[0001] Die Erfindung betrifft eine hydraulische Presse nach dem Oberbegriff des Anspruches
1 für die Kunststoff- und Metallverarbeitung.
[0002] Bekannt sind schnell laufende hydraulisch betriebene Pressen für die Kunststoff-
und Metallverarbeitung, wobei diese Maschinen für unterschiedliche Werkzeughöhen und
Öffnungshübe so ausgelegt sind, dass der Arbeitszylinderhub so groß ist, dass je nach
Werkzeugverwendung im Einbauraum zwischen Pressentisch und Pressenstößel die maximal
zu erwartende Werkzeughöhe (großer Zwischenraum zwischen den Aufspannplatten von Pressentisch
und Pressenstößel) mit einem dazu erforderlichen Hub und eine sehr geringe Werkzeughöhe
(kleiner Zwischenraum zwischen den Aufspannplatten von Pressentisch und Pressenstößel)
gleichermaßen genutzt werden kann. Derartige Pressen haben wegen einer notwendigen
Ölsäule von bis zu 2,5 m, der entsprechenden Arbeitsfläche und der hohen spezifischen
Verarbeitungsdrücke in den Werkzeugen, ein sehr großes Ölvolumen in den Arbeitszylindern,
was neben einem großen Kompressionsvolumen auch wirtschaftliche Nachteile während
des Betriebes zur Folge hat.
Es gibt nun verschiedene Ansätze um den Leerhub des Arbeitszylinders bei unterschiedlicher
Werkzeuganwendung zu begrenzen und dennoch eine hohe Flexibilität der Presse mit kurzen
Umrüstzeiten zu gewährleisten. Bekannt sind zum Beispiel Pressen nach
DE 36 37 544 A1 und
DE 36 37 545 A1, bei denen mit reibschlüssigen Klemmen an Stahlsäulen (runde oder quadratische Form)
der Arbeitshub auf einen so genannten Kurzhub mit geringstem Kompressionsvolumen reduziert
werden soll. Diese reibschlüssigen Verbindungen haben sich in der Praxis allerdings
nicht bewährt, bzw. sind zu teuer.
Natürlich findet sich auch eine Vielzahl von anderen mechanischen Lösungen für eine
Höhenverstellung von Langhubpressen im Stand der Technik. Systeme bei denen ähnlich
wie Spritzgießmaschinen mit einfahrbaren Riegeln, bzw. Druckplatten die Kraft ebenfalls
mit Kurzhub-Arbeitszylindern übertragen wird, haben sich wegen der großen zu bewegenden
Druckplatten und großen Wege und der daraus resultierenden Verlängerung der Zykluszeit
nicht bewährt.
Eine mögliche Abhilfe findet sich in
DE 10 2004 040 512 A1, bei der jeweils zwischen einem Kurzhubkolben und den Stegblechen des Pressenstößels
ein Drehteller mit Drehwelle und vier Stelzen vorgesehen ist, wobei die Stelzen mittels
Drehantrieb der Drehwelle und einem Verdrehwinkel entweder in Kraftübertragungsposition
auf die Abstützflächen der Stegbleche oder in Öffnungsposition zwischen den Stegblechen
des Pressenstößels einstellbar angeordnet sind. Diese Anwendung hat sich grundsätzlich
bewährt.
[0003] Mit
US 4,304,540 A ist eine Presse bekannt geworden, die in Säulenbauweise ausgeführt ist, dabei bewegt
sich der Pressenstößel an mehreren außen angeordneten Säulen. Die Arbeitszylinder
sind im Pressentisch angeordnet und oberhalb des Pressenstößels sind Klemmbacken angebracht,
die nach Überbrückung des Leerhubes den Pressenstößel an den Säulen formschlüssig
verbinden und somit den Kraftfluss für den Pressvorgang schließen. Überwiegend nachteilig
hat sich die Leitung des Kraftflusses gezeigt, da die Kraftflussumleitung in der Rasterung
der Säulen stattfindet und so Lastspitzen in gekerbten Maschinenelementen umgeleitet
werden müssen. Auch sind die Rasterungen der Säulen frei zugänglich und somit einer
möglichen Verschmutzung ausgesetzt. Die Klemmung der Säulen erfolgt im Stillstand.
