wird. Genauso ist es denkbar, die durch
die Expansionseinheit bereitgestellte Rotationsenergie quasi als Antriebsenergie für
andere Systeme zu nutzen.
[0027] Im Folgenden wird die Erfindung ohne Beschränkung des allgemeinen Erfindungsgedankens
anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Figuren näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1:
- Kühlanlage mit Hochtemperatur- und Niedertemperaturkühlkreislauf;
- Fig. 2:
- nicht-erfindungsgemäßes Kühlkonzept mit Dampferzeugung und separiertem Motorkühlkreislauf;
- Fig. 3:
- Kühlkonzept mit Dampferzeugung, separiertem Motorkühlkreislauf und mehrstufiger Arbeitsmittelkondensation;
- Fig. 4:
- nicht-erfindungsgemäßes Kühlkonzept mit Dampferzeugung, Wärmenutzung in einem Abgasnachbehandlungssystem
und parallel geschalteten Ladeluftkühlern;
- Fig. 5:
- Kühlkonzept mit Dampferzeugung, Wärmenutzung in einem Abgasnachbehandlungssystem und
in Reihe geschalteten Ladeluftkühlern;
- Fig. 6:
- Kühlkonzept mit Dampferzeugung, Wärmenutzung in einem Abgasnachbehandlungssystem,
zwei Kondensatoren und parallel geschalteten Ladeluftkühlern; und
- Fig. 7:
- Kühlkonzept mit Dampferzeugung, Wärmenutzung in einem Abgasnachbehandlungssystem,
zwei Kondensatoren und in Reihe geschalteten Ladeluftkühlern.
[0028] In Figur 1 ist ein Kühlsystem für eine Antriebseinheit eines Kraftfahrzeugs dargestellt,
das die Grundlage für die in Verbindung mit den Figuren 2 bis 7 beschriebenen Kühlanlagen,
in denen zumindest teilweise ein dampfförmiges Arbeitsmittel gefördert wird, darstellt.
Um eine bessere Anschaulichkeit zu gewährleisten, werden zunächst anhand dieses Systems
die wichtigsten Komponenten näher erläutert. Der in Figur 1 dargestellte Kühlkreislauf
1 ist im Wesentlichen in zwei hydraulisch verbundene Hauptströmungswege unterteilt
ist. Die Strömungswege unterscheiden sich im Wesentlichen durch das Temperaturniveau,
auf dem sie betrieben werden. So handelt es sich um einen Hochtemperatur- 2 und der
Niedertemperaturströmungsweg 3, in denen ein Arbeitsmittel mit jeweils unterschiedlicher
Temperatur umgewälzt wird. Sowohl auf dem Hochtemperatur- 2 als auch auf dem Niedertemperaturströmungsweg
3 sind jeweils Luft-Flüssigkeits-Wärmeübertrager 4, 5 vorgesehen, die mit Hilfe von
Umgebungsluft gekühlt werden. Über die beiden Strömungswege, also den Hochtemperatur-
2 und den Niedertemperaturströmungsweg 3, wird über die Kühlmittelförderpumpe 6 ein
Arbeitsmittel gefördert, das zwei Komponenten aufweist. Bei dem Arbeitsmittel handelt
es sich um ein Gemisch aus Wasser und einem Glykol, wobei das Glykol die Verdampfungstemperatur
des Gemisches gegenüber reinem Wasser anhebt, Korrosionserscheinungen innerhalb des
Kühlkreislaufes 1 verhindert und darüber hinaus bei niedrigen Außentemperaturen und
Standzeiten des Fahrzeugs das Einfrieren des Kühlkreislaufes verhindert.
[0029] Die Kühlmittelförderpumpe 6 fördert, sobald sie eingeschaltet wird, in Abhängigkeit
der Motordrehzahl eine konstante Menge des Kühl- bzw. Arbeitsmittels durch den Kühlmittelkreislauf
1. Innerhalb des Kühlkreislaufes sind Regelventile 7, 8 vorgesehen, mittels derer
die Durchflussmenge des Arbeitsmittels über die verschiedenen Strömungswege des Kühlmittelkreises
1 regelbar ist. Auf diese Weise kann die Durchflussmenge des Arbeitsmittels, das den
Hochtemperaturkühler 4, den Niedertemperaturkühler 5 sowie den Abgaskühler 9, bei
dem es sich hier um einen Kühler der Abgasrückführung handelt , durchströmt, reguliert
werden.
[0030] Bei der in Fig. 1 dargestellten Antriebseinheit wird aus der Umgebung die für die
Verbrennung in der Brennkraftmaschine 10 benötigte Ladeluft angesaugt und mittels
eines Niederdruckverdichters 11 und eines Hochdruckverdichters 12 von Umgebungsdruck,
also etwa 10
5 Pa (=1 bar), auf etwa 3.10
5 Pascal (ca. 3 bar) angehoben. Die Verdichtung der Ladeluft wird hierbei in zwei Stufen
ausgeführt, um durch Abkühlung der Ladeluft in einem zwischen dem Niederdruck- 11
und dem Hochdruckverdichter 12 angeordneten Ladeluftzwischenkühler 13 den Wirkungsgrad
der Ladeluftverdichtung zu maximieren. Die den Hochdruckverdichter 12 verlassende
Ladeluft verfügt bei einem Druck von etwa 3-10
5 Pa über eine Temperatur von etwa 170°C (ca. 443 K). Mit Hilfe des Ladelufthauptkühlers
14 wird die Ladeluft auf eine Temperatur von etwa 45°C (ca. 318 K) abgekühlt. Als
Ladeluftzwischenkühler 13 sowie als Ladelufthauptkühler 14 sind jeweils Flüssigkeits-Luft-Wärmeübertrager
vorgesehen, in denen die aus der verdichteten Ladeluft abgeführte Wärme an das im
Niedertemperaturkreislauf 3 befindliche Arbeitsmittel übertragen wird. Nachdem die
Ladeluft den Ladelufthauptkühler 14 verlassen hat, wird ihr ein Teil des Abgases,
das die Bremskraftmaschine 10 bereits verlassen hat, beigemischt und dieses Abgas-Ladeluftgemisch
dem Verbrennungsraum der Brennkraftmaschine 10 zugeführt. Der Anteil des der Ladeluft
zugemischten Abgases kann 20 bis zu 40 % des die Brennkraftmaschine verlassenden Abgases
betragen.
