Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht von einem Verfahren zur Rundfunk-Übertragung von Verkehrsmeldungen
und einem Rundfunkempfänger nach der Gattung der unabhängigen Patentansprüche aus.
[0002] In
DE 35 36 820 C2 sowie den ISO-Normen 14819-1, -2 und -3 ist ein gattungsgemäßes Verfahren zur Rundfunkübertragung
von codierten Verkehrsmeldungen angegeben. Das dort beschriebene TMC-(Traffic Message
Channel-) Verfahren verfolgt den Ansatz, übliche Verkehrsmeldungen in ihre elementaren
Bestandteile, nämlich insbesondere den Ort eines Ereignisses (location), die Fahrtrichtung
(direction), die Ausdehnung des Ereignisses und das eigentliche Ereignis (event) zu
zerlegen, diese Bestandteile zu katalogisieren und den katalogisierten Bestandteilen
der Verkehrsmeldungen entsprechende vorgegebene Codes zuzuordnen. Statt der eigentlichen
Verkehrsmeldungen werden dann nur die entsprechend der zu übertragenden Meldung zusammengestellten
Codes übertragen. Beispielsweise werden besonders wichtige Punkte entlang wichtiger
Verkehrswege, also etwa Ein- und Ausfahrten, Tankstellen, Rastplätze usw. entlang
von Autobahnen sogenannte Ortscodes (location codes) zugeordnet. In einer Ortstabelle
(location table) sind diesen Ortscodes jeweils Ortsnamen sowie auch Hinweise auf dem
betrachteten Ort im Streckenverlauf vorhergehende und nachfolgende Orte bzw. deren
Ortscodes angegeben. Durch Übertragung eines solchen Ortscodes und einer Fahrtrichtung
ist somit der Ort eines verkehrsrelevanten Ereignisses auf einen Streckenabschnitt
zwischen zwei codierten Orten und eine bestimmte Fahrtrichtung festgelegt. Um für
die Ortscodes nur einen begrenzten Adressraum zur Verfügung stellen zu müssen, sind
für verschiedene Länder verschiedene Ortstabellen vorgesehen, wobei eine bestimmte
länderspezifische Ortstabelle über eine zugeordnete Ortstabellen-Nummer (location
table number, LTN) identifizierbar ist.
[0003] Im Rundfunkgerät werden die übertragenen Codes anhand von dort gespeicherten Dekodiertabellen
entsprechenden Meldungsbestandteilen zugeordnet und anschließend auf dem Display angezeigt
oder mittels einer Sprachsynthese in gesprochene Meldungen umgesetzt und über die
angeschlossenen Lautsprecher ausgegeben.
[0004] Diese TMC-Verkehrsmeldungen werden beispielsweise mittels des sogenannten Radio-Daten-Systems
(RDS), welches beispielsweise in DIN/EN 50 067 spezifiziert ist, unhörbar neben einem
Hörfunkprogramm über eine Rundfunkfrequenz übertragen.
[0005] RDS-TMC ist derzeit in zwei Varianten europaweit implementiert. Zum einen als kostenloser
Dienst, der in weiten Teilen Europas empfangbar ist, zum anderen als Bezahldienst
(Pay-TMC oder Conditional Access (CA)), der u. A. in Frankreich, Großbritannien und
zum Teil in Deutschland angeboten wird. Dieser Dienst wird häufig von privaten Diensteanbietern
zur Verfügung gestellt und erfordert spezielle Software in den Empfängern, damit diese
die verschlüsselten Verkehrsmeldungen dekodieren können. Die Anbieter verlangen dazu,
dass für jedes Gerät, das CA dekodieren können soll, eine bestimmte Gebühr von den
Endgeräteherstellern an die Anbieter entrichtet wird.
Aufgabe und Vorteile der Erfindung
[0006] Da ein Teil der Informationen zu TMC kostenlos von der Polizei als sicherheitsrelevanter
Dienst zur Verfügung gestellt wird, steht nun insbesondere von Seiten der europäischen
Verkehrsministerien die Forderung im Raum, dass zukünftig auch CA-Anbieter bestimmte
Meldungen kostenlos an die Endgeräte und Nutzer übertragen bzw. zur Verfügung stellen
sollen. Da dies zur Zeit systembedingt noch nicht möglich ist - es gibt entweder kostenlosen
TMC oder CA, jedoch keine Mischung aus beiden - muss dazu eine Lösung gefunden werden.