[0004] Neben den mechanischen Alternativen wurde versucht den Leerhub mittels anderer Antriebe
zu verkürzen, wie zum Beispiel elektrisch betriebenen Zwischenantrieben.
Dabei ergibt sich der Nachteil, dass Leistungsspitzen von mehreren hundert Ampere
bei den Antriebsmotoren auftreten, da die verwendeten Antriebe Tonnenlasten schnell
und in der Regel ohne Zwischenübersetzungen (wie bei Kranlasten) bewegen müssen. Gerade
derartige Leistungsspitzen werden von den Energieversorgern gemessen und mit hohen
Aufschlägen bei der Abrechnung der Stromversorgung verrechnet. Die Aufschläge sind
bei massiven Energiespitzen wie sie hier auftreten so hoch, dass sie die Wirtschaftlichkeitsberechnung
einer Presse signifikant beeinflussen. Zusätzlich kann es dem Betreiber durch den
zuständigen Stromversorger auferlegt werden Vorrichtungen zur Dämpfung der Stromspitzen
für das Versorgungsnetz zu installieren die wiederum hohe Anschaffungs- und Unterhaltkosten
nach sich ziehen.
[0005] Somit ergeben sich folgende Nachteile im bekannten Stand der Technik:
- a) es müssen große hydraulische Ölmengen bei Langhubpressen bewegt werden, was zu
einem erhöhten Energieaufwand und erhöhtem Verschleiß der hydraulischen Elemente (Ölverbrauch,
Pumpen, Ventile) führt,
- b) bei mechanischen Leerhubüberbrückungen zur Vermeidung der Nachteile aus a) finden
sich umständliche Klemmungen die die Schließgeschwindigkeit der Presse beeinträchtigen
und den Arbeitszyklus verlängern,
- c) dabei unterliegen mechanische Leerhubüberbrückungen in der Regel erhöhtem Verschleiß
durch ungünstige Kraftflüsse in der mechanischen Klemmung,
- d) die Säulen oder Zahnstangen für den Eingriff der mechanischen Klemmelemente sind
in der Regel ungeschützt und der üblichen Verschmutzung in Werkshallen zugänglich,
und
- e) bei Leerhubüberbrückung mittels elektrischer Antriebe ergeben sich hohe Leistungsspitzen,
die Nachteile für die Wirtschaftlichkeit des Betriebes und erhöhten regelungstechnischen
Bedarf in der Energieversorgung bewirken.
[0006] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde eine hydraulische Presse mit der Möglichkeit
für kurze Taktzeiten und einer schnellen und variabel einstellbaren Leerhubüberbrückung
zu schaffen.
[0007] Die Lösung für eine hydraulische Presse besteht aus einem Pressenrahmen mit daran
angeordnetem Pressentisch und darin verfahrbar angeordnetem Pressenstößel, wobei für
den schnellen Leerhub des Pressenstößels Eilgangzylinder mit einer Stößelanbindung
angeordnet sind, wobei an dem oberen Querhaupt des Pressenrahmens der oder die Arbeitszylinder
mit zum Pressentisch gerichteten Kolben fest angeordnet sind, wobei am Kolben in Richtung
Pressentisch eine Kupplungsklaue und entgegengesetzt hierzu eine Traverse mit Positionier-
und Synchronisierzylinder für den Kolben angeordnet sind, wobei der Kolben eine zentrisch
angeordnete zylindrische Verlängerung zur gleitenden Führung einer Zahnstange aufweist,
wobei diese Zahnstange mit dem Pressenstößel verbunden ist.
