[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Durchtrennen des Klebewulstes
einer Fahrzeugscheibe, insbesondere einer Windschutzscheibe.
[0002] Bei modernen Kraftfahrzeugen sind die Windschutzscheiben durch einen Klebewulst aus
einem Polyurethankleber oder einem anderen geeigneten Kleber fest mit einem umlaufenden
Karosserieflansch verbunden. Der Klebewulst besteht aus einem derart festen Kleber,
dass in Verbindung mit der Windschutzscheibe sogar die mechanische Stabilität des
Fahrzeugs erhöht wird. Es versteht sich, dass die Durchtrennung des Klebers infolge
seiner hohen Festigkeit und Zähigkeit somit relativ aufwändig ist.
[0003] Da Windschutzscheiben infolge von Steinschlagschäden oder anderen Beschädigungen
jedoch relativ häufig ausgetauscht werden müssen, ist es erforderlich, für jedes Fahrzeug
eine geeignete Vorrichtung bzw. ein geeignetes Verfahren zum Ausglasen der Windschutzscheibe
bereitzustellen.
[0004] Bislang wurde hierzu häufig ein durch einen Oszillationsantrieb angetriebenes Schneidmesser
mit U-förmigem Querschnitt verwendet, mittels dessen der Klebewulst nach und nach
durchtrennt wurde (vgl.
US-A-4 980 976).
[0005] Obwohl eine derartige Vorrichtung und ein derartiges Verfahren bislang eine Durchtrennung
des Klebewulstes bei einer Windschutzscheibe in zufriedenstellender Weise ermöglichte,
werden in jüngster Zeit die Spalte zwischen der Windschutzscheibe und dem Karosserieflansch
immer dünner. In vielen Fällen lassen sich somit derartige Schneidmesser, die in Verbindung
mit einem Oszillationsantrieb genutzt werden, um den Klebewulst zu durchtrennen, nicht
mehr einsetzen.
[0006] Daneben sind zahlreiche Verfahren und Vorrichtungen bekannt, um den Klebewulst mit
Hilfe eines Schneiddrahtes zu durchtrennen.
[0007] So kann der Klebewulst beispielsweise mit Hilfe eines Schneiddrahtes, der mit zwei
Handgriffen versehen ist, durchtrennt werden (vgl.
US-A-4 995 153 und
US 2003/021 74 71 A1).
[0008] Nachteilig bei einem derartigen Verfahren ist insbesondere, dass immer zwei Personen
erforderlich sind, um den Klebewulst zu durchtrennen. Es muss nämlich eine Person
innerhalb des Fahrzeugs und eine Person außerhalb des Fahrzeugs jeweils den Handgriff
betätigen. Außerdem ist es offensichtlich, dass eine derartige Arbeitsweise einen
hohen Zeitbedarf erfordert und infolge des notwendigen Kraftaufwandes sehr ermüdend
ist.
[0009] Gemäß der
US 6 591 502 B1 sind eine Vorrichtung und ein Verfahren bekannt, um den Klebewulst mit Hilfe eines
Schneiddrahtes zu durchtrennen, wobei eine einzige Person ausreicht, um den Trennvorgang
durchzuführen. Hierzu wird auf die Windschutzscheibe ein Saugteller aufgebracht, an
dem ein Schneiddraht mit Hilfe einer Feder elastisch befestigt ist. Der Schneiddraht
wird an einem Handgriff jeweils nach außen gezogen, um den Wulst nach und nach zu
durchtrennen. Dabei wird nach jedem Zugvorgang nachgegeben, so dass der Schneiddraht
unter Wirkung der gespannten Feder wieder zurückgezogen wird.
