[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung oder Behandlung einer Faserstoffbahn,
insbesondere Papier- oder Kartonbahn, mit einer Pressenanordnung, einer in Bahnlaufrichtung
dahinter liegenden Hochleistungstrocknungseinrichtung sowie einer sich daran anschließenden
Glättpresse, wobei die Faserstoffbahn durch die Pressenanordnung, die Hochleistungstrocknungseinrichtung
und bis zur Glättpresse durchgehend in geschlossenem Zug geführt ist. Sie betrifft
ferner ein Transferband für den Einsatz als Bespannung in einer Hochleistungstrocknungseinheit,
insbesondere zur Verwendung in einer solchen Vorrichtung.
[0002] Eine Vorrichtung der eingangs genannten Art ist beispielsweise aus der
US 2004/0050517 A1 bekannt. Bei dieser bekannten Vorrichtung wird die Papierbahn unmittelbar im Anschluss
an die Glättpresse aufgerollt.
[0003] Die Anforderungen im Hinblick auf die Oberflächenqualität von Papierbahnen werden
zunehmend höher. Üblicherweise wird versucht, der Forderung nach einer glatten Bahnoberfläche
durch eine möglichst geringe Rauhigkeit nach der Pressenanordnung bzw. Pressenpartie
sowie entsprechend starke Belastungen im Kalander gerecht zu werden. Insbesondere
bei SC-Papieren bedingen die Anforderungen an die Oberflächengüte den Einsatz von
Pressen mit glatter Walze auf beiden Seiten des Papiers, um den Zielwert und die Zweiseitigkeitsanforderungen
zu erfüllen. Die dadurch entstehende offene Bahnführung bringt nun aber eine geringere
Maschinengeschwindigkeit mit sich (Ablösen von glatten Walzen) und behindert den Einsatz
von Hochleistungstrocknungseinheiten wie insbesondere Impingementtrocknungseinheiten
zur Geschwindigkeitssteigerung im Nachlauf der Pressenanordnung bzw. Pressenpartie.
Um diesem Problem zu begegnen, wurde bereits vorgeschlagen, nach einer Pressenanordnung
mit vollständig geführtem Bahnlauf eine dritte Presse anzuordnen. Der Trockengehalt
und entsprechend die Festigkeit der Papierbahn liegt hier jedoch nach wie vor auf
einem sehr geringen Niveau, was wieder die Geschwindigkeit begrenzt.
[0004] Eine Rauhigkeitszweiseitigkeit kann durch eine dritte oder vierte Presse, die als
Glättpresse angesehen werden kann, ausgeglichen werden. Der Nachteil einer solchen
Presse, durch die die Papierbahn bisher der in Regel auf einem Pressfilz und über
eine glatte Walze geführt wird, besteht nun aber darin, dass die Papierbahn von der
glatten Walze abgezogen und damit entsprechend belastet wird. Es ist keine gestützte
Führung der Bahn bis in die Trockenpartie und entsprechend auch kein bahnbreites Überführen
möglich.
[0005] Aus Versuchen mit Transferbändern ist bekannt, dass ab einer gewissen Glätte des
Transferbandes die Papierbahn fest am Band haftet. Dies führt nun aber dazu, dass
für den Einsatz in einer Tandempresse zur Abnahme der Bahn mit einer Saugwalze das
Transferband eine gewisse Mindestrauhigkeit haben muss.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Vorrichtung der eingangs
genannten Art zu schaffen, die insbesondere die Rauhigkeit sowie die Rauhigkeitszweiseitigkeit
der fertigen Bahn verringert. Zudem soll sie höhere Betriebsgeschwindigkeiten zulassen.
Zudem soll ein geeignetes Transferband für den Einsatz als Bespannung in einer Hochleistungstrocknungseinheit
bereitgestellt werden.
[0007] Bezüglich der Vorrichtung wird die Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die
Faserstoffbahn bei Erreichen der Glättpresse einen Trockengehalt < 65 % besitzt.
[0008] Aufgrund dieser Ausbildung ergibt sich eine vollständig gestützte Bahnführung bis
zum Erreichen eines hinreichend hohen Trockengehaltes, wodurch wesentlich höhere Betriebsgeschwindigkeiten
möglich sind.
[0009] Die betreffende Pressenanordnung mit vollständig gestützter Bahnführung kann beispielsweise
eine TandemNipcoFlex-Presse, eine DuoCentriX-Presse mit Zentralband, eine SingleNipcoFlex-Presse
oder dergleichen umfassen. Die Hochleistungstrocknungseinrichtung folgt vorteilhafterweise
direkt im Anschluss an die Pressenanordnung. Dabei soll möglichst vermieden werden,
dass die Faserstoffbahn von einer glatten Walze abgezogen werden muss oder ein freier
Zug entsteht. Mit der auf die Hochleistungstrocknungseinheit folgenden Glättpresse
wird die gewünschte Oberflächengüte erreicht.
[0010] Bevorzugt wird die Faserstoffbahn während ihres gesamten Durchlaufs durch die Pressenanordnung,
die Hochleistungstrocknungseinrichtung und die Glättpresse auf beiden Seiten geglättet.
[0011] Gemäß einer bevorzugten praktischen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
wird die Faserstoffbahn in der Pressenanordnung auf einer Seite und in der Glättpresse
auf der anderen Seite geglättet.
[0012] Vorteilhafterweise wird die Faserstoffbahn in der Pressenanordnung auf der Unterseite
geglättet.
[0013] Von Vorteil ist insbesondere, wenn die Pressenanordnung einen Pressnip umfasst, durch
den die Faserstoffbahn zusammen mit einem bahnseitig glatten Band hindurchgeführt
ist. Dabei ist die Rauhigkeit auf der betreffenden Seite bevorzugt < 7 µm. Bei dem
betreffenden Band kann es sich beispielsweise um ein bahnseitig glattes Zentralwalzenband,
ein bahnseitig glattes Transferband oder auch um einen bahnseitig glatten Filz oder
dergleichen handeln.
[0014] Umfasst die Pressenanordnung einen Pressnip, durch den die Faserstoffbahn zusammen
mit einem bahnseitig glatten Filz hindurchgeführt ist, so besitzt dieser Filz auf
der der Faserstoffbahn zugewandten Seite vorzugsweise ein Faservlies mit einer Feinheit
< 11 dtex.
[0015] Bevorzugt wird die Faserstoffbahn in der Pressenanordnung auf der Unterseite und
in der Glättpresse auf der Oberseite geglättet.