[0008] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Presse ermöglicht einen schnellen Schließvorgang
der Presse, wobei noch während der Bewegung des Pressenstößels im schnellen Leerhub
oder während der Bremsphase der Kupplungsvorgang durchgeführt wird und ohne Verzögerung
der Arbeitshub durchgeführt werden kann. Das bedeutet, dass für den Kupplungsvorgang
der Pressenstößel nicht angehalten werden muss und dieser direkt von einer reduzierten
Eilganggeschwindigkeit in die Hauptpressphase überwechseln kann. Dies wird in vorteilhafter
Weise durch die hydraulische Regelung der Schließbewegung zwischen den Eilgangszylindern
des Pressenstößels und dem Arbeitszylinder für den Arbeitshub und/oder den Positionier-
und Synchronisierzylindern 9 und erreicht, die mit Hilfe der Positions- und Geschwindigkeitsinformationen
der jeweiligen Wegmeßsysteme eine einfache Synchronisierung von Kupplungsklaue zur
Zahnstange ermöglicht. Dabei ergibt sich in vorteilhafter Weise eine automatisch zentral
justierbare Einstellungsmöglichkeit für die variabel definierbaren Werkzeughöhen,
ohne dass Zwischenstücke eingelegt oder mechanische Elemente an die Werkzeuge angepasst
werden müssen. Dementsprechend besteht hier die Möglichkeit einer Vollautomatisierung
einer Pressenstraße bzw. einer Presse für die automatische Beschickung mit unterschiedlichen
Werkzeugen ohne manuelle Anpassung des Leerhubweges.
[0009] Durch den kurzen Hub des Arbeitszylinders ergeben sich signifikante Energieeinsparungen
aufgrund des geringen Kompressionsvolumens und der gegenüber dem Stand der Technik
zu bewegenden Menge an Hydraulikflüssigkeit. Da die Arbeitszylinder in der Regel großvolumig
ausgelegt werden müssen ergeben sich bereits bei einer Anwendung mit kurzem Pressenstößel-Leerhub
mit kleinvolumigen Eilgangzylindern hohe Energieeinsparungspotentiale. Verstärkt wird
der Einsparungseffekt zusätzlich durch geringere Mengen an umlaufendem Öl, das regelmäßig
gewechselt werden muss. Auch eine geringe Kühlleistung, aufgrund geringerer installierter
Motorenleistung und geringerer umlaufender Hydraulikölmengen trägt wesentlich zu einem
wirtschaftlichen Betrieb einer hydraulischen Presse bei. Im Weiteren ergeben sich
noch Vorteile hinsichtlich der Ausfallanfälligkeit der Hydraulikelemente, da auch
der Verschließ der Ventiltechnik, der Hydraulikleitungen und weiterer involvierter
Maschinenelemente verringert wird. Dabei wird in vorteilhafter Weise eine kurze Druckaufbauzeit
im Arbeitszylinder erreicht, da durch das geringe vorhandene Ölvolumen, dieses nicht
erst für den Druckaufbau komprimiert werden muss.
Die Anordnung der mechanischen Kupplung mit einer Kupplungsklaue in Verbindung mit
einer zentrisch im Kolben des Arbeitszylinders angeordneten Zahnstange ergibt Vorteile
hinsichtlich des Kraftflusses während der Pressung. Der Kraftfluss wird nicht in der
Kupplungsklaue bzw. den Rastelementen der Zahnstange umgeleitet, wie dies bei Zugstangen
der Fall ist, sondern kann in Form von durchgehenden Druckspannungen geradlinig fließen,
was eine vereinfachte geometrische Ausbildung in Verbindung mit einer konstruktionstechnisch
sicheren Auslegung der Rastelemente für die mechanische Kupplung ermöglicht.
[0010] Zudem ergibt die Führung der Zahnstange in der zylindrischen Bohrung des Kolbens
des Hauptzylinders gleichzeitig eine Kapselung der Rastelemente und bietet Schutz
vor schädlichen Umwelteinflüssen. Im offenen Zustand der Presse, während Wartungsarbeiten
oder Stillstand, befindet sich die Zahnstange vollständig geschützt im Inneren des
Kolbens und dessen Verlängerung und ist auch beim Werkzeugwechsel oder betriebsbedingtem
Stillstand keiner unnötigen Verschmutzung ausgesetzt. Um diesen Effekt auch während
des Betriebes zu gewährleisten besteht noch die Möglichkeit zwischen Pressenstößel
und Kupplungsklaue eine teleskopische Kapselung oder dergleichen vorzusehen. Bei einer
vollständigen Kapselung der Zahnstange und ihrer Führung wäre aufgrund der unterschiedlichen
Gasvolumina bei geöffneter und geschlossener Presse es notwendig die in diese Kapselung
eintretende Luft zu filtern.