[0010] Dies hat den Vorteil, dass der Austrennvorgang von lediglich einer Person durchgeführt
werden kann. Nach wie vor ist hierbei jedoch ein hoher Zeitbedarf und ein hoher Kraftaufwand
erforderlich. In ähnlicher Weise ist das Austrennsystem zu beurteilen, das aus der
US-A-5 622 093 bekannt ist. Auch hierbei wird auf die Windschutzscheibe ein Saugteller aufgesetzt,
an dem ein Schneiddraht über eine Feder befestigt ist, der am äußeren Ende einen Handgriff
trägt. Die Feder ist an einem Drehkopf befestigt, der sich bidirektional um 360° etwa
in derselben Ebene wie die Windschutzscheibe drehen kann. Auch hierbei wird der Schneiddraht
mit Hilfe des Griffes gezogen und abwechselnd unter Wirkung der Feder und des Drehkopfes
zurückgezogen. Auch dieses Verfahren ist relativ zeitaufwändig und ermüdend für den
Werker.
[0011] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Verfahren und eine
verbesserte Vorrichtung anzugeben, womit der Klebewulst zwischen einer Fahrzeugscheibe
und der Karosserie auf relativ einfache Weise möglichst kraft- und zeitsparend durchtrennt
werden kann.
[0012] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung zum Durchtrennen des Klebewulstes
einer Fahrzeugscheibe gelöst, insbesondere einer Windschutzscheibe, mit einem Schneiddraht
und einer Wickeleinrichtung zum Aufwickeln des Schneiddrahtes.
[0013] Die Aufgabe der Erfindung wird auf diese Weise vollkommen gelöst.
[0014] Erfindungsgemäß kann nämlich der Klebewulst unter Benutzung der Wickeleinrichtung
nach und nach durchtrennt werden, ohne dass hierzu eine ständig hin- und hergehende
Schneidbewegung notwendig ist. Vielmehr kann die Aufwickelbewegung genutzt werden,
um den Klebewulst nach und nach mit Hilfe des Schneiddrahtes zu durchtrennen.
[0015] Im Sinne dieser Anmeldung ist unter "Schneiddraht" jeglicher Draht oder auch jegliche
Schnur zu verstehen, die grundsätzlich zum Durchtrennen des Klebewulstes einer Windschutzscheibe
geeignet ist. Dies bedeutet, dass der Schneiddraht eine ausreichende Reißfestigkeit
und Biegbarkeit besitzen muss und in der Regel mit einer geeigneten Beschichtung oder
geeigneten Oberflächenmerkmalen in Form von Zahnansätzen oder dergleichen versehen
ist, um den Schneidvorgang zu unterstützen. Es versteht sich jedoch, dass unter der
Bezeichnung "Schneiddraht" auch geeignete Schnüre aus Kunststoff oder dergleichen
zu verstehen sind.
[0016] Die Aufgabe der Erfindung wird ferner durch ein Verfahren zum Durchtrennen eines
Klebewulstes einer Fahrzeugscheibe gelöst, insbesondere einer Windschutzscheibe, durch
den die Fahrzeugscheibe mit einem Karosserieflansch verklebt ist, mit den folgenden
Schritten:
- Einführen eines Schneiddrahtes in einen Spalt zwischen der Scheibe und dem Karosserieflansch;
- Herumführen des Schneiddrahtes um den Klebewulst;
- Befestigen eines ersten Endes des Schneiddrahtes;
- Durchführen eines zweiten Endes des Schneiddrahtes durch den Klebewulst;
- Befestigen des zweiten Endes des Schneiddrahtes an einer Wickeleinrichtung und
- Durchtrennen des Klebewulstes mittels des Schneiddrahtes durch Aufwickeln des Schneiddrahtes
mit Hilfe der Wickeleinrichtung.
[0017] Auf diese Weise kann der Klebewulst mit Hilfe des Schneiddrahtes nach und nach in
einfacher Weise durchtrennt werden. Die notwendige Kraft wird hierbei mit Hilfe der
Wickeleinrichtung aufgebracht. Diese kann grundsätzlich mechanisch angetrieben sein,
weist jedoch vorzugsweise einen motorischen Antrieb auf. Auf diese Weise kann der
Klebewulst nach und nach mit relativ geringem Kraftaufwand durchtrennt werden.
