[0001] Die Erfindung betrifft ein Getriebe zum Heben und Senken einer Vorhangbahn. Ein solches
Getriebe lässt sich bei Raffrollos, Faltvorhängen und anderen Vorhängen einsetzen,
bei denen das Heben und Senken der Vorhangbahn durch das Aufwickeln von Zugschnüren
auf eine Wickelwelle erreicht wird.
[0002] Bei bekannten Raffvorhängen ist die Vorhangbahn mit einer oberen Randkante lösbar
an einem Befestigungsprofil festgelegt. Diese Vorhangbahn zeigt bei vollständiger
Absenkung eine im Wesentlichen glatte, senkrechte Fläche. Im hochgezogenen aufgewickelten
Zustand ist die Vorhangbahn zusammengefaltet und im Bereich der Wickelwelle angeordnet.
Das Anheben bzw. Herunterlassen der Vorhangbahn wird mittels einer Kugelkette vorgenommen,
die ein Getriebe der Wickelwelle antreibt. Dazu ist die Wickelwelle endseitig in Lagerelementen
drehbar gelagert. Diese Lagerelemente sind wiederum mit dem Befestigungsprofil verbunden.
An einer Seite der Wickelwelle umfasst das Lager ein Getriebe mit einem Kettenrad,
das über die Kugelkette angetrieben wird. Das Kettenrad besitzt einen angeformten
Achsstumpf der eine radiale Ausnehmung besitzt. In diese radiale Ausnehmung greift
ein Nocken eines Kupplungselementes. Dieser Nocken ist an der Innenfläche des zylindrischen
Kupplungselementes angeordnet. Das zylindrische Kupplungselement greift in den Hohlraum
der Wickelwelle endseitig ein. Wird nun das Kettenrad angetrieben, wird diese Drehbewegung
über das Kupplungselement auf die Wickelwelle übertragen. Dazu besitzt das zylindrische
Kupplungselement an der Mantelfläche entsprechende Erhebungen, die in korrespondierende
Ausnehmungen der Wickelwelle eingreifen. Bekannt ist auch, dass eine solche Kupplung
mit einem Bremselement ausgerüstet wird, damit die Wickelwelle in einer gewünschten
Stellung gehalten werden kann, d.h. die Vorhangbahn in aufgewickeltem oder teilweise
aufgewickeltem Zustand festgelegt werden kann.
[0003] Bei dem bekannten Getriebe wird dazu auf dem Zapfen, der das Kettenrad lagert, ein
federartiges Bremselement vorgesehen, wobei mehrere Wicklungen einer Feder um den
Zapfen herum angeordnet sind. Die Enden dieser Feder sind abgebogen und greifen in
die Ausnehmung des Achsstumpfes ein. Wird nun die V orhangbahn eines Raffvorhangs
hochgezogen, wirkt das Gewicht des Vorhanges derart auf die Wickelwelle, dass diese
bestrebt ist, sich in eine Richtung zu drehen. Der sich mitdrehende Nocken des Kupplungselementes
drückt dabei so gegen ein Ende der Feder, dass die Enden noch stärker zusammengezogen,
d.h. stärker auf den Zapfen gezogen werden. Das führt zu einem Abbremsen der Bewegung
der Wickelwelle. Die Feder muss daher eine Federkraft aufweisen, die dem Gewicht des
Vorhangs angepasst ist. Bei bestimmungsgemäßer Betätigung der Kugelkette und dem Inbewegungsetzen
des Kettenrades wird die Feder auseinandergezogen, d.h. geringfügig vom Lagerzapfen
abgehoben. Nachteilig bei dieser Vorrichtung ist, dass bei dieser Betätigung ein spürbarer
Widerstand zu überwinden ist, dies aufgrund der recht hohen Federkraft der als Bremselement
wirkenden Feder.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Getriebe zum Heben und Senken
einer Vorhangbahn zur Verfügung zu stellen, das mit einem Bremselement ausgerüstet
ist, das mit einer vergleichsweise geringen Federkraft auskommt.
