[0001] Die Qualität eines Messers hängt zu großen Teilen von der Verbindung zwischen Messergriff
und Messerklinge ab. In den meisten Herstellungsverfahren weist die Messerklinge ein
Anschlussstück auf, welches in den Messergriff ragt. Dieses Anschlussstück wird Erl
oder Angel genannt. Zur Ausbildung des Messergriffs werden Griffschalen am Erl vernietet,
verschraubt, oder verklebt. Der Erl durchläuft den Messergriff und ist in der Regel
an den Seitenflächen, beim Durchlaufen der gesamten Grifflänge auch am Griffkopf,
sichtbar. Eine weitere Verbindungsmöglichkeit zwischen Messergriff und Messerklinge
ist ein Verschrauben von Messerklinge und Messergriff, wie beispielsweise aus
DE 44 09 976 A1 bekannt. Eine weitere Alternative für die Ausbildung des Messergriffs ist das Umspritzen
des Erls mit einem Griffmaterial, oftmals einem thermoplastischen Kunststoff.
[0002] Der Erl ist in der Regel einstückig an der Messerklinge vorgesehen und besteht aus
dem gleichen Material wie die Messerklinge selbst, meistens einem hochwertigen Stahl,
insbesondere Edelstahl. Zur Sicherstellung einer stabilen Messergriffanbindung muss
der Erl eine Mindestlänge weit in den Messergriff ragen. Daraus ergibt sich der Nachteil,
dass hochwertiges und somit kostenintensives Klingenmaterial zur Messerherstellung
eingesetzt werden muss, ohne im späteren Gebrauch des Messers als Teil des zum Schneiden
nutzbaren Klingenblatts zur Verfügung zu stehen.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Verbindung zwischen einem Messergriff
und einer Messerklinge zu entwickeln, die eine Reduzierung des zur Messergriffanbindung
eingesetzten Klingenmaterials und zugleich eine herstellungstechnische Vereinfachung
darstellt.
[0004] Die Aufgabe wird durch die Bereitstellung eines Armierungskörpers eines Messergriffs,
insbesondere aus Metall, gelöst. Der Armierungskörper weist zumindest einen in einer
axialen Richtung verlaufenden Steg und zumindest ein am Ende des Stegs vorgesehenes
Anbindungsmittel auf, wobei das Anbindungsmittel zur Ausbildung einer in axialen Richtung
kraftschlüssigen Verbindung mit einem entsprechenden, an einem Erl einer Messerklinge
vorgesehenen Gegenstück ausgebildet ist.
[0005] Der erfindungsgemäße Armierungskörper wird mit Hilfe des Anbindungsmittels an dem
Erl einer Messerklinge angebunden, so dass der Steg des Armierungskörpers als Verlängerung
des Erls in den Messergriff ragt. Auf diese Weise wird die Länge des in den Messergriff
ragenden Teilstücks der Messerklinge möglichst kurz und folglich die Menge des zur
Messergriffanbindung eingesetzten Klingenmaterials möglichst gering gehalten. Für
den Armierungskörper kann ein anderes, insbesondere kostengünstigeres Material als
das Klingenmaterial gewählt werden. Die Erfindung bietet ferner den fertigungstechnischen
Vorteil, dass unterschiedliche Messerklingen und unterschiedliche Messergriffformen
und -größen durch die Wahl entsprechender Armierungskörper miteinander kombiniert
werden können.
[0006] Die Verbindung zwischen dem Armierungskörper und der Messerklinge ist in axialer
Richtung, mit anderen Worten in der durch die Messerklinge und den Steg des Armierungskörpers
ausgezeichneten Richtung, kraftschlüssig und somit in diese Richtung nicht lösbar
ausgebildet. Die Verbindung wird durch einen Formschluss und/oder Materialschluss
zwischen dem Anbindungsmittel des Armierungskörpers und einem entsprechenden Gegenstück
am Erl einer Messerklinge hergestellt.
[0007] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Armierungskörpers ist
das Anbindungsmittel eine Anformung, wie ein Vorsprung, oder eine Aussparung, wie
ein Loch, im Endbereich des Stegs.
