[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Linearverdichter, insbesondere für den Einsatz
zum Verdichten von Kältemittel in einem Kältegerät.
[0002] Aus
US6 596 032 B2 ist ein Linearverdichter mit einem Zylinder, einem in dem Zylinder in dessen Längsrichtung
oszillierend beweglichen, druckfluidgelagerten Kolben und einem die Bewegung des Kolbens
antreibenden Antriebsaggregat bekannt. Bei diesem Linearverdichter ist in der Wand
des Zylinders ein umlaufender Hohlraum gebildet, der mit Druckfluid gespeist ist und
mit dem Innenraum des Zylinders, in welchem sich der Kolben bewegt, durch eine Vielzahl
von über die Seitenwand des Zylinders verteilten Öffnungen kommuniziert. Aus diesen
Öffnungen in die Zylinderkammer eindringendes Druckfluid bildet ein Kissen, auf dem
der Kolben ohne Kontakt mit der Seitenwand gleitet. Da das Kissen einen Reibkontakt
zwischen Kolben und Zylinder verhindert, kann ein solcher Linearverdichter im Dauerbetrieb
lange Zeit arbeiten, ohne dass Reibverschleiß zu einer merklichen Abnahme des Wirkungsgrades
führt.
[0003] Beim praktischen Einsatz des Verdichters in einem Kältegerät hingegen zeigt sich
eine unerwartet schnelle Abnahme des Wirkungsgrades.
[0004] Aus
US6 642 377 B2 ist ein Linearverdichter bekannt, bei dem der Kolben nicht druckfluidgelagert ist.
Um eine exakte Ausrichtung des Kolbens im Zylinder zu erzielen, wird vorgeschlagen,
vor dem Einfügen des Kolbens in die Zylinderkammer eine Beschichtung aus einem festen
Gleitmittel wie etwa PTFE oder eine DLC-Schicht an der Oberfläche des Kolbens oder
des Zylinders anzubringen, so dass Kolben und Zylinder zusammengefügt werden können
und ein zwischen ihnen für den Dauerbetrieb erforderliches Spiel durch Abtragen der
Beschichtung in einer Einlaufphase des Verdichters erhalten wird.
[0005] Aus
EP 1 450 042 A1 (nächsten Stand der Technik) ist bekannt, den Kolben eines Linearverdichters zu beschichten,
wobei das Material des Kolbens und/oder seiner Beschichtung einen größeren thermischen
Ausdehnungskoeffizienten aufweist als das Material des Zylinders.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, den oberbegriffsgemäßen Linearverdichter
so weiterzubilden, dass dieser auch bei lang andauerndem Betrieb in einer praktischen
Anwendung wie etwa einem Kältegerät einen gleichbleibenden Wirkungsgrad aufweist.
[0007] Die Aufgabe wird durch die Merkmale von Anspruch 1 gelöst.
[0008] Es zeigt sich nämlich, dass unerwarteterweise beim Betrieb eines Linearverdichters
vom oberbegriffsgemäßen Typ in einem Kältegerät nach langem Betrieb trotz der Druckfluidlagerung
Reibverschleißerscheinungen an Zylinder und Kolben auftreten, die zu einem im Laufe
der Zeit zunehmenden Entweichen von Fluid aus der Zylinderkammer durch den Spalt zwischen
Kolben und Zylinderwand führen. Wenn nämlich das Druckfluid, das zur Aufrechterhaltung
des Kissens benötigt wird, von einem Hochdruckanschluss des Verdichters abgezweigt
wird, so hat dies zur Folge, dass jeweils zu Beginn und Ende einer Betriebsphase des
Verdichters, wenn der Druck am Hochdruckanschluss des Verdichters niedriger ist als
während des kontinuierlichen Betriebs, das Kissen nicht ausreichend wirksam ist, um
einen Reibkontakt zwischen den Seitenflächen von Kolben und Zylinder zu verhindern.
Um in diesen Betriebsphasen Verschleiß zu verhindern, ist die abriebfeste Gleitschicht
erforderlich.
[0009] Während bei dem Verdichter aus
US6 642 377 B2 die DLC- oder PTFE-Gleitschicht nicht abriebfest sein soll, so dass sie abgetragen
ist, wenn ein für den Betrieb des Verdichters gewünschtes Spiel zwischen Kolben und
Zylinder hergestellt ist, ist es für die vorliegende Erfindung wichtig, dass die Gleitschicht
auch vorhanden ist, wenn das für einen effizienten Betrieb der Druckfluidlagerung
erforderliche Spiel zwischen den Seitenflächen von Kolben und Zylinder vorhanden ist.