[0016] Eine zweckmäßige praktische Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zeichnet
sich dadurch aus, dass die Faserstoffbahn zusammen mit einem insbesondere permeablen
Unterfilz durch die Glättpresse geführt ist und in dieser Glättpresse die Oberseite
der Faserstoffbahn mit einer glatten Walze im Kontakt steht.
[0017] Bevorzugt liegt die Presskraft in der Glättpresse in einem Bereich von etwa 30 kN/m
bis etwa 180 kN/m, wodurch in der Glättpresse die Zweiseitigkeit der Parameter Rauhigkeit
und Ölabsorption auf Werte unter 10 % reduziert werden können. Gleichzeitig wird das
Rauhigkeitsniveau leicht abgesenkt.
[0018] Beim Ablösen von der Glättpresse besitzt die Faserstoffbahn zweckmäßigerweise einen
Trockengehalt zwischen etwa 55 und etwa 65 %, womit das höchste Glättpotenzial ausgenutzt
wird.
[0019] Der Glättpresse ist vorteilhafterweise eine maschinenbreite Fördereinrichtung zugeordnet,
um während eines jeweiligen Bahnüberführvorgangs in eine nachfolgende Trockenpartie
anfallenden Ausschuss in einen Auflösepulper abzuführen. Die Fördereinrichtung kann
insbesondere ein Förderband, eine Rutsche, eine Schnecke und/oder dergleichen umfassen.
[0020] Bevorzugt ist die Hochleistungstrocknungseinrichtung direkt im Anschluss an die Pressenanordnung
vorgesehen.
[0021] In der Hochleistungstrocknungseinrichtung kann die Faserstoffbahn zumindest abschnittsweise
insbesondere auch vertikal geführt sein.
[0022] Es ist also beispielsweise eine Presse mit komplett gestützter Bahnführung, beispielsweise
eine TandemNipcoFlex-Presse, DuoCentriX-Presse mit Zentralband, SingleNipcoFlex-Presse
oder dergleichen, sowie eine sich daran anschließende Hochleistungstrocknungseinrichtung
wie insbesondere eine Heißlufttrocknungseinrichtung denkbar, bei der ausgeschlossen
ist, dass die Faserstoffbahn von einer glatten Walze abgezogen werden muss oder ein
freier Zug entsteht. Nach der Hochleistungstrocknungseinrichtung ist eine Glättpresse
anstatt der konventionellen Trockenpartie installiert, um die gewünschte Oberflächengüte
zu erreichen. In der Pressenpartie vor der Hochleistungstrocknungseinrichtung kann
beispielsweise ein glattes Transferband, ein glattes Zentralband, ein glatter Filz
usw. eingesetzt werden, um die Faserstoffbahn von beiden Seiten einer glatten Oberfläche
auszusetzen, wobei das glatte Band in der Presse die Unterseite der Faserstoffbahn
glätten kann, während deren Oberfläche in der Glättpresse geglättet wird.
[0023] Zum Überführen ist es erforderlich, bahnbreit durch die Hochleistungstrocknungseinrichtung
zu fahren und diese zu schließen. Demzufolge ist eine Bahnaustragsmöglichkeit oberhalb
der Glättpresse erforderlich, um beim Überführen die Bahn an der Glättpresse abzuführen.
Hierzu kann beispielsweise ein Förderband, eine Rutsche, eine Schnecke usw. vorgesehen
sein. Im Falle eines Bahnabrisses in der Trockenpartie wird die Bahn beispielsweise
am ersten Zylinder abgeschlagen, da dann das Überführen durch die Hochleistungstrocknungseinrichtung
und die Glättpresse entfällt.
[0024] Es ist somit möglich, die auf Höchstgeschwindigkeit ausgelegten Pressen mit vollständig
geführter Bahn auch für Papiersorten mit hohen und höchsten Ansprüchen an die Oberflächengüte,
d.h. z.B. für SC-Papiere, einzusetzen.
[0025] Indem die Papierbahn mit beiden Seiten über eine glatte Walzen/Bespannungs-Oberfläche
läuft und am ersten freien Bahnzug einen möglichst hohen Trockengehalt aufweist, der
mittels einer beispielsweise noch innerhalb der Pressenpartie vorgesehenen Hochleistungstrocknungseinrichtung
erreicht wird, ergib sich eine sehr glatte Rohpapieroberfläche. Die weitere Überführung
von der Glättpresse bis zum Roller kann beispielsweise mittels einer Streifenüberführung
erfolgen. Zuvor ist bevorzugt eine bahnbreite Überführung vorgesehen.
[0026] Nachdem die Faserstoffbahn bei Erreichen der Glättpresse einen Trockengehalt < 65
% besitzt, findet eine Glättung der noch nassen Papierbahn statt. Bevorzugt wird der
Trockengehalt nur um etwa 3 bis etwa 10 % absolut gegenüber den derzeit üblichen Pressenpartien
angehoben, um eine höhere Nassfestigkeit zu erhalten. Eine weitere Steigerung des
Trockengehalts mittels einer Hochleistungstrocknung macht keinen Sinn, da der folgende
Trocknungsvorgang auf die Endfeuchte kostengünstiger mittels Dampf und Kontakttrocknung
vollzogen werden kann. Des Weiteren dient die Glättpresse in erster Linie der Steuerung
der Zweiseitigkeit. Sie kann insbesondere mit einem permeablen Unterfilz ausgerüstet
sein.
[0027] Es ist beispielsweise der Einsatz einer herkömmlichen Pressenpartie mit geschlossenem
Zug und einseitiger Glättung auf der Unterseite möglich. Dabei kann beispielsweise
eine DuoCentri-NipcoFlex-Presse mit Zentralwalzenband, eine Tandem-NipcoFlex-Presse
mit Transferband oder mit sehr glatten Unterfilzen eingesetzt werden. Die Rauhigkeit
R
A des betreffenden Bandes ist bevorzugt < 7 µm. Insbesondere bei einer TandemPresse
mit glatten Filzen kann ein Filzvlies auf der papierseitigen Oberfläche des Unterfilzes
mit einer Feinheit < 11 dtex vorgesehen sein. Bei hohen Anforderungen an die Zweiseitigkeit
kann zur Vergleichmäßigung der Zweiseitigkeit als Glättpresse z.B. eine so genannte
Legepresse verwendet werden, die auf der Unterseite einen Pressfilz und auf der Oberseite
eine glatte Walze aufweist. Durch Applizieren der Presskräfte insbesondere in einem
Bereich von etwa 30 kN/m bis etwa 180 kN/m kann in der Legepresse die Zweiseitigkeit
der Parameter Rauhigkeit und Ölabsorption auf Werte unter 10 % reduziert werden. Gleichzeitig
wird das Rauhigkeitsniveau leicht abgesenkt. Das erreichte Rauhigkeitsniveau erfordert
jedoch nach wie vor eine breitere Glättung des nahezu trockenen Papiers am Ende des
Papiererzeugungsprozesses, die beispielsweise durch einen Kalander erfolgen kann.
