[0001] Die Erfindung liegt auf dem Gebiete der Weiterverarbeitung von Druckprodukten und
betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung nach den Oberbegriffen der entsprechenden,
unabhängigen Patentansprüche. Verfahren und Einrichtung dienen zum seriellen Zuführen,
Öffnen und Ablegen von gefalteten Druckprodukten.
[0002] Gefaltete Druckprodukte weisen eine Falzkante und eine der Falzkante gegenüberliegende,
offene Kante auf. Sie weisen zwei Produkteteile auf, die an der Falzkante miteinander
verbunden sind, und das gefaltete Druckprodukt kann durch Auseinanderbewegen der beiden
Produkteteile von der offenen Kante her geöffnet werden.
[0003] Es ist bekannt, gefaltete Druckprodukte nacheinander beispielsweise einer Weiterverarbeitung
zuzuführen, wobei die Druckprodukte mit nachlaufenden Falzkanten (z.B. zwischen zwei
Pressbändern eingeklemmt) zugeführt und nacheinander gegen unten mit ihren offenen
Kanten voraus aus einem (z.B. durch zwei einander gegenüberliegende Umlenkrollen der
Pressbänder gebildeten) Klemmspalt ausgestossen werden, wobei jedes Druckprodukt während
dem Ausstossen aus dem Klemmspalt (z.B. durch Fixierung mindestens eines Produkteteils
im Bereich des Umfangs der Umlenkrollen) mindestens teilweise geöffnet wird und wobei
jedes geöffnete Druckprodukt, sobald seine Falzkante den Klemmspalt verlassen hat,
auf eine Auflage (z.B. sattelförmige Auflage mit parallel zum Klemmspalt ausgerichteter
Sattellinie) fällt, um auf der Auflage aufliegend weitergefördert (z.B. durch entsprechende
Förderung der Auflage) und gegebenenfalls weiterverarbeitet (z.B. mit anderen gefalteten
Druckprodukten vereinigt und/oder geheftet) zu werden.
[0004] Gefaltete Druckprodukte, die nicht genau mittig gefaltet sind, so dass der eine Produkteteil
an der offenen Kante über den anderen Produkteteil vorsteht (Vorfalz) werden üblicherweise
dadurch geöffnet, dass der vorstehende und damit zuerst aus dem Klemmspalt austretende
Produkteteil an seiner vorlaufenden Kante mittels Greifer erfasst und vom anderen
Produkteteil weg geführt wird. Sobald die vorlaufende Kante des vorstehenden Produkteteils
genügend vom anderen Produkteteil beabstandet ist, kann auch der andere Produkteteil
zum weiteren Öffnen des Druckproduktes an seiner vorlaufenden Kante erfasst und in
die entgegengesetzte Richtung geführt werden. Je nach Eigensteifigkeit der beiden
Produkteteile und je nach Adhäsion zwischen diesen Produkteteilen werden die Druckprodukte
auch problemlos geöffnet, ohne dass die vorlaufende Kante des nicht vorstehenden Produkteteils
erfasst wird. Gefaltete Druckprodukte, die nur aus einem einzigen, gefalteten Bogen
bestehen, oder mehrfach gefaltete Druckprodukte können auch mit Hilfe von Saugeinrichtungen
geöffnet werden, während das Druckprodukt aus dem Klemmspalt geschoben wird. Solche
Saugeinrichtungen wirken auf die Aussenseite mindestens des einen Produkteteiles.
Auch ein mittig gefaltetes solches Produkt kann durch Saugen geöffnet werden.
