[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich im Allgemeinen auf eine aperturgekoppelte
Antenne, im Speziellen auf eine aperturgekoppelte zirkular polarisierte Planarantenne.
[0002] Zur Zeit werden immer öfter drahtlose Systeme entwickelt, die in mehreren Frequenzbändern
funktionieren müssen. Dazu sind häufig kompakte Antennen nötig, um das Bauvolumen
der Antennen klein zu halten und einen Einsatz in tragbaren Geräten zu ermöglichen.
[0003] Es ist möglich, für jedes zu verwendende Frequenzband eine separate Antenne vorzusehen.
Der Nachteil der Verwendung von separaten Antennen besteht jedoch darin, dass dabei
ein Multiplexer eingesetzt werden muss. Ferner vergrößert sich beim Einsatz von separaten
Antennen die für die Antennen benötigte Fläche.
[0004] Der Empfang von mehreren verschiedenen drahtlosen Übertragungssystemen mit einer
einzigen breitbandigen Antenne ist problematisch, da breitbandige Antennen herkömmlicherweise
nicht in einer kleinen Bauform bei geringen Kosten herstellbar sind. Wollte man also
sämtliche relevanten Systeme mit nur einer einzigen breitbandigen Antenne empfangen,
so ist dies mit einer kleinen kostengünstigen Antenne nicht möglich.
[0005] Zum Empfangen mehrerer Frequenzbänder kann eine Multielementantenne verwendet werden,
die für jeden Frequenzbereich einen eigenen Strahler besitzt. Die meisten bekannten
Antennenkonzepte, die für den Empfang von zwei oder mehr Frequenzbändern geeignet
sind (Dualbandkonzepte bzw. Multibandkonzepte), wie z. B. integrierte Invertiertes-F-Antennen
(inverted-F Antennas, IFA) und planare Invertiertes-F-Antennen (planar inverted-F
antennas, PIFA) weisen lediglich eine lineare Polarisation auf. Derartige bekannte
Antennenformen sind beispielsweise in dem Buch "
Planar Antennas for Wireless Communications" von Kin-Lu Wong (John Wiley & Sons, Inc.,
Hoboken, New Jersey, 2003) beschrieben.
[0006] Gerade für mobile Anwendungen ist es aber wünschenswert, eine zirkulare Polarisation
zu verwenden, da in diesem Fall die Ausrichtung von Sende- und Empfangsantenne unkritisch
ist, während bei Verwendung von linearer Polarisation die Orientierung der Antennen
geeignet gewählt werden muss.
[0007] Zwar ist eine Reihe von integrierbaren Antennen, die eine zirkulare Polarisation
aufweisen, bekannt, jedoch weisen viele der integrierbaren Geometrien für die Erzeugung
einer zirkularen Polarisation wesentliche Nachteile auf. So haben beispielsweise fast
quadratische Patche (planare leitfähige Flächen) mit Koaxialspeisung eine geringe
Impedanzbandbreite, wie beispielsweise in der Diplomarbeit "
Untersuchung und Aufbau von Multibandigen Antennen zum Empfang zirkular polarisierter
Signale" von U. Wiesman, die im Jahr 2002 am Fraunhofer-Institut für integrierte Schaltungen in Erlangen angefertigt wurde,
beschrieben ist. Das gleiche gilt auch für aperturgekoppelte Patchantennen mit einem
Kreuzschlitz, die in der am Fraunhofer Institut für integrierte Schaltungen in Erlangen
von A. Popugaev im Jahr 2004 angefertigten Masterarbeit mit dem Titel "Untersuchung
zirkular polarisierter Patchantenne mit Aperturkopplung" beschrieben sind. Insgesamt
lässt sich festhalten, dass die Polarisationsreinheit bei bekannten breitbandigen
zirkular polarisierten Patchantennen mit nur einem Speisepunkt gering ist. Auf der
anderen Seite weisen Spiralantennen große Verluste auf.
[0009] Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich im Stand der Technik keine technisch
vorteilhafte Bauform einer Antenne findet, die bei gutem Strahlungswirkungsgrad und
ausreichender Impedanzbandbreite eine Abstrahlung von zirkular polarisierten Wellen
mit hoher Unterdrückung einer orthogonalen Polarisation ermöglicht. Ferner ist keine
technisch einfach und kostengünstig realisierbare Antennenbauform bekannt, die bei
gutem Wirkungsgrad und ausreichender Bandbreite eine Abstrahlung einer zirkular polarisierten
elektromagnetischen Welle in zwei verschiedenen Frequenzbändern ermöglicht.
[0010] Es ist somit die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine aperturgekoppelte Patchantenne
zu schaffen, die die Abstrahlung einer zirkular polarisierten elektromagnetischen
Welle ermöglicht, und die sowohl eine gute Unterdrückung einer orthogonalen Polarisation
aufweist als auch eine im Vergleich zu herkömmlichen Antennen große Impedanzbandbreite
aufweist.
[0011] Diese Aufgabe wird durch eine Antenne gemäß Anspruch 1 gelöst.
[0012] Die vorliegende Erfindung schafft eine aperturgekoppelte Antenne mit einer ersten
Strahlungselektrode, einer Massefläche und einem Wellenleiter, der ausgelegt ist,
um der Antenne Energie zuzuführen. Der Wellenleiter ist beabstandet von der Massefläche
auf einer ersten Seite der Massefläche angeordnet, und die Strahlungselektrode ist,
beabstandet von der Massefläche, auf einer zweiten Seite der Massefläche angeordnet.
Die Massefläche weist eine Apertur auf, die einen ersten Schlitz in der Massefläche,
einen zweiten Schlitz in der Massefläche und einen dritten Schlitz in der Massefläche
umfasst, wobei der erste Schlitz und der zweite Schlitz zusammen einen Schlitz von
der Form eines Kreuzes bilden, und wobei der dritte Schlitz durch einen Schnittpunkt
des ersten Schlitzes und des zweiten Schlitzes verläuft. Die geometrische Form der
Strahlungselektrode ist ausgelegt, um eine Abstrahlung einer zirkular polarisierten
elektromagnetischen Welle zu ermöglichen. Zu diesem Zweck weist die Strahlungselektrode
bevorzugt eine gestörte Geometrie auf. Beispielsweise kann die Strahlungselektrode
fast quadratisch mit leicht unterschiedlichen Abmessungen bzw. Kantenlängen sein.
Ebenso kann die Strahlungselektrode rechteckig bzw. fast quadratisch sein, wobei mindestens
eine Ecke abgeschrägt ist. Schließlich kann die Strahlungselektrode auch Schlitze
aufweisen, die ausgelegt sind, um die Abstrahlung einer zirkular polarisierten Welle
zu ermöglichen. Es ist jedoch auch jede andere Geometrie der Strahlungselektrode möglich,
solange diese eine zirkulare Polarisation ermöglicht. Ferner sind bei einer erfindungsgemäßen
Antenne der Wellenleiter und die Strahlungselektrode so angeordnet, dass Energie von
dem Wellenleiter über die Apertur zu der Strahlungselektrode gekoppelt werden kann.
[0013] Es ist der Kerngedanke der vorliegenden Erfindung, dass es möglich ist, eine aperturgekoppelte
Antenne mit besonders vorteilhaften Eigenschaften zu schaffen, indem Energie von einem
Wellenleiter durch eine Apertur zu einer Strahlungselektrode gekoppelt wird, wobei
die Apertur eine Kombination von drei Schlitzen aufweist. Hierbei kann in Verbindung
mit einer geeignet ausgelegten Strahlungselektrode eine Zirkularität einer abgestrahlten
elektromagnetischen Welle verbessert werden (d.h. eine Unterdrückung einer unerwünschten
orthogonalen Polarisation bei der Abstrahlung einer zirkular polarisierten Welle verbessert
werden), indem zwei der Schlitze, die die Apertur bilden, zusammen einen Schlitz von
der Form eines Kreuzes bilden. Die Strahlungselektrode ist hierbei so auszulegen,
dass sie die Abstrahlung einer zirkular polarisierten Welle ermöglich. Beispielsweise
kann die Strahlungselektrode eine rechteckige oder quadratische Form aufweisen, wobei
mindestens eine der Ecken abgeschrägt ist. Auch eine fast quadratische Strahlungselektrode
mit leicht unterschiedlichen Abmessungen bzw. Kantenlängen kann verwendet werden.
Ferner kann die Strahlungselektrode einen oder mehrere Schlitze aufweisen, die bevorzugt
in der Mitte der Strahlungselektrode angeordnet sind. Neben den genannten Ausführungsformen
ist jedoch jede Art einer Strahlungselektrode verwendbar, die die Abstrahlung einer
zirkular polarisierten Welle ermöglicht. Zusätzlich kann die Impedanzbandbreite der
erfindungsgemäßen Antenne vergrößert werden, indem ein dritter Schlitz vorgesehen
wird, der durch einen Schnittpunkt verläuft, in dem der erste und der zweite Schlitz
das Zentrum eines Kreuzes bilden, in dem sich der erste und der zweite Schlitz schneiden
bzw. überlappen.
[0014] Durch die Einführung eines dritten Schlitzes wurde hierbei ein neuer Freiheitsgrad
beim Entwurf geschaffen, der es ermöglicht, die Antenne so zu entwerfen, dass eine
möglichst große Impedanzbandbreite erreicht werden kann. Unter Impedanzbandbreite
ist hierbei eine Bandbreite zu verstehen, innerhalb derer die Anpassung der Antenne
so gut ist, dass ein vorgegebenes Stehwellenverhältnis (SWR) nicht überschritten wird.
[0015] Es ist hierbei besonders erstaunlich, dass die Einführung eines dritten Schlitzes
die Polarisationseigenschaften der aperturgekoppelten Antenne nicht wesentlich verschlechtert.
Gemäß den aus dem Stand der Technik bekannten Ergebnissen wäre zu nämlich zu erwarten,
dass eine zirkulare Polarisation, die aufgrund des Vorhandenseins zweier Schlitze,
die zusammen von der Form her ein Kreuz bilden, angeregt wird, durch das Hinzufügen
eines weiteren Schlitzes stark beeinträchtigt wird, sodass die dazu orthogonale Polarisation
stark zunimmt. Anders als aus der Kenntnis des Stands der Technik zu erwarten hat
sich aber gezeigt, dass selbst bei Verwendung von drei Schlitzen eine sehr hohe Unterdrückung
einer unerwünschten Polarisation erzielt werden kann. Dies ist um so mehr überraschend,
als gemäß herkömmlicher Vorstellung zwei zueinander orthogonale Moden mit geeigneter
Phasenverschiebung angeregt werden müssen, um eine zirkulare Polarisation mit einem
geringen Anteil einer dazu orthogonalen Polarisation zu erzielen. Es ist somit für
den Fachmann überraschend, dass bei Vorhandensein von drei Schlitzen, die eine Apertur
bilden, aber selbstverständlich nicht alle zueinander orthogonal sein können, dennoch
eine zirkulare Polarisation mit einem geringen Anteil einer dazu orthogonalen Polarisation
erzielt werden kann.
[0016] Der Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, dass eine Planarantenne
geschaffen wird, die eine zirkulare Polarisation aufweist, eine gute Unterdrückung
einer dazu orthogonalen Polarisation bietet und gleichzeitig eine große Impedanzbandbreite
aufweist. Ferner kann die erfindungsgemäße Antenne vollständig planar aufgebaut werden,
was in einer im Vergleich mit herkömmlichen Antennen geringen Bauform sowie geringeren
Kosten resultiert. Der Aufbau der Antenne kann mit herkömmlichen Techniken erfolgen,
wobei lediglich elektrisch leitfähige Schichten, die eine Strahlungselektrode und
eine Massefläche bilden, hergestellt werden müssen. Diese leitfähigen Strukturen können
beispielsweise auf dielektrischen Trägermaterialien angeordnet sein, wobei sich eine
Strukturierung von Metallisierungen mit Hilfe von herkömmlichen Ätztechnologien anbietet.
Die Zuführung von Energie zu der Antenne kann mit jeder Wellenleiterstruktur erfolgen,
die in der Lage ist, elektromagnetische Energie durch die Apertur zu der Strahlungselektrode
zu koppeln. Somit ist eine sehr flexible Speisung der erfindungsgemäßen Antenne möglich.
Ein weiterer Vorteil einer erfindungsgemäßen Antennenstruktur besteht darin, dass
Zweiband (Dualband) und Mehrband (Multiband)-Konzepte implementiert werden können,
wobei eine zirkular polarisierte elektromagnetische Welle in mehreren Frequenzbändern
erzeugt werden kann, und wobei die Gesamtgröße die Größe der Antennenstruktur, die
für die niedrigste Arbeitsfrequenz benötigt wird, nicht übersteigt. Dies wird dadurch
ermöglicht, dass die elektromagnetische Energie von der Rückseite der Antenne her
über eine Apertur eingekoppelt wird. Die Größe der Strahlungselektrode wird dabei
von der Arbeitsfrequenz bestimmt. Speisestrukturen und andere aktive und passive Elemente
(z. B. Verstärker, Phasenschieber oder Mischer) können hinter der aperturgekoppelten
Antenne angeordnet werden und vergrößern den Flächenbedarf der Gesamtanordnung nicht.
Weiterhin ist festzuhalten, dass es die erfindungsgemäße Antennenstruktur ermöglicht,
Verluste dadurch gering zu halten, dass dielektrische Materialien nur in begrenztem
Umfang eingesetzt werden. Es ist ausreichend, die Strahlungselektrode, die Massefläche
und gegebenenfalls den Wellenleiter mit dielektrischen Trägermaterialien mechanisch
zu stützen. Weiterhin treten bei einer erfindungsgemäßen Antennenstruktur keine sehr
langen und schmalen Leiterstrukturen auf, wie sie beispielsweise bei Spiralantennen
üblich sind. Auch dadurch werden die Verluste einer erfindungsgemäßen Antenne reduziert.