Die Papierbahn wird ohne offenen Papierzug in die Lege- oder Glättpresse geführt und
zusätzlich vor der Legepresse durch Einsatz der Hochleistungstrocknungseinrichtung
auf ein gegenüber herkömmlichen Pressenpartien höheres Trockengehaltsniveau gehoben.
Dadurch besitzt die Papierbahn eine höhere Nassfestigkeit, womit wieder höhere Produktionsgeschwindigkeiten
erreichbar sind. Die weitere Behandlung der Papierbahn kann durch konventionelle Trocknung
und abschlie-ßendes Kalandrieren erfolgen.
[0028] Die Erfindung ist insbesondere bei der Erzeugung von SC-Papier bei hohen Papiermaschinengeschwindigkeiten
mit Vorteil anwendbar, da hier besonders hohe Anforderungen an die Oberflächengüte
und Zweiseitigkeit bestehen.
[0029] Da der Trockengehalt beim Ablösen von der Lege- oder Glättpresse vorteilhafterweise
zwischen etwa 55 und etwa 65 % liegt, wird das höchste Glättpotenzial ausgenutzt.
Gleichzeitig bleibt der Prozess durch den nachfolgenden hohen Anteil an dampfbeheizter
Kontakttrocknung wirtschaftlich effizient. Durch eine der Legepresse zugeordnete maschinenbreite
Fördereinrichtung kann während des Überführvorgangs durch die nachfolgende Trockenpartie
anfallender Ausschuss in einen Auflösepulper abgeführt werden.
[0030] Eine weitere bevorzugte praktische Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zeichnet sich dadurch aus, dass die Hochleistungstrocknungseinrichtung eine oder mehrere
Hochleistungstrocknungseinheiten umfasst und dass der in Bahnlaufrichtung letzten
Hochleistungstrocknungseinheit als Bespannung ein bahnseitig glattes Transferband
zugeordnet ist, an dem die Faserstoffbahn in der betreffenden Hochleistungstrocknungseinheit
geführt und über das die Faserstoffbahn der Glättpresse zugeführt und mit dem die
Faserstoffbahn durch den Glättnip hindurch geführt ist.
[0031] Das bahnseitig glatte Transferband kann inpermeabel oder auch durch ein mikroporöses
Band gebildet sein.
[0032] Bevorzugt besitzt das bahnseitig glatte Transferband auf seiner der Faserstoffbahn
zugewandten Seite in Bahnlaufrichtung und in Querrichtung eine Rauhigkeit 0,3 ≤ R
A ≤ 3. Bevorzugt ist die Rauhigkeit ≤ 1.
[0033] Bevorzugt steht die zusammen mit dem Transferband durch die Glättpresse geführte
Faserstoffbahn in der Glättpresse mit ihrer vom Transferband abgewandten Seite mit
einer Walze in Kontakt, deren Oberfläche glatter ist als die der Faserstoffbahn zugewandte
Seite des Transferbandes. Die Faserstoffbahn kann also nach dem Glättnip mit der betreffenden
Walze mitlaufen und insbesondere bahnbreit an einem Schaber abgenommen und in den
Pulper geführt werden. Bevorzugt ist der Walze also ein Schaber zugeordnet.
[0034] Die Adhäsionswirkung der Walze kann beispielsweise dadurch beeinflusst werden, dass
zur Beaufschlagung der Walze mit einem Fluid vorteilhafterweise ein Spritzrohr vorgesehen
ist.
[0035] Alternativ oder zusätzlich kann auch zur Beaufschlagung des der letzten Hochleistungstrocknungseinheit
als Bespannung zugeordneten Transferbandes mit einem Fluid ein Spritzrohr vorgesehen
sein.
[0036] Bevorzugt ist die Faserstoffbahn bis zum Trockenzylinder einer in Bahnlaufrichtung
nach der Glättpresse vorgesehenen Trockenpartie in geschlossenem Zug geführt. Dabei
kann die Faserstoffbahn zweckmäßigerweise durch den ersten Trockenzylinder von dem
Transferband abgenommen werden. Von Vorteil ist hierbei, wenn der erste Trockenzylinder
eine die Bahnabnahme unterstützende Beschichtung besitzt oder dessen Oberfläche zur
Unterstützung der Bahnabnahme entsprechend behandelt ist.
[0037] Gemäß einer bevorzugten praktischen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ist der Trockengehalt der Faserstoffbahn bei der Abnahme vom Transferband ≥ 47 %,
wobei er vorzugsweise in einem Bereich von etwa 47 % bis etwa 57 % liegt.
[0038] Auch im Fall des Einsatzes eines bahnseitig glatten Transferbandes als Bespannung
einer Hochleistungstrocknungseinheit wird also wieder eine Presse mit vollständig
gestützter Bahnführung verwendet, bei der es sich beispielsweise wieder um eine TandemNipcoFlex-Presse,
DuoCentriX-Presse mit Zentralband, SingleNipcoFlex-Presse oder dergleichen handeln
kann, und auf die unmittelbar anschließend die Hochleistungs- bzw. Heißlufttrocknungseinrichtung
folgt, ohne dass dabei die Faserstoffbahn von einer glatten Walze abgezogen werden
muss oder ein freier Zug entsteht.
[0039] Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Hochleistungstrocknungseinrichtung, bei der die
Bespannung der zweiten Hochleistungstrocknungseinheit durch ein Trockensieb gebildet
ist, ist gemäß der betreffenden zweckmäßigen Ausführung der Erfindung dieses Trockensieb
also durch ein Transferband mit einer vorzugsweise besonders glatten Oberfläche ersetzt.
Dieses Transferband wird im Anschluss an die Hochleistungstrocknungseinrichtung bevorzugt
durch den Walzennip einer Glättpresse geführt, um die Oberflächeneigenschaften der
Bahn zu verbessern.
