[0001] Die Erfindung betrifft Form oder Formlinge für Gießereizwecke gemäß Oberbegriff von
Patentanspruch 1, ein Gießereiformstoffgemisch gemäß Oberbegriff von Patentanspruch
4 sowie ein Verfahren zur Erstellung einer Form oder eines Formlings gemäß Oberbegriff
von Patentanspruch 7.
[0002] Gießerei-Formstoffgemische sind in vielfältiger Form bekannt. Grundsätzlich ist zwischen
tongebundenen Formsanden, Sandmischungen mit anorganischen oder organischen Bindern
sowie bindemittellosen Formsanden mit physikalischer Bindung zu unterscheiden. Die
Anforderungen an die Gießerei-Formstoffgemische sind sehr vielfältig und umfassen
Eigenschaften wie Fließfähigkeit des Formstoffgemisches, Verfestigungsverhalten, erreichbare
Endfestigkeit, Trennbarkeit bzw. Entformbarkeit.
[0003] In der
WO 2006/024540 wird eine Formstoffmischung zur Herstellung von Gießformen für die Metallverarbeitung
beschrieben, bei der ein rieselfähiger, feuerfesteer Formgrundstoff sowie ein auf
Wasserglasbasis basierendes Bindemittel verwendet wird. Dem Bindemittel kann ein teilchenförmiges
Metalloxid, ausgewählt aus einer Gruppe, bestehend aus Siliciumdioxid, Aluminiumoxid,
Titanoxid oder Zinkoxid, besonders bevorzugt synthetisches, amorphes Siliciumdioxid,
zugesetzt werden. Formgrundstoffe von sphärischen Form und/oder organischen Additive
werden zum Verbessern der Oberflächenqualität des Gussteils verwendet. Die Festigkeit
des Formlings unter feuchter Umgebung soll durch eine intensive Verbindung der Oberfläche
des teilchenförmigen Metalloxids mit einer stark alkalischen Wasserglasphase im Bindemittel
verbessert werden. Da das Bindemittel eine verschlechterte Fließfähigkeit aufweist,
soll durch Zugabe von plättchenförmigen Schmiermitteln erreicht werden, dass auch
komplexe Formen hergestellt werden können.
[0004] Die Teilchengröße des Metalloxids beträgt bei der bekannten Formstoffmischung weniger
als 200 Mikrometer, wobei der Anteil an Metalloxid, bezogen auf die Menge an Binder
bevorzugt zwischen 4 und 40% liegt. Bei Verwendung von Quarzsand als Formgrundstoff
ist bevorzugt weniger als 5% Bindemittel in der bekannten Formstoffmischung enthalten.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Formstoffgemisch anzubieten, das eine
verbesserte Fließfähigkeit aufweist, wobei das Verfestigungsverhalten und die Entformbarkeit
der Form bzw. des Formlings verbessert ist. Die mit dem erfindungsgemäßen Formling
bzw. der Formstoffmischung hergestellten Gussteile sollen eine verbesserte Qualität
der Oberfläche des gegossenen Teiles ermöglichen.
[0006] Ferner soll das Formstoffgemisch nach der bestimmungsgemäßen Verwendung gute Zerfallseigenschaften
aufweisen und der verbrauchte Formsand unter geringer Emission leicht aufbereitet
werden können.
[0007] Diese Aufgabe wird durch eine Form oder einen Formling gemäß Anspruch 1, ein Gießereiformstoffgemisch
gemäß Anspruch 4 bzw. ein Verfahren zur Herstellung einer Form oder eines Formlings
gemäß Anspruch 7 gelöst.
[0008] Überraschenderweise wurde gefunden, dass Aluminiumoxid als Zuschlag zu einem Gießerei-Formstoffgemisch
dann geeignet ist, wenn es nach der Durchmischung und Trocknung als deckende Schicht
die Sand- oder Quarzpartikel des Formstoffes umhüllt. Hierzu ist das Aluminiumoxid
in einer bestimmten Menge bezogen auf das Bindemittel und in einer bestimmten Korngröße
bezogen auf den mittleren Durchmesser der Sand- oder Quarzkörner einzusetzen.
[0009] Bei der Verarbeitung war es überraschend, dass Aluminiumoxid die Fliessfähigkeit
und das Verfestigungsverhalten des Formstoffgemisches wesentlich verbessert. Dies
wird anhand nachfolgender Vergleichsversuche näher erläutert. Weiterhin überraschend
war, dass der Formling/Kern bzw. die Form nach ihrer bestimmungsgemäßen Verwendung
besonders gute Zerfallseigenschaften aufwies. Es wurde beispielsweise beobachtet,
dass der mit Wasser in Kontakt gebrachte Kern sofort zerfällt und vollständig als
homogene Suspension weiterverarbeitet werden kann.
[0010] Besonderes Augenmerk gilt bei einem Formstoffgemisch den nach der Abformung im Gießereibetrieb
hergestellten Formen oder Formlingen für Gießereizwecke. Es wurde beobachtet, dass
mit dem erfindungsgemäßen Zuschlag die Qualität der Gussteile, insbesondere deren
Oberflächen ganz wesentlich verbessert werden konnte. Aufgrund detaillierter Untersuchungen
gehen die Erfinder davon aus, dass die Verbesserung der Oberflächen einerseits durch
ein besseres Abformverhalten und andererseits durch eine bessere Entformbarkeit durch
geringe Anhaftungen von Formsand etc. auf der Gussoberfläche verursacht wird.
[0011] Die Erfinder haben daraufhin gezielt die Verhältnisse während des Abgießens im Kontaktbereich
zwischen Formsand und Metalloberfläche untersucht. Es ergab sich, dass bei den beschriebenen
Prozessen einerseits die Benetzbarkeit der Formlingoberfläche mit dem flüssigen Metall
eine Rolle spielt, andererseits jedoch eine gegenläufige Wirkung bei der Entformung
bzw. der Wiederaufbereitung des Formsandes zu beobachten war. So sind für eine formgetreue
Wiedergabe zwar gute Benetzungsverhältnisse wichtig, andererseits führt dies unter
Umständen bei der Entformung zu Problemen, da mit der Entnahme des Gussteils auch
Teile der Form oder des Formlinges in Form von feinen Sandpartikeln mitgerissen werden.