[0008] Ein derartiges Anbindungsmittel erlaubt die Bildung eines Formschlusses, welcher
durch ein Ineinanderstecken von Anbindungsmittel und Gegenstück gebildet wird. Durch
ein Ineinandergreifen der beiden zu verbindenden Teile wird die ihn axialer Richtung
kraftschlüssige Verbindung sichergestellt und dadurch bewirkt, dass ein derartiges
Anbindungsmittel eine hintergreifbare Fläche aufweist, welche quer zur axialen Richtung
gerichtet und vom Anbindungsende des Armierungskörpers abgewandt ist. Die Aussparung
bzw. die Anformung ist bevorzugt an einer Anbindungsfläche vorgesehen, welche beim
Formschluss zwischen Anbindungsmittel und Gegenstück an einer entsprechenden Fläche
des Erls an-oder aufliegt. Das Herstellen einer Steckverbindung zwischen einer Anformung
und einer Aussparung, die jeweils gegenstückartig an dem Erl und dem Armierungskörper
vorgesehen sind, stellt einen einfachen Fertigungsschritt dar.
[0009] Zur Ausbildung eines Materialschlusses kann das Anbindungsmittel des Armierungskörpers
als Fläche ausgebildet sein, welche mit dem ebenfalls flächig ausgebildeten Gegenstück
des Erls verklebt, verschweißt, verlötet oder in anderer Weise an dieser fixiert wird.
Bei der Ausbildung eines Formschlusses mittels einer Steckverbindung zwischen dem
Anbindungsmittel und dem Gegenstück sind derartige zusätzliche Fertigungsschritte
zur Anbindung entbehrlich.
[0010] Weiter ist das Anbindungsmittel bevorzugt quer zur axialen Erstreckung des Stegs
ausgerichtet.
[0011] In dieser Ausführungsform des erfindungsgemäßen Armierungskörpers ist die Verbindung
zwischen dem Anbindungsmittel und einem entsprechenden Gegenstück ausschließlich in
eine radiale Richtung, die quer zur axialen Richtung des Kraftschlusses liegt, einsetz-
bzw. lösbar. Darüber hinaus ist die Einsetz- bzw. Löserichtung der kraftschlüssigen
Verbindung vorteilhafterweise annähernd quer zur Hauptbeanspruchungsrichtung des Messers,
der Richtung einer mit dem Messer durchgeführten Schnittbewegung, ausgerichtet, so
dass die Löserichtung der kraftschlüssigen Verbindung beim üblichen Gebrauch des Messers
nicht belastet wird.
[0012] In einer weiteren bevorzugten Ausführung des Armierungskörpers ist an dem zumindest
einen Steg zumindest ein Querteil vorgesehen, welches in einer radialen Richtung über
den Steg hinausragt.
[0013] Durch ein am Steg vorgesehenes Querteil erhält der erfindungsgemäße Armierungskörper
einen skelettartigen Aufbau, welcher die Stabilität eines auszubildenden Messergriffs
erhöht. Ein am Anbindungsende des Armierungskörpers vorgesehenes Querteil kann zudem
zu einer Stabilisierung der Verbindung zwischen Anbindungsmittel und Gegenstück dienen,
indem das Querteil im angebundenen Zustand des Armierungskörpers an End- und/oder
Seitenflächen des Erls anliegt und somit ein Verdrehen, Verkippen oder Verrutschen
der Verbindung verhindert. Die Anzahl und die Ausgestaltung der am Armierungskörper
vorgesehenen Querteile bestimmt das Gesamtgewicht des Armierungskörpers, woraus sich
der Vorteil ergibt, dass ein bestimmtes Gewicht des Messergriffs aus Armierungskörper
und Griffmaterial eingestellt werden kann. Dies erlaubt die Herstellung eines ausbalancierten
Messers, welches sich durch eine bestimmte Gewichtsverteilung von Messergriff und
Messerklinge auszeichnet.
[0014] In einer bevorzugten Ausführung des Armierungskörpers sind der zumindest eine Steg
und das zumindest eine Querteil mindestens annähernd spiegelbildlich zu einer Mittelebene
des Armierungskörpers ausgebildet.