[0031] Der Brennkraftmaschine 10 ist weiterhin in einer Abgasrückführung ein Abgaskühler
9 nachgeschaltet, mit dem der Teil des Abgases, der der Ladeluft zugemischt wird,
abgekühlt wird. Die im Abgaskühler 9 anfallende Wärme wird über eine entsprechende
Wärmeübertrageeinheit an das im Hochtemperaturkreislauf 2 geförderte Arbeitsmittel
übertragen. Hierbei ist der Abgaskühler 9 derart angeordnet, dass das den Abgaskühler
9 bzw. die Wärmeübertrageeinheit im Abgaskühler 9 verlassende Arbeitsmittel zum luftgekühlten
Hochtemperaturkühler 4 strömt. Über das Regelventil 8 wird die den Abgaskühler 9 bzw.
dessen Wärmeübertrageeinheit durchströmende Durchflussmenge des Arbeitsmittels und
über das Regelventil 7 die Durchflussmenge des den Hochtemperaturkühler 4 durchströmenden
Arbeitsmittels eingestellt. Über das Regelventil 7 ist darüber hinaus die Durchflussmenge
des Arbeitsmittels regelbar, die den Niedertemperaturkühler 5 sowie den parallelverschalteten
Ladeluftzwischen-13 und Ladelufthauptkühler 14 durchströmt. Je nach Auslegung der
Gesamtanlage ist es ebenfalls denkbar, den Ladeluftzwischen- 13 und Ladelufthauptkühler
14 in Reihe zu schalten. Derartige Ausführungsformen werden in Zusammenhang mit den
Kühlkonzepten, die zumindest einen Kühlkreislauf vorsehen, in dem ein Arbeitsmittel
wenigstens teilweise einen Phasenübergang vollzieht, näher erläutert.
[0032] Neben den zuvor beschriebenen Kühlern bzw. Wärmeübertrageeinheiten kann darüber hinaus
je nach Auslegung entweder im Hochtemperaturkreislauf 2 oder im Niedertemperaturkreislauf
3 ein Ölkühler 24 vorgesehen sein, über den die aus dem für die Brennkraftmaschine
benötigten Schmieröle abzuführende Wärme in den Hochtemperaturkreislauf 2 bzw. in
den Niedertemperaturkreislauf 3 übertragen wird. Alternativ oder in Ergänzung zu dem
vorbeschriebenem Schmierölkühler kann es sich bei einem derartigen Kühler auch um
einen Ölkühler des für andere Aggregate eines Kraftfahrzeugs, wie beispielsweise einen
Retarder, kraftstoffkühlerbenötigtes, zu kühlendes Öl handeln.
[0033] Das in der Figur 1 beschriebene Kühlsystem ist derart zu betreiben, dass das im Niedertemperaturkreislauf
geförderte Arbeitsmittel eine Temperatur aufweist, die 10-15 K unterhalb der Verdampfungstemperatur
dieses Arbeitsmittels liegt. Weiterhin erfolgt eine Regelung des Arbeitsmittelmassenstroms
hinsichtlich der vom Gesamtkühlsystem bereitzustellenden Kühlleistung und/oder hinsichtlich
einer für den Verbrennungsprozess innerhalb der Brennkraftmaschine optimalen Ladelufttemperatur.
Um eine derartige, optimale Regelung des Gesamtkühlsystems zu ermöglichen, werden
entsprechende Kenngrößen sowie Kennfelder in der Motorsteuerung hinterlegt. Auf diese
Weise wird eine Kühlung der Ladeluft- sowie der Abgaskühler unter Berücksichtigung
eines optimalen Arbeitspunktes und/oder optimaler Abgaswerte der Brennkraftmaschine
ermöglicht.
[0034] In Fig. 2 ist ein nicht-erfindungsgemäßes Kühlsystem dargestellt, in dem ein Kühlkreislauf
vorgesehen ist, in dem das Arbeitsmittel während des Betriebs zumindest teilweise
einen Phasenübergang vollzieht. Somit unterscheidet sich das Kühlsystem gemäß Fig.
2 von dem der Fig. 1 im Wesentlichen dadurch, dass die beiden auf unterschiedlichen
Temperaturniveaus betriebenen Strömungswege mit jeweils parallel geschalteten Niedertemperatur-
5 bzw. Hochtemperaturkühlern 4 durch jeweils hydraulisch entkoppelte Kühlkreisläufe
ersetzt worden sind. Bei dem ersten Kühlkreislauf 20 handelt es sich um den Kühlkreislauf
der Brennkraftmaschine (Motorkühlkreislauf). In diesem ersten Kühlkreislauf 20 wird
ein Wasser-Glykol-Gemisch als Arbeitsmittel verwendet, das die aus der Brennkraftmaschine
abzuführende Wärme zumindest teilweise an den zweiten Kühlkreislauf 21 über den Vorerwärmer
17 überträgt. In dem zweiten Kühlkreislauf 21 wird ein spezielles Arbeitsmittel gefördert,
das zumindest teilweise eine geringere Verdampfungstemperatur als Wasser bzw. das
im ersten Kühlkreislauf 20 geförderte Wasser-Glykol-Gemisch aufweist.
[0035] Die Bereitstellung einer verdichteten und gekühlten Ladeluft, dem Teile des aus der
Brennkraftmaschine abgeleiteten Abgases beigemischt werden, erfolgt analog zu dem
im Zusammenhang mit Figur 1 beschriebenen Kühlsystem. So sind auch in Fig. 2 ein Niederdruck-11
sowie ein Hochdruckverdichter 12, ein Ladeluftzwischen- 13 und ein Ladelufthauptkühler
14 sowie ein Abgaskühler 9, mit dem das in der Abgasrückführung befindliche Abgas
abgekühlt wird, vorgesehen. Auch in diesem Fall wird über den Abgaskühler 9 nur ein
Teil des die Brennkraftmaschine 1 verlassenden Abgases der Ladaluftzufuhr zugeführt.