[0007] Eine an sich nahe liegende und von den CA-Anbietern bevorzugte Lösung bestünde darin,
dass die Ministerien nur alle Endgerätehersteller verpflichten müssen, CA in ihren
Geräten anzubieten. Damit könnten alle Endgeräte sämtliche und damit auch die oben
genannten CA-TMC-Verkehrsmeldungen empfangen und dekodieren. Das würde allerdings
bedeuten, dass die Endgerätehersteller auch automatisch für alle Endgeräte Lizenzen
an die CA-Anbieter bezahlen müssten. Diese Lösung ist jedoch aus Sicht der Endgerätehersteller
wie auch der Nutzer, die den Aufpreis für CA-Fähigkeit der Endgeräte letztlich bezahlen
müssten, nicht akzeptabel.
[0008] Die vorliegende Erfindung löst die obige Aufgabe mit einem abweichenden Ansatz.
[0009] Der Kern ist dabei darin zu sehen, dass innerhalb eines Übertragungskanals, der zur
Übertragung von Conditional Access-Informationen, die üblicherweise verschlüsselt
sind, zusätzlich allgemein zugängliche unverschlüsselte Informationen zu übertragen.
Der Empfänger ist dabei dazu ausgebildet, in der Menge der eingehenden Informationen
bzw. Meldungen diejenigen zu erkennen, die unverschlüsselt übertragen werden und diese
sodann gezielt auszuwerten, während verschlüsselte Meldungen ignoriert werden.
[0010] Vorzugsweise greift der Empfänger dabei zur Erkennung von unverschlüsselten Meldungen
auf nicht verschlüsselte Meldungsbestandteile zu, die einen direkten oder indirekten
Hinweis darauf enthalten, ob es sich bei den aktuell eingehenden Meldungen um verschlüsselte
oder unverschlüsselte Meldungen handelt.
[0011] Einen indirekten Hinweis bieten im Falle von TMC-Verkehrsmeldungen beispielsweise
die Ereigniscodes, da nämlich im Standard jedem katalogisierten Verkehrsereignis eine
von mehreren möglichen Dringlichkeiten zugeordnet ist. Im Falle von TMC-Verkehrsmeldungen
wird hier vorgeschlagen, als besonders dringlich (x-urgent) katalogisierte Meldungen,
wie Informationen über Falschfahrer auf Autobahnen, grundsätzlich unverschlüsselt
zu übertragen. Der Empfänger kann dann durch Analyse des Ereigniscodes feststellen,
ob es sich um eine Meldung besonders hoher Dringlichkeit handelt oder nicht und für
den Fall, dass eine besonders dringende Meldung vorliegt, davon ausgehen, dass diese
unverschlüsselt übertragen worden ist.
[0012] Da beim aktuell in Betrieb befindlichen CA-RDS-TMC nur die Ortscodes für Verkehrsereignisse
verschlüsselt übertragen werden, können im Falle besonderes dringlicher Meldungen,
also solcher mit einem entsprechenden Ereignis-Code, der als besonders dringlich katalogisiert
ist, die übertragenen Ortscodes ohne weitere Entschlüsselung verwendet werden. Im
Falle verschlüsselter Ortscodes hingegen werden diese und die zugehörigen weiteren
Meldungsbestandteile ignoriert, da die Weiterverwendung verschlüsselter Ortscodes
ohne Entschlüsselung zu Fehlmeldungen führen würde.
Detaillierte Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
[0013] Die Erfindung wird nachfolgend am Beispiel von RDS-TMC-Verkehrsmeldungen beschrieben.
Grundsätzlich lässt sich die Erfindung jedoch auch auf andere Rundfunküberiragungsstandards,
wie etwa digitalen Rundfunk (DAB - digital audio broadcasting, DMB - digital multimedia
broadcasting, DVB - digital video broadcasting u.a.) oder auch andere Übertragungsverfahren
wie etwa Mobilfunkübertragung (GSM - global system for mobile communication, UMTS
u.a.) und andere übertragen.
[0014] Der Aufbau des Radio-Daten-Signals, nachfolgend RDS-Signals, sowie der damit übertragenen
codierten TMC-Verkehrsmeldungen wird nachfolgend anhand Figur 1 näher erläutert.