[0005] Die Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruches 1 erfüllt. Das erfindungsgemäße
Getriebe wird über ein Antriebsrad, beispielsweise ein Kettenrad, manuell oder auch
bedarfsweise mittels eines Motors angetrieben. Die Bewegung des Antriebsrades wird
über eine Kupplung auf die Wickelwelle übertragen. Anders als bei dem bekannten Getriebe
greift jedoch die Wickelwelle in eine Bohrung des Kupplungsgliedes ein, d.h. das Kupplungsglied
umgreift die Wickelwelle. Da die Wickelwelle durch das Kupplungsglied hindurch geht,
kann die Wickelwelle die Vorhangbahn links und rechts überragen und an diesen Enden
mit dekorativen Kappen oder Zierelementen versehen werden. Die Kupplung zwischen Wickelwelle
und dem Kupplungsglied erfolgt in ähnlicher Weise wie bei bekannten Getrieben, beispielsweise
über eine Rastverbindung, wozu das Kupplungsglied an seiner zylindrischen Innenfläche
in Längsrichtung der Wickelwelle verlaufende Rastnasen aufweist, die in entsprechende
Ausnehmungen, beispielsweise eine an der Wickelwelle vorhandene in Längsrichtung verlaufende
Nut, eingreifen. Ist die Wickelwelle mit einer abragenden Stegleiste versehen, die
von einer Sehnenfläche der Wickelwelle abragt, können diese Rastnasen als Anschläge
für die Stegleiste und die Sehnenfläche fungieren.
[0006] Das zylindrische Kupplungselement ist endseitig in einem Gehäuse gelagert. Dazu weist
dieses Gehäuse symmetrisch zur Mittelachse der Wickelwelle vorgesehene Bohrungen auf,
in welchem das Kupplungselement drehbar gelagert ist, wenn ein Bremselement die Drehung
verhindert. Dieses Bremselement wirkt mit einem auf der Mantelfläche angeordneten
Nocken zusammen.
[0007] Zur Blockierung der Drehbewegung wird bei dem erfindungsgemäßen Getriebe ebenfalls
ein federartiges Bremselement vorgesehen, das in relativ großen Windungen gelegt ist
und in einer zylindrischen Aufnahme des Gehäuses angeordnet ist. Diese zylindrische
Aufnahme des Gehäuses besitzt einen größeren Durchmesser als der vom Nocken des Kupplungselementes
beschriebene Umfangskreis. Die Enden des federartigen Bremselementes sind nach innen
abgebogen. In den Zwischenraum zwischen diesen abgebogenen Enden ist der Nocken des
Kupplungselementes aufgenommen. Da das Gewicht des hochgezogenen Vorhanges, derart
auf die Wickelwelle wirkt, dass diese Wickelwelle bestrebt ist, sich in eine Richtung
zu bewegen, wobei diese Drehbewegung aufgrund der Wirkverbindung mit dem Kupplungselement
auf den Nocken des Kupplungselement übertragen wird, der Nocken an ein nach innen
gebogenes Ende des Bremselementes anschlägt und damit die Feder noch weiter in die
Wandung des Gehäuses hineindrückt, was nur in geringfügigem Maße möglich ist, wird
die Bewegung der Wickelwelle fast augenblicklich gebremst.
[0008] Soll die Vorhangbahn angehoben oder gesenkt und damit auch die Blockade durch das
Bremselement aufgehoben werden, wird das Antriebsrad angetrieben. Das Antriebsrad
des Getriebes ist ebenfalls im Gehäuse untergebracht. Es besitzt eine Innenbohrung
mit einem Durchmesser, der auf den Durchmesser der Mantelfläche des Kupplungselementes
abgestimmt ist, so dass das Antriebsrad das Kupplungselement in sich aufnehmen kann.
Das Antriebsrad ist mit einem sich in Achsrichtung erstreckenden teilringförmigen
Ansatz versehen. Die Enden des Teilringes begrenzen eine radiale Ausnehmung, in der
der Nocken und die beiden abgebogenen Enden des federartigen Bremselementes aufgenommen
sind.