[0036] Abweichend zu dem in Figur 1 dargestellten System wird der Druck des verwendeten
Arbeitsmittels nach Verlassen des luftgekühlten Kühlers 15 mit Hilfe einer Pumpe 16
von einem Druck von ca. 1,5-10
5 Pa auf einen Druck von etwa 11 bis 16-10
5 Pa angehoben. Bei der in diesem Ausführungsbeipiel verwendeten Pumpe 16, handelt
es sich um eine regelbare Fördereinheit, mit der in Abhängigkeit des Betriebszustands
der Antriebseinheit eine geeignete Dampfmenge und/oder ein bestimmter Druck im zweiten
Kühlkreislauf 21 einstellbar ist.
[0037] Das durch die Pumpe 16 zunächst druckbeaufschlagte Arbeitsmittel wird anschließend
durch die parallel angeordneten Ladeluftkühler 13, 14, die bei einer alternativen
Verschaltung auch in Reihe angeordnet sein können, gefördert und gelangt mit einer
Temperatur von etwa 70 bis 90°C (etwa 353 K) zu einem Vorerwärmer 17, in dem die Temperatur
des Arbeitsmittels auf eine Temperatur von etwa wenigstens 105°C (etwa 378 K) angehoben
wird und gleichzeitig je nach Betriebszustand bereits partiell verdampft. Die für
die Vorerwärmung des Arbeitsmittels im Vorerwärmer 17 benötigte Wärme wird vom ersten
Kühlkreislauf 20, der Wärme aus der Brennkraftmaschine abführt, bereitgestellt.
[0038] Nach Verlassen des Vorerwärmers 17 gelangt das Arbeitsmittel in den Abgaskühler 9,
wobei die Durchflussmenge über das Regelventil 8 einstellbar ist. Das den Abgaskühler
9 durchströmende Arbeitsmittel wird zumindest teilweise verdampft oder sogar überhitzt.
Zur Erwärmung des Arbeitsmittels auf eine Temperatur, die einen zumindest teilweisen
Phasenübergang ermöglicht, wird auf der Gegenseite des Abgaskühler-Wärmeübertragers
das aus der Brennkraftmaschine 10 abgeleitete Abgas von etwa 650°C (etwa 920 K) auf
eine Temperatur von etwa bis zu 100°C (etwa 373 K) abgekühlt.
[0039] Nachdem das Arbeitsmittel in dem Abgaskühler 9 zumindest teilweise verdampft worden
ist, wird es in einen Separator 18 gefördert, in dem die flüssige und die dampfförmige
Phase des Arbeitsmittels voneinander getrennt werden. Hierbei ist es unerheblich,
ob es sich bei dem verwendeten Arbeitsmittel um ein Einstoffarbeitsmittel oder um
ein Gemisch aus mehreren Komponenten handelt.
[0040] Während der flüssige Teil des Arbeitsmittels aus dem Separator 18 direkt in den luftgekühlten
Wärmeübertrager, der die Funktion eines Kondensators 15 übernimmt, geleitet wird,
wird die dampfförmige Phase des Arbeitsmittels in einen Expander 19 eingeleitet. In
dem Expander 19 wird das Arbeitsmittel entspannt, wobei die im Arbeitsmittel vor Eintritt
in den Expander 19 gespeicherte Energie zumindest teilweise in Bewegungsenergie umgewandelt
wird. Je nach konstruktiver Ausführung des Expanders 19, findet bereits innerhalb
des Expanders eine zumindest teilweise Verflüssigung des Arbeitsmittels aufgrund der
Entspannung statt. Im Anschluss an die Entspannung wird das Arbeitsmittel aus dem
Expander 19 in den luftgekühlten Wärmeübertrager 15 geleitet, wo eine Vermischung
der aus dem Expander 19 und aus dem Separator 18 kommenden Fluidströme des Arbeitsmittels
stattfindet. Der luftgekühlte Wärmeübertrager 15 übernimmt hierbei die Funktion eines
Kondensators, in dem unter Wärmeabgabe eine vollständige Verflüssigung des Arbeitsmittels
erfolgt.
[0041] In diesem Zusammenhang ist es auch denkbar, dem Wärmeübertrager 15 (Fahrzeugkühler)
eine Mischkammer vorzuschalten oder die Mischkammer sogar mit einem Wärmeübertrager
zu koppeln, so dass ggf. durch die Absorption eines Stoffes anfallende Wärme aus dem
zweiten Kühlkreislauf 21 ausgekoppelt werden kann. Die von dem Expander 19 bereitgestellte
Bewegungsenergie kann entweder an die Brennkraftmaschine oder andere Aggregate übertragen
werden. Hierbei ist es auch denkbar, die vom Expander 19 bereitgestellte Energie über
einen Generator in elektrische Energie zu wandeln.
[0042] In der Figur 3 ist ein weiteres Kühlsystem dargestellt, das sich hinsichtlich der
Nutzung der Wärme, die durch verschiedene im Bereich der Kraftfahrzeugantriebseinheit
vorhandene Wärmequellen bereitgestellt wird, von den in den Figuren 1 und 2 beschriebenen
Systemen unterscheidet. Die Verschaltung der aus den Verdichtereinheiten 11, 12 und
den Ladeluftkühlern 13, 14 bestehenden Luftzufuhr der Brennkraftmaschine 10 sowie
der Kühlung der Abgasrückführung entspricht der in den Figuren 1 und 2 beschriebenen
Verschaltung.
[0043] Darüber hinaus sind im ersten Kühlkreislauf 20, also dem so genannten Motorkühlkreislauf
neben der Kühlmittelpumpe ein Getriebeölkühler 24b und ein Motorölkühler 24a vorgesehen,
deren abzuführende Wärme an das im ersten Kühlkreislauf 20 geförderte Wasser-Glykol-Gemisch
übertragen wird. Die im ersten Kühlkreislauf bereitgestellte Wärme wird über den Vorerwärmer
17 an den zweiten Kühlkreislauf 21, in dem analog zur Ausführung gemäß Fig. 2 ein
luftgekühlter Wärmeübertrager 15, der wiederum die Funktion eines Kondensators übernimmt,
angeordnet ist, übertragen.