[0011] Weitere vorteilhafte Maßnahmen und Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung
gehen aus den Unteransprüchen und der folgenden Beschreibung mit der Zeichnung hervor.
[0012] Es zeigen:
- Figur 1
- ein schematisch Schnitt einer hydraulischen Presse mit zwei Arbeitszylindern,
- Figur 2
- einen Teilschnitt nach Figur 1 Stellung des Arbeitszylinders im oberen Totpunkt bei
geöffneter Kupplungsklaue,
- Figur 3
- einen Teilschnitt nach Figur 1 mit Stellung des Arbeitszylinders im unteren Totpunkt
mit geschlossener Kupplungsklaue und
- Figur 4
- ein Schnitt durch eine geöffnete Kupplungsklaue mit Darstellung der Rastelemente nach
Figur 2.
[0013] Figur 1 zeigt einen schematischen Schnitt einer hydraulischen Presse im geöffneten
Zustand mit einem Pressenrahmen 1, einem darin fest angeordnetem Pressentisch 20 und
darüber beweglich angeordnetem Pressenstößel 2. Für die Bewegung des Pressenstößels
2 im Eilgang sind seitlich über Stößelanbindungen 13 Eilgangzylinder 12 angeordnet.
Oberhalb des Pressenstößels 2 ist je nach Ausführung und Notwendigkeit über ein hydrostatisches
Lager 4 eine Zahnstange 3 angelenkt, die in einer zentrischen Bohrung des Kolbens
6 des Arbeitszylinders 7 geführt wird. Dabei weist der Kolben 6 eine Verlängerung
18 für eine sichere Führung der Zahnstange 3 auf und schützt gleichzeitig die Zahnstange
3 vor Umwelteinflüssen.
In Figur 2 findet sich in vergrößerter Darstellung der geöffnete Pressenzustand wieder.
Dabei ist die Kupplungsklaue 5 geöffnet und der Kolben 6 des Hauptzylinders 7 steht
am oberen Totpunkt. Dies wird erreicht, in dem über den Kolbenraum 8 der Positionier-
und Synchronisierzylinder 9 die Traverse 10 die daran fest verbundene Verlängerung
18 des Kolbens 6 nach oben zieht. Der Arbeitszylinder 7 ist dabei fest mit dem oberen
Querhaupt 11 und die Kupplungsklaue 5 ist fest mit dem Kolben 6 verbunden. Der Schließvorgang
der Presse erfolgt über den Eilgangzylinder 12, der über die Stößelanbindung 13 den
Pressenstößel 2 abwärts verfährt. Vor Werkzeug- bzw. Materialkontakt bzw. vor Erreichen
der Parallelhaltung, bestehend aus Parallelhaltezylindern 14 und den Distanzelementen
15, wird der Kolben 6 vorab beschleunigt um sich mit der Geschwindigkeit der Zahnstange
3 zu synchronisieren. Dies wird dabei durch die Positionier- und Synchronisierzylinder
9 und den Eilgangzylindern 12 in Verbindung mit den zugehörigen Wegmeßsystemen gesteuert.
Sobald eine Synchronisation über die Wegmesseinrichtungen 21 und 22 bestätigt ist,
wird die Kupplungsklaue 5 geschlossen. Diese greift mit der Rasterung der Rastelemente
19 in die Zähne der Zahnstange 3 ein (vgl. Figur 4). Dieser Vorgang muss abgeschlossen
sein bevor das System über die Parallelhaltezylinder 14 mit dem Arbeitszylinder 7
eingespannt wird und der Arbeitszylinder 7 den Pressvorgang einleitet und im Kolbenraum
16 über den Anschluss 17 Druck aufgebaut (vgl. Figur 3) wird. Dementsprechend müssen
hydraulische Kernelemente wie Hydraulikversorgung, Hydraulikpumpen, Steuerungen und
vieles mehr vorgesehen sein, die erfindungsgemäß nicht relevant und somit nicht weiter
dargestellt sind.