[0009] Wird nun das Antriebsrad bestimmungsgemäß in Bewegung versetzt, so bewegt sich über
den teilringförmigen Ansatz das Bremsglied und zwar wird ein abgebogenes Ende so verschoben,
dass die beiden abgebogenen Enden aufeinander zu bewegt werden, was zu einer Verringerung
des Durchmessers der Federwindungen führt. Dadurch wird das Bremselement von der Wandung
des Gehäuses weggezogen und die Bremswirkung aufgehoben. Der sich in der Ausnehmung
des teilringförmigen Ansatzes des Antriebsrad befindliche Nocken wird bei der Drehung
des Antriebsrades mitgeführt und damit das Kupplungselement in Drehung versetzt. Diese
Drehbewegung wird dann über die Wirkverbindung mit der Wickelwelle auf diese übertragen.
[0010] Der besondere Vorteil des erfindungsgemäßen Getriebes liegt darin, dass bei vergleichbar
großen Vorhangbahnen ein Bremselement ausreichend ist, das im Vergleich zu dem bekannten
Bremselement nur ein Drittel der Zugkraft besitzt.
[0011] Darüber hinaus weist dieses Getriebe wesentliche Montagevorteile auf, da das Gehäuse
leicht am Befestigungsprofil vormontiert werden kann und anschließend die Wickelwelle
durch die vorgesehene Bohrung des Kupplungselementes hindurchführbar ist.
[0012] Bei einer bevorzugten Ausführung des Getriebes besteht das Gehäuse aus zwei Gehäuseschalen.
Eine Gehäuseschale besitzt die Aufnahme für das Bremselement und eine symmetrisch
zur Mittelachse der Wickelwelle ausgerichtete Bohrung für die Lagerung des einen Endabschnittes
des Kupplungselementes. Die andere Gehäuseschale besitzt ebenfalls eine symmetrisch
zur Mittelachse der Wickelwelle ausgerichtete Bohrung für die Lagerung des zweiten
Endabschnittes des Kupplungselementes. Diese beiden Bohrungen an den Gehäuseschalen
können unterschiedliche Durchmesser aufweisen, wenn an dem Kupplungselement Endabschnitte
mit unterschiedlichen Außendurchmessern vorgesehen sind. Dies hat den Vorteil, dass
das Kupplungselement nur in einer Ausrichtung im Gehäuse angeordnet werden kann, wodurch
eine Fehlmontage verhindert wird. Im Bereich der zweiten Gehäuseschale befindet sich
das Kettenrad. Für den Eingang und Ausgang der Kugelkette ist eine entsprechende Öffnung
an der Gehäuseschale vorgesehen.
[0013] Die Gehäuseschalen können über eine Schraubverbindung miteinander verbunden sein.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist oberhalb der Wickelwelle im Bereich des
Befestigungsprofils am Gehäuse eine in Richtung Befestigungsprofil geöffnete Nut vorgesehen,
in die ein Nutstein eines T-förmigen Verbindungselements eingreift. Der T-Verbinder
wiederum hintergreift mit seinen Schenkeln eine hinterschnittene Nut des Befestigungsprofils.
Zur Festlegung am Befestigungsprofil können Schrauben durch das obere Gehäuseteil
bis in das T-förmige Verbindungselement eingedreht werden.
[0014] Vorteilhaft bei diesem neuen Getriebe ist, dass beim bestimmungsgemäßen Betätigen
der Kugelkette das Getriebe leicht in Gang gesetzt werden kann, ohne dass ein merklicher
Widerstand überwunden werden muss. Damit ist es auch möglich, dieses Getriebe mittels
eines einfachen Motors zu betreiben.
[0015] Ein solches Getriebe kann zum Heben und Senken einer Vorhangbahn eines Raffrollos,
einer Jalousie oder eines Faltvorhangs Anwendung finden. Besonders bevorzugt ist der
Einsatz des Getriebes bei einem Raffvorhang, der mit seinem oberen Rand am Befestigungsprofil
lösbar festgelegt ist. Die Wickelwelle wird an ihrem einen Ende im Getriebe eingeführt,
d.h. in das zylinderförmige Kupplungselement. Am anderen Ende wird die Wickelwelle
in ein vergleichbares Gehäuse, das ausschließlich mit einem der Form des Kupplungselementes
ähnlichen Lagerring ausgestattet ist. Dieser Lagerring weist keinen Nocken auf. Mittels
der Kugelkette kann das Getriebe in Bewegung gesetzt werden und eine Anzahl von Zugschnüren
auf die Wickelwelle auf- oder abgewickelt werden. Dies bewirkt ein Heben oder Senken
der Vorhangbahn. Des Weiteren ist durch das Getriebe sichergestellt, dass die Vorhangbahn
in beliebiger aufgewickelter bzw. abgewickelter Stellung gehalten werden kann. Für
einen solchen Raffvorhang können bekannten Hohlwellen als Wickelwelle verwendet werden.