[0044] Im Gegensatz zu dem im ersten Kühlkreislauf 20 befindlichen Arbeitsmittel wird das
im zweiten Kühlkreislauf 21 befindliche Arbeitsmittel während des Kühlbetriebs derart
erhitzt, dass es einen wenigstens teilweisen Phasenübergang vollzieht. Wie später
noch näher erläutert wird, kann es sich bei dem gemäß Fig. 2 und Fig. 3 im zweiten
Kühlkreislauf verwendeten Arbeitsmittel um ein Einstoffarbeitsmittel mit niedriger
Verdampfungstemperatur oder um ein aus mehreren Komponenten bestehendes Gemisch handeln,
wobei wenigstens eine Komponente des Gemischs eine gegenüber Wasser vergleichsweise
niedrige Verdampfungstemperatur aufweist.
[0045] Ziel der in der Fig. 3 dargestellten Verschaltung ist es, durch eine optimale Ausnutzung
der von den verschiedenen Wärmequellen bereitgestellten Wärme, eine möglichst große
Dampfmenge im zweiten Kühlkreislauf 21 zur Verfügung zu stellen. Die in der bereitgestellten
Dampfmenge enthaltene Energie soll mittels einer Expandereinheit in Bewegungsenergie
umgewandelt werden. Im zweiten Kühlkreislauf 21 sind zwei Arbeitsmittelfördereinheiten
16, 22 vorgesehen, deren Drehzahl und damit die Förderrate des Arbeitsmittels und/oder
der im zweiten Kühlkreislauf 21 herrschende Druck variabel regelbar ist/sind. Die
erste Fördereinheit 16 ist wie in Figur 2 angeordnet, während die zusätzliche Fördereinheit
22 in einem bereich des zweiten Kühlkreislaufs angeordnet ist, in dem eine vergleichsweise
geringe Temperatur herrscht. Die Regelung der Fördereinheiten 16, 22 erfolgt hierbei
in Abhängigkeit von Kennfeldern, die in der Motorsteuereinheit hinterlegt sind, um
in Abhängigkeit des jeweiligen Betriebszustandes der Antriebseinheit des Kraftfahrzeugs
eine optimierte Kühlung sowie Erzeugung von Dampf und damit Bereitstellung von Bewegungsenergie
zu realisieren.
[0046] Die Beschreibung erfolgt ausgehend von dem luftgekühlten Wärmeübertrager 15 (Fahrzeugkühler),
in dem das Arbeitsmittel, das bereist den Separator 18 oder den Expander 19 verlassen
hat, vollständig wieder verflüssigt wird. Hierbei erfolgt eine Abkühlung des Arbeitsmittels,
die in ein oder zwei Stufen realisiert wird.
[0047] Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, nur einen einzigen luftgekühlten Wärmeübertrager
15, der die Funktion eines Kondensators übernimmt, vorzusehen und in dem das verflüssigte
Arbeitsmittel von einer Temperatur von etwa 105°C auf eine Temperatur von etwa 40
°C abgekühlt wird. In diesem Fall müssen verhältnismäßig große Wärmeübertrager verwendet
werden. Von einem derartigen luftgekühlten Wärmeübertrager 15 wird das Arbeitsmittel
über die drehzahlgeregelte Förderpumpe 16 direkt zu den Ladeluftkühlern gefördert.
[0048] Eine weitere Verschaltung sieht an dieser Stelle einen zweiten Niedertemperatur-Kondensator
23 vor. Bei dieser technischen Lösung wird das Arbeitsmittel im Hochtemperatur-Kondensator
15 zunächst auf eine Temperatur von etwa 80°C abgekühlt. Ein erster Teilstrom des
so temperierten Arbeitsmittels wird über die Pumpe 16 direkt in den Ladeluftzwischenkühler
13 gefördert. Ein zweiter Teilstrom gelangt dagegen in den Niedertemperatur-Kondensator
23 und wird hier auf eine Temperatur von etwa 40°C abgekühlt. Das auf 40°C abgekühlte
Arbeitsmittel gelangt über eine zusätzliche Pumpe 22 zum Ladelufthauptkühler 14. Bezüglich
der Verschaltung der Ladeluftkühler 13, 14 wird lediglich darauf hingewiesen, dass
der Ladelufthaupt- 14 und der Ladeluftzwischenkühler 13 sowohl parallel als auch in
Reihe geschaltet werden können.
[0049] Von den beiden Ladeluftkühlern 13, 14 wird das Arbeitsmittel zu einem Vorerwärmer
17 gefördert und schließlich im Abgaskühler 9 verdampft oder zumindest teilweise sogar
überhitzt. Vom Abgaskühler 9 gelangt das Arbeitsmittel des zweiten Kühlkreislaufes
21 in einen Separator 18, in dem die flüssige von der dampfförmigen Phase des Arbeitsmittels
getrennt wird. Wie bei der in Fig. 2 beschriebenen Ausführungsform, wird der dampfförmige
Anteil des Arbeitsmittels zu einer Expandereinheit 19 gefördert, in der das Arbeitsmittel
entspannt wird. Anschließend gelangt das durch den Expander 19 entspannte Arbeitsmittel
erneut in den luftgekühlten Wärmeübertrager 15 oder gemäß der beschriebenen alternativen
Verschaltung ggf. auch in den Niedertemperatur-Kondensator 23.