[0005] Eine Weiterverarbeitung, die auf ein Zuführen, Öffnen und Ablegen in der oben kurz
beschriebenen Weise folgt, kann nur ohne vorgängige Ausrichtung der Druckprodukte
auf den Auflagen problemlos und genau durchgeführt werden, wenn die Druckprodukte
mit einer hohen Genauigkeit in immer derselben Art und Weise auf der Auflage abgelegt
werden. Für das Ablegen auf sattelförmigen Auflagen ist es insbesondere wichtig, dass
die Falzkante jedes abgelegten Druckproduktes genau über der Sattellinie der Auflage
liegt und auf diese ausgerichtet ist. Sollen beispielsweise gefaltete Bogen nacheinander
auf sattelförmige Auflagen abgelegt werden und dann eine Mehrzahl von derart gesammelten
Bogen auf der sattelförmigen Auflage an den Falzkanten geheftet werden, ist es wichtig,
dass die Falzkanten aller Bogen genau aufeinander und genau über der Sattellinie liegen,
denn nur so ist eine genaue Heftung möglich.
[0006] Ein genaues Ablegen der Druckprodukte wird insbesondere dann schwierig, wenn die
Auflagen im wesentlichen kontinuierlich unter dem Klemmspalt hindurch gefördert werden,
während der Klemmspalt stationär ist. In einem solchen Falle bewegt sich die Sattellinie
relativ zum Klemmspalt, während ein Druckprodukt im wesentlichen ungeführt gegen die
Auflage fällt und dort abgelegt wird.
[0007] Das genannte Problem tritt weniger auf bei Vorrichtungen, in denen die Druckprodukte
nicht durch Ausstossen aus einem Klemmspalt sondern an ihren Falzkanten durch Greifer
gehalten zugeführt werden, denn es ist einfacher, die Druckprodukte von den Greifern
gehalten, das heisst geführt, näher an die Auflage heranzubringen und auch den Auflagen
nachzuführen, als dies mit dem Klemmspalt möglich ist. Bei der Greiferzuführung müssen
aber für das Öffnen der Druckprodukte von der Zuführungsvorrichtung im wesentlichen
unabhängige Massnahmen zur Führung der freien Kanten der Produkteteile vorgesehen
werden, was insbesondere für die Verarbeitung von sehr flexiblen und leichten (durch
Luftzug leicht beeinflussbaren) Druckprodukten zu aufwändigen Vorrichtungsteilen führen
kann.
[0008] Um die genannte hohe Ablagegenauigkeit auch mit dem Klemmspaltverfahren erreichen
zu können, wird in der Publikation
DE-19638448 (Grapha-Holding) beispielsweise vorgeschlagen, die sattelförmigen Auflagen, die im wesentlichen kontinuierlich
unter dem Klemmspalt vorbeigefördert werden, während dieser Vorbeiförderung um eine
Achse zu verschwenken, wobei die Achse parallel zu Sattellinie und Klemmspalt ausgerichtet
ist und unter der Sattellinie positioniert ist. Die Verschwenkung wird dabei derart
gesteuert, dass die Sattellinie für eine längere Zeit genau unter dem Klemmspalt positioniert
bleibt und das gefaltete Druckprodukt während dieser Zeit auf die Auflage fallen kann.
Der Nachteil dieser Massnahme besteht darin, dass zwar die Ausrichtung von Sattellinie
und Klemmspalt über einen gewissen Zeitraum unverändert bleibt, dass sich dabei aber
durch die Verschwenkung die Distanz zwischen Sattellinie und Klemmspalt und insbesondere
die räumliche Orientierung der sattelförmigen Auflage verändern, was wiederum zu Ablageungenauigkeiten
führen kann.
[0009] Die Erfindung stellt sich nun die Aufgabe, ein Verfahren und eine Einrichtung zum
Zuführen, Öffnen und Ablegen von Druckprodukten zu schaffen, die auf bekannten Verfahren
und Einrichtungen derselben Art und auf den damit verbundenen, einfachen Öffnungsverfahren
basieren, mit denen aber die Ablagegenauigkeit dieser bekannten Verfahren und Einrichtungen
erhöht werden kann.
[0010] Diese Aufgabe wird gelöst durch das Verfahren und die Einrichtung, wie sie in den
Patentansprüchen definiert sind.
[0011] Die Grundidee des erfindungsgemässen Verfahrens ist eine Kombination einer Zuführung
und Öffnung mittels Klemmspalt mit einer Zuführung, in der die Falzkanten gehalten
und gegebenenfalls einer sich relativ zum Klemmspalt bewegenden Auflage nachgeführt
werden.