[0015] Das RDS-Signal 1 setzt sich aus einer Aneinanderreihung von Datenblöcken 10, die
auch als Gruppen bezeichnet werden, zusammen. Jede Gruppe 10 besteht dabei aus vier
Blöcken 11, 12, 13, 14 zu je 26 Bit, wobei davon jeweils die ersten 16 Bit 15 für
die eigentlichen Nutzdaten zur Verfügung stehen , während die verbleibenden 10 Bit
16 der Übertragung von Redundanz-Informationen zur Fehlererkennung und -korrektur
(Checkword) und der Synchronisation des Empfängers (Offset) dienen. Zur Übertragung
unterschiedlicher Informationsarten sind dabei verschiedene Gruppentypen vorgesehen.
Zur Kennzeichnung des jeweiligen Gruppentyps ist eine Gruppentypkennung (group type
code, GT) 21 vorgesehen, die die ersten vier Bit X15, X14, X13 und X12 des zweiten
Blocks einer jeden Gruppe umfasst. Ferner ist ein Versionsbit (B0) 22, das fünfte
Bit X11 der zweiten Gruppe, vorgesehen. Die Kombination 20 aus Gruppentypkennung und
Versionsbit BO dient der Kennzeichnung eines Gruppentyps im engeren Sinne. Ein besonders
wichtiges Datum des RDS-Signals, das aus diesem Grund auch in jeder Gruppe im ersten
Block übertragen wird, ist der Programm-Identifikations-Code (PI) 15. Dieser dient
der eindeutigen Identifizierung eines bestimmten Rundfunkprogramms und umfasst dazu
eine Länderkennung, welche den Standort des Senders angibt und die eigentliche Programmkennung,
welche ein bestimmtes Rundfunkprogramm, wie z.B. das dritte Programm des Süd-Westdeutschen-Rundfunks
(SWR) bezeichnet. Eine detaillierte Beschreibung des Radio Daten Systems (RDS) findet
sich beispielsweise in DIN EN 50 067.
[0016] In Figur 1 ist beispielhaft eine Gruppe des Typs 8A, also mit GT 8, Version A, dargestellt.
Diese Gruppe dient der Übertragung von codierten TMC-Verkehrsmeldungen gemäß dem erwähnten
Standard ISO 14819-1, -2, -3. Die wesentlichen Bestandteile einer solchen TMC-Verkehrsmeldung
sind dabei
- der Ort des Geschehens, location 31, für den die 16 Bit Z15-ZO des letzten Blocks
zu Verfügung stehen,
- die Art des Verkehrsereignisses, event 32, z.B. Stau, zähfließender Verkehr, Sperrung
usw., zu dessen Codierung die letzten 11 Bit des dritten Blocks reserviert sind,
- die Ausdehnung des Ereignisses, extent 33, gemessen in der Zahl von locations, über
die sich das Ereignis bzw. die daraus resultierende Verkehrsstörung erstreckt, umfassend
die Bits Y13, Y12 und Y11 des dritten Blocks sowie
- ein Bit Y14 des dritten Blocks zur Codierung der Fahrtrichtung (+/-) 34.
[0017] Das Beispiel der Figur 1 zeigt eine so genannte Einsequenz-Meldung, also eine Verkehrsmeldung,
die mit einer einzigen Gruppe des RDS-Signals übertragen wird. Bei dieser weist das
Bit 35 (F) den Wert "1" auf. Demgegenüber gibt es auch Mehrsequenzmeldungen für den
Fall, dass die Kapazität einer einzelnen Gruppe 8A des RDS-Signals zu Übertragung
einer Verkehrsmeldung nicht ausreicht. Zur Kennzeichnung solcher Mehrsequenzmeldungen
ist das Bit 35 (F) auf den Wert "0" gesetzt. Eine detaillierte Beschreibung findet
sich in den ISO 14819-1, -2 und -3. Daneben gibt es auch Mehrsequenz-Meldungen, die
beispielsweise in ISO 14819-1, -2, -3 erläutert sind.