[0015] Eine symmetrische Ausführung des erfindungsgemäßen Armierungskörpers vereinfacht
eine symmetrische Ausgestaltung des Messergriffs. Das Anbindungsmittel ist bevorzugt
derart ausgerichtet, dass die Messerklinge nach Verbindung von Messerklinge und Messergriff
in der symmetriegebenden Mittelebene des Armierungskörpers liegt. Die spiegelbildliche
Ausführung des Armierungskörpers stellt darüberhinaus eine Gewichtsbalance im Messergriff
sicher, was vorteilhaft für eine Handhabung des Messers ist.
[0016] Weiter weist das zumindest eine Querteil bevorzugt Durchgangslöcher in axialer Richtung
auf.
[0017] Die Durchgangslöcher, welche bevorzugt symmetrisch an dem bzw. den Querteilen vorgesehen
sind, dienen neben der Gewichtsbalance einer Fixierung des Erls mit dem angebundenen
Armierungskörper im Messergriff. Bei einer Ausbildung des Messergriffs aus einem fließfähigen
Griffmaterial entstehen Materialbrücken durch die Durchgangslöcher, über die ein vor
einem Querteil und ein hinter einem Querteil liegendes Teilstück des Messergriffs
miteinander verbunden sind. Bei einer Hintereinanderordnung mehrerer Querteile und
entsprechend angeordneten Durchgangslöchern entstehen Materialbahnen, die den Messergriff
in seiner gesamten Länge durchlaufen und ihn auf diese Weise fest mit dem Armierungskörper
und der Messerklinge verbinden.
[0018] In einer weiteren bevorzugten Ausführung ist der Armierungskörper dadurch gekennzeichnet,
dass er einstückig ist.
[0019] Eine einstückige Ausführung des erfindungsgemäßen Armierungskörpers stellt eine hohe
Stabilität des Armierungskörpers sicher und bietet den fertigungstechnischen Vorteil,
dass ein herzustellendes Messer im wesentlichen einen zweiteiligen Aufbau aus einer
Messerklinge und einem Armierungskörper aufweist. Der Armierungskörper kann gesintert,
umgeformt, gefräst, gegossen, gespritzt oder in anderer Weise mechanisch verarbeitet
sein und ist bevorzugt als Formteil ausgebildet.
[0020] Gegenstand der Erfindung ist weiter ein Messer, welches einen erfindungsgemäßen Armierungskörper,
der zumindest einen in einer axialen Richtung verlaufenden Steg und zumindest ein
am Ende des Stegs vorgesehenes Anbindungsmittel aufweist, und eine Messerklinge mit
einem Erl, an dem ein Gegenstück zum Anbindungsmittel vorgesehen ist, umfasst. Dabei
sind das Anbindungsmittel und das Gegenstück in axialer Richtung kraftschlüssig miteinander
verbunden, und der Erl und der Armierungskörper sind zumindest teilweise von einem
Griffmaterial umgeben.
[0021] Die Verbindung zwischen Messerklinge und Messergriff wird bei dem erfindungsgemäßen
Messer durch eine in axiale Richtung kraftschlüssige Verbindung zwischen dem Armierungskörper
und der Messerklinge sichergestellt. Der Materialschluss und/oder Formschluss zwischen
dem Anbindungsmittel und dem Gegenstück gewährleistet den Kraftschluss, wobei ein
Formschluss bevorzugt als fertigungstechnisch einfache Steckverbindung ausgebildet
ist. Der Erl und der Armierungskörper sind von Griffmaterial, wie Griffschalen, umgeben,
wobei Teile das Armierungskörpers und/oder des Erls sichtbar bleiben können. Durch
das Griffmaterial wird der eigentliche Körper des Messergriffs aufgebildet und ausgeformt.
Mithilfe einer Wahl verschiedener Griffschalen kann ein Armierungskörper als Grundgerüst
für verschiedene Messergriffkörper dienen.
[0022] In einer bevorzugten Ausführung des erfindungsgemäßen Messers ist das Griffmaterial
eine aushärtbare Spritz- oder Gussmasse, die nach Umspritzung des Armierungskörpers
dauerhaft aushärtet.