Nach dem Pressvorgang und Entlastung des Kolbenraumes 16 wird die Kupplungsklaue 5
wieder geöffnet und über den Eilgangzylinder 12 und die zugehörige Stößelanbindung
13 wird der Pressenstößel 2 wieder in die Stellung des oberen Totpunktes gefahren.
Gleichzeitig wird über die Positionier- und Synchronisierzylinder 9 der Kolben 6 wieder
in seine obere Endlage transportiert.
[0014] Der kompakte Aufbau des Schließsystems ist vom Pressenrahmen 1 bzw. dessen Querhaupt
11 unabhängig gestaltbar. Bezüglich Öffnungshub, Arbeitshub und Anzahl der Hauptzylinder
ist das Schließsystem ebenfalls unabhängig. Die Kupplungseinrichtung 5 sitzt dabei
direkt auf dem Kolben 6, der mit seiner Verlängerung 18 als Hohlkolben ausgeführt
und im Arbeitszylinder 7 angeordnet ist. Die Positionier- und Synchronisierzylinder
9 sitzen dabei auf dem Arbeitszylinder 7. Der Kolben 6 wird im Betrieb je nach Bedarf
über die Positionier- und Synchronisierzylinder 9, abhängig von der Position des Pressenstößels
2 bzw. der Eilgangzylinder 12 in Kupplungsposition gebracht. Dadurch ist eine Vorraussetzung
für die automatische Einstellung der Presse auf unterschiedlich vordefinierte Werkzeughöhen
gegeben, ohne dass manuell die Presse bei einem Werkzeugwechsel umgerüstet werden
muss. Dabei sind Energieeinsparungen durch den kurzen Hub des Arbeitszylinders 6 mit
geringem Kompressionsvolumen bei einer hydraulischen Langhub-Presse von mehr als 50
% gegenüber einer vollhydraulischen Lösung möglich, bei der der Hub des Arbeitskolbens
dem Öffnungshub des Pressenstößels entspricht.
Weiter ergibt sich ein schneller Schließvorgang des Pressenstößels 2 durch hohe Schließgeschwindigkeit
in Verbindung mit der Vorbeschleunigung des Kolbens 6 des Arbeitszylinders 7 bis zur
Synchronfahrt mit der Zahnstange 3 für den Kuppelvorgang und kurze Druckaufbauzeit
wegen geringerer Hydraulikölverdichtung. Die Kupplungsklaue 5 und die Zahnstange 3
werden dabei nur auf Druck beansprucht. Dadurch entstehen nur geringe Abweichungen
der Profilteilung unter Kraft und es ist keine Kompensation durch unterschiedliche
Spalte bzw. Teilung an den Bauteilen erforderlich. Damit geht einher eine hohe mögliche
Kraftdichte.
[0015] Durch die Anordnung des hydrostatischen Lagers 4 zwischen Zahnstange 3 und Pressenstößel
2 ergibt sich eine Entkopplung des Schließsystems bezüglich exzentrischer Momente.
Momente die aus dem Prozess auf den Pressenstößel 2 wirken werden nicht auf das Schließsystem
übertragen. Weiterhin ergibt sich ein Ausgleich des Versatzes der Zahnstangenanbindung
der Zahnstange 3 am Pressenstößel 2 bei Stößelschrägstellung wegen der kurzen Führungslänge
am Arbeitszylinder 7 und dem hydrostatischen Lager 4. Die Synchronisation zwischen
den beiden bewegten Hauptelementen (Pressenstößel 2 und Kolben 6 des Arbeitszylinders
7) wird wie folgt geregelt : und überwacht: Der Hub des Arbeitszylinders 7 und somit
die vertikale Position der Rastelemente 19 der Kupplungsklaue 5 wird über die Wegmesseinrichtung
22 erfasst. Der Hub des Pressenstößels 2 und somit die vertikale Position der Zahnstange
3 wird über die Wegmesseinrichtung 21 erfasst. Über die Regelungsautomatik (nicht
dargestellt) werden zwei Regelkreise überwacht: Zum einen bilden die Positionier-
und Synchronisierzylinder 9 am. Arbeitszylinder 7 zusammen mit der Wegmesseinrichtung
22 und den entsprechenden notwendigen und im Verbund geschalteten hydraulischen und
elektrischen Komponenten einen Regelkreis, zum anderen entsteht ein Regelkreis über
die Eilgangzylinder 12 am Pressenstößel 2 zusammen mit der Wegmesseinrichtung 21 und
den entsprechend notwendigen und im Verbund geschalteten hydraulischen und elektrischen
Komponenten. Über die Maschinen-Steuerung wird, mithilfe der Regelkreise und den Positions-Informationen
durch die Wegmesseinrichtungen 21, 22, die vorgegebene Kuppelposition, abhängig von
der Werkzeughöhen- und Produktinformation und den entsprechenden Wegpunkten für Bremsen
bzw. Beschleunigen angefahren und über die zum Kuppeln notwendige Wegstrecke bei einer
Kuppelzeit von weniger als 0,4 s zueinander synchron gehalten.