[0012] Im erfindungsgemässen Verfahren werden also die Druckprodukte nacheinander vorzugsweise
eingeklemmt zwischen zwei Fördermitteln von oben gegen einen Klemmspalt zugeführt,
wobei die Falzkanten der Druckprodukte nachlaufend sind.
[0013] Beim Austritt der vorlaufenden, offenen Kante jedes Druckprodukts aus dem Klemmspalt
wird das Druckprodukt geöffnet dadurch, dass mindestens einer der Produkteteile erfasst
und vom anderen Produkteteil weg bewegt wird. Bevor die nachlaufende Falzkante den
Klemmspalt erreicht, wird auch diese erfasst und nach dem Austritt aus dem Klemmspalt
wird die Falzkante gehalten gegen die Auflage geführt, um erst unmittelbar über der
Auflage aus ihrer Gehaltenheit entlassen zu werden. Die Richtung, in der die Falzkante
nach ihrem Austritt aus dem Klemmspalt geführt wird, ist primär gegen unten gerichtet
und kann sekundär auch eine Komponente aufweisen, die parallel zur Förderrichtung
der Auflage ausgerichtet ist.
[0014] Zum Erfassen der nachlaufenden Falzkanten der zugeführten Druckprodukte, bevor die
genannte Kante den Klemmspalt verlässt, und zum Führen dieser Kante, wenn sie den
Spalt verlassen hat, bis unmittelbar über die Auflage, weist die erfindungsgemässe
Einrichtung mindestens ein Greifelement auf, das mit einem den Klemmspalt bildenden
Zuführungsmittel und einem Öffnungsmittel sowie gegebenenfalls mit der Auflage synchronisiert
angetrieben wird. Ferner weist die erfindungsgemässe Einrichtung Steuermittel auf,
mit denen das mindestens eine Greifelement vor dem Klemmspalt zum Ergreifen eines
Druckproduktes aktiviert (geschlossen) und unmittelbar über der Auflage zum Entlassen
des Druckproduktes deaktiviert (geöffnet) wird. Insbesondere vorteilhaft ist es, eine
Mehrzahl von umlaufend angeordneten Greifelementen vorzusehen, wobei die Umlaufbahn
der Greifelemente mindestens unmittelbar vor dem Klemmspalt der durch das Zuführungsmittel
und den Klemmspalt definierten Bahn der Druckprodukte bzw. deren Falzkanten entspricht.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemässen Einrichtung sind die
Greifelemente direkt gekoppelt mit dem Zuführungsmittel und dem Öffnungsmittel, das
heisst, sie laufen um dieselbe Achse wie eine den Klemmspalt auf der einen Seite begrenzende
Umlenkrolle des Zuführungsmittels und gegebenenfalls wie ein Mittel zum Ergreifen
der vorlaufenden Kante des einen Produkteteils.
[0016] In der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Auflage eine im wesentlichen
kontinuierlich unter dem Klemmspalt vorbeigeförderte, sattelförmige Auflage mit einer
parallel zum Klemmspalt ausgerichteten Sattellinie, wobei eine Mehrzahl solcher Auflagen
(z.B. Sammeltrommel, Umlaufsystem oder lineare Sammlestrecke) vorgesehen sind und
diese mit vorteilhafterweise quer zur Förderrichtung ausgerichteten Sattellinien hintereinander
gefördert werden. Dies ist aber keine Bedingung für die Erfindung. Die Auflage kann
beispielsweise auch eine flache Auflage sein, auf der die Druckprodukte völlig geöffnet
abgelegt werden, oder es kann sich um eine sattelförmige Auflage mit einer auf den
Klemmspalt ausgerichteten Sattellinie handeln, die aber relativ zum Klemmspalt eine
sich nicht verändernde Position und Ausrichtung hat und auf der ein abgelegtes Druckprodukt
durch Schieber vom Bereich des Klemmspaltes weiter gefördert wird.