Insbesondere zeigten sich bei einem schlechten Benetzungsverhalten des Formsandes
bereits schon im Mischungszustand mit dem teilweise flüssigen Binder nachteilige Effekte,
die zu einer schlechten Wiederverwendbarkeit des verbrauchten Formstoffgemisches führten
(Entmischung, Inhomogenitäten etc.).
[0012] Es war daher überraschend, dass mit dem Zusatz von Aluminiumoxid unter den genannten
problematischen Randbedingungen sowohl die Fliessfähigkeit, das Verfestigungsverhalten
und die Entformbarkeit des Formlings zusammen mit einer wesentlichen Verbesserung
der Gussteiloberfläche erreicht werden konnte. Dies geschah vor dem Hintergrund einer
vielschichtigen physikalischen, chemischen und thermodynamischen Interdependenz der
beteiligten Stoffe und Verfahrensschritte.
[0013] Im folgenden wird die Erfindung anhand mehrerer Ausführungsbeispiele näher erläutert.
[0014] Bei der Herstellung des Formstoffgemisches wurde als Oxid ein Aluminiumoxid mit 99,9%
Reinheit zunächst direkt einer Formstoffmischung zugesetzt und homogen verteilt. Es
zeigte sich, dass homogene Verteilungen in üblichen Formsanden mit mittleren Korngrößen
zwischen 75 und 250 Mikrometern jedoch erst durch wiederholte und langwierige Durchmischungsprozesse
erhalten werden konnten. Um vor allem etablierte Systeme effektiv nutzen zu können,
die auf das Verwenden von flüssigen Bindern in Form von Harzen, Alkoholen, Ölen oder
anorganischen Suspensionen ausgelegt sind, wurde das Oxid zunächst dem Binder zuzugeben,
homogen dispergiert und dann über etablierte Methoden dem Formstoff zugesetzt. Es
wurde gefunden, dass Aluminiumoxide mit einer Korngröße von 1 bis 200 Mikrometern
bei gleich niedrigem Zeitbedarf in einem flüssigen Binder dispergiert und anschließend
eingebracht werden können, wobei eine gleichbleibend gute Homogenität erzielt wird.
Hierbei zeigten die Al
2O
3-Binder-Dispersionen trotz der relativ hohen Dichte (ca. 4g/cm
3) der Al
2O
3-Partikel über mehrere Tage keine Neigung zur Entmischung. Bei Verwendung von Al
2O
3-Partikeln mit einer Partikelgröße von über 200 µm wurden instabile Dispersionen erhalten.
Bei Al
2O
3-Partikeln mit weniger als 1 µm mittlerer Korngröße erhöhte sich die Viskosität der
Dispersion deutlich, was eine nachfolgende Verteilung der Dispersion im Formsand erschwerte
und längere Rührzeiten notwendig machte. Die Al
2O
3-Konzentration lag zwischen 10% und 85% (Gewichtsprozent; alle nachfolgenden Konzentrationsangaben
ebenso).
[0015] Bei der Verwendung von Quarzsand als Formsand konnten in einem mittleren Korngrößenbereich
von 0,05 bis 5 mm stets homogene Mischungen mit flüssigen Bindern hergestellt werden.
Bei Korngrößen oberhalb 5 mm konnte der flüssige Binder leicht durch die Kornzwischenräume
abfließen und ermöglichte Setzbewegungen im Quarzsand, was zu Inhomogenitäten im Gemisch
führte. Bei Korngrößen unterhalb 0,05 mm musste sowohl die Bindermenge als auch die
Rührkraft und Rührzeit während des Vermischens deutlich erhöht werden, um eine sprunghaft
ansteigende Kohäsionskraft zwischen den Sandkörnern zu überwinden und ein homogenes
Gemisch zu erhalten.
[0016] Mit Formstoffgemischen mit Quarzsand als Formsand mit einem mittleren Korngrößenbereich
von 0,05 mm bis 5 mm und einer flüssigen Binderdispersion mit Al
2O
3-Partikeln mit 1 bis 200 µm mittlerer Partikelgröße konnte eine sehr gute, gleichbleibende
Homogenität erzielt werden. Die sehr gute Homogenität zeichnete sich durch eine vollständige
Verteilung der Binderdispersion auf den Quarzkörnern aus, wobei die Quarzkörner von
Binderdispersion bedeckt und durch die Al
2O
3-Partikel gegeneinander beabstandet waren, während verbundene, freie Kornzwischenräume
die für die Trocknung notwendige Gasdurchlässigkeit gewährleisteten.
Fließfähigkeit
[0017] Fließfähigkeit betrifft das Fließverhalten des Formstoffgemisches, während es in
die Form gefüllt wird. Es wird beeinflusst durch die Kohäsion der Formstoffgemisch-Komponenten
untereinander und der Adhäsion des Formstoffs an der Wand der Form. Besonders im Bereich
der trockenen Formstoffgemische, in denen das Verhältnis von Formsand zu Bindemitteln
und Zuschlägen im Bereich von 3 zu 1 - 2 liegen kann, kommen die Eigenschaften der
Zuschläge deutlich zum Tragen.
[0018] Um den Einfluss des Aluminiumoxid-Zuschlags zu ermitteln wurden unterschiedliche
Mischungen aus Formsand und Aluminiumoxid in einem Rührmischer homogenisiert.