[0018] Da in Gruppen des Typs 8A auch andere Informationen als die eigentlichen TMC-Verkehrsmeldungen
übertragen werden können, werden zur Ankündigung von TMC-Verkehrsmeldungen enthaltenden
Typ-8A-Gruppen im RDS-Datenstrom Gruppen des Typs 3A vorausgeschickt (Figur 2). Diese
enthalten im vierten Block 14 eine so genannte Anwendungskennung (Application ID,
AID) 41, welche angibt, welche Informationsart in den folgenden Gruppen des Typs 8A
übertragen wird, im vorliegenden Fall also TMC-Meldungen. Weiter enthalten diese eine
Ortstabellennummer (location table number, LTN) 42, welche angibt, welche aus einer
Mehrzahl von möglichen Ortstabellen zur Codierung der Ereignisorte senderseitig verwendet
worden ist und folgerichtig auch empfängerseitig zu Decodierung der Ortscodes verwendet
werden soll. Verschiedene Ortstabellen sind dabei beispielsweise zur Codierung von
Orten in mehreren Ländern zu ermöglichen, d.h. für Deutschland gibt es eine erste,
Frankreich eine zweite usw. Ortstabelle.
[0019] Schließlich sieht der Standard auch Gruppen des Typs 8A vor, in denen Verwaltungsinformationen
(ADMIN 8A) übertragen werden. Diese unterscheiden sich von den die eigentlichen Verkehrsmeldungen
tragenden Gruppen des Typs "8A" durch das Bit "T" 36, welches im Falle einer Verwaltungsgruppe
des Wert "1" aufweist, im Falle von Verkehrsmeldungsgruppen hingegen den Wert "0".
[0020] Zur Dekodierung dieser TMC-Meldungen nach ALERT C-Standard, wie beispielsweise in
den vorgenannten Normen ISO 14819-1, -2 und -3 beschrieben, müssen zunächst Land und
die gültige Ortstabelle identifiziert werden. Dazu dient die LTN (Location Table Number)
zusammen mit dem Programm-Identifikations- (PI-) Code des Senders. Aus diesen beiden
Informationen lässt sich genau ermitteln, in welchem Land man sich befindet und welche
LTN aktuell in Verwendung ist. Damit kann jeder kostenlose TMC-Dienst eindeutig identifiziert
und dekodiert werden.
[0021] Der Standard wurde später rückwärtskompatibel erweitert, um Conditional Access TMC
zu ermöglichen. Dazu wird in Gruppe 3A statt der gültigen LTN der Code 0 (Null) übertragen,
der im alten Standard als "undefined" festgelegt wurde. Ein Gerät nach altem Standard
kann mit diesem Code nichts anfangen und ignoriert die in den folgenden Gruppen des
Typs 8A enthaltenen CA-TMC-Verkehrsmeldungen. Ein zum Empfang von CA-TMC-Verkehrsmeldungen
erkennt auf Grundlage der LTN "0", dass der Dienst verschlüsselte Verkehrsmeldungen
überträgt. Die Verschlüsselung der Verkehrsmeldungen erfolgt dabei senderseitig über
eine Verschlüsselung der Ortscodes nach einer von mehreren möglichen Vorschriften.
[0022] Um diese verschlüsselten Ortscodes empfängerseitig entschlüsseln zu können, wird
in einer speziellen 8A-Gruppe (Figur 3) zunächst die tatsächliche LTN (before encryption)
51 übertragen, die im Regelfall die selbe Nummer sein kann, wie auch für den kostenlosen
TMC-Dienst. Ferner wird eine Entschlüsselungs-Kennnummer (encryption ID ENCID) 52
übertragen, die in einer empfängerseitigen Entschlüsselungstabelle (Figur 4, Bezugszeichen
60) die eine anzuwendende von mehreren Entschlüsselungsvorschriften 61 bezeichnet.
Die Entschlüsselungstabelle 60 steht allen Endgeräteherstellern zur Verfügung steht,
die entsprechende Lizenzen zur Nutzung von CA-TMC an den Diensteanbieter bezahlen.
Durch Anwendung der korrekten Entschlüsselungsvorschrift können den verschlüsselten
empfangenen Location-Codes die korrekten Location-Codes zugeordnet werden, denen dann
wiederum mittels der Ortstabelle Orte zugeordnet werden können.
[0023] Die Lösung besteht darin, dass zumindest bestimmte, nämlich besonders dringende Meldungen,
die im Ereignis- (Event-) Katalog als X-Urgent gekennzeichnet sind (z.B.: Geisterfahrer,
Gefahrenmeldungen, Menschen, Tiere und Gegenstände auf der Fahrbahn), prinzipiell
immer als freie Meldungen zur Verfügung gestellt werden müssen. Das würde auch den
Forderungen der Verkehrsministerien entsprechen. Diese Meldungen müssen immer mit
unverschlüsselten Location Codes 31 übertragen werden. Da zukünftige Empfangsgeräte
auch LTN 0 erkennen können und in der entsprechenden Gruppe 8A auch die korrekte LTNBE
(before encryption) 51 lesen können, die wie bereits erwähnt, meist identisch mit
der üblichen nationalen LTN ist, kann dann die Meldung richtig empfangen werden, da
der Code in unverschlüsselter Form vorliegt und die sonst erforderliche Entschlüsselungstabelle
mit den Schlüsseln nicht notwendig ist und somit auch keine Lizenzkosten für Conditional
Access TMC gezahlt werden müssen.