[0023] Ein gegossener oder gespritzter Messergriff, der beispielsweise aus einem thermoplastischen
Kunststoff besteht, bietet eine glatte, oftmals auch porenfreie, Oberfläche, welche
eine rückstandsfreie, einfache Reinigung und somit eine optimale Hygiene sicherstellt.
Ein Armierungskörper, der Durchgangslöcher in den Querteilen und/oder im Steg aufweist,
wird durch die in den Durchgangslöchern entstehenden Materialbrücken besonders fest
in einem Messergriff aus einer aushärtbaren Spritz- oder Gussmasse fixiert und verankert.
[0024] In einer weiteren bevorzugten Ausführung ist der Erl in der Ebene der Messerklinge
angeordnet.
[0025] Eine Anordnung des bevorzugt als Flacherl ausgebildeten Erls in der Ebene der Messerklinge
bietet den Vorteil, dass sowohl die Messerklinge in einfacher Weise, wie durch Stanzen,
hergestellt als auch der Armierungskörper in einer vorteilhaften radialen Richtung,
welche quer zur Hauptbeanspruchungsrichtung des Messers liegt, angebunden werden kann.
Die Messerklinge weist bevorzugt einen geschmiedeten, gestauchten oder angeschweißten
Kropf auf, an dem einstückig angeformt der Erl vorgesehen ist. In einer bevorzugten
Ausführung der Messerklinge ist der Erl gestanzt. Die Handhabungssicherheit des Messergriffs
wird durch den als vorderen Handschutz dienenden Kropf und die Wahl eines rutschfesten
Griffmaterials erhöht.
[0026] Die Erfindung umfasst weiter ein Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemäßen
Messers, das einen Armierungskörper mit zumindest einem in einer axialen Richtung
verlaufenden Steg und zumindest einem am Ende des Stegs vorgesehenen Anbindungsmittel
und einer Messerklinge mit einem Erl, an dem ein Gegenstück zum Anbindungsmittel vorgesehen
ist, umfasst. In einem ersten Verfahrensschritt 1 werden das Anbindungsmittel und
das Gegenstück miteinander verbunden. In einem zweiten Verfahrensschritt 2 wird das
Griffmaterial am Erl und am Armierungskörper angebracht.
[0027] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines Messers zeichnet sich durch
die geringe Anzahl an Verfahrensschritten aus. Nach Erstellung des aus zwei Teilen,
der Messerklinge und dem Armierungskörper, zusammengesetzten Grundkörpers wird der
gewünschte Messergriff mittels Griffmaterial angeformt. Das Griffmaterial kann am
Armierungskörper und/oder am Erl verklebte, vernietete oder verschraubte Griffschalen
umfassen.
[0028] In einer bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens werden in Verfahrensschritt
2 der Erl und der Armierungskörper mit einer aushärtbaren Spritz- oder Gussmasse umspritzt
oder umgossen. Zudem schließt sich ein weiterer Verfahrensschritt 3, das Aushärten
der Spritz- oder Gussmasse, an.
[0029] In dieser Ausführungsvariante wird der Messergriff angespritzt oder angegossen. Nach
dem Aushärten der Spritz- oder Gussmasse bilden der Messergriff mit dem Armierungskörper
und die mit dem Armierungskörper kraftschlüssig verbundene Messerklinge eine untrennbare
Einheit. Eine derartige Anbindung des Griffmaterials entbehrt zusätzlicher Verfahrensschritte
zu ihrer Befestigung am Armierungskörper und am Erl.
[0030] In einer weiteren bevorzugten Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden
in Verfahrensschritt 2 der Erl und der Armierungskörper in einer derartigen Weise
ummantelt, dass zumindest Teilflächen des Armierungskörpers in der Außenoberfläche
des Messergriffs liegen.
[0031] In dieser bevorzugten Verfahrensvariante dient der Armierungskörper als formgebendes
Element, als ein Messer kennzeichnendes Element und darüber hinaus als Designelement.
[0032] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und den Figuren
der Zeichnung. Der erfindungsgemäße Armierungskörper und das erfindungsgemäße Messer
sind in unterschiedlichen Ausführungsbeispielen und in unterschiedlichen Stadien des
erfindungsgemäßen Verfahrens in den Figuren 1a bis 1d sowie 2a und 2b dargestellt.