Die mittlere Korngröße des Formsands betrug 0,32mm; die Größe der Aluminiumoxidpartikel
betrug 1,5-2,5 Mikrometer; ebenso in den nachfolgenden Versuchen. Anschließend wurde
das Gemisch in einer zylindrischen, vertikal erstreckten Form verdichtet. Die aufrecht
stehende Form wurde nun mit konstanter Kraft vertikal nach oben abgezogen, während
ein ortsfester Stempel das verdichtete Gemisch am Platz fixierte, sodass die Form
nach oben von dem Gemisch abgezogen wurde. Dabei wurde die Zeit t1 ermittelt, die
zum vollständigen Abziehen des Zylinders benötigt wurde. Des weiteren wurde der Zeitpunkt
t2 bestimmt, zu dem das Gemisch durch sein Eigengewicht die zylindrische Form aufbrach
und zu einem Kegel zerfiel. Abschließend wurde der Neigungswinkel Alpha der Kegelflanken
des resultierenden Kegels bestimmt.
Tabelle 1: Versuche zur Fließfähigkeit
| I) jeweils 1,5 kg trockener Formsand |
| Mit 0% Oxid |
Mit 1% Oxid |
Mit 5% Oxid |
Mit 10% Oxid |
Mit 40% Oxid |
| t1 = 4 s |
t1 = 3,9 s |
t1 = 4,1 s |
t1 = 4 s |
t1 = 3,9 s |
| t2 = 3,5 s |
t2 = 3,5 s |
t2 = 3,4 s |
t2 = 3,3 s |
t2 = 3,1 s |
| Alpha= 115 |
Alpha= 118 |
Alpha= 117 |
Alpha= 121 |
Alpha= 141 |
[0019] Die Versuche mit trockenem Formsand zeigten ein Aufbrechen der Form während des Abziehens
des Zylinders. Anschließend schnellte der Zylinder widerstandsfrei nach oben und löste
die Zeitnahme t1 aus. Das Aluminiumoxid bewirkt bei hohem Gehalt an der Gesamtmischung
ein früheres Aufbrechen des Formlings und einen flacheren Winkel der Kegelflanken.
Tabelle2: Versuche zur Fließfähigkeit
| II) jeweils 1,3 kg feuchter Formsand |
| Mit 0% Oxid |
Mit 1 % Oxid |
Mit 5% Oxid |
Mit 10% Oxid |
Mit 40% Oxid |
| t1 = 7 s |
t1 = 6,9 s |
t1 = 7 s |
t1 = 6,8 s |
t1 = 6,7 s |
| t2 = 6,1 s |
t2=6,2s |
t2=6s |
t2=5,8s |
t2=5,6s |
| Alpha= 91 |
Alpha= 94 |
Alpha=96 |
Alpha= 95 |
Alpha= 101 |
[0020] Bedingt durch die Feuchtigkeit ist die Kohäsion unter den Teilchen des Formstoffgemisches
größer und es kommt erst später zu einem Aufbrechen des Formlings. Der Einfluss des
höheren Anteils an Aluminiumoxid fällt etwas geringer aus. Die Fließfähigkeit des
Sandes ist bei allen Mischungen gut.
Tabelle3: Versuche zur Fließfähigkeit
| III) jeweils 1,4 kg feuchter Formsand + Wasserglasbinder (10%) |
| Mit 0% Oxid |
Mit 1 % Oxid |
Mit 5% Oxid |
Mit 10% Oxid |
Mit 40% Oxid |
| t1 = 8,1 s |
t1 = 8 s |
t1 = 7,9 s |
t1 = 7,6 s |
t1 = 7,2 s |
| t2 = 7 s |
t2 = 7 s |
t2 = 6,9 s |
t2 = 6,5 s |
t2 = 6,3 s |
| Alpha= 93 |
Alpha= 97 |
Alpha= 96 |
Alpha= 98 |
Alpha= 107 |
[0021] Der zusätzlich hinzugefügte Wasserglasbinder verstärkt die Kohäsionskräfte zwischen
den Partikeln des Formstoffgemisches. Das Aufbrechen des Formlings ereignete sich
jeweils bei vergleichbarer Höhe an freigelegter Form. Das bedeutet, dass der deutlich
niedrigere Wert für t1 und t2 bei einem Aluminiumoxidgehalt von 40% durch eine höhere
Abzugsgeschwindigkeit und eine verringerte Haftung an der Formwand erklärt werden
kann.
[0022] Die Zunahme der Abzugsgeschwindigkeit mit steigendem Aluminiumoxid-Gehalt und die
flacheren Winkel der Kegelflanken deuten auf eine verringerte Wechselwirkung mit der
Form-Wand und eine bessere Fließfähigkeit hin. Dies wurde in den Versuchen zur Verfestigung
und Trennbarkeit näher untersucht.
Verfestigungsverhalten und Trennbarkeit
[0023] Das Verfestigungsverhalten beschreibt die Fähigkeit eines Formstoffgemisches, eine
Form auszufüllen und dabei seine Teilchen in dichtest möglicher Weise anzuordnen.
Trennbarkeit bzw. Entformbarkeit betrifft die Wechselwirkungen zwischen Formstoffgemisch
und Form. Treten hierbei zu starke Adhäsionskräfte auf, so können bei der Entformung
Teile des Formlings an der Form anhaften und aus dem Formling herausbrechen.
[0024] Zur Überprüfung wurde ein Formsand-Bindergemisch mit einem Binderanteil von 2,5 %
und einem variierten Aluminiumoxidanteil von 10% bzw. 40% sowie 80% im Binder (Gewichtsprozent
bezogen auf den Binder) über eine Kernschießmaschine in eine Form eingeschossen, bis
zur ausreichenden Grünfestigkeit vorgetrocknet und entnommen. Nach der Untersuchung
der Grünlinge auf Fehler wurden diese mit Mikrowellen vollständig zu gebrauchsfertigen
Formlingen getrocknet und abschließend begutachtet.
[0025] Bei der Form handelt es sich um einen riegelförmigen Prüfkörper dessen eine Seite
glatt und dessen andere Seite Profile und Hinterschneidungen mit zunehmender Feinheit
aufweist. Es wurden jeweils 10 Formen hergestellt. Die relative Dichte wurde nach
vollständiger Trocknung unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Dichte des Aluminiumoxids
und des Sandes berechnet.