[0018] Hierzu wird das erste Ende des Schneiddrahtes vorzugsweise an der Außenseite des
Fahrzeugs, beispielsweise an einer Scheibenwischerwelle, befestigt, während die Wickeleinrichtung
auf der gegenüberliegenden Seite, also auf der Fahrzeuginnenseite, eingesetzt wird.
[0019] An -der Fahrzeugaußenseite finden sich ausreichende Möglichkeiten, um das erste Ende
des Schneiddrahtes zu befestigen, während dies in der Regel an der Innenseite des
Fahrzeugs komplizierter wäre.
[0020] Insbesondere die Scheibenwischerwelle ist in der Regel zur Befestigung eines Endes
des Schneiddrahtes geeignet. Das andere Ende wird durch den Klebewulst hindurchgeführt
und an der Wickeleinrichtung befestigt.
[0021] Durch Betätigen der Wickeleinrichtung kann dann nach und nach ein Aufwickeln des
Schneiddrahtes auf der Wickeleinrichtung erfolgen, wodurch der Schneiddraht nach und
nach durch den Klebewulst hindurchgezogen wird.
[0022] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung wird die Wickeleinrichtung während des
Aufwickelns des Schneiddrahtes an der Karosserie abgestützt.
[0023] Hierzu weist die Wickeleinrichtung vorteilhaft eine Stütze auf, um die Wickeleinrichtung
vorzugsweise an der Fahrzeuginnenseite abstützen zu können.
[0024] Auf diese Weise muss das auftretende Reaktionsmoment nicht manuell aufgenommen werden,
sondern kann durch Abstützung am Fahrzeug aufgefangen werden. So ist ein besonders
einfaches, kraftsparendes und schnelles Arbeiten ermöglicht.
[0025] Ferner dient die Stütze zum Schutz von Anbauteilen, wie etwa Airbags, Armaturenbrett,
Dachhimmel, Verkleidungen usw. gegen Beschädigungen.
[0026] Die Stütze ist hierbei vorzugsweise an der Wickeleinrichtung befestigt, wodurch sich
eine einfache Handhabung ergibt.
[0027] Ferner ist die Wickeleinrichtung vorzugsweise motorisch angetrieben, wodurch eine
kraftsparende Arbeitsweise ermöglicht ist.
[0028] Der Schneiddraht wird hierbei vorzugsweise mit einer Geschwindigkeit von 1 bis 20
m/min, vorzugsweise von 3 bis 12 m/min, aufgewickelt.
[0029] Es hat sich gezeigt, dass mit einer derartigen Schneidgeschwindigkeit besonders gute
Schneidergebnisse erzielbar sind, ohne dass zu hohe Kräfte auftreten.
[0030] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist eine Steuereinrichtung zur Steuerung
der Geschwindigkeit des Aufwickelns des Schneiddrahtes vorgesehen.
[0031] So kann etwa mit einer herkömmlichen stufenlosen Drehzahlsteuerung eine optimale
Anpassung der Aufwickelgeschwindigkeit erreicht werden.
[0032] Die erfindungsgemäß verwendete Wickeleinrichtung weist vorzugsweise eine Rutschkupplung
auf.
[0033] Dies hat den Vorteil, dass infolge einer möglicherweise auftretenden Überlastung
etwa bei einem Festklemmen des Schneiddrahtes eine mögliche Verletzungsgefahr vermieden
wird und dass gleichzeitig ein Reißen des Schneiddrahtes und weitere Probleme vermieden
werden können.
[0034] Die Stütze ist vorzugsweise auswechselbar an der Wickeleinrichtung befestigt.