[0017] Zur Klarheit sei hier im übrigen darauf hingewiesen, dass es sich bei der Strahlungselektrode
bevorzugterweise um eine flächige Struktur handelt, wie dies bei aperturgekoppelten
Antennen üblich ist. Eine solche Strahlungselektrode wird in der einschlägigen Fachliteratur
typischerweise als "Patch" bezeichnet. Die Gesamtstruktur der erfindungsgemäßen aperturgekoppelten
Antenne stellt somit einen Spezialfall einer Patch-Antenne dar.
[0018] Im übrigen sei darauf hingewiesen, dass bei aperturgekoppelten Antennen die Massefläche
bevorzugterweise parallel oder in etwa parallel zu der Strahlungselektrode ist, wobei
eine Abweichung von einer Parallelität bis zu ca. 20 Grad auftreten kann. Ferner wird
darauf hingewiesen, dass eine aperturgekoppelte Antenne bevorzugt als Planarantenne
aufgebaut wird, wobei sowohl die Strahlungselektrode als auch die Massefläche eben
sind. In ähnlicher Weise ist der Wellenleiter bevorzugterweise eben. Auch eine Wölbung
der Strahlungselektrode und der Massefläche ist allerdings möglich.
[0019] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist der dritte
Schlitz länger als der erste Schlitz und ebenso länger als der zweite Schlitz. Dies
ist besonders vorteilhaft, da die Bandbreite der Antenne durch einen dritten Schlitz,
der länger ist als der erste und zweite Schlitz, erhöht werden kann. Dies ist verständlich,
da der dritte Schlitz dann besonders wirksam die Bandbreite der Antenne verbessern
kann, wenn er die elektromagnetische Feldverteilung möglichst stark beeinflusst, ohne
eine Verschlechterung der Trennung von zueinander orthogonalen Polarisationen zu bewirken.
[0020] Es wird weiterhin bevorzugt, dass der erste Schlitz und der zweite Schlitz orthogonal
zueinander sind und zusammen einen Schlitz von der Form eines rechtwinkligen Kreuzes
mit gleich langen Armen bilden. In diesem Fall sind also die Längen der beiden Schlitze
gleich, und die Schlitze sind so angeordnet, dass sie sich in der Mitte orthogonal
schneiden. Eine orthogonale Anordnung des ersten und zweiten Schlitzes ist besonders
vorteilhaft, da dadurch eine optimale Anregung einer zirkularen Polarisation erreicht
werden kann. Eine orthogonale Anordnung der Schlitze führt somit dazu, dass durch
den ersten und den zweiten Schlitz nur entweder eine rechtsdrehend oder eine linksdrehend
zirkular polarisierte Welle angeregt wird. Um eine optimal reine Polarisation zu erzeugen
kann allerdings der spitze Winkel zwischen dem ersten und dem zweiten Schlitz zwischen
70° und 90° variiert werden. Somit ist eine Optimierung der Antennenstruktur in Anwesenheit
des dritten Schlitzes möglich.
[0021] Weiterhin wird es bevorzugt, dass der Mittelpunkt des dritten Schlitzes mit einem
Mittelpunkt des von dem ersten und dem zweiten Schlitz gebildeten kreuzförmigen Schlitzes
zusammenfällt. In anderen Worten, der erste, zweite und dritte Schlitz schneiden sich
in einem gemeinsamen Raumgebiet. Es gibt somit nur ein Gebiet in dem Zentrum der Apertur,
in dem sich die drei Schlitze schneiden. Die drei Schlitze bilden somit die Form eines
Sterns. Im übrigen wird durch die beschriebene Anordnung in vorteilhafter Weise erreicht,
dass der dritte Schlitz symmetrisch angeordnet ist, in dem Sinne, dass die Länge des
dritten Schlitzes auf beiden Seiten des Schnittpunktes mit dem ersten und dem zweiten
Schlitz gleich ist. Dadurch wird verhindert, dass Asymmetrien in der Abstrahlung der
erfindungsgemäßen Antenne entstehen.
[0022] Weiterhin wird eine hoch symmetrische Anordnung bevorzugt, bei der ein geometrischer
Mittelpunkt des ersten Schlitzes, ein geometrischer Mittelpunkt des zweiten Schlitzes
und ein geometrischer Mittelpunkt des dritten Schlitzes zusammenfallen, und bei der
die Apertur achsensymmetrisch bezüglich einer Achse des dritten Schlitzes ist. Die
Achse des dritten Schlitzes ist hierbei entlang einer größten Abmessung des dritten
Schlitzes definiert. Bei dem rechteckigen dritten Schlitz sei die Achse als eine Mittellinie
des Rechtecks definiert, die parallel zu den beiden längeren Kanten des Rechtecks
verläuft. Eine derartige Geometrie erlaubt eine sehr hohe Symmetrie, die sich in dem
Abstrahlungsverhalten der Antenne, insbesondere in der Reinheit der Polarisation widerspiegelt.
[0023] Ferner wird es bevorzugt, dass der dritte Schlitz orthogonal zu der Speiseleitung
verläuft. Diese Anordnung führt zu einer weiteren Erhöhung der Symmetrie, wodurch
wiederum die Abstrahlungseigenschaften und die Polarisationsreinheit verbessert werden
können.
[0024] Bei einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel sind der erste Schlitz und der
zweite Schlitz so ausgelegt, dass der erste Schlitz und der zweite Schlitz in einem
Betriebsfrequenzbereich, für den die aperturgekoppelte Antenne ausgelegt ist, nicht
bei einer Resonanz betrieben werden. Dies kann beispielsweise durch eine geeignete
Wahl der Länge des ersten und des zweiten Schlitzes erreicht werden. Zur Vermeidung
eines Resonanzverhaltens des ersten und zweiten Schlitzes werden diese bevorzugt kürzer
als eine vorbestimmte Länge ausgelegt, wobei die vorbestimmte Länge in der Größenordnung
einer halben Freiraumwellenlänge bei einer Betriebsfrequenz ist. Eine solche Maßnahme
ist vorteilhaft, da der erste Schlitz und der zweite Schlitz im Wesentlichen dazu
dienen, die Anregung der Strahlungselektrode in einer solchen Weise zu ermöglichen,
dass eine abgestrahlte Welle eine zirkulare Polarisation aufweist. Daher ist es nicht
wünschenswert, dass der erste und der zweite Schlitz nahe bei der Resonanz betrieben
werden. Eine Resonanz, die in dem ersten und dem zweiten Schlitz auftreten würde,
würde nämlich steile Veränderungen der Phase mit sich bringen, wodurch sich die Polarisation
über der Frequenz stark verändern würde. Im übrigen führt eine Resonanz des ersten
und des zweiten Schlitzes auch dazu, dass eine starke Abstrahlung nach hinten, d.
h. von der Massefläche aus in die Richtung, in der die Speiseleitung liegt, erfolgt.
Dies ist zu vermeiden.
[0025] Weiterhin wird es bevorzugt, dass der dritte Schlitz so ausgelegt ist, dass eine
Betriebsfrequenz, für die die aperturgekoppelte Antenne ausgelegt ist, um höchstens
30% von einer Resonanzfrequenz des dritten Schlitzes abweicht. Es wird also gefordert,
dass die Resonanzfrequenz des Schlitzes sich höchstens um 30% von einer zulässigen
Betriebsfrequenz unterscheidet. Somit wird der dritte Schlitz bei mindestens einer
Betriebsfrequenz, für die die Antenne ausgelegt ist, in der Nähe der Resonanz betrieben.
Gerade ein resonanzartiges Verhalten des dritten Schlitzes führt aber dazu, dass sich
die Impedanzbandbreite der erfindungsgemäßen Antenne verbessert. Wenn der dritte Schlitz
in Resonanz betrieben wird, ist nämlich eine große elektromagnetische Energie in dem
Raumgebiet, das den dritten Schlitz umgibt, gespeichert, wodurch ein Energiereservoir
entsteht, durch das reaktive Impedanzanteile der Eingangsimpedanz der erfindungsgemäßen
Antenne kompensiert werden können. Daher liefert ein Betrieb des dritten Schlitzes
in der Nähe seiner Resonanz eine verbesserte Impedanzanpassung der gesamten erfindungsgemäßen
aperturgekoppelten Antennenstruktur.
[0026] Bei einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel ist der dritte Schlitz so ausgelegt,
dass eine Resonanzfrequenz des dritten Schlitzes innerhalb eines Betriebsfrequenzbereichs
liegt, für die aperturgekoppelte Antenne ausgelegt ist. Bei einer derartigen Auslegung
kann eine maximale Verbesserung der Bandbreite der erfindungsgemäßen Antenne erzielt
werden. Bei der Resonanzfrequenz speichert das Gebiet um den dritten Schlitz eine
maximale elektromagnetische Energie und kann somit einen maximalen Einfluss auf die
Impedanz erzielen.
[0027] Weiterhin wird es bevorzugt, dass der Wellenleiter, über den die Antenne gespeist
wird, eine Mikrostreifenleitung, ein koplanarer Wellenleiter, eine Streifenleitung,
ein dielektrischer Wellenleiter oder ein Hohlraumwellenleiter ist. Eine Mikrostreifenleitung
ist hierbei besonders vorteilhaft, da diese einfach zu realisieren und gut mit aktiven
Schaltungen kombinierbar ist. Ein koplanarer Wellenleiter bietet den Vorteil, dass
zur Koppelung mit einem Bezugspotenzial keine Durchkontaktierung (Vias) nötig sind.
Eine Streifenleitung, die vollständig in ein Dielektrikum eingebettet ist, bietet
ein besonders vorteilhaftes Dispersionsverhalten. Die Verwendung eines dielektrischen
Wellenleiters empfiehlt sich beispielsweise bei sehr hohen Frequenzen, da bei einem
dielektrischen Wellenleiter metallische Verluste vermieden werden. Auch ein Hohlraumwellenleiter
kann als verlustarme Speiseleitung dienen.
[0028] Bevorzugterweise sind die Apertur und die Strahlungselektrode so ausgelegt, dass
die aperturgekoppelte Antenne, von parasitären Effekten abgesehen, eine zirkular polarisierte
elektromagnetische Welle abstrahlt. Hinsichtlich der Auslegung der Strahlungselektrode
wird es dabei bevorzugt, einen rechteckförmigen Patch zu verwenden. Eine besonders
gute zirkulare Abstrahlung ergibt sich, wenn der Patch nahezu quadratisch ist, sich
also die Längen der längeren und der kürzeren Seite um maximal 20% unterscheiden.
Im übrigen ist es vorteilhaft, Ecken des rechteckförmigen bzw. nahezu quadratischen
Patches abzuschneiden, da dadurch die Polarisation festgelegt werden kann. Es wird
ein geeigneter Modus angeregt, der die Abstrahlung einer zirkular polarisierten elektromagnetischen
Welle ermöglicht. Hierbei wird es bevorzugt, zwei gegenüberliegende Ecken abzuschneiden.
Die Reinheit der Polarisation kann durch die Veränderung von geometrischen Details
der Schlitz-Apertur beeinflusst werden, wobei die prinzipielle Gestalt der Apertur,
die drei Schlitze aufweist, beibehalten wird.
[0029] Bei einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel umfasst die erfindungsgemäße Antenne
ferner eine zweite planare Strahlungselektrode und eine dritte planare Strahlungselektrode.
Die zweite planare Strahlungselektrode ist im Wesentlichen parallel zu der ersten
Strahlungselektrode angeordnet, wobei die erste Strahlungselektrode zwischen der zweiten
Strahlungselektrode und der Massefläche gelegen ist. Eine im Wesentlichen parallele
Anordnung bedeutet hierbei, dass eine maximale Verkippung zwischen der zweiten planaren
Strahlungselektrode und der ersten Strahlungselektrode 20 Grad nicht überschreitet.
Die geometrische Anordnung ist derart, dass in einer Reihenfolge von unten nach oben
erst der Wellenleiter, dann die Massefläche, dann die erste Strahlungselektrode und
dann die zweite Strahlungselektrode angeordnet sind. Die erste Strahlungselektrode
liegt somit in der Reihenfolge der Schichten zwischen der zweiten Strahlungselektrode
und der Massefläche. Der Ausdruck "zwischen" stellt hierbei allerdings keine Einschränkung
für die Größe der Elektroden dar. Für planare Elektroden ist die räumliche Anordnung
so zu verstehen, dass eine Ebene, in der die erste Strahlungselektrode liegt, zwischen
einer Ebene, in der die zweite Strahlungselektrode liegt, und eine Eben, in der die
Massefläche liegt, angeordnet ist. Sollten die Elektroden nicht vollständig eben sein,
so ist die entsprechende Definition sinngemäß anzuwenden, wobei an die Stelle der
Ebenen hinreichend glatte Flächen treten, in denen die jeweiligen Elektroden gelegen
sind.
[0030] Ferner ist bei einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung die dritte
Strahlungselektrode so angeordnet, dass in einer Projektion entlang einer Achse normal
zu der zweiten Strahlungselektrode die dritte Strahlungselektrode die zweite Strahlungselektrode
umschließt. Eine entsprechende Definition ist sinngemäß auf Fälle übertragbar, in
denen die zweite und die dritte Strahlungselektrode nicht vollständig eben sind sondern
eine leichte Krümmung aufweisen. Definiert sei hiermit, dass in einer Draufsicht,
bei der die Blickrichtung einer mittleren Flächennormale der zweiten Strahlungselektrode
entspricht, die dritte Strahlungselektrode die zweite Strahlungselektrode umschließt.