[0040] Bedingt durch die Adhäsion muss die Bahn nicht durch Vakuum am Transferband festgehalten
werden. Als Alternative zu einem impermeablen Transferband ist jedoch beispielsweise
auch ein glattes, jedoch mikroporöses Band denkbar, durch das hindurch auch Vakuumhaltekräfte
auf die Bahn ausgeübt werden können. Um eine entsprechende Haftwirkung herbeizuführen,
sollte die Rauhigkeit R
A in Maschinenlaufrichtung und in Querrichtung zweckmäßigerweise ≥ 0,3 und ≤ 3 sein,
wobei sie bevorzugt ≤ 1 sein sollte. Insbesondere in der Hochleistungstrocknungseinrichtung
kann zumindest abschnittsweise insbesondere auch eine vertikale Bahnführung vorgesehen
sein.
[0041] Besitzt die die Faserstoffbahn berührende Presswalze der Glättpresse eine glattere
Oberfläche als das Transferband, so kann die Faserstoff- bzw. Papierbahn nach dem
Glättnip mit der Presswalze mitlaufen und bahnbreit an einem Schaber abgenommen und
in den Pulper geführt werden. Die Adhäsionswirkung der Walze kann beispielsweise durch
ein bahnbreites Spritzrohr zum Aufbringen von Flüssigkeit, vorteilhafterweise Wasser,
beeinflusst werden. In der gleichen Weise kann auch dem Transferband beispielsweise
ein bahnbreites Spritzrohr zugeordnet sein.
[0042] Wird die Faserstoffbahn bis zum ersten Trockenzylinder in geschlossenem Zug geführt,
so ist zweckmäßigerweise durch eine geeignete Beschichtung bzw. Oberflächenbehandlung
des Zylinders eine Bahnabnahme vom Transferband gewährleistet. Die Abgabe vom Band
kann auch dadurch erreicht werden, dass die Faserstoffbahn bei dieser Abgabe einen
bestimmten Mindesttrockengehalt erreicht hat, ab dem die Adhäsionskräfte zu gering
für ein Anhaften der Bahn sind. Bei einer solchen Bahnabgabe sollte der Trockengehalt
der Faserstoffbahn daher vorteilhafterweise in einem Bereich von etwa 47 bis etwa
57 % liegen.
[0043] Um den erhöhten Temperaturen im Bereich der Heißlufttrocknung zu widerstehen, besteht
das der letzten Hochleistungstrocknungseinheit als Bespannung zugeordnete Transferband
vorteilhafterweise aus einem bis zu einer Dauertemperatur von etwa 150°C hitzebeständigen
Material, wobei es grundsätzlich auch eine entsprechend hitzebeständige Oberfläche
besitzen kann.
[0044] Bevorzugt besteht das der letzten Hochleistungstrocknungseinheit als Bespannung zugeordnete
Transferband aus einem zumindest ein Polyamid umfassenden Material.
[0045] Von Vorteil ist insbesondere auch, wenn das der letzten Hochleistungstrocknungseinheit
als Bespannung zugeordnete Transferband einen mit einem Träger sowie einer Beschichtung
versehenen Aufbau besitzt. Dabei kann das Trägermaterial vorteilhafterweise wenigstens
ein Polyamid umfassen. Alternativ oder zusätzlich kann dieses Trägermaterial auch
PPS und/oder PEEK umfassen.
[0046] Als Beschichtung ist bevorzugt eine Polyurethanbeschichtung vorgesehen. Es ist beispielsweise
jedoch auch eine Polyvinylalkoholbeschichtung denkbar.
[0047] Die Hochleistungstrocknungseinrichtung umfasst bevorzugt eine Heißlufttrocknungseinrichtung.
[0048] Im Randbereich des als Bespannung für eine Hochleistungs- bzw. Heißlufttrocknungseinheit
vorgesehenen Transferbandes, in dem keine Abdeckung durch die Faserstoff- bzw. Papierbahn
besteht, können höhere Temperaturen, beispielsweise > 100°C, auftreten als im papierbedeckten
Bereich. Diese thermisch höher beanspruchten Zonen können entsprechend früher verschleißen,
so dass geeignete Maßnahmen zur Kühlung oder Abschirmung getroffen werden sollten.
[0049] Bevorzugt sind also Mittel zur Kühlung und/oder Abschirmung der nicht von der Faserstoffbahn
bedeckten Randbereiche des als Bespannung der letzten Hochleistungstrocknungseinheit
dienenden Transferbandes vorgesehen. Dabei können vorteilhafterweise Düsen zum Beblasen
der Randbereiche des Transferbandes mit kühler Luft, Mittel zur mechanischen Abdeckung
von der letzten Hochleistungstrocknungseinheit zugeordneten Heißluftdüsen usw. vorgesehen
sein. Vorteilhafterweise sind die mechanischen Abdeckmittel in Querrichtung verstellbar,
vorzugsweise verschiebbar.
[0050] Alternativ oder zusätzlich kann das der letzten Hochleistungstrocknungseinheit als
Bespannung zugeordnete Transferband zumindest in den Randbereichen auch mit einer
hitzebeständigen Beschichtung versehen sein. Grundsätzlich ist auch ein Transferband
denkbar, das über seine gesamte Oberfläche mit einer hitzebeständigen Beschichtung
versehen ist.
[0051] Gemäß einer bevorzugten praktischen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
sind Mittel zur Erfassung eines jeweiligen Bahnabrisses sowie Mittel vorgesehen, um
bei einem erfassten Bahnabriss die Heißluftbeblasung des Transferbandes in der Hochleistungstrocknungseinrichtung
vorzugsweise so schnell wie möglich zu unterbrechen und/oder für eine Kühlung des
Transferbandes zu sorgen. Dabei können vorteilhafterweise Mittel für ein Umschalten
von der Heißluftbeblasung auf Umluftbetrieb vorgesehen sein. Alternativ oder zusätzlich
können zur Kühlung des Transferbandes auch Mittel zum Aufsprühen eines Wasserfilmes
und/oder kühler Luft vorgesehen sein.
[0052] Um Vakuumkräfte durch das als Bespannung für eine Hochleistungstrocknungseinheit
vorgesehene Transferband wirken zu lassen, ist eine gewisse Luftdurchlässigkeit oder
Mikropermeabilität erforderlich. Die Luftdurchlässigkeit oder Permeabilität ist nach
oben durch die Markierungsneigung der Faserstoff- bzw. Papierbahn beim Durchgang durch
den Glättnip begrenzt. Gemäß einer zweckmäßigen praktischen Ausführungsform besitzt
das der letzten Hochleistungstrocknungseinheit als Bespannung zugeordnete Transferband
demzufolge eine Permeabilität in einem Bereich von 0 bis etwa 120 cfm, wobei die Permeabilität
des Transferbandes bevorzugt < 30 cfm ist.