[0017] Das Zuführungsmittel mit Klemmspalt ist gemäss der bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung ein Paar von Pressbändern, die die Druckprodukte eingeklemmt zuführen, wobei
zwei das Fördertrum der Bänder beendende Umlenkrollen den Klemmspalt definieren und
mindestes eine davon gegebenenfalls in an sich bekannter Weise für das Öffnen der
Druckprodukte mit an den vorlaufenden Kanten der Druckprodukteteile angreifenden Greifern
oder mit einer entsprechenden Saugeinrichtung ausgerüstet ist. Auch dies ist für die
Erfindung keine Bedingung. Die Zuführung kann in irgend einer Weise realisiert sein,
derart, dass die gefalteten Druckprodukte nacheinander und mit nachlaufenden Falzkanten
im wesentlichen von oben gegen unten zugeführt und durch einen Klemmspalt ausgestossen
werden.
[0018] Das erfindungsgemässe Verfahren und beispielhafte Ausführungsformen der erfindungsgemässen
Einrichtung werden anhand der folgenden Figuren im Detail beschrieben. Dabei zeigen:
- Figur 1
- Der Bereich des Klemmspaltes einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemässen
Einrichtung zur Illustration des erfindungsgemässen Verfahrens (Phasen a bis e);
- Figur 2
- eine erste, beispielhafte Ausführungsform der erfindungsgemässen Einrichtung;
- Figuren 3 bis 5
- Klemmspaltbereiche weiterer, beispielhafter Ausführungsformen der erfindungsgemässen
Einrichtung.
[0019] Figur 1 zeigt aufeinanderfolgende Phasen a bis e der Zuführung, Öffnung und Ablegung eines
Druckproduktes nach dem erfindungsgemässen Verfahren. Dargestellt ist der Bereich
des Klemmspalts 1 einer Einrichtung gemäss Erfindung, wobei der Klemmspalt durch zwei
gegeneinander pressbare Umlenkrollen 2 und 3 der zufuhrenden Pressbänder 4 und 5 gebildet
wird. Das einzige, dargestellte Druckprodukt 6 weist einen Vorfalz auf, das heisst
der gegen das Pressband 5 gewandte Druckprodukteteil 6.1 ist etwas länger als der
andere Produkteteil 6.2. Unter dem Klemmspalt 1 werden sattelförmige Auflagen 7 (nur
eine dargestellt) vorbeigefördert, wobei die senkrecht zur Zeichnungsebene ausgerichteten
Sattellinien immer parallel zum Klemmspalt 1 ausgerichtet sind und wobei die Förderrichtung
der Auflagen 7 senkrecht zur Ausrichtung von Klemmspalt 1 und Sattellinien von der
Klemmspaltseite der Umlenkrolle 3 zur Klemmspaltseite der Umlenkrolle 2 gerichtet
ist. Die Geschwindigkeiten der Pressbänder 4 und 5 bzw. die Umfangsgeschwindigkeiten
der beiden Umlenkrollen 2 und 3 sind gleich gross.
[0020] Im wesentlichen auf die Bahn des Pressbandes 5 um die Umlenkrolle 3 ausgerichtet
laufen in im wesentlichen bekannter Art und Weise Greifelemente 10 zum Ergreifen der
vorlaufenden Kante des längeren Druckprodukteteils 6.1 um. In im wesentlichen derselben
Weise laufen auf die Bahn des Pressbandes 4 um die Umlenkrolle 2 ausgerichtet Greifelemente
11 zum Ergreifen der nachlaufenden Falzkanten 6.3 der Druckprodukte um. Die Pressbänder
4 und 5 und ihre Umlenkrollen 2 und 3 sind beispielsweise schmaler als die zu handhabenden
Druckprodukte und diese ragen beidseitig zwischen den Pressbändern 4 und 5 hervor,
so dass sie in diesen hervorragenden Bereichen von den Greifelementen 11 ergriffen
werden können. Es ist aber auch möglich, jedes Pressband als eine Mehrzahl von voneinander
beabstandeten Teilbändern auszugestalten und die Greifelemente 11 zwischen den Teilbändern
an den Druckprodukten angreifen zu lassen.