[0035] So können verschiedene Stützen, die an das jeweilige Fahrzeuginnere angepasst sind,
verwendet werden. Auf diese Weise wird eine optimale Abstützung der Wickeleinrichtung
an der Fahrzeuginnenseite ermöglicht.
[0036] Zur Befestigung des Schneiddrahtes an der Fahrzeugaußenseite ist in bevorzugter Weiterbildung
der Erfindung ein geeignetes Befestigungsmittel vorgesehen. Dabei kann es sich beispielsweise
um eine Klemme handeln, die vorzugsweise zur Klemmbefestigung an der Wischerwelle
des Fahrzeugs dienen kann.
[0037] Die Wickeleinrichtung weist in bevorzugter Weiterbildung der Erfindung eine Spule
zum Aufwickeln des Schneiddrahtes auf.
[0038] Die Spule ist vorzugsweise nach außen hin berührungssicher gekapselt.
[0039] Auf diese Weise wird eine Verletzungsgefahr durch den Schneiddraht vermieden.
[0040] Ferner weist die Wickeleinrichtung vorzugsweise eine Führung zur Führung des Schneiddrahtes
zur Spule hin auf.
[0041] Auf diese Weise ist eine saubere Führung des Schneiddrahtes während des Wickelvorgangs
und ein sauberes Aufwickeln des Schneiddrahtes während des Wickelvorgangs gewährleistet.
[0042] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann die Stütze relativ zur Wickeleinrichtung
verschwenkbar und feststellbar ausgebildet sein, beispielsweise in verschiedenen Winkelstellungen
verrastbar sein.
[0043] Hierdurch ergibt sich eine noch größere Variabilität während des Austrennvorgangs.
[0044] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale der Erfindung nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch
in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der
Erfindung zu verlassen.
[0045] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines bevorzugten Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Fahrzeugscheibe mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung im Einsatz, von außen
gesehen, und
- Fig. 2
- eine vergrößerte vereinfachte Schnittdarstellung durch die Fahrzeugscheibe gemäß Fig.
1 mit dem zugehörigen Karosserieflansch, wobei die erfindungsgemäße Vorrichtung in
Arbeitsstellung angesetzt ist.
[0046] In Fig. 1 ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung insgesamt mit der Ziffer 10 bezeichnet.
[0047] Eine Windschutzscheibe 12 ist auf einem Karosserieflansch 14 mittels eines Klebewulstes
34 (Fig. 2) aufgeklebt.
[0048] Um die Windschutzscheibe 12 beispielsweise nach einer Beschädigung durch Steinschlag
zu wechseln, wird ein Schneiddraht 18 verwendet, der von der Fahrzeugaußenseite 36
in den Spalt 16 zwischen Fahrzeugscheibe 12 und Karosserieflansch 14 eingeführt und
vollständig um den gesamten Klebewulst 34 herumgeführt wird. Ein Ende des Schneiddrahtes
16 wird an der Fahrzeugaußenseite 36 befestigt. Hierzu kann ein beliebiger Befestigungspunkt
verwendet werden. Besonders geeignet ist beispielsweise eine Befestigung an der Scheibenwischerwelle
20.
[0049] Hierzu kann am Drahtende eine geeignete Befestigungseinrichtung, beispielsweise eine
Klemme 22 oder Öse, vorgesehen sein, mit der das Drahtende an der Scheibenwischerwelle
20 befestigt werden kann.
[0050] Der vollständig um den Klebewulst 34 herumgeführte Schneiddraht 18 wird durch den
Klebewulst 34 hindurchgestochen und zur Fahrzeuginnenseite 38 hin durchgeführt. Das
Ende des Schneiddrahtes 18 wird nun an einer Wickeleinrichtung 24 befestigt, die auf
der Fahrzeuginnenseite 38 angeordnet wird.