[0053] Die entsprechende Mikroporosität lässt sich beispielsweise durch Beschießen und Perforieren
der Oberflächenschicht des Transferbandes mittels Laser erreichen. Alternativ ist
beispielsweise auch eine mechanische Punktuation oder bei gegossenen Strukturen eine
chemische Reaktion durch eine Ausbildung von Poren während der Aushärtung denkbar.
[0054] Zum Einbau des als Bespannung für eine Hochleistungstrocknungseinheit vorgesehenen
Transferbandes bietet sich vorteilhafterweise eine Cantileverung der Maschinenelemente
in der Bandschlaufe an, wodurch sich Endlosbänder in kurzer Zeit einziehen lassen.
Bei endlichen Bändern ist der Einbau einer Einziehvorrichtung und eines Nahttisches
sowie der Ausstattung der Bandenden mit geeigneten glatten Nahthälften erforderlich,
um eine Naht zu erhalten, die der sonstigen Bandoberfläche möglichst ähnlich ist.
[0055] Das insbesondere für den Einsatz als Bespannung in einer Hochleistungstrocknungseinheit
vorgesehene erfindungsgemäße Transferband zeichnet sich dadurch aus, dass es zumindest
eine glatte Seite aufweist und auf dieser Seite in Bahnlaufrichtung und in Querrichtung
eine Rauhigkeit 0,3 ≤ R
A ≤ 3 besitzt. Ein solches Transferband ist mit Vorteil insbesondere in der erfindungsgemäßen
Vorrichtung verwendbar.
[0056] Bevorzugte Ausführungsformen dieses Transferbandes sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0057] Die Erfindung ist mit Vorteil insbesondere bei der Herstellung von SC-Papieren anwendbar.
[0058] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert; in dieser zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Teildarstellung einer beispielhaften Ausführungsform einer Vorrichtung
zur Herstellung oder Behandlung einer Faserstoffbahn, bei der die Pressenanordnung
einen Pressnip umfasst, durch den die Faserstoffbahn mit einem bahnseitig glatten
Transferband hindurchgeführt ist,
- Figur 2
- eine schematische Teildarstellung einer weiteren beispielhaften Ausführungsform der
Vorrichtung, bei der der letzten Hochleistungstrocknungseinheit der Hochleistungstrocknungseinrichtung
als Bespannung ein bahnseitig glattes Band zugeordnet ist,
- Figur 3
- eine ähnliche Ausführungsform wie die gemäß Figur 2, wobei im vorliegenden Fall das
Transferband und die Faserstoffbahn jedoch ausgehend von der letzten Hochleistungstrocknungseinheit
direkt der Glättpresse zugeführt sind, und
- Figur 4
- eine ähnliche Ausführungsform wie die gemäß Figur 3, wobei im vorliegenden Fall die
Faserstoffbahn durch den ersten Trockenzylinder einer Trockenpartie von dem Transferband
abgenommen wird.
[0059] Figur 1 zeigt in schematischer Teildarstellung eine Vorrichtung 10 zur Herstellung
oder Behandlung einer Faserstoffbahn 12, bei der es sich insbesondere um eine Papier-
oder Kartonbahn handeln kann. Mit besonderem Vorteil ist die Vorrichtung 10 zur Herstellung
von SC-Papier verwendbar.
[0060] Die Vorrichtung 10 umfasst eine Pressenanordnung 14, eine in Bahnlaufrichtung L dahinterliegende
Hochleistungstrocknungseinrichtung 16, insbesondere Heißlufttrocknungseinrichtung,
sowie eine sich daran anschließende Glättpresse 18.
[0061] Die Faserstoffbahn 12 ist zumindest durch die Pressenanordnung 14, die Hochleistungstrocknungseinrichtung
16 und bis zur Glättpresse 18 durchgehend in geschlossenem Zug geführt.
[0062] Bei Erreichen der Glättpresse 18 besitzt die Faserstoffbahn 12 einen Trockengehalt
< 65 %. Während ihres gesamten Durchlaufs durch die Pressenanordnung 14, die Hochleistungstrocknungseinrichtung
16 und die Glättpresse 18 wird die Faserstoffbahn 12 auf beiden Seiten geglättet.
Dabei erfolgt in der Pressenanordnung 14 eine Glättung der Bahnunterseite und in der
Glättpresse 18 eine Glättung der Bahnoberseite.
[0063] Dazu umfasst die Pressenanordnung 14 einen Pressfilz 20, durch den die Faserstoffbahn
12 zusammen mit einem zumindest bahnseitig glatten Band 22 hindurchgeführt ist. Die
Rauhigkeit R
A des glatten Bandes 22 ist zumindest auf der der Faserstoffbahn 12 zugewandten Seite
vorzugsweise < 7 µm.
[0064] Durch den Pressnip 20 ist zudem ein oberer Filz 24 geführt. Im Anschluss an den Pressnip
20 wird die Faserstoffbahn 12 von einem Transferband 26 übernommen und durch dieses
der Hochleistungstrocknungseinrichtung 16 zugeführt.
[0065] Die Hochleistungstrocknungseinheit 16 umfasst zwei Hochleistungs- bzw. Heißlufttrocknungseinheiten
16', 16", die jeweils eine vorzugsweise besaugte Walze 28, als Bespannung ein Trockensieb
30 sowie eine Heißlufthaube 32 umfassen. Den beiden besaugten Walzen 28 kann jeweils
ein besaugter Bahnstabilisator 34 bzw. eine Vakuumerzeugung durch Blasluft zugeordnet
sein.
[0066] In der in Bahnlaufrichtung L ersten Hochleistungstrocknungseinheit 16' wird die Faserstoffbahn
12 oben und in der zweiten Hochleistungstrocknungseinheit 16" unten um die betreffende
besaugte Walze 28 geführt. Entsprechend ist in der ersten Hochleistungstrocknungseinheit
16' die Heißlufthaube 22 oberhalb und in der zweiten Hochleistungstrocknungseinrichtung
16" unterhalb der betreffenden besaugten Walze 28 angeordnet.
[0067] Wie anhand der Figur 1 zu erkennen ist, wird die Faserstoffbahn 12 in geschlossenem
Zug durch die Pressenanordnung 14 und die Hochleistungstrocknungseinrichtung 16 geführt.
Im Anschluss an die Hochleistungstrocknungseinrichtung 16 wird die Faserstoffbahn
12 weiter in geschlossenem Zug der Glättpresse 18 zugeführt und durch diese hindurchgeführt.