[0021] In Phase a des Verfahrens befindet sich das ganze Druckprodukt 6 noch in der Zuführung
(oberhalb des Klemmspalts), das heisst es wird zwischen den Pressbändern 4 und 5 eingeklemmt
gegen unten und gegen den Klemmspalt 1 gefördert, wobei die Falzkante 6.3 die nachlaufende
Kante ist. Die Zuführungsrichtung ist senkrecht gegen unten gerichtet.
[0022] In Phase b haben die vorlaufenden Kanten beider Druckprodukteteile 6.1 und 6.2 den
Klemmspalt 1 bereits passiert und unmittelbar nach dieser Passage oder während dieser
Passage ist die vorlaufende Kante des Druckprodukteteils 6.2 vom Greifelement 10 erfasst
worden und wird im dargestellten Moment entlang der Bahn des Greifelements 10, die
dem Umfang der Umlenkrolle 3 entspricht, geführt und dadurch vom anderen Druckprodukteteil
beabstandet, das heisst, das Druckprodukt wird geöffnet. Zur Öffnung des Druckproduktes
bzw. zur Beabstandung der beiden Druckprodukteteile voneinander trägt auch die Tatsache
bei, dass eine Verbindungslinie zwischen den Achsen der Umlenkrollen 2 und 3 nicht
senkrecht auf der zuführungsrichtung steht. Dadurch wird das Druckprodukt, wenn es
durch den Klemmspalt 1 gestossen wird von der Zuführungsrichtung in die Richtung einer
Berührungstangente zwischen den beiden Umlenkrollen (senkrecht zur Verbindungsgeraden)
gebogen, wodurch der nicht von einem Greifelement gehaltene Druckprodukteteil 6.2
etwas vom gehaltenen Druckprodukteteil 6.1 weggebogen wird.
[0023] In Phase c ist das Druckprodukt 6 derart weit aus dem Klemmspalt 1 vorgeschoben,
dass der im wesentlichen senkrecht nach unten hängende Druckprodukteteil 6.2 das Niveau
der Sattellinie der Auflagen 7 erreicht hat, wobei der Druckprodukteteil 6.1 durch
die Führung entlang der Bahn der Greifelemente 10 über diesem Niveau gehalten wird.
Die nachlaufende Falzkante 6.3 ist kurz vor dem Klemmspalt 1 angelangt und wird vom
Greifelement 11 ergriffen und durch den Klemmspalt 1 begleitet.
[0024] In Phase d ist der Druckprodukteteil 6.2 sicher auf der vorlaufenden Seite der Auflage
7 positioniert und der Druckprodukteteil 6.1 durch Loslassen durch das Greifelement
10 auf der nachlaufenden Seite der Auflage. Die Falzkante 6.3 ist immer noch durch
das Greifelement 11 gehalten und wird entlang der Bahn dieses Greifelementes, die
dem Umfang der Umlenkrolle 2 im wesentlichen entspricht, einerseits gegen unten, also
gegen die Sattellinie der Auflage 7 und andererseits in der Förderrichtung der Auflage
7 dieser nachgeführt.
[0025] In Phase e hat das Greifelement 11 den untersten Punkt (Entlassungsstelle) seiner
Umlaufbahn erreicht. Dabei ist die Förderung der Auflagen und die Bahn und Bewegung
des Greifelementes 11 derart aufeinander abgestimmt, dass in diesem Moment die dem
Druckprodukt zugeordnete Auflage senkrecht unter dem Greifelement 11 angeordnet und
von diesem möglichst wenig beabstandet ist. Das Greifelement 11 wird in diesem Moment
deaktiviert, bzw. geöffnet, so dass das Druckprodukt im wesentlichen ohne freien Fall
auf die entsprechend positionierte Auflage 7 abgelegt wird.