Tabelle 4: Versuche zum Verfestigungsverhalten und der Trennbarkeit mit je 10 Formlingen
vor und nach abschließender Trocknung
| |
0% Oxid im Binder |
10% Oxid im Binder |
40% Oxid im Binder |
80% Oxid im Binder |
| 1 mm-Profile |
Ja; alle 10 |
Ja; alle 10 |
Ja; alle 10 |
Ja; alle 10 |
| 0,5 mm-Profile |
teilweise: 6 |
Ja; alle 10 |
teilweise: 9 |
teilweise: 9 |
| 0,1 mm-Profile |
teilweise: 2 |
teilweise: 3 |
teilweise: 3 |
teilweise: 4 |
| Mikrometer-Profile |
nein |
nein |
nein |
nein |
| Trockendichte |
standard |
gleich |
gleich |
gleich |
| Weitere Fehler (trocken) |
Ja: 2 im 0,1 mm-Profil |
nein |
nein |
nein |
[0026] Die Mischungen mit Aluminiumoxid-Zusatz zeigen ein gleich bleibend gutes Verfestigungsverhalten.
Alle Prüfkörper weisen die gleiche Packungsdichte auf.
[0027] Die Profiltreue der Formlinge des Formstoffgemisches mit Aluminiumoxid-Zusatz ist
im Bereich der submillimeter-großen Profilierungen deutlich der Mischung ohne Zusatz
überlegen. Dies beweist die bereits in den Versuchen für Fließfähigkeit angedeuteten,
besseren Fließeigenschaften einer Formstoffmischung mit Aluminiumoxidzusatz.
[0028] Die Mischung ohne Zusatz zeigt das Auftreten von Fehlern in der Feinprofilierung
während des Trocknens, während dies bei den erfindungsgemäßen Mischungen nicht der
Fall ist. Im Trocknungsverhalten zeigt die erfindungsgemäße Mischung eine bessere
Beständigkeit des Formstoffgemisches gegen thermische Einwirkungen.
[0029] Zur Überprüfung der verbesserten Beständigkeit gegen thermische Einwirkungen wurden
erfindungsgemäße Formstoffgemische auf Quarzsandbasis gemäß Tabelle 3 hergestellt
und bei unterschiedlichen Bedingungen getrocknet und auf ihre Profiltreue überprüft.
Die verbesserte Beständigkeit gegen thermische Einwirkungen konnte bestätigt werden.
Die Erfinder gehen davon aus, dass die Freiräume im Formstoffgemisch, bedingt durch
die Al
2O
3-Partikel, die die Quarzsandkörner gegeneinander beabstanden, während der Trocknung
den ungehinderten Übergang des Lösungsmittels in die Gasphase erlauben. Ein in einem
Trockenschrank bei 60°C innerhalb von 48 Stunden getrockneter Formling wies jedoch
ein zu hohes Endgewicht auf und zeigte in der mikroskopischen Untersuchung unförmige,
mit einer glasartigen Schicht durchgehend überzogene Binderbrücken und hatte sich
während des Trocknens deutlich gesetzt. Ein bei 80°C Eigentemperatur direkt nach dem
Verschießen mit 5000 Watt Mikrowellenleistung beaufschlagter, explosionsartig getrockneter
Formling zeigte in der mikroskopischen Untersuchung eine schaumartig erstarrte Wasserglasphase
um die Al
2O
3-Partikel herum und hatte sich über die Hohlform hinaus ausgedehnt. Aus den Beobachtungen
bei extrem langsamem und bei explosionsartigem Trocknen erkannten die Erfinder, dass
die Trocknung bei mittlerer Geschwindigkeit über rauhe Verdampfungsstellen erfolgreich
abläuft. Insbesondere an frisch erzeugten Bruchflächen und/oder Bruchkanten erfolgt
die Trocknung offenbar bevorzugt auf den Al
2O
3-Partikeln, wobei das entstehende Gas durch Zwischenräume zwischen den Partikeln in
freie Kornzwischenräume geleitet wird und über die freien Kornzwischenräume aus dem
Formling herausgeführt wird. Deshalb wird erfindungsgemäß dieser Vorgang so gelenkt,
dass die Al
2O
3-Partikel als poröse, geschlossen flächendeckende, gepackte Schicht über den Binder
auf dem einzelnen Quarzsandkorn gehalten werden. Im Bereich der Kornzwickel werden
poröse Binderbrücken ausgebildet, die die Quarzsandkörner miteinander verbinden.
[0030] Untersuchungen der erfindungsgemäßen, gebrauchsfertigen, getrockneten Formlinge der
Mischungen gemäß Tabelle 4 mit Hilfe eines optischen Mikroskops zeigten, dass die
einzelnen Sandkörner vollständig mit einer deckenden Schicht aus Aluminiumoxid-Partikeln
umhüllt und in ihrer Kornmorphologie durch Berge bzw. Täler von etwa der halben Korngröße
der Aluminiumoxidpartikel gekennzeichnet waren. Bei besonders hohen Konzentrationen
an Oxid im Binder konnten dickere Schichten von Oxidpartikeln beobachtet werden.
[0031] Eine Testreihe mit variiertem Oxidgehalt im Binder ergab, dass bei Oxidgehalten ab
10% eine Bedeckung mit Oxidpartikeln beobachtet werden konnte, während bei Gehalten
von 80% bis 90% durch die ansteigende Konzentration in der Gesamtmischung immer mehr
unterschiedlich dick mit Partikeln umhüllte Sandkörner auftraten. Bevorzugt wurde
mit Gehalten von 40% bis 60%, besonders bevorzugt mit 50% an Oxid gearbeitet.
[0032] Im Ergebnis zeigten die Versuche, dass der Zusatz von Aluminiumoxid zu einem Formsand
mit einer überraschenden Verbesserung seiner Fließeigenschaften und einer gesteigerten
Beständigkeit des Formstoffgemisches gegen thermische Einwirkungen verbunden ist.