[0050] Neben den vorbeschriebenen Komponenten ist in den zweiten Kühlkreislauf 21 auch ein
Abgas-Wärmetauscher 25 integriert. Der Abgas-Wärmetauscher 25 ist in Strömungsrichtung
des Arbeitsmittels im zweiten Kühlkreislauf 21 dem Abgaskühler 9 nachgeschaltet und
entzieht vor allem dem Abgasteilstrom, der direkt die Brennkraftmaschine 1 verlassen
und lediglich noch ein Abgasnachbehandlungssystem 26 durchströmt hat, einen Teil der
in diesem Abgasteilstrom enthaltenen Wärme und überträgt diese Wärme in den zweiten
Kühlkreislauf 21. Das Abgasnachbehandlungssystem 26 kann auch in Abgasströmungsrichtung
vor dem Abgas-Wärmetauscher 25 angeordnet sein. In jedem Fall befindet sich der Abgas-Wärmetauscher
25 innerhalb des zweiten Kühlkreislaufs 21 bei dem in Figur 3 dargestellten Ausführungsbeispiel
allerdings zwischen dem Abgaskühler 9 und dem Separator 18.
[0051] Das in Fig. 4 dargestellte nicht-erfindungsgemäße Kühlsystem unterscheidet sich durch
zwei Merkmale von dem in Figur 3 dargestellten System. Einerseits sind der Ladeluftzwischenkühler
13 und der Ladelufthauptkühler 14 in Reihe angeordnet, andererseits befindet sich
der Abgas-Wärmetauscher 26 bei dieser Verschaltung zwischen dem Separator 18 und dem
Expander 19. Darüber hinaus ist zwischen dem Expander 19 und dem als Kondensator wirkenden
luftgekühlten Wärmeübertrager 15 ein Mischer 27 vorgesehen, in dem die den Separator
18 verlassende flüssige Phase des Arbeitsmittels und das den Expander 19 verlassende
Arbeitsmittel gemischt werden. Bei Verwendung eines Mehrkomponenten-Arbeitsmittels
kann es im Mischer 27 auch zu Absorptionsvorgängen kommen. Innerhalb des zweiten Kühlkreislaufes
21 zwischen dem Separator 18 und dem Mischer 27 ist ferner ein Drosselventil 28 vorgesehen,
über das eine Entspannung des Arbeitsmittels, das nicht den Expander 19 durchströmt,
erreicht wird.
[0052] In Figur 5 ist ein Kühlkonzept zu sehen, bei dem der luftgekühlte Wärmeübertrager
15 aus einem Hochtemperaturkondensator 15a und einem Niedertemperaturkondensator 15b
gebildet wird. Dem Hochtemperaturkondensator 15a ist die Fördereinheit 16 nachgeschaltet,
über die das verflüssigte Arbeitsmittel wahlweise dem Niedertemperaturkondensator
15b und dem Ladelufthauptkühler 14 oder direkt dem Ladeluftzwischenkühler 13 zugeführt
wird. Alternativ kann die Abzweigung zum Niedertemperaturkondensator 15b vor der Fördereinheit
16 angeordnet sein, um im Niedertemperaturkondensator 15b einen geringen Druck zu
gewährleisten. Darüber hinaus ist ein weiterer Mischer 29 vorgesehen, in dem das den
Ladelufthauptkühler 14 und das den Vorwärmer 17 verlassende Arbeitsmittel gemischt
wird. Dem Vorerwärmer 17 wird in diesem Fall Arbeitsmittel zugeleitet, das den Ladeluftzwischenkühler
13 durchströmt hat.
[0053] Ein gegenüber dem in Fig. 5 leicht abgeändertes Kühlsystem ist der Figur 6 zu entnehmen.
Wesentlich hierbei ist zunächst, dass vor der Fördereinheit 16 eine Abzweigung zum
Niedertemperaturkondensator 15b vorgesehen ist, so dass im Niedertemperaturkondensator
15b ein vergleichsweise geringer Druck zu gewährleisten ist. Darüber hinaus ist dem
Niedertemperaturkondensator 15b eine weitere Fördereinheit 30 zur Druckerhöhung nachgeschaltet.
Auch diese Fördereinheit 30 ist variabel regelbar. Weiterhin wird der Teil des Arbeitsmittels,
der den Hochtemperaturkondensator 15a verlässt und nicht in den Niedertemperaturkondensator
15b geleitet wird, über eine Fördereinheit 16 direkt dem Vorerwärmer 17 zugeleitet,
ohne einen Ladeluftkühler zu durchströmen.
[0054] Abschließend ist in Figur 7 ein Kühlsystem dargestellt, das gegenüber dem in Figur
6 derart abgewandelt ist, dass dem Niedertemperaturkondensator 15b Arbeitsmittel durch
die Fördereinheit 16 zugeführt wird und andererseits die Ladeluftkühler 13, 14 in
Strömungsrichtung des Arbeitsmittels hinter dem Niedertemperaturkondensator 15b in
Reihe angeordnet sind. Grundsätzlich ist auch hier eine Parallelschaltung der Ladeluftkühler
möglich. Ein Teilstrom des Arbeitsmittels wird auch hier direkt aus dem Hochtemperaturkondensator
15a über die Fördereinheit 16 in den Vorerwärmer 17 gefördert. Hinter dem Vorerwärmer
17 ist abermals ein Mischer 29 vorgesehen, in dem das den Vorerwärmer 17 verlassende
Arbeitsmittel mit dem Arbeitsmittel aus den Ladeluftkühlern 13, 14 vermischt wird.
[0055] Die im Zusammenhang mit den Figuren 1 bis 7 beschriebenen Kühlsysteme sind besonders
für den Einsatz in Nutzfahrzeugen geeignet. Gerade in diesen Fahrzeugen ist der Bedarf
an technischen Lösungen, die Alternativen zu den herkömmlichen Kühlkonzepten bieten,
groß.
[0056] Als Arbeitsmittel, die eine gegenüber Wasser vergleichsweise niedrige Verdampfungstemperatur
aufweisen, kommen sowohl Gemische als auch Einstoffarbeitsmittel in Frage. Bei den
Gemischen handelt es sich in der Regel um wässrige Lösungen, wobei im Wasser ein Kältemittel
mit niedrigem Siedepunkt, also niedriger Verdampfungstemperatur, gelöst ist. Wird
ein derartiges Mehrkomponentenarbeitsmittel erwärmt, so verdampft die Komponente,
die die niedrige Verdampfungstemperatur aufweist, während eine größtenteils Wasser
enthaltende wässrige Lösung in flüssiger Phase verbleibt. Vorzugsweise werden als
Mehrkomponenten-Arbeitsmittel Ammoniak-Wasser-Gemische verwendet, bei denen Ammoniak
in unterschiedlicher Konzentration im Wasser gelöst ist. Als besonders geeignet erscheinen
in diesem Zusammenhang Ammoniak-Wasser-Gemische, bei denen der Anteil des Ammoniaks
am Gesamtgemisch 30, 40 oder 50 Prozent ausmacht.