Eine solche Anordnung, die also eine erste Strahlungselektrode sowie eine zweite und
eine dritte Strahlungselektrode aufweist, ist geeignet, um einen Mehrbandbetrieb der
erfindungsgemäßen Antenne zu ermöglichen. Bei sehr hohen Frequenzen wirkt die erste
Strahlungselektrode als wesentliches abstrahlendes Element. Die dritte Strahlungselektrode
umschließt zwar die zweite Strahlungselektrode, es besteht jedoch ein Schlitz bzw.
Spalt zwischen den beiden, durch den eine Abstrahlung ausgehend von der ersten Strahlungselektrode
erfolgen kann. Zum besseren Verständnis sei hierbei noch einmal darauf hingewiesen,
dass die zweite Strahlungselektrode und die dritte Strahlungselektrode zusammen typischerweise
größer als die erste Strahlungselektrode sind und in Richtung der Hauptabstrahlung
vor der ersten Strahlungselektrode liegen. Daher wird es durch eine erfindungsgemäße
Anordnung, bei der eine zweite Strahlungselektrode und eine dritte Strahlungselektrode
getrennt sind, ermöglicht, dass trotz des Vorhandenseins einer zweiten oder dritten
Strahlungselektrode die erste Strahlungselektrode noch effektiv abstrahlen kann.
[0031] Bei einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel liegen die zweite Strahlungselektrode
und die dritte Strahlungselektrode in einer Ebene, wobei wiederum die dritte Strahlungselektrode
die zweite Strahlungselektrode umschließt. Diese Anordnung ermöglicht eine besonders
vorteilhafte gemeinsame Herstellung der zweiten und der dritten Strahlungselektrode,
die beispielsweise von einem gemeinsamen Substrat getragen werden können. Im übrigen
können somit die zweite und die dritte Strahlungselektrode stark miteinander wechselwirken,
wodurch sich effektiv eine Strahlungselektrode ausbildet, die näherungsweise die Größe
der dritten Strahlungselektrode aufweist.
[0032] Bevorzugterweise wird die erfindungsgemäße Antenne so ausgelegt, dass eine Impedanzanpassung
mit einem Stehwellenverhältnis von kleiner als 2 in zumindest zwei Frequenzbändern
erreicht wird. Somit ist ein Zweibandbetrieb bzw. Mehrbandbetrieb der erfindungsgemäßen
Antenne möglich, wobei eine gute Anpassung erzielt wird. Eine gute Anpassung ermöglicht
aber eine effektive Einkopplung von Energie in die Antenne.
[0033] Die erfindungsgemäße Antenne kann bevorzugterweise in mehreren Schichten aufgebaut
sein. Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel weist die erfindungsgemäße Antenne
eine erste dielektrische Schicht, eine erste Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante
sowie eine zweite dielektrische Schicht auf. Die erste dielektrische Schicht trägt
auf ihrer ersten Oberfläche den Wellenleiter und auf ihrer zweiten Oberfläche die
Massefläche. Die zweite dielektrische Schicht trägt auf einer Seite die erste Strahlungselektrode.
Die Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante ist zwischen der ersten dielektrischen
Schicht und der zweiten dielektrischen Schicht angeordnet. Die Dielektrizitätskonstante
der ersten Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante ist geringer als die Dielektrizitätskonstante
der ersten dielektrischen Schicht und niedriger als die Dielektrizitätskonstante der
zweiten dielektrischen Schicht. Eine solche Ausführungsform einer Antenne ermöglicht
eine besonders einfache Herstellung, wobei durch die Schichten mit niedriger Dielektrizitätskonstante
die Abstrahlungseigenschaften der Antenne verbessert werden. Eine Schicht mit sehr
niedriger Dielektrizitätskonstante verringert die dielektrischen Verluste und verringert
außerdem das Auftreten von Oberflächenwellen.
[0034] Eine Mehrbandstruktur kann bevorzugterweise erreicht werden, indem ferner eine zweite
Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante und eine dritte dielektrische Schicht
eingeführt werden. Die dritte dielektrische Schicht trägt hierbei die zweite Strahlungselektrode
und die dritte Strahlungselektrode. Die zweite Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante
ist zwischen der zweiten dielektrischen Schicht und der dritten dielektrischen Schicht
angeordnet. Die Dielektrizitätskonstante der zweiten Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante
ist niedriger als die Dielektrizitätskonstanten der ersten, zweiten und dritten dielektrischen
Schichten.
[0035] Eine besonders einfache und kostengünstige Herstellung kann erreicht werden, indem
die erste, zweite und dritte dielektrische Schicht aus FR4 Material (herkömmlichem
Leiterplattenmaterial) hergestellt werden. Die Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante
kann bevorzugterweise durch Luft gebildet werden. Es hat sich gezeigt, dass eine erfindungsgemäße
Antenne bei einer entsprechenden Auslegung sehr kostengünstig herzustellen ist, wobei
die Strahlungseigenschaften trotz der verwendeten kostengünstigen Materialien nicht
in einer negativen Weise beeinflusst werden.
[0036] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend Bezug
nehmend auf die beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Schrägbild einer erfindungsgemäßen Antennenstruktur gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 2
- ein Schrägbild einer erfindungsgemäßen Strahlergeometrie gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 3
- ein Schrägbild einer erfindungsgemäßen Antennenstruktur gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 4
- ein Schrägbild einer erfindungsgemäßen Antennenstruktur gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 5
- eine Fotografie eines Prototypen einer erfindungsgemäßen Antennenstruktur gemäß dem
dritten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 6
- eine Fotografie eines Prototypen einer erfindungsgemäßen Antennenstruktur gemäß dem
vierten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 7
- eine grafische Darstellung des Verlaufs des Reflexionskoeffizienten S11 für einen
Prototypen einer erfindungsgemäßen Antenne gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung;
- Fig. 8
- eine grafische Darstellung des Verlaufs der Pola-risationsentkopplung für einen Prototypen
einer erfindungsgemäßen Antenne gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung; und
- Fig. 9
- eine grafische Darstellung des Verlaufs des Reflexionskoeffizienten S11 für einen
Prototypen einer erfindungsgemäßen Antenne gemäß dem vierten Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung.
[0037] Fig. 1 zeigt ein Schrägbild einer erfindungsgemäßen Antennenstruktur gemäß einem
ersten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Die Antennenstruktur ist in
ihrer Gesamtheit mit 100 bezeichnet. Die Antennenstruktur 100 umfasst eine Massefläche
110, die eine Apertur 120 aufweist. Ferner umfasst die erfindungsgemäße Antennenstruktur
eine Strahlungselektrode 130, die oberhalb der Massefläche 110 angeordnet ist. Eine
Speiseleitung 140, die hier als leitender Streifen gezeigt ist, ist unterhalb der
Massefläche 110 angeordnet. Die Apertur 120 umfasst einen ersten Schlitz 150, einen
zweiten Schlitz 152 sowie einen dritten Schlitz 154. Der erste, zweite und dritte
Schlitz 150, 152, 154 haben jeweils eine rechteckige Gestalt und stellen eine Öffnung
der Massefläche 110 dar. Der erste Schlitz 150 und der zweite Schlitz 152 sind so
angeordnet, dass sie ein Kreuz bilden. Die Längen des ersten Schlitzes 150 und des
zweiten Schlitzes 152 sind bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel gleich. Der dritte
Schlitz 154 ist länger als der erste Schlitz 150 und der zweite Schlitz 152, und schneidet
den ersten und den zweiten Schlitz 150, 152 in dem Gebiet, in dem sich auch der erste
und der zweite Schlitz 150, 152 schneiden, also in dem Zentrum des von dem ersten
und dem zweiten Schlitz gebildeten Kreuzes. Weiterhin ist anzumerken, dass der dritte
Schlitz 154 in einer Draufsicht, entlang einer durch einen Pfeil 170 gezeigten Richtung,
senkrecht zu der Speiseleitung 140 steht. Die Apertur 120 weist ferner eine hohe Symmetrie
auf. Der geometrische Mittelpunkt des ersten, zweiten und dritten Schlitzes 150, 152,
154 fallen, von Fertigungstoleranzen abgesehen, zusammen. Ferner besteht eine Achsensymmetrie
der Apertur bezüglich einer Achse 158 des dritten Schlitzes 154. Weiterhin ist die
Apertur 120 in Bezug auf die Speiseleitung 140 so angeordnet, dass in einer Draufsicht
die Speiseleitung 140 durch das Gebiet verläuft, in dem sich der erste, zweite und
dritte Schlitz 150, 152, 154 schneiden.
[0038] Die Strahlungselektrode 130 ist eine planare leitfähige Elektrode, die auch als Patch
bezeichnet werden kann. Sie ist bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel oberhalb der
Apertur 120 angeordnet. Die gezeigte Strahlungselektrode 130 ist im Wesentlichen rechteckförmig.
Die Strahlungselektrode 130 ist ausgelegt, um die Abstrahlung einer zirkular polarisierten
elektromagnetischen Welle zu ermöglichen. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist
die Strahlungselektrode nahezu quadratisch. Ebenso ist es aber möglich, eine rechteckige
Strahlungselektrode zu verwenden, bei der mindestens eine Ecke abgeschrägt bzw. abgeschnitten
ist. Auch eine Strahlungselektrode mit einem Schlitz in der Mitte, der eine zirkulare
Polarisation ermöglicht, kann verwendet werden. Schließlich sind auch andere Geometrien
verwendbar, solange sichergestellt ist, dass diese eine zirkulare Polarisation ermöglichen.
Die Strahlungselektrode 130 ist so angeordnet, dass die Apertur 120 in einer Draufsicht
entlang einer Richtung, die durch den Pfeil 170 gekennzeichnet ist, symmetrisch unterhalb
der Strahlungselektrode 130 liegt.
[0039] Ferner ist anzumerken, dass insgesamt der Wellenleiter und die Strahlungselektrode
so angeordnet sind, dass Energie von dem Wellenleiter über die Apertur zu der Strahlungselektrode
(Patch) gekoppelt werden kann.
[0040] Die Funktionsweise der vorliegenden Antennenstruktur kann einfach beschrieben werden.
Die Apertur 120 bildet eine erfindungsgemäße resonante Kreuzapertur. Der erste Schlitz
150 und der zweite Schlitz 152 bilden einen Schlitz von der Form eines Kreuzes. Die
Schlitze sind so bemessen, dass in einem Betriebsfrequenzbereich der Antenne keine
Resonanz des kreuzförmigen Schlitzes auftritt. Somit wird erreicht, dass auf der Strahlungselektrode
eine Schwingung angeregt wird, die die Abstrahlung einer zirkular polarisierten elektromagnetischen
Welle zur Folge hat. Die kreuzförmige Gestalt des ersten und zweiten Schlitzes 150,
152 der Apertur 120 trägt dazu bei, dass ein geeigneter gemischter Schwingungsmodus
angeregt wird, der eine solche zirkulare Polarisation der abgestrahlten Wellen ermöglicht.
Der dritte Schlitz 154 wird in der Nähe seiner Resonanz betrieben, sodass er zur Verbesserung
der Anpassung der erfindungsgemäßen Antenne beiträgt. Wie gezeigt ist der dritte Schlitz
154 typischerweise länger als der erste und zweite Schlitz 150, 152, wodurch der Schlitz
154 näher an einer Resonanz betrieben wird als der erste und der zweite Schlitz. Es
wird weiterhin darauf hingewiesen, dass es erstaunlich ist, dass der dritte Schlitz
154 nicht die zirkulare Polarisation der abgestrahlten elektromagnetischen Welle stört,
wie dies gemäß herkömmlicher Theorien erwartet würde.
[0041] Die gezeigte Geometrie kann in einem weiten Bereich verändert werden, ohne von dem
Kerngedanken der vorliegenden Erfindung abzuweichen. So können beispielsweise Längen
der drei Schlitze 150, 152, 154, die die Apertur 120 bilden, verändert werden. Beispielsweise
kann die Länge des dritten Schlitzes 154 vergrößert oder verringert werden. Ebenso
ist es nicht notwendig, dass der erste Schlitz 150 und der zweite Schlitz 152 die
gleiche Länge aufweisen. Vielmehr kann die Länge der Schlitze 150, 152, 154 gegeneinander
verändert werden, um Feinanpassungen der erfindungsgemäßen Antennenstruktur zu ermöglichen.
Weiterhin ist es möglich, von der strengen Symmetrie der Apertur abzuweichen. Dies
kann zum Beispiel dann hilfreich sein, wenn auch die Strahlungselektrode 130 keine
vollständige Symmetrie aufweist. Auch bezüglich der Winkel zwischen den Schlitzen
sowie zwischen einem Schlitz und der Speiseleitung können Veränderungen vorgenommen
werden. Eine Verdrehung der Schlitze um bis zu 20 Grad ist möglich, um einen Feinabgleich
der Antennenstruktur zu ermöglichen. So kann der Winkel zwischen dem ersten Schlitz
und dem zweiten Schlitz um bis zu 20 Grad von einem rechten Winkel abweichen. Ähnliches
gilt für den Winkel zwischen dem dritten Schlitz und der Speiseleitung.