Vorzugsweise haben die Rastelemente 19 zur Zahnstange 3 nach Figur 4 in vertikaler
Richtung Spiel um bei unter Umständen auftretenden Positionsabweichungen gegenüber
den ermittelten Istwerten noch sicher kuppeln zu können. Abweichungen der Istwerte
gegenüber den Informationen der Wegmesseinrichtungen 21, 22 von Zahnstange 3 zu den
jeweiligen Rastelementen 19 über den zugelassenen Toleranzbereich werden durch einen
Sensor (nicht dargestellt) überwacht und erkannt.
In eine weiteren möglichen Anwendungsfall der Presse ist es denkbar, dass der Kolben
6 im Arbeitszylinder 7 in Bewegungsrichtung der Zahnstange 3 kurz vor Kontakt der
auf die Schließbewegung des Pressenstößels 2 wirkenden Parallelhaltung bestehend aus
Parallelhaltezylinder 14 am Pressenrahmen 1 und den am Pressenstößel 2 angeordneten
Distanzelementen 15, beschleunigt wird und gleichzeitig der Pressenstößel 2 abgebremst
wird. Je nach Anforderung kann die Restgeschwindigkeit des Pressenstößels 2 vor dem
Beginn des Kraftflusses über die Werkzeughälften an Pressentisch 20 und Pressenstößel
2 fast gegen Null reduziert wird. Dabei können die Eilgangzylinder 12 und oder die
Parallelhaltezylinder 14 verwendet werden.
In einer vorteilhaften weiteren Anwendung kann der Kolben 6 im Arbeitszylinder 7 in
Bewegungsrichtung der Zahnstange 3 kurz vor Kontakt der auf die Schließbewegung des
Pressenstößels 2 wirkenden Parallelhaltung bestehend aus Parallelhaltezylinder 14
am Pressenrahmen 1 und den am Pressenstößel 2 angeordneten Distanzelementen 15, beschleunigt
werden, wobei gleichzeitig der Pressenstößel 2 abgebremst wird und die Kupplungsklaue
nach Synchronisation geschlossen wird. In einer Alternativen Anwendung dazu wird die
Schließbewegung des Pressenstößels 2 kurz nach Kontaktaufnahme der verzögernd wirkenden
Parallelhaltung bestehend aus Parallelhaltezylinder 14 am Pressenrahmen 1 und den
am Pressenstößel 2 angeordneten Distanzelementen 15, verlangsamt, gleichzeitig der
Kolben 6 im Arbeitszylinder in Bewegungsrichtung der Zahnstange 3 beschleunigt und
die Kupplungsklaue nach Synchronisation geschlossen.
Die Parallelhaltung kann hierbei die Funktion eines Dämpfers übernehmen und den Pressenstößel
2 kontrolliert abbremsen. Dabei kann es auch vorkommen, dass die Restgeschwindigkeit
des Pressenstößels 2 vor dem Beginn des Kraftflusses über die Werkzeughälften an Pressentisch
20 und Pressenstößel 2 fast gegen Null reduziert wird.
[0016] Die erfindungsgemäße Ausführung wird natürlich nicht durch die in der Figurenbeschreibung
angeregten Bemerkungen limitiert.