[0024] Zusätzlich ist im RDS-TMC Standard noch definiert, dass unter Verwendung eines zusätzlichen
Labels die "default Urgency", also die standardmäßig eingestellte Dringlichkeit einer
Meldung verändert, hier insbesondere erhöht, werden kann (siehe EN ISO 14819-1, Chapter
5.5.3, Label 1, Code 0). Mit dieser Möglichkeit können auch Meldungen mit normaler
Dringlichkeit zu X-Urgent umgewandelt werden und erfindungsgemäß mit unverschlüsseltem
Location Code übertragen werden.
[0025] Figur 5 zeigt eine Anordnung aus Rundfunksender 100 und Rundfunkempfänger 200 zur
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0026] Der Sender 100 codiert Verkehrsmeldungen grundsätzlich gemäß dem Conditional Access
(CA-) Verfahren. Dies bedeutet, dass zu Verkehrsereignissen, denen im Ereigniskatalog
nicht die höchste Dringlichkeit zugeordnet ist, der zugehörige Ereignis-, also beispielsweise
Unfallort, mit einem verschlüsselten Ortscode codiert wird. Im Falle von Verkehrsereignissen,
denen hingegen im Ereigniskatalog die höchste Dringlichkeit zugeordnet ist, wird der
Ereignisort demgegenüber unverschlüsselt anhand der Ortstabelle codiert.
[0027] Die so codierten Verkehrsmeldungen werden gemäß dem bekannte CA-TMC-Verfahren als
Rundfunksignal 110 ausgestrahlt. Dies bedeutet, dass zum einen eine RDS-Gruppe 3A
mit der Ortstabellennummer (LTN) "0", des weiteren eine Gruppe 8A gemäß Figur 3 mit
der unverschlüsselten Ortstabelle (LTNBE) und der Entschlüsselungs-Kennnummer (ENCID)
sowie eine weitere Gruppe 8A mit dem Ereigniscode (Event), der Fahrtrichtung (+/-)
und dem Ortscode (Location) übertragen wird. Im Falle einer besonders dringenden Meldung,
der im Ereigniskatalog die standardmäßige Dringlichkeit "x-urgent" zugeordnet ist,
ist der übertragene Ortscode unverschlüsselt, im Falle geringerer Dringlichkeit hingegen
verschlüsselt.
[0028] Der Empfänger 200 empfängt das vom Sender 100 ausgestrahlte Rundfunksignal 110, welches
verschlüsselte (CA-) TMC-Verkehrsmeldungen enthält, über eine Antenne 210. In einem
nachfolgenden Empfangsteil 220, das an sich hinlänglich bekannt ist und daher hier
nicht näher beschrieben wird, wird das Rundfunksignal demoduliert und das RDS-Signal
isoliert. Aus diesem werden in einem nachfolgenden RDS-Demodulator 230 die eigentlichen
RDS-Informationen, hier also insbesondere die TMC-Informationen, gewonnen. Diese werden
wiederum in einem nachgeschalteten Prozessor 240 verarbeitet.
[0029] Der Prozessor 240 analysiert eine aus dem RDS-Signal gewonnene Gruppe 3A daraufhin,
ob sie die LTN "0" enthält. Ist dies der Fall, so handelt es sich bei dem empfangenen
Rundfunksignal um eines, welches TMC-Verkehrsmeldungen nach dem Conditional Access-Verfahren
beinhaltet. Enthält hingegen die erhaltene Gruppe 3A eine andere LTN, so handelt es
sich nicht um ein CA-TMC-Signal, sondern um ein frei zugängliches, nicht verschlüsseltes
TMC-Signal.
[0030] Im letzteren Fall, wenn also unverschlüsselte TMC-Verkehrsmeldungen empfangen werden,
können diese in herkömmlicher Weise decodiert und ausgegeben (260) bzw. anderweit
weiterverarbeitet, z.B. für im Rahmen einer Fahrroutenberechnung in einem Fahrzeugnavigationssystem
berücksichtigt werden.