[0042] Auch die Strahlungselektrode 130 kann in einem weiten Rahmen verändert werden. Diese
kann beispielsweise rechteckig oder nahezu rechteckig sein. Es wird bevorzugt, eine
Strahlungselektrode zu verwenden, die fast quadratisch ist, wobei sich die Abmessungen
bzw. Kantenlängen leicht unterscheiden. Eine solche Strahlungselektrode ermöglicht
die Abstrahlung einer zirkular polarisierten elektromagnetischen Welle. Ebenso ist
es bevorzugter Weise möglich, eine Strahlungselektrode zu verwenden, die eine nahezu
rechteckige oder quadratische Form aufweist, wobei mindestens eine Ecke abgeschrägt
ist. Es wird in diesem Fall aus Symmetriegründen ferner bevorzugt, zwei gegenüberliegende
Ecken abzuschrägen. Schließlich kann auch eine Strahlungselektrode eingesetzt werden,
die einen Schlitz in der Mitte aufweist, wobei der Schlitz dabei so ausgelegt ist,
dass eine zirkular polarisierte Welle abgestrahlt werden kann. Gängige Erweiterungen
sind möglich, beispielsweise die Ankopplung von zusätzlichen metallischen Elementen
an die Strahlungselektrode 130. Auch parasitäre Elemente, beispielsweise kapazitiver,
induktiver oder resistiver Natur, können an die Strahlungselektrode 130 angekoppelt
werden. Hierdurch kann erzwungen werden, dass sich ein gewünschter Modus ausbildet.
Daneben kann weiterhin die Bandbreite der Antenne durch parasitäre Elemente verbessert
werden. Schließlich ist es möglich, Ecken der Strahlungselektrode 130 abzuschneiden
bzw. abzuschrägen. Dadurch ergibt sich eine Verkoppelung verschiedener Schwingungsmodi,
die zwischen der Strahlungselektrode 130 und der Massefläche 110 existieren können.
Als Folge wird eine geeignete Phasenbeziehung zwischen den verschiedenen Modi hergestellt,
sodass sich eine rechts- oder linksdrehend zirkulare Polarisation einstellen lässt.
Im übrigen kann die Strahlungselektrode auch in anderer Form verändert sein, beispielsweise
durch das Hinzufügen von Schlitzen in die Strahlungselektrode, die unerwünschte Modi
unterdrücken oder für eine geeignete Phasenbeziehung zwischen den gewünschten Modi
sorgen.
[0043] Die Speisung der gezeigten Antennenstruktur kann auf verschiedene Weise erfolgen.
Der hier gezeigte metallische Streifenleiter 140 kann durch verschiedene Wellenleiter
ersetzt werden. Beispielsweise kann es sich bei diesen Wellenleitern um eine Mikrostreifenleitung
handeln. Auch ein koplanarer Wellenleiter kann verwendet werden. Ferner kann die Zuführung
der elektrischen Energie durch eine Streifenleitung, einen dielektrischen Wellenleiter
oder einen Hohlraum-Wellenleiter erfolgen.
[0044] Ferner wird darauf hingewiesen, dass die Fig. 1 nur eine schematische Darstellung
der grundlegenden Struktur einer erfindungsgemäßen Antenne darstellt. Merkmale, die
für die Antenne nicht wesentlich sind, sind hierbei nicht dargestellt. Es ist daher
festzuhalten, dass die gezeigten metallischen Strukturen, insbesondere die Massefläche
110, die Strahlungselektrode 130 sowie die Streifenleitung 140 typischerweise von
dielektrischen Materialien getragen werden. Es ist nämlich möglich, in die gezeigte
Antennenstruktur 100 beinahe beliebig Schichten oder Strukturen aus dielektrischen
Materialien einzubringen. Solche Strukturen können beispielsweise Schichten sein,
die parallel zu der Massefläche 110 verlaufen. Die leitenden Strukturen können auf
diesen dielektrischen Schichten aufgebracht und durch ein geeignetes Verfahren, beispielsweise
ein Ätzverfahren, strukturiert worden sein. Vorausgesetzt wird hierbei lediglich,
dass die Dielektrizitätskonstante einer dielektrischen Schicht nicht zu groß ist,
da dadurch die in der Antennenstruktur entstehenden Verluste erhöht werden und die
Abstrahlung verschlechtert wird. Weiterhin ist bei der Einbringung von dielektrischen
Strukturen darauf zu achten, dass keine Oberflächenwellen angeregt werden, da auch
diese den Strahlungswirkungsgrad einer Antennenstruktur wesentlich verschlechtern.
[0045] Eine dielektrische Schicht kann beispielsweise zwischen der Massefläche 110 und dem
Streifenleiter 140 vorhanden sein, sodass eine Mikrostreifenleitung entsteht. Eine
solche Mikrostreifenleitung ist besonders vorteilhaft für die Ankoppelung einer erfindungsgemäßen
Antennenstruktur. Im übrigen ist eine Mikrostreifenleitung auch besonders gut mit
aktiven und passiven Schaltungsstrukturen kombinierbar.
[0046] Außer planaren dielektrischen Strukturen sind auch anders geformte dielektrische
Strukturen möglich. Beispielsweise kann die Strahlungselektrode 130 durch einen Abstandshalter
aus einem dielektrischen Material getragen werden. Eine solche Auslegung verbessert
die mechanische Stabilität der erfindungsgemäßen Antenne und ermögliche eine kostengünstige
Herstellung.
[0047] Auch die Kombination von dielektrischen Schichten und Schichten mit sehr niedriger
Dielektrizitätskonstante, wie beispielsweise Luftschichten, ist möglich. Luftschichten
verringern die elektrischen Verluste und können gegebenenfalls die Anregung von Oberflächenwellen
verringern.
[0048] Fig. 2 zeigt ein Schrägbild einer erfindungsgemäßen Strahlergeometrie gemäß einem
zweiten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Die Strahlergeometrie ist
in ihrer Gesamtheit mit 200 bezeichnet. Es wird darauf hingewiesen, dass in den Fig.
1 und 2 sowie auch in den weiteren Figuren gleiche Bezugszeichen gleiche Einrichtungen
bezeichnen. Gezeigt ist hier eine Massefläche 110, die eine Apertur 120 aufweist.
Einzelheiten der Apertur sind aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht gezeigt, die
Apertur entspricht aber der anhand der Fig. 1 gezeigten und beschriebenen. Ferner
umfasst die erfindungsgemäße Strahlergeometrie 200 eine erste Strahlungselektrode
130. Die Apertur 120 stellt eine Öffnung in der Massefläche 110 dar, die in einer
Draufsicht entlang einer Richtung, die durch den Pfeil 210 gekennzeichnet ist, unterhalb
der ersten Strahlungselektrode 130 liegt. Oberhalb der ersten Strahlungselektrode
liegt eine zweite Strahlungselektrode 220. Diese ist von der dritten Strahlungselektrode
230 umschlossen, wobei zwischen der zweiten Strahlungselektrode 220 und der dritten
Strahlungselektrode 230 ein Spalt 240 besteht. Die zweite Strahlungselektrode 220
ist mit der dritten Strahlungselektrode 230 über vier leitfähige Stege 250, 252, 254,
256 verbunden. Diese Stege sind bei der gezeigten Ausführung etwa in der Mitte der
Kanten der zweiten Strahlungselektrode 220 angeordnet. Die zweite Strahlungselektrode
220 ist somit so angeordnet, dass die erste Strahlungselektrode 130 zwischen der zweiten
Strahlungselektrode 220 und der Massefläche 110 liegt. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel
liegen ferner die zweite Strahlungselektrode 220 und die dritte Strahlungselektrode
230 in einer gemeinsamen Ebene. Ferner weichen die Abmessungen der zweiten Strahlungselektrode
220 von den Abmessungen der ersten Strahlungselektrode 130 nur geringfügig ab. Bevorzugterweise
beträgt die Abweichung weniger als 20%.
[0049] Basierend auf der strukturellen Beschreibung wird im Folgenden die Funktionsweise
einer erfindungsgemäßen Strahlergeometrie näher beschrieben. Es wird darauf hingewiesen,
dass eine solche Geometrie den Aufbau von zirkular polarisierten Dual- bzw. Multibandantennen
ermöglicht. Die einzelnen Schichten können von verschiedenen Platinen getragen sein.
Beispielsweise kann eine erste Platine aus einem dielektrischen Material die Massefläche
110 tragen, während eine zweite Platine die erste Strahlungselektrode 130 trägt und
eine dritte Platine die zweite Strahlungselektrode 220 sowie die dritte Strahlungselektrode
230 trägt. Die Platinen sind hier der Übersichtlichkeit halber nicht gezeigt können
aber so angeordnet sein, dass die jeweiligen Strahlungselektroden durch eine beliebige
Oberfläche der Platine getragen sind. An der Unterseite einer Leiterplatte, die die
Massefläche 110 trägt, kann sich eine Mikrostreifenleitung befinden, von der aus Leistung
über die Apertur 120 in der Massefläche erst auf einen kleineren Patch, der von der
ersten Strahlungselektrode 130 gebildet wird, übertragen werden. Der kleinere Patch,
der durch die erste Strahlungselektrode 130 gebildet wird, ist für das obere Frequenzband
von zwei Frequenzbändern ausgelegt. Die Leistung, die durch die Apertur gekoppelt
wird, kann nachfolgend auf einen größeren Patch übergekoppelt werden, der für das
untere von zwei Frequenzbändern ausgelegt ist. Der größere Patch besteht effektiv
aus zwei Patches, die bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel durch die zweite Strahlungselektrode
220 und die dritte Strahlungselektrode 230 gebildet sind. Der größere Patch kann hierbei
als zwei ineinander liegende Patches mit Kurzschlüssel interpretiert werden. Der innen
liegende kleinere Patch, der durch die zweite Strahlungselektrode 220 gebildet wird,
ist näherungsweise genau so groß wie der untere kleinere Patch, der durch die erste
Strahlungselektrode 130 gebildet wird. Leitfähige Verbindungsstege 250, 252, 254,
256 verbinden die zweite Strahlungselektrode 220 und die dritte Strahlungselektrode
230. Die Verbindungsstege 250, 252, 254, 256 wirken auf die zweite Strahlungselektrode
und die dritte Strahlungselektrode je nach ihrer Lage als kapazitive oder induktive
Belastung bzw. Koppelung, wodurch sie einen Einfluss auf die Resonanzfrequenz des
oberen Strahlers, der durch die zweite Strahlungselektrode 220 und die dritte Strahlungselektrode
230 gebildet wird, ausüben. Eine Veränderung der Position eines Verbindungsstegs 250,
252, 254, 256 (in Bezug auf die zweite und dritte Strahlungselektrode 220, 230 sowie
in Bezug auf die übrigen Verbindungsstege) kann somit für eine Feinabstimmung der
Antennenstruktur genutzt werden. Beispielsweise ist es möglich, die Verbindungsstege
250, 252, 254, 256 von der Mitte der Kanten der zweiten Strahlungselektrode 220 weg
hin zu den Ecken der zweiten Strahlungselektrode 220 zu bewegen. In dem Falle, dass
zwei Ecken der zweiten Strahlungselektrode 220 abgeschrägt sind, hat es sich als vorteilhaft
erwiesen, die Verbindungsstege 250, 252, 254, 256 hin zu diesen abgeschrägten bzw.
abgeschnittenen Ecken zu bewegen. In übrigen wird darauf hingewiesen, dass die Verbindungsstege
nicht in einer streng symmetrischen Weise angeordnet sein müssen. Vielmehr ist es
zweckmäßig, die Verbindungsstege 250, 252, 254, 256 an gegenüberliegenden Kanten der
zweiten Strahlungselektrode leicht versetzt anzuordnen, so dass eine Verbindungslinie
zwischen zwei gegenüberliegenden Verbindungsstegen 250, 252, 254, 256 nicht parallel
zu einer kante der zweiten Strahlungselektrode verläuft. Durch eine solche unsymmetrische
Anordnung ergibt sich eine besonders große Freiheit bei der Feinabstimmung des oberen
Strahlers. Schließlich sollte noch darauf hingewiesen werden, dass die Verbindungsstege
auch entfallen können, wenn eine ausreichende Nahfeldkoppelung zwischen der zweiten
Strahlungselektrode 220 und der dritten Strahlungselektrode 230 besteht.
[0050] Die erfindungsgemäße Struktur umfasst somit effektiv zwei strahlungsfähige Strukturen,
nämlich einen so genannten unteren Patch, der von der ersten Strahlungselektrode 130
gebildet wird, und der insbesondere bei höheren Frequenzen wirksam ist, und einen
oberen, größeren Patch, der durch die zweite Strahlungselektrode 220 und die dritte
Strahlungselektrode 230 gebildet ist.
[0051] Es sollte weiterhin darauf hingewiesen werden, dass der Abstand zwischen dem kleinen
Patch, das durch die erste Strahlungselektrode 130 gebildet ist, und der Massefläche
kleiner ist als der Abstand zwischen dem zweiten größeren Patch, der durch die zweite
Strahlungselektrode 220 und die dritte Strahlungselektrode 230 gebildet ist, und der
Massefläche 110.
[0052] Eine erfindungsgemäße Struktur bietet wesentliche Vorteile gegenüber bekannten Strukturen,
wodurch eine zirkular polarisierte Abstrahlung in zwei Frequenzbändern erzielt werden
kann, ohne dass die Reinheit der Polarisation wesentlich beeinflusst wird oder dass
in größerem Umfang Oberflächenwellen angeregt werden.