[0026] Selbstverständlich wird nicht wie in der Figur 1 dargestellt nur ein Druckprodukt
zugeführt, geöffnet und abgelegt sondern viele Druckprodukte werden mit möglichst
kleinen Abständen voneinander zugeführt und eines nach dem anderen wird geöffnet und
auf eine ihm zugeordnete Auflage 7 einer Mehrzahl von hintereinander im wesentlichen
kontinuierlich unter dem Klemmspalt vorbei geförderten Auflagen abgelegt. In Phase
e wäre also beispielsweise ein Folgeprodukt einzuzeichnen, das gerade etwa Phase b
durchläuft und ein weiteres Folgeprodukt, das etwa Phase a durchläuft. Ferner wären
vorlaufende, auf vorlaufenden Auflagen abgelegte Druckprodukte darzustellen.
[0027] Wie aus den Phasen a bis e der Figur 1 hervorgeht, sind die Greifelemente 11 nicht
nur aktivierbar bzw. deaktivierbar sondern sie sind auch relativ zu ihrer Umlaufbahn
verschwenkbar anzuordnen mindestens in dem Bereich ihrer Umlaufbahn, in dem sie die
Falzkante des zugeordneten Druckproduktes halten. Im Bereich des Klemmspaltes sind
sie auf einen tangential zur ihrer Umlaufbahn ausgerichteten Druckprodukteteil auszurichten,
im Bereich der Entlassung auf einen radial zu ihrer Umlaufbahn ausgerichteten Druckprodukteteil.
[0028] Wie bereits weiter oben erwähnt, können zum Öffnen des Druckproduktes nicht nur im
Bereich der Umlenkrolle 3 sondern auch im Bereich der Umlenkrolle 2 Greifmittel für
vorlaufende Kanten vorgesehen werden. Für das Öffnen der Druckprodukte kann von den
Umlenkrollen 2 und 3 auch mindestens die eine zum Ansaugen eines Produkteteils ausgerüstet
sein.
[0029] Figur 2 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemässen Einrichtung, deren Klemmspaltbereich
beispielsweise dem in der Figur 1 dargestellten Klemmspaltbereich entspricht. Die
Druckprodukte (nicht dargestellt) werden beispielsweise ab Anleger (nicht dargestellt)
in einer Zuführungsrichtung Z auf das Pressband 4 gefördert und, bevor sie zwischen
den Pressbändern 4 und 5 eingeklemmt werden, mittels umlaufender Ausrichtnocken 20
in Förderrichtung ausgerichtet (Einstellung genauer Abstände zwischen aufeinanderfolgenden
Druckprodukten). Die aus dem Klemmspalt 1 ausgestossenen Druckprodukte werden beispielsweise
auf die sattelförmigen Auflagen einer Sammeltrommel 21 abgelegt.
[0030] Figur 3 zeigt den Klemmspaltbereich einer weiteren, beispielhaften Ausführungsform der erfindungsgemässen
Einrichtung. Diese unterscheidet sich vom in Figur 1 dargestellten Klemmspaltbereich
dadurch, dass die Zuführung nicht senkrecht sondern in der Richtung der Förderung
der Auflagen 7 schief nach unten führt. Ferner weist die Umlenkrolle 2 vier Greifmittel
11 zur Erfassung der nachlaufenden Falzkanten auf und die Umlenkrolle 3 zwei Greifmittel
10 für die Erfassung von vorlaufenden Kanten (Verhältnis der Umlenkrollendurchmesser
2:1), während gemäss Figur 1 drei Greifmittel 11 und zwei Greifmittel 10 vorgesehen
sind (Umlenkrollendruchmesser 3:2).
[0031] Figur 4 zeigt den Klemmspaltbereich einer weiteren, beispielhaften Ausführungsform der erfindungsgemässen
Einrichtung. Hier wird der Klemmspalt 1 nicht durch zwei Umlenkrollen sondern durch
eine Umlenkrolle 2 und ein im wesentlichen geradlinig verlaufendes Pressband 5 gebildet.