Die in den Figuren gezeigten Ausführungsformen sind stark schematisiert dargestellt
und nicht maßstäblich zu verstehen. Mit den einzelnen Bezugszeichen werden in den
unterschiedlichen Ausführungsarten die gleichen Merkmale bezeichnet.
[0033] Es zeigt:
- Figur 1a bis 1d
- je einen erfindungsgemäßen Armierungskörper in perspektivischer Sicht;
- Figur 2a
- einen erfindungsgemäßen Armierungskörper angebunden an den Erl einer Messerklinge
aus seitlicher Perspektive; und
- Figur 2b
- ein erfindungsgemäßes Messer aus seitlicher Perspektive.
[0034] Figur 1a zeigt einen Armierungskörper 1, der einen in einer axialen Richtung 100
verlaufenden Steg 10 aufweist. Einenends ist an dem Steg 10 ein Anbindungsmittel 11
vorgesehen, welches als pinartiger Vorsprung auf einer Endfläche 17 des Steges 10
ausgebildet ist. Das Anbindungsmittel 11 ist in eine radiale Richtung 110 ausgerichtet,
die quer zur axialen Richtung 100, der Erstreckungsrichtung des Stegs 10, liegt. Durch
ein Ineinanderstecken des Anbindungsmittels 11 in radialer Richtung 110 und einem
als Aussparung oder Loch ausgeführten Gegenstück eines Erls kann ein Formschluss gebildet
werden, der kraftschlüssig in der Richtung 100 und ausschließlich lösbar in der radialen
Richtung 110 ist. Bei der Anbindung des Armierungskörpers 1 an einen Erl einer Messerklinge
kann die Endfläche 17 an dem Erl anliegen. Anderenends weist der balkenartige Steg
10 ein hinteres Querteil 12 auf. Das hintere Querteil 12 setzt sich aus zwei parallel
angeordneten ellipsenförmigen Flächen zusammen, die an beiden schmalen Endseiten miteinander
verbunden sind und die Form eines in die radiale Richtung 110 gerichteten und an beiden
Seiten über den Steg 10 hinausragenden Zylinders umfassen. Bei der Einbindung oder
Einbettung des Armierungskörpers 1 in einem Messergriff wird der Hohlraum des hinteren
Querteils 12 von Griffmaterial durchdrungen, in bevorzugter Weise vollständig von
einer Spritz- oder Gussmasse ausgefüllt. Die auf diese Weise entstandene Materialbrücke
sorgt für eine stabile Einbindung des Armierungskörpers 1 in einen Messergriff. Der
in Figur 1 a gezeigte Armierungskörper 1 kann in einer derartigen Weise in einen Messergriff
eingebunden werden, dass beide ellipsenförmigen Grundflächen des hinteren Querteils
12 sichtbar in einer Außenoberfläche des Messergriffs liegen.
[0035] In Figur 1 b ist ein Armierungskörper 1 gezeigt, der einen balkenartigen Steg 10
in axialer Richtung 100 mit einem pinartigen Anbindungsmittel 11 im Endbereich des
Steges 10 aufweist. An dem dem Anbindungsmittel 11 gegenüberliegenden Ende des Steges
10 ist ein halbschalenförmiges hinteres Querteil 12 angebracht. Der Armierungskörper
1 ist einstückig aus Metall gefertigt. Bei einer Einbettung des in Figur 1 b gezeigten
Armierungskörpers 1 in einen aus Griffmaterial ausgeformten Messergriff bildet das
hintere Querteil 12 den Griffkopf. Durch eine derartig kompakte Ausführung eines Messergriffs
wird der Messergriff durch den Armierungskörper 1 gegen Verdrehen gesichert und somit
in seiner Stabilität erhöht.
[0036] In Figur 1 c ist ein Armierungskörper 1 mit einem in einer axialen Richtung 100 verlaufenden
Steg 10 und einem parallel zu dem Steg 10 angeordneten weiteren Steg 15 dargestellt.
