[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Schmelztauchbeschichtung eines Metallbandes,
bei dem das Metallband durch einen Ofen und eine sich in Förderrichtung des Metallbandes
anschließende Rollenkammer einem das geschmolzene Beschichtungsmetall aufnehmenden
Behälter durch eine Öffnung im Bodenbereich des Behälters zugeführt wird, wobei im
Bodenbereich des Behälters ein elektromagnetisches Feld zum Zurückhalten des Beschichtungsmetalls
im Behälter erzeugt wird. Desweiteren betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur
Schmelztauchbeschichtung.
[0002] Der nächstkommende Stand der Technik ist aus der
DE 103 43 648 A1 bekannt. Dort ist ein Schmelztauchbeschichtungs-Verfahren beschrieben, bei dem das
Metallband durch einen Ofen und dann durch eine Rollenkammer geführt wird, bevor es
in einen das geschmolzene Beschichtungsmetall aufnehmenden Behälter gelangt. Dabei
tritt das Band durch eine Öffnung im Bodenbereich des Behälters ein, wobei im Bodenbereich
des Behälters ein elektromagnetisches Feld zum Zurückhalten des Beschichtungsmetalls
erzeugt wird. Ferner wird beschrieben, dass das Band entlang des Ofenrüssels und der
Rollenkammer abgegrenzte Räume passiert, in denen unterschiedliche Gasatmosphären
aufrechterhalten werden.
[0003] Klassische Metall-Tauchbeschichtungsanlagen für Metallbänder, wie sie beispielsweise
aus der
EP 0 172 681 B1 bekannt sind, weisen einen wartungsintensiven Teil auf, nämlich das Beschichtungsgefäß
mit der darin befindlichen Ausrüstung. Die Oberflächen der zu beschichtenden Metallbänder
müssen vor der Beschichtung von Oxidresten gereinigt und für die Verbindung mit dem
Beschichtungsmetall aktiviert werden. Aus diesem Grunde werden die Bandoberflächen
vor der Beschichtung in Wärmeprozessen in einer reduzierenden Atmosphäre behandelt.
Da die Oxidschichten zuvor chemisch oder abrasiv entfernt werden, werden mit dem reduzierenden
Wärmeprozess die Oberflächen so aktiviert, dass sie nach dem Wärmeprozess metallisch
rein vorliegen.
[0004] Mit der Aktivierung der Bandoberfläche steigt aber die Affinität dieser Bandoberflächen
für den umgebenden Luftsauerstoff. Um zu verhindern, dass Luftsauerstoff vor dem Beschichtungsprozess
wieder an die Bandoberflächen gelangen kann, werden die Bänder in einem Tauchrüssel
von oben in das Tauchbeschichtungsbad eingeführt. Da das Beschichtungsmetall in flüssiger
Form vorliegt und man die Gravitation zusammen mit Abblasvorrichtungen zur Einstellung
der Beschichtungsdicke nutzen möchte, die nachfolgenden Prozesse jedoch eine Bandberührung
bis zur vollständigen Erstarrung des Beschichtungsmetalls verbieten, muss das Band
im Beschichtungsgefäß in senkrechte Richtung umgelenkt werden. Das geschieht mit einer
Rolle, die im flüssigen Metall läuft. Durch das flüssige Beschichtungsmetall unterliegt
diese Rolle einem starken Verschleiß und ist Ursache von Stillständen und damit Ausfällen
im Produktionsbetrieb.
[0005] Um ein Oxidieren des zur Schmelztauchbeschichtung vorbereiteten Metallbandes zu verhindern,
ist bei der genannten klassischen Verfahrensweise vorgesehen, dass das Stahlband über
eine Bürstendichtung in den Ofen eintritt und den Ofen durch Eintauchen in den Beschichtungsbehälter
verlässt. Der Ofenrüssel taucht zur Abdichtung gegenüber dem Luftsauerstoff dabei
ebenfalls in das flüssige Metall ein.
[0006] Zur Vermeidung bzw. Unterdrückung der Zinkverdampfung beim Schmelztauchbeschichten
mit der genannten klassischen Technologie mit Umlenkrolle wird in der
WO 2004/003250 A1 vorgeschlagen, dass sich oberhalb des Metallbades ein Gas oder ein Gasgemisch als
Trenngas befindet, das eine schlechte Wärmeleitfähigkeit aufweist und die Eigenschaften
hat, Turbulenzen des Gases bzw. Gasgemisches über der Oberfläche des Metallbades zu
reduzieren bzw. zu unterbinden.