Verwendung als Gießerei-Formstoffgemisch
[0033] Die erhaltenen Formlinge wurden nun als feinprofilierte Kerne in einem Gießprozess
mit flüssigem Aluminium getestet. Aluminium wurde verwendet, da hier bezüglich der
Verwendbarkeit die größten Zweifel bestanden. Aluminium und Aluminiumoxid sind bereits
seit längerem als Verbundwerkstoffe in Kombination in Verwendung. Daher ist zu erwarten,
dass tragende Haftbrücken zwischen den Oxidpartikeln und dem flüssigen Metall ausgebildet
werden können, die zu einer mit Oxidpartikeln verunreinigten Gussteiloberfläche führen
können.
[0034] Die angefertigten Gussteile zeigten jedoch im Vergleich zu den Standardgussteilen
nach dem Entformen eine deutlich glattere Oberfläche. Die Anzahl der durchschnittlich
anhaftenden Körner pro Quadratzentimeter sank von 47 bis 49 auf 0,4 bis 0,5. Zusätzlich
war die Haftkraft der einzelnen Körner an der Metalloberfläche extrem niedrig, sodass
die Reinigung statt des üblichen Sandstrahlens mit Hilfe von Druckluft oder Ultraschall
erfolgen konnte. Dies eröffnet die Möglichkeit, die abschließende Reinigung der Gussteile
mit Methoden wie z. B. Ultraschallbädern oder auch Druckluftbeaufschlagung durchzuführen,
welche deutlich kostengünstiger und schneller im Vergleich zum üblichen Sandstrahlen
sind. Darüber hinaus wurden die Feinprofilierungen exakt in der im Formling vorgegebenen
Art und Weise ausgeformt.
[0035] Der vorgenannte Effekt lässt sich insbesondere bei der maschinellen Kernherstellung
in Verbindung mit komplizierten Gussteilen nutzen. So sind beispielsweise Oel-Wasserkanäle
mit Hinterschneidungen im Gussteil von Automobil-Verbrennungsmotoren nunmehr mit einer
besonders glatten Oberfläche herstellbar. Eine Nachbehandlung z.B. durch Strahlen
der Gussteile ist nicht mehr erforderlich.
[0036] Bei der Entkernung der Gussteile zeigte sich ein zusätzlicher Effekt: Während die
auf übliche Art und Weise hergestellten Gussteile in einem frequenzregulierten Schwingungsentleerer
etwa 40 Sekunden lang erschüttert und gedreht werden mussten, um eine vollständige
Entkernung zu bewirken, war bei den Gussteilen mit Oxidzusatz die Entkernung bereits
nach 10 Sekunden vollständig abgeschlossen. Eine mikroskopische Untersuchung des entkernten
Sandes zeigte mikroporöse Binderbrücken im Bereich der Kornzwickel, welche bei niederfrequenter
Erschütterung leichter gelöst bzw. gebrochen werden können. Die 4fach beschleunigte
Entkernung konnte bei jedem Prüfkörper wiederholbar festgestellt werden.
[0037] Eine Überprüfung der verbesserten Entkernbarkeit unter Variation von Bindemittelzusammensetzung
und Al
2O
3-Partikelgröße ergab zunächst, dass die verbesserte Entkernbarkeit stets mit den zuvor
beschriebenen Binderbrücken gemeinsam auftrat. Wurde das erfindungsgemäße Verhältnis
der mittleren Korngröße des Formsandes zur mittleren Korngröße der Al
2O
3-Partikel über- oder unterschritten, so verschlechterte sich die Entkernbarkeit, und
die Binderbrücken ließen eine deutlich kompaktere bzw. deutlich porösere aufgebrochene
Struktur erkennen. Die Erfinder gehen davon aus, dass im erfindungsgemäßen Formling
Binderbrücken zwischen den Quarzkörnern, gekennzeichnet durch ein Gerüst aus Al
2O
3-Partikeln, Bindemittel als haftvermittelnder Phase und Poren entlang der Al
2O
3-Partikel-Zwischenräume, optimale Sollbruchstellen darstellen, die bei Erschütterung
nach dem Guss die verbesserte Entkernbarkeit bereitstellen.
[0038] Durch Zugabe von Wasser konnte die Entkernungszeit bei Bindemitteln auf Wasserglasbasis
zusätzlich abgesenkt werden. Dies kann durch eine zusätzliche Schwächung der haftvermittelnden
Phase der Binderbrücken durch Anlösen mit Wasser erklärt werden. Bei der Verringerung
der Al
2O
3-Partikelgröße auf unter 100µm durch Vermahlen von gröberen Al
2O
3-Partikeln wurde festgestellt, dass die Entkernungszeit im Vergleich zu Industrieprodukten
gleicher Korngrößenverteilung 20 % niedriger ausfiel. Die verbesserte Entkernungszeit
bei frisch gemahlenen Al
2O
3-Partikeln führen die Erfinder auf eine verringerte Haftkraft des Binders auf den
frischen Bruchflächen der Partikel und ein besser lösbares Gerüst aus den unregelmäßig
zerkleinerten Partikeln zurück:
[0039] Bei einer maximalen Al
2O
3-Partikelgröße von 2,5 µm wurde bei wässriger Entkernung bei Bindemitteln auf Wasserglasbasis
eine sprunghafte Absenkung der Entkernungszeit festgestellt. Der mit Wasser in Kontakt
gebrachte Kern zerfiel sofort und vollständig und konnte als homogene Suspension weiter
verarbeitet werden. Mikroskopische Untersuchung der Binderbrückenstruktur zeigte,
dass die Binderbrücken zwischen den Al
2O
3-Partikeln Poren von 0,1 µm bis maximal 2,5 µm aufwiesen. Die Erfinder nehmen an,
dass diese Mikroporen eine so starke Kapillarität aufweisen, dass zugesetztes Wasser
stark beschleunigt in die Binderbrücken aufgenommen und verteilt wird, wodurch das
Bindemittel umfassend angelöst und die Stabilität der Binderbrücke schlagartig abgesenkt
wird.
[0040] Abschließend wurde das erfindungsgemäße Formstoffgemisch unter Verwendung von Aluminiumoxiden
geringerer Reinheit mit gleichen, eingestellten Korngrößen wie zuvor beschrieben getestet.