Bezugszeichenliste:
[0017]
- 1.
- Pressenrahmen
- 2.
- Pressenstößel
- 3.
- Zahnstange
- 4.
- hydrostatisches Lager
- 5.
- Kupplungsklaue
- 6.
- Kolben
- 7.
- Arbeitszylinder
- 8.
- Kolbenraum
- 9.
- Positionier- und Synchronisierzylinder
- 10.
- Traverse
- 11.
- oberes Querhaupt
- 12.
- Eilgangzylinder
- 13.
- Stößelanbindung
- 14.
- Parallelhaltezylinder
- 15.
- Distanzelemente
- 16.
- Kolbenraum
- 17.
- Anschluss
- 18.
- Verlängerung
- 19.
- Rastelemente
- 20.
- Pressentisch
- 21.
- Wegmesseinrichtung für 2
- 22.
- Wegmesseinrichtung für 7
1. Hydraulische Presse für die Kunststoff- oder Metallbearbeitung, bestehend aus einem
Pressenrahmen (1) mit daran angeordnetem Pressentisch (20) und darin verfahrbar angeordnetem
Pressenstößel (2), wobei für den schnellen Leerhub des Pressenstößels (2) Eilgangzylinder
(12) mit einer Stößelanbindung (13) angeordnet sind, wobei an dem oberen Querhaupt
(11) des Pressenrahmens (1) der oder die Arbeitszylinder (7) mit zum Pressentisch
(20) gerichteten Kolben (6) fest angeordnet sind, wobei am Kolben (6) in Richtung
Pressentisch (20) eine Kupplungsklaue (5) und entgegengesetzt hierzu eine Traverse
(10) mit Positionier- und Synchronisierzylinder (9) für den Kolben (6) angeordnet
sind, wobei der Kolben (6) eine zentrisch angeordnete zylindrische Verlängerung (18)
zur gleitenden Führung einer Zahnstange (3) aufweist, wobei diese Zahnstange (3) mit
dem Pressenstößel (2) verbunden ist.
2. Hydraulische Presse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Anbindung der Zahnstange (3) an den Pressenstößel (2) ein hydrostatisches Lager
(4) für den Momentenausgleich angeordnet ist.
3. Hydraulische Presse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Parallelhaltung des Pressenstößels (2) zum Pressentisch (20) Parallelhaltezylinder
(14) am Pressenrahmen (1) und korrespondierend hierzu am Pressenstößel (2) Distanzelemente
(15) angeordnet sind.
4. Hydraulische Presse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,dadurch gekennzeichnet,dassder Arbeitszylinder (7) als Differenzialzylinder ausgebildet ist.
5. Hydraulische Presse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Kupplungsklaue (5) und Pressenstößel (2) eine Hülle, vorzugsweise teleskopierbar
oder faltbar, für die Zahnstange (3) angeordnet ist.
6. Hydraulische Presse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zum Schutz der Zahnstange (3) und der zugehörigen Führung im Kolben (6) und dessen
Verlängerung (18) dieser Bereich gekapselt und mit Luftfiltern versehen ist.
7. Hydraulische Presse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Regelung der Synchronisierung mindestens zwei Regelkreise angeordnet sind, wobei
ein Regelkreis aus Positionier- und Synchronisierzylinder (9) je Arbeitszylinder (7)
zusammen mit der zugehörigen Wegmesseinrichtung (22) je Arbeitszylinder (7) gebildet
wird und der zweite Regelkreis aus dem Eilgangzylinder (12) am Pressenstößel (2) zusammen
mit der Wegmesseinrichtung (21) gebildet wird.
8. Hydraulische Presse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Regelung der Synchronisierung mindestens zwei Regelkreise angeordnet sind, wobei
je ein Regelkreis pro Arbeitszylinder (7) zusammen mit der zugehörigen Wegmesseinrichtung
(22) je Arbeitszylinder (7) gebildet wird und der zweite Regelkreis aus dem Eilgangzylinder
(12) am Pressenstößel (2) zusammen mit der Wegmesseinrichtung (21) gebildet wird.