Überraschender Weise wurde herausgefunden, dass die Gleitschicht nicht wirkungsgradmindernd
wirkt und ein wirkungsgradoptimierter Betrieb des Verdichters über dessen Brauchbarkeitsdauer
durch die Gleitschicht erzielt ist.
[0010] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Linearverdichters; und
- Fig. 2
- einen Schnitt durch den Zylinder des Linearverdichters.
[0011] Der in Fig. 1 in perspektivischer Ansicht gezeigte Linearverdichter hat einen steifen,
in Draufsicht in etwa U-förmigen Rahmen, der aus drei Teilen, nämlich zwei flachen
Wandstücken 1 und einem Bogen 2, zusammengesetzt ist. Zwischen einander zugewandten
Stirnseiten des Bogens 2 und der zwei Wandstücke 1 ist eine erste Membranfeder 3 eingespannt;
eine zweite Membranfeder 4 von gleicher Gestalt wie die Membranfeder 3 ist an den
vom Bogen abgewandten Stirnseiten der Wandstücke 1 befestigt.
[0012] Die aus Federblech gestanzten Membranfedern 3, 4 haben jeweils zwei langgestreckte
Randstreifen 7, der die Stirnseiten der Wandstücke 1 bzw. des Bogens 2 überdecken,
und vier Federarme 5, die sich im Zickzack von den Enden der Randstreifen 7 aus zu
einem Mittelabschnitt 6 erstrecken, an dem sie zusammentreffen. Der Mittelabschnitt
6 weist jeweils drei Bohrungen auf, zwei äußere, an denen mit Hilfe von Schrauben
oder Nieten 13 ein permanentmagnetischer Schwingkörper 8 aufgehängt ist, und eine
mittlere Bohrung, durch die sich bei der Membranfeder 3 ein an den Schwingkörper 8,
z. B. durch Verschraubung, befestigter Stangenabschnitt 10 erstreckt.
[0013] Der Stangenabschnitt 10 ist mit einer Übertragungsstange 9 über einen flexibel biegsamen
verjüngten Abschnitt 11 verbunden. Ein zweiter verjüngter Abschnitt 12 verbindet die
Übertragungsstange 11 einteilig mit einer Kolbenstange 14, die in eine von dem Bogen
2 getragene Pumpkammer 15 eingreift, durch eine Bohrung in einer Stirnwand der Pumpkammer
geführt ist und in der Pumpkammer 15 mit einem darin beweglichen Kolben 16 (siehe
Fig. 2) verbunden ist.
[0014] Zwei Elektromagnete mit E-förmigen Joch und einer um den mittleren Schenkel des E
gewickelten Spule sind jeweils zwischen dem Schwingkörper 8 und den Wandstücken 1
mit dem Schwingkörper zugewandten Polschuhen angeordnet und dienen zum Antreiben einer
Schwingbewegung des Schwingkörpers 8.
[0015] Da die starr mit dem Kolben 16 verbundene Kolbenstange 14 in der stirnseitigen Bohrung
der Pumpkammer 15 geführt ist, ist der Kolben 16 gegen Verkanten geschützt, auch wenn
seine Ausdehnung in Richtung der Hin- und Herbewegung gering ist. Der Kolben 16 belegt
daher wenig Platz in der Pumpkammer 14, so dass ein großes wirksames Volumen bei kleinen
Außenabmessungen erreicht wird.
[0016] Die Pumpkammer 15 ist von einem Hohlraum 17 ringförmig umgeben, der mit der Pumpkammer
15 durch eine Vielzahl von Öffnungen 18 in deren Seitenwand kommuniziert und der über
einen Durchgang 19 mit von einem Druckanschluss 20 der Pumpkammer abgezweigtem verdichtetem
Gas gespeist ist. Das durch die Öffnungen 18 in die Pumpkammer 15 eindringende Druckgas
bildet an der Seitenwand ein Kissen, auf dem der Kolben 16, dessen Durchmesser geringfügig
kleiner als der freie Durchmesser der Pumpkammer 15 ist, im wesentlichen reibungsfrei
gleitet.