Die beiden Stege 10, 15 sind über ein hinteres Querteil 12 und ein vorderes Querteil
14 miteinander verbunden, wobei das vordere und das hintere Querteil 12, 14 in eine
radiale Richtung 110 gerichtet sind. An dem vorderen Querteil 14 ist mittig ein Anbindungsmittel
11 vorgesehen, welches sich als Verlängerung der Stege 10, 15 in axialer Richtung
100 erstreckt. Das Anbindungsmittel 11 ist als flacher Anschlusskopf ausgebildet,
welcher formschlüssig in eine entsprechende Aussparung eines Erls greifen kann. Der
in Figur 1 c gezeigte Armierungskörper 1 kann derart in einen Messergriff eingelassen
werden, dass sowohl der Steg 10, der weitere Steg 15 als auch das hintere Querteil
12 sichtbar in der Außenoberfläche des Messergriffs liegen, wobei das hintere Querteil
12 im Griffkopf und einer der Stege 10, 15 im Griffrücken liegen.
[0037] Ein in Figur 1 d gezeigtes Ausführungsbeispiel eines Armierungskörpers 1 weist drei
Querteile, ein hinteres Querteil 12, ein mittleres Querteil 13 und ein vorderes Querteil
14, welche in gleichmäßigen Abständen an einem in axialer Richtung 100 verlaufenden
Steg 10 vorgesehen sind und den Steg 10 gesamtumfänglich überragen, auf. An jedem
Querteil sind, wie am vorderen Querteil 14, ein erstes Durchgangsloch 16a, ein zweites
Durchgangsloch 16b, ein drittes Durchgangsloch 16c, ein viertes Durchgangsloch 16d,
welche in regelmäßigen Abständen am Gesamtumfang des vorderen Querteils 14 angeordnet
sind und in axialer Richtung 100 verlaufen, vorgesehen. Der Steg 10, die Querteile
12, 13, 14 und die Durchgangslöcher 16a, 16b, 16c, 16d sind spiegelbildlich zu einer
Mittelebene des Armierungskörpers 1 ausgebildet. In der symmetriegebenden Mittelebene
liegt eine Endfläche 17, die sich an das vordere Querteil 14 anschließt und an der
ein pinartiges Anbindungsmittel 11 vorgesehen ist. Die Endfläche 17 und das Anbindungsmittel
11 sind zur Ausbildung einer Steckverbindung in eine radiale Richtung 110, welche
quer zur axialen Richtung 100 liegt, ausgerichtet. Der in Figur 1d gezeigte Armierungskörper
1 wird bevorzugt in ein beim Herstellungsvorgang flüssiges Griffmaterial eingebunden,
so dass durch die Durchgangslöcher 16a, 16b, 16c, 16d verlaufende, parallel zum Steg
10 angeordnete Materialbahnen entstehen, die die Festigkeit des Messergriffs und die
Fixierung des Armierungskörpers 1 im Messergriff erhöhen.
[0038] In den Figuren 2a und 2b ist das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines
Messers veranschaulicht. In Figur 2a ist der Rohkörper eines Messers aus einer Messerklinge
2 und dem in Figur 1d gezeigten Armierungskörper 1 nach Abschluss eines ersten Verfahrensschrittes
1, dem Verbinden von dem am Armierungskörper 1 vorgesehen Anbindungsmittels 11 und
einem an der Messerklinge 2 vorgesehen Gegenstück 21, dargestellt. In einem zweiten
Verfahrensschritt des erfindungsgemäßen Verfahrens wird Griffmaterial am Erl 20 der
Messerklinge 2 und am Armierungskörper 1 angebracht. Ein Messer 3 mit einem durch
Umspritzen angefügten Messergriff 25 ist, nach Abschluss eines dritten Verfahrensschrittes
3, dem Aushärten der Spritzmasse, in Figur 2b gezeigt.
[0039] In Figur 2a ist der in Figur 1 d gezeigte Armierungskörper 1 verbunden mit einer
Messerklinge 2 dargestellt. Die Messerklinge 2 umfasst ein Klingenblatt 22, welches
in axialer Richtung 100 in einen Kropf 23 und anschließend in einen Erl 20 übergeht.