[0007] Um die Probleme zu vermeiden, die im Zusammenhang mit den im flüssigen Beschichtungsmetall
laufenden Rollen stehen, sind auch Lösungen bekannt bei denen ein nach unten offenes
Beschichtungsgefäß zur vertikalen Banddurchführung nach oben eingesetzt wird, wobei
zur Abdichtung ein elektromagnetischer Verschluss zum Einsatz kommt. Es handelt sich
hierbei um elektromagnetische Induktoren, die mit zurückdrängenden, pumpenden bzw.
einschnürenden elektromagnetischen Wechsel- bzw. Wanderfeldern arbeiten, die das Beschichtungsgefäß
nach unten abdichten. Eine solche Lösung ist beispielsweise aus der
EP 0 673 444 B1, aus der
WO 96/03533 oder aus der
JP 5086446 bekannt.
[0008] Bei dieser auch als CVGL (Continuous Vertical Galvanizing Line) bekannten Technologie
setzt sich die Anlage im wesentlichen aus drei Hauptkomponenten zusammen, nämlich
aus dem Beschichtungsgefäß, der elektromagnetischen Abdichtung und der Rollenkammer
mit Bandumlenkung in die Vertikale. Die Rollenkammer lenkt das aus einem Glühofen
kommende heiße Stahlband in die Vertikale um und führt es weiter senkrecht zum Verbindungskanal
und Beschichtungsbehälter. Der Beschichtungsbehälter ist mit dem Ofen über einen Kanalbereich
und die Rollenkammer verbunden.
[0010] Im Glühprozess, der im Ofen stattfindet, werden die mechanischen Eigenschaften und
die Oberflächenbedingungen für das Beschichten mit flüssigem Metall eingestellt. Abhängig
von den gewünschten Materialeigenschaften wird das Stahlband unter Schutzgasatmosphäre
geglüht und nachfolgend auf Beschichtungstemperatur gebracht, die beim Verzinken oberhalb
von 500 °C liegt. Verwendet werden dabei Schutzgasatmosphären, die sich hauptsächlich
aus Stickstoff und Wasserstoff zusammensetzen.
[0012] Bei der Warmbandschmelztauchveredelung entfällt die Glühbehandlung. Das Stahlband
wird abhängig vom Beschichtungsmedium direkt auf Beschichtungstemperatur von 460 °C
bis 700 °C gebracht.
[0013] Befinden sich größere Mengen Sauerstoff im Ofen, oxidiert die Oberfläche des geglühten
und vor dem Beschichtungsprozess heißen Stahlbands und es findet keine bzw. nur eine
eingeschränkte Haftung des flüssigen Metalls auf dem Band statt. Es treten Haftungsprobleme
auf, die die Qualität des beschichteten Stahlbandes reduzieren.
[0014] Bei dem genannten CVGL-Verfahren ist es systembedingt nicht möglich, ein Abdichten
der Schutzgasatmosphäre gegenüber der Umgebung durch Eintauchen des Ofenrüssels in
das Metall zu bewerkstelligen, da vor dem Beginn des Beschichtungsprozesses der Ofenbereich
über die Rollenkammer und der Beschichtungsbehälter offen ist. Nach dem Einfüllen
des flüssigen Metalls und dem Starten des Beschichtungsprozesses wird dieser Bereich
dann durch das Medium abgedichtet.
[0015] Vor dem Beginn des Beschichtungsprozesses wird die Ofenatmosphäre entsprechend den
Startbedingungen eingestellt. Hierbei ist besonders auf einen geringen Sauerstoffgehalt
im Ofen zu achten. Dies wird durch Spülen des Ofens mit Stickstoff erreicht.
[0016] Obwohl vor dem Betriebsstart bei der CVGL-Technologie der Ofen über die Öffnung im
Boden des Beschichtungsgefäßes geöffnet ist, darf die Schutzgasatmosphäre des Glühofens
insgesamt nicht durch eintretenden Luftsauerstoff beeinträchtigt werden.
[0017] Während des Betriebs des CVGL-Verfahrens, d. h. im abgedichteten Zustand, liegt bei
den Lösungen gemäß dem Stand der Technik überall in der Rollenkammer die Ofenatmosphäre
vor. Diese setzt sich je nach Prozesseinstellung aus Stickstoff und Wasserstoff (in
Konzentrationen gleich oder größer als 5 Vol.-%) zusammen.