[0017] Die an der Wand der Pumpkammer 15 entlanggleitende Mantelfläche des Kolbens 16 ist
mit einer DLC- (diamond-like carbon)-Schicht 21 überzogen. Die DLC-Schicht 21 kann
insbesondere eine tetrahedrale Carbonschicht (ta-C) oder eine amorphe wasserstoffhaltige
Carbonschicht (a-C:H) sein. Derartige Schichten stellen einen hochwirksamen Schutz
vor Reibverschleiß bei extrem geringer Dicke dar. Das heißt, die Dicke der Schicht
21 kann deutlich geringer als das radiale Spiel zwischen Kolben und Zylinder sein,
so dass die Schicht 21 auf einen fertigen, in seinen Abmessungen an die Pumpkammer
15 angepassten Kolben 16 aufgebracht werden kann, ohne dass eine nachträgliche Bearbeitung
zur Maßanpassung erforderlich wird. Dies ermöglicht eine besonders kostengünstige
Realisierung der Erfindung, da die Aufbringung der DLC-Schicht 21 auf den Kolben 16
einen einzelnen zusätzlichen Schritt bei der Fertigung der Verdichter darstellt, der
in etablierte Fertigungsabläufe derartiger Verdichter leicht eingefügt werden kann,
da er keinerlei Folgeanpassungen wie etwa Abmessungsänderungen an anderen Fertigungsschritten
erfordert.
1. Linearverdichter mit einem Zylinder (15), einem in dem Zylinder (15) in dessen Längsrichtung
oszillierend beweglichen, druckfluidgelagerten Kolben (16) und einem die Bewegung
des Kolbens antreibenden Antriebsaggregat (1-14), wobei von einander zugewandten Seitenflächen
des Kolbens (16) und des Zylinders (15) wenigstens eine mit einer abriebfesten Gleitschicht
(21) versehen ist, wobei die mit der Gleitschicht (21) versehene Seitenfläche die
Mantelfläche des Kolbens (16) ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitschicht (21) eine DLC-Schicht ist, und dass die Dicke der Gleitschicht (21)
deutlich geringer ist als das radiale Spiel zwischen Kolben (16) und Zylinder (15).
2. Linearverdichter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der wenigstens einen die Gleitschicht (21) tragenden Seitenfläche des Kolbens
(16) oder des Zylinders (15) und der dieser zugewandten Oberfläche des Kolbens (16)
oder des Zylinders (15) ein ausreichendes Spiel besteht, um eine Bewegung des Kolbens
(16) in der Längsrichtung ohne gegenseitige Berührung der Seitenflächen zu ermöglichen.
3. Linearverdichter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an einem Hochdruckanschluss (20) des Verdichters eine Abzweigung (19) für Druckfluid
für die Lagerung des Kolbens (16) gebildet ist.
1. Linear compressor with a cylinder (15), a piston (16) which is oscillatingly movable
in the cylinder (15) in the longitudinal direction thereof and is borne by pressure
fluid and a drive unit (1-14) driving the movement of the piston, wherein of mutually
facing side surfaces of the piston (16) and the cylinder (15) at least one is provided
with an abrasion-resistant slide layer (21), wherein the side surface provided with
the slide layer (21) is the circumferential surface of the piston (16), characterised in that the slide layer (21) is a DLC layer and that the thickness of the slide layer (21)
is significantly smaller than the radial play between piston (16) and cylinder (15).
2. Linear compressor according to claim 1, characterised in that a sufficient play is present between the at least one side surface, which carries
the slide layer (21), of the piston (16) or the cylinder (15) and the surface, which
faces this, of the piston (16) or the cylinder (15) in order to enable movement of
the piston (16) in longitudinal direction without mutual contact of the side surfaces.
3. Linear compressor according to claim 1 or 2, characterised in that a branch (19) for pressure fluid for bearing the piston (16) is formed at a high-pressure
connection (20) of the compressor.
1. Compresseur linéaire avec un cylindre (15), un piston (16) mobile oscillant dans le
cylindre (15) dans le sens longitudinal de celui-ci et logé dans un fluide sous pression,
et une unité d'entraînement (1-14) qui entraîne le mouvement du piston, au moins l'une
de faces latérales du piston (16) et du cylindre (15) qui se font face étant pourvue
d'une couche lubrifiante (21) qui résiste à l'abrasion, la face latérale pourvue de
la couche lubrifiante (21) étant la surface enveloppante du piston (16), caractérisé en ce que la couche lubrifiante (21) est une couche DLC et en ce que l'épaisseur de la couche lubrifiante (21) est nettement inférieure au jeu radial
entre le piston (16) et le cylindre (15).
2. Compresseur linéaire selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il y a, entre l'au moins une face latérale du piston (16) ou du cylindre (15) portant
la couche lubrifiante (21) et la surface du piston (16) ou du cylindre (15) qui lui
fait face, un jeu suffisant pour permettre un mouvement du piston (16) dans le sens
longitudinal sans contact mutuel entre les faces latérales.
3. Compresseur linéaire selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'est formé, sur un raccord haute pression (20) du compresseur, un branchement (19)
pour fluide sous pression pour le logement du piston (16).