Sowohl Wickelwellen mit einer am Außenumfang angeordneten, in Längsrichtung der Wickelwelle
verlaufenden Nut, als auch Wickelwellen mit einem abragenden Steg der von einer Sehnenfläche
der Wickelwelle ausgeht. In diesen Fällen können im Lagerring und im Kupplungselement
in Längsrichtung der Wickelwelle verlaufende Rastnasen vorgesehen werden, die in die
Nut eingreifen oder als Anschläge für die Stegleiste und die Sehnenfläche dienen.
[0016] Weitere Einzelheiten der Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung zu entnehmen.
In der Zeichnung ist die Erfindung in einem Ausführungsbeispiel dargestellt. Die Erfindung
ist jedoch nicht auf dieses Ausführungsbeispiel beschränkt. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Rückansicht eines erfindungsgemäßen Raffvorhangs mit dem erfindungsgemäßen Getriebe,
- Fig. 2
- eine Schnittdarstellung durch den Raffvorhang gemäß Fig. 1 mit Blick auf das Lager,
- Fig. 3
- eine Schnittdarstellung durch den Raffvorhang gemäß Fig. 1 mit Blick auf das Getriebe,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht des Lagerrings,
- Fig. 5a
- eine Ansicht einer Gehäusehälfte des Getriebes,
- Fig. 5b
- eine Seitenansicht des Kupplungselementes,
- Fig. 5c
- eine Seitenansicht des Antriebsrades,
- Fig. 5d
- eine Ansicht der zweiten Gehäusehälfte,
- Fig. 6
- eine Ansicht des montierten Getriebes.
[0017] Der in Fig. 1 dargestellte Raffvorhang 1 umfasst eine Vorhangbahn 2, die von ihrer
Rückseite zu sehen ist. Diese Vorhangbahn 2 ist, wie aus der Fig. 2 und 3 zu ersehen,
mit ihrem oberen Rand 6 an einem Befestigungsprofil 3 festgelegt. Hierfür ist ein
im Befestigungsprofil 3 angeordnetes Klettband und ein im oberen Rand 6 der Vorhangbahn
2 festgelegtes Flauschband vorgesehen. Diese Klettverbindung ermöglicht im Bedarfsfall
ein leichtes und problemloses Abtrennen der Vorhangbahn 2 von dem horizontalen Befestigungsprofil
3, insbesondere wenn der Raffvorhang 1 gereinigt werden soll. Auf der Rückseite der
Vorhangbahn 2 verlaufen eine Anzahl von Zugschnüren 4. Diese Zugschnüre 4 sind am
unteren Rand 9 der Vorhangbahn 2 mit ihren unteren Enden festgelegt, mittels des Befestigungsrings
8. Ausgehend von dem jeweiligen unteren Ende verlaufen die Zugschnüre vertikal entlang
der Vorhangbahn 2, wo sie durch Führungsschlaufen 7 geführt sind, bis sie die Wickelwelle
10 erreichen, wo sie mittels einer Klammer 20 festgelegt sind.
[0018] Die Wickelwelle 10 ist bevorzugt ein stranggepresstes Hohlprofil. In diesem Fall
ist die Wickelwelle 10 mit einer abragenden Stegleiste 14 versehen, auf der die Klammern
20 festgelegt werden können. Diese Stegleiste 14 ist außermittig an einer Sehnenfläche
13 der Wickelwelle 10 angeformt. Diese Stegleiste 14 überragt dabei den Umfangskreis
der Wickelwelle 10 nicht.
[0019] Auf der rechten Seite ist die Wickelwelle durch ein Lagergehäuse 30 hindurchgeführt.