[0018] Nachteile ergeben sich hieraus insbesondere bei einem Leistungsabfall der Anlage
oder im Falle einer Havarie. Dann nämlich dringt Luftsauerstoff durch den geöffneten
Kanalbereich in die Rollenkammer ein, was infolge des relativ hohen Anteils an Wasserstoff
problematisch ist.
[0019] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine zugehörige
Vorrichtung zum Schmelztauchbeschichten eines Metallbandes zu schaffen, mit dem bzw.
mit der es möglich ist, die genannten Nachteile zu überwinden. Es soll also sichergestellt
werden, dass es auch bei Unregelmäßigkeiten im Prozessablauf zu keiner ungünstigen
Gaszusammensetzung in der Anlage kommt.
[0020] Die Lösung dieser Aufgabe durch die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass in
der Rollenkammer in mindestens zwei voneinander abgegrenzten Räumen, die von dem Metallband
passiert werden, unterschiedliche Gasatmosphären aufrecht erhalten werden.
[0021] Dabei ist insbesondere vorgesehen, dass eine in Förderrichtung des Metallbandes nachfolgenden
Gasatmosphäre eines Raumes der Rollenkammer einen geringeren Wasserstoffanteil aufweist
als ein diesem Raum vorausgehender Raum der Rollenkammer.
[0022] Bevorzugt weist der in Förderrichtung des Metallbandes erste Raum der Rollenkammer
eine Gasatmosphäre mit einem Wasserstoffanteil von über 5 Vol.-% auf, insbesondere
von mehr als 7 Vol.-%.
[0023] Demgegenüber hat bevorzugt der in Förderrichtung des Metallbandes letzte Raum der
Rollenkammer eine Gasatmosphäre mit einem Wasserstoffanteil von unter 5 Vol.-%, insbesondere
von weniger als 3 Vol.-%.
[0024] Bevorzugt ist vorgesehen, dass die Gasatmosphären in den Räumen der Rollenkammer
neben Wasserstoff im wesentlichen nur noch Stickstoff aufweisen, abgesehen von unvermeidbaren
Gasverunreinigungen und sonstigen unvermeidbaren Gaselementen.
[0025] Damit ein möglichst stabiler Betrieb ermöglicht wird, ist vorzugsweise vorgesehen,
dass die Gasatmosphären in den Räumen der Rollenkammer im geschlossenen Regelkreis
in gewünschten Zusammensetzungen aufrecht erhalten werden.
[0026] Die Vorrichtung zur Schmelztauchbeschichtung eines Metallbandes hat einen Ofen und
eine sich in Förderrichtung des Metallbandes anschließende Rollenkammer sowie einen
das geschmolzene Beschichtungsmetall aufnehmenden Behälter, wobei im Bodenbereich
des Behälters eine Öffnung vorhanden ist, durch die das Metallband dem Behälter zugeführt
wird und wobei im Bodenbereich des Behälters ein elektromagnetischer Induktor zum
Zurückhalten des Beschichtungsmetalls im Behälter vorhanden ist.
[0027] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass in der Rollenkammer mindestens eine Trennwand
angeordnet ist, die mindestens zwei Räume voneinander abgrenzt.
[0028] Dabei hat vorzugsweise jeder Raum der Rollenkammer mindestens eine Gas-Zuführung,
über die Gas definierter Art und/oder Zusammensetzung in den Raum geleitet werden
kann. Ferner kann vorgesehen sein, dass jeder Raum der Rollenkammer mindestens einen
Gas-Sensor aufweist, mit dem die Art und/oder die Zusammensetzung und/oder die Konzentration
eines Gases in dem Raum ermittelt werden kann.
[0029] Weiterhin sind vorzugsweise Regelmittel vorhanden, mit denen die Gaszusammensetzung
und/oder die Konzentration eines Gases in mindestens einem der Räume, vorzugsweise
in allen Räumen, auf gewünschten Werten gehalten werden kann bzw. können.
[0030] Die Rollenkammer ist vorzugsweise mit einer keramischen Innenauskleidung versehen,
was die Reinhaltung der Kammer begünstigt. Sie hat bevorzugt ein Stahlgehäuse. Die
Rollenkammer kann jedoch ebenfalls aus Stahl bestehen ohne Innenauskleidung.