Die Umlaufbahn (strichpunktierte Linie U) der Greifmittel 11 zum Erfassen der nachlaufenden
Falzkanten entspricht nicht dem Umfang einer Umlenkrolle sondern weist einen im wesentlichen
geradlinigen Bereich auf zwischen Klemmspalt 1 und tiefstem Punkt (Entlassungsstelle),
wo die Abgabe stattfindet. Dadurch wird es möglich, die Geschwindigkeit der Greifmittel
11 genau an die Geschwindigkeit der kontinuierlich geförderten Auflagen 7 anzupassen,
derart, dass die einzige Relativbewegung zwischen gehaltener Falzkante eines abzulegenden
Druckprodukts und Auflage eine senkrecht gegen unten gerichtete Bewegung ist.
[0032] Figur 5 zeigt ebenfalls den Klemmspaltbereich einer weiteren, beispielhaften Ausführungsform
der erfindungsgemässen Einrichtung. Auch in diesem Falle entspricht die Umlaufbahn
(strichpunktierte Linie U) der Greifelemente 11 zum Ergreifen der nachlaufenden Falzkanten
der Druckprodukte nicht dem Umfang einer der Umlenkrollen 2 oder 3 sondern weist zwischen
Klemmspalt 1 und tiefstem Punkt (Entlassungsstelle), wo die Abgabe stattfindet, einen
geradlinigen Bereich auf, der in diesem Falle die Richtung der Zuführung geradlinig
fortsetzt. Diese Ausführungsform des Klemmspaltbereichs eignet sich insbesondere für
das Ablegen auf einer stationären Auflage 7. Jedes auf dieser Auflage abgelegte Druckprodukt
wird nach dem Ablegen und vor dem Ablegen eines Folgeproduktes beispielsweise durch
entsprechend angeordnete Schieber (nicht dargestellt) senkrecht zur Zeichnungsebene
verschoben, derart, dass aus einem weiteren Klemmspalt darauf ein weiteres Druckprodukt
abgelegt werden kann und/oder dass es in einer geeigneten Weise bearbeitet werden
kann.
[0033] Im Klemmspalt 1 gemäss Figur 5 werden die Druckprodukte nicht gebogen, wie dies für
die Figur 1 beschrieben worden ist. Hier steht die Richtung, in der die Druckprodukte
gegen den Klemmspalt zugeführt werden, und auch die Richtung, in der die nachlaufenden
Falzkanten vom Klemmspalt weg geführt werden, senkrecht auf der Verbindungslinie zwischen
den Achsen der beiden Umlenkrollen 2 und 3, das heisst, diese beiden Richtungen liegen
auf der Berührungstangente der beiden Umlenkrollen.
1. Verfahren zum Zuführen, Öffnen und Ablegen von gefalteten Druckprodukten (6), wobei
die Druckprodukte (6) nacheinander mit nachlaufenden Falzkanten (6.3) von oben zugeführt
und durch einen Klemmspalt (1) ausgestossen werden, wobei die Druckprodukte (6) während
des Ausstossens durch Erfassen mindestens eines Produkteteils (6.1, 6.2) geöffnet
und in mindestens teilweise geöffnetem Zustand über einer Auflage (7) positioniert
werden und wobei die Druckprodukte (6) nach dem Austreten der nachlaufenden Falzkante
(6.3) aus dem Klemmspalt (1) auf der Auflage (7) abgelegt werden, dadurch gekennzeichnet, dass die nachlaufende Falzkante (6.3) der Druckprodukte (6) ergriffen wird, bevor diese
Falzkante (6.3) aus dem Klemmspalt (1) geschoben wird, und dass die nachlaufende Falzkante
(6.3) vom Klemmspalt (1) gegen die Auflage (7) gehalten geführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl von sattelförmigen Auflagen (7) vorgesehen ist, wobei jede Auflage
(7) eine parallel zum Klemmspalt (1) ausgerichtete Sattellinie aufweist, wobei die
Auflagen (7) nacheinander im wesentlichen kontinuierlich unter dem Klemmspalt (1)
vorbeigefördert werden und wobei die nachlaufenden Falzkanten (6.3) der Druckprodukte
(6) den Sattellinien der Auflagen (7) gehalten nachgeführt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckprodukte (6) beim Ausstossen aus dem Klemmspalt (1) gebogen werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckprodukte (6) während der Zuführung in einer Zuführungsrichtung (Z) ausgerichtet
werden.