[0057] Eine Alternative zur Verwendung der vorgenannten Mehrkomponenten-Arbeitsmittel stellen
fluidische Stoffe dar, die über eine vergleichsweise niedrige Verdampfungstemperatur
verfügen. Besonders geeignet sind in diesem Zusammenhang Stoffe, die neben einer niedrigen
Verdampfungstemperatur auch über eine vergleichsweise hohe spezifische Wärmekapazität
verfügen. Aus diesem Grund eignen sich vor allem Kohlenwasserstoffe, insbesondere
Pentane, sowie die als Kältemittel in Klimaanlangen bekannten Flurkohlenwasserstoffe
(bspw. R134a, 245fa, 245ca). Eine ausführliche Aufstellung der als Arbeitsmittel in
Frage kommenden Stoffe ist der in der Beschreibung aufgeführten Tabelle zu entnehmen.
Bezugszeichenliste
[0058]
- 1
- Kühlanlage
- 2
- Hochtemperaturströmungsweg
- 3
- Niedertemperaturströmungsweg
- 4
- Hochtemperaturkühler
- 5
- Niedertemperaturkühler
- 6
- Kühlmittelpumpe
- 7
- Regelventil
- 8
- AGR-Regelventil
- 9
- Abgaskühler
- 10
- Brennkraftmaschine
- 11
- Niederdruckverdichter
- 12
- Hochdruckverdichter
- 13
- Ladeluftzwischenkühler
- 14
- Ladelufthauptkühler
- 15
- als luftgekühlter Wärmeübertrager ausgeführter Kondensator
- 15a
- Hochtemperaturkondensator
- 15b
- Niedertemperaturkondensator
- 16
- Fördereinheit
- 17
- Vorerwärmer
- 18
- Separator
- 19
- Expander
- 20
- erster Kühlkreislauf
- 21
- zweiter Kühlkreislauf
- 22
- zusätzliche Fördereinheit
- 23
- Zusatz-Niedertemperatur-Kondensator
- 24
- Ölkühler
- 24a
- Motorölkühler
- 24b
- Getriebeölkühler
- 25
- Abgas-Wärmetauscher
- 26
- Abgasnachbehandlungssystem
- 27
- Mischer
- 28
- Drosselventil
- 29
- Mischer
- 30
- Fördereinheit
1. Antriebseinheit eines Kraftfahrzeugs, die über eine Brennkraftmaschine (10), über
eine einen Niederdruckverdichter (11), einen Hochdruckverdichter (12) und eine Ladeluftkühleinheit
(13, 14) aufweisende Ladeluftzufuhr und über eine Abgasabführung, mittels der in der
Brennkraftmaschine (10) gebildetes Abgas abgeführt wird, verfügt und die eine Kühlanlage
mit wenigstens einem Kühlkreislauf (1) aufweist,
wobei wenigstens ein erster Kühlkreislauf (20) sowie wenigstens ein zweiter Kühlkreislauf
(21), in dem wenigstens ein in die Abgasabführung integrierter Abgaskühler (9) und
die Ladeluftkühleinheit (13, 14) angeordnet sind, wobei die Ladeluftkühleinheit einen
Ladeluftzwischenkühler (13) und einen Ladelufthauptkühler (14) aufweist, die thermisch
derart an den wenigstens einen zweiten Kühlkreislauf (21) gekoppelt sind, dass in
Strömungsrichtung der Ladeluft der Ladeluftzwischenkühler (13) zwischen dem Niederdruck-
(11) und dem Hochdruckverdichter (12) angeordnet ist und der Ladelufthauptkühler (14)
dem Hochdruckverdichter (12) nachgeschaltet ist, vorgesehen sind, die mittels zumindest
eines Wärmeübertragers, über den der erste (20) und der zweite (21) Kühlkreislauf
in thermischem Kontakt stehen, hydraulisch entkoppelt sind
und
wobei bei einem in dem zweiten Kühlkreislauf (21) enthaltenen Arbeitsmittel während
einer Betriebsphase der Kühlanlage ein zumindest teilweiser Phasenübergang herbeiführbar
ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass im zweiten Kühlkreislauf (21) wenigstens ein Hochtemperaturkreislauf vorgesehen ist,
der auf einem höheren Temperaturniveau als wenigstens ein Niedertemperaturkreislauf
des zweiten Kühlkreislaufs (21) betreibbar ist, und
dass im Hochtemperaturkreislauf ein von dem Arbeitsmittel durchströmbarer und von Umgebungsluft
kühlbarer Hochtemperaturwärmeübertrager (15a) und im Niedertemperaturkreislauf ein
von dem Arbeitsmittel durchströmbarer und von Umgebungsluft kühlbarer Niedertemperaturwärmeübertrager
(15b) vorgesehen sind.
2. Antriebseinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in dem wenigstens einen ersten Kühlkreislauf (20) ein erstes Arbeitsmittel und in
dem zweiten Kühlkreislauf (21) ein zweites Arbeitsmittel enthalten ist, wobei das
erste und das zweite Arbeitsmittel unterschiedliche physikalische und/oder chemische
Eigenschaften aufweisen.
3. Antriebseinheit nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ölkühler (24) vorgesehen ist, der thermisch an den wenigstens einen ersten Kühlkreislauf
(20) gekoppelt ist.
4. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Abgaskühler (9) über eine Abgasrückführkühleinheit verfügt, die derart zwischen
der Abgasabführung und der Ladeluftzufuhr angeordnet ist, dass mittels der Abgasrückführkühleinheit
von einem aus der Abgasabführung abgeleiteten Abgasteilstrom vor Einleitung in die
Ladeluftzufuhr Wärme an den zweiten Kühlkreislauf (21) übertragbar ist.
5. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in dem zweiten Kühlkreislauf (21) eine Arbeitsmittelfördereinheit (16, 22, 30) vorgesehen
ist, die in Abhängigkeit zumindest eines Betriebsparameters der Kühlanlage regelbar
ist.
6. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in der erste (20) und der zweite (21) Kühlkreislauf auf unterschiedlichen Temperaturniveaus
betreibbar sind.
7. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das im zweiten Kühlkreislauf (21) enthaltene zweite Arbeitsmittel oder zumindest
eine Komponente des zweiten Arbeitsmittels eine niedrigere Verdampfungstemperatur
als das im ersten Arbeitskreis (20) enthaltene Arbeitsmittel aufweist.
8. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass im zweiten Kühlkreislauf (21) eine Wärmekraftmaschine (19) vorgesehen ist, die während
der Betriebsphase der Kühlanlage mit zumindest teilweise in eine Dampfphase überführtem
Arbeitsmittel beaufschlagbar ist.
9. Antriebseinheit nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmekraftmaschine (19) eine Turbinenanlage oder eine Expandereinheit ist.
10. Antriebseinheit nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmekraftmaschine mit der Brennkraftmaschine (10) in Wirkverbindung steht.
11. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmekraftmaschine über eine Kurbelwelle oder über einen Riemenantrieb mit der
Brennkraftmaschine (10) in Wirkverbindung steht.
12. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das im zweiten Kühlkreislauf (21) enthaltene zweite Arbeitsmittel ein Ammoniak-Wasser-Gemisch
aufweist.
13. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das im zweiten Kühlkreislauf (21) enthaltene zweite Arbeitsmittel eine Kohlenwasserstoffverbindung
aufweist.
14. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das im zweiten Kühlkreislauf (21) enthaltene zweite Arbeitsmittel n-Perfluoro-Pentan
(C5F12) aufweist.
1. A drive unit of a motor vehicle, which drive unit has an internal combustion engine
(10), has a charge-air supply arrangement having a low-pressure compressor (11), a
high-pressure compressor (12) and a charge-air cooling unit (13, 14), and has an exhaust-gas
discharge arrangement by means of which exhaust gas that is formed in the internal
combustion engine (10) is discharged, and which drive unit has a cooling system with
at least one cooling circuit (1),
wherein at least one first cooling circuit (20) and at least one second cooling circuit
(21), in which at least one exhaust-gas cooler (9), integrated into the exhaust-gas
discharge arrangement, and the charge-air cooling unit (13, 14) are arranged, wherein
the charge-air cooling unit has a charge-air intercooler (13) and a charge-air main
cooler (14) which are thermally coupled to the at least one second cooling circuit
(21) such that, in a flow direction of the charge air, the charge-air intercooler
(13) is arranged between the low-pressure (11) and the high-pressure compressor (12)
and the charge-air main cooler (14) is connected downstream of the high-pressure compressor
(12), are provided, which are hydraulically decoupled by means of at least one heat
exchanger via which the first (20) and the second (21) cooling circuit are in thermal
contact, and
wherein, in a working medium contained in the second cooling circuit (21), an at least
partial phase transition can be effected during an operating phase of the cooling
system,
characterized
in that, in the second cooling circuit (21), at least one high-temperature circuit is provided
which can be operated at a higher temperature level than at least one low-temperature
circuit of the second cooling circuit (21), and
in that, in the high-temperature circuit, a high-temperature heat exchanger (15a) is provided
which can be flowed through by the working medium and which can be cooled by ambient
air, and, in the low-temperature circuit, a low-temperature heat exchanger (15b) is
provided which can be flowed through by the working medium and which can be cooled
by ambient air.
2. The drive unit according to Claim 1, characterized in that a first working medium is contained in the at least one first cooling circuit (20)
and a second working medium is contained in the second cooling circuit (21), wherein
the first and the second working medium have different physical and/or chemical characteristics.
3. The drive unit according to Claim 1 or 2, characterized in that an oil cooler (24) is provided which is thermally coupled to the at least one first
cooling circuit (20).
4. The drive unit according to any of Claims 1 to 3, characterized in that the exhaust-gas cooler (9) has an exhaust-gas recirculation cooling unit which is
arranged between the exhaust-gas discharge arrangement and the charge-air supply arrangement
such that, by means of the exhaust-gas recirculation cooling unit, heat can be transferred
from an exhaust-gas partial stream diverted out of the exhaust-gas discharge arrangement
to the second cooling circuit (21) before said exhaust-gas partial stream is introduced
into the charge-air supply arrangement.
5. The drive unit according to any of Claims 1 to 4, characterized in that, in the second cooling circuit (21), there is provided a working medium conveying
unit (16, 22, 30) which can be controlled in closed-loop fashion as a function of
at least one operating parameter of the cooling system.
6. The drive unit according to any of Claims 1 to 5, characterized in that, in the first (20) and the second (21) cooling circuit, operation can be carried
out at different temperature levels.
7. The drive unit according to any of Claims 2 to 6, characterized in that the second working medium contained in the second cooling circuit (21), or at least
one component of the second working medium, has a lower evaporation temperature than
the working medium contained in the first working circuit (20).
8. The drive unit according to any of Claims 1 to 7, characterized in that, in the second cooling circuit (21), there is provided a heat engine (19) which,
during the operating phase of the cooling system, can be charged with working medium
which has been at least partially changed into a vapour phase.
9. The drive unit according to Claim 8, characterized in that the heat engine (19) is a turbine system or an expander unit.
10. The drive unit according to Claim 8 or 9, characterized in that the heat engine is operatively connected to the internal combustion engine (10).
11. The drive unit according to any of Claims 8 to 10, characterized in that the heat engine is operatively connected via a crankshaft or via a belt drive to
the internal combustion engine (10).
12. The drive unit according to any of Claims 1 to 11, characterized in that the second working medium contained in the second cooling circuit (21) has an ammonia-water
mixture.