[0053] Es wird hierbei darauf hingewiesen, dass im Allgemeinen eine Vergrößerung einer elektrischen
Substratdicke zu einer Entstehung von Oberflächenwellen höherer Ordnung führt. Entstehen
solche Oberflächenwellen, so wird der Antennengewinn stark reduziert. Um die Entstehung
von Oberflächenwellen zu vermeiden bzw. gering zu halten, haben die beiden Antennenstrukturen,
die in einer erfindungsgemäßen Geometrie enthalten sind, für verschiedene Frequenzbereiche
verschiedene wirksame Substratdicken. Bei niedrigen Frequenzen ist der obere größere
Patch, der durch die zweite Strahlungselektrode 220 und die dritte Strahlungselektrode
230 gebildet wird, wirksam. Die effektive Substratdicke ist gleich dem Abstand der
zweiten und dritten Strahlungselektrode von der Massefläche 110. Dieser Abstand ist
hier mit D bezeichnet. Bei höheren Frequenzen hingegen ist der untere kleine Patch,
der durch die erste Strahlungselektrode 130 gebildet wird, wirksam. Die wirksame Substratdicke
ist gleich dem Abstand zwischen der ersten Strahlungselektrode 130 und der Massefläche
110, der hier mit d bezeichnet ist.
[0054] Es zeigt sich somit, dass die wirksame Substratdicke für niedrige Frequenzen, die
mit D bezeichnet ist, größer ist als die wirksame Substratdicke für hohe Frequenzen,
die mit d bezeichnet ist. Dies entspricht der Anforderung, dass Antennen für verschiedene
Frequenzen verschiedene Substratdicken aufweisen müssen. Somit kann durch die Tatsache,
dass sich die bei verschiedenen Frequenzen wirksamen Strahler in verschiedenen Ebenen
und in verschiedener Entfernung von der Massefläche 110 befinden, die Erzeugung von
Oberflächenwellen wirksam verringert werden. Es ist nämlich gerade die Anforderung
erfüllt, dass die wirksame Substratdicke für hohe Frequenzen geringer sein sollte
als für niedrige Frequenzen.
[0055] Ebenso wird mit der erfindungsgemäßen Geometrie die Anforderung erfüllt, dass die
Antenne für das obere Frequenzband (gebildet durch die erste Strahlungselektrode 130)
näher an der Massefläche 110 und an der Apertur 120 liegen muss, als die Antenne für
das untere Frequenzband (gebildet durch die zweite Strahlungselektrode 220 und die
dritte Strahlungselektrode 230). Wäre nämlich der größere Patch unten (d.h. in der
Nähe der Apertur) und der kleinere Patch oben (d.h.entfernt von der Apertur), so würde
dies in schlechten Polarisationseigenschaften in dem oberen Frequenzbereich resultieren,
weil die Apertur durch den größeren Patch abgeschirmt würde. In einem solchen Falle
wäre eine wirksame Ankopplung des kleinen Patches über die Apertur nicht mehr möglich.
Entsprechend könnte ein kleinerer Patch, der durch einen größeren Patch von der Apertur
getrennt wäre, keine zirkular polarisierte Welle mit einem geringen Anteil einer orthogonalen
Polarisation abstrahlen.
[0056] Ferner wird durch die erfindungsgemäße Geometrie, bei der der größere Patch aus zwei
Teilen zusammengesetzt ist, nämlich aus der zweiten Strahlungselektrode 220 und der
dritten Strahlungselektrode 230, vermieden, dass die Abstrahlung des unten liegenden
kleineren Patches durch den oben liegenden größeren Patch zu stark abgeschirmt wird.
Es ist nämlich, wenn die Antenne für das obere Frequenzband näher zu der Massefläche
110 als die Antenne für das untere Frequenzband liegt, die starke Abschirmung des
kleinen Strahlers mit dem großen zu vermeiden.
[0057] Eine verringerte Abschirmung der Strahlung des unteren Patches 130 durch den oben
liegenden Patch 220, 230 wird durch den Spalt 140 zwischen der zweiten Strahlungselektrode
220 und der dritten Strahlungselektrode 230 erzielt.
[0058] Auch die erfindungsgemäße Strahlergeometrie 200 kann wesentlich verändert werden.
So können auf die einzelnen Strahlungselektroden 130, 220, 230 alle vorher beschriebenen
Veränderungen angewendet werden. Beispielsweise ist es vorteilhaft, die Ecken der
entsprechenden Strahlungselektroden zu beschneiden. Dadurch können mehrere für eine
zirkulare Abstrahlung erforderliche Modi verkoppelt werden, während unerwünschte Modi
unterdrückt werden können.
[0059] Fig. 3 zeigt ein Schrägbild einer erfindungsgemäßen Antennenstruktur gemäß einem
dritten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Die Antennenstruktur ist in
ihrer Gesamtheit mit 300 bezeichnet. Sie entspricht im Wesentlichen der anhand von
Fig. 1 gezeigten Antennenstruktur 100, sodass gleiche Einrichtungen und Geometriemerkmale
hier mit gleichen Bezugszeichen versehen sind. Unverändert übernommene Merkmale werden
hier nicht noch einmal gesondert beschrieben. Es wird allerdings darauf hingewiesen,
dass bei der Antennenanordnung 300 eine erste Ecke 310 sowie eine zweite Ecke 320
der ersten Strahlungselektrode 130 abgeschnitten bzw. abgeschrägt sind. Diese geometrische
Veränderung trägt dazu bei, dass eine zirkular polarisierte elektromagnetische Welle
abgestrahlt werden kann. Ferner weist die Antennenanordnung 300 eine Stichleitung
330 auf, die an der Streifenleitung 140 angebracht ist. Diese Stichleitung 330 dient
einer weiteren Impedanzanpassung der vorliegenden Antennenstruktur. Die Dimensionierung
einer solchen Stichleitung zur Anpassung ist einem Fachmann wohl bekannt.
[0060] Ferner zeigt die Fig. 3 einen einschließenden Quader 340, der die gesamte Antennenstruktur
umschließt. Ein solcher einschließender Quader kann beispielsweise verwendet werden,
um bei einer elektromagnetische Simulation einer Antennenstruktur ein Simulationsgebiet
zu begrenzen.
[0061] Die Fig. 4 zeigt ein Schrägbild einer erfindungsgemäßen Antennenstruktur gemäß einem
vierten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Die Antennenstruktur ist in
ihrer Gesamtheit mit 400 bezeichnet. Die Antennenstruktur 400 umfasst eine Speiseleitung
140, eine Massefläche 110 mit einer Apertur 120 sowie eine erste Strahlungselektrode
130, eine zweite Strahlungselektrode 220 und eine dritte Strahlungselektrode 230.
Die Geometrie der ersten Strahlungselektrode 130 entspricht hierbei im Wesentlichen
der Geometrie der in Fig. 3 gezeigten ersten Strahlungselektrode 130. Die zweite und
die dritte Strahlungselektrode 220, 230 sind im Wesentlichen genauso angeordnet, wie
dies anhand von Fig. 2 beschrieben ist. Allerdings sind bei der Antennenstruktur 400
zwei gegenüberliegende Ecken 410, 420 der zweiten Strahlungselektrode 220 abgeschrägt.
Die dritte Strahlungselektrode 230 umschließt wiederum die zweite Strahlungselektrode
220, wobei zwischen der zweiten Strahlungselektrode 220 und der dritten Strahlungselektrode
230 ein Schlitz bzw. Spalt 240 vorhanden ist. Im übrigen sei darauf hingewiesen, dass
die dritte Strahlungselektrode 230 von ihrer Form her der zweiten Strahlungselektrode
220 angepasst ist. Das heißt, dass die dritte Strahlungselektrode 230 an die abgeschrägten
Ecken 410, 420 der zweiten Strahlungselektrode 220 so angepasst ist, dass der Spalt
240 zwischen der zweiten Strahlungselektrode 220 und der dritten Strahlungselektrode
230 auch in dem Bereich der abgeschrägten Ecken 410, 420 im Wesentlichen mit gleich
bleibender Breite verläuft. Die inneren Kanten der dritten Strahlungselektrode 230
verlaufen somit im Wesentlichen parallel zu den äußeren Kanten der zweiten Strahlungselektrode
220. Auch die dritte Strahlungselektrode 230 weist zwei äußere abgeschrägte Ecken
430, 440 auf, die den abgeschrägten Ecken 410, 420 der zweiten Strahlungselektrode
220 benachbart sind. Somit weisen sowohl die erste, die zweite als auch die dritte
Strahlungselektrode 130, 220, 230 abgeschrägte Ecken 310, 320, 410, 420, 430, 440
auf, wobei jeweils die benachbarten Ecken der verschiedenen Strahlungselektroden abgeschrägt
sind. Die zweite und die dritte Strahlungselektrode 220, 230 sind über Verbindungsstege
250, 252, 254, 256 gekoppelt, wobei die Verbindungsstege 250, 252, 254, 256 etwa in
der Mitte von Kanten eines Rechtecks, das die zweite Strahlungselektrode 220, abgesehen
von den abgeschrägten Ecken, beschreibt, angeordnet sind.
[0062] Weiterhin wird darauf hingewiesen, dass die Größe der zweiten Strahlungselektrode
220 bis auf eine Abweichung von höchstens 20% gleich der Größe der ersten Strahlungselektrode
130 ist. Auch von der Form her unterscheiden sich die erste und die zweite Strahlungselektrode
130, 220 nicht wesentlich. Sie sind daher nahezu parallele Elektroden von nahezu gleicher
Form und mit nahezu gleichen Abmessungen.
[0063] Es wird hier auch noch einmal explizit auf die Schichtenreihenfolge hingewiesen.
Die Speiseleitung 140 bildet die unterste leitende Schicht. Darüber ist eine Massefläche
110 angeordnet, die eine Apertur 120 aufweist. Wiederum darüber liegt in einer Ebene
die erste Strahlungselektrode 130. In einer weiteren, weiter oberhalb liegenden Ebene
sind die zweite Strahlungselektrode 220 und die dritte Strahlungselektrode 230 angeordnet.
Die jeweiligen Metallisierungen, d. h. die Speiseleitung 140, die Massefläche 110
sowie die erste, zweite und dritte Strahlungselektrode 130, 220, 230 werden jeweils
von dielektrischen Schichten getragen.
[0064] Zu bemerken ist hier weiterhin, dass die Breite der Speiseleitung 140 zu Anpassungszwecken
verändert wird. Entfernt von der Apertur weist die Speiseleitung 140 einen breiten
Abschnitt 450 auf, während die Speiseleitung 140 in der Nähe der Apertur schmaler
ist. Eine schmale Speiseleitung ist vorteilhaft, da diese eine größere Konzentration
des elektrischen Feldes bewirkt. Damit kann eine stärkere Koppelung der Strahlungselektroden
an die Speiseleitung durch die Apertur 120 erfolgen. Im übrigen dient die Veränderung
der Breite der Speiseleitung auch einer Impedanzanpassung, wobei durch eine geeignete
Wahl der Länge des dünnen Stücks 460 die Anpassung beeinflusst werden kann.
[0065] Gezeigt ist im übrigen noch ein einschließendes Rechteck 470, das ein Simulationsgebiet,
in dem die Antennenstruktur simuliert wird, begrenzt. Das einschließende Rechteck
zeigt auch die Dicke der jeweiligen Schichten an.
[0066] Fig. 5 zeigt eine Fotografie eines Prototypen einer erfindungsgemäßen Antennenstruktur
gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Gezeigt ist hierbei
eine aufgebaute Monobandantenne, die für den Frequenzbereich von 2,40GHz bis 2,48
GHz ausgelegt ist. Die Antenne ist in ihrer Gesamtheit mit 500 bezeichnet. Sie weist
eine erste Platte 510 aus einem dielektrischen Material sowie eine zweite Platte 520
aus einem dielektrischen Material auf. Die beiden Platten sind durch vier Abstandshalter
530 aus einem dielektrischen Material getrennt bzw. fixiert. Die erste dielektrische
Platte 510 trägt eine erste Strahlungselektrode 130. Die zweite dielektrische Platte
520 trägt auf einer oberen Fläche die Massefläche 110, die eine Apertur 120 aufweist.
Die untere Seite der dielektrischen Platte 530 trägt eine Speiseleitung, über die
der Antenne elektrische Energie von einer SMA-Buchse 550 zugeführt wird.
[0067] Die Antennenanordnung 500 weist eine erste Abmessung 570, die als eine Breite aufgefasst
werden kann, von 75 mm auf. Eine zweite Abmessung 572, die auch als Länge aufgefasst
werden kann, beträgt ebenfalls 75 mm. Schließlich beträgt eine dritte Abmessung 574,
die als Höhe verstanden werden kann, 10 mm. Lediglich zum Größenvergleich ist hier
eine Ein-Euro-Münze 576 gezeigt.
[0068] Fig. 6 zeigt eine Fotografie eines Prototypen einer erfindungsgemäßen Antennenstruktur
gemäß dem vierten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Die Antennenstruktur
ist in ihrer Gesamtheit mit 600 bezeichnet. Sie umfasst eine erste dielektrische Schicht
610, eine zweite dielektrische Schicht 620 sowie eine dritte dielektrische Schicht
630.
[0069] Die 3 dielektrischen Schichten bzw. Platten 610, 620, 630 werden durch dielektrische
Abstandshalter 640 gehalten. Die erste dielektrische Platte 610 trägt hierbei eine
zweite Strahlungselektrode 220 sowie eine dritte Strahlungselektrode 30. Die zweite
dielektrische Platte trägt eine erste Strahlungselektrode 130. Die dritte dielektrische
Platte 630 trägt auf einer Seite eine Massefläche 110 und auf der anderen Seite eine
Speiseleitung 140. Die Speiseleitung ist im Übrigen an eine SMA-Buchse 650 herausgeführt.
Die gesamte Antennenstruktur 600 bildet eine Dualbandantenne.
[0070] Die Antenne 600 weist eine erste Dimension 670 auf, die auch als Länge betrachtet
werden kann. Diese erste Dimension beträgt 75 mm. Weiterhin weist die Antenne 600
eine zweite Dimension 672 auf, die als Breite betrachtet werden kann, und die ebenfalls
75 mm beträgt. Eine dritte Dimension 674 der Antenne 600 kann als Höhe aufgefasst
werden. Diese Höhe beträgt 10,5 mm.