Dieses Lagergehäuse 30 besteht aus zwei Schalen 31, 32, mit jeweils einer zur Mittelachse
der Wickelwelle 10 ausgerichteten Bohrung 38. In dem Lagergehäuse 30 ist ein Lagerring
32 angeordnet, der endseitig in den Bohrungen 38 der Gehäuseschale 31 bzw. 32 drehbar
gelagert ist. Der Durchmesser der Bohrung 38 der Gehäuseschale 31 und der Durchmesser
der Bohrung 38 der Gehäuseschale 32 kann gleich groß sein, aber auch unterschiedlich.
Im Ausführungsbeispiel wird ein Lagerring 33 verwendet, der in seiner Seitenansicht
in Fig. 4 dargestellt ist. Dieser Lagerring besitzt durchgängig einen gleichen Innendurchmesser,
jedoch Teilringe 332, 333, 334, 335 mit unterschiedlichem Außendurchmesser. Den größten
Außendurchmesser d3 zeigt die Mantelfläche 333, wo hingegen die endseitigen Teilringe
332 und 335 jeweils einen geringeren Außendurchmesser, nämlich d2 und d1 besitzen.
Auf diese Weise kann der in die Bohrung 38 eingeführte Lagerring 33 innerhalb des
Gehäuses 30 nicht verrutschen. Auf der Innenfläche des Lagerrings 33 ragen zwei Nasen
39 ab, die in Wirkverbindung mit der Wickelwelle 10 stehen.
[0020] Das Lagergehäuse 30 ist am Befestigungsprofil 3 festgelegt. Dafür ist eine in Richtung
des Befestigungsprofils 3 weisende Nut 35 am Kopf des Lagergehäuses 30 vorgesehen.
Diese Nut 35 dient der Aufnahme eines Nutsteins eines T-förmigen Verbinders 36, der
andererseits mit seinen Schenkeln eine Nut im Befestigungsprofil 3 hintergreift (siehe
Fig. 2), durch Befestigungsmittel 37, vorzugsweise Schrauben, die jeweils durch den
Kopf einer Gehäuseschale 31 und 32 bis in den Verbinder 36 reichen. Durch Anziehen
der Schrauben 37 wird der Verbinder 36 in die Nut 35 gezogen und damit eine feste
Verbindung zum Befestigungsprofil 3 hergestellt.
[0021] Wie in Fig. 1 dargestellt, ist auf der linken Seite der Wickelwelle 10 ein vergleichbares
Lagergehäuse 40 vorgesehen, das Teil des erfindungsgemäßen Getriebes ist. Das Lagergehäuse
40 ist ebenfalls aus zwei Schalen 41, 42 aufgebaut und wird in gleicher Weise am Befestigungsprofil
3 über ein Verbindungsmittel 46, das in eine Nut 45 am Kopf des Gehäuses 40 eingreift
und mittels Befestigungsschrauben 47 am Befestigungsprofil 3 festgelegt. Ein dem Lagerring
33 ähnlicher Ring wird im Gehäuse 40 als Kupplungselement 43 verwendet. Dieses Kupplungselement
43 ist in einer Seitenansicht in der Fig. 5b gezeigt. Das Kupplungselement 43 hat
einen durchgängig gleichen Innendurchmesser, der dem Innendurchmesser des Lagerrings
33 entspricht. An der Innenfläche des Kupplungselements 43 sind in gleicher Weise
Rastnasen 49 zur Wirkverbindung mit der Wickelwelle 10 vorgesehen. Wie aus Fig. 3
zu ersehen, ragen diese Nasen 49 in einem Raum zwischen Stegleiste 14 und Sehnenfläche
13 der Wickelwelle 10. Das Kupplungselement 43 ist endseitig in Öffnungen 48 der Gehäuseschalen
41, 42 gelagert, wobei der Außendurchmesser d1 des endseitigen Teilrings 435 mit dem
Durchmesser der Bohrung 48 der Gehäusehälfte 42 übereinstimmt und der Außendurchmesser
d2 des endseitigen Teilrings 432 mit dem Durchmesser der Bohrung 48 der Gehäusehälfte
41. Wie aus Fig. 5b zu ersehen, ist der Außendurchmesser d1 und d2 der endseitigen
Teilringe 435, 432 unterschiedlich gewählt, ebenso der Durchmesser D1 und D2 der Bohrungen
48 der Gehäusehälften 41 und 42. Dadurch wird gewährleistet, dass bei der Montage
des Getriebes das Kupplungselement 43 in der richtigen Ausrichtung im Gehäuse 40 angeordnet
wird.