[0031] Von Vorteil ist es auch, wenn Mittel vorhanden sind, mit denen das in einen Raum
der Rollenkammer eingeleitete Gas auf eine gewünschte Temperatur erwärmt werden kann.
[0032] Nach einer Konzeption der Rollenkammer ist vorgesehen, dass sie eine im Schnitt im
wesentlichen rechteckige Kontur aufweist, wobei sich an den in Förderrichtung des
Metallbandes gesehen ersten Raum ein Führungskanal für das Metallband anschließt.
[0033] Alternativ dazu sieht eine Ausgestaltung der Rollenkammer vor, dass sie eine im Schnitt
im wesentlichen rechteckige Kontur aufweist, die einen der Räume bildet, an den sich
ein zweiter Raum anschließt, der durch einen Führungskanal für das Metallband gebildet
wird.
[0034] Mit dem Erfindungsvorschlag wird es möglich, insbesondere bei abnormalen Betriebsbedingungen,
wie beim Leistungsabfall oder bei einer Havarie, oder beim Anfahren oder Herunterfahren
der Schmelztauchbeschichtungsanlage günstigere Betriebsbedingungen aufrecht zu erhalten.
[0035] Die vorliegende Erfindung liefert somit eine Vorgehensweise und Ausgestaltung, mit
der ein wichtiger Baustein für das Betreiben einer Schmelztauchbeschichtungsanlage
mit hoher Betriebssicherheit geschaffen wird.
[0036] Um insbesondere bei einem Leistungsabfall sowie im Falle einer Havarie und somit
beim Ablassen des Beschichtungsmetalls aus dem Beschichtungsgefäß keine Durchmischung
von Wasserstoff mit eindringendem Luftsauerstoff zu bekommen, wird der Bereich des
Bodeneintritts in das Beschichtungsgefäß, d. h. der Bereich unmittelbar unterhalb
des Beschichtungsgefäßes bzw. der zugehörige Bereich der Rollenkammer (der letzte
Raum der Rollenkammer, in Förderrichtung des Metallbandes gesehen) mit einer anderen
Atmosphäre betrieben als der restliche Ofenbereich. Der Wasserstoffanteil liegt hier
bei weniger als 5 Vol.-%.
[0037] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
[0038] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Prinzipdarstellung einer Schmelztauchbeschichtungsanlage in der Seitenansicht,
- Fig. 2
- eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Rollenkammer der Schmelztauchbeschichtungsanlage
in der Seitenansicht und
- Fig. 3
- eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Rollenkammer der Schmelztauchbeschichtungsanlage
in der Seitenansicht.
[0039] In Fig. 1 ist eine Schmelztauchbeschichtungsanlage zu sehen, die mit dem sog. CVGL-Verfahren
(Continuous Vertical Galvanizing Line - Verfahren) arbeitet. In einem Behälter 5 befindet
sich geschmolzenes Beschichtungsmetall 4. Der Behälter 5 hat in seinem Bodenbereich
eine Öffnung 6, durch die vertikal nach oben ein Metallband 1 zwecks Beschichtung
mit Beschichtungsmetall 4 hindurchtritt. Damit das flüssige Beschichtungsmetall nicht
nach unten durch die Öffnung 6 abläuft, ist ein elektromagnetischer Induktor 9 vorgesehen,
der in bekannter Weise einen Verschluss der Öffnung 6 bewirkt.
[0040] Das zu beschichtende Metallband 1 gelangt, in Förderrichtung F gesehen, zunächst
in einen Ofen 2, in dem es - wie oben erläutert - auf die benötigte Prozesstemperatur
gebracht wird. An den Ofen 2 schließt sich über einen Verbindungsflansch 17 eine Rollenkammer
3 an, die die Aufgabe hat, das vorgewärmte Band 1 von der Richtung des Eintritts in
die Rollenkammer 3 in die Vertikale umzulenken und es genau in die Öffnung 6 des Behälters
5 einzuführen. Hierzu sind zwei Rollen 18 und 19 vorhanden, wobei - wie Fig. 3 zeigt
- auch eine ausreichend sein kann.
[0041] Wie in den Figuren 2 und 3 am besten zu sehen ist, besteht die Rollenkammer 3 im
Ausführungsbeispiel aus zwei voneinander abgegrenzten Räumen 7 und 8, wobei die Abtrennung
durch eine Trennwand 10 erfolgt.