Dabei wird die Faserstoffbahn 12 zusammen mit einem unteren Filz 36 durch die Glättpresse
18 hindurchgeführt, durch den die Faserstoffbahn 12 zuvor von dem Trockensieb 30 der
zweiten Hochleistungstrocknungseinheit 16" übernommen wurde. In der Glättpresse 18
steht die Oberseite der Faserstoffbahn 12 mit einer glatten Walze 38 in Kontakt, so
dass die Faserstoffbahn 12 in der Glättpresse 18 auf der Oberseite geglättet wird.
[0068] Die von der glatten Walze 38 abgelöste Faserstoffbahn 12 wird über eine Umlenkwalze
40 geführt, in deren Bereich die Faserstoffbahn 12 von einem Trockensieb 42 einer
Trockenpartie 44 übernommen wird.
[0069] Der Glättpresse 18 ist eine maschinenbreite Ausführvorrichtung oder Fördereinrichtung
46 zugeordnet, um während eines jeweiligen Bahnüberführvorgangs in die nachfolgende
Trockenpartie 44 anfallenden Ausschuss in einen Auflösepulper abzuführen. Diese Fördereinrichtung
46 kann beispielsweise ein Förderband, eine Rutsche, eine Schnecke und/oder dergleichen
umfassen.
[0070] Wie anhand der Figur 1 zu erkennen ist, ist die Hochleistungstrocknungseinrichtung
16 direkt im Anschluss an die Pressenanordnung 14 vorgesehen.
[0071] Figur 2 zeigt in schematischer Teildarstellung eine weitere beispielhafte Ausführungsform
der Vorrichtung 10.
[0072] In diesem Fall ist der in Bahnlaufrichtung L letzten Hochleistungstrocknungseinheit
16" der Hochleistungstrocknungseinrichtung 16 als Bespannung ein zumindest bahnseitig
glattes Transferband 48 zugeordnet, an dem die Faserstoffbahn 12 in der zweiten Hochleistungstrocknungseinheit
16" geführt und über das die Faserstoffbahn 12 der Glättpresse 18 zugeführt wird.
Die Faserstoffbahn 12 wird zusammen mit diesem zumindest bahnseitig glatten Transferband
48 auch durch den Glättnip 50 der Glättpresse 18 geführt. Im Anschluss an den Glättnip
50 wird die Faserstoffbahn von dem glatten Transferband 48 getrennt, indem sie auf
der eine glattere Oberfläche als das Transferband 18 aufweisenden unteren Walze 52
der Glättpresse 18 weiterläuft, während das glatte Transferband 48 um die obere Walze
54 nach oben weggeführt wird. Die Faserstoffbahn 12 wird also unmittelbar im Anschluss
an den Glättnip 50 von dem Transferband 48 getrennt. Der unteren Walze 52 kann ein
hier nicht dargestellter Schaber zugeordnet sein.
[0073] Von der unteren Walze 52 der Glättpresse 18 wird die Faserstoffbahn durch ein Trockensieb
56 der darauffolgenden Trockenpartie 44 übernommen.
[0074] Die Faserstoffbahn 12 wird der ersten Hochleistungstrocknungseinheit 16' der Hochleistungstrocknungseinrichtung
16 wieder über ein Transferband 26, beispielsweise ein Transfersieb, zugeführt. Im
Anschluss an die zweite Hochleistungstrocknungseinheit 16" ist die Faserstoffbahn
12 zusammen mit dem glatten Transferband 48 zunächst um eine Umlenkwalze 58 geführt,
um anschließend zumindest im Wesentlichen horizontal zusammen mit dem Transferband
48 der Glättpresse 18 zugeführt zu werden.
[0075] Eventuell auftretender Ausschuss kann von der unteren Walze 52 der Glättpresse 18
in den darunterliegenden Pulper 60 abgeführt werden.
[0076] Im übrigen kann die Vorrichtung 10 zumindest im Wesentlichen beispielsweise wieder
so ausgeführt sein wie die Vorrichtung gemäß Figur 1. Dabei sind einander entsprechenden
Teilen gleiche Bezugszeichen zugeordnet.
[0077] Figur 3 zeigt in schematischer Teildarstellung eine ähnliche Ausführungsform wie
die gemäß Figur 2. Im vorliegenden Fall sind das glatte Transferband 48 und die Faserstoffbahn
12 jedoch ausgehend von der letzten Hochleistungstrocknungseinheit 16" direkt der
Glättpresse 18 zugeführt.
[0078] Die bei der Ausführungsform gemäß Figur 2 vorgesehene Umlenkwalze 58 entfällt hier
also. Wie anhand der Figur 3 zu erkennen ist, werden im vorliegenden Fall die Faserstoffbahn
12 und das glatte Transferband 48 ausgehend von der besaugten Walze 28 der zweiten
Hochleistungstrocknungseinheit 16" schräg nach oben zur Glättpresse 18 geführt.
[0079] Im übrigen kann die Vorrichtung 10 zumindest im Wesentlichen beispielsweise wieder
so ausgeführt sein, wie die in der Figur 2 gezeigte Vorrichtung. Einander entsprechenden
Teilen sind wieder gleiche Bezugszeichen zugeordnet.
[0080] Figur 4 zeigt in schematischer Teildarstellung eine ähnliche Ausführungsform wie
die gemäß Figur 3. Im vorliegenden Fall wird die Faserstoffbahn 12 jedoch durch den
ersten Trockenzylinder 62 der Trockenpartie 44 von dem glatten Transferband 48 abgenommen.
Von diesem Trockenzylinder 62 wird die Faserstoffbahn 12 anschließend an ein Trockensieb
64 der Trockenpartie 44 übergeben.
[0081] Ausgehend von der unteren Walze 52 der Glättpresse 18 werden die Faserstoffbahn 12
und das glatte Transferband 48 zunächst um eine Umlenkwalze 66 und anschließend schräg
nach oben zum ersten Trockenzylinder 62 geführt, auf dem das glatte Transferband 48
schließlich von der auf dem Trockenzylinder 62 weiterlaufenden und anschließend vom
Trockensieb 64 übernommenen Faserstoffbahn 12 getrennt wird.
[0082] Wie anhand der Figur 4 zu erkennen ist, ist dem Trockenzylinder 62 ein Schaber 68
zugeordnet. Eventuell auftretender Ausschuss kann in dem darunterliegenden Pulper
60 abgeführt werden.