[0071] Die gezeigte Dualbandantenne 600 basiert auf der Monobandantenne 500, wobei die Monobandantenne
zu einer Dualbandantenne verbessert wurde. Die Antenne 600, die von ihrem prinzipiellen
Aufbau her der in Fig. 4 gezeigten Antenne 400 entspricht, ist aus mehreren Schichten
aufgebaut, die im Folgenden näher erläutert wird. Die unterste Lage der Antenne wird
von einer strukturierten leitfähigen Schicht, beispielsweise einer Metallisierungsschicht
bzw. Metallschicht, gebildet, die insgesamt eine Mikrostreifenleitung bildet. Diese
Mikrostreifenleitung ist auf der Unterseite eines ersten Substrats vom Typ FR4 aufgebracht,
wobei das erste Substrat eine Dicke von 0,5 mm aufweist. Das erste Substrat entspricht
der dritten dielektrischen Schicht 630. Auf der Oberseite des ersten Substrats ist
eine Massefläche aufgebracht, die eine gesamte Ausdehnung von 75 mm x 75 mm aufweist.
Die Massefläche umfasst ferner eine Apertur 120. Oberhalb der Massefläche befindet
sich eine Schicht, die nicht von einem dielektrischen Material gefüllt ist. Entsprechend
umfasst die Antenne also eine Luftschicht, die eine Dicke von 5 mm aufweist. Oberhalb
dieser Luftschicht befindet sich eine weitere leitfähige Schicht, auf der die erste
Strahlungselektrode als Patch gebildet ist. Die weitere leitfähige Schicht wird durch
eine zweite dielektrische Schicht aus FR4 getragen, die wiederum eine Dicke von 0,5
mm aufweist. Die zweite dielektrische FR4-Schicht entspricht der in Fig. 6 gezeigten
zweiten dielektrischen Schicht 620. Oberhalb der zweiten dielektrischen FR4-Schicht
ist wiederum eine Schicht, in der sich kein festes Dielektrikum befindet. Es entsteht
somit eine zweite Luftschicht, deren Dicke 4 mm beträgt. Wiederum oberhalb davon befindet
sich eine dritte dielektrische FR4-Schicht, die eine Dicke von 0,5 mm aufweist. Die
dritte dielektrische FR4-Schicht trägt eine weitere leitfähige Schicht, auf der durch
Strukturierung die zweite Strahlungselektrode und die dritte Strahlungselektrode in
Form von Patches gebildet sind. Leitende Verbindungsstege zwischen der zweiten Strahlungselektrode
und der dritten Strahlungselektrode weisen eine Breite von 1 mm auf. Die gesamt Antennenstruktur
umfasst somit folgende Schichten in der gezeigten Reihenfolge: Mikrostreifenleitung;
FR4 (0,5 mm); Massefläche (75 mm x 75 mm, mit Apertur); Luft (5 mm); Patch 1 (erste
Strahlungselektrode); FR4 (0,5 mm); Luft (4 mm); FR4 (0,5 mm) und Patch 2 (zweite
Strahlungselektrode und dritte Strahlungselektrode). Alle Schichten und Abmessungen
können um bis zu 30 % variieren. Es wird jedoch bevorzugt, dass die Abweichung von
den bevorzugten Abmessungen nicht mehr als 15 % beträgt.
[0072] Fig. 7 zeigt eine graphische Darstellung des Verlaufs des Reflexionskoeffizienten
S11 für einen Prototypen 500 einer erfindungsgemäßen Antenne gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung. Die graphische Darstellung ist in ihrer Gesamtheit mit
700 bezeichnet. Der Eingangsreflexionsfaktor S11 wurde für eine aufgebaute Patchantenne
gemessen, die für einen Frequenzbereich von 2,40 bis 2,48 GHz ausgelegt ist. Ein Foto
einer derartigen Antenne 500 ist in Fig. 5 gezeigt.
[0073] An der Abszisse 710 ist die Frequenz von 2,15 GHz bis 2,85 GHz angetragen. Die Ordinate
712 zeigt in logarithmierter Form den Betrag des Eingangsreflexionsfaktors S11. Hierbei
ist der Eingangsreflexionsfaktor in einem Bereich von -50 dB bis 0 dB angetragen.
Eine erste Kurve 720 zeigt einen simulierten Eingangsreflexionsfaktor. Eine zweite
Kurve 730 zeigt den gemessen Wert für dem Eingangsreflexionsfaktor.
[0074] Gemäß der Messung liegt der Eingangsreflexionsfaktor in dem gesamten gezeigten Frequenzbereich
von 2,15 GHz bis 2,85 GHz unter -10 dB. Auch die Simulation zeigt eine ähnliche breitbandige
Charakteristik der Antenne.
[0075] Fig. 8 zeigt eine graphische Darstellung der Polarisationsentkopplung für einen Prototypen
500 einer erfindungsgemäßen Antenne gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung. Die graphische Darstellung ist in ihrer Gesamtheit mit 800 bezeichnet.
An der Abszisse 810 ist die Frequenz in einem Bereich von 2,3 GHz bis 2,55 GHz angetragen.
Die Ordinate 812 zeigt die Polarisationsentkopplung in Dezibel in einem Bereich zwischen
0 und 25 dB. Eine erste Kurve 820 zeigt einen simulierten Verlauf der Polarisationsentkopplung,
während eine zweite Kurve 830 gemessene Werte darstellt. In der erforderlichen Bandbreite
von 2,40 GHz bis 2,48 GHz wird die Kreuzpolarisation bei einem ausreichenden Anpassungsfaktor
um mehr als 15,5 dB unterdrückt.
[0076] Fig. 9 zeigt eine graphische Darstellung des Verlaufs des Reflexionskoeffizienten
S11 für einen Prototypen 600 einer erfindungsgemäßen Antenne gemäß dem vierten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung. Die graphische Darstellung ist in ihrer Gesamtheit mit
900 bezeichnet. Gezeigt sind hierbei Messergebnisse für den Reflexionskoeffizienten
einer erfindungsgemäßen Dualbandantenne, wie sie anhand der Fig. 4 und 6 beschrieben
wurde. Die Abszisse 910 zeigt hierbei den Frequenzbereich zwischen 2 GHz und 6 GHz.
An der Ordinate 912 ist der Betrag des Eingangsreflexionsfaktors S11 in logarithmischer
Form von -40 dB bis + 40 dB angetragen. Eine Kurve 920 zeigt den Verlauf des Eingangsreflexionsfaktors
über der Frequenz. Gezeigt sind weiterhin ein erster Marker 930, ein zweiter Marker
932, ein dritter Marker 934 sowie ein vierter Marker 936. Der erste Marker zeigt an,
dass der Eingangsreflexionsfaktor bei 2,40 GHz -13,618 dB beträgt. Der zweite Marker
zeigt einen Eingangsreflexionsfaktor von -16,147 dB bei 2,48 GHz. Der dritte Marker
zeigt einen Eingangsreflexionsfaktor von -9,457 dB bei 5,15 GHz, und der vierte Marker
zeigt einen Eingangsreflexionsfaktor von -10,011 dB bei 5,35 GHz. Der fünfte Marker
zeigt schließlich einen Eingangsreflexionsfaktor von -0,748 dB bei 4,0008 GHz.
[0077] Somit zeigt sich, dass der Eingangsreflexionsfaktor in dem ISM-Band zwischen 2,40
GHz und 2,48 GHz weniger als -13 dB beträgt, und dass der Eingangsreflexionsfaktor
in dem ISM-Band zwischen 5,15 GHz und 5,35 GHz weniger als -9,4 dB beträgt.
[0078] Neben dem Eingangsreflexionsfaktor wurden auch die Strahlungscharakteristiken der
Dualbandantenne vermessen. In dem ISM-Band zwischen 2,40 GHz und 2,48 GHz beträgt
der Antennengewinn eines Prototypen einer Dualbandantenne zwischen 8,9 dBic und 9,3
dBic. Die Halbwertbreite beträgt hierbei 70°, und die Polarisationsentkopplung liegt
zwischen 11 dB und 22 dB.
[0079] In dem ISM-Band zwischen 5,15 GHz und 5,35 GHz beträgt der Antennengewinn zwischen
5,9 dBic und 7,3 dBic. Die Halbwertsbreite beträgt 35°, die Polarisationsentkopplung
zwischen 5 dB und 7 dB.
[0080] Die erforderlichen Anpassungseigenschaften und Strahlungseigenschaften können somit
mit einer erfindungsgemäßen Dualbandantenne erzielt werden. Weiter ist festzuhalten,
dass die Polarisationsreinheit für den oberen Frequenzbereich noch optimiert werden
kann. Hierzu können beispielsweise geometrische Details verändert werden.
[0081] Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass die vorliegende Erfindung eine planare
zirkular polarisierte Antenne schafft, die in den ISM-Bändern von 2,40 GHz bis 2,48
GHz und 5,15 GHz bis 5,35 GHz benutzt werden kann. Die vorgeschlagene Form des Schlitzes
für eine aperturgekoppelte Patchantenne ermöglicht die Abstrahlung fast rein zirkular
polarisierter Wellen bei relativ großer Bandbreite des Reflexionskoeffizienten S11.
Dies ist insbesondere auch für multibandige Antennen möglich. Mit einer erfindungsgemäßen
Antenne kann eine Funkverbindung erzielt werden, bei der die Stärke des von einer
erfindungsgemäßen Antenne empfangenen Signals bei einer linearen Polarisation eines
Senders unabhängig von der Einbaulage der Empfangsantenne ist. Mit anderen Worten,
durch eine zirkular polarisierte Antenne kann ein linear polarisiertes Signal unabhängig
von der Orientierung der Antenne empfangen werden.
[0082] Die erfindungsgemäße Antenne wurde in mehreren Schritten entwickelt. Eine erste Teilaufgabe
bestand darin, eine aperturgekoppelte Antenne für einen Frequenzbereich von 2,40 bis
2,48 GHz mit rechtshändig zirkularer Polarisation (RHCP) zu entwickeln. Bei der Simulation
wurde vor allem darauf geachtet, eine starke Unterdrückung der orthogonalen Polarisation
innerhalb der erforderlichen Bandbreite zu erreichen. Dabei hat sich herausgestellt,
dass bei einer Speisung eines Patches über eine nicht-resonante Kreuzapertur die Kreuzpolarisation
sehr stark unterdrückt wird. Allerdings ist bei einer solchen nicht-resonanten Kreuzapertur
die Bandbreite des Reflexionskoeffizienten schmal. Eine resonante rechteckige Apertur
(sog. SSFIP-Prinzip) weist eine größere Bandbreite auf, wobei aber die Polarisationsentkopplung
schwächer ist. Schließlich hat sich eine früher unbekannte Kombination der beiden
Schlitzgeometrien als vorteilhaft erwiesen, die hier als resonante Kreuzapertur bezeichnet
wird. Eine entsprechende Antennengeometrie wurde in den Fig. 1, 3 und 5 gezeigt.
[0083] Weiterhin hat sich gezeigt, dass eine erfindungsgemäße Geometrie der Apertur bzw.
des Schlitzes auch den Aufbau zirkular polarisierter Dual- bzw. Multibandantennen
ermöglicht. Dazu kann das im Folgenden beschriebene Konzept verwendet werden. Im Fall
von zwei Bändern besteht die Antenne aus drei Platinen. Entsprechende Anordnungen
sind beispielsweise in den Fig. 4 und 6 gezeigt. Auf der Unterseite der unteren Leiterplatte
befindet sich eine Mikrostreifenleitung, deren Leistung über eine Apertur in der Massefläche
erst auf einen kleines Patch (für das obere Frequenzband) und dann auf einen größeres
Patch (für das untere Frequenzband), bestehend aus zwei Patches, überkoppelt. Dabei
kann der größere Patch als "ineinanderliegende Patches mit Kurzschlüssen" interpretiert
werden. Der innenliegende kleinere Patch ist bevorzugterweise genau so groß wie der
untere Patch.
[0084] Durch eine solche Struktur bzw. ein solches Dualbandkonzept können eine Reihe von
Problemen gelöst werden, die bei herkömmlichen Antennen auftreten. So führt die Vergrößerung
der elektrischen Substratdicke herkömmlicherweise zur Entstehung von Oberflächenwellen
höherer Ordnung, was sehr stark den Antennengewinn reduziert. Daher müssen die beiden
Antennen für verschiedene Frequenzbereiche verschiedene Substratdicke haben. Die Antennen
müssen sich also in verschiedenen Ebenen befinden. Dies kann mit einer erfindungsgemäßen
Antennengeometrie erreicht werden.
[0085] Eine herkömmliche Variante mit einem größeren Patch unten und einem kleineren Patch
oben weist schlechte Polarisationseigenschaften auf, weil die Apertur mit dem größeren
Patch abgeschirmt wird. Die Antenne für das obere Frequenzband muss folglich näher
zur Masse liegen als die Antenne für das untere Frequenzband, was mit einer erfindungsgemäßen
Geometrie erreicht werden kann.
[0086] Da die Antenne für das obere Frequenzband also näher zu der Massefläche liegen muss
als die Antenne für das untere Frequenzband, ist eine starke Abschirmung des kleinen
Strahlers für das obere Frequenzband durch den großen Strahler für das untere Frequenzband
zu vermeiden. Dies kann erreicht werden, indem der Strahler für das untere Frequenzband
durch zwei Strahlungselektroden gebildet wird, zwischen denen ein Spalt besteht.
[0087] Die Anpassung einer erfindungsgemäßen Antenne kann durch einen Transformator bzw.
durch eine Stichleitung erfolgen.