Die Messerklinge 2 ist hier als geschmiedete Messerklinge ausgebildet und weist einen
Kropf 23 auf. Es versteht sich, dass auch andere Klingenausführungen an den erfindungsgemäßen
Armierungskörper 1 angebunden werden können, beispielsweise eine gestanzte Messerklinge,
bei der der Erl unmittelbar in das Klingenblatt übergeht und kein Kropf vorhanden
ist. Der Erl 20 der Messerklinge 2 ist ein im Wesentlichen rechteckförmiger Flacherl,
in dem ein als Loch ausgebildetes Gegenstück 21 vorgesehen ist. Als Verlängerung des
Erls 20 in axialer Richtung 100 ist der Armierungskörper 1 über eine Steckverbindung
zwischen dem Gegenstück 21 und dem am Steg 10 des Armierungskörpers 1 vorgesehenen
Anbindungsmittel 11 angebunden. Der Formschluss zwischen dem Gegenstück 21 und dem
Anbindungsmittel 11 wird dadurch stabilisiert, dass das vordere Querteil 14 des Armierungskörpers
1 an einer flachen Endseite des Erls 20 bündig anliegt und somit ein Verkippen und/oder
Verdrehen der Steckverbindung verhindert. Der Armierungskörper 1, insbesondere das
vordere Querteil 14, das mittlere Querteil 13 und das hintere Querteil 12, sind spiegelbildlich
zu einer Mittelebene des Armierungskörpers 1 ausgebildet. In der gezeigten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Anbindung des Armierungskörpers 1 an die Messerklinge 2 fallen
die Ebene des Messerblatts 22 und die symmetriegebende Mittelebene des Armierungskörpers
1 zusammen, was einen symmetrischen Aufbau eines erfindungsgemäßen Messers erlaubt.
In der genannten Ebene liegt der als Flacherl ausgebildete Erl 20; die Ausrichtung
110 der Steckverbindung steht senkrecht auf der genannten Ebene. Daraus ergibt sich
der Vorteil, dass die Auslöse- bzw. Ausbruchrichtung 110 der Steckverbindung bei üblichem
Gebrauch des Messers nicht belastet bzw. beansprucht wird.
[0040] Figur 2b zeigt ein erfindungsgemäßes Messer 3 mit der Messerklinge 2, dem Armierungskörper
1 und dem Messergriff 25. Der Messergriff 25 besteht zu großen Teilen aus einer ausgehärteten
Spritzmasse, alternativ einer ausgehärteten Gussmasse, die den Armierungskörper 1
weitgehend und den nicht gezeigten Erl umschließt. Von der Messerklinge 2 ist nach
Fertigstellung des Messers 3 nur noch das Klingenblatt 22 und der Kopf 23 sichtbar.
Das vordere Querteil 14, das mittlere Querteil 13 und das hintere Querteil 12 des
Armierungskörpers 1 sind als designgebende Elemente in der Außenoberfläche des Messergriffs
25 sichtbar angeordnet.
[0041] Weitere band- oder skelettartige Armierungskörper eines Messergriffs mit einem oder
mehreren Stegen sowie einem oder mehreren, unterschiedlich ausgebildeten Querteilen
sind denkbar. Ferner kann die Anbindung des Armierungskörpers 1 an die Messerklinge
2 über mehrere Anbindungsmittel hergestellt werden. Darüberhinaus ist eine zusätzliche
Fixierung der Verbindung zwischen Anbindungsmittel bzw. Anbindungsmitteln und dem
Erl 20 durch Verkleben, Verhaken, Verschweißen oder andersartigem Befestigen entsprechender
Flächen und/oder Vorsprüngen denkbar.
[0042] Die Erfindung umfasst einen Armierungskörper 1 eines Messergriffs 25, welcher einen
in einer axialen Richtung 100 verlaufenden Steg 10 aufweist und mithilfe eines Anbindungsmittels
11 an dem Erl 20 einer Messerklinge 2 angebunden wird. Eine in axialer Richtung 100
kraftschlüssige Verbindung zwischen dem Armierungskörper 1 und der Messerklinge 2
wird durch einen Form- und/oder Materialschluss zwischen dem Anbindungsmittel 11 des
Armierungskörpers 1 und einem entsprechenden Gegenstück 21 am Erl 20 der Messerklinge
2 gebildet. In einem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung eines Messers 3 werden
der Erl 20 und der Armierungskörper 1 im angebundenen Zustand mit Griffmaterial, wie
Griffschalen, ummantelt. Durch das Griffmaterial wird der eigentliche Körper des Messergriffs
25 ausgeformt, wobei Teilflächen des Armierungskörpers 1 sichtbar in der Außenoberfläche
des Messergriffs 25 liegen können.