[0083] Im übrigen kann die Vorrichtung 10 zumindest im Wesentlichen beispielsweise wieder
so ausgeführt sein, wie die gemäß Figur 3. Einander entsprechenden Teilen sind wieder
gleiche Bezugszeichen zugeordnet.
Bezugszeichenliste
[0084]
- 10
- Vorrichtung
- 12
- Faserstoffbahn
- 14
- Pressenanordnung
- 16
- Hochleistungstrocknungseinrichtung
- 16'
- erste Hochleistungstrocknungseinheit
- 16"
- zweite Hochleistungstrocknungseinheit
- 18
- Glättpresse
- 20
- Pressnip
- 22
- glattes Band
- 24
- oberer Filz
- 26
- Transferband
- 28
- besaugte Walze
- 30
- Trockensieb
- 32
- Heißlufthaube
- 34
- Bahnstabilisator
- 36
- unterer Filz
- 38
- glatte Walze
- 40
- Umlenkwalze
- 42
- Trockensieb
- 44
- Trockenpartie
- 46
- Fördereinrichtung
- 48
- glattes Transferband
- 50
- Glättnip
- 52
- Walze
- 54
- Walze
- 56
- Trockensieb
- 58
- Umlenkwalze
- 60
- Pulper
- 62
- Trockenzylinder
- 64
- Trockensieb
- 66
- Umlenkwalze
- 68
- Schaber
- L
- Bahnlaufrichtung
1. Vorrichtung (10) zur Herstellung oder Behandlung einer Faserstoff bahn (12), insbesondere
Papier- oder Kartonbahn, mit einer Pressenanordnung (14), einer in Bahnlaufrichtung
(L) dahinter liegenden Hochleistungstrocknungseinrichtung (16) sowie einer sich daran
anschließenden Glättpresse (18), wobei die Faserstoffbahn (12) durch die Pressenanordnung
(14), die Hochleistungstrocknungseinrichtung (16) und bis zur Glättpresse (18) durchgehend
in geschlossenem Zug geführt ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Faserstoffbahn (12) bei Erreichen der Glättpresse (18) einen Trockengehalt <
65 % besitzt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Faserstoffbahn (12) während ihres gesamten Durchlaufs durch die Pressenanordnung
(14), die Hochleistungstrocknungseinrichtung (16) und die Glättpresse (18) auf beiden
Seiten geglättet wird.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Faserstoffbahn (12) in der Pressenanordnung (14) auf einer Seite und in der Glättpresse
(18) auf der anderen Seite geglättet wird.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Faserstoffbahn (12) in der Pressenanordnung (14) auf der Unterseite geglättet
wird.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Pressenanordnung (14) einen Pressnip (20) umfasst, durch den die Faserstoffbahn
(12) zusammen mit einem bahnseitig glatten Band (22) hindurchgeführt ist, dessen Rauhigkeit
(RA) auf der betreffenden Seite vorzugsweise < 7 µm ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
dass die Pressenanordnung (14) einen Pressnip (20) umfasst, durch den die Faserstoffbahn
(12) zusammen mit einem bahnseitig glatten Zentralwalzenband hindurchgeführt ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Pressenanordnung (14) einen Pressnip (20) umfasst, durch den die Faserstoffbahn
(12) zusammen mit einem bahnseitig glatten Transferband hindurchgeführt ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Pressenanordnung (14) einen Pressnip (20) umfasst, durch den die Faserstoffbahn
(12) zusammen mit einem bahnseitig glatten Filz hindurchgeführt ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der bahnseitig glatte Filz auf der der Faserstoffbahn (12) zugewandten Seite ein
Faservlies mit einer Feinheit < 11 dtex besitzt.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Faserstoffbahn (12) in der Pressenanordnung (14) auf der Unterseite und in der
Glättpresse (18) auf der Oberseite geglättet wird.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Faserstoffbahn (12) zusammen mit einem insbesondere permeablen Unterfilz (36)
durch die Glättpresse (18) geführt ist und in dieser Glättpresse (18) die Oberseite
der Faserstoffbahn (12) mit einer glatten Walze (38) in Kontakt steht.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Presskraft in der Glättpresse (18) in einem Bereich von etwa 30 kN/m bis etwa
180 kN/m liegt.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Faserstoffbahn (12) beim Ablösen von der Glättpresse (18) einen Trockengehalt
zwischen etwa 55 und etwa 65 % besitzt.
14. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Glättpresse (18) eine maschinenbreite Fördereinrichtung (46) zugeordnet ist,
um während eines jeweiligen Bahnüberführvorgangs in eine nachfolgende Trockenpartie
(44) anfallenden Ausschuss in einen Auslösepulper abzuführen.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Fördereinrichtung (46) ein Förderband, eine Rutsche, eine Schnecke und/oder dergleichen
umfasst.
16. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Hochleistungstrocknungseinrichtung (16) direkt im Anschluss an die Pressenanordnung
(14) vorgesehen ist.
17. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Faserstoffbahn (12) in der Hochleistungstrocknungseinrichtung (16) zumindest
abschnittsweise vertikal geführt ist.
18. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Hochleistungstrocknungseinrichtung (16) eine oder mehrere Hochleistungstrocknungseinheiten
(16', 16") umfasst und dass der in Bahnlaufrichtung (L) letzten Hochleistungstrocknungseinheit
(16") als Bespannung ein bahnseitig glattes Transferband (48) zugeordnet ist, an dem
die Faserstoffbahn (12) in der betreffenden Hochleistungstrocknungseinheit (16") geführt
und über das die Faserstoffbahn (12) der Glättpresse (18) zugeführt und mit dem die
Faserstoffbahn durch den Glättnip (50) hindurch geführt ist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet,
dass das bahnseitig glatte Transferband (48) impermeabel ist.
20. Vorrichtung nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet,
dass das bahnseitig glatte Transferband (48) durch ein mikroporöses Band gebildet ist.
21. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das bahnseitig glatte Transferband (48) auf seiner der Faserstoffbahn (12) zugewandten
Seite in Bahnlaufrichtung und in Querrichtung eine Rauhigkeit 0,3 ≤ (RA) ≤ 3 besitzt.
22. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rauhigkeit (RA) ≤ 1 ist.
23. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zusammen mit dem Transferband (48) durch die Glättpresse (18) geführte Faserstoffbahn
(12) in der Glättpresse (18) mit ihrer vom Transferband (48) abgewandten Seite mit
einer Walze (52) in Kontakt steht, deren Oberfläche glatter ist als die der Faserstoffbahn
(12) zugewandte Seite des Transferbandes (48).