[0042] Die Rollenkammer 3 gemäß Fig. 2 ist im Querschnitt (in der Seitenansicht) rechteckig
ausgebildet, wobei sich beide Räume 7, 8 im wesentlichen rechteckig darstellen. An
den in Förderrichtung F ersten Raum 7 schließt sich rechts ein Führungskanal 16 für
das Metallband 1 an. In Fig. 3 ist zu sehen, dass der eine Raum 7 auch lediglich durch
diesen Führungskanal 16 gebildet werden kann.
[0043] Wesentlich ist, dass beide Räume 7, 8 so ausgeführt sind, dass unterschiedliche Gasatmosphären
in ihnen aufrecht erhalten werden können.
[0044] Hierzu ist in jedem Raum eine Gas-Zuführung 11 bzw. 12 vorgesehen, über die ein Gas
oder Gasgemisch in den Raum 7, 8 eingegeben werden kann. Bei dem Gas kann es sich
um Stickstoff N
2 oder um Wasserstoff H
2 oder ein Gemisch hieraus handeln.
[0045] Gas-Sensoren 13, 14 in jedem Raum 7, 8 ermitteln die Parameter der Gasatmosphäre.
Beispielsweise kann mit den Sensoren 13, 14 die Konzentration von Wasserstoffgas H
2 gemessen werden. Die Messwerte werden im Ausführungsbeispiel (s. Fig. 2) einem Regelmittel
15 zugeleitet. Die Regelmittel 15 veranlassen die Zufuhr von Gas oder Gasgemisch über
die Gas-Zuführungen 11, 12, so dass in den Räumen 7, 8 jeweils gewünschte Gas-Zusammensetzungen
bzw. Gas-Konzentrationen vorliegen.
[0046] Besonders wünschenswert ist es, wenn (im Ofen 2 und) im ersten Raum 7 eine Wasserstoffkonzentration
von über 5 Vol.-% vorliegt, während dieser Wert im zweiten Raum 8 unterschritten werden
sollte.
[0047] Eine Trennung der Gasatmosphäre in der Rollenkammer 3 und abgetrennt vom Ofen 2 erfolgt
also über unterschiedliche Gasräume, die untereinander durch Öffnungen für den Durchtritt
des Stahlbandes verbunden sind, d. h. in der Rollenkammer 3 sind Trennwände 10 angeordnet,
die die Rollenkammer 3 in mindestens zwei Gasräume unterteilt.
[0048] Über zwei oder mehrere Einspeisestellen für das Schutzgas (mindestens eine je Gasraum)
werden wie erläutert unterschiedliche Konzentrationen von Stickstoff und Wasserstoff
eingespeist.
[0049] Über mindestens eine Messung pro Gasraum wird die Atmosphäre überwacht und in einem
Regelkreis die gewünschten Konzentrationen eingestellt. Dabei wird im Gasbereich direkt
unterhalb des Beschichtungsbehälters 5 Stickstoff ohne Sauerstoff zugegeben. Der Gasstrom
innerhalb der Rollenkammer ist im Betriebszustand in Richtung Ofeneintritt gerichtet.
Für den Fall des Ablassens des Beschichtungsmetalls 4 aus dem Behälter 5 wird der
Austritt der Wasserstoff-angereicherten Ofenatmosphäre durch die beschriebene Stickstoffschleuse
vermieden.
[0050] Die Rollenkammer 3 ist innen keramisch ausgeführt. Sie besteht aus einem Stahlgehäuse
mit keramischer Innenauskleidung, die die unterschiedlichen Gasräume bildet. Das eingespeiste
Schutzgas wird erwärmt und dient dadurch zur Aufrechterhaltung der Innentemperatur
der Rollenkammer 3.
[0051] Neben der Isolationswirkung (reduzierte Wärmeleitung nach außen) ist die Auskleidung
für den Fall einer Havarie und dem damit verbundenen Risiko eines Flüssigmetalleinbruchs
in die Rollenkammer 3 so ausgeführt, dass sie beständig gegen flüssige Metalle, wie
z. B. Zink oder Aluminium sowie deren Legierungen, ist.