5. Einrichtung zum Zuführen, Öffnen und Ablegen von gefalteten Druckprodukten (6), welche
Einrichtung ein Zuführungsmittel mit Klemmspalt (1), ein Mittel zum Öffnen der Druckprodukte
und mindestens eine Auflage (7) aufweist, wobei das Zuführungsmittel für eine Zuführung
der Druckprodukte (6) von oben gegen den Klemmspalt (1) und für ein Ausstossen der
Druckprodukte (6) aus dem Klemmspalt (1) ausgerüstet ist, wobei das Öffnungsmittel
für ein Erfassen mindestens eines Produkteteils (6.1, 6.2) ausgerüstet ist und wobei
die Auflage (7) unterhalb des Klemmspalts (1) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung ferner mindestens ein Greifelement (11) aufweist, das für das Ergreifen
der nachlaufenden Falzkanten (6.3) der Druckprodukte (6) im Bereich des Klemmspalts
(1), für die gehaltene Führung der nachlaufenden Falzkante (6.3) vom Klemmspalt (1)
gegen die Auflage (7) und für eine Entlassung der Druckprodukte (6) im Bereich der
Auflage (7) ausgerüstet ist.
6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl von Auflagen (7) vorgesehen ist, dass die Auflagen (7) sattelförmig
sind und parallel zum Klemmspalt (1) ausgerichtete Sattellinien aufweisen und dass
die Auflagen (7) für eine Förderung hintereinander unter dem Klemmspalt (1) vorbei
angetrieben sind.
7. Einrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl von umlaufenden Greifelementen (11) vorgesehen ist, wobei eine Umlaufbahn
der Greifelemente (11) im Bereich des Klemmspalts (1) an den Verlauf des Zuführungsmittels
angepasst ist.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Zuführungsmittel zwei Pressbänder (4 und 5) aufweist und dass der Klemmspalt
(1) durch zwei Umlenkrollen (2 und 3) der Pressbänder (4 und 5) gebildet wird.
9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Richtung, in der die Pressbänder (4 und 5) in den Klemmspalt (1) einlaufen schief
auf einer Verbindungsgeraden zwischen den Achsen der beiden Umlenkrollen (2 und 3)
steht, so dass die Druckprodukte (6) beim Durchtritt durch den Klemmspalt (1) gebogen
werden
10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Zuführungsmittel zwei Pressbänder (4 und 5) aufweist und dass der Klemmspalt
(1) durch eine Umlenkrolle (2) des einen der Pressbänder (4) und einen im wesentlichen
geradlinigen Teil der Umlaufbahn des anderen Pressbandes (5) gebildet wird.
11. Einrichtung nach den Ansprüchen 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlaufbahn der Greifelemente (11) für das Ergreifen der Falzkanten (6.3 der Druckprodukte
(6) an den Umfang einer der Umlenkrollen (2 oder 3) angepasst ist.
12. Einrichtung nach den Ansprüchen 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlaufbahn der Greifelemente (11) für das Ergreifen der Falzkanten (6.3) der
Druckprodukte (6) zwischen dem Bereich des Klemmspalts (1) und einer Entlassungsstelle,
wo die Greifelemente (11) für die Entlassung der Druckprodukte (6) deaktiviert werden,
einen geradlinigen Bereich aufweist.
13. Einrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Greifelemente (11) Greifer sind, die relativ zu ihrer Umlaufbahn verschwenkbar
sind.
14. Einrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Öffnungsmittel umlaufende Greifelemente (10) aufweist, die für das Erfassen der
vorlaufenden Kanten mindestens des einen der Druckprodukteteile (6.1 oder 6.2) der
Druckprodukte (6) ausgerüstet sind.
15. Einrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine Umlaufbahn der Greifelemente (11) für das Erfassen der vorlaufenden Kanten der
Druckprodukteteile (6.1 oder 6.2) an den Umfang mindestens einer der Umlenkrollen
(2 oder 3) der Pressbänder (4 oder 5) angepasst ist.