[0088] Eine erfindungsgemäße Antenne hat gegenüber herkömmlichen Antennen eine Reihe von
Vorteilen. Die Speisung einer Antenne über einen resonanten Kreuzschlitz ermöglicht
den Aufbau vollständig planarer relativ kleiner und kostengünstiger Antennen. Es können
gleichzeitig eine hohe Polarisatiosreinheit sowie eine große Impedanzbandbreite erzielt
werden. Auch können planare zirkular polarisierte multibandige Antennen aufgebaut
werden. Dabei wird der Flächenbedarf der gesamten Antenne lediglich durch die Größe
des Antennenelements für die niedrigste Frequenz bestimmt. Im Vergleich zu breitbandigen
Antennen bietet eine erfindungsgemäße Antenne weiterhin eine bessere Vorfilterung.
1. Aperturgekoppelte Antenne (100; 300; 400; 500; 600) mit folgenden Merkmalen:
einer ersten Strahlungselektrode (130), deren geometrische Form ausgelegt ist, um
die Abstrahlung einer zirkular polarisierten elektromagnetischen Welle zu ermöglichen;
einer Massefläche (110); und
einem Wellenleiter (140), der ausgelegt ist, um der Antenne Energie zuzuführen,
wobei der Wellenleiter (140), beabstandet von der Massefläche (110), auf einer ersten
Seite der Massefläche (110) angeordnet ist, und wobei die erste Strahlungselektrode
(130), beabstandet von der Massefläche (110), auf einer zweiten Seite der Massefläche
(110) angeordnet ist;
wobei die Massefläche (110) eine Apertur (120) aufweist, die einen ersten Schlitz
(150) in der Massefläche (110), einen zweiten Schlitz (152) in der Massefläche (110)
und einen dritten Schlitz (154) in der Massefläche (110) umfasst, wobei der erste
Schlitz (150) und der zweite Schlitz (152) zusammen einen Schlitz von der Form eines
Kreuzes bilden, wobei der dritte Schlitz (154) durch den Schnittpunkt des ersten Schlitzes
(150) und des zweiten Schlitzes (152) verläuft;
wobei ferner der Wellenleiter (140) und die erste Strahlungselektrode (130) so angeordnet
sind, dass Energie von dem Wellenleiter (140) über die Apertur (120) zu der ersten
Strahlungselektrode (130) gekoppelt werden kann; dadurch gekennzeichnet, dass
der dritte Schlitz (154) so ausgelegt ist, dass eine Betriebsfrequenz, für die die
aperturgekoppelte Antenne ausgelegt ist, um höchstens 30 % von der Resonanzfrequenz
des dritten Schlitzes (154) abweicht; und dass
sich die Länge des ersten Schlitzes (150) und die Länge des zweiten Schlitzes (152)
von der Länge des dritten Schlitzes (154) unterscheiden, dass der dritte Schlitz (154)
bei der Betriebsfrequenz näher an seiner Resonanz betrieben wird als der erste Schlitz
(150) und der zweite Schlitz (152).
2. Aperturgekoppelte Antenne (100; 300; 400; 500; 600) gemäß Anspruch 1, bei dem der
dritte Schlitz (154) länger ist als der erste Schlitz (150), und bei der der dritte
Schlitz (154) länger ist als der zweite Schlitz (152).
3. Aperturgekoppelte Antenne (100; 300; 400; 500; 600) gemäß Anspruch 1 oder 2, bei der
der erste Schlitz (150) und der zweite Schlitz (152) orthogonal zueinander sind und
zusammen einen Schlitz von der Form eines rechtwinkligen Kreuzes mit gleichlangen
Armen bilden.
4. Aperturgekoppelte Antenne (100; 300; 400; 500; 600) gemäß einem der Ansprüche 1 bis
3, bei der ein Mittelpunkt des dritten Schlitzes (154) mit einem Mittelpunkt des von
dem ersten Schlitz (150) und dem zweiten Schlitz (152) gebildeten kreuzförmigen Schlitzes
zusammenfällt.
5. Aperturgekoppelte Antenne (100; 300; 400; 500; 600) gemäß einem der Ansprüche 1 bis
4, bei der ein geometrischer Mittelpunkt des ersten Schlitzes (150), ein geometrischer
Mittelpunkt des zweiten Schlitzes (152) und ein geometrischer Mittelpunkt des dritten
Schlitzes (154) zusammenfallen, und bei der die Apertur (120) achsensymmetrisch bezüglich
einer Achse (158) des dritten Schlitzes (154) ist, wobei die Achse (158) des dritten
Schlitzes (154) entlang einer größten Abmessung des dritten Schlitzes (154) verläuft.
6. Aperturgekoppelte Antenne (100; 300; 400; 500; 600) gemäß einem der Ansprüche 1 bis
5, bei der der erste Schlitz (150) und der zweite Schlitz (152) so ausgelegt sind,
dass der erste Schlitz (150) und der zweite Schlitz (152) in einem Betriebsfrequenzbereich,
für den die aperturgekoppelte Antenne ausgelegt ist, keine Resonanz aufweisen.
7. Aperturgekoppelte Antenne (100; 300; 400; 500; 600) gemäß einem der Ansprüche 1 bis
6, bei der der dritte Schlitz (154) so ausgelegt ist, dass eine Resonanzfrequenz des
dritten Schlitzes (154) innerhalb eines Betriebsfrequenzbereichs liegt, für den die
aperturgekoppelte Antenne ausgelegt ist.
8. Aperturgekoppelte Antenne (100; 300; 400; 500; 600) gemäß einem der Ansprüche 1 bis
7, wobei die aperturgekoppelte Antenne eine planare Antenne ist.
9. Aperturgekoppelte Antenne (100; 300; 400; 500; 600) gemäß einem der Ansprüche 1 bis
8, bei der der Wellenleiter (140) eine Mikrostreifenleitung, ein koplanarer Wellenleiter,
eine Streifenleitung, ein dielektrischer Wellenleiter oder ein Hohlraumwellenleiter
ist.
10. Aperturgekoppelte Antenne (100; 300; 400; 500; 600) gemäß einem der Ansprüche 1 bis
9, bei der die Apertur (120) und die erste Strahlungselektrode (130) so ausgelegt
sind, dass die aperturgekoppelte Antenne, von parasitären Effekten abgesehen, eine
zirkular polarisierte elektromagnetische Welle abstrahlt.
11. Aperturgekoppelte Antenne (400; 600) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10, die ferner
eine zweite Strahlungselektrode (220) und eine dritte Strahlungselektrode (230) aufweist,
wobei die zweite Strahlungselektrode (22) im wesentlichen parallel zu der ersten Strahlungselektrode
(130) ist, und so angeordnet ist, dass die erste Strahlungselektrode (130) zwischen
der zweiten Strahlungselektrode (220) und der Massefläche (110) gelegen ist, und wobei
die dritte Strahlungselektrode (230) in einer Projektion entlang einer Achse normal
zu der zweiten Strahlungselektrode (220) die zweite Strahlungselektrode (220) umschließt.
12. Aperturgekoppelte Antenne (400; 600) gemäß Anspruch 11, wobei die zweite Strahlungselektrode
(220) und die dritte Strahlungselektrode (230) in einer Ebene liegen, und wobei die
dritte Strahlungselektrode (230) die zweite Strahlungselektrode (220) in der Ebene
umschließt.
13. Aperturgekoppelte Antenne (400; 600) gemäß Anspruch 11 oder 12, bei der die zweite
Strahlungselektrode (220) und die dritte Strahlungselektrode (230) über mindestens
einen leitfähigen Verbindungssteg (250, 252, 254, 256) miteinander gekoppelt sind.
14. Aperturgekoppelte Antenne (100; 300; 400; 500; 600) gemäß einem der Ansprüche 1 bis
10, die eine erste dielektrische Schicht, eine erste Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante
und eine zweite dielektrische Schicht aufweist,
wobei die erste dielektrische Schicht auf ihrer ersten Oberfläche den Wellenleiter
(140) trägt und auf ihrer zweiten Oberfläche die Massefläche (110) trägt,
wobei die zweite dielektrische Schicht auf einer Oberfläche die erste Strahlungselektrode
(130) trägt;
wobei die erste Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante zwischen der ersten
dielektrischen Schicht und der zweiten dielektrischen Schicht angeordnet ist;
wobei eine Dielektrizitätskonstante der ersten Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante
geringer ist als eine Dielektrizitätskonstante der ersten dielektrischen Schicht,
und wobei die Dielektrizitätskonstante der ersten Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante
geringer ist als eine Dielektrizitätskonstante der zweiten dielektrischen Schicht.
15. Aperturgekoppelte Antenne (100; 300; 400; 500; 600) gemäß einem der Ansprüche 11 bis
13, die eine erste dielektrische Schicht, eine erste Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante
und eine zweite dielektrische Schicht aufweist,
wobei die erste dielektrische Schicht auf ihrer ersten Oberfläche den Wellenleiter
(140) trägt und auf ihrer zweiten Oberfläche die Massefläche (110) trägt,
wobei die zweite dielektrische Schicht auf einer Oberfläche die erste Strahlungselektrode
(130) trägt;
wobei die erste Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante zwischen der ersten
dielektrischen Schicht und der zweiten dielektrischen Schicht angeordnet ist;
wobei eine Dielektrizitätskonstante der ersten Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante
geringer ist als eine Dielektrizitätskonstante der ersten dielektrischen Schicht,
und wobei die Dielektrizitätskonstante der ersten Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante
geringer ist als eine Dielektrizitätskonstante der zweiten dielektrischen Schicht.
16. Aperturgekoppelte Antenne (400; 600) gemäß Anspruch 15, die ferner eine zweite Schicht
mit niedriger Dielektrizitätskonstante und eine dritte dielektrische Schicht aufweist,
wobei die dritte dielektrische Schicht die zweite Strahlungselektrode (220) und die
dritte Strahlungselektrode (230) trägt;
wobei die zweite Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante zwischen der zweiten
dielektrischen Schicht und der dritten dielektrischen Schicht angeordnet ist;
wobei eine Dielektrizitätskonstante der zweiten Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante
niedriger ist als die Dielektrizitätskonstante der ersten dielektrischen Schicht,
wobei die Dielektrizitätskonstante der zweiten Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante
niedriger ist als die Dielektrizitätskonstante der zweiten dielektrischen Schicht,
und wobei die Dielektrizitätskonstante der zweiten Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante
niedriger ist als eine Dielektrizitätskonstante der dritten dielektrischen Schicht.
17. Aperturgekoppelte Antenne (100; 300; 400; 500; 600) gemäß Anspruch 14, 15 oder 16,
wobei die erste, zweite oder dritte dielektrische Schicht aus FR4-Material besteht.
18. Aperturgekoppelte Antenne (100; 300; 400; 500; 600) gemäß einem der Ansprüche 14 bis
17, bei der die erste Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante oder die zweite
Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante eine Luftschicht ist.
19. Aperturgekoppelte Antenne (100; 300; 400; 500; 600) gemäß einem der Ansprüche 1 bis
18, die so ausgelegt ist, dass eine Impedanzanpassung mit einem Stehwellenverhältnis
von kleiner als 2 in zumindest zwei Frequenzbändern erzielt wird.
1. An aperture-coupled antenna (100; 300; 400; 500; 600) comprising:
a first radiation electrode (130) the geometrical shape of which is implemented to
allow radiation of a circularly polarized electromagnetic wave;
a ground area (110); and
a wave guide (140) which is implemented to supply energy to the antenna,
wherein the wave guide (140) is arranged spaced apart from the ground area (110) on
a first side of the ground area (110), and wherein the first radiation electrode (130)
is arranged spaced apart from the ground area (110) on a second side of the ground
area (110);
wherein the ground area (110) comprises an aperture (120) including a first slot (150)
in the ground area (110), a second slot (152) in the ground area (110) and a third
slot (154) in the ground area (110), wherein the first slot (150) and the second slot
(152) together form a slot in the shape of a cross, wherein the third slot (154) passes
through the intersection of the first slot (150) and the second slot (152);
wherein additionally the wave guide (140) and the first radiation electrode (130)
are arranged such that energy can be coupled from the wave guide (140) through the
aperture (120) to the first radiation electrode (130); characterized in that
the third slot (154) is implemented such that an operating frequency for which the
aperture-coupled antenna is designed deviates by at most 30% from the resonant frequency
of the third slot (154); and that
the length of the first slot (150) and the length of the second slot (152) differ
from the length of the third slot (154) so that the third slot (154) at the operating
frequency is operated nearer to its resonance than the first slot (150) and the second
slot (152).
2. The aperture-coupled antenna (100; 300; 400; 500; 600) according to claim 1, wherein
the third slot (154) is longer than the first slot (150), and wherein the third slot
(154) is longer than the second slot (152).
3. The aperture-coupled antenna (100; 300; 400; 500; 600) according to claim 1 or 2,
wherein the first slot (150) and the second slot (152) are orthogonal to each other
and together form a slot in the shape of a rectangular cross having arms of equal
lengths.
4. The aperture-coupled antenna (100; 300; 400; 500; 600) according to one of claims
1 to 3, wherein a midpoint of the third slot (154) coincides with a midpoint of the
cross-shaped slot formed by the first slot (150) and the second slot (152).
5. The aperture-coupled antenna (100; 300; 400; 500; 600) according to one of claims
1 to 4, wherein a geometrical midpoint of the first slot (150), a geometrical midpoint
of the second slot (152) and a geometrical midpoint of the third slot (154) coincide,
and wherein the aperture (120) is axisymmetrical relative to an axis (158) of the
third slot (154), wherein the axis (158) of the third slot (154) passes along a greatest
dimension of the third slot (154).