Bezugszeichenliste:
[0052]
- 1
- Metallband
- 2
- Ofen
- 3
- Rollenkammer
- 4
- geschmolzenes Beschichtungsmetall
- 5
- Behälter
- 6
- Öffnung im Bodenbereich des Behälters
- 7
- erster Raum
- 8
- zweiter Raum
- 9
- elektromagnetischer Induktor
- 10
- Trennwand
- 11
- Gas-Zuführung
- 12
- Gas-Zuführung
- 13
- Gas-Sensor
- 14
- Gas-Sensor
- 15
- Regelmittel
- 16
- Führungskanal
- 17
- Verbindungsflansch
- F
- Förderrichtung
- H2
- Wasserstoff
- N2
- Stickstoff
1. Verfahren zur Schmelztauchbeschichtung eines Metallbandes (1), bei dem das Metallband
(1) durch einen Ofen (2) und eine sich in Förderrichtung (F) des Metallbandes (1)
anschließende Rollenkammer (3) einem das geschmolzene Beschichtungsmetall (4) aufnehmenden
Behälter (5) durch eine Öffnung (6) im Bodenbereich des Behälters (5) zugeführt wird,
wobei im Bodenbereich des Behälters (5) ein elektromagnetisches Feld zum Zurückhalten
des Beschichtungsmetalls (4) im Behälter (5) erzeugt wird, dadurch gekennzeichnet, daß in der Rollenkammer (3) in mindestens zwei voneinander abgegrenzten Räumen (7, 8)
unterschiedliche Gasatmosphären aufrecht erhalten werden, und
dass eine in Förderrichtung (F) des Metallbandes (1) nachfolgende Gasatmosphäre eines
Raumes (8) der Rollenkammer (3) einen geringeren Wasserstoffanteil aufweist als ein
diesem Raum (8) vorausgehender Raum (7) der Rollenkammer (3), wobei der in Förderrichtung
(F) des Metallbandes (1) erste Raum (7) der Rollenkammer (3) eine Gasatmosphäre mit
einem Wasserstoffanteil von über 5 Vol.-% aufweist und wobei der in Förderrichtung
(F) des Metallbandes (1) letzte Raum (8) der Rollenkammer (3) eine Gasatmosphäre mit
einem Wasserstoffanteil von unter 5 Vol.-% aufweist.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Gasatmosphären in den Räumen (7, 8) der Rollenkammer (3) neben Wasserstoff im
wesentlichen nur Stickstoff aufweisen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Gasatmosphären in den Räumen (7, 8) der Rollenkammer (3) im geschlossenen Regelkreis
in gewünschten Zusammensetzungen aufrecht erhalten werden.
4. Vorrichtung zur Schmelztauchbeschichtung eines Metallbandes (1), mit einem Ofen (2)
und einer sich in Förderrichtung (F) des Metallbandes (1) anschließenden Rollenkammer
(3) sowie einem das geschmolzene Beschichtungsmetall (4) aufnehmenden Behälter (5),
wobei im Bodenbereich des Behälters (5) eine Öffnung (6) vorhanden ist, durch die
das Metallband (1) dem Behälter (5) zugeführt wird und wobei im Bodenbereich des Behälters
(5) ein elektromagnetischer Induktor (9) zum Zurückhalten des Beschichtungsmetalls
(4) im Behälter (5) vorhanden ist, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach
einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Rollenkammer (3) mindestens eine Trennwand (10) angeordnet ist, die mindestens
zwei Räume (7, 8) voneinander abgrenzt, wobei jeder Raum (7, 8) der Rollenkammer (3)
mindestens eine Gas-Zuführung (11, 12) aufweist, über die Gas definierter Art und/oder
Zusammensetzung in den Raum (7, 8) geleitet werden kann.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeder Raum (7, 8) der Rollenkammer (3) mindestens einen Gas-Sensor (13, 14) aufweist,
mit dem die Art und/oder die Zusammensetzung und/oder die Konzentration eines Gases
in dem Raum (7, 8) ermittelt werden kann.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass Regelmittel (15) vorhanden sind, mit denen die Gaszusammensetzung und/oder die Konzentration
eines Gases in mindestens einem der Räume (7, 8), vorzugsweise in allen Räumen (7,
8), auf gewünschten Werten gehalten werden kann bzw. können.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rollenkammer (3) mit einer keramischen Innenauskleidung versehen ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rollenkammer (3) ein Stahlgehäuse aufweist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass Mittel vorhanden sind, mit denen das in einen Raum (7, 8) der Rollenkammer (3) eingeleitete
Gas auf eine gewünschte Temperatur erwärmt werden kann.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rollenkammer (3) eine im Schnitt im wesentlichen rechteckige Kontur aufweist,
wobei sich an den in Förderrichtung (F) des Metallbandes (1) gesehen ersten Raum (7)
ein Führungskanal (16) für das Metallband (1) anschließt.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rollenkammer (3) eine im Schnitt im wesentlichen rechteckige Kontur aufweist,
die einen der Räume (8) bildet, an den sich ein zweiter Raum (7) anschließt, der durch
einen Führungskanal (16) für das Metallband (1) gebildet wird.