Dabei zeigte sich, dass bei einer Reinheit des Typs AL90,0 und geringer vermehrter
Anhaftungen von Formsand auftraten. Dies wird daher als untere Grenze für den Reinheitsgehalt
des Aluminiumoxids angesehen.
[0041] Im Folgenden werden Oxide, welche in ihrer Morphologie durch Vermahlung, Zerbrechen,
Zerkleinern, Zersprengen, Prallmahlen, Vibrationsmahlen etc. während der Herstellung
eingestellt wurden, als vermahlene Oxide bezeichnet. Es zeigte sich, dass auch mit
vermahlenen Aluminiumoxiden mit einem Reinheitsgrad von 90% die erfindungsgemäßen
Vorteile erzielt werden konnten.
[0042] Zur Begründung der verschiedenen Parameterbereichsgrenzen des eingangs definierten
vermahlenen Aluminiumoxids wurden verschiedene, gemahlene Oxide untersucht. Bei Korngrößen
<1 Mikrometer trat eine Klumpenbildung bei der Vermischung mit wiederaufbereitetem
Kernsand auf. Bei Korngrößen über 200 Mikrometer stellte man fest, dass eine vollständige
Abdeckung des mit Aluminiumoxid zu beschichtenden Kornes nicht zuverlässig erfolgte.
[0043] Ferner wurde festgestellt, dass die feingemahlenen Aluminiumoxide insbesondere in
den Grenzbereichen von 100-200 Mikrometer vorzugsweise unmittelbar nach der Vermahlung
dem Bindemittel zugemischt und verwendet werden müssen, sonst besteht bei einer längeren
Lagerung die Gefahr des Anlösens bzw. der Aluminatbildung. Die Aluminatbildung erfolgt
durch direkten Übergang des Aluminiums aus der oxidischen Oberfläche in die Lösung
in Form eines negativ geladenen Komplexes. Das Aluminium wird im Komplex in Lösung
gehalten, verteilt sich durch Diffusion, und neigt bei längerer Standzeit der Lösung
zur lokalen Agglomeration und zum Ausflocken. Dies erfolgt insbesondere bei erhöhten
Temperaturen wie sie im Gießereibetrieb überall auftreten können. Die Agglomeration
und Ausflockung bewirkt inhomogen veränderte Fließeigenschaften des Binders und macht
eine Verwendung des Bindergemisches unmöglich.
[0044] Zusammenfassend besteht das erfindungsgemäße Gießerei-Formstoffgemisch aus Formsand,
Bindemittel, Zuschlägen und Aluminiumoxid als emulsionsfreiem und damit emissionsfreiem
Zusatz. Es bewirkt eine verbesserte Fließfähigkeit und Beständigkeit gegen thermische
Einwirkungen des Formstoffgemisches, eine erheblich reduzierte Anzahl an anhaftenden
Körnern am fertigen Gussteil, eine reduzierte Haftkraft der anhaftenden Körner am
Gussteil sowie eine deutlich verkürzte Entkernungszeit.
[0045] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines Gießerei-Formstoffgemisches
sieht vor, dass das Aluminiumoxid mit einer Reinheit von > 90% und einer Korngröße
von 1-200 Mikrometer dem Bindemittel unmittelbar zugemischt und verarbeitet wird.
Der Anteil kann dabei zwischen 10 und 85%, bezogen auf die Bindemittelmenge liegen.
[0046] Bei der Verwendung des erfindungsgemäßen Formstoffgemisches bilden sich zwischen
den Sandkörnern mikroporöse Binderbrücken, welche eine schnelleres und einfacheres
Entkernen und abschließendes Reinigen des Gussteils ermöglichen.
1. Form oder Formling für Gießereizwecke, bestehend aus Formsand, Bindemittel und Zuschlägen,
wobei als Formsand Quarzsand und im Bindemittel Aluminiumoxid verwendet wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Quarzsand in einem Korngrößenbereich von 0,05 bis 5 mm und als Zuschlag Aluminiumoxid
mit einer Korngröße von 1 bis 200 Mikrometer verwendet wird, wobei das Aluminiumoxid
frische Bruchflächen oder Bruchkanten aufweist und das mit Aluminiumoxid versehene
Bindemittel auf der Oberfläche des Quarzsandes als deckende Schicht angeordnet ist,
wobei Al2O3-Partikel als poröse, geschlossen flächendeckende, gepackte Schicht über den Binder
auf dem einzelnen Quarzsandkorn gehalten sind und eine im Bindemittel enthaltene Wasserglasphase
an den Berührungsflächen der Quarzkörner zwickelartig zusammengezogen ist und eine
mikroporöse Struktur in den Grenzphasen in Form von porösen Binderbrücken aufweist,
wobei Bindemittel und Quarzsand über die Bruchflächen oder Bruchkanten der Aluminiumoxid-Partikel
in der Struktur des Formlings die mikroporösen Binderbrücken ausbildend miteinander
verbunden sind.
2. Form oder Formling nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein gebrochenes und/oder vermahlenes Aluminiumoxid verwendet wird, dessen Korngröße
im Bereich von 1 bis 100 µm liegt.
3. Form oder Formling nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Porengröße der mikroporösen Struktur im Bereich von 0,1 bis 2,5 µm liegt.
4. Gießerei-Formstoffgemisch zur Herstellung einer Form oder eines Formlings nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, bestehend aus Formsand, Bindemittel und Zuschlägen,
dadurch gekennzeichnet, dass die Zuschläge aus einem frisch gebrochenem oder vermahlenen, emulsionsfreien Aluminiumoxid
in einer Menge > 10%, bezogen auf den Bindemittelanteil bestehend, dass das Aluminiumoxid
mit einer Korngröße zwischen 1 und 200 Mikrometer in einer Menge von 10-65% im Bindemittel
enthalten ist, dass ein Bindemittel auf Wasserglasbasis mit einem Bindemittelgehalt
von 1-10% im Formstoffgemisch enthalten ist und dass als Formsand Quarzsand in einem
Korngrößenbereich von 0,05 bis 5 mm verwendet wird.