6. The aperture-coupled antenna (100; 300; 400; 500; 600) according to one of claims
1 to 5, wherein the first slot (150) and the second slot (152) are implemented such
that the first slot (150) and the second slot (152) do not comprise resonance in an
operating frequency range for which the aperture-coupled antenna is designed.
7. The aperture-coupled antenna (100; 300; 400; 500; 600) according to one of claims
1 to 6, wherein the third slot (154) is implemented such that a resonant frequency
of the third slot (154) is within an operating frequency range for which the aperture-coupled
antenna is designed.
8. The aperture-coupled antenna (100; 300; 400; 500; 600) according to one of claims
1 to 7, wherein the aperture-coupled antenna is a planar antenna.
9. The aperture-coupled antenna (100; 300; 400; 500; 600) according to one of claims
1 to 8, wherein the wave guide (140) is a microstrip line, a coplanar wave guide,
a strip line, a dielectric wave guide or a cavity wave guide.
10. The aperture-coupled antenna (100; 300; 400; 500; 600) according to one of claims
1 to 9, wherein the aperture (120) and the first radiation electrode (130) are implemented
such that the aperture-coupled antenna, except for parasitic effects, radiates a circularly
polarized electromagnetic wave.
11. The aperture-coupled antenna (400; 600) according to one of claims 1 to 10, further
comprising a second radiation electrode (220) and a third radiation electrode (230),
wherein the second radiation electrode (220) is basically parallel to the first radiation
electrode (130) and arranged such that the first radiation electrode (130) is arranged
between the second radiation electrode (220) and the ground area (110), and wherein
the third radiation electrode (230) encloses the second radiation electrode (220)
in a projection along an axis normal to the second radiation electrode (220).
12. The aperture-coupled antenna (400; 600) according to claim 11, wherein the second
radiation electrode (220) and the third radiation electrode (230) are in one plane,
and wherein the third radiation electrode (230) encloses the second radiation electrode
(220) in the plane.
13. The aperture-coupled antenna (400; 600) according to claim 11 or 12, wherein the second
radiation electrode (220) and the third radiation electrode (230) are coupled to each
other via at least one conductive connective land (250, 252, 254, 256).
14. The aperture-coupled antenna (100; 300; 400; 500; 600) according to one of claims
1 to 10, comprising a first dielectric layer, a first layer of low dielectric constant,
and a second dielectric layer,
wherein the first dielectric layer supports the wave guide (140) on its first surface
and supports the ground area (110) on its second surface,
wherein the second dielectric layer supports the first radiation electrode (130) on
a surface;
wherein the second layer of low dielectric constant is arranged between the first
dielectric layer and the second dielectric layer;
wherein a dielectric constant of the first layer of low dielectric constant is smaller
than a dielectric constant of the first dielectric layer, and wherein the dielectric
constant of the first layer of low dielectric constant is smaller than a dielectric
constant of the second dielectric layer.
15. The aperture-coupled antenna (100; 300; 400; 500; 600) according to one of claims
11 to 13, comprising a first dielectric layer, a first layer of low dielectric constant,
and a second dielectric layer,
wherein the first dielectric layer supports the wave guide (140) on its first surface
and supports the ground area (110) on its second surface,
wherein the second dielectric layer supports the first radiation electrode (130) on
a surface;
wherein the first layer of low dielectric constant is arranged between the first dielectric
layer and the second dielectric layer;
wherein a dielectric constant of the first layer of low dielectric constant is smaller
than a dielectric constant of the first dielectric layer, and wherein the dielectric
constant of the first layer of low dielectric constant is smaller than a dielectric
constant of the second dielectric layer.
16. The aperture-coupled antenna (400; 600) according to claim 15, further comprising
a second layer of low dielectric constant and a third dielectric layer,
wherein the third dielectric layer supports the second radiation electrode (220) and
the third radiation electrode (230);
wherein the second layer of low dielectric constant is arranged between the second
dielectric layer and the third dielectric layer;
wherein a dielectric constant of the second layer of low dielectric constant is smaller
than the dielectric constant of the first dielectric layer, wherein the dielectric
constant of the second layer of low dielectric constant is smaller than the dielectric
constant of the second dielectric layer, and wherein the dielectric constant of the
second layer of low dielectric constant is smaller than a dielectric constant of the
third dielectric layer.
17. The aperture-coupled antenna (100; 300; 400; 500; 600) according to claim 14, 15 or
16, wherein the first, the second or the third dielectric layer is made of FR4 material.
18. The aperture-coupled antenna (100; 300; 400; 500; 600) according to one of claims
14 to 17, wherein the first layer of low dielectric constant or the second layer of
low dielectric constant is an air layer.
19. The aperture-coupled antenna (100; 300; 400; 500; 600) according to one of claims
1 to 18, which is implemented such that impedance matching can be achieved with a
standing wave ratio of smaller than 2 in at least two frequency bands.
1. Antenne à orifice couplé (100; 300; 400; 500; 600), aux caractéristiques suivantes:
une première électrode de rayonnement (130) dont la forme géométrique est conçue de
manière à permettre le rayonnement d'une onde électromagnétique à polarisation circulaire;
une face de masse (110); et
un guide d'onde (140) qui est conçu de manière à alimenter de l'énergie vers l'antenne,
le guide d'onde (140), distant de la face de masse (110), étant disposé d'un premier
côté de la face de masse (110), et la première électrode de rayonnement (130), distante
de la face de masse (110), étant disposée d'un deuxième côté de la face de masse (110);
la face de masse (110) présentant un orifice (120) comprenant une première fente (150)
dans la face de masse (110), une deuxième fente (152) dans la face de masse (110)
et une troisième fente (154) dans la face de masse (110), la première fente (150)
et la deuxième fente (152) formant ensemble une fente en forme de croix, la troisième
fente (154) passant par le point de croisement de la première fente (150) et de la
deuxième fente (152);
par ailleurs, le guide d'onde (140) et la première électrode de rayonnement (130)
étant disposés de sorte que de l'énergie du guide d'onde (140) puisse être couplée,
par l'intermédiaire de l'orifice (120), à la première électrode de rayonnement (130);
caractérisée par le fait que
la troisième fente (154) est conçue de sorte qu'une fréquence de fonctionnement pour
laquelle est conçue l'antenne à orifice couplé s'écarte de tout au plus 30 % de la
fréquence de résonance de la troisième fente (154); et que
la longueur de la première fente (150) et la longueur de la deuxième fente (152) sont
diffèrent de la longueur de la troisième fente (154), de sorte que la troisième fente
(154) fonctionne, à la fréquence de fonctionnement, plus près de sa résonance que
la première fente (150) et la deuxième fente (152).
2. Antenne à orifice couplé (100; 300; 400; 500; 600) selon la revendication 1, dans
laquelle la troisième fente (154) est plus longue que la première fente (150), et
dans laquelle la troisième fente (154) est plus longue que la deuxième fente (152).
3. Antenne à orifice couplé (100; 300; 400; 500; 600) selon la revendication 1 ou 2,
dans laquelle la première fente (150) et la deuxième fente (152) sont orthogonales
entre elles et forment ensemble une fente en forme de croix à angle droit à bras de
même longueur.
4. Antenne à orifice couplé (100; 300; 400; 500; 600) selon l'une des revendications
1 à 3, dans laquelle un centre de la troisième fente (154) coïncide avec un centre
de la fente en forme de croix formée par la première (150) et la deuxième fente (152).
5. Antenne à orifice couplé (100; 300; 400; 500; 600) selon l'une des revendications
1 à 4, dans laquelle un centre géométrique de la première fente (150), un centre géométrique
de la deuxième fente (152) et un centre géométrique de la troisième fente (154) coïncident,
et dans laquelle l'orifice (120) est symétrique par rapport à un axe (158) de la troisième
fente (154), l'axe (158) de la troisième fente (154) s'étendant le long d'une dimension
la plus grande de la troisième fente (154).
6. Antenne à orifice couplé (100; 300; 400; 500; 600) selon l'une des revendications
1 à 5, dans laquelle la première fente (150) et la deuxième fente (152) sont conçues
de sorte que la première fente (150) et la deuxième fente (152) ne présentent pas
de résonance dans une plage de fréquences de fonctionnement pour laquelle est conçue
l'antenne à orifice couplé.
7. Antenne à orifice couplé (100; 300; 400; 500; 600) selon l'une des revendications
1 à 6, dans laquelle la troisième fente (154) est conçue de sorte qu'une fréquence
de résonance de la troisième fente (154) se situe dans une plage de fréquences de
fonctionnement pour laquelle est conçue l'antenne à orifice couplé.
8. Antenne à orifice couplé (100; 300; 400; 500; 600) selon l'une des revendications
1 à 7, l'antenne à orifice couplé étant une antenne planaire.
9. Antenne à orifice couplé (100; 300; 400; 500; 600) selon l'une des revendications
1 à 8, dans laquelle le guide d'onde (140) est une microligne plate, un guide d'onde
dans un même plan, une ligne plate, un guide d'onde diélectrique ou un guide d'onde
creux.
10. Antenne à orifice couplé (100; 300; 400; 500; 600) selon l'une des revendications
1 à 9, dans laquelle l'orifice (120) et la première électrode de rayonnement (130)
sont réalisés de sorte que l'antenne à orifice couplé, à part des effets parasitaires,
rayonne une onde électromagnétique à polarisation circulaire.
11. Antenne à orifice couplé (400; 600) selon l'une des revendications 1 à 10, présentant,
par ailleurs, une deuxième électrode de rayonnement (220) et une troisième électrode
de rayonnement (230), la deuxième électrode de rayonnement (22) étant sensiblement
parallèle à la première électrode de rayonnement (130) et étant disposée de sorte
que la première électrode de rayonnement (130) se situe entre la deuxième électrode
de rayonnement (220) et la face de masse (110), et la troisième électrode de rayonnement
(230) entourant, dans une projection le long d'un axe normal à la deuxième électrode
de rayonnement (220), la deuxième électrode de rayonnement (220).
12. Antenne à orifice couplé (400; 600) selon la revendication 11, dans laquelle la deuxième
électrode de rayonnement (220) et la troisième électrode de rayonnement (230) se situent
dans un plan, et la troisième électrode de rayonnement (230) entourant la deuxième
électrode de rayonnement (220) dans le plan.
13. Antenne à orifice couplé (400; 600) selon la revendication 11 ou 12, dans laquelle
la deuxième électrode de rayonnement (220) et la troisième électrode de rayonnement
(230) sont couplées l'une à l'autre par l'intermédiaire d'au moins une bretelle de
connexion conductrice (250, 252, 254, 256).
14. Antenne à orifice couplé (100; 300; 400; 500; 600) selon l'une des revendications
1 à 10, présentant une première couche diélectrique, une première couche à faible
constante diélectrique et une deuxième couche diélectrique,
la première couche diélectrique portant sur sa première surface le guide d'onde (140)
et sur sa deuxième surface la face de masse (110),
la deuxième couche diélectrique portant sur une surface la première électrode de rayonnement
(130);
la première couche à faible constante diélectrique étant disposée entre la première
couche diélectrique et la deuxième couche diélectrique;
une constante diélectrique de la première couche à faible constante diélectrique étant
inférieure à une constante diélectrique de la première couche diélectrique, et la
constante diélectrique de la première couche à faible constante diélectrique étant
inférieure à une constante diélectrique de la deuxième couche diélectrique.
15. Antenne à orifice couplé (100; 300; 400; 500; 600) selon l'une des revendications
11 à 13, présentant une première couche diélectrique, une première couche à faible
constante diélectrique et une deuxième couche diélectrique,
la première couche diélectrique portant sur sa première surface le guide d'onde (140)
et sur sa deuxième surface la face de masse (110),
la deuxième couche diélectrique portant sur une surface la première électrode de rayonnement
(130);
la première couche à faible constante diélectrique étant disposée entre la première
couche diélectrique et la deuxième couche diélectrique;
une constante diélectrique de la première couche à faible constante diélectrique étant
inférieure à une deuxième constante diélectrique de la première couche diélectrique,
et la constante diélectrique de la première couche à faible constante diélectrique
étant inférieure à une constante diélectrique de la deuxième couche diélectrique.
16. Antenne à orifice couplé (400; 600) selon la revendication 15, présentant par ailleurs
une deuxième couche à faible constante diélectrique et une troisième couche diélectrique,
la troisième couche diélectrique portant la deuxième électrode de rayonnement (220)
et la troisième électrode de rayonnement (230);
la deuxième couche à faible constante diélectrique étant disposée entre la deuxième
couche diélectrique et la troisième couche diélectrique;
une constante diélectrique de la deuxième couche à faible constante diélectrique étant
inférieure à la constante diélectrique de la première couche diélectrique, la constante
diélectrique de la deuxième couche à faible constante diélectrique étant inférieure
à la constante diélectrique de la deuxième couche diélectrique, et la constante diélectrique
de la deuxième couche à faible constante diélectrique étant inférieure à une constante
diélectrique de la troisième couche diélectrique.
17. Antenne à orifice couplé (100; 300; 400; 500; 600) selon la revendication 14, 15 ou
16, la première, la deuxième ou la troisième couche diélectrique étant réalisée en
matériau FR4.
18. Antenne à orifice couplé (100; 300; 400; 500; 600) selon l'une des revendications
14 à 17, dans laquelle la première couche à faible constante diélectrique ou la deuxième
couche à faible constante diélectrique est une couche d'air.
19. Antenne à orifice couplé (100; 300; 400; 500; 600) selon l'une des revendications
1 à 18, conçue de sorte que soit obtenue une adaptation d'impédance avec un rapport
d'ondes stationnaires de moins de 2 dans au moins deux bandes de fréquences.