24. Vorrichtung nach Anspruch 23,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Walze (52) ein Schaber zugeordnet ist.
25. Vorrichtung nach Anspruch 23 oder 24,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Beaufschlagung der Walze (52) mit einem Fluid ein Spritzrohr vorgesehen ist.
26. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Beaufschlagung des der letzten Hochleistungstrocknungseinheit (16") als Bespannung
zugeordneten Transferbandes (48) mit einem Fluid ein Spritzrohr vorgesehen ist.
27. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Faserstoffbahn (12) bis zum ersten Trockenzylinder (62) einer in Bahnlaufrichtung
(L) nach der Glättpresse (18) vorgesehenen Trockenpartie (44) in geschlossenem Zug
geführt ist.
28. Vorrichtung nach Anspruch 27,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Faserstoffbahn (12) durch den ersten Trockenzylinder (62) von dem Transferband
(48) abgenommen wird.
29. Vorrichtung nach Anspruch 28,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Trockenzylinder (62) eine die Bahnabnahme unterstützende Beschichtung besitzt
oder dessen Oberfläche zur Unterstützung der Bahnabnahme entsprechend behandelt ist.
30. Vorrichtung nach Anspruch 28 oder 29,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Trockengehalt der Faserstoffbahn (12) bei der Abnahme vom Transferband (48) ≥
47 % ist und vorzugsweise in einem Bereich von etwa 47 % bis etwa 57 % liegt.
31. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das der letzten Hochleistungstrocknungseinheit (16") als Bespannung zugeordnete Transferband
(48) aus einem bis zu einer Dauertemperatur von etwa 150 °C hitzebeständigen Material
besteht oder eine entsprechend hitzebeständige Oberfläche besitzt.
32. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das der letzten Hochleistungstrocknungseinheit (16") als Bespannung zugeordnete Transferband
(48) aus einem zumindest ein Polyamid umfassenden Material besteht.
33. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das der letzten Hochleistungstrocknungseinheit (16") als Bespannung zugeordnete Transferband
(48) einen mit einem Träger sowie einer Beschichtung versehenen Aufbau besitzt.
34. Vorrichtung nach Anspruch 33,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Trägermaterial wenigstens ein Polyamid umfasst.
35. Vorrichtung nach Anspruch 33 oder 34,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Trägermaterial PPS und/oder PEEK umfasst.
36. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 33 bis 35,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Beschichtung eine Polyurethanbeschichtung vorgesehen ist.
37. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 33 bis 35,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Beschichtung eine Polyvinylalkoholbeschichtung vorgesehen ist.
38. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Hochleistungstrocknungseinrichtung (16) eine Heißlufttrocknungseinrichtung umfasst.
39. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass Mittel zur Kühlung und/oder Abschirmung der nicht von der Faserstoffbahn (12) bedeckten
Randbereiche des als Bespannung der letzten Hochleistungstrocknungseinheit (16") dienenden
Transferbandes (48) vorgesehen sind.
40. Vorrichtung nach Anspruch 39,
dadurch gekennzeichnet,
dass Düsen zum Beblasen der Randbereiche des Transferbandes (48) mit kühler Luft vorgesehen
sind.
41. Vorrichtung nach Anspruch 39 oder 40,
dadurch gekennzeichnet,
dass Mittel zur mechanischen Abdeckung von der letzten Hochleistungstrocknungseinheit
(16") zugeordneten Heißluftdüsen vorgesehen sind.
42. Vorrichtung nach Anspruch 41,
dadurch gekennzeichnet,
dass die mechanischen Abdeckmittel in Querrichtung verstellbar, vorzugsweise verschiebbar
sind.
43. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das der letzten Hochleistungstrocknungseinheit (16") als Bespannung zugeordnete Transferband
(48) zumindest in den Randbereichen mit einer hitzebeständigen Beschichtung versehen
ist.
44. Vorrichtung nach Anspruch 43,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Transferband (48) über seine gesamte Oberfläche mit einer hitzebeständigen Beschichtung
versehen ist.
45. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass Mittel zur Erfassung eines jeweiligen Bahnabrisses sowie Mittel vorgesehen sind,
um bei einem erfassten Bahnabriss die Heißluftbeblasung des Transferbandes (48) in
der Hochleistungstrocknungseinrichtung (16) zu unterbrechen und/ oder für eine Kühlung
des Transferbandes (48) zu sorgen.
46. Vorrichtung nach Anspruch 45,
dadurch gekennzeichnet,
dass Mittel für ein Umschalten von der Heißluftbeblasung auf Umluftbetrieb vorgesehen
sind.
47. Vorrichtung nach Anspruch 45 oder 46,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Kühlung des Transferbandes (48) Mittel zum Aufsprühen eines Wasserfilmes und/oder
kühler Luft vorgesehen sind.
48. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das der letzten Hochleistungstrocknungseinheit (16") als Bespannung zugeordnete Transferband
(48) eine Permeabilität in einem Bereich von 0 bis etwa 120 cfm besitzt.
49. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Permeabilität des Transferbandes (48) < 30 cfm ist.
50. Transferband (48) für den Einsatz als Bespannung in einer Hochleistungstrocknungseinheit
(16"), insbesondere zur Verwendung in einer Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass es zumindest eine glatte Seite aufweist und auf dieser Seite in Bahnlaufrichtung
(L) und in Querrichtung eine Rauhigkeit 0,3 ≤ (RA) ≤ 3 besitzt.
51. Transferband nach Anspruch 50,
dadurch gekennzeichnet,
dass es aus einem bis zu einer Dauertemperatur von etwa 150 °C hitzebeständigen Material
besteht oder eine entsprechend hitzebeständige Oberfläche besitzt.
52. Transferband nach Anspruch 50 oder 51,
dadurch gekennzeichnet,
dass es aus einem zumindest ein Polyamid umfassenden Material besteht.
53. Transferband nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass es einen mit einem Träger sowie einer Beschichtung versehenen Aufbau besitzt.
54. Transferband nach Anspruch 53,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Trägermaterial wenigstens ein Polyamid umfasst.
55. Transferband nach Anspruch 53 oder 54,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Trägermaterial PPS und/oder PEEK umfasst.
56. Transferband nach einem der Ansprüche 53 bis 55,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Beschichtung eine Polyurethanbeschichtung vorgesehen ist.
57. Transferband nach einem der Ansprüche 53 bis 55,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Beschichtung eine Polyvinylalkoholbeschichtung vorgesehen ist.