5. Gießerei-Formstoffgemisch nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Zuschlagsstoff Aluminiumoxid um ein Alpha-Aluminiumoxid handelt.
6. Gießerei-Formstoffgemisch nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Aluminiumoxid ein reines Aluminiumoxid mit einem Reinheitsgrad von größer 90%
ist.
7. Verfahren zur Herstellung einer Form oder eines Formlings unter Verwendung eines Gießerei-Formstoffes,
bestehend aus Formsand, Bindemitteln und Zuschlägen, dadurch gekennzeichnet, dass als Formsand Quarzsand in einem Korngrößenbereich von 0,05 bis 5 mm verwendet wird,
dass als Zuschlag frisch vermahlenes Aluminiumoxid mit einer Korngröße von 1-200 Mikrometer
in einer Menge von 10-85% Gewichtsprozent des Bindemittels diesem zugesetzt und mit
dem Bindemittel homogen vermischt wird, dass das Bindemittel-Oxidgemisch mit dem Formsand
vermischt und unter Druck in einen Formkasten eingeschossen und verfestigt wird, wobei
das Mischungsverhältnis Bindemittel/Oxid zu Formsand in einem Verhältnis von 1-10
zu 90 gehalten wird und wobei die Trocknung des flüssigen Binders derart erfolgt,
dass zwischen den einzelnen Quarzkörnern mikroporöse Binderbrücken erzeugt werden.
8. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Aluminiumoxid mit einer Ausgangskorngröße > 200 µm auf eine Korngröße < 100 µm
gemahlen oder gebrochen wird und das Mahlprodukt unter Erhalt der erzeugten Bruchflächen
und Bruchkanten zunächst mit dem Binder bei pH > 10 und dann innerhalb von 1 bis 10
Sekunden mit dem Formsand vermischt wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zumischung des vermahlenen Aluminiumoxids zu einem flüssigen Bindemittel erfolgt,
wobei der Anteil des Bindemittel/Oxid-Gemischs an der Gesamtmischung 1,5-4 Gewichtsprozent
beträgt.
10. Verfahren zur Herstellung eines Gussteils unter Verwendung einer Form oder eines Formlings
nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Entkernung des Gussteils eine niederfrequente Schwingung für maximal 10 Sekunden
aufgebracht wird.
11. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die fertigen Gussteile abschließend mit einer Ultraschall-Beaufschlagung von anhaftenden
Sandkörnern befreit werden.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Form oder der Formling durch Zugabe von Wasser in seine Bestandteile zerlegt
wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Verlegung in einer feuchten Umgebung bis auf die Primärkorngröße erfolgt, wobei
die Behandlungszeit vom Beginn der Feuchtigkeitszugabe bis zum vollständigen Zerfall
unterhalb 1 Sekunde liegt.
1. A mould or moulded blank for casting purposes, comprising moulding sand, binding agents
and additives, quartz sand being used as a moulding sand and aluminium oxide being
used in the binding agent, characterised in that the quartz sand is used in a grain size range of from 0.05 to 5 mm and aluminium
oxide with a grain size of from 1 to 200 micrometres being used as an additive, the
aluminium oxide having fresh fracture planes or breaking edges and the binding agent
provided with aluminium oxide being disposed on the surface of the quartz sand as
a covering layer, Al2O3 particles being kept as a porous, closed, surface-covering, packed layer over the
binder on the individual quartz sand grain, and a water glass phase contained in the
binding agent being contracted on the contact surfaces of the quartz grains in a gusset-type
manner, and having a microporous structure in the boundary phases in the form of porous
binder bridges, binding agents and quartz sand being connected to one another such
as to form the microporous binder bridges over the fracture planes or breaking edges
of the aluminium oxide particles in the structure of the moulded blank.
2. The mould or moulded blank according to Claim 1, characterised in that a broken and/or ground aluminium oxide is used, the grain size of which is in the
range of from 1 to 100 µm.
3. The mould or moulded blank according to any of the preceding claims, characterised in that the pore size of the microporous structure is in the range of from 0.1 to 2.5 µm.
4. A casting moulding material mixture for the production of a mould or of a moulded
blank according to any of the preceding claims, comprising moulding sand, binding
agents and additives, characterised in that the additives comprise a freshly broken or ground, emulsion-free aluminium oxide
in a quantity > 10% in relation to the binding agent portion, that the aluminium oxide
with a grain size of between 1 and 200 micrometres is contained in the binding agent
in a quantity of 10-65%, that a binding agent with a water glass base is contained
in the moulding material mixture with a binding agent content of 1-10%, and that quartz
sand with a grain size range of 0.05 to 5 mm is used as a moulding sand.
5. The casting moulding material mixture according to any of the preceding claims, characterised in that the aluminium oxide additive is an alpha aluminium oxide.
6. The casting moulding material mixture according to any of the preceding claims, characterised in that the aluminium oxide is a pure aluminium oxide with a purity grade of greater than
90%.
7. A method for producing a mould or a moulded blank using a casting moulding material
comprising moulding sand, binding agents and additives, characterised in that quartz sand with a grain size range of from 0.05 to 5 mm is used as a moulding sand,
that as an additive freshly ground aluminium oxide with a grain size of from 1-200
micrometres is added in a quantity of 10-85% by weight of the binding agent to the
latter and is mixed homogeneously with the binding agent, that the binding agent/oxide
mixture is mixed with the moulding sand and injected into a moulding box under pressure
and hardened, the binding agent/oxide to moulding sand mix ratio being kept at a ratio
of 1-10 to 90, and the drying of the liquid binder taking place such that microporous
binder bridges are produced between the individual quartz grains.
8. The method according to the preceding claim, characterised in that the aluminium oxide with an initial grain size > 200 µm is ground or broken into
a grain size < 100 µm, and the ground product, keeping the fracture surfaces and breaking
edges produced, is initially mixed with the binder at pH > 10 and is then mixed with
the moulding sand within 1 to 10 seconds.