[0051] Die Wickeleinrichtung 24 weist eine nach außen hin durch ein Gehäuse abgeschlossene
Spule 28 auf, der eine Führung 30 zugeordnet ist, durch die hindurch der Schneiddraht
18 korrekt in die Spule 28 geleitet wird, wenn ein Aufwickelvorgang erfolgt. Zum Antrieb
der Wickeleinrichtung 24 ist ein stabförmiger Antrieb 26 mit einem geeigneten Elektromotor
und gegebenenfalls einem Getriebe vorgesehen, an den die Spule 28, wie in Fig. 2 zu
erkennen, seitlich angeflanscht ist.
[0052] Der Antrieb 26 weist vorzugsweise einen Elektromotor auf, der über Netzspannung oder
über einen Akkumulator mit Strom versorgt wird. Grundsätzlich könnte der Antrieb jedoch
auch druckluftgetrieben sein.
[0053] Vorzugsweise ist zwischen dem Antrieb 26 und der Spule 28 zum Aufwickeln eine Rutschkupplung
vorgesehen, die bei Überschreiten eines vorgegebenen Drehmomentes durchrutscht, so
dass die Spule 28 im Überlastfall nicht weiter aufgewickelt wird. Die Rutschkupplung
ist in Fig. 2 lediglich schematisch mit der Ziffer 40 angedeutet.
[0054] Der Klebewulst 34 kann nun nach und nach durch Betätigen der Wickeleinrichtung 24
durchtrennt werden. Hierbei wird der Schneiddraht 18 durch das Aufwickeln auf der
Spule 28 nach und nach durch den Klebewulst 34 hindurchgezogen und durchtrennt diesen
dabei.
[0055] Damit das hierbei auftretende Reaktionsmoment nicht von Hand aufgefangen werden muss,
weist die erfindungsgemäße Wickeleinrichtung 24 eine Stütze 32 zur Abstützung auf
der Fahrzeuginnenseite auf. Die Stütze 32 weist eine geeignete Form und Oberflächenbeschaffenheit
auf, um eine geeignete Abstützung an der Fahrzeuginnenseite zu ermöglichen. Durch
die Stütze 32 wird einerseits ein kraftsparendes Arbeiten ermöglicht, und andererseits
dient die Stütze 32 als Schutz vor einer Beschädigung von Anbauteilen im Fahrzeuginneren,
also etwa zum Schutz von Airbags, des Armaturenbrettes, des Dachhimmels, von Verkleidungen
usw. Hierzu kann die Auflagefläche der Stütze 32 in geeigneter Weise gepolstert sein,
z.B. mit einer Gummierung versehen sein.
[0056] Die Schneidgeschwindigkeit beim Ausglasvorgang, die durch die Aufwickelgeschwindigkeit
vorgegeben ist, liegt vorzugsweise etwa zwischen etwa 3 und 12 m/min. Hierzu kann
beispielsweise der Antriebsmotor 26 mit einer elektronischen Drehzahlregelung ausgestattet
sein, die über einen Taster betätigt wird, so dass die Wickelgeschwindigkeit während
des Ausglasvorgangs stufenweise an das jeweilige Erfordernis angepasst werden kann.
[0057] Sollte durch irgendeinen Umstand der Schneiddraht 18 während des Ausglasvorgangs
beispielsweise durch ein Festklemmen blockiert werden, so spricht die Rutschkupplung
40 an und verhindert ein weiteres Aufwickeln des Schneiddrahtes 18 auf der Spule 28
und somit eine Überlastung.
[0058] Die Stütze 32 ist vorzugsweise auswechselbar, um eine Anpassung an verschiedene Fahrzeuginnenflächen
zu ermöglichen. Außerdem kann die Stütze 32 gegebenenfalls relativ zum Antriebsmotor
26 um einen gewissen Betrag verschwenkbar ausgeführt sein, wobei beispielsweise durch
eine Verrastung eine Festlegung in verschiedenen Winkelpositionen möglich ist. Hierdurch
wird eine weiter verbesserte Anpassung an die jeweiligen geometrischen Gegebenheiten
eines Fahrzeugs ermöglicht.