1. Armierungskörper (1) eines Messergriffs (25), insbesondere aus Metall,
wobei der Armierungskörper (1) zumindest einen in einer axialen Richtung verlaufenden
Steg (10) und zumindest ein am Ende des Stegs (10) vorgesehenes Anbindungsmittel (11)
aufweist, und
das Anbindungsmittel (11) zur Ausbildung einer in axialer Richtung kraftschlüssigen
Verbindung mit einem entsprechenden, an einem Erl (20) einer Messerklinge (2) vorgesehenen
Gegenstück (21) ausgebildet ist.
2. Armierungskörper (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Anbindungsmittel (11) eine Anformung, wie ein Vorsprung, oder eine Aussparung,
wie ein Loch, im Endbereich des Stegs (10) ist.
3. Armierungskörper (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Anbindungsmittel (11) quer zur axialen Erstreckung des Stegs (10) ausgerichtet
ist.
4. Armierungskörper (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
an dem zumindest einen Steg (10) zumindest ein Querteil (12, 13, 14) vorgesehen ist,
welches in einer radialen Richtung über den Steg (10) hinausragt.
5. Armierungskörper (1) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
der zumindest eine Steg (10) und das zumindest eine Querteil (12, 13, 14) mindestens
annähernd spiegelbildlich zu einer Mittelebene des Armierungskörpers (1) ausgebildet
sind.
6. Armierungskörper (1) nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
das zumindest eine Querteil (12, 13, 14) Durchgangslöcher (16a, 16b, ...) in axialer
Richtung aufweist.
7. Armierungskörper (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Armierungskörper (1) einstückig ist.
8. Messer (3) umfassend
einen Armierungskörper (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, der zumindest einen in
einer axialen Richtung verlaufenden Steg (10) und zumindest ein am Ende des Stegs
(10) vorgesehenes Anbindungsmittel (11) aufweist, und eine Messerklinge (2) mit einem
Erl (20), an dem ein Gegenstück (21) zum Anbindungsmittel (11) vorgesehen ist,
wobei das Anbindungsmittel (11) und das Gegenstück (21) in axialer Richtung kraftschlüssig
miteinander verbunden sind, und
der Erl (20) und der Armierungskörper (1) zumindest teilweise von einem Griffmaterial
umgeben sind.
9. Messer (3) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Griff material eine aushärtbare Spritz- oder Gussmasse ist.
10. Messer (3) nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Erl (20) in der Ebene der Messerklinge (22) angeordnet ist.
11. Verfahren zur Herstellung eines Messers (3) nach einem der Ansprüche 8 bis 10 umfassend
einen Armierungskörper (1) mit zumindest einem in einer axialen Richtung verlaufenden
Steg (10) und zumindest einem am Ende des Stegs (10) vorgesehenen Anbindungsmittel
(11) und eine Messerklinge (2) mit einem Erl (20), an dem ein Gegenstück (21) zum
Anbindungsmittel (11) vorgesehen ist,
mit folgendem Verfahrensablauf:
(1) Verbinden von Anbindungsmittel (11) und Gegenstück (21); und
(2) Anbringen eines Griffmaterials am Erl (20) und am Armierungskörper (1).
12. Verfahren nach Anspruch 11,
gekennzeichnet dadurch, dass
in Verfahrensschritt 2 der Erl (20) und der Armierungskörper (1) mit einer aushärtbaren
Spritz- oder Gussmasse umspritzt oder umgossen werden, und sich ein weiterer Verfahrensschritt
anschließt,
(3) Aushärten der Spritz- oder Gussmasse.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12,
gekennzeichnet dadurch, dass
in Verfahrensschritt 2 der Erl (20) und der Armierungskörper (1) in einer derartigen
Weise ummantelt werden, dass zumindest Teilflächen des Armierungskörpers (1) in der
Außenoberfläche des Messergriffs (25) liegen.