1. Method of hot dip coating a metal strip (1), in which the metal strip (1) is fed via
an oven (2) and a roller chamber (3), which adjoins in the transport direction (F)
of the metal strip (1), to a container (5), which receives the molten coating metal
(4), through an opening (6) in the base region of the container (5), wherein an electromagnetic
field for retaining the coating metal (4) in the container (5) is generated in the
base region of the container (5), characterised in that different gas atmospheres are maintained in the roller chamber (3) in at least two
mutually delimited spaces (7, 8) and that a gas atmosphere, which follows in the transport
direction (F) of the metal strip (1), of a space (8) of the roller chamber (3) has
a lower hydrogen proportion than a space (7), which precedes this space (8), of the
roller chamber (3), wherein the space (7) of the roller chamber (3) which is first
in the transport direction (F) of the metal strip (1) has a gas atmosphere with a
hydrogen proportion of above 5 volume % and wherein the space (8) of the roller chamber
(3) last in the transport direction (F) of the metal strip (1) has a gas atmosphere
with a hydrogen proportion of less than 5 volume %.
2. Method according to claim 1, characterised in that the gas atmospheres in the spaces (7, 8) of the roller chamber (3) comprise apart
from hydrogen substantially only nitrogen.
3. Method according claim 1 or 2, characterised in that the gas atmospheres in the spaces (7, 8) of the roller chamber (3) are maintained
at desired compositions in a substantially closed regulating circuit.
4. Device for hot dip coating a metal strip (1), with an oven (2) and a roller chamber
(3) adjoining in the transport direction (F) of the metal strip (1) as well as a container
(5) receiving the molten coating metal (4), wherein an opening (6) through which the
metal strip (1) is fed to the container (5) is present in the base region of the container
(5) and wherein an electromagnetic inductor (9) for retaining the coating metal (4)
in the container (5) is present in the base region of the container (5), particularly
for performing the method according to any one of claims 1 to 3, characterised in that at least one partition wall (10) delimiting at least two spaces (7, 8) from one another
is arranged in the roller chamber (3), wherein each space (7, 8) of the roller chamber
(3) has at least one gas feed (11, 12) by way of which gas of defined kind and/or
composition can be conducted into the space (7, 8).
5. Device according claim 4, characterised in that each space (7, 8) of the roller chamber (3) has at least one gas sensor (13, 14)
by which the kind and/or composition and/or concentration of a gas in the space (7,
8) can be detected.
6. Device according claim 4 or 5, characterised in that regulating means (15) are present by which the gas composition and/or the concentration
of a gas in at least one of the spaces (7, 8), preferably in all spaces (7, 8), can
be kept at desired values.
7. Device according to any one of claims 4, to 6, characterised in that the roller chamber (3) is provided with a ceramic inner lining.
8. Device according any one of claims 4 to 7, characterised in that the roller chamber (3) has a steel housing.
9. Device according to any one of claims 4 to 8, characterised in that means are present by which the gas conducted into a space ( 7, 8) of the roller chamber
(3) can be heated to a desired temperature.
10. Device according to any one of claims 4 to 9, characterised in that the roller chamber (3) has a contour which is substantially rectangular in section,
wherein a guide channel (16) for the metal strip (1) adjoins the first space (7) as
seen in the transport direction (F) of the metal strip (1).
11. Device according to any one of claims 4 to 9, characterised in that the roller chamber (3) has in section a substantially rectangular contour forming
one of the spaces (8), adjoining which is a second space (7) formed by a guide channel
(16) for the metal strip.