1. Vorrichtung zum Durchtrennen des Klebewulstes (34) einer Fahrzeugscheibe (12), insbesondere
einer Windschutzscheibe, mit einem Schneiddraht (18) und einer Wickeleinrichtung (24)
zum Aufwickeln des Schneiddrahtes (18).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der die Wickeleinrichtung (24) eine Stütze (32) zur
Abstützung der Wickeleinrichtung (24) am Fahrzeug, vorzugsweise auf der Fahrzeuginnenseite
(38), aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, bei der die Wickeleinrichtung (24) motorisch angetrieben
ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Wickeleinrichtung
(24) eine Rutschkupplung (40) aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Wickeleinrichtung
(24) zum Aufwickeln des Schneiddrahtes (18) mit einer Geschwindigkeit von 1 bis 20
m/min, vorzugsweise von 3 bis 12 m/min ausgebildet ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einer Steuereinrichtung zur
Steuerung der Geschwindigkeit des Aufwickelns des Schneiddrahtes.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 6, bei der die Stütze (32) auswechselbar
an der Wickeleinrichtung (24) befestigt ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einem Befestigungsmittel
(22) zur Befestigung des Schneiddrahtes (18) an der Fahrzeugaußenseite (36).
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, bei der das Befestigungsmittel (22) als Klemme oder Öse
ausgebildet ist, die vorzugsweise zur Klemmbefestigung an der Wischerwelle (20) des
Fahrzeugs ausgebildet ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Wickeleinrichtung
(24) eine Spule (28) zum Aufwickeln des Schneiddrahtes (18) aufweist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, bei der die Spule (28) nach außen berührungssicher gekapselt
ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, bei der die Wickeleinrichtung eine Führung zur
Führung des Schneiddrahtes zur Spule aufweist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 12, bei der die Stütze (32) relativ zur
Wickeleinrichtung (24) verschwenkbar und feststellbar ist.
14. Verfahren zum Durchtrennen eines Klebewulstes (34) einer Fahrzeugscheibe (12), insbesondere
einer Windschutzscheibe, durch den die Fahrzeugscheibe (12) mit einem Karosserieflansch
(14) verklebt ist, mit den folgenden Schritten:
- Einführen eines Schneiddrahtes (18) in einen Spalt (16) zwischen der Scheibe (12)
und dem Karosserieflansch (14);
- Herumführen des Schneiddrahtes (18) um den Klebewulst (34);
- Befestigen eines ersten Endes des Schneiddrahtes (18);
- Durchführen eines zweiten Endes des Schneiddrahtes (18) durch den Klebewulst (34);
- Befestigen des zweiten Endes des Schneiddrahtes (18) an einer Wickeleinrichtung
(24) und
- Durchtrennen des Klebewulstes (34) mittels des Schneiddrahtes (18) durch Aufwickeln
des Schneiddrahtes (18) mit Hilfe der Wickeleinrichtung (24).
15. Verfahren nach Anspruch 14, bei dem das erste Ende des Schneiddrahtes (18) an der
Außenseite (36) des Fahrzeugs, beispielsweise an einer Scheibenwischwelle (20), befestigt
wird.
16. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, bei dem die Wickeleinrichtung (24) während des
Aufwickelns des Schneiddrahtes (18) an der Karosserie abgestützt wird.
17. Verfahren nach Anspruch 16, bei dem die Wickeleinrichtung (24) während des Aufwickelns
des Schneiddrahtes (18) an der Karosserie mittels einer Stütze (32) abgestützt wird,
die an der Wickeleinrichtung (24) befestigt ist.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 17, bei dem die Wickeleinrichtung (24) motorisch
angetrieben wird.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 18, bei dem der Schneiddraht (18) mit einer
Geschwindigkeit von 1 bis 20 m/min, vorzugsweise von 3 bis 12 m/min aufgewickelt wird.