[0031] Im ersteren Fall, wenn also verschlüsselte CA-TMC-Verkehrsmeldungen empfangen werden,
wird aus einer nachfolgenden Verwaltung-Gruppe 8A des RDS-Signals die Ortstabellennummer
(LTNBE) 51 gewonnen.
[0032] Bei den darauf folgenden Gruppen 8A wird jeweils der Ereigniscode 32 ausgewertet
und daraufhin geprüft, ob das zugeordnete Ereignis ein Ereignis mit normaler, geringer
oder besonders hoher Dringlichkeit (x-urgent) ist. Handelt es sich um ein Ereignis
mit geringerer als besonders hoher Dringlichkeit, geht der Prozessor 240 davon aus,
dass der zugehörige Ortscode dieser Meldung verschlüsselt übertragen worden ist. Da
dessen Verwendung ohne Entschlüsselung zu fehlerhaften Meldungen führen würde, wird
die gesamte Meldung ignoriert.
[0033] Handelt es sich hingegen um ein Ereignis mit besonders hoher Dringlichkeit, kann
der Prozessor 240 davon ausgehen, dass der zugehörige Ortscode unverschlüsselt übertragen
worden ist und wertet diesen anhand der Ortstabelle 250, deren Nummer er in Form der
LTNBE zuvor erhalten, in an sich bekannter Weise unter Berücksichtigung der Länderkennung
des aus einer beliebigen Gruppe des RDS-Signals gewonnenen PI-Code aus. Ebenso werden
auch die weiteren Meldungsbestandteile, insbesondere Fahrtrichtung und Ereignis ausgewertet.
[0034] Gemäß der bereits beschriebenen Weiterbildung können auch Meldungen mit standardmäßig
geringer oder normaler Dringlichkeit die höchste Dringlichkeit zugeordnet werden.
Hierzu wird im Rahmen einer Mehrsequenz-Meldung in einer folgenden Gruppe 8A ein entsprechendes
Dringlichkeiterhöhungsbit (Label 1) gesetzt. Der Prozessor 240 ist für diese Möglichkeit
dazu ausgebildet, dieses Bit auszuwerten und die Dringlichkeit des Ereignisses zu
erhöhen. Verfügt das Ereignis sodann über die höchste Dringlichkeit, geht der Prozessor
wieder von einem unverschlüsselten Ortscode aus und decodiert die Meldung in bekannter
Weise.
1. Verfahren zur Übertragung von codierten Verkehrsmeldungen über einen Datenkanal, der
zur Übertragung verschlüsselter Verkehrsmeldungen reserviert ist, wobei eine bestimmte
Untermenge von Verkehrsmeldungen über den Datenkanal grundsätzlich in unverschlüsselter
Form übertragen wird, wobei zur Verschlüsselung der Verkehrsmeldungen nur jeweils
einer von mindestens zwei Bestandteilen der Verkehrsmeldung verschlüsselt wird und
wobei der unverschlüsselte Bestandteil eine Information darüber enthält oder dem unverschlüsselten
Bestandteil eine Information darüber zugeordnet ist, ob der erste Bestandteil der
Verkehrsmeldung verschlüsselt ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Information über die Verschlüsselung des ersten Verkehrsmeldungs-Bestandteils
aus dem Inhalt des zweiten Bestandteils indirekt ergibt.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verkehrsmeldungen nach dem TMC-Standard codiert sind und dass der erste Bestandteil
der Ereignisort ist.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verkehrsmeldungen nach dem TMC-Standard codiert sind und dass sich die Information
über die Verschlüsselung des ersten Bestandteils aus einem Ereigniscode als zweitem
Bestandteil ergibt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Information über die Verschlüsselung des ersten Bestandteils aus einem Ereigniscode
als zweitem Bestandteil in Verbindung mit einer gegebenenfalls vorhandenen Dringlichkeitserhöhungsinformation
für den zweiten Bestandteil ergibt.
6. Verkehrsmeldungssender zum Übertragen von Verkehrsmeldungen nach einem der vorhergehenden
Ansprüche.
7. Empfänger zum Empfangen von nach einem der Ansprüche 1 bis 5 übertragenen Verkehrsmeldungen.
8. Verfahren zum Empfangen von nach einem der Ansprüche 1 bis 5 übertragenen codierten
Verkehrsmeldungen.