1. Procédé de métallisation par immersion à chaud d'une bande métallique (1), dans lequel
la bande métallique (1) est amenée à travers un four (2) et une chambre à rouleaux
(3) qui suit en direction de transport (F) de la bande métallique (1), jusqu'à un
récipient (5) recevant le métal de revêtement fondu (4), à travers une ouverture (6)
dans la zone de fond du récipient (5), un champ électromagnétique étant généré dans
la zone de fond du récipient (5) en vue de retenir le métal de revêtement (4) dans
le récipient (5), caractérisé en ce que dans la chambre à rouleaux (3), on maintient différentes atmosphères gazeuses dans
au moins deux compartiments (7, 8) délimités l'un par rapport à l'autre, et
en ce qu'une atmosphère gazeuse d'un compartiment (8) de la chambre à rouleaux (3), compartiment
qui succède en direction de transport (F) de la bande métallique, présente une part
en hydrogène inférieure à celle d'un compartiment (7) précédant ce compartiment (8)
de la chambre à rouleaux (3), le compartiment (7) de la chambre à rouleaux (3) qui
est le premier en direction de transport (F) de la bande métallique (1) présentant
une atmosphère gazeuse avec une part en hydrogène supérieure à 5 % en volume et le
compartiment (8) de la chambre à rouleaux (3) qui est le dernier en direction de transport
(F) de la bande métallique (1) présente une atmosphère gazeuse avec une part en hydrogène
inférieure à 5 % en volume.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
les atmosphères gazeuses dans les compartiments (7, 8) de la chambre à rouleaux (3)
ne présentent, outre l'hydrogène, essentiellement que de l'azote.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
les atmosphères gazeuses dans les compartiments (7, 8) de la chambre à rouleaux (3)
sont maintenues dans des compositions désirées en boucle d'asservissement fermé.
4. Dispositif de métallisation par immersion à chaud d'une bande métallique (1), comportant
un four (2) et une chambre à rouleaux (3) qui suit en direction de transport (F) de
la bande métallique (1), ainsi qu'un récipient (5) recevant le métal de revêtement
fondu (4), une ouverture (6) existant dans la zone de fond du récipient (5), à travers
laquelle la bande métallique (1) est amenée au récipient (5), et un inducteur électromagnétique
(9) étant prévu dans la zone de fond du récipient (5) en vue de retenir le métal de
revêtement (4) dans le récipient (5), en particulier pour mettre en oeuvre le procédé
selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
dans la chambre à rouleaux (3), il est prévu au moins une cloison de séparation (10)
qui isole au moins deux compartiments (7, 8) l'un de l'autre, chaque compartiment
(7, 8) de la chambre à rouleaux (3) comprenant au moins une alimentation en gaz (11,
12) via laquelle du gaz de type défini et/ou de composition définie peut être amené
dans le compartiment (7, 8).
5. Dispositif selon la revendication 4,
caractérisé en ce que
chaque compartiment (7, 8) de la chambre à rouleaux (3) comprend au moins un détecteur
de gaz (13, 14) qui permet de déterminer le type et/ou la composition et/ou la concentration
d'un gaz dans le compartiment (7, 8).
6. Dispositif selon la revendication 4 ou 5,
caractérisé en ce que
il existe des organes de régulation (15) qui permettent de maintenir à des valeurs
désirées la composition de gaz et/ou la concentration d'un gaz dans l'un au moins
des compartiments (7, 8), de préférence dans tous les compartiments (7, 8).
7. Dispositif selon l'une des revendications 4 à 6,
caractérisé en ce que
la chambre à rouleaux (3) est pourvue d'un habillage intérieur céramique.
8. Dispositif selon l'une des revendications 4 à 7,
caractérisé en ce que
la chambre à rouleaux (3) comprend un boîtier en acier.
9. Dispositif selon l'une des revendications 4 à 8,
caractérisé en ce que
il est prévu des moyens qui permettent de chauffer à une température désirée le gaz
introduit dans un compartiment (7, 8) de la chambre à rouleaux (3).
10. Dispositif selon l'une des revendications 4 à 9,
caractérisé en ce que
la chambre à rouleaux (3) présente un contour de section sensiblement rectangulaire,
un canal de guidage (16) pour la bande métallique (1) se raccordant au premier compartiment
(7), vu dans la direction de transport (F) de la bande métallique (1).
11. Dispositif selon l'une des revendications 4 à 9,
caractérisé en ce que
la chambre à rouleaux (3) présente un contour de section sensiblement rectangulaire
qui constitue l'un des compartiments (8) auquel se raccorde un second compartiment
(7) constitué par un canal de guidage (16) pour la bande métallique (1).