[0022] Der Außendurchmesser d3 der Mantelfläche 433 des Kupplungselements 43 ist größer
gewählt, als der Außendurchmesser D1, D2 der endseitigen Teilringe 432, 435, um ein
Verrutschen des Kupplungselementes innerhalb des Gehäuses 40 zu verhindern.
[0023] Des Weiteren besitzt das Kupplungselement 43 einen an der Mantelfläche 433 angeformten
Nocken 431. Wie am besten aus Fig. 6 zu ersehen, greift der Nocken 431 in einen Raum
zwischen den nach innen abgebogenen Enden 61, 62 des Bremselementes 60. Dieses Bremselement
60 ist in einer zylindrischen Aufnahme 413 der Gehäusehälfte 41 aufgenommen. Das Bremselement
60 ist dabei aus einem Metalldraht gefertigt, der ringförmige Windungen besitzt, die
mit der Wandung der Gehäusehälfte 41 zusammenwirken. Werden die nach innen gebogenen
Enden 61, 62 auseinandergespreizt, so wird das Bremselement 60 in die Aufnahme 413
gedrückt. Werden andererseits die Enden 61, 62 zusammengeführt, so führt das dazu,
dass sich der Durchmesser des Bremselementes 60 verringert und das Bremselement 60
aus der Aufnahme 413 herausgezogen wird. Durch das Gewicht der angehobenen Vorhangbahn
2 wird ein Drehmoment auf die Wickelwelle 10 in Richtung des Pfeiles B ausgeübt. Die
Wickelwelle 10 kann sich gemäß Fig. 3 geringfügig bewegen, nämlich bis die Sehnenfläche
13 an die Rastnase 49 anschlägt und das Kupplungselement 43, an dem sich die Rastnasen
49 befinden, eine Weiterdrehung verhindert. Diese Weiterdrehung wird durch das Kupplungselement
43 verhindert, weil der von der Mantelfläche 433 abragende Nocken 431 gegen ein Ende
61, 62 des Bremselementes 60 schlägt und das in die Aufnahme 413 gedrückte Bremselement
60 die Weiterbewegung blockiert. Die Blockade kann erst durch eine Bewegung des Antriebsrades
50 aufgehoben werden.
[0024] Das Antriebsrad 50 ist in der Fig. 5c gezeigt. Es besteht aus einem Kettenrad 51,
an dem in Abstand voneinander mehrere Ausnehmungen für die Kugeln der Kugelkette 5
angeordnet sind. Benachbart zum Kettenrad ist eine ringförmige Wandung, die ein Herausgleiten
der Kugelkette 5 verhindert. Diese Wandung ist Teil des Ringes 52. Gegenüber vom Kettenrad
51 benachbart zum Ring 52 ist in Achsrichtung ein teilringförmiger Ansatz 53, mit
einer radialen Ausnehmung 56, die von den Anschlagflächen 54 und 55 begrenzt wird,
vorgesehen.
[0025] In diese Ausnehmung 56 greifen von oben her die abgebogenen Enden 61, 62 des Bremselementes
60 und von unten der Nocken 431 des Kupplungselementes 43. Das Kettenrad 51 wird durch
die Kugelkette 5 angetrieben. Diese Drehung des Antriebsrades 50 bewirkt ein Zusammendrücken
der Enden 61, 62 des Bremselementes 60, welches damit aus der Aufnahme 413 herausgezogen
wird und sich mitdreht. Durch Aufhebung der Blockade ist auch das Kupplungselement
43 bewegbar, welches durch den angeformten Nocken 431 zusammen mit dem Bremselement
60 vom Antriebsrad 50 mitgedreht wird. Diese Drehbewegung in Richtung A wird auf die
Wickelwelle 10 übertragen, so dass sich die Zugschnüre 4 der Vorhangbahn 2 aufwickeln
und der Vorhang anheben lässt.
[0026] Der in Fig. 1 dargestellte Vorhang 1 hat eine Breite von 1,60 m. Für diesen Vorgang
wurde ein Bremselement 60 mit einer Federkraft von 700g eingesetzt. Im Vergleich zu
bekannten Getrieben für diese Vorhangbreiten wird somit nur ein Drittel der Zugkraft
benötigt. Diese geringe Federkraft ist beim Betätigen des Vorhangs ohne spürbaren
Widerstand überwindbar, was vom Anwender als angenehm empfunden wird.