9. The method according to any of the preceding claims, characterised in that the ground aluminium oxide is mixed to a liquid binding agent, wherein the proportion
of the binding agent/oxide mixture contributing to the overall mixture is 1.5-4 percent
by weight.
10. A method for producing a cast part using a mould or a moulded blank according to any
of the preceding claims, characterised in that in order to remove the core of the cast part, low-frequency vibration is applied
to it for maximum 10 seconds.
11. The method according to the preceding claim, characterised in that the finished cast parts are finally freed of adhering grains of sand by subjecting
to ultrasound.
12. The method according to any of Claims 9 to 10, characterised in that the mould or the moulded blank is broken up into its component parts by adding water.
13. The method according to any of Claims 9 to 11, characterised in that the breaking-up into the primary grain size takes place in a moist environment, wherein
the handling time from starting to add moisture until total break-up is less than
1 second.
1. Forme ou pièce brute pour utilisation en fonderie, comprenant de la potée, de liants
et d'agrégats, en utilisant de la silice comme potée et de l'oxyde d'aluminium dans
le liant, caractérisée en ce que la silice est utilisée avec une taille du grain entre 0,05 et 5 mm et comme agrégat
on utilise l'oxyde d'aluminium avec une taille du grain entre 1 et 200 micromètres,
en ayant l'oxyde d'aluminium de surfaces de rupture ou de bordures de rupture et en
étant le liant contenant l'oxyde d'aluminium aligné comme couche couvrant sur la surface
de la silice, et caractérisée en ce que une verre soluble contenue dans le liant est contractée sur les surfaces de contact
des graines de silice sous forme de gousset, et en ayant une structure microporeuse
dans les phases de limitation sous forme de ponts poreux de liaison, en étant le liant
et la silice connectés l'un avec l'autre par les surfaces de rupture et / ou par les
bordures de rupture des particules en oxyde d'aluminium dans la structure de la pièce
brute en formant de ponts de liaison microporeux.
2. Forme ou pièce brute selon revendication 1, caractérisée en ce que on utilise un oxyde d'aluminium rompu et / ou pulvérisé dont la taille du grain est
entre 1 et 100 im.
3. Forme ou pièce brute selon une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la taille de pores de la structure microporeuse est entre 0,1 et 2,5 im.
4. Mixture de matière formant pour fonderie pour la production d'une forme ou d'une pièce
brute selon une des revendications précédentes, étant constituée de silice, de liant
et d'agrégats, caractérisée en ce que les agrégats sont constitués d'oxyde d'aluminium récemment rompu ou pulvérisé sans
contenu d'émulsion dans une quantité > 10 % par rapport au contenu du liant, caractérisée en ce que l'oxyde d'aluminium avec une taille du grain entre 1 et 200 micromètres est contenu
dans le liant avec une quantité entre les 10 et les 65 %, en étant contenu un liant
sur la base de verre soluble avec un contenu de liant entre les 1 et les 10 % dans
une mixture de matière formant et caractérisée en ce que comme sable formant on utilise la silice avec une taille du grain entre 0,05 et 5
mm.
5. Mixture de matière formant pour fonderie pour la production d'une forme ou d'une pièce
brute selon une des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'agrégat d'oxyde d'aluminium est un oxyde d'aluminium du type alpha.
6. Mixture de matière formant pour fonderie pour la production d'une forme ou d'une pièce
brute selon une des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'oxyde d'aluminium est un oxyde d'aluminium pur ayant un degré de pureté supérieur
aux 90 %.
7. Procédée pour la production d'une forme ou d'une pièce brute, en utilisant une mixture
de matière formant pour fonderie, constituée de sable formant, de liants et d'agrégats,
caractérisée en ce que comme sable formant on utilise de la silice avec une taille de grain entre 0,05 et
5 mm, caractérisée en ce que comme agrégat on ajoute de l'oxyde d'aluminium pulvérisé frais, ayant une taille
du grain entre 1 et 200 micromètres, dans une quantité entre les 10 et les 85 % du
poids du liant pour le mélanger de manière homogène avec le liant, caractérisée en ce que on mélange la mixture d'oxyde et le liant avec le sable formant, en fermant la mixture
dans un armoire de forme pour la solidifier, en maintenant la relation de mixture
du liant / oxyde et du sable formant dans un rapport de 1 - 10 jusqu'à 90 et en exécutant
le séchage du liant liquide en telle façon que on produit de ponts de liaison poreux
entre les graines du quartz.
8. Procédée selon une de revendications précédentes, caractérisée en ce que l'oxyde d'aluminium est pulvérisé ou rompu avec une taille du grain de départ de
> 200 im pour achever une taille du grain < 100 im et que le produit pulvérisé est
mélangé au début avec le liant avec un PH > 10 en obtenant les surfaces de rupture
et les bordures de rupture produites et puis avec le sable formant entre 1 et 10 seconds.
9. Procédée selon une de revendications précédentes, caractérisée en ce que la mixture additionnelle de l'oxyde d'aluminium pulvérisé est exécutée avec un liant
liquide, en achevant une partie de la mixture entre le liant et l'oxyde de 1,5-4 pourcent
du poids de la mixture complète.
10. Procédée pour la production d'un produit fondu en utilisant une forme ou une pièce
brute selon une de revendications précédentes, caractérisée en ce que pour le dénoyautage du produit fondu on utilise une oscillation de fréquence basse
pour une durée maximale de 10 seconds.
11. Procédée selon une de revendications précédentes, caractérisée en ce que les produits fondus finis en fin sont libérés des grains du sable adhérents par un
traitement ultrasonique.
12. Procédée selon une de revendications 9 à 10, caractérisée en ce que la forme ou la pièce brute est décomposée en ajoutant de l'eau à ses composants.
13. Procédée selon une de revendications 9 à 11, caractérisée en ce que la décomposition est exécutée dans un milieu humide jusqu'à qu'on achève la taille
du graine primaire, en étant la durée de traitement depuis le début de l'ajoute de
l'humidité jusqu'à la décomposition complète inférieure à 1 second.