13. The drive unit according to any of Claims 1 to 11, characterized in that the second working medium contained in the second cooling circuit (21) has a hydrocarbon
compound.
14. The drive unit according to any of Claims 1 to 11, characterized in that the second working medium contained in the second cooling circuit (21) has perfluoro-n-pentane
(CSF12).
1. Unité d'entraînement d'un véhicule automobile, qui dispose d'un moteur à combustion
interne (10), d'une arrivée d'air de suralimentation présentant un compresseur basse
pression (11), un compresseur haute pression (12) et une unité de refroidissement
d'air de suralimentation (13, 14), et d'une conduite d'évacuation de gaz d'échappement
au moyen de laquelle les gaz d'échappement formés dans le moteur à combustion interne
(10) sont évacués, et qui présente un système de refroidissement doté d'au moins un
circuit de refroidissement (1),
dans lequel au moins un premier circuit de refroidissement (20) et au moins un deuxième
circuit de refroidissement (21), dans lequel sont disposés au moins un refroidisseur
de gaz d'échappement (9) intégré dans la conduite d'évacuation de gaz d'échappement
et l'unité de refroidissement d'air de suralimentation (13, 14), sont prévus, l'unité
de refroidissement d'air de suralimentation présentant un refroidisseur intermédiaire
d'air de suralimentation (13) et un refroidisseur principal d'air de suralimentation
(14) qui sont couplés thermiquement audit au moins un deuxième circuit de refroidissement
(21) de telle sorte que dans la direction de flux de l'air de suralimentation le refroidisseur
intermédiaire d'air de suralimentation (13) est disposé entre le compresseur basse
pression (11) et le compresseur haute pression (12), et le refroidisseur principal
d'air de suralimentation (14) est placé en aval du compresseur haute pression (12),
lesdits circuits de refroidissement étant découplés hydrauliquement au moyen d'au
moins un échangeur thermique par lequel le premier (20) et le deuxième (21) circuit
de refroidissement sont en contact thermique, et
dans lequel, pour un fluide de travail contenu dans le deuxième circuit de refroidissement
(21), une transition de phase au moins partielle peut être provoquée pendant une phase
de fonctionnement du système de refroidissement,
caractérisée en ce que
dans le deuxième circuit de refroidissement (21), au moins un circuit haute température
est prévu qui peut fonctionner à un niveau de température plus élevé qu'au moins un
circuit basse température du deuxième circuit de refroidissement (21), et
dans le circuit haute température, un échangeur thermique haute température (15a)
pouvant être traversé par le fluide de travail et refroidi par l'air ambiant est prévu,
et dans le circuit basse température, un échangeur thermique basse température (15b)
pouvant être traversé par le fluide de travail et refroidi par l'air ambiant est prévu.
2. Unité d'entraînement selon la revendication 1, caractérisée en ce que dans ledit au moins un premier circuit de refroidissement (20), un premier fluide
de travail est contenu, et dans le deuxième circuit de refroidissement (21), un deuxième
fluide de travail est contenu, le premier et le deuxième fluide de travail présentant
des propriétés physiques et/ou chimiques différentes.
3. Unité d'entraînement selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce qu'un refroidisseur d'huile (24) est prévu qui est couplé thermiquement audit au moins
un premier circuit de refroidissement (20).
4. Unité d'entraînement selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que le refroidisseur de gaz d'échappement (9) dispose d'une unité de recyclage de gaz
d'échappement qui est disposée entre la conduite d'évacuation de gaz d'échappement
et l'arrivée d'air de suralimentation de telle sorte que l'unité de recyclage de gaz
d'échappement permet de transférer au deuxième circuit de refroidissement (21) de
la chaleur provenant d'un flux partiel de gaz d'échappement dérivé de la conduite
d'évacuation de gaz d'échappement avant introduction dans l'arrivée d'air de suralimentation.
5. Unité d'entraînement selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisée en ce que dans le deuxième circuit de refroidissement (21), une unité de refoulement de fluide
de travail (16, 22, 30) est prévue qui peut être régulée en fonction d'au moins un
paramètre de fonctionnement du système de refroidissement.
6. Unité d'entraînement selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisée en ce que le premier (20) et le deuxième (21) circuit de refroidissement peuvent fonctionner
à différents niveaux de température.
7. Unité d'entraînement selon l'une quelconque des revendications 2 à 6, caractérisée en ce que dans le deuxième fluide de travail contenu dans le deuxième circuit de refroidissement
(21), ou au moins un composant du deuxième fluide de travail, présente une température
d'évaporation inférieure à celle du fluide de travail contenu dans le premier circuit
de travail (20) .
8. Unité d'entraînement selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisée en ce que dans le deuxième circuit de refroidissement (21), un moteur thermique (19) est prévu
qui, pendant la phase de fonctionnement du système de refroidissement, peut être alimenté
en fluide de travail au moins partiellement passé à une phase vapeur.
9. Unité d'entraînement selon la revendication 8, caractérisée en ce que le moteur thermique (19) est une installation de turbines ou une unité d'expansion.
10. Unité d'entraînement selon la revendication 8 ou 9, caractérisée en ce que le moteur thermique est en relation active avec le moteur à combustion interne (10)
.
11. Unité d'entraînement selon l'une quelconque des revendications 8 à 10, caractérisée en ce que le moteur thermique est en relation active avec le moteur à combustion interne (10)
par l'intermédiaire d'un vilebrequin ou d'un entraînement par courroie.
12. Unité d'entraînement selon l'une quelconque des revendications 1 à 11, caractérisée en ce que le deuxième fluide de travail contenu dans le deuxième circuit de refroidissement
(21) présente un mélange ammoniac-eau.
13. Unité d'entraînement selon l'une quelconque des revendications 1 à 11, caractérisée en ce que le deuxième fluide de travail contenu dans le deuxième circuit de refroidissement
(21) présente un composé hydrocarboné.
14. Unité d'entraînement selon l'une quelconque des revendications 1 à 11, caractérisée en ce que le deuxième fluide de travail contenu dans le deuxième circuit de refroidissement
(21) présente du n-perfluoropentane (C5F12).