[0027] Des Weiteren bietet der neue Raffvorhang 1 viele neue gestalterische Möglichkeiten.
Einerseits können die Enden der Wickelwelle 10 einfach durch Endkappen 11, 12 verschlossen
werden, aber auch Wickelwellen 10 verwendet werden, die endseitig wesentlich aus den
Lagergehäusen 30, 40 herausragen. Auf diesen herausragenden Enden können Zierelemente
angeordnet werden. Die Wickelwelle 10 selbst kann in einem gewünschten Design (Farbe,
Form) gestaltet sein und es ist auch möglich, die Lagergehäuse sowie das Getriebe
in diese besondere Gestaltung mit einzubeziehen. Das Lagergehäuse 30, 40 ist im vorliegenden
Beispiel aus durchsichtigem Kunststoff gefertigt.
Bezugszeichenliste:
[0028]
- 1
- Raffvorhang
- 2
- Vorhangbahn
- 3
- Befestigungsprofil
- 4
- Zugschnur
- 5
- Kette
- 6
- obere Rand
- 7
- Führungsschlaufen
- 8
- Befestigungsring
- 9
- untere Rand
- 10
- Wickelwelle
- 11
- Endkappe
- 12
- Endkappe
- 13
- Sehnenfläche
- 14
- Stegleiste
- 20
- Klammer
- 30
- Lagergehäuse
- 31
- Schale, linke
- 32
- Schale, rechte
- 33
- Lagerring
- 332
- Teilring
- 333
- Mantelfläche
- 334
- Teilring
- 335
- Teilring
- 34
- Befestigungsmittel
- 35
- Nut
- 36
- Verbinder mit Nutstein
- 37
- Befestigungsmittel
- 38
- Bohrung
- 39
- Nase
- 40
- Lagergehäuse
- 41
- Schale, linke
- 411
- Schalenwandung, obere
- 412
- Schalenwandung, untere
- 413
- zylindrische Aufnahme
- 42
- Schale, rechte
- 421
- Schalenwandung
- 423
- Stützwand
- 424
- Öffnung
- 43
- Kupplungselement
- 431
- Nocken
- 432
- Teilring
- 433
- Mantelfläche
- 434
- Teilring
- 435
- Teilring
- 436
- Innenbohrung
- 44
- Befestigungsmittel
- 45
- Nut
- 46
- Verbinder mit Nutstein
- 47
- Befestigungsmittel
- 48,
- Bohrung
- 49
- Nase
- 50
- Antriebsradrad
- 51
- Kettenrad
- 52
- Ring
- 53
- Teilring
- 54
- Anschlagfläche
- 55
- Anschlagfläche
- 56
- Aufnahme
- 60
- Feder
- 61
- Federhaken
- 62
- Federhaken
- A
- Drehrichtung
- B
- Drehrichtung
- D1
- Innendurchmesser
- D2
- Innendurchmesser
- d1
- Außendurchmesser 335, 435
- d2
- Außendurchmesser 332, 334,432, 434
- d3
- Außendurchmesser 333, 433
1. Getriebe zum Heben und Senken einer Vorhangbahn (2), insbesondere eines Raffvorhanges
(1),
mit einem Antriebsrad (50), das über eine Kupplung (40; 43) mit einer Wickelwelle
(10) verbunden ist, wobei die Kupplung (40; 43) ein federartiges Bremselement (60)
aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Wickelwelle (10) eine Bohrung (436) eines ersten zylindrischen Kupplungsgliedes
(43) durchgreift und mit diesem Kupplungsglied (43) in Wirkverbindung (13, 14; 49)steht,
wobei dieses erste Kupplungselement (43) endseitig (432, 435) in einem Gehäuse (40)
drehbar gelagert ist und an seiner Mantelfläche (433) einen Nocken (431) aufweist,
wobei das Antriebsrad (50) das erste Kupplungselement (43) in sich aufnimmt und einen
teilringförmigen Ansatz (53) mit einer Ausnehmung (56) aufweist, in der der Nocken
(431) des ersten Kupplungselementes (43) und die abgebogenen Enden (61, 62) des Bremselementes
(60) aufgenommen sind,
wobei die Windungen des federartigen Bremselementes (60) in einer zylinderförmigen
Aufnahme (413) des als zweites Kupplungselement fungierenden Gehäuses (40) aufgenommen
sind,
wobei durch das Gewicht der Vorhangbahn (2) das Bremselement (60) blockiert und wobei
durch die Bewegung des Antriebsrades (50) das Bremselement (60) aus der Sperrstellung
überführbar ist.
2. Getriebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch das Gewicht der Vorhangbahn (2) der Nocken (431) an das Ende (61) oder an das
Ende(62) anschlägt und verhindert, dass die Enden (61, 62) aufeinander zu bewegt werden
können, so dass aufgrund der Federkraft das Bremselement in Reibschluß mit der Wandung
der Aufnahme (413) verbleibt.
3. Getriebe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Bewegung des Antriebsrades (50) die Enden (61, 62) aufeinander zu bewegt
werden und sich der Durchmesser des Bremselementes verringert, wodurch das Bremselement
(60) von der Wandung der Aufnahme (413) abgehoben und der Reibschluß aufgehoben wird.
4. Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsrad (50) als Kettenrad ausgebildet ist und durch eine Kugelkette manuell
oder mittels eines Motors antreibbar ist.
5. Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (40) zwei Gehäuseschalen (41, 42) umfasst, wobei die Gehäuseschale (41)
die Aufnahme (413) für das Bremselement (60) besitzt und eine symmetrisch zur Mittelachse
der Wickelwelle (10) ausgerichtete Bohrung (48') für die Lagerung des Endabschnittes
(432) und wobei die Gehäuseschale (42) eine Öffnung (424) für den Eingang sowie den
Ausgang der Kugelkette (5) besitzt und eine symmetrisch zur Mittelachse der Wickelwelle
(10) ausgerichtete Bohrung (48) für die Lagerung des Endabschnittes (435).
6. Getriebe nach Anspruch 5 dadurch gekennzeichnet, dass die Gehäuseschalen (41,42) über mindestens eine Schraubverbindungen (44; 45,46,47)
miteinander verbunden sind.
7. Getriebe nach Anspruch 6 dadurch gekennzeichnet, dass die Schraubverbindung (45, 46, 47) gleichzeitig der Festlegung des Gehäuses (40)
am Befestigungsprofil (3) dient.
8. Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Kupplungsglied (43) radial nach innen weisende Rastnasen (49) aufweist, die in
die Wickelwelle (10) zur Übertragung der Drehbewegung eingreifen.
9. Getriebe nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Kupplungsglied (43) zwei radial nach innen weisende Rastnasen (49) aufweist,
deren Abstand geringer ist als die Breite der vorgesehenen Aufnahme an der Wickelwelle
(10).
10. Getriebe nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass Aufnahme an der Wickelwelle (10) durch eine Sehnenfläche (13) und eine von der Sehnenfläche
(13) abragende Stegleiste (14) gebildet ist.
11. Raffvorhang mit einer Vorhangbahn (2), die mit ihrem oberen Rand (6) an einem horizontalen
Befestigungsprofil (3) lösbar festgelegt ist, mit je einem Gehäuse (30) und einem
das Gehäuse (40) für die drehbare Lagerung der Wickelwelle (10), auf welche eine Anzahl
von Zugschnüre (4) mittels der Klammern (20) aufwickelbar bzw. abwickelbar ist und
damit ein Heben oder Senken der Vorhangbahn (2) bewirkt wird, wobei für die Drehung
der Wickelwelle (10) und für ein Halten der Wickelwelle (10) in einer gewünschten
Stellung, die einer aufgewickelten bzw. abgewickelten Stellung der Vorhangbahn (2)
entspricht, ein Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 10 vorgesehen ist.
12. Raffvorhang nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Wickelwelle (10) eine Hohlwelle ist.
13. Raffvorhang nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Enden der Wickelwelle (10) die Vorhangbahn (2) links und rechts überragen und
diese Enden mit Endkappen (11, 12) verschlossen sind.
14. Raffvorhang nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Enden der Wickelwelle (10) mit dekorativen Zierelementen versehen sind.